BERLIN (DTZ/vi/fok). Einer Hydra macht man nicht so schnell den Garaus. So wie der Wasserschlange aus der griechischen Sage, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue nachwuchsen, so ist der Zigarettenschmuggel trotz vieler Bemühungen seitens der Zoll- und Polizeibehörden auf nationaler und internationaler Ebene kaum einzudämmen. Die enormen Gewinnmöglichkeiten und die meist relativ geringen Strafen für ertappte Täter machen den Zigarettenschwarzmarkt zum Eldorado für die organisierte Kriminalität. Und immer, wenn es durch Großaufgriffe gelingt, für einige Wochen oder Monate einen Rückgang des Schmuggels zu erzwingen, bilden sich kurz danach wieder neue Vertriebskanäle für die häufig aus gefälschten Markenzigaretten bestehende Schwarzmarktware.[p][/p]
Das zeigt sich nur allzu gut auch an den aktuellen Ergebnissen der seit 2004 vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der deutschen Zigarettenhersteller durchgeführten repräsentativen Entsorgungsstudie. Durch sie werden Zigarettenpackungen, die von den Konsumenten über das duale System entsorgt worden waren, auf ihre Herkunft überprüft. Dabei wird der Anteil nicht in Deutschland versteuerter Zigaretten am hiesigen Konsum ermittelt. Dieser setzt sich sowohl aus legal im Rahmen privater Importe eingeführten Zigaretten wie auch aus illegal eingeführter Ware zusammen. Letztere besteht sowohl aus klassischer Schmuggelware, die zum größten Teil durch gut organisierte Banden vor allem via Osteuropa eingeschleust werden. Bei einem großen Teil dieser Bandenschmuggelware handelt es sich um Fälschungen bekannter Markenzigaretten oder um Produkte, die überwiegend oder nur für den Schmuggel hergestellt werde. Hinzu kommt aber auch der Ameisenschmuggel an die jeweiligen Grenzen, bei dem die zulässigen zollfreien Höchstmengen durch die schmuggelnden Privatpersonen überschritten werden. Auch wenn es sich im Einzelfall meist nicht um Großmengen handelt, summieren sich auch diese illegal eingeführten Zigaretten gewaltig. [p][/p]
Im ersten Quartal 2012 hatte es gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres einen spürbaren Rückgang des Anteils nicht in Deutschland versteuerter Zigaretten am deutschen Zigarettenkonsum gegeben. Der ermittelte Wert lag noch bei 19,1 Prozent. [p][/p]
Der relative niedrige Anteil der „Nichtversteuerten“ im ersten Quartal 2012 erklärt sich zum einen daraus, dass im ersten Quartal eigentlich jeden Jahres relativ niedrige Schmuggelanteile gemessen werden. Möglicherweise spielt hier auch die Witterung eine Rolle. Hinzu kamen in 2012 einige spektakuläre Großaufgriffe, wie z.B. ein Fall in Antwerpen, bei dem rund 150 Millionen gefälschte Zigarette mit Warnhinweisen auch in deutscher Sprache beschlagnahmt werden konnten. Das führte dann in der Folge auch zu niedrigeren Anteilen „Nichtversteuerter“ in der Entsorgungsstudie. Aktuelle Zahlen belegen aber, dass dieser Anteil schon wieder ansteigt: Im 2. Quartal kletterte er um eine Prozentpunkt auf jetzt wieder 20,1 Prozent nach oben. Der Anteil illegaler Ware an den nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten ist hoch: Für das Jahr 2011 hatte eine seit etlichen Jahren im Auftrag von Philip Morris durchgeführte umfangreiche Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ermittelt, dass schätzungsweise 60 Prozent der „Nichtversteuerten“ illegal ins Land kamen. [p][/p]
