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  • Sportwetten: Hängepartie nach Hängebeschluss

    WIESBADEN // Mit der Vergabe der 20 Konzessionen für Sportwetten wird es vorerst doch nichts, denn das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat dagegen in einem Eilverfahren einen sogenannten Hängebeschluss erlassen.

    Laut Medienberichten liegen gut ein Dutzend Eilanträge von privaten Wettanbieter vor, die leer ausgingen. Das bundesweit für die Zuteilung der Konzessionen zuständige hessische Innenministerium will gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen. Das Ministerium hatte nur einen kleineren Teil der sehr umfangreichen Unterlagen der Konzessions-Bewerber vorgelegt, woraufhin das Gericht zum Schluss kam, den Fall nicht beurteilen zu können und die Sache erst einmal auf Eis gelegt hat.

    Deutschlands Lottoverkaufsstellenleiter sind enttäuscht über den Beschluss des Verwaltungsgerichts. „Die Hängepartie geht weiter. Der Sportwettenmarkt bleibt unreguliert. Die privaten Wettanbieter können uns, wie gehabt, ungehindert Umsätze wegnehmen, weil sie aufgrund deutlich niedrigerer Steuern und Abgaben viel bessere Quoten anbieten als wir“, heißt es in Annahmestellen Kreisen. (da)

    (DTZ 39/14)

  • Ein Hoch auf die Zigarre

    DORTMUND // „Bei uns gingen einige Offerten buchstäblich weg wie die warmen Semmeln“, stellte ein namhafter Zigarren-Importeur fest. Und ein bedeutender Hersteller meinte zum Orderverhalten der Messebesucher auf der diesjährigen Inter-tabac: „Das war fast schon weltmeisterlich.“ Diese beiden Aussagen stehen zwar nicht symptomatisch für alle, jedoch für die meisten Zigarrenanbieter.

    Insbesondere Premiumzigarren waren einmal mehr der Publikumsliebling auf der Dortmunder Messe, die vom 19 bis zum 21. September stattfand. Hier gab es im Prinzip für alle Preisklassen entsprechende Abnehmer. Besonders gefragt waren die Preislagen bis zu fünf Euro pro Stück und an zweiter Stelle Produkte bis zu zehn Euro.

    Bei den Formaten bestätigte Dortmund die starke Position der Klassiker, zum Beispiel Robusto und Corona. Im Hinblick auf die Geschmacksrichtungen geht die Reise in Richtung kräftiger und aromareicherer Zigarren, obgleich milde Erzeugnisse beim Absatz immer noch die Nase vorne haben.

    Die Dominikanische Republik, Kuba, Nicaragua und Honduras bestätigten in Dortmund ihre führenden Positionen als Herkunftsländer für Premiumzigarren. „Nicaragua ist weiter im Aufwind, auch in Deutschland“, hieß es immer wieder auf der Inter-tabac. „Sie sind bei den Zigarrenliebhabern in aller Munde“, konstatierte der Geschäftsführer eines namhaften Anbieters.

    Neben den vier führenden Ländern für Premiumzigarren gab es in Dortmund die eine oder andere interessante Offerte anderer Herkunftsländer. Alles in allem jedoch gelten Zigarren aus Brasilien, von den Kanarischen Inseln, aus Mexiko oder aus anderen Regionen nach wie vor als Nischenprodukte im Premiumbereich.

    Obwohl der Löwenanteil des Absatzes auf maschinengefertigte Ware entfällt, stehen diese auf der Inter-tabac nicht so stark im Mittelpunkt wie die Premiumzigarre. Bei Shortfiller-Zigarren hält der Trend zu kleineren Formaten an. Unter den Zigarillos erfreuten sich aromatisierte Produkte und milde Erzeugnisse einer großen Nachfrage. Neuheiten bei Shortfiller-Zigarren und Zigarillos gab es deutlich weniger als im Segment der Premiumzigarren, aber auch hier wurden auf der Inter-tabac ein paar attraktive Produkte gezeigt. (da)

    (DTZ 39/14)

  • Mehr Aussteller und Fachbesucher als je zuvor

    DORTMUND // Die Inter-tabac 2014 wartet mit beeindruckenden Zuwächsen auf.

