Blog

  • Lotto Rheinland-Pfalz zieht eine erfolgreiche Bilanz

    KOBLENZ // Mit rund 372 Millionen Euro Gesamtumsatz und einem Bilanz-Überschuss von rund 4,2 Millionen Euro hat Lotto Rheinland-Pfalz das Jahr 2014 abgeschlossen. Damit konnte das Koblenzer Glücksspielunternehmen den positiven Trend des Vorjahres weiter fortsetzen.

    Die umsatzstärksten Produkte im vergangenen Jahr waren zum einen die Lotterie Eurojackpot mit einer Steigerung von 17 Prozent sowie die Sportwette Oddset mit einem Plus von rund 24 Prozent. Auch die Soziallotterie Glücksspirale weist mit rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung auf. Der Klassiker „Lotto 6aus49“ musste im Jahr 2014 ein leichtes Minus von rund drei Prozent hinnehmen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass es deutlich weniger Wochen mit Lotto-Jackpots über zehn Millionen Euro gab als noch im Vorjahr.

    „Insgesamt können wir auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurückblicken“, konstatierte Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner auf der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens. Und so fällt der Blick auf sein erstes Jahr als Lotto-Geschäftsführer auch durchweg positiv aus: „Wir werden nicht nur als Glücksspielunternehmen wahrgenommen, sondern auch als Partner des Sports, Förderer der Kultur und Unterstützer sozialer Initiativen. Dieser Dreiklang ist es, der unser Image und damit auch die Akzeptanz in der Bevölkerung nachhaltig positiv beeinflusst.“

    Insgesamt wurden im Jahr 2014 rund 116 Millionen Euro an Lotteriesteuer und Abgaben an das Land Rheinland-Pfalz abgeführt – das sind rund 34 Prozent der Umsätze.

    red
    (DTZ 31/15)

  • Symbolischer Sieg

    PARIS // Zu hunderten waren sie vor dem Palais du Luxembourg erschienen: die Buralistes. Die französischen Fachhändler, demonstrierten Ende letzter Woche vor dem französischen Senat in Paris gegen die Einführung der Einheitspackung.

    Das Oberhaus des französischen Parlaments hatte den Vorschlag der Regierung abgelehnt. Eine zweite Lesung soll im September stattfinden. Damit sind die neuen Verpackungen allerdings noch nicht vom Tisch.
    Und dennoch, der Handel feiert diesen symbolischen Sieg für sich. „Wendet die Europäische Richtlinie an, aber nicht mehr!“, fordert Pascal Montredon, Präsident des Händlerverbandes und hofft dabei auf eine entsprechend Änderung im Gesetzentwurf für die Debatte nach der Sommerpause.

    Die Einführung des sogenannten „paquet neutre“ (deutsch: Einheitspackung) ist ein Projekt der Gesundheitsministerin Marisol Touraine und für Mai 2016 geplant.

    Die knapp 27.000 Fachhändler in Frankreich fürchten mit der Einführung der neutralen Verpackung einen Anstieg des Schwarzmarktes und die Schließung zahlreicher „bureaux de tabac“, den sogenannten Tabakfachgeschäften.

    red
    (DTZ 31/15)

  • Der Kunst und der Umwelt zuliebe

    HAMBURG // British American Tobacco Germany bietet wieder für den Rauchgenuss unter freiem Himmel neue Taschenascher.

    Durch die bereits 1992 gestartete Initiative wird ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet und die Strände und Straßen werden sauber gehalten. In diesem Sommer zeigt British American Tobacco Germany seinen langjährigen Einsatz für den Schutz der Umwelt mit gleich zwei Aschenbecher-Editionen für die Saison im Freien: einer Moritz Götze Edition der bekannten Klick-Klack-Aschenbecher und der achten Auflage der beliebten Pall Mall Strandascher.

    Der Klick-Klack Ascher nun als Moritz Götze Edition
    Er ist klein, handlich und vor allem praktisch: der Klick-Klack Taschenascher von British American Tobacco Germany. Die kleine Dose mit ca. 5cm Durchmesser und einer Höhe 2cm passt in jede noch so kleine Tasche und soll helfen, unsere Umwelt sauberer zu halten und so zu entlasten. Sie öffnet sich mit leichtem Druck auf den Deckel und macht dabei gut vernehmlich „klick“. Zum Wiederverschließen drückt man auf den Deckelrand und hört ein sattes „klack“. Doch sie bietet noch ein bisschen mehr: Platz für Kunst…

    So widmet sich die zweite Auflage des bekannten Taschenaschers gleich zwei Themen: der Kunst und der Umwelt. Dazu konnte British American Tobacco Germany den bekannten deutschen Künstler Moritz Götze gewinnen, der dem Unternehmen seit vielen Jahren in guter Zusammenarbeit verbunden ist.

