Autor: admin

  • Standard-Packung spaltet Konservative

    LONDON // Die Debatte polarisiert: An der geplanten Einführung der standardisierten Packung für Tabakprodukte im Mai 2016 reibt sich die Conservative Party von Premierminister David Cameron schon seit Monaten auf. Jetzt steht eine Entscheidung bevor.

    Bereits am Montag haben Parlamentarier parteiübergreifen im General Committee das Plain Packaging für Tabakprodukte erörtert. Eine endgültige Entscheidung in freier Abstimmung könnte am Mittwoch fallen, berichtet der „Telegraph“.

    Was genau im Ausschuss diskutiert wurde und zu welchen Ergebnissen die Mitglieder des Unterhauses kamen, ist nicht bekannt. Tatsache ist, so die britische Berichterstattung, dass 85 von 304 Tories, wie die Mitglieder der Konservativen Partei des britischen Parlaments genannt werden, gegen die Einführung des Gesetzes stimmen wollen. Kritiker monieren, dass die Abstimmung ohne Debatte durchgeführt werden soll.
    Dass das Plain Packaging kommen wird, steht fest, so die britischen Medien. David Cameron setzt dabei auf die Unterstützung der Labour Party mit 257 Mandaten und der Liberal Democrats mit 56 Mandaten.
    red/kes

    (DTZ 11/15)

  • 75 Jahre Hauser in Augsburg

    AUGSBURG // Ob ein Firmengründer bei „Dienstantritt“ daran denkt, was aus seinem Unternehmen in 25, 50 oder gar 75 Jahren geworden sein wird? Als Hermann Hauser im Jahr 1940 als Efka-Vertreter für den Bezirk Bayerisch-Schwaben begann, musste er kriegseinsatzbedingt die Firmenleitung bald seiner Frau Herta überlassen.

    Aus Gefangenschaft heimgekehrt führte er das Geschäft weiter, Jahre später erfolgte der Firmeneintritt der Söhne Heinz und Peter Hauser.

    Letzterer blickt im DTZ-Interview auf die Unternehmensgeschichte zurück und nimmt auch Stellung zum aktuellen Marktgeschehen. An diesem nimmt die Firma Hauser auch mit 75 Jahren Firmenhistorie rege teil, beschäftigt heute 45 Mitarbeiter in Augsburg sowie im deutschen und österreichischen Außendienst.

    Als Importeur namhafter Marken wie Colibri und Passatore setzt man auf Vielfalt und Breite, und ist stets in der Lage, den Fachhandel kompetent zu beraten sowie schnell zu beliefern.
    jgw

    Lesen Sie ein Interview in der aktuellen Printausgabe DTZ 11/15.

    (DTZ 11/15)

  • „Es ist erschreckend, dass ein Produkt derart überreguliert wird“

    MAINZ // Im Gespräch mit der Tabak Zeitung spricht Jan Mücke über Konjunkturerwartungen und mit welchen Trends die Branche dieses Jahr bewegen. Und warum er die TPD2 für eine erschreckende Überregulierung hält.

    Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sehen nicht so schlecht aus. Erwartet auch die Zigarettenindustrie ein gutes Jahr?
    Mücke: Wir können, glaube ich, nicht ganz so optimistisch in die Zukunft schauen, weil das regulatorische Umfeld schwierig ist. Außerdem liegt auf den deutschen Märkten ein hoher Kostendruck, zum Beispiel aufgrund teurer Energie. Und wir müssen uns darauf einstellen, dass die Absatzzahlen in den kommenden Jahren leicht sinken werden. Das sind Herausforderungen, die unserer Branche das Leben nicht leichter machen.

    Sie sprechen Energie- und Lohnkosten an – lohnt es sich überhaupt noch, in Deutschland zu produzieren?
    Mücke: Ich hoffe, dass sich das noch sehr lange lohnt. Natürlich gibt es auch innerhalb der Unternehmen starke Konkurrenz, weil sich die Werke um Produktionsaufträge bewerben müssen. Das macht die Situation in einem Hochpreis- und Hochlohnland nicht ganz einfach. Da versuchen die Unternehmen mit einer möglichst hohen Produktivität, mit dem technisch jeweils neuesten Stand und mit engagierten Mitarbeitern gegenzusteuern.

