Autor: admin

  • Steuern: Verzerrt

    WIESBADEN // Das Tabaksteueraufkommen ist im Mai im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen.

    Das Minus lag insgesamt bei fast 5,7 Prozent. Absolut lagen die Einnahmen des Fiskus bei knapp 1,144 Milliarden Euro. Bei den Zigaretten sank das Aufkommen um 3,3 Prozent, beim Feinschnitt waren es sogar 20,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich resultiert unterm Strich ein Tabaksteuerrückgang um 32,2 Prozent – allerdings deutlich verzerrt durch die Effekte der TPD2-Umsetzung. Das sieht man auch am Netto-Steuerzeichenbezug: Er kletterte im Mai um 46,7 Prozent.

    max

    (DTZ 23/17)

  • Zigarre nichts für jeden Tag

    BERLIN // Die EU-Kommission hat das „Eurobarometer 2017“ über das Rauchverhalten innerhalb der Europäischen Union veröffentlicht. Darin werden auf über 205 Seiten Präferenzen und Gewohnheiten der EU-Bürger im Tabakmarkt und somit auch der Markt für Zigarren und Zigarillos analysiert. Hierbei zeigt sich eindeutig: Zigarren und Zigarillos sind reine Nischenprodukte.

    Das Eurobarometer stellt erstens fest, dass höchstens ein Prozent Konsumenten täglich Zigarren oder Zigarillos raucht. Vielmehr würden „diese Tabakprodukte eher gelegentlich geraucht“, wobei der Anteil gegenüber dem letzten Eurobarometer von 2014 weiter rückläufig ist. Die Mehrheit der Konsumenten von Zigarren und Zigarillos raucht weniger als einmal im Monat. Zweitens würden Zigarren und Zigarillos nur von einer Minderheit geraucht. In diesem Zusammenhang wird auch in den Statistiken festgestellt, dass Zigarren und Zigarillos kein Einstiegsprodukt für Erstkonsumenten von Tabakprodukten ist – hier liegt der Anteil auch nur bei einem Prozent.

    Auch wenn man beim Genuss einer Zigarre nicht an Statistiken und deren Zahlenwerk denken möchte, bewertet der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) die Aussagen dieser offiziellen Statistik als vollumfänglich zutreffend.

    Laut BdZ-Geschäftsführer Bodo Mehrlein ist man von diesen Bewertungen des Eurobarometers nicht überrascht: „Das Eurobarometer bestätigt unsere seit langem vertretenen Aussagen gegenüber Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung. Dem Zigarrenkonsum kommt in punkto Altersstruktur und Konsumverhalten eine Sonderrolle zu.“ Neben der Tatsache, dass Zigarren und Zigarillos von mittelständischen Familienunternehmen in einem lohnintensiven Herstellungsprozess gefertigt werden, sollte auch der Aspekt des Konsumverhaltens ein zentrales Argument dafür sein, Zigarren und Zigarillos im Rahmen von Regulierungsmaßnahmen eine Sonderrolle einzuräumen.

    „Das Problem des Jugendschutzes wird bei allen Gesetzesvorhaben zur Regulierung von Tabakprodukten immer betont“, so Peter Wörmann, Vorsitzender des BdZ und selbst Zigarrenhersteller. „In dem Punkt zeigen diese und andere Statistiken eindeutig, dass bei Zigarren und Zigarillos kein Jugendschutzproblem vorliegt. Unsere Produkte werden meist von Männern gehobenen Alters und auch nur gelegentlich geraucht. Dies sollte bitte bei weiteren Gesetzesvorhaben dringend berücksichtigt werden.“

    vi

    (DTZ 23/17)

  • Valora will auf E-Zigarette setzen

    HAMBURG // Unter dem Motto „Kunden begeistern“ tagten kürzlich zunächst die Franchisepartner sowie Filialleiter aus dem Bereich Kiosk und anschließend die Teilnehmer der Formate P&B und Convenience in Sonthofen (Allgäu). Bekannte Redner, Vorträge und eine Hausmesse lieferten wichtige Impulse für einen lebhaften Erfahrungsaustausch.

    Moderne Shops und ein vielfältiges, zukunftsweisendes Sortiment: Die Formate von Valora seien optimal auf die Wünsche der Kunden im Alltag abgestimmt, teilt das Unternehmen mit. Bei der Jahrestagung diskutierten rund 700 Teilnehmer Erfolgskonzepte, Trends und gute Ideen aus den Geschäften.