    Mit dem Pall Mall Strandascher in die Badesaison 2015

    Mit der achten Auflage des Pall Mall Strandaschers startet British American Tobacco Germany wieder unter dem Motto „Nur Sand am Strand“ in die Badesaison an den deutschen Stränden an Nord- und Ostsee. Damit die Urlaubslust nicht durch Zigarettenreste am Strand vergeht, sorgt Pall Mall auch dieses Jahr für verantwortungsbewusstes Genießen an langen Sommertagen und verteilt in dieser Badesaison erneut die beliebten Strandascher.

    Die kleinen Strandascher im sommerlichen Stil sehen nicht bloß gut aus, sondern sind auch unheimlich praktisch. Mit brandsicherer Schutzfolie ausgelegt, bieten sie die Möglichkeit, Zigarettenstummel sauber und umweltfreundlich zu entsorgen. Es gilt also: baden, am Lagerfeuer sitzen, mit Freunden zusammen Spaß haben und das alles so, dass der Strand am nächsten Tag noch genauso einladend wie vorher aussieht.

    Die erfolgreiche Kooperation der bekannten Zigarettenmarke Pall Mall findet mit den Touristikverbänden an Nord- und Ostsee statt, die u.a. über Strandkorbvermieter die Verteilung der Strandascher an die Badegäste vornehmen. Da die Nachfrage der letzten Jahre so enorm war, wurden die Pall Mall Strandascher wieder mit einer Auflage von 650.000 Stück produziert.
    pi

    (DTZ30/15)

  • Regulierung schafft Trottel

    HAMBURG // Die Hamburger Gesundheits- und Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Alexander Neubacher, Redakteur „Der Spiegel“, und Alexander Dröge, Leiter Recht/Verbraucherpolitik des Markenverbandes, stellten beim Innovations Campus der Handelskammer Hamburg ihre Positionen zu aktuellen Entwicklungen im Verbraucherschutz und die Auswirkungen staatlicher Regulierung auf die verschiedenen Branchen dar.

    Prüfer-Storcks setzte sich für Regulierung ein. Verbraucherschutz müsse den mündigen Bürger informieren. Für sie ermöglicht Verbraucherschutz Kontrollen, Transparenz und Information. Besonderes Augenmerk legte sie auf die Regulierung von Tabakprodukten, wobei sie ihre Thesen mit Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) untermauerte.

    Alexander Neubacher steht überbordender, staatlicher Regulierung kritisch gegenüber. Er zeichnete das Bild vom „Trottelbürger“, dem eigenständiges Denken und Eigenverantwortung durch Überregulierung abgenommen werden sollten. Zudem, bezog der Nichtraucher Neubacher eindeutig Stellung gegen die Tabakproduktdirektive.

    Alexander Dröge vom Markenverband widmete sich den drei übergeordneten Themenfeldern Warnhinweise, Werbeverbot und zunehmenden Regulierungsbestrebungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Er stellte die Regulierungsfrage vor allem aus Sicht von Markenartiklern und juristischer Sicht in Frage. Die Tabakproduktdirektive sei eine erhebliche Wettbewerbsbeschränkung und eine Einschränkung der Kommunikation zwischen Herstellern und Konsumenten. Das betreffe Tabakprodukte ebenso wie weitere, von der WHO als kritisch eingestufte Güter wie Alkohol oder Zucker.
    red

    (DTZ 30/15)

  • „Existenzielle Probleme“

    BREMEN // Rainer von Bötticher, Inhaber der Firma Niemeyer Cigarren und Präsident des Bundesverbandes Tabakfacheinzelhandel (BTWE) hat sich jetzt in einem offenen Brief an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt gewendet. Von Bötticher will den Sopitzenpolitiker damit auf die Nöte seiner Branche aufmerksam machen.

