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  • Davidoff gewinnt Marktanteile

    BASEL // Eine stabile Umsatzentwicklung und eine Absatzsteigerung im einstelligen Bereich meldet die Oettinger Davidoff AG für das Jahr 2017. Wie Beat Hauenstein, CEO des Unternehmens, am 19. Juni vor Journalisten im neuen „Maison Davidoff“ in Basel bekanntgab, lag der Umsatz bei 501 Millionen Franken (435 Millionen Euro) und damit 1,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

    Insgesamt hat Oettinger Davidoff im vergangenen Jahr 37,7 Millionen Zigarren produziert. Das waren 3,7 Prozent mehr als 2016. „In einem leicht rückläufigen Markt haben wir Marktanteile gewonnen“, so Hauenstein, der im August 2017 an die Spitze des Familienunternehmens berufen wurde. Das stärkste Wachstum mit einem Plus von 8,5 Prozent verzeichnete die Marke „Davidoff“. Bei der „Avo“ betrug die Steigerung gegenüber dem Vorjahr 7,0 Prozent und bei „Cusano“ 2,6 Prozent. Demgegenüber musste die vor allem in den USA gefragte Marke „Camacho“ ein Minus von 2,4 Prozent hinnehmen.

    Zum guten Abschneiden trugen nicht zuletzt die erfolgreichen Neueinführungen bei. Hauenstein nannte in diesem Zusammenhang zum Beispiel die „Davidoff 702“ mit einem Habano-Deckblatt und die „Winston Churchill Late Hour“, deren Condega-Einlagetabake in ehemaligen Whiskyfässern gelagert werden. Auch die in limitierter Auflage gefertigte „Year of the Dog“-Produkte hätten guten Anklang gefunden, und zwar nicht nur die Zigarren, sondern auch der Humidor und die Accessoires dieser Serie. Als erfolgreiche Innovationen bezeichnete der CEO auch die „Avo Synchro Nicaragua Boxpressed“ sowie die Camacho-Varianten „Liberty“, „Powerband“ und „Check Six“.

    Besonders hob Hauenstein die Davidoff Academy hervor. Dort schule man die Mitarbeiter und Fachhandels-Partner, „um sie noch erfolgreicher zu machen“.

    Im Hinblick auf die Aktivitäten des Unternehmens am Point of Sale ging der Davidoff-Chef näher auf die neuen Walk-in-Humidore an den Flughäfen Charles de Gaulle in Paris, Hongqiao und Pudong in Shanghai sowie in Zürich ein. Im Mai 2018 wurde in New York der „Davidoff of Geneva since 1911“-Brooklyn-Store eingeweiht. Weitere Walk-in-Humidore folgen an den Flughäfen Moskau, Genf und Istanbul.

    Gegenüber DTZ erklärte Hauenstein, dass die Zahl der Davidoff-Depositäre in Deutschland nach der Konzept-Umstellung vor einem Jahr von damals 125 auf nunmehr auf 286 angestiegen ist.

    Für Statistiker hatte Hauenstein einige Marktzahlen parat. So informierte er darüber, dass die US-amerikanische Zigarrenindustrie für ein Umsatzvolumen von rund 21 Milliarden Dollar (18,2 Milliarden Euro) steht. Den Absatz bezifferte er auf 10 Milliarden Zigarren und 13 Milliarden Zigarillos. Der Marktanteil handgerollter Zigarren liege bei 15 Prozent, was einer Menge von 1,5 Milliarden Stück entspreche. Handgemachte Premiumzigarren hätten einen Marktanteil von 5 Prozent, also 500 Millionen Stück. Hier ist Davidoff einer der führenden Anbieter.

    Nach Schätzungen wird es im Jahr 2025 weltweit rund zwei Milliarden Raucher geben. Davon seien vermutlich 110 Millionen Zigarrenraucher; derzeit seien es etwa 80 Millionen.

    Die Marke „Davidoff“ besteht 2018 seit 50 Jahren. Deshalb wird der legendäre Zino Davidoff gefeiert, informierte Eduard Simon, Leiter Global Marketing und Innovation. Die Feierlichkeiten werden von der Lancierung der Davidoff Limited Edition „Diademas Finas“ sowie von hochwertigen Accessoires begleitet. Als weiteres Highlight kündigte Simon für September die zweite Auflage der „Davidoff Chefs Edition“ an. Dazu wurden fünf Spitzenköche in die Dominikanische Republik eingeladen, um mit Davidoff-Master-Blenders neue Mischungen zu kreieren.

    da

    (DTZ 25/18)

  • „Handel und Industrie bekennen sich klar zum Jugendschutz“

    BERLIN // Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) hat eine Aktion in Sachen Jugendschutz wieder aufleben lassen. Eine gute Idee, findet auch DTZ, und sprach darüber mit DZV-Geschäftsführer Jan Mücke.