Besonders hoch ist der Anteil der Schwarzmarktware in den neuen Bundesländern und in Berlin. Aufgrund der Grenznähe zu Polen und Tschechien, die zum einen eine immer noch deutlich niedrigere Zigarettenbesteuerung haben und zum andern auch die Einfallstore für Falsifikate und Schmuggelzigaretten aus Russland und Ostasien sind, ist hier fast jede zweite gerauchte Zigarette nicht in Deutschland versteuert. Besonders hoch ist der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern (2. Quartal 2012: 48,2 Prozent). Aber auch in Berlin, sozusagen vor der Haustür unserer Parlamentarier, ist der Anteil von Schmuggel & Co.- mit 44,3 Prozent erschreckend hoch. Jährlich entgehen dem Bund hier rund vier Milliarden Euro. Und die legale deutsche Tabakwirtschaft muss auf Umsätze verzichten, die ebenfalls an die Milliardengrenze heranreichen. Vor allem der Handel ist betroffen, davon können besonders die grenznahen Geschäfte in den neuen Bundesländern ein Lied singen, wenn sie denn überhaupt noch existieren. Aber auch im Westen gibt es Regionen, die stark unter der kriminellen Konkurrenz leiden müssen. So etwa in einigen Regionen des Ruhrgebietes, wo zeitweise die Schmuggelmarke Jin Ling die meistverkaufte Zigarette war. Entwarnung in Sachen Zigarettenschmuggel ist jedenfalls nicht angesagt. [p][/p]
DTZ 32/12
Schlagwort: Zigaretten
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Nach wie vor keine Entwarnung in Sachen Zigarettenschmuggel
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EFKA-Werk in Trossingen feiert 100-jähriges Firmenjubiläum
TROSSINGEN (DTZ/fnf). Das EFKA-Werk in Trossingen (Baden-Württemberg) feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Zur offiziellen Festveranstaltung am vergangenen Samstag hatten sich namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft versammelt. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher, MdB, richtete ein Grußwort an die Gäste.[p][/p]
Das 1912 in Trossingen gegründete Unternehmen EFKA hat sich bis heute zum Weltmarktführer bei der Herstellung von Zigarettenhülsen entwickelt. Im Oktober 2000 wurde EFKA von der britischen Imperial Tobacco Group übernommen, zu der auch das Hamburger Traditionsunternehmen Reemtsma gehört. Mit seiner wachstumsorientierten und zugleich nachhaltigen Geschäftspolitik hat das einstige Familienunternehmen EFKA, das heute als weiterhin eigenständiges Unternehmen unter Imperial Tobacco (EFKA) GmbH & Co. KG firmiert, den nationalen und internationalen Tabakmarkt in den vergangenen 100 Jahren mitgeprägt und dabei Maßstäbe gesetzt. [p][/p]
„100 Jahre EFKA, das sind 100 Jahre beispiellos erfolgreiche Wirtschaftsgeschichte in Trossingen. Fest verankert in der Stadt und der Region, hat es das langjährige Familienunternehmen zur Nummer Eins in der Welt geschafft. Entscheidend für diesen Erfolg waren neben Innovationsfreude und Weitblick auch nachhaltiges Wirtschaften und soziale Verantwortung. Diese Werte sind auch heute noch maßgeblich für EFKA und es macht uns stolz, als Teil von Imperial Tobacco und Reemtsma das EFKA-Erbe auch im zweiten Jahrhundert der Firmengeschichte erfolgreich zu bewahren“, so EFKA-Geschäftsführer Matthias Girod.[p][/p]
Mit einem Umsatz von 44 Millionen Euro und einem Marktanteil von 43 Prozent im Geschäftsjahr 2011 ist EFKA mit Abstand die weltweite Nummer Eins bei der Produktion von Zigarettenhülsen. Die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Trossinger Werkes haben im letzten Geschäftsjahr über 21 Milliarden Hülsen hergestellt. Hauptprodukte für den deutschen Markt sind aktuell die Marken West, Columbus und JPS. Insgesamt produziert EFKA derzeit über einhundert verschiedene Zigarettenhülsen-Artikel. Der Export von EFKA-Produkten erfolgt mittlerweile in gut zwei Dutzend Länder weltweit. Mit rund 46 Prozent des Jahresabsatzes ist Deutschland der mit Abstand größte und wichtigste Markt für EFKA. Weitere bedeutende Absatzmärkte sind darüber hinaus Ungarn, Frankreich, Polen und Belgien.[p][/p]