    Im Einzelnen führt von Bötticher in dem Schreiben, das DTZ vorliegt, folgende Punkte auf: Unzureichende Umstellungsfristen für die Wirtschaft: Die Zeit, in der insbesondere die Hersteller von Tabakwaren die Produkte an die TPD 2-Vorschriften anpassen müssten, sei zu knapp bemessen. NAch dem Stichtag am 20. Mai 2016 könne der Einzelhandel daher womöglich nicht in ausreichender Menge mit entsprechender Ware beliefert werden, empfindliche Umsatzeinbußen und Verluste wären die Folge.

    [bul]Verbot von Marketing am Verkaufsort:Von Bötticher fordert, es müsse möglich bleiben, volljährige, rauchende Konsumenten im Geschäft anzusprechen und ihn über Qualität und Eigenschaften der Produkte aufzuklären. Sonst würde jegliche Differenzierung der Produkte am Markt unmöglich. Von Bötticher: „Nur so wird gewährleistet, dass der Endverbraucher sich objektiv sachlich über die Produkteigenschaften informieren kann.“

    [bul]Verbot der Außen- und Kinowerbung: Ein solches Werbeverbot für legale Tabakerzeugnisse würde nach Auffassung des BTWE-Präsidenten die Grundlagen der freien Marktwirtschaft außer Kraft setzen und den Wettbewerb der Tabakhersteller massiv beeinträchtigen. Es bleibe letztlich nur noch der Preis als Marketinginstrument, Margenverluste für den Fachhandel wären die Folge.

    [bul]Einführung von Schockbildern auf Zigarillos, Zigarren und Pfeifentabak: Diese Produkte würden ganz überwiegend von älteren Menschen maßvoll genossen und nicht inhaliert. Daher könnten Jugendschutz- und Gesundheitsargumente auf diese Produktgruppen nicht angewendet werden. Zudem seien wahre Gruselkabinette die Folgen. „Diese Schockbilder würden an den Grundfesten des Anspruchs eines Tabakwarenfachgeschäftes als Genussoase rütteln und die Existenz tausender Fachhändler akut gefährden“, so von Bötticher.

    [bul]Abverkaufsfristen für den Handel: Eine Übergangsfrist von einem Jahr für den Abverkauf nicht TPD-konformer Zigarillos, Zigarren und Pfeifentabak sei zu knapp bemessen. Bei diesen Produkten handele es sich um Langsamdreher, für die es einen unbefristeten Übergang geben müsse.

    Von Bötticher appelliert an den Minister, die neue Tabakproduktrichtlinie maßvoll, verhältnismäßig und verantwortungsvoll gegenüber der Tabakwirtschaft umzusetzen. Der vorgelegte Referentenentwurf stelle den Fachhandel dagegen vor existenzielle Probleme. Und der Staat greife damit in die Sortimentsstruktur zum Nachteil der Verbraucher ein.
    red

    (DTZ 30/15)

  • Tabaksteuer fließt stabil

    MAINZ // Um nur 0,4 Prozent sanken die Netto-Tabaksteuereinnahmen im zweiten Vierteljahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das größte Minus gab es – nach dem Wegfall der fiskalischen Vorteile für „Ecos“ – bei Zigarren und Zigarillos.

    Dabei wurden mehr Zigaretten als von April bis Juni 2014 geraucht: Das Statistische Bundesamt meldet eine Stückzahl von 20,394 Milliarden und somit einen Zuwachs um 1,1 Prozent. Die Kleinverkaufswerte legten insgesamt um 4,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu. Spitzenreiter war der Pfeifentabak mit einem Plus von 24,9 Prozent, gefolgt von Zigaretten (plus 5,0 Prozent) und Feinschnitt (4,5 Prozent).

    Bei der Zigarette sank zudem der Tabaksteueranteil leicht unter die Marke von 60 Prozent je Zigarette. Der Durchschnittspreis lag im zweiten Quartal bei 26,43 Cent je Zigarette, die durchschnittliche Steuer bei 15,82 Cent.

    Das Bundesfinanzministerium darf sich also freuen, macht doch die Tabaksteuer im Gesamtjahr einen großen Anteil im Haushalt aus.
    red

    (DTZ 30/15)

  • Genussvolle Sinnlichkeit

    BASEL / DÜSSELDORF // Unter dem Motto „Genießen mit allen Sinnen“ führte die Davidoff Tour Gastronomique in Düsseldorf zu einer wahren Genussexplosion für Gaumen und Ohren.