    Innerhalb der drei Business-Units wurden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Im Bereich Kiosk lag dieser auf dem Thema E-Smoke und dem klaren Ziel von Valora, mit einem attraktiven Angebot und einer herausragenden Präsentation die Marktführerschaft in Deutschland einzunehmen. In der Business Unit Convenience lag der Fokus auf dem Anspruch, mit Frische zu überzeugen, und im Bereich P & B stand die Fokussierung auf die Kunden im Mittelpunkt. „Wir möchten ihnen das kleine Glück unterwegs bescheren und sie jeden Tag aufs Neue begeistern“, so Valora-Chef Peter Obeldobel.

    Außerdem, so Obeldobel, sei die Kompetenz der Mitarbeiter wichtig: „Wer am Point of Sale im Gespräch mit Fachwissen überzeugt, kann Kunden binden.“

    pi

    (DTZ 23/17)

  • Noch kein Werbeverbot

    BERLIN // Das Verbot von Tabakwerbung im Außenbereich ist vom Tisch – zumindest vorerst. Das haben Unionspolitiker auf der Jahrestagung des Markenverbandes bestätigt.

    Demnach wird das Gesetz in dieser Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet. Das schreibt die „Lebensmittel Zeitung“. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte bislang darauf gedrungen, den Entwurf möglichst rasch durchs Gesetzgebungsverfahren zu bringen. Damit sollte die Situation in Deutschland an die in anderen Ländern der Europäischen Union angeglichen werden. Dem Entwurf zufolge soll von 2020 an die Werbung auf Plakaten und Litfaßsäulen verboten werden – auch für E-Zigaretten.

    CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte, es sei „gut, dass das Verbot nicht kommt“. Auch sein CDU-Amtskollege Peter Tauber machte deutlich, dass es keine neuen Werbeverbote geben solle. Dies habe seine Partei beschlossen.

    Ganz ähnlich äußerte sich Christian Flisek, der für die SPD im Bundestag sitzt. Er sagte, seiner Meinung nach dürfe es keine weiteren Verbote geben. Aber: Am 25. Juni kommen die SPD-Mitglieder in Dortmund zu ihrem Wahl-Parteitag zusammen; dort könne die Position sich im Rahmen des kommenden Regierungsprogramms ändern.

    Michael Kellner von den Grünen sieht dagegen Handlungsbedarf: „Ich bin für ein Verbot von Tabakwerbung im öffentlichen Raum“, führte er aus. Der Politische Geschäftsführer der Partei kritisierte, dass Deutschland in diesem Punkt nun zusammen mit Bulgarien Schlusslicht in der EU sei.

    Pragmatisch zeigte sich dagegen Nicola Beer, Generalsekretärin der FDP: „Was konsumiert werden darf, sollte auch beworben werden dürfen.“

    red

    (DTZ 23/17)

  • Ostermeier expandiert weiter

    OTTOBRUNN // Cigaretten Ostermeier hat zum 31. Mai die Firma HIT aus Oberndorf am Lech übernommen. Damit setzt der Großhändler aus Ottobrunn seine erfolgreiche Geschäftsstrategie fort und investiert durch Firmenzukäufe in eine starke Marktpräsenz.

    Der HIT-Umsatz beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro pro Jahr. Die 500 HIT-Zigarettenautomaten werden künftig von der Ostermeier-Niederlassung in Gersthofen (Kreis Augsburg) beliefert und gewartet.

    Von dort werden auch Kunden und Automaten betreut sowie die Arbeitsplätze der langjährigen Mitarbeiter integriert. Im vergangenen Jahr hat Ostermeier die Firmen Sperber & Groß, Kolbermoor, mit 200 Automaten, Liebl, Straubing, mit 400 Automaten und Wiendl, Bogen, mit 400 Automaten übernommen, zudem 2017 die Firma Selmer aus Landshut mit 30 Automaten.

    Ostermeier erzielte 2016 einen Gesamtumsatz in Höhe von 210 Millionen Euro und betreibt inklusive der Übernahmen 15.400 Automaten und beliefert rund 1400 Einzelhandelskunden in Bayern. „Als größter Automatenaufsteller Großhändler in Bayern sieht sich Cigaretten Ostermeier für die Zukunft weiterhin sehr gut aufgestellt“, informiert das Unternehmen.

    pi

    (DTZ 22/17)

  • Neue Studie über Dampfer

    HALL / Tirol // Warum dampfen die Nutzer von E-Zigaretten? 75,2 Prozent der Teilnehmer an einer Umfrage (Auftraggeber: das österreichische Unternehmen von Erl) gaben an, es sei „gesünder als Rauchen“, 65,8 Prozent sagten, sie wollten sich das Rauchen abgewöhnen.