DTZ 30/12 -
llegaler Zigarettenhandel in Deutschland wächst Jahr für Jahr
MÜNCHEN (DTZ/fnf). Der illegale Handel mit geschmuggelten und gefälschten Zigaretten in Deutschland hat im Jahre 2011 neue Rekordwerte erreicht und ist im vierten aufeinanderfolgenden Jahr seit 2007 angestiegen. Dies ermittelte eine seit 2006 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG LLP im Auftrag von Philip Morris im Jahresrhythmus erstellte Studie, durchgeführt in sämtlichen 27 EU-Mitgliedsstaaten. Für Deutschland schätzt KPMG, dass ungefähr jede fünfte im Inland konsumierte Zigarette nicht in der Bundesrepublik versteuert war. Dies bedeutet eine Gesamtzahl von ungefähr 22 Milliarden Zigaretten für das Jahr 2011. Sehr hoch schätzt die Studie den Anteil an geschmuggelten und/oder gefälschten Zigaretten: Etwa 60 Prozent dieser nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten entfallen danach auf solche illegale Ware; das entspricht ca. 14 Milliarden Zigaretten. [p][/p]Werner Barth, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH, kommentierte: „Trotz vieler engagierter Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden, zahlreicher Fahndungserfolge und Aufgriffe bleibt Deutschland eines der Länder mit dem größten Problem, was den illegalen Zigarettenhandel innerhalb der EU angeht.“ [p][/p]
Die Resultate der KPMG-Studie zeigen, dass Deutschland zur Spitzengruppe der Länder in Europa gehört, wenn es um die Einschleusung illegaler Zigaretten geht. 14 Milliarden illegale Zigaretten entsprechen 13,1 Prozent des Gesamtmarkts in 2011. Diese Rate liegt um beinahe 3 Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt: EU-weit wurden im Jahr 2011 etwa 65,3 Milliarden illegale Zigaretten geraucht; dies entspricht 10,4 Prozent des gesamten Zigarettenkonsums in der EU und stellt ein neues Rekordhoch dar. [p][/p]
KPMG veranschlagt den jährlichen EU-weiten Steuerausfall durch Zigarettenschmuggel auf ungefähr 11,3 Milliarden Euro. Allein für den deutschen Staat wird der Steuerausfall auf etwa 4 Milliarden Euro beziffert. „Über den großen wirtschaftlichen Schaden hinaus lässt der illegale Zigarettenhandel auch kriminelle Netzwerke entstehen, da die Gewinne oft in die Finanzierung anderer krimineller Aktivitäten gehen, wie etwa Drogenschmuggel, Menschenhandel und Terrorismus. Das bestätigen uns auch die Erkenntnisse des Zollkriminalamts,“ fügt Werner Barth hinzu.[p][/p]
KPMG führt diese Studie seit 2006 in jedem Jahr durch, als Bestandteil der richtungsweisenden Kooperationsvereinbarung zwischen Philip Morris International (PMI), der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten. Die Resultate dieser Studien werden stets auch den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) mitgeteilt.[p][/p]
DTZ 30/12 -
EU plant größere Warnhinweise
STUTTGART (DTZ/red). EU-Kommissar John Dalli will nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ schärfere Auflagen für die Zigarettenindustrie durchsetzen.
Die Hinweise auf den Packungen sollen künftig doppelt so groß ausfallen, berichtet die Zeitung und beruft sich auf eine Einschätzung der Generaldirektion Gesundheit für die neue überarbeitete Tabakproduktrichtlinie.
Zurzeit bedecken die Text-Warnungen zwischen 30 und 40 Prozent der Verpackungsoberfläche. In Zukunft sollen sie bis zu 75 Prozent der Schachteln bedecken.
Desweiteren will Dalli eine standardisierte Verpackung durchsetzen, d.h. abgerundete Ecken und ähnliche Varianten wären verboten, so die Zeitung.
Die zweite Beschränkung trifft die Markenvielfalt im Handel. Nach den EU-Vorstellungen soll in Zukunft nur noch eine einzige Packung je Marke gezeigt werden dürfen, heißt es.
