Autor: admin

  • Westlotto bestätigt gutes Vorjahresergebnis

    MÜNSTER // Deutschlands größter Glücksspielanbieter Westlotto blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Insgesamt 1,69 Milliarden Euro (Spieleinsätze inklusive Gebühren) setzte das Münsteraner Unternehmen 2016 um. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 3,0 Prozent.

    „Damit konnten wir das gute Ergebnis aus 2015 bestätigen und unterstreichen, dass wir uns als staatliche Lotteriegesellschaft auf Grundlage einer stabilen Basis für die Zukunft rüsten“, sagt Andreas Kötter, Geschäftsführer von Westlotto.

    Lotto 6 aus 49
    Die beliebteste Lotterie bei den Tippern in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist nach wie vor Lotto 6  aus  49. Etwa 50 Prozent der Einsätze in den rund 3500 Annahmestellen und auf www.westlotto.de werden für den Klassiker ausgegeben. Für knapp 2,4 Millionen Euro machten die Nordrhein-Westfalen täglich ihre Kreuze bei Lotto 6  aus  49. Mehr als 870 Millionen Euro setzte Westlotto damit um.

    Erfolgsprodukt
    Zu einem echten Erfolgsprodukt hat sich laut WestLotto die europäische Gemeinschaftslotterie Eurojackpot gemausert. Zwei Mal kletterte der Jackpot hier im vergangenen Jahr bis auf die Höchstgrenze von 90 Millionen Euro an – diese Chance wollten sich viele Tipper nicht entgehen lassen. Die Spieleinsätze bei WestLotto stiegen um 33,3 Prozent auf rund 246,2 Millionen Euro an.

    Auch die sogenannten Sofortlotterien haben in Nordrhein-Westfallen viele Fans. Die Spieleinsätze bei den Rubbellosen schossen im vergangenen Jahr in die Höhe. 79 Millionen Euro gaben die Spieler bei Westlotto dafür aus – ein Plus von 42,6 Prozent. Großen Anteil daran hatte das neu eingeführte Zehn-Euro-Rubbellos Platin 7, das so gut ankam, dass eine zweite Serie aufgelegt wurde.

    Sieger-Chance
    Westlotto führte 2016 außerdem die Sieger-Chance ein, die seit Ende August in Verbindung mit der Glücksspirale in NRW gespielt wird. Die Erträge der Zusatzlotterie fließen direkt in die Sportförderung. Allein in den ersten Monaten erspielten die deutschen Tipper zirka 4,4 Extra-Millionen für den Sport. Der reine NRW-Anteil beträgt daran etwa 18 Prozent. Die Spieleinsätze bei der Rentenlotterie Glücksspirale insgesamt stiegen im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen um fünf Prozent auf rund 39,2 Millionen Euro an.

    Der Sportwettenanbieter Oddset konnte seinen Umsatz ebenfalls auf 39,3 Millionen Euro steigern (plus 3,9 Prozent).

    Die meisten Kunden geben ihren Spielschein in den rund 3500 Westlotto-Annahmestellen ab und schätzen den persönlichen Kontakt und Service vor Ort. Gleichzeitig möchten sie aber auch die Möglichkeit haben, zu spielen wann und wo sie wollen. Daher baut WestLotto das Online-Angebot auf der Homepage und in der App weiter aus und passt es den Bedürfnissen der Kunden an. Für ihre Benutzerfreundlichkeit wurde die App des Unternehmens im zurückliegenden Jahr mit mehreren Awards ausgezeichnet. Insgesamt wuchsen die Online-Spieleinsätze um 25,2 Prozent auf mehr als 107 Millionen Euro an.


