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  • „Wenn es sein muss, gehen wir bis zur höchsten Instanz“

    FRANKFURT // Das staatliche Monopol für Sportwetten besteht nicht mehr. Geht es nach dem Willen des Buchmachers Lottoland soll bald auch das Lotterie-Monopol der Vergangenheit angehören. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet der frühere Lotto-Chef Rolf Stypmann will es zu Fall bringen.

    Zwei Dutzend Jahre war Stypmann in verantwortlicher Position für das staatliche Glücksspielwesen tätig. Zunächst war er von 1989 bis 2001 Geschäftsführer von Nordwestlotto Schleswig-Holstein und parallel dazu in den Jahren 1991 und 1992 Chef von Lotto und Toto Mecklenburg-Vorpommern, ehe er von 2001 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 30. September 2013 in derselben Funktion bei Lotto Niedersachsen beschäftigt war. Nach einem Streit mit seinem früheren Arbeitgeber in Hannover, bei dem es unter anderem um Tantiemen ging, hat der Rechtsanwalt und Diplom-Kaufmann die Fronten gewechselt und wurde Sprecher des Buchmachers Lottoland.

    Dieses Privatunternehmen mit Zentrale in Gibraltar hat Lizenzen der britischen, irischen, gibraltarischen und australischen Glücksspielaufsichten. In Deutschland hat Lottoland keine Konzession, tritt aber trotzdem im Internet als Buchmacher für Zweitlotterien auf, unter anderem für Lotto 6 aus 49, Eurojackpot und Spiel 77 sowie für einige bedeutende ausländische Glücksspiele. Laut Glücksspielstaatsvertrag ist das nicht erlaubt. Die Verantwortlichen von Lottoland fühlen sich dennoch berechtigt, auf dem deutschen Markt zu agieren, solange das staatliche Glücksspielwesen nicht hundertprozentig den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs entspreche.

    Lottoland startet Offensive
    Lottoland startet nun eine neue Offensive. So hat das Unternehmen die Primärlotterie Worldmillions lanciert, die mit Jackpots von bis zu 150 Millionen Euro lockt. In Deutschland geht der Buchmacher noch einen Schritt weiter und attackiert das staatliche Lotteriewesen direkt. „Sämtliche Staatsmonopole in Deutschland sind gefallen, das Lotteriewesen ist das einzige, das noch übrig ist“, konstatiert Stypmann.

    Wie DTZ bereits berichtete, will Lottoland jetzt auch Veranstalter einer Lotterie in der Bundesrepublik werden. Dazu hat das Privatunternehmen bei der Regierung Oberpfalz für Bayern, beim Innenministerium in Hannover für Niedersachsen sowie im Saarland Genehmigungen für die Veranstaltung einer Primärlotterie beantragt. Damit will der Buchmacher in direkte Konkurrenz zu den 16 staatlichen Lotteriegesellschaften treten. Der geänderte Glücksspiel-Staatsvertrag, den die Ministerpräsidenten am 16. März unterzeichneten und der am 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, lässt das nicht zu.

    Stypmann rechnet natürlich mit einem Ablehnungsbescheid. Dann will Lottoland den Klageweg beschreiten. „Wenn es sein muss, gehen wir bis zur höchsten Instanz“, so Stypmann, wohl wissend, dass es ein langer, steiniger Weg wird, bis die Behörden vielleicht in einigen Jahren Lottoland eine Genehmigung für das Veranstalten einer großen Primärlotterie erteilen.

    Insgeheim hofft der frühere Lotto-Geschäftsführer, dass bereits die erste Instanz den Fall zur Klärung an den Europäischen Gerichtshof verweist.
    Sollte Lottoland tatsächlich nach Jahr und Tag eine Konzession zur Veranstaltung einer Lotterie bekommen, ist dem Unternehmen natürlich nur geholfen, wenn es Genehmigungen in mehreren Bundesländern erhält. „Eine Lizenz allein im Saarland bringt uns nichts; dann können wir keine Volumina bei den Einsätzen erzielen“, weiß Stypmann.

    Primärlotterie in der Diskussion
    Das Spielprinzip einer eventuellen künftigen Primärlotterie des Buchmachers soll dem der staatlichen Lotterien ähneln. 23 Prozent der Einnahmen sollen laut Stypmann gemeinnützigen Zwecken zugutekommen, zum Beispiel dem Behindertensport. „Und selbstverständlich werden wir auch die in Deutschland geltenden Lotteriesteuern entrichten“, betont der Ex-Lotto-Chef.

