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  • Vorsicht Abzocke!

    DORTMUND (DTZ/da). Raffinierte Abzocker wollen Ausstellern der Inter-tabac übers Ohr hauen. Wie bereits in früheren Jahren versenden sie Schreiben an Aussteller und fordern sie dazu auf, ein beiliegendes Formular auszufüllen.

    Durch den Briefkopf des Schreibens wird der Eindruck erweckt, die Dortmunder Messegesellschaft sei der Absender. Lediglich am Fuß des Schreibens taucht die Adresse eines „Expo-Guide“ mit Sitz in Mexiko auf.

    Wer den beigefügten Fragebogen ausfüllt, unterzeichnet und im beigefügten Freiumschlag zurückschickt, kann eine böse Überraschung erleben. Denn für eine Veröffentlichung im internet-basierten „Expo-Guide“ sollen stolze 1 271 Euro im Jahr berappt werden; die Vertragslaufzeit beträgt drei Jahre.

    Inter-tabac-Aussteller, die derartige Post erhalten, sollten sie direkt entsorgen.

    (DTZ 03/14)

  • Die Ermuri rückt ihre Genusskonzepte noch stärker in den Fokus

    DETMOLD (DTZ/da). „Das Jahr 2014 wird im Zeichen unserer Genusskonzepte und Eigenmarken stehen. Hier planen wir einige Neuheiten“, erklärt Cay Uwe Vinke, Vorstandsvorsitzender der Ermuri, im DTZ-Interview.

    Die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 bezeichnet er als positiv. Zuversichtlich äußert sich Vinke auch über die neue Kooperation mit der Großhandelsgruppe Tabacos. Hierdurch könne auch die Wettbewerbsfähigkeit der Ermuri-Mitglieder gestärkt werden.

    DTZ: Wie war die Geschäftsentwicklung und die Mitgliederentwicklung der Ermuri im Geschäftsjahr 2012/13 (Ende September)?

    Cay Uwe Vinke: In dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 hat sich die Ermuri weiter positiv entwickelt, der Umsatz im Lagergeschäft ist sogar zweistellig, natürlich mit unterschiedlichen Tendenzen in den einzelnen Segmenten. Diese Entwicklung ist erfreulich, insbesondere vor dem Hintergrund bundesweit sinkender Absatzstellen, was auch an der Ermuri nicht spurlos vorbeigegangen ist. Aktuell beliefert die Ermuri 1 200 Kunden, davon 916 Mitglieder mit 199 Filialen.

    Die ausgeschiedene Anzahl an Mitgliedern konnte nicht durch eine adäquate Anzahl an Neumitgliedern kompensiert werden. Der Hintergrund für diese Situation ist, dass viele Mitglieder aufgrund der zurückgehenden Margen keinen Nachfolger für ihre Standorte finden. Jedoch zeichnet sich die Tendenz ab, dass Mitglieder, die sich auf Genuss-Konzepte spezialisiert haben, hiervon weniger betroffen sind.

    DTZ: Welche Pläne haben Sie für das Jahr 2014?
    Cay Uwe Vinke: Das Jahr 2014 wird im Zeichen unserer Genusskonzepte und Eigenmarken stehen. Hier planen wir einige Neuheiten, die viele sicherlich überraschen werden.

    Für unsere Mitglieder entwickeln wir zurzeit einen neuen Bestellshop, eingebettet in ein Portal.

    DTZ: Nach einem Jahr Pause war die Ermuri 2013 wieder mit einem eigenen Messestand auf der Inter-tabac in Dortmund vertreten, allerdings nicht am angestammten Platz, sondern in der seit 2012 neu zur Inter-tabac dazu gekommenen Messehalle 6. Waren Sie mit Ihrem neuen Standort zufrieden?

    Cay Uwe Vinke: In 2012 haben wir eine erfolgreiche „Messe on the road“ durchgeführt. Die Mitglieder hatten diese seinerzeit sehr positiv aufgenommen, da wir mit dieser Art der Messe alle Mitglieder erreichten.

    Für 2013 wünschten sich jedoch viele Mitglieder auch wieder den persönlichen Kontakt auf der Messe. Die einzige Möglichkeit für einen Messestand wurde uns jedoch nur in Halle 6 angeboten, die aufgrund des Standmixes allerdings nicht auf Priorität 1 der Besuchsliste der Einzelhändler steht.