    Größter Glücksspielanbieter Deutschlands

    Etwa 2,15 Euro gab jeder Erwachsene in NRW im vergangenen Jahr im Durchschnitt pro Woche für Produkte von Westlotto aus. Dieses Vertrauen in Deutschlands größten Glücksspielanbieter zahlt sich aus. Nicht nur für die Tipper in Form von Gewinnen, sondern auch für die Menschen: Rund 40 Prozent der Spieleinsätze bei Westlotto gehen an das Land NRW, das daraus wiederum gesellschaftliche Träger aus Wohlfahrt, Sport, Kunst, Kultur, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz fördert. 656,5 Millionen Euro kamen auf diesem Weg allein im vergangenen Jahr für das Gemeinwohl zusammen.

    vi

    (DTZ 05/17)

  • Laura Chavin in Insolvenz

    HEILBRONN // Das Amtsgericht Heilbronn hat Heike Metzger von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zur vorläufigen Insolvenzverwalterin der Laura Chavin Cigars GmbH bestellt.

    Das 1998 gegründete Unternehmen mit Sitz auf Schloss Hochdorf vertreibt Premiumzigarren in Deutschland und weiteren Ländern wie Schweiz, Japan und Russland. Die Zigarren werden in einer Manufaktur in der Dominikanischen Republik exklusiv für Laura Chavin hergestellt.

    Nach Angaben von Heike Metzger wird der Geschäftsbetrieb vollumfänglich fortgeführt. „Die Kunden können weiterhin bestellen und bekommen ihre Waren pünktlich geliefert“, betont sie.

    Ihr zufolge gibt es bereits erste Interessenten. „Ich bin daher optimistisch, eine Lösung für Laura Chavin zu erzielen“, so die Sanierungsexpertin. Ziel sei die langfristige Fortführung der Unternehmenstätigkeit und der Marke Laura Chavin.

    Die Produktion in der Dominikanischen Republik, die Lagerung der Tabake sowie der Qualitätsstandard der Produkte seien weiter gewährleistet, ebenso die Lieferfähigkeit. Auch den Online-Shop betreibe das Unternehmen in vollem Umfang weiter.

    Die mehrfach international ausgezeichnete Pluta Rechtsanwalts GmbH mit ihren mehr als 380 Mitarbeitern in Deutschland, Spanien, Italien und Polen gilt als Spezialist bei der Sanierung und Fortführung von Unternehmen in Krisen- oder Insolvenz-Situationen.

    pnf

    (DTZ 05/17)

  • Habanos im Plus trotz Cohiba-Lieferengpass

    WALDSHUT-TIENGEN // Die Absätze und Umsätze mit Habanos haben im Geschäftsjahr 2016 im Vertriebsgebiet von 5th Avenue deutlich zugelegt, teilt der offizielle Alleinimporteur von Habanos in Deutschland, Österreich und Polen mit. Insgesamt stiegen die Umsätze um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz wuchs fast im gleichen Umfang um 10,6 Prozent. Damit wurde ein neues Allzeithoch erzielt.

    Besonders erstaunlich ist diese positive Entwicklung vor dem Hintergrund der knappen Verfügbarkeit wichtiger Habanos. So wies die Marke Cohiba für das Jahr 2016 im deutschen Inlandsmarkt ein Minus von 10,4 Prozent aus. Grund dafür waren geringere Liefermengen aus Kuba aufgrund von Deckblattknappheit durch mehrere Missernten in den vergangenen Jahren.

    Kompensiert wurden diese Verluste durch das überdurchschnittliche Wachstum anderer Marken, zum Beispiel Hoyo de Monterrey (plus 40,4 Prozent), Partagás (plus 21,2 Prozent) oder H. Upmann (plus 30,8 Prozent), die durchgängig gut verfügbar waren. Spitzenreiter blieb jedoch die Marke Romeo y Julieta mit einer Steigerung von 3,1 Prozent in der Menge und von 6,7 Prozent beim Wert.