    Auf die Frage, wie Lottoland die Auszahlung der Gewinne inklusive großer Jackpots gewährleisten will, antwortet er: „Dafür gibt es eine Versicherungslösung, wie wir dies als Buchmacher bereits bei unseren Wetten haben. Außerdem könnten wir im Vorfeld einen Fonds bilden. Dies haben die staatlichen Gesellschaften vor der Einführung der Lotterie Eurojackpot gemacht.“

    Und wie könnte eventuell der stationäre Vertrieb aussehen? Auf diese Frage reagiert Stypmann mit den Worten: „So weit sind wir noch lange nicht. In diesem Punkt sind die Pläne noch nicht gereift. Da die Zukunft ohnehin im Online-Spielgeschäft liegt, werden wir den Fokus sicherlich nicht auf das stationäre Geschäft legen.“

    da

    (DTZ 14/17)

  • Neue Herausfordung

    LÜBECK // Expansion Die Joh. Wilh. von Eicken GmbH in Lübeck baut ihr internationales Geschäft weiter aus. Peter Witzke ist seit 1. April Leiter Export.

    In der neu geschaffenen Position wird er die Geschicke des stark expandierenden Unternehmens auf internationaler Ebene übernehmen. „Wir freuen uns, mit Peter Witzke einen erfolgreichen Fachmann aus der Tabakbranche in unserem Team begrüßen zu dürfen“, sagt Marc von Eicken. Witzke war 17 Jahre bei Philip Morris tätig und zehn Jahre bei Villiger Söhne.

    pi

    (DTZ 14/17)

  • Steffen Rinn: „Anti-Tabak-Politik bedroht mein Lebenswerk“

    WETTENBERG // Seit 50 Jahren ist Steffen Rinn in der Zigarrenbranche aktiv. DTZ sprach mit dem Alleingesellschafter der Don Stefano Zigarrenmanufaktur über sein wechselvolles Berufsleben und darüber, welche Pläne der 76-Jährige für die Zukunft seines Unternehmens hat.

    Herr Rinn, beschreiben Sie bitte mit ein paar Sätzen, wie die Welt der Zigarre vor 50 Jahren aussah?
    Rinn: In meiner Anfangszeit belief sich der Jahresabsatz an Zigarren in der Bundesrepublik Deutschland auf zirka vier Milliarden Stück. Die Rückläufigkeit war damals allerdings bereits deutlich erkennbar. Kopfzigarren und Zigarillos hielten sich in den 1970er-Jahren in etwa die Waage. Und Importen gab es äußerst selten auf dem deutschen Markt.


    Und wie sieht heute die Absatz-Situation aus?

    Rinn: Klammert man Ecozigarillos und zigarettenähnliche Zigarillos aus, dann beläuft sich die Absatzmenge auf knapp 1,1 Milliarden Stück. Der Marktanteil der Kopfzigarren ist rapide auf zirka fünf Prozent gesunken. Zigarillos haben inzwischen einen Anteil von 95 Prozent, wovon wiederum mehr als die Hälfte aromatisiert sind. Und Longfiller-Zigarren sind mittlerweile ein bedeutsames Segment im Absatz, aber vor allem beim Umsatz.


    Kurz nachdem Sie 50 Jahre alt geworden waren, gab es am 1. April 1991 für Sie mit dem Verkauf des von Ihrem Großvater 1895 gegründeten Unternehmens Rinn & Cloos an die Burger-Dannemann-Gruppe eine drastische Zäsur. Es gibt bestimmt schönere Geburtstagsgeschenke, oder?

    Rinn: Sicherlich haben Sie da recht. Andererseits sollte man die damalige Situation von Rinn & Cloos sehen. Als Marktführer im Bereich hochwertiger Zigarren lagen wir mit unserer Betriebsgröße zwischen einem Spezialisten und einem Massenhersteller. Wir hatten somit aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Wahl, in die Gruppe der Großen oder in die der Kleinen einzusteigen – mit allen Konsequenzen. In dieser Überlegungsphase kam die Firma Burger mit einem Angebot auf uns zu, das letztlich die dritte Generation unseres Familienunternehmens angenommen hat.