    Wo sehen Sie Trends, die die Branche 2015 bewegen werden?

    Mücke: Ja, die Konsumenten greifen vermehrt zu hochwertiger Ware, sie achten sehr genau auf Qualität. Und wir sehen zwar noch keine wirkliche Stabilisierung bei den Absatzzahlen, aber der Rückgang wird geringer. Das ist eine positive Botschaft.


    Und bei den gesetzlichen Vorgaben?

    Mücke: Der regulatorische Bereich ist der, der uns am meisten beschäftigt. Schon jetzt ist die Schraube eigentlich überdreht, und trotzdem steigt der Druck weiter. Wenn ich nach Irland blicke…


    …wo jüngst das Plain Packaging beschlossen wurde…


    Mücke: Im irischen Parlament, genau. Das ist auch für den deutschen Umsetzungsprozess der TPD2 eine Herausforderung. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere das auch bei uns gern sähe. Wir müssen alles dafür tun, um genau das zu vermeiden.

    Sie haben die TPD2 angesprochen. Wie ist da aktuell der Stand?

    Mücke: Ich komme ja aus der Politik und hätte mir nie träumen lassen, dass diese Art von Gesetzgebungskatastrophe in einem deutschen Rechtsstaat möglich ist. Es ist erschreckend, dass ein Produkt derart überreguliert wird, noch dazu handwerklich so schlecht gemacht ist, dass zum Beispiel völlig unrealistische Umstellungszeiten angegeben werden oder dass das zuständige Ministerium den Unternehmen rät, sie könnten ja schon einmal mit dem Umstellen der Packungsdesigns anfangen, obwohl die Industrie keinerlei Rechtssicherheit hat.
    max

    Lesen Sie das vollständige Interview in der aktuellen Printausgabe DTZ 11/15.

  • Briten gegen Rauchverbot

    LONDON // Das britische Rauchverbot in der Gastronomie hat seit seiner Einführung 2007 viel Kritik einstecken müssen. In einer aktuellen Umfrage spricht sich die Mehrheit der Befragten jetzt für eine Abschaffung der strikten Verordnung aus.

    Über die Hälfte der 4.135 vom Institute of Economic Affairs befragten Briten fordern die Einrichtung von separaten Raucherbereichen. Ein großer Teil der Umfrage-Teilnehmer sehen in der strikten Regelung auch eine Ursache für das sogenannte Pub-Sterben in Großbritannien.
    red

    (DTZ 10/15)

  • 125 Jahre Woermann Cigars

    RÖDINGHAUSEN // Heinrich Woermann gründete vor 125 Jahren die Woermann Zigarrenfabrik im ostwestfälischen Bünde-Hüffen. Zunächst als Filialbetrieb und seit 1890 mit einer eigenen Produktion.

    Den ersten Aufschwung erlebte das Familienunternehmen Anfang der 60er Jahre: Als 1963 Heinz-Dieter Woermann die Geschäftsleitung übernahm, entwickelte sich die Zigarrenfabrik zu einem nationalen Zigarren-Anbieter. Mit dem Kauf der ersten Maschinen setzte Woermann auf Expansion.

    Die Geschäfte mit Shortfillern florierten. Zu Beginn der 1990er Jahre wurden die Produktionskapazitäten durch die Übernahme der der Firma Heinrich Wiechen („Gelbstreifen“) erweitert. Vier Jahre später, 1994, wurde das Bündener Unternehmen Koch & Söhne („Hausmarke“) gekauft.

    1997 übernahm Peter Woermann die Geschäftsleitung von seinem Vater Heinz-Dieter. Unter seine Ägide wurde das Unternehmen 1998 in Rödinghausen angesiedelt und erweitert. Woermann wollte neue Maßstäbe setzen. Um die Jahrtausendwende wurde eine Partnerschaft mit der Friedrich Scholle GmbH & Co. KG vereinbart. Damit waren die Zigarrren- (Woermann) und die Zigarillo-Produktion (Friedrich Scholle) unter einem Dach vereint.