    Die Umsatzentwicklung im deutschen Inlandsmarkt wurde nicht zuletzt durch den Humidor „Cohiba 50 Aniversario“ kräftig beflügelt, der zu einem Stückpreis von 199 000 Euro angeboten wurde. 5th Avenue war es gelungen, zehn Stück des auf 50 Stück weltweit limitierten Humidors zum 50-jährigen Jubiläum der Marke Cohiba zu ersteigern.

    Zur positiven Entwicklung der Geschäftszahlen trugen insbesondere erneut die Geschäfte der La Casas del Habano, der Habanos Specialists und der Habanos Point-Händler bei, die mit einem Plus von 12,5 Prozent besonders deutlich zulegten.

    Einen neuen Absatzrekord konnte 5th Avenue mit einem Zuwachs von 5,9 Prozent auch wieder in Österreich erzielen. Seit dem Verkaufsstart des Unternehmens im Jahr 2012 sind dort Absatz und Umsatz mit Habanos alljährlich kräftig gestiegen.

    Mit einem Minus von 0,9 Prozent leicht rückläufig war dagegen die Absatzentwicklung im polnischen Markt, in dem 5th Avenue seit dem Jahr 2014 aktiv ist. Hier sind die Verkaufspreise der Habanos überdurchschnittlich gestiegen, nachdem eine Gewichtsbesteuerung für Tabakprodukte eingeführt wurde. Dies hatte Auswirkungen auf den Konsum.

    red
    (DTZ 05/17)

  • Stühlerücken bei Be Posh

    DÜSSELDORF // Felix Klein, 44, hat im Dezember 2016 den Posten des Marketing Directors bei Be Posh übernommen.

    Er bringt über 15 Jahre Berufserfahrung in den Feldern der strategischen Markenführung auf globaler Ebene, des Innovationsmanagements und der Geschäftsfeldentwicklung mit.

    Der gebürtige Heidelberger war unter anderem als Marketing Manager bei JT International S.A. für Marken wie Camel, Silk Cut oder Sterling in der Schweiz und in England, davor als Global Senior Brand Manager für Tchibo Kaffee. Seine Karriere begann er im Marketing und Vertrieb bei Reemtsma. Zu seinen Aufgaben bei Be Posh Global zählen der Markenaufbau und die Markenführung, die Leitung des operativen Marketings sowie des Online-Shops, die Leitung des Produktmarketings und aller Maßnahmen des Direkt- und Dialogmarketings.

    „Wir freuen uns wirklich sehr, mit Felix Klein einen ausgewiesenen Marketing-Experten und Branchenkenner für uns gewonnen zu haben. Ich bin mir sicher, mit seiner Unterstützung die Marke Be Posh zum Marktführer für elektronische Zigaretten aufbauen zu können“, so Timo Beyer, CEO bei Be Posh.

    pi

    (DTZ 05/17)

  • Ärger aus den Ländern

    BERLIN / Köln // Die im Tabakwarenhandel verwendeten Produktkarten, die im Regal vor die Packungen mit den Schockfotos gesteckt werden, sind rechtskonform.

    Darauf haben der Deutsche Zigarettenverband (DZV) und der Bundesverband des Tabakwaren‐Einzelhandels (BTWE) hingewiesen. Vor dem Hintergrund von Presseberichten über eine Absprache der Verbraucherschutzministerien der Bundesländer, die bisherige Praxis im Handel als rechtswidrig zu bewerten, erklärte BTWE‐Geschäftsführer Willy Fischel, dass sich der Handel damit im Einklang mit europäischem und deutschem Recht befinde: „Für die Reglementierung der Warenpräsentation in den Tabakwarengeschäften fehlt der EU die Gesetzgebungskompetenz. Die EU-Tabakproduktrichtlinie macht hierzu, genauso wie die deutsche Umsetzungsverordnung, keine Vorgaben.“