    Der TV- und Sterne-Koch Ali Güngörmüs und das Musik-Highlight AZA’s Lounge verwöhnten die Gäste mit orientalischem Menü und entspannten Klängen in der Pardo Bar, gestaltet von dem kubanischen Künstler Jorge Pardo im K21 Ständehaus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und einem der Hotspots in Düsseldorf.

    Hier luden bereits am Nachmittag Sam Reuter, Senior Manager Global Product Innovation Cigars & Cigarillos der Oettinger Davidoff AG, und das Team des Davidoff Flagship Stores Düsseldorf die Aficionados zu einem Zigarren-Tasting ein, um sie so auf den genussvollen Abend mit den exquisiten Premium Zigarren einzustimmen.

    Im Anschluss verwöhnte Ali Güngörmüs seine Gäste mit einem orientalisch angehauchten Menü, bestehend aus lauwarmem Thunfisch, einer kalten Tomaten-Melonensuppe, rosa Kalbsrücken mit Pinienkernpüree, gefülltem Spitzpaprika und Bulgur. Zum Abschluss gab es für die Gäste gebrannte Creme von der Madagaskar-Vanille mit Davidoff Tabak-Eis.
    pi

    (DTZ 29/15)

  • Franzosen rauchen mehr

    SAINT-DENIS // Die Tabakbranche in Frankreich kennt keine Krise. Oder doch? Auf alle Fälle haben die Franzosen im März mehr geraucht als sonst.

    Im letzten Jahr ist der Zigarettenkonsum um sieben Prozent angestiegen, schreibt die französische Organisation für Drogen und Suchtprävention, die „Oberservatoire français des drogues et toxicomanies“ und bezieht sich auf den Beobachtungszeitraum von März 2014 bis März 2015. Demnach verzeichnet die nationale Branche zum ersten Mal seit 2009 wieder Konsumzuwächse.

    Die Bilanz ist durchweg positiv für Produzenten und Fachhändler, so die Erhebung. Auch beim Feinschnitt dreht sich der Absatz weiter nach oben auf eine Rekordhoch: Knapp zwölf Prozent wurden in diesem Zeitraum mehr gekauft und konsumiert.

    Die Zahlen könne man nicht verallgemeinern, widerspricht die Vereinigung der französischen Fachhändler, die "Confédération des buralistes de France". Die Steigerung beziehe sich lediglich auf einen Monat und könne ausschließlich für März festgehalten werden. Ansonsten stagniere der Markt.
    red

    (DTZ 29/15)

  • Neuer Director Corporate Affairs Germany bei Philip Morris

    GRÄFELFING // Die Philip Morris GmbH ernennt Jörg Waldeck mit Wirkung zum 1. August zum Director Corporate Affairs und Mitglied der Geschäftsleitung. Er folgt auf Lars-Olaf Brendel, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt.

    Waldeck hat mehr als zwanzig Jahre in führenden Positionen deutscher Großunternehmen gearbeitet. Er leitete unter anderem als Bevollmächtigter des Vorstands die Konzernrepräsentanz der BMW Group in Berlin und war im Anschluss Leiter der Konzern-Außenbeziehungen und Mitglied des Top-Managements der Volkswagen AG.

    In den letzten Jahren betreute er als geschäftsführender Gesellschafter der Moventus Corporate und Public Affairs GmbH nationale und internationale Unternehmen sowie Verbände. Bei der Philip Morris GmbH verantwortet Jörg Waldeck zukünftig den gesamten Bereich Corporate Affairs.

    Lars-Olaf Brendel war seit dem Jahr 2001 in verschiedenen Funktionen im Bereich Corporate Affairs im In- und Ausland für Philip Morris tätig. In diesem Zeitraum gab es für das Unternehmen und die gesamte Branche viele Veränderungen in einem zunehmend herausfordernden Umfeld. Lars-Olaf Brendel hat mit sehr großem persönlichem Engagement erfolgreich für Philip Morris gearbeitet, den Wandel aktiv und kreativ mitgestaltet und im Rahmen seiner Führungsaufgaben viele neue Impulse gesetzt. Stacey Kennedy, Vorsitzende der Geschäftsführung, zu den Personalveränderungen: „Wir bedauern diesen Entschluss sehr, respektieren aber seinen Wunsch und danken Lars-Olaf Brendel sehr herzlich für die geleistete erfolgreiche Arbeit.“
    pi

    (DTZ 29/15)

  • „Der Marktführer wird auf Dauer Federn lassen“

    HANNOVER // Oliver Harmsen hat Mitte April die Nachfolge von Hermann Teckenburg als Vorsitzender des Bundesverbandes der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland (BLD) angetreten. DTZ sprach mit ihm über Entwicklungen auf dem Glücksspiel-Markt, die großen Herausforderungen für die Lotto-Annahmestellen und darüber, wo er als BLD-Vorsitzender Akzente setzen will.