    DTZ: Neben dem neuen Standort präsentierte sich die Ermuri auf der Inter-tabac auch mit einem neuen Konzept. Dabei wurde die Ware nicht zum Anfassen ausgestellt, sondern online gezeigt. Wie kam dieses Konzept bei den Ermurianern an?

    Cay Uwe Vinke: Die Hintergründe dafür, uns nicht mit dem aus den vergangenen Jahren bekannten Messestand mit seiner aufwändigen Sortimentsdarstellung zu präsentieren, waren Beobachtungen aus der geringen Frequenz von Halle 6 in 2012 sowie die Ungewissheit über das eventuelle Rauchverbot. Hinzu kamen unsere positiven Erfahrungen beim Verkauf über Tablet-PC’s bei den Außendienstbesuchen. Die Reaktion der Mitglieder war geteilt. Mitglieder, für die der Computer zum Alltag zählt, empfanden es als angenehm, in Ruhe am Bildschirm über das Sortiment informiert zu werden. Erinnern wir uns an den alten Messestand, so war es schon schwierig, im Gedränge die richtigen Artikel auszuwählen. War ein Sortimentsbereich von einem anderen Kunden besetzt, musste man einen weiteren Anlauf nehmen.

    Es gibt aber auch eine Reihe von Mitgliedern, die die Produkte per Hand und Augenschein begutachten möchten. In der Bewertung, welche Artikel ausgestellt werden sollen, gehen die Meinungen allerdings auseinander.

    Der Trend, Produkte über den Bildschirm, wie bei Amazon oder Ebay einzukaufen, hat aber auch in unserer Branche Fuß gefasst.

    DTZ: Zum 1. Januar 2014 ist die Ermuri eine Allianz mit der Tabacos Verbundgruppe eingegangen. Was versprechen Sie sich von dieser Kooperation?

    Cay Uwe Vinke: Das kooperative Arbeiten ist seit Bestehen der Ermuri der prägende Gedanke. Wir betreten also durch den kooperativen Ansatz mit der Tabacos kein Neuland. Auch die allgemeine Marktentwicklung selbst unterstreicht die Sinnhaftigkeit dieser Zusammenarbeit. Wir bewegen uns ja in einem Wettbewerbsumfeld, in dem das Absatzvolumen in steigendem Maße entscheidendes Gewicht erhält. Insofern ist dieser Weg auch ein Schritt, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitglieder zu stärken. Ermuri und Tabacos partizipieren gegenseitig von dieser Kooperation, zumal die Ermuri ja nicht nur ihr Absatzvolumen bei der Tabacos einbringt, sondern sich den Tabacos-Gesellschaftern auch als Bezugsquelle für RBA-Artikel etc. empfiehlt. Es entsteht also für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation.

    (DTZ 03/14)

  • Politik, Praxis und Profit

    BONN (DTZ/red/da). Als Antwort auf die um sich greifende Verbotspolitik empfiehlt Willy Fischel einen „Schulterschluss der Tabakfamilie“. Gegenüber DTZ macht der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) deutlich, wie stark gerade auch der Tabakwareneinzelhandel etwa von der EU-Tabakproduktrichtlinie betroffen ist.

    Über die TPD hinaus äußert er sich zu weiteren wichtigen Themen für den Tabakwarenhandel.

    „Als Sonderfaktor bestimmt in der Tabakbranche immer stärker die politische Großwetterlage das Geschehen“, sagt Fischel und fügt hinzu: „Was ist zu tun? Wer sich nicht durch eine überzogene Verbotspolitik wegregulieren lassen will, muss sich für den legalen Verkauf legaler Produkte einsetzen. Mit dem Schulterschluss der Tabakfamilie aus Handel und Industrie gelingt es, sich in Brüssel und Berlin Gehör zu verschaffen.“

    Im Fokus der politischen Initiativen und Aktivitäten der gesamten Tabakfamilie stehen die drohenden Auswirkungen der Tabakprodukt-Richtlinie (TPD). Der BTWE habe sich in vielen Pressekonferenzen, Einzelgesprächen mit Politkern und konzertierten Aktionen von Handel und Industrie gegen die Überregulierung aus Brüssel eingesetzt. „Ein Prozess, der – auch nach den aktuellen TPD-Verhandlungen – weitergehen wird und muss“, so Fischel.