    Handel setzt auf Übersichtlichkeit

    Um angesichts der großen Schockbilder den Überblick über das Sortiment im Warenregal zu behalten, setzen viele Händler auf Produktkarten, die die relevanten Informationen – Markenlogo und ‐name, Produktvariante und Preis – enthalten und vor den Warenschacht gesteckt werden. Diese Lösung der Tabakwarenhändler ist eindeutig rechtskonform.
    Grund: Die EU‐Tabakproduktrichtlinie ist keine Warenpräsentations‐, sondern eine Produktrichtlinie. „Die EU‐Richtlinie enthält produktbezogene Regelungen zur Verkehrsfähigkeit von Tabakprodukten und soll damit der Harmonisierung des EU‐Binnenmarktes dienen. Aufgrund des fehlenden grenzüberschreitenden Sachverhalts fällt der stationäre Handel nicht in den Regelungsbereich der EU‐Richtlinie“, stellte Jan Mücke, DZV‐Geschäftsführer fest. Auch das deutsche Recht, das die Richtlinie eins zu eins umsetzt, macht keine abweichenden Vorgaben zur Präsentation der Tabakprodukte im Handel.

    Zigarettenautomaten im Fokus
    Demnach dürfen die Warnhinweise auf der Packung zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens nicht verdeckt werden. Tatsächlich erhält der Kunde im Geschäft eine rechtskonforme Packung der von ihm gewünschten Marke mit vollständig sicht‐ und lesbaren Warnhinweisen. Die Kennzeichnungs‐ und Verpackungsvorschriften werden somit eingehalten.
    Derweil sorgt eine Meldung für Unruhe, derzufolge die Fachministerien der Bundesländer ein Umrüsten der rund 380 000 Zigarettenautomaten in Deutschland fordern. Auch hier müssten Warnhinweise installiert werden. Das würde den Großhandel Millionen kosten.

    pi/red

    (DTZ 04/17)

  • Arnold André feiert runden Firmengeburtstag

    BÜNDE // Einer der größten Zigarrenanbieter Europas blickt auf erfolgreiche 200 Jahre zurück: Am 30. Januar 1817 wurde in Osnabrück der Grundstein für die spätere Arnold André GmbH & Co.KG gelegt.

    Im Jahr 1851 folgte die Eröffnung einer Filiale in Bünde, die 1905 zum endgültigen Stammsitz des Unternehmens ausgebaut wurde. In den folgenden Jahrzehnten hat sich das Familienunternehmen zu einem der größten Zigarrenproduzenten der Region entwickelt und ist unter der Führung von Walter André und dessen Sohn Ernst Arnold in den 1950er- und 1960er-Jahren mit der Marke Handelsgold zum marktführenden Zigarrenanbieter in Deutschland aufgestiegen. In diese Jahre fiel der Bau neuer Produktionsstätten, zunächst in Osterholz-Scharmbeck (1958) und wenige Jahre später in Königslutter (1962), wo ab 1992 die gesamte deutsche Zigarrenfertigung konzentriert wurde.

    Exportgeschäft wächst
    Die Internationalisierung der Märkte und die Vertriebsübernahme renommierter Longfiller-Premiummarken prägten die Zeit ab den 1990er-Jahren. Das Exportgeschäft gewann zunehmend an Bedeutung. Weit über die Hälfte der in Königslutter produzierten Eigenmarken werden mittlerweile ins Ausland exportiert. Dieser Entwicklung wurde mit der Gründung eigener Vertriebsgesellschaften in Frankreich (2006) und Portugal (2011), den mit Deutschland für André wichtigsten europäischen Märkten, Rechnung getragen.

    Eigenes Werk in Santiago de los Caballeros
    Die immer intensivere Teilnahme mit neuen Eigenmarken am weltweiten Longfiller-Geschäft handgerollter Zigarren und der Wunsch nach produktionstechnischer Unabhängigkeit von Deckblatt-Zulieferern für die maschinelle Produktion von Zigarren und Zigarillos veranlassten die Familie André 2011, in Santiago de los Caballeros, Dominikanischen Republik, ein eigenes Werk, die Arnold André Dominicana S.R.L., zu errichten. Neben der Herstellung von Deckblattzuschnitten, der sogenannten Bobinierung, widmet man sich in der Manufaktur auch dem Konzipieren und dem Rollen eigener Longfiller-Spezialitäten.

