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  • STG kündigt Wechsel im Management an

    MAINZ // Die Scandinavian Tobacco Group (STG) ordnet das Management für handgemachte Zigarren neu.

    Ab Januar wird Regis Broersma, 38, President der General Cigar Company. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben US-Marktführer für handgefertigte Premium-Zigarren. Er folgt auf Dan Carr, der STG verlässt.

    Darüber hinaus verantwortet künftig Craig Reynolds als Executive Vice President das weltweite Geschäft für Premium-Zigarren, darunter auch General Cigar. Reynolds ist außerdem weiterhin President von Cigars International.

    Niels Frederiksen, CEO der Scandinavian Tobacco Group, erklärte dazu: „Ich bin froh, Regis Broersma als neuen Präsidenten von General Cigar anzukündigen. Regis hat die Erfahrung und den innovativen Ansatz, der notwendig ist, um die beeindruckende Entwicklung von General Cigar zusammen mit seinem Management-Team fortzusetzen. Unser Geschäft mit handgefertigten Zigarren beläuft sich auf 25 Prozent unserer Umsatzerlöse und ist der am schnellsten wachsende Bereich innerhalb unseres Unternehmens.“
    red

    (DTZ 48/15)

  • BAT plant Hybrid-Zigarette

    LONDON // British American Tobacco (BAT) plant mit iFuse die Einführung eines neuen zigarettenähnlichen Produkts.

    Pressemeldungen zufolge kombiniert der Hersteller darin E-Zigaretten-Technologie und Tabak, um den Geschmack zu verstärken. Die neue Hybrid-Zigarette soll zunächst in einem nicht näher genannten europäischen Markt getestet werden, kündigt ein Unternehmenssprecher an. BAT wolle Rauchern mit iFuse eine attraktivere Alternative zur E-Zigarette anbieten, heißt es.

    Bei iFuse wird ein Liquid in einem Gerät, ähnlich der E-Zigarette, erhitzt. Allerdings wird der Dampf an der Spitze vor dem Mundstück durch eine kleine Menge Tabak geleitet, was den Geschmack verstärken soll. Firmenangaben zufolge ist die Hybrid-Zigarette durch diese neue Technologie weniger gesundheitsbedenklich als vergleichbare Produkte. Weiterhin sei sie leicht zu handhaben, kompakt und günstig.

    Das neue Produkt wird laut BAT den „Produkten der nächsten Generation“ (englisch: „next generation products“)zugeordnet. Der Marktanteil dieser Sparte wird aktuell auf umgerechnet rund vier Milliarden Euro beziffert. Bis 2020 rechnet der Hersteller mit einem Anstieg auf bis zu zwölf Milliarden Euro, was laut BAT allerdings nur einem Bruchteil des weltweiten Zigarettenmarktes mit knapp 639 Milliarden Euro entspreche.
    red

    (DTZ 48/15)

  • Stationärer Lottovertrieb in Bayern hält Position

    MÜNCHEN // Die Annahmestellen haben sich gegenüber der Konkurrenz und auch im Vergleich zum Internet gut behaupten können. Das war eine der zentralen Botschaften von Gabriele Grasser, der Vorsitzenden des Bayerischen Toto-Lotto-Verbands, auf der Mitgliederversammlung am 19. November in München. Sie wurde dort einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt.

    Sowohl Grasser als auch Hubert Schmid, der Vorsitzende der Lotto-Toto-Vertriebsgemeinschaft in Bayern, machten deutlich, dass die Annahmestellen ihre Marktposition festigen konnten. Ihr Umsatzanteil liege immer noch bei über 90 Prozent, während sich der Anteil des Internetspiels derzeit zwischen fünf und sechs Prozent bewege. Auch die Umsatzentwicklung bei Lotto & Co. sei nicht schlecht. Lotto Bayern werde Ende 2015 voraussichtlich das Vorjahresergebnis erreichen beziehungsweise überschreiten.