    Knapp drei Jahre nach dem Verkauf von Rinn & Cloos, am 1. Januar 1994, wagten Sie mit Ihrer Firma Don Stefano auf deutlich kleinerem Niveau einen Neuanfang. Sagen Sie heute: Das war genau die richtige Entscheidung, ich würde es wieder so machen?
    Rinn: In der damaligen Zeit war es die richtige Entscheidung. Aufgrund meines Know-hows, meiner Verbindungen zum Rohtabakmarkt und meinem Bekanntheitsgrad im Fachhandel konnte ich mit früheren Mitarbeitern und mit einer gewollt kleinen, edlen Manufaktur den Neustart wagen.

    Sie sind 76 Jahre alt und damit in einem Alter, in dem andere bereits längst in Rente sind: Wie haben Sie Ihre Nachfolge geregelt?
    Rinn: Man ist so alt, wie man sich fühlt – von daher sehe ich noch keinen Grund, mich zur Ruhe zu setzen. Mein Kampfgeist und mein Engagement für die Zigarre sind ungebrochen. Das können Fachhändler und Zigarrenraucher anlässlich meiner mehr als 20 Zigarren-Veranstaltungen im Jahr erleben. Verständlicherweise gibt das Alter ein Signal, dass man die Nachfolgeregelung zu bestellen hat. So ist mein Sohn ‧Matthias als Geschäftsführer für Vertrieb und Messe sowie Marco Peter als Geschäftsführer für den Verwaltungsbereich zuständig.


    Wie sehen Sie die Chancen für das Unternehmen Don Stefano, sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren am Markt zu behaupten?

    Rinn: Wie bereits gesagt haben sich die Rahmenbedingungen dramatisch zum Negativen verändert. Die Auswirkungen, etwa die Kostenbelastungen durch die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie TPD 2, sind von Don Stefano aktuell und zukünftig nur schwerlich zu stemmen. Die Anti-Tabak-Politik bedroht mein Lebenswerk.


    Das ist bitter. Was tun Sie jetzt?

    Rinn: Das bedeutet für Don Stefano als kleine Manufaktur, auch im Hinblick auf Veränderungen im Absatzmarkt, Möglichkeiten zu eruieren, wie man gemeinsam in Partnerschaft mit einem anderen Produzenten oder in Form einer Integration weiterhin als Hersteller und Importeur hochwertiger Zigarren und Zigarillos bestehen kann.

    da

    (DTZ 14/17)

  • BTWE tagt Ende Mai in Rösrath

    KÖLN // Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) lädt für den 28. und 29. Mai zur Delegiertenversammlung und zum Branchendialog ein. Veranstaltungsort ist wieder der vor den Toren Kölns gelegene Ort Rösrath.

    Das Schwerpunktthema am Sonntag sind Alternativprodukte für den Tabakwaren-Fachhandel, wobei es vornehmlich um E-Zigaretten, Liquids und ähnliche Erzeugnisse geht.

    Am nächsten Tag steht die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) im Fokus der Tagung. Dabei werden insbesondere die verschiedenen Facetten von Track & Trace beleuchtet, sprich: die Rückverfolgbarkeit von Tabakprodukten vom Hersteller bis zum Einzelhändler.

    Alljährlich begrüßen BTWE-Präsidium und -Geschäftsführung rund 150 Teilnehmer aus Handel und Industrie auf der Jahrestagung, zu der zahlreiche hochkarätige Referenten eingeladen werden.

    Weitere Informationen finden Sie unter: [link|http://www.tabakwelt.de] www.tabakwelt.de [/link]; Anmeldungen auch per E-Mail möglich unter: [link|mailto:btwe@einzelhandel.de]btwe@einzelhandel.de [/link].

    Der BTWE ist die berufspolitische und fachliche Interessenvertretung des Einzelhandels der Branche in Deutschland. Somit betreibt er Lobbyarbeit und ist zugleich Dienstleister für den Tabakwarenhandel.

    da

    (DTZ 14/17)

  • Ermuri steigert Umsatz in Zeiten der TPD 2

    DETMOLD // Die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) macht der Branche kräftig zu schaffen. Auch die Ermuri war durch den administrativen Aufwand massiv betroffen. Das erklärte Ermuri-Vorstandsvorsitzender Cay Uwe Vinke auf der Jahrestagung, die vom 31. März bis 2. April in Detmold stattfand. Trotzdem sei die Umsatzentwicklung zufriedenstellend.