    Zweihundert Jahre im Geschäft
    Das aktuelle Markenportfolio von Arnold André repräsentiert die ganze Welt des stilvollen und vielfältigen Tabakgenusses. Die Herstellung, der Import und der Vertrieb von hochwertigen Zigarren und Zigarillos sind das Geschäft, das Arnold André seit zweihundert Jahren betreibt. Produziert wird in Deutschland und der Dominikanischen Republik, verkauft in der ganzen Welt. Der Mittelpunkt des global operierenden und von Axel-Georg André in der siebten Generation gesteuerten Familienunternehmens liegt im ostwestfälischen Bünde, dem Standort der Firmenzentrale.

    pnf

    (DTZ 04/17)

  • Peter Witzke verlässt Villiger-Gruppe

    WALDSHUT-TIENGEN // Peter Witzke (52) hat aus privaten Gründen bei der Villiger-Gruppe gekündigt. Das Mitglied der Geschäftsführung scheidet Ende Februar bei dem Familienunternehmen aus. Seine Aufgaben werden von Robert Suter, dem CEO der Villger-Gruppe, mit übernommen. Eine firmeninterne Re-Organisation soll folgen.

    Witzke ist seit 2007 als Geschäftsführer bei der Villiger-Gruppe beschäftigt. Davor war er bei Philip Morris in führenden Positionen tätig.

    Über seine Funktion als Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Villiger hinaus ist Witzke stellvertretender Vorsitzender des Verbands der deutschen Rauchtabakindustrie. da

    (DTZ 4/2017)

  • Etwas Entspannung am Pressemarkt

    BERLIN // Keine Trendwende, aber auch keine Beschleunigung des Auflagenrückgangs – zu diesem Fazit kommt die IVW mit der aktuellen Auflagenbilanz für das vierte Quartal 2016.

    Die Tageszeitungen sowie die Titel der Publikumszeitschriften verlieren weniger stark an Auflage als zuvor im Jahresverlauf. Die Wochenzeitungen behaupten mit stabilem Gesamtergebnis ihren Platz im Mediengefüge.

    Die Tageszeitungen einschließlich der Sonntagsausgaben und Sonntagszeitungen verkaufen im vierten Quartal des laufenden Jahres durchschnittlich pro Erscheinungstag 16,95 Millionen Exemplare und damit 7,27 Prozent weniger als im Vorjahr (4/2015: 18,3 Millionen Stück); in den beiden vorangegangenen Quartalen lag der Rückgang mit 7,7 beziehungsweise 7,6 Prozent merklich höher.

    Im vierten Quartal 2016 liegt die verkaufte Auflage der Publikumspresse mit knapp 93 Millionen Exemplaren um 4,7 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres (4/2015: 97,5 Millionen Stück). Im Vergleich zum Vorquartal sind die Gesamtverkäufe der Publikumspresse mit einem Rückgang von nur 0,2 Prozent weitestgehend stabil. red

    (DTZ 4/2017)

  • Brasiliens Hersteller schlagen Alarm

    SAO PAULO // Brasiliens Zigarettenindustrie hat aktuell mit vielfältigen Herausforderungen zu kämpfen. Zum hat der Schmuggel ein Rekordniveau erreicht, zum anderen gibt es hohe Hürden für die Einführung von E-Zigaretten und Alternativprodukte wie iQos von Philip Morris.