    Zu Bedeutung und Perspektiven des Tabakwareneinzelhandels erklärt der BTWE-Geschäftsführer: „Grundsätzlich bleibt der Erhalt des tabakführenden Einzelhandels mit Presse-, Lotto und Zusatzsortimenten Nahversorger für den Verbraucher unverzichtbar. Voraussetzung dafür sind wirtschaftliche Perspektiven. Wertschöpfung hat aber auch im Tabakwaren-Facheinzelhandel nichts mehr mit Regalromantik zu tun. Die Leitplanken der Unternehmensstrategien heißen Flächenproduktivität und betriebswirtschaftliche Deckungsbeiträge.“

    Neben ausgewogenen politischen Rahmenbedingungen seien in Handel und Industrie gute Ideen und Konzepte gefragt, um den Konsumenten zu überzeugen und sich erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten. Fischel: „Standardisierungen von Packungen, Packungsinhalten und Geschmacksrichtungen verhindern Innovationen und dünnen in unverhältnismäßiger Weise das breite und vielfältige Sortiment des Fachhandels aus. Das kostet Umsatz und Ertrag. Das bedroht rund 25 000 Arbeitsplätze in den rund 8 000 im BTWE organisierten Fachgeschäften.“

    Auch die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für den tabakführenden Handel von existenzieller Bedeutung. Das fünfstufige Tabaksteuermodell habe sich bisher als Erfolgsmodell erwiesen. Der Konsument habe die Tabaksteuerschritte akzeptiert, der Absatz sei relativ stabil geblieben und Marktverwerfungen wie bei früheren überzogenen Steuerschritten seien ausgeblieben. Auch wenn in der ersten Hälfe des Jahres 2013 der Absatz von Tabakwaren zurückgegangen ist, sieht der BTWE, insbesondere bei einer weiterhin verantwortungsvollen Umsetzung der Steuerschritte durch die Industrie, Planungssicherheit für den Tabakwaren-Fachhandel.

    (DTZ 03/14)

  • New York verbietet e-Zigaretten

    NEW YORK CITY (DTZ/red). Die Stadtverwaltung von New York City verbietet den Konsum von elektronischen Zigaretten in Restaurants, Bürogebäuden und öffentlichen Orten.

    Damit wird das bisherige Rauchverbot künftig auch auf die e-Zigarette ausgeweitet. Die Verordnung für die elektronische Variante tritt Medienberichten zufolge in vier Monaten in Kraft.

    (DTZ 02/14)

  • Französischer Zigarettenabsatz um 7,5 Prozent rückläufig

    PARIS (DTZ/red/kes). Der Zigarettenabsatz ist in Frankreich rückläufig. 2013 wurden 47,5 Milliarden Zigaretten verkauft und damit 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr (51,45 Mrd. Stück).

    Die französischen Fachhändler, die Buralistes, sehen in den steigenden Steuern eine der Hauptursache für die Kaufzurückhaltung, berichtet die französische Finanzzeitung „Les Echos“. Die Preise für ein Päckchen Zigaretten sind seit Jahresbeginn erneut um 20 Cent gestiegen und liegen jetzt zwischen 6,50 und sieben Euro.
    Demgegenüber werde sich das Konsumverhalten jedoch kaum ändern, vermutet der Vorsitzende des Handelsverbandes, Pascal Montredon. Die Raucher würden sich nur verstärkt mit Schmuggelware versorgen.

    (DTZ 02/14)

  • Pöschl Tobacco mit neuem Rekordumsatz

    GEISENHAUSEN (DTZ/red). Die Pöschl Tobacco Group mit Firmenzentrale in Geisenhausen bei Landshut erzielte 2013 auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von rund 465 Millionen Euro.

    „Das ist neuer Rekord“, so Patrick Engels, geschäftsführender Gesellschafter des 1902 gegründeten Familienunternehmens.

    (DTZ 02/14)

  • Fast jeder dritte Erwachsene ist ein Raucher

    BONN (DTZ/pnf). Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist Raucher.