    Die 24.000 Lottoverkaufsstellen in Deutschland beschäftigen über 100.000 Arbeitnehmer. Das ist eine beeindruckende Zahl, die nur wenige der größten Arbeitgeber Deutschlands erreichen. Trotzdem werden die Lottoverkaufsstellen kaum von der Politik und der Öffentlichkeit wahrgenommen. Was läuft da falsch?
    Oliver Harmsen: Lotto hat heute nicht mehr den Stellenwert in der Gesellschaft und in den Medien wie noch vor Jahren. Ein Jackpot von 15 oder 20 Millionen Euro war früher ein Thema für die Titelseite der „Bild“. Heute gelingt das selbst bei 30 oder 40 Millionen Euro kaum noch. Hinzu kommen die vielen Einschränkungen für die staatlichen Lotteriegesellschaften und für die Annahmestellen. Das staatliche Glücksspiel hat eine hohe Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. Denn der Spieltrieb der Menschen soll ja in geordneten Bahnen verlaufen. Eigentlich müssten gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer gelten, also auch für die privaten beziehungsweise illegalen Anbieter. Das ist leider nicht der Fall. Und genau an dieser Stelle läuft es schief.

    Die Annahmestellen sind zurzeit der dominierende Vertriebsweg für Lotto und Co. in Deutschland. Wird das auf Sicht so bleiben?

    Harmsen: Die Lotteriegesellschaften betonen, dass die Verkaufsstellen ihr wichtigster Vertriebsweg sind. Und das ist ja derzeit tatsächlich so. Es ist aber nicht gesagt, dass dies noch lange so bleibt. Die Lotteriegesellschaften sind bestrebt, die Umsätze zu halten beziehungsweise zu steigern. Da ist das Internet ein Zukunftsweg. Sicherlich werden die Annahmestellen in den nächsten Jahren der führende Vertriebsweg bleiben. Der Abstand des Internet-Lottos zum terrestrischen Lottovertrieb wird allerdings mit der Zeit immer kleiner. Mit anderen Worten: Der stationäre Vertrieb als Marktführer wird auf Dauer Federn lassen. Und nur die beweglichen Verkaufsstellenleiter werden sich längerfristig behaupten.

    Die Geschäftsführer der Lotteriegesellschaften werden nicht müde, zu betonen, dass durch das Spielangebot im Internet neue Zielgruppen angesprochen werden, die nicht in den Annahmestellen spielen. Trifft das nach Ihren Beobachtungen zu?

    Harmsen: Ja, das sehen wir im BLD genauso, und das wird auch in Zukunft so sein. Das bedeutet für die Verkaufsstellen: Der klassische Lotto-Spieler stirbt sozusagen mit der Zeit weg und es kommen keine neuen nach. Denn die jüngere Generation hat ein anderes Einkaufsverhalten, für sie spielt der Online-Handel eine viel größere Rolle. Das World Wide Web hat schon viele Bereiche erobert. Warum sollte es ausgerechnet vor Lotto Halt machen?


    Die Erteilung der Konzessionen für Sportwetten hat sich in einem Dickicht von Klagen verstrickt. Trotzdem halten die Bundesländer an einem Glücksspiel-Staatsvertrag fest, der maximal 20 Lizenzen bundesweit zulässt. Sollte jetzt nicht endlich die Reißleine gezogen werden?

    Harmsen: Die Reißleine können nur die politisch Verantwortlichen ziehen. Die Begrenzung auf maximal 20 Konzessionen war ein Geburtsfehler des Staatsvertrags. Wer die Sachlage kannte, musste kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass die abgelehnten Bewerber klagen würden. Meines Erachtens wird auch noch der 1001. Interessent vor Gericht ziehen. Das Ganze kann sich über Jahre hinweg in die Länge ziehen. In dieser Zeit machen die privaten Sportwettenanbieter weiter wie gehabt und die staatlichen Lottoverkaufsstellen sind die Dummen dabei.
    da

    Lesen Sie das vollständige Interview in unserer aktuellen Printausgabe DTZ 25/19.