(DTZ 29/12)
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Imperial Tobacco will Klage einreichen
BRISTOL (DTZ/red). Imperial Tobacco PLC plant rechtliche Schritte gegen die britische Regierung einzuleiten, sollte die Einheitspackung (engl. Plain Packaging) für Tabakprodukte gesetzlich geregelt werden.
„Der Rechtsweg ist nicht unser bevorzugtes Vorgehen, aber wir sind uns sehr deutlich bewusst, dass wir es nicht ausschließen“, sagt Geschäftsführerin Alison Cooper im Gespräch mit dem Online-Finanzmagazin „This ist Money“.
Die Online-Befragung des britischen Gesundheitsministeriums (Department of Health/Doh) läuft noch bis August und das Ergebnis könnte eine Gruppenklage auslösen, heißt es.
Vergangene Woche hatte bereits Japan Tobacco International (JTI) angekündigt gegen die Cameron-Regierung zu klagen, sollte Plain Packaging für Zigaretten im Vereinigten Königreich verbindlich vorgeschrieben werden.
(DTZ 29/12)
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EU will Warnhinweise verdoppeln
STUTTGART (DTZ/pi). EU-Gesundheitskommissar John Dalli will die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" verdoppeln.
Diese Überlegungen stehen in engem Zusammenhang mit der neuen Tabakproduktrichtlinie, die im Herbst 2012 im EU-Parlament beschlossen werden soll.
Die Textwarnhinweise, die derzeit 30 und 40 Prozent der Verapckungsfläche bedecken, sollen künftig auf 75 Prozent anwachsen.
Hinzukommt, dass Dalli auch im Handel den Zigarettenverkauf einschränken will, berichtet die Tageszeitung. Im Verkaufsraum soll von jeder Marke nur jeweils eine Packung ausgestellt werden dürfen.
Die Kommission will weiterhin bestimmte Aromastoffe wie Vanille oder Schokolade in Zigaretten komplett verbieten, heißt es.
(DTZ 29/12)
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Knigge für E-Zigaretten
LONDON (DTZ/red). Eine e-Zigarette hat auf Englands längster Autobahn, der M6, Ende letzter Woche einen Terror-Großalarm ausgelöst.
Die Gefahrenmeldung vom vergangenen Donnerstag hat sich letztlich als Irrtum herausgestellt. Der Vorfall zeige jedoch, so „BBC-News“, wie leicht der Konsum der elektronischen Zigarette für Irritationen sorgen könne.
Das Nachrichtenmagazin stellt nun die Frage nach potenziellen Verhaltensregeln für den alternativen Rauchgenuss.
In Großbritannien ist das Rauchen der e-Zigarette auf öffentlichen Plätzen gesetzlich erlaubt.Die Entscheidung vieler Fluggesellschaften das Angebot die Nikotin-Liquids während des Fluges zurückzunehmen, sei der Unsicherheit der übrigen Passagiere geschuldet, die zwischen echten und falschen Zigaretten nicht unterscheiden könnten, heißt es.
Wer jedoch in einem schicken Restaurant zur e-Zigarette greife, sollte sich auch mit dem passenden Gesetzestext bewaffnen, der die Legalität des Genusses dokumentiere. Die Öffentlichkeit sei einfach noch nicht auf diesen Konsum vorbereitet.
Demgegenüber hält Simon Clark, Direktor von Forest (Freedom Organisation for the Right to Enjoy Smoking Tobacco), die elektronische Zigarette für absolut geeignet, wenn es sich um öffentliche Plätze oder Räume wie Restaurants handele.
(DTZ 28/12)
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JTI kündigt Klage gegen England an
LONDON (DTZ/red). Japan Tobacco International (JTI) will rechtliche Schritte gegen die britische Regierung einleiten, sollte ein Gesetz zur Einführung der Einheitspackung für Tabakprodukte verabschiedet werden.
Der weltweit drittgrößte Zigarettenproduzent begründet das Vorgehen mit dem Schutz seiner Marken, schreibt die „Financial Times Online“ (FTD). Die Entscheidung werde im September getroffen.