    Vinke skizzierte ein unterschiedliches Bild der aktuellen Branchensituation. Auf der einen Seite die klassischen Bereiche der Tabakwirtschaft: Hier konstatierte Vinke eine rückläufige Entwicklung, wobei er insbesondere auf Zigaretten und Feinschnitt einging. Bei Feinschnitt prangerte er die Spannen-Verschlechterung an: „Da wird mehr Inhalt reingepackt bei steigendem EK und gleichem KVP.“ Viele Mitglieder äußerten, derartige Produkte unter die Ladentheke zu stellen und nur auf Nachfrage zu verkaufen.

    Auf der anderen Seite beobachtete Vinke einen anhaltenden Trend hin zu hochwertigen E-Zigaretten und dem damit einhergehenden Liquid-Geschäft. Erfreut zeigte er sich über die gute Entwicklung der eigenen Liquid-Marke E´Werk. Gute Erfahrungen hat die Ermuri seinen Worten zufolge darüber hinaus mit den Liquids von Innocigs gemacht. Nun will die Ermuri abwarten, wie sich die Situation bei den E-Zigarettenproduzenten nach dem 20. Mai darstellt. Vinke geht davon aus, dass sich nach diesem Datum wegen der endgültigen Umstellung auf die TPD-2-Vorgaben die Spreu vom Weizen trennen wird.


    Tendenz noch oben

    Vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen am Markt hat sich die Ermuri Genuss Company gut behauptet. So verzeichnete der Lagerumsatz im Wirtschaftsjahr 2015/16 (1. Oktober bis 30. September) eine Steigerung von 3,3 Prozent auf 116 Millionen Euro. Auch im Streckengeschäft, beim zentralregulierten Umsatz und beim Bonusumsatz gab es keinen Grund zu klagen. Der Gesamtumsatz kletterte gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr um 4,3 Prozent auf 127,1 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 51 auf 57,1 Prozent.

    Betrachtet man die Umsatz-Entwicklung der Ermuri über einen längeren Zeitraum ist eine klare Tendenz nach oben festzustellen, veranschaulichte Vinke. Vor rund zehn Jahren zum Beispiel habe der Umsatz erst bei etwas mehr als 80 Millionen Euro gelegen. Langfristig sei die Ermuri deutlich gewachsen.

    Allerdings sinkt die Zahl der Mitglieder: Am 30. September 2016 hatte die Ermuri 812 Mitglieder gegenüber 829 im vorherigen Geschäftsjahr. Demgegenüber hat der Durchschnittsumsatz pro Mitglied kräftig zugelegt, was den höheren Gesamtumsatz erklärt. Den Durchschnittsumsatz pro Mitglied gab der Ermuri-Vorstandsvorsitzende für das Geschäftsjahr 2015/16 mit 151 000 Euro an nach 141 000 Euro im Vorjahr.

    Im laufenden Wirtschaftsjahr hat sich der Trend in der Mitgliederentwicklung fortgesetzt, während sich die Geschäftsentwicklung in etwa auf dem Vorjahresniveau bewegt.

    Auflösung der Ermuri-Händlervereinigung
    Ein wichtiges Thema auf der diesjährigen Mitgliederversammlung war die Auflösung der Ermuri-Händlervereinigung. Bereits auf der letztjährigen Tagung hatten Vorstand und Aufsichtsrat über das Vorhaben informiert, und die Mitglieder hatten dazu grünes Licht gegeben. Dieses Jahr wurde dieser Schritt einstimmig von der Mitgliederversammlung beschlossen und Vinke mit seiner Umsetzung betraut.

    Die 1922 gegründete Ermuri Händlervereinigung wird somit in den nächsten Monaten aufgelöst, während sämtliche Aktivitäten auf die vor 52 Jahren aus ihr hervorgegangene Genossenschaft, die heutige Ermuri Genuss Company, konzentriert werden.

    Gut angenommen wurde die Ermuri-Hausmesse, die parallel zur Tagung stattfand. Die Mitglieder begrüßten, dass dort wieder mehr Ware zum Anfassen gezeigt wurde.