    Erwin Horak, Präsident der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayerns, bestätigte die positive Umsatzentwicklung. Bis zur 46. Kalenderwoche verzeichnete Lotto Bayern gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Plus von 2,1 Prozent auf fast eine Milliarde Euro. Horak berichtete, dass es im nächsten Jahr Neuerungen bei Sofortlotterien geben werde. Geplant seien unter anderem im Frühjahr Verbesserungen, Gewinnplanveränderungen und Preiserhöhungen beim „Bayernlos“, das dann zwei statt bislang ein Euro pro Los kosten soll.
    da

    (DTZ 48/15)

  • Kabinett des Schreckens

    BERLIN // Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) grundsätzlich 1 : 1 in deutsches Recht umsetzen. So sieht es der jetzt vorgelegte offizielle Referenten-Entwurf für ein neues Tabakgesetz vor.

    Der Teufel steckt bei den vorgesehenen Regelungen allerdings im Detail. So wurden einzelne Punkte gegenüber der Erstvorlage zwar angepasst, in zahlreichen anderen geht der Entwurf jedoch weiterhin über eine 1 : 1-Umsetzung der EU-Richtlinie hinaus. Ein ganz wichtiger Aspekt, die Problematik einer Fristverlängerung für die Produktionsumstellung, wurde gar nicht berücksichtigt.

    Experten warnen allerdings, dass das Umsetzen der Vorschriften bis Mai 2016 ohnehin nicht mehr zu schaffen sei. Denn für das Umstellen auf die neuen Warnhinweise benötigt die Industrie gemäß Gutachten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), je nach Produkt, zwischen 15 und 20 Monaten.
    Ebenfalls wichtig: Das ursprünglich vom BMEL beabsichtigte Verbot für Außenwerbung- ist im Rahmen der TPD-Umsetzung nicht mehr geplant. Doch hier droht das berüchtigte „dicke Ende“. Stattdessen nämlich soll die Außenwerbung durch ein Änderungsgesetz ab Juli 2020 verboten werden. Die Einschränkung der Kinowerbung soll aber bereits ab Inkrafttreten des neuen Tabakgesetzes gelten. Werbespots für Tabakerzeugnisse sollen dann nur noch in Filmen für Erwachsene gezeigt werden dürfen. Ebenso sollen Samplings für Zigaretten und Feinschnitt zu Werbezwecke ab Mai 2016 untersagt werden; für andere Tabakerzeugnisse – zum Beispiel für Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak – soll das Verbot ab 2020 gelten.

    Nicht komplett gestrichen wurde in dem jetzt präsentierten Referentenentwurf die Übergangsfrist für Men-tholprodukte bis Mai 2020. Allerdings wurde dieser Punkt nur unzureichend geregelt. Denn er betrifft in der jetzigen Fassung lediglich Menthol auf Tabaksträngen, bei vielen Mentholerzeugnissen erfolgt die Anwendung jedoch in anderer Form, zum Beispiel über Packungs-Inlays, was bereits ab Mai 2016 untersagt werden soll.

    Harsche Kritik durch Verbände
    Bei Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak soll Artikel 11 der EU-Tabakproduktrichtlinie übernommen werden. Demnach würde es keine kombinierten Bild- und Textwarnhinweise außen auf den Packungen geben, jedoch größere Textwarnhinweise. Auch innen sieht die TPD 2 Textwarnhinweise vor.
    Kein Wunder, dass auch die Verbände auf die Barrikaden gehen. „Die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an die betroffenen Verbände versandten Referentenentwürfe für ein Tabakerzeugnisgesetz und eine Tabakerzeugnisverordnung gehen erneut deutlich über die seitens der EU zur nationalen Umsetzung vorgegebenen Regelungen hinaus“, wettern die Branchenverbände, der Verband der Rauchtabakindustrie (VdR) und der Deutsche Zigarettenverband (DZV).
    Beide Verbände äußern harsche Kritik an den jetzt vorgelegten Regelungen und fordern „eine schnelle 1 : 1-Umsetzung der EU-Tabakprodukt-Richtlinie und angemessene Fristenverlängerung für die Anpassung der Produktion“.