    Bereits zum Messebeginn konnte Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Dortmund GmbH, mit knapp 500 Ausstellern (Vorjahr: 401) einen neuen Rekord vermelden. Erstmals belegte die weltgrößte Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf fünf Messehallen und erreichte damit einen nie dagewesenen Umfang. Am Ende überzeugte auch die Besucherzahl.

    Rund 11.000 Fachbesucher, und damit etwa 10 Prozent mehr als im Vorjahr, kamen zur Inter-tabac 2014. Sabine Loos: „Die Inter-tabac 2014 hat erneut Tausende Übernachtungen in unsere Stadt gebracht und der Branche einmal mehr die Möglichkeit gegeben, sich auf dem hohen fachlichen Niveau einer Weltleitmesse auszutauschen.“

    Von den 500 Ausstellern der Inter-tabac 2014 kamen 66 Prozent aus dem Ausland. 48 Nationen waren vertreten. Bei den Besuchern kamen mehr als 40 Prozent aus dem Ausland. Neben Fachbesuchern aus den Benelux-Staaten, aus Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen waren unter anderem auch Besucher aus Argentinien, Brasilien, Chile, Südafrika, China, Indien, Taiwan oder den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der Messe. Die einheimischen Besucher kamen aus sämtlichen deutschen Bundesländern.

    2015 findet die Fachmesse vom 18. bis 20. September in der Messe Westfalenhallen Dortmund statt. (pi)

    (DTZ 39/14)

  • Zweite Laufbahn für Zigarettenkippen

    BERLIN / MAINZ // Traumquote für Umweltbewusste:   Erstmals können gebrauchte Zigarettenstummel zu 100 Prozent wiederverwendet werden. Möglich macht dies in Deutschland das Unternehmen TerraCycle.

    Und so einfach geht es: Betriebe, Institutionen, aber auch Privatleute melden sich auf der Homepage des Unternehmens an. Haben sie genug Abfall gesammelt, lassen sie sich eine – kostenlose – Versandmarke schicken. Per Post gelangt der Müll dann zu TerraCycle.
    Die Firma, die weltweit in 23 Ländern Lösungen für „schwer recyclebare Abfälle“ organisiert, arbeitet unter anderem mit Colgate, BIC und Unilever zusammen. Für die Initiative zur Vewertung der Kippen haben die Berliner Philip Morris mit ins Boot geholt.

    Im Recyclingprozess wird der Zigarettenfilter vom Papier und der Asche getrennt, die dann kompostiert werden. Auch Zellophanhüllen, Aromaschutzfolien und Rolltabak-Verpackungen können recycelt werden.


    Wettbewerb

    Für die Leser der Tabak Zeitung gibt es jetzt einen zusätzlichen Anreiz, sich an der Recycling-Aktion zu beteiligen. So machen Sie beim Wettbewerb mit: Sammeln Sie bis zum 31. Oktober in Ihrem Umfeld „Kippen“.

    Schicken Sie sie rechtzeitig ein. Das Gewicht der eingesammelten Raucherabfälle wird gewogen. Der erfolgreichste Umweltfreund gewinnt ein exklusives Kunstwerk des ungarischen Künstlers Ede Sinkovics. Der Künstler zeigt, dass selbst Abfall, der der Öffentlichkeit meist ein Dorn im Auge ist, als Rohstoff für Neues genutzt und daraus hochklassige Kunst werden kann.
    Weitere Infos und Anmeldung zum Wettbewerb hier: [link|http://www.terracycle.de/de/brigades.html]http://www.terracycle.de [/link]

    red

    (DTZ 38/14)

  • Raucherquote in New York steigt

    NEW YORK CITY (DTZ/red). In New York City ist Rauchen wieder attraktiv: Zum ersten Mal seit Jahren rauchen über eine Millionen Einwohner.

    Das ist das Ergebnis einer Umfrage von 2013 des städtischen Gesundheitsamtes. In diesen zurzeit aktuellsten Daten haben 16,1 Prozent der Befragten angegeben, dass sie rauchen und knacken damit die Millionen-Grenze; noch vor vier Jahren haben dies laut Gesundheitsamt 14 Prozent der Erwachsenen angegeben.

    Für die Gesundheitswächter der US-Metropole eine nur schwer nachzuvollziehende Entwicklung. Schließlich ist die US-Metropole für ihren rigiden Umgang und ihre strikten Regulierungen beim Tabakkonsum bekannt. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte vor zwölf Jahren seine Anti-Tabak-Politik losgetreten und versucht den Tabakkonsum aus dem öffentlichen Leben zu verbannen.