    Herr Mücke, was müssen sich unsere Leser unter dem Jugendschutzaufkleber vorstellen, was wollen Sie als Verband damit erreichen?

    Jan Mücke: Wir möchten verhindern, dass Kinder und Jugendliche Tabakprodukte oder E-Zigaretten konsumieren. Dieses klare Bekenntnis zum Jugendschutz eint Industrie und Handel. Auch aufgrund unserer gemeinsamen Anstrengungen ist der Anteil minderjähriger Raucher seit der Jahrtausendwende um mehr als zwanzig Prozentpunkte auf zuletzt nur noch 7,4 Prozent zurückgegangen.

    Dabei sind die Verkaufsstellen sicher besonders wichtig.
    Mücke: Genau, gerade der Handel hat mit der konsequenten Durchsetzung des Abgabeverbots von Tabakprodukten und E-Zigaretten an unter 18-Jährige eine Schlüsselrolle eingenommen. Mit der kostenlosen Bereitstellung von insgesamt 480 000 Stoppschild-Aufkleber „Tabakprodukte / E-Zigaretten nur ab 18“ möchte wir als Deutscher Zigarettenverband den Handel bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe unterstützen.

    Der Händler klebt das Signet auf Tür oder Scheibe?
    Mücke: Ja, mit dem Anbringen der Aufkleber signalisiert der Händler seinen Kunden und der Öffentlichkeit, dass in seinem Geschäft der Jugendschutz strikt eingehalten wird.

    Wie bekommt man den Aufkleber, wenn man zum Beispiel mehr als einen braucht?
    Mücke: Sollten Händler mehr als die drei Aufkleber auf einem Bogen benötigen oder vorhandene „Stoppschilder“ ausgeblichen oder beschädigt sein, können sie jederzeit über den DZV kostenlos weitere bestellen. (Bezugsquelle für die Aufkleber im Kasten. Anmerkung der Redaktion)

    Wie finanzieren Sie die Aufkleber?
    Mücke: Die Kosten für Druck und Verteilung der Aufkleberbogen trägt der DZV.


    Wer hat das Projekt entwickelt? Wie lange gibt es den Aufkleber schon?

    Mücke: Die Idee geht auf unser Mitgliedsunternehmen British American Tobacco, BAT, zurück. 2013 hat der DZV das Verteilen der Aufkleber übernommen und in den vergangenen Jahren rund 240 000 Exemplare im Handel verteilt.

    Eine stolze Zahl. Haben Sie den Aufkleber weiterentwickelt?
    Mücke: In diesem Jahr wurde erstmalig bei der Gestaltung der „Stoppschilder“ dem Aufkommen neuartiger Produkte im Markt Rechnung getragen. Es werden immer mehr „Dampfer“-Produkte im Handel verkauft, die ebenfalls nicht an Minderjährige abgegeben werden dürfen. Deswegen war der bisherige Hinweis „Rauchen nur ab 18“ auf den Aufklebern nicht länger zeitgemäß. Im überarbeiteten Design heißt es nun „Tabakprodukte / E-Zigaretten nur ab 18“.

    kh

    (Lesen Sie das vollständige Interview in unserer Printausgabe DTZ 25/18)

  • Heets-Werk liegt auf Eis

    DRESDEN // „Wir haben die Bautätigkeit in Dresden unterbrochen, weil wir die Werkskapazitäten weltweit überprüfen.“ Das teilt Philip Morris Germany mit. Es geht um die geplante Fabrik in Dresden, die ab dem kommenden Jahr Heets, also Tabak-Sticks für den Tabakerhitzer Iqos, herstellen sollte. Das Investitionsvolumen sollte rund 275 Millionen Euro betragen.

    Doch die Arbeiten ruhen, ob und wann weitergearbeitet wird, ist derzeit offen. Auch die angekündigten 500 neuen Jobs wird es – zumindest vorläufig – wohl nicht geben. Immerhin, so macht Philip Morris deutlich, „sind bestehende Arbeitsplätze nicht in Gefahr“.