    Diese und viele andere Ergebnisse finden Interessierte [link|http://www.vaping-survey.com]hier[/link].

    pi

    (DTZ 22/17)

  • BDTA-Jahrestagung in Dresden

    DRESDEN // Das Thema Tabakerzeugnisverordnung nahm auf der Jahrestagung des Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) erwartungsgemäß den größten Raum ein. Aber es gab noch weitere wichtige Themen.

    Michael Reisen, Erster Vorsitzender des BDTA, informierte die 120 Veranstaltungsteilnehmer über die regulatorischen Rahmenbedingungen und bezog sich auch auf den aktuellen Bundesratsbeschluss zu den Produktkarten, den Reisen neben rechtlichen Bedenken für nicht sachgerecht hält.

    Weitere Themen der Unternehmertagung waren die Auswirkungen des Absatzeinbruches vom vergangenen Jahr, die Preisentwicklung bei Zigaretten und in diesem Zusammenhang die von den Herstellern individuell erhöhten Preise sowie die Kennzeichnung von Packungen, Stangen und Kartons.

    Abgerundet wurde die BDTA-Fachtagung durch einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion mit führenden Persönlichkeiten aus der Zigarettenindustrie. Abschließend wählten die Mitglieder ihren Vorstand.

    Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Printausgabe DTZ 22/17.

    schu

  • Chancen für den Fachhandel

    RÖSRATH // Der Präsident des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE), Rainer von Bötticher, sieht in E-Zigaretten Chancen für den Fachhandel, sich mit seiner Beratungskompetenz zu profilieren.

    An dieser margenstarken Sortimentserweiterung komme der Fachhandel – wenn auch standortverschieden – nicht vorbei, erklärte er am 29. Mai auf dem BTWE-Branchendialog in Rösrath.

    Bei der zweiten Innovation, den Heat-not-burn-Produkten, sei der Aufklärungsbedarf noch ein Stück größer. Nun komme es darauf an, im Fachhandel erfolgreiche Überzeugungsarbeit zu leisten, damit dieser ein „derart beratungsintensives Produkt mit ausbaufähigen und damit korrekturbedürftigen Margen mit Überzeugung dauerhaft in sein Sortiment aufnimmt“. Ausführlich ging von Bötticher auf die TPD 2 ein.

    Den ausführlichen Bericht lesen Sie auf Seite 4 in der Printausgabe 22/17.

    da

  • Die Zukunft des Tabakhandels liegt im „E-Business“

    RÖSRATH // Die Zukunft im Blick: Beim BTWE-Branchendialog traten am ersten Tag Experten aus den Bereichen E-Zigarette und „Heat not burn“ vor die versammelten Fachhändler. Thema des Nachmittags: „Wie sich die Branche neu erfindet.“

    Dac Sprengel, Vorsitzender des Verbands des E-Zigarettenhandels (VdeH), wies darauf hin, dass der Umsatz mit E-Zigaretten und Zubehör in Deutschland im vergangenen Jahr bei etwa 420 Millionen Euro gelegen habe. Zugleich habe die Branche in den vergangenen Jahren im Durchschnitt stets über 50 Prozent zugelegt. Sprengel legte den Teilnehmern ans Herz, die Produktkategorien besonders sorgfältig auszuwählen. So sei es zum Beispiel nicht sinnvoll, erklärungsintensive Nachfüll-Systeme an Tankstellen verkaufen zu wollen, weil die Zeit für die Beratung fehle.

    Was E-Zigarette und Tabakpfeife eint
    Mit 30 bis 60 Minuten Erstberatung rechnet auch Frank Hackeschmidt bei einer Erstberatung für solche offenen Systeme. Hackeschmidt ist Geschäftsführer des Handelsunternehmens iSmokeSmart und zugleich im Vorstand des Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) aktiv. Allerdings: Er vergleiche den Aufwand mit dem für eine klassische Tabakpfeife. Geld werde ohnehin nicht mit der Hardware, sondern in erster Linie mit den Liquids und Ersatzteilen gemacht.