    Gutachten wird ignoriert
    Vor allem der DZV kritisiert die bis heute fehlende Planungs- und Rechtssicherheit für alle Unternehmen aufs Schärfste und fordert eine Regulierung mit Augenmaß. „Ziel muss eine 1 : 1-Umsetzung der EU-Richtlinie sein, um nationale Alleingänge zu Lasten der Wirtschaft, der Verbraucher und des Bundeshaushaltes zu verhindern“, sagt DZV-Geschäftsführer Jan Mücke. Die durch das Gesetz notwendig werdenden Umstellungen in der Produktion und bei der Verpackung seien in der Kürze der Zeit nicht zu leisten. Die Umstellungsfrist zum 20. Mai des kommenden Jahres sei für die deutschen Tabakhersteller nicht zu halten. Aufgrund der knappen Termine drohe ein Stillstand der Produktion.
    Auch Hauptgeschäftsführer Michael von Foerster vom VdR ist extrem besorgt: „Ich weiß nicht mehr, was unsere Mitgliedsfirmen ihren Mitarbeitern in der Produktion sagen sollen. Ohne praktikable Übergangsfristen muss ein Produktionsstopp ab Mai 2016 in Erwägung gezogen werden.“

    Dass das Gutachten einer anerkannten Technischen Hochschule ignoriert und die Umstellungsfristen nicht angepasst würden, mache die Ignoranz der Ministerien gegenüber der gesamten Branche deutlich. Verschärft werde diese unhaltbare Situation durch angestrebte willkürliche Verbote bestimmter Inhaltsstoffe ohne wissenschaftlichen Nachweis und ohne eine ausreichend lange Frist zur Rezepturanpassung auf Seiten der Hersteller. Diese intransparenten Verbote einer Vielzahl von Zusatzstoffen in Pfeifentabaken, Zigarren und Zigarillos sowie Kau- und Schnupftabaken sowie der Verzicht auf wissenschaftliche Kriterien bei einem Verbot von Tabakerzeugnissen seien nicht nachvollziehbar.
    Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Fuchs sowie der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der Fraktion Joachim Pfeiffer hatten erst jüngst erklärt, dass Europäische Richtlinien nur „1 : 1“ umgesetzt werden dürften. Ein „zusätzliches Draufsatteln“ würde die deutsche Wettbewerbsfähigkeit beschädigen. Genau das mache die Bundesregierung nun. Sowohl VdR als auch DZV halten zudem die geplanten Verbote der Außenwerbung sowie des sogenannten Samplings, der kostenlosen Abgabe von Tabakprodukten zu werblichen Zwecken an erwachsene Konsumenten für inakzeptabel. Hersteller legaler Produkte müssten mit ihren Kunden kommunizieren können, sonst würden Grundregeln der sozialen Marktwirtschaft verletzt.
    red

    (DTZ 47/15)

  • Verantwortung übernehmen – Alltag gestalten

    BERLIN // Rund vier Wochen lang stellten sich in diesem Jahr junge Auszubildende der Unternehmensgruppe Dr. Eckert einer spannenden Herausforderung: Eigenverantwortlich übernahmen sie ein komplettes Geschäft, gestalteten gemeinsam den Filialalltag und bestimmten alle Abläufe.

    Das mit dem Futurum-Vertriebspreis ausgezeichnete Projekt „Auszubildende führen eine Filiale“ fand dieses Jahr zum 11. Mal statt.

    „Mit der Azubi-Filiale möchten wir unsere jungen Kollegen bestärken, ihren bisher erworbenen Fähigkeiten zu vertrauen und Verantwortung zu tragen“, fasst die für Aus- und Weiterbildung der Unternehmensgruppe zuständige Daniela Jobst das Projekt zusammen.