Einen Monat zuvor, im August, sei die öffentliche Online-Abstimmung zum Plain packaging (engl. Einheitspackung) des britischen Gesundheitsministeriums (Department of Health/DoH) offiziell abgeschlossen.
Der Vorstoß ist Medienberichten zufolge der aktuelle Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen der Tabakindustrie und der britischen Regierung zum Thema Plain packaging. Hintergrund ist die Sorge der Hersteller, dass England dem Beispiel Australiens folgen könnte. Dort tritt ab ab Dezember ein Gesetz in Kraft, das für alle Tabakprodukte eine normierte Verpackung gesetzlich vorschreibt.
Martin Southgate, Geschäftsführer von JTI in Großbritannien, zweifelt in diesem Zusammenhang an der Unabhängigkeit des Gesundheitsministeriums (DoH) und glaubt Medienberichten zufolge, dass die Entscheidung für die einheitliche Verpackung von Tabakprodukten schon jetzt längst gefallen sei.
Für die Kritiker steht fest, dass die Nutznießer des Gesetzes das organisierte Verbrechen und der illegale Handel sind und damit am eigentlichen Ziel, dem Jugendschutz, völlig vorbei reguliert werde.
(DTZ 28/12)
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Tabakwarenmarkt im 1. Halbjahr 2012 fast auf Vorjahresniveau
MAINZ (DTZ/fok). Der Markt für Zigaretten und Feinschnitttabak hat sich in Deutschland im ersten Halbjahr 2012 sehr stabil gehalten, obwohl zum Jahresbeginn ein weiterer Tabaksteuerschritt dafür sorgte, dass die Kleinverkaufspreise erneut angehoben werden mussten.
Doch da dieser Steuer- und Preisschritt moderat war und auch zeitlich entzerrt stattfand,fiel auch die Reaktion der Konsumenten nicht aus dem Rahmen.
Die Auslieferungen von Fabrikzigarette an den Handel bezifferten sich im ersten Halbjahr 2012 auf 41,210 Mrd. Stück. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres war dies ein Rückgang um 1,3 Prozent bzw. 539 Mio. Stück weniger. Dies bewegt sich also in der Größenordnung der demografischen Entwicklung mit rückläufigen Bevölkerungszahlen und höherem Durchschnittsalter.
Dank geschickter Markenpolitik erreichten die Hersteller von Markenzigaretten dabei sogar eine etwas bessere Entwicklung als die niedrigpreisigen Handelsmarken. Im Zeitraum Januar bis Juni 2012 wurden 36,368 Mrd. Markenzigaretten an den Handel geliefert; das entsprach einem minimalen Rückgang von 0,5 Prozent bzw. minus 184 Mio. Stück im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen von Handelsbilligzigaretten bezifferten sich auf schätzungsweise 4,842 Mrd. Stück; das waren 6,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Nimmt man nur den Juni 2012 unter die Lupe, zeigt sich für den Fabrikzigarettenmarkt ein Volumen von 7,010 Mrd. Stück, 4,6 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Davon waren 6,208 Mrd. Stück Industriemarken (minus 3,5 Prozent) und schätzungsweise 802 Mio. Stück Handelsmarken (minus 12,1 Prozent).
Etwas besser als der Zigarettenmarkt entwickelte sich der Feinschnittmarkt in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2012 wurden hier insgesamt 13 149 Tonnen an den Handel geliefert. Das war eine minimale Steigerung um 0,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Interessant ist, dass dabei der Markenfeinschnitt deutlich zunahm (um plus 6,9 Prozent auf 9 448 Tonnen, während die Feinschnitt-Handelsmarken mit ca. 3 701 Tonnen sogar um 12,3 Prozent an Auslieferungsvolumen verloren hatten. Dies mag einerseits damit zusammenhängen, dass die Handelsmarken nicht im Wachstumssegment der Volumentabake vertreten sind, spiegelt möglicherweise teilweise aber auch strategische Entscheidungen der Handelsketten wider.