    Produktion in der Dominikanischen Republik
    Beide Unternehmen firmieren seit 2001 als Woermann & Scholle GmbH & Co. KG und noch im selben Jahr mit der CITA (Tenneriffa) zur neuen Vertriebsgesellschaft Woermann Cigars GmbH. Als Vertriebsfachmann stieß jetzt Thomas Strickroch als Gesellschafter dazu. Nachdem dem Rückzug von Friedrich Scholle 2003 konzentrierte sich Woermann auf deutsche, maschinell gefertigte Shortfiller sowie Longfillern aus der Karibik. Seit einigen Jahren gehört eine eigene Produktion in der Dominikanischen Republik zum Firmenportfolio.

    Im Jubiläumsjahr wird das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Zigarren-Spezialitäten in limitierter Auflage auf den deutschen Markt bringen.
    red

    (DTZ 10/15)

  • Davidoff expandiert in Nicaragua und Honduras

    BASEL // Die Oettinger Davidoff AG, Hersteller von Premium Zigarren mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, will neue Tabakanbauflächen in der Region Condega in Nicaragua und im honduranischen Jamastrán-Tal kaufen.

    Wie das Unternehmen berichtete, wurde bereits Bauland für eine neue Zigarrenproduktion in Danlí, Honduras, in der Nähe der Fabrik gekauft, in der die Zigarrenkistchen hergestellt werden. Hintergrund ist die große Nachfrage nach Camacho und anderen honduranischen Marken, die größere Produktionskapazitäten notwendig machen, heißt es. Die alte Fabrikanlage soll verkauft werden.

    Hans-Kristian Hoejsgaard, CEO und Verwaltungsratsmitglied der Oettinger Davidoff AG, erläutert: „Unsere Akquisition von über 150 Hektar Land in Condega, Nicaragua, und in Jamastrán, Honduras, stärkt erneut unsere „crop-to-shop“-Philosophie der vertikalen Integration, die einen Eckpfeiler unserer globalen Strategie darstellt.“

    Javier Plantada, Oettinger Davidoffs Senior Vice President Global Production, fügt hinzu: „Ich freue mich besonders über die hohe Qualität der Anbauflächen, die wir erwerben konnten. Sie werden uns nicht nur erstklassigen Tabak liefern, sondern ermöglichen es uns auch, unsere Innovationspläne umzusetzen und mit vorhandenem und neuem Saatgut zu experimentieren.“

    (DTZ 10/15)

  • Gewinneinbruch bei British American Tobacco

    LONDON // Europas größter Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) verbucht für 2014 einen Gewinneinbruch.

    Das Unternehmen hat in Europa und Amerika weniger Zigaretten verkauft, sodass der Überschuss trotz Preiserhöhungen um gut ein Fünftel auf 3,1 Milliarden Pfund (rund 4,23 Milliarden Euro) zurückging. Der Umsatz verringert sich um acht Prozent auf knapp 14 Milliarden Pfund, wie die Briten mitteilten.

    Schrumpfender Weltmarkt
    Auch 2015 werde das Umfeld schwierig bleiben, sagte Konzernchef Nicandro Durante. Der Weltmarkt dürfte dieses Jahr um drei Prozent schrumpfen – allerdings soll BAT beim Absatzvolumen besser als die Konkurrenz abschneiden. Neben strengeren Auflagen für Raucher in vielen Teilen der Welt sorgen Währungseffekte durch das starke Pfund und den schwachen Rubel für Kopfschmerzen.

    So hätte der operative Gewinn zu konstanten Wechselkursen 2014 um vier Prozent zugelegt – Umrechnungseffekte drückten den Wert aber um 670 Millionen Pfund nach unten. Die Aktionäre will BAT mit einer um vier Prozent auf 148,1 Pence erhöhten Jahresdividende bei Laune halten.
    red

    (DTZ 10/15)

  • BAT expandiert in Brasilien

    LONDON // Der Zigarrettenkonzern British American Tobacco (BAT) will für umgerechnet knapp 3,2 Milliarden Euro den brasilianischen Marktführer Souza Cruz kaufen.