    In diesem Jahr nahmen neun Auszubildende von den Standorten Halle, Cottbus, Dessau, Wilhelmshaven und Berlin an der Ausbildungsfiliale teil. Sie erledigten dabei im Monat Oktober alle in einer normalen Filiale anfallenden Aufgaben – von Warenbestellung und -präsentation über Regalpflege und Planung des Mitarbeitereinsatzes bis hin zur Beratung der Kunden und der eigenständigen Gestaltung von Sonderaktionen. Da die Lehrlinge aus unterschiedlichen Filialen der Unternehmensgruppe stammen und einander nicht oder bestenfalls wenig kennen, lernen sie in kurzer Zeit auch die Zusammenarbeit in einem fremden Umfeld mit neuen Kollegen.

    In den Filialen sowie in den beiden Zentralen der Unternehmensgruppe absolvieren aktuell 68 Auszubildende einen Ausbildungsberuf als Kaufleute im Einzelhandel oder Kaufleute für Büromanagement.
    pi

    (DTZ 47/15)

  • US-Forscher räumen mit Vorurteilen zur E-Zigarette auf

    NEWARK // Die E-Zigarette wird eher von Ex-Rauchern als von Rauchern konsumiert, während Nichtraucher so gut wie nie dampfen werden. Das sind Ergebnisse einer Studie, die im Auftrag der US-Hochschulen Rutger School of Public Health und dem Schroeder Institute for Tobacco Research and Policy Studies durchgeführt wurde.

    In dem Bericht räumen die Forscher mit zahlreichen Vorurteilen gegenüber dem elektronischen Genuss auf. Wie zum Beispiel der These, dass Raucher die E-Zigarette zusätzlich zur herkömmlichen Zigaretten nutzen.
    Tatsächlich, so die Wissenschaftler, überwiegen beim E-Konsum ehemalige Raucher: 13 Prozent der Ex-Raucher gaben an, jetzt zu dampfen. Demgegenüber konsumieren 3,5 Prozent der Raucher E-Produkte parallel zum herkömmlichen Tabakprodukt, heißt es.

    Weiterhin ist die Anzahl derjenigen Erwachsenen, die niemals Tabakprodukte geraucht haben, aber E-Zigarette dampfen, „extrem niedrig.“ Lediglich 0,4 Prozent der Konsumenten betreffe dies.

    Fazit der Forscher: Die E-Zigarette sei eine Alternative zum herkömmlichen Tabakkonsum und unterstütze den Konsumrückgang, betonen sie. Ein Blick auf den Einsatz von Nikotin-Ersatzprodukten wie Nikotin-Kaugummis oder -Pflaster zeige dies: Knapp 93 bis 97 Prozent der Nutzer rauche trotzdem wieder.
    red

    (DTZ 47/15)

  • Überzogene Regulierungswut wird zum Sargnagel für den Mittelstand

    BERLIN // Die vergangene Woche vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an die betroffenen Verbände versandten Referentenentwürfe für ein Tabakerzeugnisgesetz und eine Tabakerzeugnisverordnung gehen nach Ansicht der Branchenverbände deutlich über die seitens der EU zur nationalen Umsetzung vorgegebenen Regelungen (TPD 2) hinaus.

    Sie stoßen auf harsche Kritik von VdR (Verband der deutschen Rauchtabakindustrie) und DZV (Deutscher Zigarettenverband). Beide fordern eine schnelle 1:1-Umsetzung der EU-Tabakprodukt-Richtlinie und angemessene Fristenverlängerung für die Anpassung der Produktion.

    Fehlende Planungs- und Rechtssicherheit
    Der DZV kritisiert die bis heute fehlende Planungs- und Rechtssicherheit für alle Unternehmen auf das Schärfste und fordert eine Regulierung mit Augenmaß. „Ziel muss eine 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie sein, um nationale Alleingänge zu Lasten der Wirtschaft, der Verbraucher und des Bundeshaushaltes zu verhindern“, so DZV-Geschäftsführer Jan Mücke.