    Ein kleiner Trost für die Tabakgegner bleibt dennoch: Mit 16 Prozent liegt New York City immer noch zwei Prozentpunkte unter dem nationalen US-Durchschnitt von 18 Prozent Rauchern, berichten „ABC News“.

    (DTZ 38/14)

  • „Presse bringt Profit“

    BADEN-BADEN (DTZ/red). Im Rahmen seiner Leistungsoffensive für den Einzelhandel will der Bundesverband Presse-Grosso einen sechsstelligen Eurobetrag investieren.

    Die dreiteilige Kampagne startet mit der 28-seitige Broschüre „Presse bringt Profit“, die gemeinsam mit dem Fachverlag erstellt wurde, informiert der Grosso auf seiner Jahrestagung (15. und 16. September) in Baden-Baden. Im vierten Quartal folgt die zweite Stufe der Handelskommunikation in Form einer Anzeigenkampagne.

    Anfang 2015 soll in der dritten Stufe der „Markenlehrbrief Presse“ erscheinen. Dieser richtet sich an die operativ zuständigen Geschäftsführer, Marktleiter und Abteilungsleiter und das Verkaufspersonal am Point of Sale (PoS). Im handlichen Format soll die Broschüre die wesentlichen Grundlagen im Umgang mit dem Pressesortiment vermitteln.

    (DTZ 38/14)

  • Messe-Chefin Loos: „Neue Themen ergänzen Klassiker“

    DORTMUND (DTZ/red). Die Inter-tabac wartet 2014 einmal mehr mit Rekorden auf. Die weltgrößte Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf wird in diesem Jahr um die Halle 5 erweitert und präsentiert vom 19. bis 21. September in Dortmund so viele nationale und internationale Unternehmen wie nie zuvor – laut Messegesellschaft Westfalenhallen Dortmund mehr als 460 Aussteller.

    Erstmals sind fünf der Hallen belegt. Bereits seit Ende Mai ist die Inter-tabac 2014 ausgebucht – ein Zeichen für die große Nachfrage und Wertschätzung aus der Tabakbranche. Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Dortmund, erklärt, was die Leitmesse kennzeichnet: „Die Inter-tabac deckt das gesamte Spektrum ab.“

    Neben den klassischen Segmenten für den Fachhandel führt die Weltleitmesse auch Presseartikel, Automaten und -Zubehör, Verpackungen sowie Ladenausstattungen. Das diesjährige Wachstum der Inter-tabac basiert unter anderem auf neuen Aussteller-Themen wie „E-Zigarette“ und „E-Shisha“, aber auch auf klassischen Bestandsthemen. Dabei stellen die elektronischen Produkte das größte Angebotssegment der Inter-tabac dar, gefolgt von Raucherbedarfsartikeln.

    Neu in diesem Jahr sind die „Themen-Inseln“ zu den Schwerpunktthemen „Zigarettenautomaten“ und „Verpackungen“. Die Sonderfläche „Verpackungen” soll Fachbesucher aus der Industrie ansprechen. In den vergangenen Jahren kam neben dem Einzelhandel auch ein erheblicher Anteil Industrievertreter zur Messe. Diese Fachbesucher verantworten unter anderem die unterschiedlichen Schritte des Herstellungsprozesses von Tabakwaren, E-Zigaretten und Raucherbedarfsartikeln in den Unternehmen.

    Sabine Loos: „Mit den neuen Themen-Inseln entwickeln wir unsere Messe zukunftsorientiert weiter, indem wir den Industrievertretern ein noch breiteres Spektrum bieten, ohne dabei die klassischen Themen der Inter-tabac zu vernachlässigen.”

    Die Halle 5 stellt unter anderem genug Raum für die neuen Themen-Inseln zur Verfügung. Sie bietet sich zur Erweiterung der Inter-tabac wegen ihrer hervorragenden Lage förmlich an.

    Die Halle 5 hat einen direkten Zugang vom Eingang Messe-Forum aus. Darüber hinaus verfügt sie über einen direkten Zugang zu Halle 6. Durch sie wird die effiziente Besucherführung als Rundlauf noch besser umsetzbar.