    Neben Cay Uwe Vinke gehört Manfred Kröger dem Vorstand der Ermuri Genuss Company an. Aufsichtsratsvorsitzender ist Dirk Quade aus Bremen, der einstimmig wiedergewählt wurde. Auch Gerry Weber aus Burg bei Magdeburg wurde bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen einstimmig als Aufsichtsratsmitglied bestätigt.

    da

    (DTZ 14/17)

  • „Freiheit als universelles Menschenrecht“

    BERLIN // Claas Relotius, freier Reporter für das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, wurde in Berlin mit dem Reemtsma Liberty Award 2017 ausgezeichnet. Die Jury würdigte zwei Reportagen des Hamburger Journalisten: „Nummer 440“ („Spiegel“-Ausgabe 15/2016) und „Königskinder“ (28/2016).

    Der mit 15 000 Euro dotierte Reemtsma Liberty Award ehrt seit 2007 herausragende journalistische Arbeiten von Reportern und Korrespondenten deutscher Medien im Ausland, die sich besonders um die Freiheit der Presse, der Gesellschaft und damit um die Freiheit jedes Einzelnen verdient machen. Die Preisverleihung erfolgte in diesem Jahr vor dem Hintergrund besorgniserregender Entwicklungen wie der Verhaftung von Deniz Yücel und weiterer Journalisten in der Türkei und dem Verhalten von US-Präsident Donald Trump gegenüber Medien. Die Ehrenrede beim Reemtsma Liberty Award 2017 hielt der amerikanische Investigativjournalist und Jurist Ronan Farrow, einer der führenden, jungen Verfechter eines liberalen Amerikas.

    Überzeugende Reportagen
    Claas Relotius überzeugte die Jury mit zwei Reportagen, die jede für sich den Begriff der Freiheit als universelles Menschenrecht beleuchten – und zugleich dessen Fragilität aufzeigen. Nach Meinung der Jury verleihen insbesondere die Details, die Relotius mit viel Aufwand recherchiert hat, beiden Reportagen ihre einzigartige Wucht.

    Im Namen der Wettbewerbs-Jury überreichte Juror Gero von Boehm den Preis: „Claas Relotius’ Reportagen sind unglaublich detailliert ausrecherchiert und eindringlich geschildert und fast schon als Literatur zu bezeichnen. Auch wenn man dachte, schon alles gehört und gelesen zu haben, so gelingt es Relotius mit seinen herausragenden Stücken, eine weitere Tür mit neuen Erkenntnissen aufzumachen.“

    Zur Bedeutung des Preises sagte Reemtsma-Chef Michael Kaib: „In vielen Ländern sehen wir Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit, die besorgniserregend sind. Doch ist eine freie Presse unerlässlich dafür, dass sich Menschen frei und selbstbestimmt informieren können. Für uns ist das ein ganz zentrales Gut. Der Reemtsma Liberty Award war damit wohl nie wichtiger als jetzt.“
    pi

    (DTZ 13/17)

  • Dr. Eckert übernimmt Buchhandlung Schwanhäuser in Freiburg

    BERLIN/STUTTGART // Zum 1. April übernimmt die Unternehmensgruppe Dr. Eckert die Freiburger Buchhandlung Schwanhäuser. Die Buchhandlung liegt in der Freiburger Innenstadt zwischen Bertoldsbrunnen und Stadttheater gleich neben der Universität.

    Nach kurzen Umbaumaßnahmen bei laufendem Betrieb wird die Buchhandlung ab Anfang Mai unter dem Namen Ludwig weitergeführt werden.

    Thomas Hierholz, Leiter Verkauf und Expansion bei der Unternehmensgruppe Dr. Eckert: „Mit der Übernahme der Buchhandlung von Herrn Schwanhäuser werden wir zum ersten Mal eine Buchhandlung außerhalb eines Bahnhofes führen. Ich bin persönlich überzeugt, dass wir durch die länger vereinbarte Einarbeitung durch Herrn Schwanhäuser und die Kompetenz der bisherigen Kolleginnen am Standort den Übergang für unsere Kunden reibungslos über die Bühne bringen und für weitere Übernahmen in dieser Richtung entsprechende Erfahrungen sammeln können.“

    Die traditionsreiche Buchhandlung Schwanhäuser verfügt über eine Geschäftsfläche von rund 100 Quadratmetern und etwa 40 Quadratmeter Nebenfläche. Nicht zuletzt aufgrund der räumlichen Nähe zur Universität verfügt die Buchhandlung neben dem üblichen Sortiment aus aktueller Literatur, Kinder- und Sachbüchern u.a. über eine bestens sortierte juristische Abteilung, eine große Sprachenabteilung und einen besonderen englischsprachige Bereich.