    In der „Sächsischen Zeitung“ sagt Volkmar Heinrich, Chef der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten in Dresden, der Konzern wolle bis Jahresende entscheiden, ob die neue Fabrik tatsächlich errichtet werde. Heinrich: „Es ist noch nicht beerdigt.“

    Einer der Gründe für den Baustopp ist offenbar die Effizienz anderer Werke, allen voran bei Bologna, Italien. Dort arbeiten mittlerweile rund 1200 Beschäftigte in einer Vorzeige-Fabrik. Andere Betriebe sollen von der Zigaretten- und Feinschnitt-Herstellung zumindest teilweise auf die Heets-Produktion umgestellt werden.

    Iqos und Heets sind das Hauptprodukt von Philip Morris mit Blick auf die vom Unternehmen propagierte „rauchfreie Zukunft“. Nach dem Marktstart vor gut einem Jahr nimmt die Verbreitung von Iqos zu, der Marktanteil liegt bei etwa einem Prozent.

    max

    (DTZ 25/18)

  • Wichtige Auszeichnung

    MÜNCHEN // Ralf Wittenberg, Area Director DACH bei British American Tobacco, wurde am 7. Juni der SignsAward in der Rubrik „Offenheit in der Kommunikation“ für eine Aufklärungskampagne zum Thema Risikoreduzierung verliehen. Der Preis soll herausragende Zeichensetzer aus Wirtschaft, Politik und Kultur ehren.

    In diesem Jahr wurde der renommierte Preis zum achten Mal in insgesamt neun Kategorien vergeben. Neben Ralf Wittenberg wurden unter anderem Julia Klöckner (Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), sowie Thomas Bach (Präsident, Internationales Olympisches Komitee), geehrt.

    Wittenberg: „Ich freue mich ganz besonders über diese Auszeichnung, denn sie würdigt eine Kampagne, mit der wir über eine gesundheitspolitische Chance, die E-Zigaretten potenziell bieten, aufklären.“

    Wissenschaftliche Erkenntnisse, etwa die aktuelle Studie der britischen Regierungsbehörde Public Health England, bekräftigen erneut, dass nach aktuellem Kenntnisstand E-Zigaretten weniger schädlich sind als herkömmliche Tabakzigaretten. Es gebe keine Indizien, dass E-Zigaretten einen Einstieg zum Rauchen bieten, sondern sie könnten im Gegenteil von Bedeutung sein, um Menschen darin zu unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    pi

    (DTZ 24/18)

  • Philip Morris reagiert clever

    BERLIN // Philip Morris hat den Vorschlag des Aktionsbündnisses Nichtrauchen (ABNR) begrüßt, über Schadenreduzierung beim Tabakkonsum (Tobacco Harm Reduction) zu diskutieren.

    Das ABNR hatte die Teilnahme von Philip Morris auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit scharf kritisiert. Philip Morris war erstmalig auf dem Kongress (6. bis 8. Juni) aufgetreten, um die Chancen von Tobacco Harm Reduction für die Krankheitsprävention zu verdeutlichen.

    Das ABNR hatte gegen die Teilnahme von Philip Morris in einem offenen Brief an die Veranstalter protestiert. Die Kritik richtete sich dabei ausdrücklich nicht dagegen, das Konzept der Tobacco Harm Reduction auf einem gesundheitlichen Kongress zu diskutieren, sondern dagegen, dass Philip Morris die Diskussion ausgerichtet hatte.

    „Wir haben Verständnis dafür, dass unsere Präsenz auf einem Kongress der Gesundheitswirtschaft kritisch gesehen wird“, sagt Alexander Nussbaum, wissenschaftlicher Sprecher von Philip Morris in Deutschland. „Wir begrüßen die Initiative des Aktionsbündnisses Nichtrauchen zu mehr Diskussionen. Es ist wichtig, dass die Debatte in der medizinischen Fachwelt in Deutschland möglichst breit geführt wird. Bislang findet dies kaum statt.“

    red

    (DTZ 24/18)

  • Geschäftsführung verändert

    RÖSRATH // Im Rahmen der BTWE-Tagung gab Präsident Rainer von Bötticher einige personelle Veränderungen bekannt. BTWE-Geschäftsführer Willy Fischel geht zum 30. November dieses Jahres in den Ruhestand.