    Das Wachstum in Zahlen: Im Vorjahr waren 401 Unternehmen auf der Inter-tabac vertreten, 2014 sind es 460 Aussteller – das ist ein Plus von fast 15 Prozent.

    Insgesamt sind Unternehmen aus 48 verschiedenen Nationen in den Messehallen zu finden. Signifikante Schwerpunkte unter den Herkunftsländern bilden neben Deutschland unter anderem China, die USA, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien und Großbritannien. 169 deutsche Unternehmen haben sich für die Inter-tabac 2014 angemeldet. Im Vorjahr wurden 9585 Fachbesucher auf der Messe gezählt.

    Weitere Messe-News, die Registrierung zur Messe und Informationen rund um die Inter-tabac finden Sie auch unter [link|http://inter-tabac.tabakzeitung.de]inter-tabac.tabakzeitung.de[/link]

    (DTZ 38/14)

  • MUT warnt vor „TPD 3“

    WÜRZBURG (DTZ/da). „Wir müssen alles dransetzen, die vorhandenen Spielräume bei der Umsetzung von TPD 2 in deutsches Recht zu nutzen. Und wir müssen weitere Verschärfungen in Form einer TPD 3 verhindern“, erklärt Horst Goetschel im DTZ-Interview. Der Erste Vorsitzende der Organisation MUT (Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft) warnt vor weiteren Verboten.


    DTZ:
    Die TPD 2 ist aktuell die große Herausforderung für die Branche. Was will MUT in Sachen Tabakproduktrichtlinie unternehmen?
    Horst Goetschel: Wir müssen alles dransetzen, die vorhandenen Spielräume bei der Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht zu nutzen. Da MUT die Interessen des Mittelstands der Tabakbranche vertritt, konzentrieren wir uns darauf, die Sichtweise der mittelständischen Unternehmen darzustellen. Das bedeutet zum Beispiel beim Thema Rückverfolgbarkeit der Produkte, der Politik zu verdeutlichen, dass Track and Trace für mittelständische Unternehmen organisatorisch und finanziell überhaupt nicht zu stemmen ist.


    DTZ:
    Nach der TPD 2 gibt es womöglich eine TPD 3 …
    Goetschel: Ganz bestimmt. Und da besteht die Gefahr, dass dann die Punkte folgen, die bei der TPD 2 noch nicht umgesetzt wurden. Das wären zum Beispiel Plain Packaging, ein Präsentations- und Werbeverbot in den Läden oder ein Verkaufsverbot über Automaten. Das müssen wir verhindern und uns dafür einsetzen, vernünftige und tragbare Lösungen für alle zu finden.

    DTZ: Laut einer repräsentativen Umfrage des nordrhein-westfälischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) sprechen sich 63 Prozent der Bürger Nordrhein-Westfalens gegen das totale Rauchverbot in der Gastronomie aus. Wie bewerten Sie dieses Votum?
    Goetschel: Sehr positiv. Es zeigt, dass die Menschen überhaupt keine totalen Rauchverbote wollen. Die Lösung in den 13 Bundesländern, in denen keine absoluten Rauchverbote bestehen, ist besser. Ich hoffe, die Politiker in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern und im Saarland ziehen aus dem Votum die richtigen Schlüsse und finden Lösungen, die sowohl Nichtrauchern als auch Rauchern gerecht werden. Statt Existenzen vernichtender Verbote brauchen wir eine Politik mit Augenmaß.

    DTZ: Beim geplanten Volksbegehren gegen die Rauchverbote in NRW sind die verschiedenen Bürgerinitiativen zerstritten. Und vor allem fehlt Geld. Sehen Sie Chancen, dass es in NRW doch noch zu einem Volksbegehren kommt?
    Goetschel: Wir haben versucht, die gegensätzlichen Blöcke zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu bewegen. Leider waren auf beiden Seiten zu viele Eitelkeiten im Spiel, so dass uns dies nicht gelungen ist. MUT steht natürlich gerne zur Verfügung, wenn es zu einem neuen Erfolg versprechenden Anlauf für ein Volksbegehren kommen sollte. Momentan sehe ich dafür jedoch keine Chance.