    Laut aktuellen Daten des Gesundheitsmonitors vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) greifen 22 Prozent, also mehr als ein Fünftel aller Befragten regelmäßig zur Zigarette, acht Prozent rauchen gelegentlich.

    (DTZ 02/14)

  • Private Zigarettenimporte aus Polen

    BERLIN (DTZ/da). Privatpersonen dürfen weiterhin 800 Zigaretten aus Polen nach Deutschland mitbringen. Noch Anfang Dezember hatte das Bundesfinanzministerium per Erlass angekündigt, die Freimengen aus Polen sowie aus Bulgarien, Lettland, Litauen, Rumänien und Ungarn auf 300 Stück zu begrenzen.

    Für Polen wurde die Beschränkung aufgehoben, weil das Land die von der EU festgesetzte Mindest-Tabaksteuer ab Januar 2014 erreicht.

    Die Jedermann-Einfuhren aus Osteuropa werden auch im neuen Jahr zu der anhaltend großen Zahl nicht in Deutschland versteuerter Ware beitragen. Der Einkauf von Zigaretten in Polen (im Bild) wird zum Leidwesen von Fachhandel, Industrie und Fiskus weiterhin beliebt bleiben, denn der Preisabstand gegenüber Zigaretten aus Deutschland ist nach wie vor enorm.

    (DTZ 02/14)

  • TPD hat 2014 noch keine Auswirkungen auf den Markt

    BONN (DTZ/red). „Auch wenn das Jahr 2013 von eher negativen Absatzentwicklungen und unerfreulichen Ereignissen rund um die EU-Tabakproduktrichtlinie geprägt waren, schauen der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) und seine Mitglieder vorsichtig optimistisch in das Jahr 2014“, sagt Bodo Mehrlein.

    Der BdZ-Geschäftsführer wagt einen Ausblick auf das, was auf die Branche im neuen Jahr zukommen kann.

    Die Tätigkeiten des BdZ waren in zurückliegenden Jahren und besonders im Jahr 2013 durch das Gesetzgebungsverfahren rund um die EU-Tabakproduktrichtlinie geprägt. Welche Auswirkungen dieser Gesetzestext auf die Branche der Zigarrenindustrie und auch auf das zukünftige Angebot für die Konsumenten haben wird, kann erst bewertet werden, wenn der endgültige Text der Richtlinie und auch deren nationale Umsetzung in deutsches Recht vorliegen. „Aufgrund der Umsetzungs- und Übergangsfristen wird die Tabakproduktrichtlinie im Jahr 2014 noch keinen Einfluss auf den Tabakmarkt haben“, ist Mehrlein überzeugt. Für die weitere Zukunft sei allerdings sicher, dass diese Richtlinie einen großen Einfluss auf die mittelständischen Unternehmen der Zigarrenindustrie haben werde, da diese durch die hohen finanziellen Belastungen aus den Regelungen rund um die Rückverfolgbarkeit der Produkte und für die Analyse der Inhaltsstoffe und Emissionen überproportional belastet würden.

    Im Hinblick auf die Nachfrage nach Zigarren und Zigarillos erklärt Mehrlein: „Nachdem das Jahr 2013 für Großteile der Tabakbranche, aber auch für die Zigarrenindustrie ein eher schlechtes Absatzjahr war, gehen wir für das Jahr 2014 von einer stabilen Entwicklung aus. Das Jahr 2013 war durch eine längere Grippewelle, schlechtes Wetter im Frühling und das neue, absolute Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen geprägt. Es ist unsere Erfahrung, dass Rauchverbote in der Gastronomie meist zu negativen Absatzentwicklungen bei Zigarren führen, da der Genießer von Zigarren diese nicht, mal eben vor der Türe’ raucht.“

    Wie der BdZ-Geschäftsführer weiter ausführt, müssen die Ziele des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie für das Kalenderjahr 2014 nicht neu formuliert werden. Mehrlein: „Wir sehen unsere Aufgabe darin, die besondere Position des Nischen- und Genussproduktes Zigarre im Dialog mit der Öffentlichkeit zu erklären. Bei Zigarren und Zigarillos handelt es sich um Produkte die von älteren meist männlichen Konsumenten gelegentlich oder nur zu besonderen Anlässen genossen werden. Dieses Argument, welches sich auch statistisch belegen lässt, wurde auch zuletzt von der EU-Kommission bei der Erstellung der Tabakproduktrichtlinie so gesehen.“