    Sein Nachfolger soll Steffen Kahnt, zurzeit stellvertretender Geschäftsführer beim Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT), werden, der zum Jahresbeginn 2019 als stellvertretender BTWE-Geschäftsführer antritt. Die BTWE-Geschäftsführung besteht dann aus Geschäftsführer Dieter Rangol und Steffen Kahnt.

    red

    (DTZ 24/18)

  • Branche bleibt optimistisch

    RÖSRATH // Unter dem Motto „Von der Wertschätzung zur Wertschöpfung“ stand in diesem Jahr die Tagung des BTWE Branchendialogs. Zahlreiche Teilnehmer aus Industrie, Verbänden und natürlich dem Handel kamen in Rösrath zusammen, um Fachvorträge zu verfolgen und mit anderen Mitgliedern der Branche ins Gespräch zu kommen.

    Nach der Begrüßung durch BTWE-Präsident Rainer von Bötticher referierte Dirk Falke, Justiziar des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV), über den aktuellen Stand der Warenrückverfolgbarkeit im Tabakwarenhandel. Nach einem Überblick über die relevanten Gesetze und Vorschriften sowie die Gründe für das sogenannte „Track & Trace“ – insbesondere den Kampf gegen illegale Produkte – kam Falke zu dem Aspekt, der aktuell alle Marktteilnehmer interessiert: Wann und wie kommt das Verfahren?

    Die schlechte Nachricht vorweg: Am Zeitplan hat sich nichts geändert und es wird nach Einschätzung Falkes auch dabei bleiben. In den nächsten Wochen wird ein Gesetzentwurf vorgelegt, der ab September das Gesetzgebungsverfahren durchläuft. Damit ist der Zeitdruck enorm, denn erst am 6. März 2019 sollen die technischen Spezifikationen und Schnittstellen zur zentralen Datenbank bekanntgegeben werden, danach sind Anpassungen und Probeläufe möglich.

    Aber: Einiges an Informationen ist bereits bekannt und dürfte auch nicht mehr geändert werden. Alle Unternehmen (Wirtschaftsteilnehmer) müssen sich registrieren lassen, auch jede Einrichtung (für den Handel jedes Geschäft, jeder Automat) muss eine eindeutige Registrierungsnummer bekommen. Fest stehe aber auch, so Falke, dass „jeder Warenein- und -ausgang gescannt werden muss“ – allerdings nur bis zum Großhandel oder Distributeur. Der Einzelhandel ist mit seinen Verkaufsstellen ausgenommen. Ausnahme: Ein Händler betreibt ein Zentrallager und agiert somit quasi wiederum als Distributeur.

    Das Ausliefern von Waren ohne Track & Trace-Merkmale wird ab 20. Mai 2019 verboten sein, der Handel erhält eine einjährige Übergangsfrist für den Abverkauf „alter“ Erzeugnisse. Guido Bündgen, Lekkerland-Manager und Vorsitzender im „Track & Trace Arbeitskreis Handel“, verwies auf den nach seiner Einschätzung „äußerst ambitionierten Zeitplan“. Bündgen machte zudem deutlich, dass es beim Registrieren bei der zuständigen Bundesdruckerei eine Erleichterung für den Einzelhändler gibt: Er kann andere Wirtschaftsteilnehmer damit beauftragen. Bündgen kündigte denn auch an, dass sein Unternehmen das ab Anfang 2019 für seine Kunden übernehmen könne.

    Nehmen einer ganzen Reihe bekannter Punkte zeichnen sich allerdings auch viele ungeklärte Fragen ab. Bündgen zählte unter anderem das Behandeln von Retouren, das Ausbuchen gestohlener Erzeugnisse und den Umgang von Paketdiensten mit Tabaksendungen auf. Auch auf die jeweiligen Kreisveterinärämter kommen dabei neue Herausforderungen zu: Sie dürften nämlich mit der Kontrolle beauftragt werden.

    Die Bedeutung der Marke für den Verkauf von Tabakwaren stellten André Sorge, Verkaufsdirektor bei Philip Morris, sowie Andreas Thoma, Chef Handelsmarketing und Vertrieb bei BAT, in den Fokus ihrer Vorträge. Sorge betonte, dass sich der Zigarettenmarkt in einer schwierigen Phase befinde. Zwischen 2000 und 2017 habe der Tabakmarkt insgesamt rund 28 Prozent verloren, bei der Zigarette seien es 45 Prozent gewesen. Sorge: „Das ist dramatisch!“ Der Rückgang sei vor allem eine Folge der „exzessiven und drakonischen Regulierung“.