    DTZ: Warum sollte man als Tabakwaren-Fachhändler oder als mittelständischer Hersteller bei MUT mitwirken?
    Goetschel: Wir brauchen jede Menge Mitglieder, um etwas zu bewegen. Wenn nur noch die Tabakgegner gehört werden, drohen weitere Verschärfungen. Die Folge ist eine TPD 3 mit noch massiveren Einschnitten. Und das wäre fatal. Denken Sie nur zum Beispiel an Plain Packaging. Allein durch die dann wegfallenden Werbemittel der Zigarettenindustrie gehen dem Fachhandel Gelder verloren, die er dringend für seine Deckungsbeiträge benötigt. Über all die anderen negativen Begleiterscheinungen von Plan Packaging will ich gar nicht erst reden. MUT will sich dafür einsetzen, dass es keine weitere Verschärfung der TPD gibt. Und dafür, ebenso wie für Maßnahmen gegen die Verbotspolitik brauchen wir die Unterstützung vieler in der Branche.

    (DTZ 38/14)

  • Tabak als Lebensretter

    HALLE (DTZ/red). Molekularbiologen aus Deutschland und den USA haben Antikörper gegen Ebola in Tabakpflanzen entwickelt.

    Die Virusinfektion schreitet in Westafrika weiter voran. Als Folge intensiviert die Wissenschaft den Kampf gegen die Seuche und nutzt dabei die Besonderheit des Tabak: In ihren großen weichen Blättern stellen die Pflanzen Eiweißmoleküle her, die als Antikörper gegen Virusinfektionen eingesetzt werden können, erklärt Viktor Klimyuk, Molekularbiologe bei Icon Genetics gegenüber den Medien. Mit Hilfe der Gentechnik lasse sich die Pflanze quasi umprogrammieren, sodass sie sogenannte Plantibodies produziere.

    Erste Erfolge damit sind dem US-Pharmakonzern Mapp Biopharmaceutical in San Diego gelungen, der den Wirkstoff ZMapp mit Hilfe der in Halle entwickelten Antikörpermischung herstellte. Obwohl das Serum noch im Entwicklungsstadium sei, habe es mit Ebola Infizierte geheilt.

    Der Vorteil bei Tabakpflanzen liege vor allem darin, dass sie „schnell, ergiebig und deutlich kostengünstiger“ produzieren können als die sonst eingesetzten tierischen Produktionszellen, heißt es.

    (DTZ 37/14)

  • Wissenschaftler kritisieren WHO-Bericht zu E-Zigaretten

    MAINZ (DTZ/red). Tabak-Experten und Suchtforscher widersprechen der strengen Sichtweise der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die eine schärfere Regulierung für E-Produkte fordert.

    In ihrem Ende August veröffentlichten Bericht übertreibe die WHO die Risiken und unterschätze die möglichen positiven Effekte als Alternative zum herkömmlichen Tabakkonsum, heißt es in einem im Fachmagazin „Addiction“ veröffentlichten Beitrag . „Wir waren überrascht über den negativen Ton des Berichts, wir halten ihn für irreführend und für keine korrekte Darstellung der vorliegenden Beweise“, sagt Anne McNeill vom nationalen Suchtzentrum am Londoner King’s College. Die Wissenschaftlerin ist Hauptautorin des „Addiction“-Beitrags. „E-Zigaretten sind neu und wir haben mit Sicherheit noch nicht alle Antworten auf Fragen über ihre längerfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit.“

    Mitautor Peter Hajek von der Londoner Queen-Mary-Universität bekräftigt diese Ansicht: „Die E-Zigarette ist um Größenordnungen sicherer, stellt kein Risiko für Unbeteiligte dar und erzeugt einen vernachlässigbaren regelmäßigen Konsum bei Kindern und Jugendlichen.“ Ähnlich unbedenklich ist für die Addiction-Autoren das Thema Passivrauchen bei elektrischen Zigaretten. Im Gegenteil: „Die Nutzung von E-Zigaretten könnte in diesem Jahrhundert Millionen Leben retten und hat die wohl größte Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit in der Geschichte des Tabakkonsums“, erklärt Jacques le Houezec, Mitautor und Experte für Tabakkonsum.
    Die WHO stützt sich in ihren strikten Forderungen auf einen von ihr in Auftrag gegebenen Bericht über „Elektronische Nikotin-Liefersysteme“ (englisch: Electronic nicotine delivery systems (ENDS)).

    (DTZ 37/14)