    In den kommenden Wochen wird in die bestehende Buchhandlung ein Tabakwaren-Fachbereich der Marke „Barbarino“ in Form einer Shop-in-Shop-Lösung integriert werden.
    pi

    (DTZ 13/17)

  • Villiger-Gruppe spart Kosten und passt Verkaufspreise an

    WALDSHUT-TIENGEN // Robert Suter ist seit gut einem Jahr Chef der Villiger-Gruppe. Zum 1. März 2016 hat er Heinrich ‧Villiger als CEO der Villiger-Unternehmen abgelöst. Nach dem Ausscheiden von Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer Peter Witzke hat Suter dessen Aufgaben mit übernommen. DTZ sprach mit ihm über die Herausforderungen für das Familienunternehmen.

    DTZ: TPD 2 hat die Tabakbranche sowohl arbeitsmäßig als auch finanziell belastet. Was hat die Umstellung auf TPD-konforme Ware das Haus Villiger bislang gekostet?
    Robert Suter: Die finanziellen Aufwendungen gingen in den siebenstelligen Euro-Bereich. Wegen TPD 2 war 2016 ein enorm belastendes Jahr. Die Mitarbeiter waren sehr stark gefordert. Schließlich setzte jedes EU-Mitgliedsland die Vorgaben aus Brüssel etwas anders um, und in manchen Ländern waren die Umsetzungsfristen extrem kurz.

    DTZ: In welchem Umfang verursachte die TPD 2 Rückgänge?
    Suter: Es gab Artikel, da verzeichneten wir zweistellige Absatz- und Umsatzrückgänge.

    DTZ: Und wie war die Umsatzentwicklung schließlich im Gesamtjahr ?
    Suter: Letztlich nicht so krass wie befürchtet. Über das Gesamtjahr konnten wir den Umsatz sogar leicht steigern.

    DTZ: Auf welches Niveau?
    Suter: Konkrete Zahlen publizieren wir nicht.

    DTZ: Wie viele Produkte hat die Villiger-Gruppe wegen TPD 2 vom Markt genommen?
    Suter: Am Ende waren es rund 30 Artikel, die der Umstellung auf die TPD-2-Vorgaben zum Opfer fielen.

    DTZ: Nach dem 20. Mai darf nur noch TPD-konforme Ware verkauft werden. Wird Villiger Söhne Altware seiner Handelskunden zurücknehmen?
    Suter: Wir nehmen grundsätzlich keine Ware zurück. Das können wir uns nicht leisten, denn wir haben, wie schon gesagt, enorm unter der TPD 2 gelitten.

    DTZ: Werden Sie wegen der Ausgaben für die TPD 2 die Verkaufspreise erhöhen?
    Suter: Wegen der TPD 2, aber auch aufgrund gestiegener Rohtabakpreise und der allgemeinen Kostenentwicklung kommen wir an Preisanhebungen nicht mehr vorbei. Wir müssen deshalb die höheren Kosten laufend an die Konsumenten weitergeben.

    DTZ: Nicht zuletzt wegen der TPD 2 haben Sie auch den Rotstift angesetzt. Wo sparen Sie Kosten ein und in welcher Größenordnung?
    Suter: Die Einsparungen entsprechen in etwa dem Betrag, der durch die Ausgaben für die TPD 2 entstanden ist. Gespart wird vor allem beim Marketing und im Vertrieb. Das betrifft zum Beispiel Kürzungen bei Werbeausgaben. Das kann man natürlich nicht beliebig weiterführen.

    DTZ: Und wie sieht es beim Vertrieb aus?
    Suter: Wir haben darauf geachtet, dass wir da weiterhin schlagkräftig bleiben. Deshalb haben wir auch den Verkauf neu strukturiert und die Außendienstmannschaft aufgegliedert in Fachhandelsbetreuer und Außendienstmitarbeiter für die übrigen Absatzkanäle.
    da

    Lesen Sie das vollständige Interview in der Printausgabe DTZ 13/17.

  • Tobias Fraas als BLD-Vorsitzender bestätigt

    DORTMUND // Tobias Fraas (49) bleibt vier Jahre erster Vorsitzender des Bundesverbands der Lotto-Toto-Verkaufsstellen (BLD).