    Allerdings, machte Sorge ebenfalls deutlich, sei Deutschland in Sachen Konsumentenansprache im europäischen Vergleich eine „Insel der Glückseligen“. Trotzdem müsse die Industrie reagieren, denn klassische Tabakwaren träfen immer weniger den Zeitgeist. Gesünder und fitter wollten die Konsumenten sein, das zeige sich nicht nur bei Tabak (leichte Produkte, additivfrei), sondern auch bei vielen anderen Erzeugnissen, zum Beispiel bei Softdrinks.

    Dieser Trend könne oft nur mit erheblichen Investitionen umgesetzt werden. Für die Entwicklung des Tabakerhitzers Iqos und anderer risikoreduzierter Produkte habe Philip Morris seit 2007 mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) ausgegeben. Das soll sich auszahlen. Sorge sagte, sein Unternehmen strebe an, mit rauchfreien Produkten bis zum Jahr 2025 auf einen Umsatzanteil von etwa 30 Prozent zu kommen – derzeit liege die Rate bei rund vier Prozent. Auch der Handel müsse sich mittelfristig dieser Entwicklung anpassen, denn, so Sorge: „Es gibt keinen Plan B.“ Er forderte den Handel auf, man solle die Zukunft gemeinsam gestalten. Abschließend zeigte er ein kurzes Video, das mit den Worten endete: „Light your last Marlboro!“ („Zünden Sie Ihre letzte Marlboro an!“) Eine intensive Diskussion schloss sich an.

    Andreas Thoma nahm die Teilnehmer der Jahrestagung in eine in weiten Teilen digitale Zukunft mit. Grund: Trotz eines insgesamt rückläufigen Absatzes zeigten sich etablierte Marken bei wachsendem Umsatz stabil. Das funktioniere in heutiger Zeit allerdings nur, wenn die Bedürfnisse der Konsumenten erfüllt würden. Thoma machte das an einigen Zahlen fest. So bewegten wir uns im Durchschnitt pro Tag mittlerweile 4,52 Stunden im Internet, 38 Millionen Bundesbürger nutzten regelmäßig soziale Medien, täglich würden weltweit über 95 Millionen Instagram-Nachrichten gepostet.

    Tatsächlich werde „online“ immer wichtiger – zur Informationsbeschaffung, für die Meinungsbildung, für die Produktsuche. Immerhin: 30 Prozent der Nutzer, die sich im Internet informieren, kaufen letztlich lieber im stationären Einzelhandel.

    Es sei wichtig, dass die Marke dem Konsumenten das Gefühl vermittle, sie spreche ihn individuell an. Außerdem müsse sie Extras bieten und interaktiv „nutzbar“ sein. Als Beispiel einer – gelungenen – Kommunikation führte Thoma die Kampagne #eiskaltdurchgezogen an, mit der Lucky Strike mehr als drei Millionen Nutzer pro Monat erreiche und auf Facebook über 100 000 Likes gesammelt habe.

    Zum Abschluss des ersten Seminartages referierte Peter Dersche, Geschäftsführer der John-Aylesbury-Gruppe, über den Verbund erfolgreicher Einzelhändler, der sich dem Motto „erlesene Qualität“ verschrieben hat. Die Gruppe wurde 1974 von sieben Facheinzelhändlern gegründet und hat aktuell 45 Gesellschafter. Mehr als 50 Anteile, das unterstrich Dersche, würden nicht ausgegeben.

    max

    Lesen Sie den vollständigen Artikel in der Printausgabe DTZ 24/18.

    (DTZ 24/18)

  • „Pfeifen Timm“ sagt Tschüss

    HAMBURG // „Pfeifen Timm“ ist in Hamburg Geschichte. Das letzte Fachgeschäft unter diesem Namen schloss Ende Mai.

    25 Jahre bestand der Tabakwaren-Shop im Elbe-Einkaufszentrum, nun ist Schluss. Eine Nachfolge als Tabak-Spezialgeschäft ist nicht geplant. Der Name „Pfeifen Timm“ stand im Norden für Tabakgeschichte und für attraktive, auf Tabakwaren spezialisierte Fachgeschäfte. Der 2014 verstorbene Gründer Thomas Timm startete in den 1980er-Jahren den Auf- und Ausbau von vier Filialen in exponierten Lagen der Hamburger Innenstadt und führte die Firma zu großer Bekanntheit. Später übernahm das Unternehmen Dan Pipe aus Lauenburg an der Elbe diese Geschäfte.