    Laut dem Marktforschungsinstitut Ibope Inteligência hatten Schmuggelzigaretten in Brasilien 2016 einen Rekordanteil von 35 Prozent am Gesamtkonsum des Landes, der auf 90 Milliarden Zigaretten geschätzt wird. Das Gros der heißen Ware kommt aus dem Nachbarland Paraguay: Dort werden Schätzungen zufolge lediglich 5 Prozent der Zigarettenproduktion im Land konsumiert, 95 Prozent gelangen dagegen auf kriminellen Wegen in die benachbarten südamerikanischen Staaten. Darunter vor allem: Brasilien.

    Paraguays Präsident Horacio Cartes ist Miteigentümer des örtlichen Zigarettenherstellers Tabesa, von dem die meisten geschmuggelten Produkte stammen sollen. Doch auch auf brasilianischem Boden werden Schwarzmarktzigaretten hergestellt. Allein im ersten Halbjahr 2016 wurden vier illegale Fabriken von der Polizei aufgespürt und geschlossen.

    Jin-Ling-Pendant in Brasilien heißt Eight
    Die heiße Ware wird auf Märkten, zum Teil aber auch in Verkaufsstellen für legale Zigaretten verkauft. Von den zehn meistverkauften Marken in Brasilien werden drei illegal verkauft, darunter Eight, das Jin-Ling-Pendant in Brasilien. Die unfaire Konkurrenz wird deutlich, wenn man sich den Preisunterschied anschaut: Kostet die Packung einer illegalen Marke rund drei R$ im Verkauf, das sind rund 90 Cent, dürfen legale Marken laut Gesetz nicht unter fünf R$ pro Packung verlangen. Der Durchschnittspreis liegt sogar höher, bei rund sieben R$.

    Der florierende Schmuggel setzt den legalen Herstellern zu – allen voran Marktführer und BAT-Tochter Souza Cruz. Die Gesamtsteuerlast für reguläre Zigaretten beträgt rund 80 Prozent, bei den Schmugglern ist sie häufig gleich null. „Der Tabaksetor wird extrem hoch besteuert, das führt zur Wettbewerbsverzerrungen“, klagt Edson Vismona, Präsident des Nationalen Forums gegen Fälschungen (FNCP).

    Möglicher Ausweg: Neue, technologisch anspruchsvolle Produkte
    Ein Ausweg für die Industrie könnte die Einführung neuer, technologisch anspruchsvoller Produkte wie etwa iQos von Philip Morris sein, der Tabak erhitzt statt zu verbrennen. Laut einem Bericht der brasilianischen Tageszeitung Folha de São Paulo erwägt der US-Konzern die iQos-Einführung in Lateinamerika.

    Allerdings verbietet ein brasilianisches Gesetz von 2009 den Vertrieb von elektronischen Zigaretten im Land. Philip Morris argumentiert damit, iQos sei keine herkömmliche E-Zigarette. Das zweifelt etwa Tânia Cavalcante an, die für die Regierungskommission arbeitet, die die Implementierung von Anti-Tabak-Maßnahmen überwacht. In einem Zeitungsinterview hob sie die Ähnlichkeit von iQos mit normalen E-Zigaretten hervor. Einen Antrag für den Verkauf des neuen Produkts in Brasilien wurde von Philip Morris allerdings noch nicht eingereicht.

    Trotz aller Schwierigkeiten: Brasilien bleibt vorerst der wichtigste Absatzmarkt Südamerikas, mit einem Anteil von rund 42 Prozent am gesamten Zigarettenkonsum des Kontinents. Und das, obwohl der Anteil an der kontinentalen Bevölkerung lediglich 34 Prozent beträgt. mar

    (DTZ 4/2017)

  • Zigarren und Zigarillos stehen auch 2017 für Genuss

    BONN // Im Rahmen der Ausblicke auf das Jahr 2017, die die Vertreter der wichtigen Verbände für DTZ abgeben, folgt heute ein Beitrag von Bodo Mehrlein, Geschäftsführer beim Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ).