    Die durch das Gesetz notwendig werdenden Umstellungen in der Produktion und bei der Verpackung sind in der Kürze der Zeit nicht zu leisten. Die Umstellungsfrist zum 20. Mai 2016 ist für die deutschen Tabakhersteller nicht zu halten. Ein Gutachten der Technischen Hochschule Leipzig (HTWK) attestiert für Zigaretten eine Umsetzungsfrist von 15 Monaten, bei Feinschnitttabak sind es mindestens 18 Monate. Es droht ein Stillstand der Produktion.

    Produktion in Gefahr
    Hauptgeschäftsführer Michael von Foerster vom VdR ist daher extrem besorgt: „Ich weiß nicht mehr, was unsere Mitgliedsfirmen ihren Mitarbeitern in der Produktion sagen sollen. Ohne praktikable Übergangsfristen muss ein Produktionsstopp ab Mai 2016 in Erwägung gezogen werden."

    Die Nichtbeachtung des vorgelegten Gutachtens einer anerkannten Technischen Hochschule und fehlende Anpassung der Umstellungsfristen mache die Ignoranz der Ministerien gegenüber einer gesamten Branche deutlich. Verschärft wird diese unhaltbare Situation durch angestrebte willkürliche Verbote bestimmter Inhaltsstoffe ohne wissenschaftlichen Nachweis und ohne eine ausreichend lange Frist zur Rezepturanpassung auf Seiten der Hersteller. Diese intransparenten Verbote einer Vielzahl von Zusatzstoffen in Pfeifentabaken, Zigarren, Zigarillos sowie Kau- und Schnupftabaken sowie der Verzicht auf wissenschaftliche Kriterien bei einem Verbot von Tabakerzeugnissen sind für die betroffene Industrie nicht nachvollziehbar.

    Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Fuchs sowie der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der Fraktion Joachim Pfeiffer erklärten erst jüngst, dass Europäische Richtlinien nur 1 : 1 umgesetzt werden dürfen. Ein „zusätzliches Draufsatteln“ würde die deutsche Wettbewerbsfähigkeit schädigen.

    Genau das macht die Bundesregierung hier. Sowohl VdR als auch DZV halten zudem die geplanten Verbote der Außenwerbung sowie des sogenannten Samplings, der kostenlosen Abgabe von Tabakprodukten zu werblichen Zwecken an erwachsene Konsumenten, für inakzeptabel. Hersteller legaler Produkte müssten mit ihren Kunden kommunizieren können, sonst würden Grundregeln der sozialen Marktwirtschaft verletzt.
    pi

    (DTZ 47/15)

  • Verhaltener Optimismus

    WIESBADEN // Ein eher uneinheitliches Bild zeigt die aktuelle Tabaksteuerstatistik (Monat Oktober). Demnach hat der Fiskus bei Zigaretten knapp 1,18 Milliarden Euro kassiert – und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

    Ein sattes Plus von 41,9 Prozent auf 5,25 Millionen Euro brachte der Pfeifentabak dem Staat, wobei diese Tabakart weiter vom Run auf Shisha-Tabak profitiert. Sowohl bei Zigaretten als auch beim Pfeifentabak war der Oktober aus Sicht der Steuereintreiber der bislang stärkste Monat des Jahres.
    Schwächer zeigte sich dagegen der Feinschnitt, der zum Oktober 2014 immerhin 3,7 Prozent weniger Steuern brachte; in absoluter Zahl waren es fast 170 Millionen Euro. Der Rückgang bei Zigarren und Zigarillos lag bei 30,4 Prozent auf 9,67 Millionen Euro, wobei die Statistik durch den Wegfall der Steuervorteile auf Eco-Zigarillos und dem damit verbundenen Nachfrageeinbruch verfälscht wird.

    Vorischtig optimistisch stimmt der Blick auf den Netto-Bezug von Steuerzeichen. Er lag im Oktober bei Zigaretten um 1,6 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, bei Pfeifentabak sogar um 67,1 Prozent höher.
    red

    (DTZ 46/15)

  • Flüchtlinge steigern Absatz

    LONDON // Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen dürfte dem Zigarettenabsatz in Deutschland einen kräftigen Schub geben. Das meint Philip Gorham, Analyst beim britischen Rating-Unternehmen Morningstar.