    Nach der Übernahme des noch ausstehenden Anteils von 24,7 Prozent werde das Unternehmen von der Börse genommen, teilte BAT mit. Der Zigarettenhersteller Souza Cruz ist eine BAT-Tochter und kommt in Brasilien auf einen Marktanteil von rund 80 Prozent.
    red

    (DTZ 10/15)

  • Telekom bietet Sportwetten an

    BONN // Die Deutsche Telekom will ab März Sportwetten anbieten, obwohl sie dafür noch keine nationale Wett-Konzession erhalten hat.

    Möglich wird das Geschäft, durch den Einstieg des Konzerns bei der Deutschen Sportwetten GmbH (DSW), berichtet die „Welt“. Telekom hält 64 Prozent des Unternehmens. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Wetten werden künftig über die Internetadresse www.tipp3.de entgegengenommen.

    Die DSW wurde von der Österreichischen Sportwetten GmbH (ÖSW) gegründet. Demzufolge wird die Telekom künftig mit einer österreichischen Wettlizenz arbeiten.
    Der deutsche Sportwetten-Markt bewegt sich Medienangaben zufolge in einer rechtlichen Grauzone. Die Anbieter berufen sich auf teilweise auf alte DDR-Lizenzen oder wie die Telekom auf die Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union. So ist es möglich auch mit Konzessionen beispielsweise aus Malta, Gibraltar oder eben Österreich in Deutschland zu arbeiten.

    Die Telekom hat sich in Deutschland für die Zusammenarbeit mit der ÖSW entschieden, weil das Unternehmen in Österreich seit mehr als zehn Jahren Erfahrungen mit Sportwetten gemacht hat, berichtet die „Welt“.
    red

    (DTZ 09/15)

  • Nach Urteil: BAT legt nach

    HAMBURG // Die Marke Lucky Strike ist seit ihrer Einführung in Deutschland im Jahr 1989 für ihre satirisch-ironische Werbung bekannt. Sie kommentierte in Hunderten von Plakaten und Anzeigen Themen aus Zeitgeschehen und Politik. Stets mit Augenzwinkern und dem bekannten Mechanismus Headline plus Lucky Strike Packung. So auch in zwei Kampagnen aus den Jahren 2000 und 2003.

    Sowohl Prinz Ernst August von Hannover als auch Dieter Bohlen sahen ihre Persönlichkeitsrechte durch diese ironische Werbung verletzt und klagten sich durch verschiedene Instanzen wie das Oberlandesgericht Hamburg über den Bundesgerichtshof, der 2008 ihre Klagen abgewiesen hatte, zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), der vor wenigen Tagen sein Urteil fällte.


    Klagen unbegründet

    Der EGMR hat die Klagen von Dieter Bohlen und Prinz Ernst August von Hannover als nicht begründet zurückgewiesen. Das Gericht ist der Auffassung, dass der Bundesgerichtshof in seinen Entscheidungen in fairer Weise zwischen den Persönlichkeitsrechten einerseits und dem Recht auf Meinungsfreiheit anderseits abgewogen habe. Die Werbung sei satirisch und nicht herabsetzend gewesen. Zudem hatten die Kläger selbst die Anlässe geliefert, die zu einer ausführlichen Presseberichterstattung und zu öffentlichen Diskussion führten. Ihr Schutz auf „Privatheit“ hatte sich damit durch eigenes Zutun eingeschränkt.

    Meinungs- und Werbefreiheit
    „Bekanntlich sollten ja diejenigen, die austeilen, auch einstecken können … Vor allem dann, wenn Deutschlands Werbe-Superstar Lucky Strike mit ironischen Anspielungen Bekanntes aus gesellschaftlichem Leben und Presse kommentiert. Wir teilen die Auffassung des EGMR, dass wir mit unseren damaligen Werbemotiven für die Marke 'Lucky Strike´ über Dieter Bohlen und Prinz Ernst August von Hannover öffentliche Themen aufgegriffen und ironisch verarbeitet haben, ohne ihre Privatsphäre verletzt zu haben. Denn Satire bedeutet ja nicht immanent Herabsetzung. Wir begrüßen diese Entscheidung für Meinungs- und Werbefreiheit“, kommentiert Stephan Rack, Corporate Affairs Manager bei British American Tobacco Germany.
    red

    (DTZ 09/15)