    Nach Schließungen fast aller Filialen ging das letzte Geschäft des Namens „Pfeifen Timm“ in den Besitz des Zigarrenimporteurs und Tabakproduzenten Kohlhase & Kopp über.

    Der bedeutende Zigarrenimporteur und Tabakproduzent Kohlhase & Kopp betreibt außerdem das Fachgeschäft „Tabacalera Hanseatica“ im renommierten Hamburger Hanseviertel. Die Kundschaft von „Pfeifen Timm“ hat dieses recht noble Tabakwaren-Spezialgeschäft im Zentrum der Hansestadt als Alternative.

    kdp

    (DTZ 23/18)

  • Es liegt was in der Luft

    RELLINGEN // Nein, man bildet es sich nicht ein: Schon vor der Tür der Firma Kohlhase & Kopp riecht es höchst aromatisch. Und zwar nach Pfeifentabak. Man erschnuppert zwar keine bestimmte Mischung, aber das natürliche, süße Odeur von frischem Tabak steigt einem in die Nase. Und tritt man erst mal ein, wird es immer stärker.

    Tabak ist vor allem eins: ein Naturprodukt. Und als solches stellt es an die, die damit umgehen, höchste Herausforderungen. Dies sind bei Kohlhase & Kopp neben den Lagermeistern Alfons Bonus und Peter Wohlentin als „Herren über die Tabakproduktion“ der Mischmeister Thomas Nitsche. Und der weiß: „Es gibt allein 110 Qualitätsstufen bei Virginia-Tabaken.“ Nitsche arbeitet eng in Abstimmung mit Bonus und Wohlentin. Und er hat ein feines Näschen, das sich auch durch den vor Ort permanent in der Luft hängenden Tabakduft hindurchschnüffelt und akribisch darauf achtet, dass jede Mischung, die das Haus verlässt, den hohen Ansprüchen des Hauses Kohlhase & Kopp entspricht.

    Zuerst ist festzustellen, dass alles, was hier passiert, zum größten Teil per Hand geschieht – und zwar von der Arbeit des Mischmeisters bis zu den Damen, die den Tabak abwiegen, in die Dosen füllen und diese dann mit den Etiketten bekleben. Da wundert es einen fast, im Nebengebäude keinen Schmied zu hören, der die Metalldosen noch von Hand zusammendengelt oder einem Kunstmaler beim Tuschen der Aufkleber über die Schulter zu sehen.

    Das vollständige DTZ-Spezial „Pfeifentabak“ lesen Sie in der DTZ-Printausgabe 23/18.

    jgw

    (DTZ 23/18)

  • Posh verliert erste Runde

    HAMBURG // Im Prozess zwischen Innocigs und Posh Global – es geht um die Registrierung von E-Zigaretten und Liquids – hat das Landgericht Hamburg nun ein Urteil gesprochen. Dabei bekam Innocigs in allen Punkten recht.

    Posh-Global-Geschäftsführerin Antje Hersch sagt dazu: „Die Entscheidung des Landgerichts Hamburg zur Registrierungspflicht für E-Zigaretten und Liquids haben wir zur Kenntnis genommen. Grundsätzlich waren wir auch für diesen Urteilsausgang vorbereitet und haben bereits Maßnahmen eingeleitet, um unsere Kunden kurzfristig weiterhin mit der gewohnten Sortimentsvielfalt beliefern zu können.“ Hersch kündigte an, in Berufung zu gehen.

    Innocigs-Geschäftsführer Dennis Dahlmann: „Posh Global ist Ihren Verpflichtungen als Importeur von E-Zigaretten nicht nachgekommen und hat sich dadurch einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschafft. Die Registrierung von E-Zigaretten ist nicht nur aufwendig und kostenintensiv, sondern muss auch sechs Monate vor dem Verkaufsstart erfolgen. Dadurch hat Posh Global zudem Händler in Gefahr gebracht hat, die abgemahnt werden können oder eine Ordnungswidrigkeit gemäß Paragraph 35 Absatz 2 Nummer 11 Tabakerzeugnisgesetz begehen, die mit bis zu 5000 Euro bestraft werden kann.“


    max

    (DTZ 23/18)