    Margenstark mit steigendem Marktanteil und großem Potenzial – so sieht Bernd Kleinpeter, Geschäftsführer beim Liquid-Produzenten Niko Liquids, die E-Zigarette. Das Geschäftsfeld sei erwachsen und damit unverzichtbar geworden. Kleinpeter hob hervor, es habe eine Marktbereinigung eingesetzt, bei der Importeure nicht zulässiger Produkte aus Osteuropa oder Fernost und Hinterhof-Panscher billiger Liquids ihr Geschäft einstellen müssten. Allerdings, so Kleinpeter weiter, gebe es auch heute noch nicht-verkehrsfähige Ware im Handel, die den Anforderungen der TPD2 nicht entspreche. Das Problem: Es haftet der sogenannte Inverkehrbringer – also zunächst der Händler. Schließlich rief Kleinpeter dazu auf, den Schulterschluss zwischen Fachhandel und Herstellern zu wagen. Händler, die den Konsumenten kompetent berieten, könnten sich ein starkes Zusatzgeschäft aufbauen. Der E-Zigarette gebühre ein fester Stammplatz im Regal, da sie den Status des Nischenproduktes verlassen habe.

    iQos im Handel
    Mit der Frage „Was verkaufen wir morgen?“ setzte sich Julia Kerl auseinander, die bei Philip Morris als National Key Accounter für den Convenience Channel zuständig ist. Sie schlug den Bogen vom rückläufigen Tabakmarkt, der zwischen 2000 und 2016 rund 28 Prozent verloren habe, zu einem notwendigen neuen Produkt. Für Philip Morris ist das iQos mit dem Slogan „Das ändert alles“. Kerl nannte vielversprechende Zahlen: So wurden in den deutschen Testmärkten bereits mehr als 25.000 Geräte verkauft, der Marktanteil liege dort bei gut 0,7 Prozent, Top-Händler verkauften mehr als 40 Heets-Päckchen pro Woche. Laut Kerl will der Konzern nun bundesweit mit iQos-Boutiquen, einem Online-Store, einem flächendeckenden Netz an Heet-Händlern sowie etwa 800 bis 1000 Device-Händlern aktiv werden. Auf wenig Gegenliebe stieß dabei die Ankündigung, etwa 600 Außendienstmitarbeiter auch für den Verkauf direkt an den Endkunden zu schulen.

    Den Abschluss des informativen Events bildete der Vortrag von Andreas Thoma, Head of Trade Marketing & Distribution bei BAT Germany. Thoma stellte klar: Für BAT bleibt auch die klassische Zigarette ein enorm wichtiges Thema, auch wenn sogenannte „Heat not burn“-Produkte und E-Zigaretten künftig parallel existierten. Aber: 77 Prozent aller Dampfer rauchten weiter, 88 Prozent verringerten ihren Konsum nicht oder nur marginal. Das liege auch daran, dass etwa jeder dritte Umsteiger nicht das gleiche Genusserlebnis verspüre wie beim Rauchen. Für den Handel sei es entscheidend, das „richtige“ Produktsortiment aufzunehmen, den Konsumenten zu leiten, im Geschäft zu kommunizieren und kompetent zu beraten.

    Aus dem Publikum kamen Fragen nach der Margenpolitik der Branchenriesen auf. Wenig zufrieden zeigten sich die Zuhörer, als Thoma sagte, die Industrie müsse jetzt in den Aufbau der Marken investieren und das natürlich finanzieren. Im Klartext: Höhere Margen sind auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Dabei, konstatierte ein Teilnehmer , sei das „eine existenzielle Frage“.

    max

    (DTZ 22/17).

  • Kompromiss zur Werbung?

    BERLIN // Laut einer Meldung der „Saarbrücker Zeitung“ wollen CDU und CSU einen Kompromiss in Sachen Tabakwerbeverbot eingehen. Bislang hatte sich der gesundheitspolitische Flügel der Union für ein umfassendes Außenwerbeverbot stark gemacht, Wirtschaftspolitiker blockieren den Vorstoß allerdings.

    Nun jedoch liegt offenbar ein geänderter Entwurf des geplanten Gesetzes vor. Demnach dürfen die Tabakkonzerne nicht mehr vor Schulen und Jugendzentren werben, konkrete Entfernungen werden jedoch nicht genannt. Die Unternehmen der Branche haben sich ohnehin vor Jahren eine Selbstverpflichtung auferlegt, zu der auch der Verzicht auf Werbung vor solchen Einrichtungen gehört. An Außenwänden von Fachhandelsgeschäften soll weiter geworben werden dürfen.

    Die Unionspolitiker schlagen laut „Saarbrücker Zeitung“ offenbar weiter vor, dass die Werbung beibehalten dürfe, wenn die Verträge darüber vor dem 20. Mai 2017 geschlossen worden seien. Damit sollen Belastungen für Städte, Kommunen und Verkehrsbetriebe im Rahmen gehalten werden.

    red

    (DTZ 21/17)