    Abschließend erklärt der BdZ-Geschäftsführer: „Natürlich ist es uns nicht möglich, die exakte Entwicklung für das Kalenderjahr 2014 vorherzusagen, aber wir sind davon überzeugt, dass es immer einen Kreis von Konsumenten geben wird, für den der Moment der Ruhe und des Genusses auch von einer Zigarre oder von einem Zigarillo begleitet wird.“

    (DTZ 02/14)

  • Vor allem an den e-Zigaretten scheiden sich die EU-Geister

    MAINZ (DTZ/fok/kes). Am Dienstag dieser Woche fand die fünfte Verhandlungsrunde zur Änderung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD) statt, die im Rahmen des Trilogs eine Einigung zwischen den Auffassungen von EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Ministerrat der Mitgliedsländer herbeiführen sollte.

    Ein Indiz, dass noch nicht alle strittigen Punkte endgültig geklärt sein dürften ist die Tatsache, dass die zunächst angesetzte Pressekonferenz nicht stattfand. In der Verhandlung ging es vor allem um Fragen der Standardisierung der Verpackung.

    Größter Knackpunkt bleibt unverändert Artikel 18, der die Regulierung der e-Zigaretten beabsichtigt. Während der Ministerrat hierfür eine liberalere Verkaufslösung plädiert, die gleichwohl auch fiskalische und Kontrollaspekte im Auge behält, setzen sich das EU-Parlament und die Kommission verstärkt für eine Einordnung als Medizinprodukt beziehungsweise Arzneimittel ein. Aktuell soll die Ratsarbeitsgruppe Gesundheit sich mit dieser Frage noch einmal beschäftigen und nach Kompromissen suchen.
    Unklarheit besteht bei einigen der geplanten Vorschriften vor allem hinsichtlich ihrer Auslegung. So wurde beispielsweise in Artikel 14 die Zurückverfolgbarkeit der Ware zur Verhinderung von Schmuggel festgelegt. Die Übergangsfristen zur Umsetzung wurden erweitert vor allem bei der Zigarre wird dieser Übergangsfrist noch etwas ausgedehnt. Nach derzeitiger Lesart muss der Einzelhandel selbst die Warenströme nicht erfassen, während die Hersteller und der Großhandel dies aber dokumentieren sollen. Unklar ist hier, wie das in der Praxis konkret aussehen soll, denn bestimmte Paletten und Großgebinde kann der Hersteller möglicherweise dem Abnehmer im Großhandel noch zuordnen, ob dies aber mit der einzelnen Stange oder gar Packung möglich ist, dass ist doch ganz stark zu bezweifeln. Auch sind die Möglichkeiten die Großkonzerne in der Erfassung haben, nicht mit den praktischen Voraussetzungen kleiner Hersteller zu vergleichen.

    Nach wie vor gibt es Unbehagen im Kreis der Abgeordneten, dass dieses Ziel des Gesundheitsschutzes durch alle Details dieser Richtlinie gewährleistet ist. Wie Holger Krahmer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament: „Ich bezweifle, dass weniger Menschen krank werden, wenn die EU vorschreibt, dass eine Zigarettenpackung mindestens 20 Zigaretten und eine Packung Tabak zum Selbstdrehen mindestens 30 Gramm enthalten muss. Mögliche Verpackungen schließen dabei auch explizit Boxen mit abgerundeten Kanten aus. Solche detaillierten Regeln in einem Gesetztext sind ein Stück aus dem dirigistischen Tollhaus.“ Darüber hinaus stellt sich ihm auch die Frage, ob „der Gewinn für den Gesundheitschutz durch eine Vergrößerung der Fläche für die sogenannten Schockbilder von 50 auf 65 Prozent“ der Verpackungsfläche sinnvoll belegbar ist.

    Kritik an der Regulierungswut der EU regt sich auch bei den e-Zigaretten-Konsumenten. Auf Twitter formiert sich der Widerstand unter dem Hashtag #EUecigBAN. Hier wurde eine Petition eingerichtet, in der es darum geht, die „ecigs“ zu retten, berichtet das „Handelsblatt“. Bisher haben fast 27.000 Menschen dafür gestimmt.

    (DTZ 52/13)