    Seine Rechnung: Bis zum Jahresende könnten 800 000 Menschen vor allem aus Syrien in die Bundesrepublik kommen. Dort rauchen laut Weltgesundheitsorganisation 48 Prozent der Männer. Bei einem Jahreskonsum von durchschnittlich mehr als 1000 Zigaretten rechnet Gorham mit einem zusätzlichen Verkauf von gut 810 Millionen Stück allein im laufenden Jahr. Das dürfte das Marktvolumen in Deutschland um etwa ein Prozent erhöhen, so Gorham.

    Der Analyst sieht Philip Morris, Imperial Tobacco und BAT als Gewinner der Entwicklung. Erik Bloomquist von Haitong Securities erwartet gute Gewinne vor allem für BAT und Imperial, da diese stark bei Drehtabak und günstigen Fabrikzigaretten seien.

    Auch der Handel sollte sich daher – sofern die Geschäfte im Einzugsbereich von Flüchtlingsunterkünften liegen – auf die neue Situation einstellen. Zusätzliche Beschilderungen in arabischer Sprache können die neuen Mitbürger auf das Tabakwarenangebot aufmerksam machen. Optimal ist es, wenn Mitarbeiter im Laden zumindest Grundzüge der arabischen Sprache beherrschen und den Flüchtlingen beratend zur Seite stehen können.
    red

    (DTZ 46/15)

  • Verbrechen als Dienstleistung

    DEN HAAG // Der Report [link|https://goo.gl/6lNYdi]„Exploring Tomorrow's Organised Crime“[/link] der europäischen Polizeibehörde Europol prognostiziert eine dramatische Änderung der „kriminellen Landschaft“ in Europa. Die Organisierte Kriminalität ist demnach auf dem Vormarsch.

    Das größte Problem für die Ermittler sind die dezentralen Strukturen. So finden sich Kriminelle etwa via Dark‧net – einem schwer zugänglichen, geheimen Teil des Internet – zusammen und arbeiten in lockerer Kooperation und zeitlich befristet gemeinsam Aufträge ab. Experten wie der Osnabrücker Jura-Professor Arndt Sinn sagen, es würden Straftaten als Dienstleistungen angeboten. Sinn spricht denn auch von „Crime as a Service“, also Verbrechen als Dienstleistung.

    Dabei macht der Europol-Report acht Branchen und Themenbereiche aus, die besonders durch die Organisierte Kriminalität gefährdet sind:
    [bul]Transport und Logistik, insbesondere mit Online-Lösungen
    [bul]Nanotechnologie und Robotik, zum Beispiel mit Hilfe des 3D-Drucks
    [bul]wirtschaftliches Ungleichgewicht in Europa
    [bul]Big Data
    [bul]natürliche Ressourcen wie Gas, Öl, Wasser, Lebensmittel
    [bul]virtuelle Währungen
    [bul]alternde Gesellschaft mit Gesundheitsmarkt und Dienstleistungen
    [bul]Handel mit E-Abfällen

    Schmuggel für Al-Qaida

    Aber auch Zigaretten dürften zunehmend zur Geldbeschaffung Krimineller dienen. Sinn: „Al-Qaida finanziert sich nachweislich durch Zigarettenschmuggel.“ Diese Einschätzung teilt der deutsche Verfassungsschutz. Der Schmuggel mit Tabakprodukten sei besonders lukrativ. Und das „Zentrum zur Erforschung des Terrorismus“ (CAT) in Paris schätzt, dass Terrororganisationen durch den Zigarettenschmuggel bis zu 20 Prozent ihrer jährlichen Einnahmen beziehen. Das Gesamtvolumen dieser Deals beträgt laut dem Institut jährlich etwa 600 Millionen Dollar.
    red

    (DTZ 46/15)