    Die Wahl erfolgte am vergangenen Wochenende einstimmig anlässlich der Mitgliederversammlung in Dortmund. Als Schatzmeister wurde Alexander Kleiber vom Verband der Toto- und Lotto-Verkaufsstellen Baden-Württemberg wiedergewählt.

    Tobias Fraas vom Hessischen Lotto-Toto-Verband ist seit einem Jahr Vorstandsvorsitzender des BLD. Dieser Verband ist die Interessensvertretung für mehr als 24 .000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen bundesweit mit mehr als 100 .000 Arbeitnehmern.

    Fraas sieht das Ergebnis als Anerkennung für die Arbeit in den vergangenen zwölf Monaten. Auch in Zukunft werde der Verband den Fokus auf die Stärkung der Mitglieder setzen. „Dabei werde ich mich vor allem weiter dafür engagieren, dass die in den Landesverbänden organisierten Mitglieder rechenbare Vorteile durch den Ausbau unseres Netzes an Kooperationspartnern erzielen“, so Fraas.

    Letztlich gehe es dem Verband darum, die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit für mehr als 24 000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland zu erhöhen. „Als Basis dafür sehen wir eine konstruktive Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Ilo-profit Services GmbH und den Landeslotteriegesellschaften, den Pressegrossisten sowie der Tabakindustrie“, sagt Fraas. Dabei gehe es nicht nur um die Zukunft der meist als Familienbetriebe geführten Unternehmen, sondern auch um einen gesellschaftlichen Auftrag.

    Die Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland mit über 100 000 Beschäftigen übernehmen seinen Worten zufolge heute eine wichtige Rolle der Nahversorgung in den Städten und Gemeinden und als Wahrer des Jugendschutzes. „Dies werden wir verstärkt gegenüber Politik und Behörden vertreten und bei Themen wie Zigarettenschwarzmarkt und illegales Glücksspiel deutlich Position beziehen“, betont Fraas.
    vi

    (DTZ 13/17)

  • Avo Uvezian verstorben

    MAINZ // Avo Uvezian, Jazz-Musiker, Komponist und Legende der Zigarrenbranche ist tot. Er starb am 24. März – zwei Tage nach der Feier zu seinem 91. Geburtstag.

    „Mit Uvezians Tod hat die gesamte Zigarrenindustrie einen enormen Verlust erlitten. Avo wurde stets von Kunden, Einzelhändlern, Produzenten, Freunden und Bekannten bewundert und geachtet. Seit über 30 Jahren war er weltweit bekannt und Teil unserer Familie. Er war voller Leben, und wir werden seine Leidenschaft und seine wunderbaren Talente als Zigarrenexperte und Musiker schmerzlich vermissen. Wir werden aber auch jeden Moment schätzen, den wir das Glück hatten, mit ihm teilen zu dürfen“, sagte Hans-Kristian Hoejsgaard, CEO der Oettinger Davidoff AG.

    Und Jim Young, Präsident der Davidoff of Geneva North America, ergänzt: „Avo kannte in seinem Engagement für die Zigarrenindustrie keine Grenzen. Er brachte stets neue Ideen und regte immer zum Nachdenken an. Ein Abend mit ihm war unvergesslich. Seine Wärme und sein Lachen, die Gespräche mit ihm, werden uns sehr fehlen.“

    Scott Kolesaire, der für die AVO-Marketing-Programme zuständig ist, erinnert sich an seinen Freund, Lehrer und Mentor: „Wir haben uns immer ausgetauscht und gemeinsam die AVO-Marke zu einer festen Größe im Premiumsegment des globalen Zigarrenmarkts – vor allem in den USA – entwickelt. Seine Ideen und Inspirationen machten meinen Tag farbenfroh und wertvoll.“

    Uvezian wurde 1926 in Beirut als Sohn einer Sängerin und eines aus der Türkei stammenden armenischen Dirigenten geboren. Erst in den 1980er-Jahren entdeckte er dann seine Liebe zum Zigarrengeschäft, begann mit der Fertigung in der Dominikanischen Republik. Ab 1987 arbeitete Uvezian dann eng mit Davidoff, zunächst insbesondere mit Hendrik „Henke“ Kelner zusammen.
    pi/red

    (DTZ 13/17)