    Wenn man einen Ausblick in das Jahr 2017 wagen soll, so ist es zwingend nötig, in das abgelaufene Jahr 2016 zurückzublicken. Man kann sicherlich behaupten, dass bis jetzt in keinem Jahr so extreme regulatorische Anforderungen auf die mittelständische Zigarrenindustrie zugekommen sind wie im Jahr 2016 mit der Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie.

    Hierbei musste sich die Industrie mit teilweise sehr kurzfristigen Umsetzungsverfahren und unterschiedlichen Regelungen innerhalb der Europäischen Union auseinandersetzen. Erschwerend ist dabei sicherlich, dass die Zigarrenindustrie mit ihrer Vielzahl an Produkten und Verpackungen überproportional von solchen strengeren Regeln getroffen wird.

    Kein Jugendschutzproblem
    Allerdings ist erfreulich, dass bei Zigarren und Zigarillos von den meisten Mitgliedstaaten keine Bild- sondern Textwarnhinweise vorgeschrieben wurden und man somit Gebrauch von den Ausnahmen in Art 11der TPD2 gemacht hat. Die Begründung für diese Sonderstellung ist darin zu sehen, dass Zigarren und Zigarillos als Genussartikel meist von Männern gehobenen Alters geraucht werden und somit kein Jugendschutzproblem vorliegt.

    Die Veröffentlichung der Versteuerungszahlen durch das statistische Bundesamt zeigen sehr deutlich, dass es sich bei Zigarren und Zigarillos mit einer Menge von 3,05 Milliarden Stück um ein Nischenprodukt im Tabakmarkt handelt. Für das zurückliegende Jahr weist das Statistische Bundesamt für Zigarren und Zigarillos einen Zuwachs von 3,2 Prozent aus.

    In diesem Zusammenhang muss aber betont werden, dass es sich bei diesen Zahlen um den Bezug von Steuerzeichen handelt. Interne Statistiken des BdZ gehen von einem rückläufigen Markt aus. Betrachtet man die Entwicklungen der letzten Jahre wird deutlich, dass verschiedene Regulierungsmaßnahmen, wie die Anpassung der Produktdefinitionen an EU-Recht wie auch die Einführungen bzw. Erhöhung der Mindeststeuer die Absatzzahlen von Zigarren und Zigarillos auf ein wesentlich niedrigeres Niveau geführt haben.

    Sprachrohr für den Mittelstand
    Auch wenn es sehr schwierig ist, am Anfang eines Jahres Prognosen abzugeben, geht der BdZ für das Kalenderjahr 2017 von einem stabilen bis leicht rückläufigen Zigarrenmarkt aus. Der Wahrheitsgehalt solcher Prognosen wird natürlich sehr stark durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Neben, dem Wetter, welches besonders bei den teilweise strengen Rauchverboten in manchen Bundesländern eine Rolle spielt, werden auch regulatorische Faktoren starke Auswirkungen haben. Der Bundesverband der Zigarrenindustrie wird als das Sprachrohr für die mittelständischen und meist familiengeführten Zigarrenhersteller, Importeure und Vertreiber immer wieder betonen, dass Zigarren und Zigarillos im regulatorischen Umfeld eine Sonderrolle zukommen muss.

    Eine große Herausforderung für die gesamte Tabakbranche -aber besonders für die mittelständischen Unternehmen- wird das zu etablierende System der Rückverfolgbarkeit darstellen. Auch wenn dieses System erst im Jahre 2024 für Zigarren und Zigarillos in Kraft treten wird, so werden schon jetzt in Brüssel die entscheidenden Rechtsakte erlassen. Der BdZ wird in diesem Zusammenhang immer wieder betonen, welche unverhältnismäßige Maßnahme dies für die Zigarren- und Zigarilloindustrie bedeutet, denn diese Maßnahme wird die Unternehmen überproportional mit Kosten belasten, um den illegalen Handel zu unterbinden, obwohl nachweislich bei Zigarren und Zigarillos kein Schmuggel vorliegt. vi

    (DTZ 4/2017)