Wenn man sich die verschiedenen Feinschnittsegmente anschaut, zeigte sich der klassische Feinschnitt im ersten Halbjahr mit 6 907 Tonnen um 5,8 Prozent schwächer als im Vorjahreszeitraum. Auch an schnittoptimiertem Tabak wurde mit 3 129 Tonnen weniger abgesetzt; hier fiel der Rückgang mit minus 14,8 Prozent sogar noch kräftiger aus. Der Boom erfolgte hingegen beim Volumentabak, dessen Auslieferungsmenge um 51,0 Prozent auf 3 113 Tonnen nach oben schoss.
Die Juni-Zahlen waren für den Feinschnittmarkt etwas schwächer ausgefallen: Der Gesamtfeinschnittmarkt bezifferte sich auf ein Volumen von 2 239 Tonnen (minus 2,2 Prozent); davon waren 1 602 Tonnen Markenfeinschnitt (plus 2,2 Prozent), während der Handelsmarkenfeinschnitt nach derzeitigen Schätzungen auf 637 Tonnen zurückgefallen war (minus 11,8 Prozent). Auf klassischen Feinschnitt entfielen im Juni 1 167 Tonnen (minus 7,7 Prozent), auf schnittoptimierten Tabak 529 Tonnen (minus 13,6 Prozent) und auf Volumentabak 543 Tonnen (plus 31,2 Prozent).
Der kleine Marktsegment der Ecocigarillos verzeichnete im ersten Halbjahr ein Absatzvolumen von 1,302 Mrd. Stück (minus 9,1 Prozent); im Monat Juni waren es 215 Mio. Stück (minus 12,2 Prozent). Hier hat sich die Erhöhung der Mindeststeuer, die zu kräftigen KVP-Anhebungen zwang, doch recht deutlich ausgewirkt.
(DTZ 28/12)
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Rekordmenge gefälschter Schmuggelzigaretten beschlagnahmt
ANTWERPEN (DTZ/fnf). Belgische Zollbehörden haben mit 151 Millionen Zigaretten die größte Menge an gefälschten Zigaretten seit Bestehen der Europäischen Union sicher stellen können.
Dieser Schlag gegen den organisierten Zigarettenschmuggel geht auf Hinweise der Abteilung Schmuggelbekämpfung der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH in enger Kooperation mit dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) zurück. Die insgesamt 7,6 Millionen beschlagnahmten Packungen unterschiedlichster Marken haben einen Marktwert von rund 38 Millionen Euro.
Wäre die Ware in den deutschen Straßenverkauf gelangt, hätte der Fiskus einen Steuerausfall von 28,5 Millionen Euro sowie Industrie und Handel einen Verlust von 9,5 Millionen Euro erlitten (Kalkulation zu deutschen Marktpreisen und Steuern). Unter der sichergestellten Ware waren allein 28,6 Millionen Zigaretten der Reemtsma-Marke West mit einem Marktwert von 7,2 Millionen Euro. Die gefälschten Zigaretten sind Anfang der Woche heute in Antwerpen unter Aufsicht der Behörden von autorisierten Unternehmen vernichtet worden.
Bisher konnten im Rahmen der Ermittlungen sieben Personen festgenommen werden, die erhebliche Haftstrafen und Geldbußen wegen Steuerhinterziehung, Schmuggel und Fälschung zu erwarten haben.
„Diese gewaltige Menge an gefälschten Zigaretten macht das Ausmaß des illegalen Zigarettenhandels in Deutschland und Europa deutlich. Wir müssen zusammen mit den Behörden die Ermittlungen weiter verstärken, um die kriminellen Strukturen noch effizienter bekämpfen zu können“, erläutert Sebastian Blohm, Leiter Corporate Affairs bei Reemtsma. Beunruhigend sei auch das hohe Qualitätsniveau der Fälschungen, die aus China stammen. Lediglich die deutsche Steuerbanderole habe gefehlt und die Ware wäre deshalb für den Konsumenten kaum zu erkennen gewesen.
Der volkswirtschaftliche Schaden des organisierten Zigarettenschmuggels ist gewaltig: Im vergangenen Jahr sind in Deutschland insgesamt 23,5 Milliarden Stück nicht in Deutschland versteuerter Zigaretten konsumiert worden. Der Schaden daraus beläuft sich für Staat und Wirtschaft auf 5,5 Milliarden Euro.(DTZ 27/12)