Autor: admin

  • Körber will 800 Stellen in seiner Tabaksparte streichen

    BERGEDORF // Der Hamburger Körber-Konzern, Weltmarktführer für Maschinen zur Zigarettenproduktion will massiv Stellen abbauen. Weltweit sollen 800 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon allein 500 beim Tochterunternehmen Hauni.

    Ursache seien insbesondere der sinkende weltweite Zigarettenkonsum, zunehmende Regulierungen sowie die daraus resultierenden grundlegenden, strukturellen Veränderungen auf Seiten der Zigarettenhersteller.

    Am stärksten betroffen ist laut Körber der Standort Bergedorf, wo bei Hauni 500 von 2.000 Stellen gestrichen werden sollen. Hauni ist das größte Unternehmen der Tabaksparte Körbers. In Schwarzenbeck in Schleswig-Holstein werden rund 100 weitere Jobs gestrichen werden, heißt es. Die restlichen Stellenstreichungen betreffen internationale Standorte.

    Die Maßnahmen seien „einschneiden und teilweise schmerzhaft, aber unerlässlich“, sagte Christopher Somm, Vorsitzender des Vorstandes der Hauni Maschinenbau AG und Mitglied des Vorstandes der Körber AG. Wir richten uns auf die radikalen Marktveränderungen ein und stellen unser Geschäftsfeld damit für die Zukunft neu auf. Es wird in absehbarer Zeit weltweit kein signifikantes Wachstum im Zigarettenabsatz mehr geben.“

    Der Hauni-Vorstand will mit dem Betriebsrat über die Details des Arbeitsplatzabbaus verhandeln. Dabei geht es insbesondere auch um sozialverträgliche Lösungen.
    red

    (DTZ 24/15)

  • Reemtsma passt Preise im Feinschnittsortiment an

    HAMBURG // Nach Anpassung der Kleinverkaufspreise im Zigarettensortiment zu Monatsbeginn vollzieht das Hamburger Traditionsunternehmen Reemtsma den gleichen Schritt nun auch im Feinschnittsortiment.

    Ab Juli steigen die Kleinverkaufspreise für Pouches um durchschnittlich 30 Cent pro Packung. So kosten Gauloises Blondes und Gauloises Frei von Aromastoffen im 30 Gramm Beutel ab Juli 5 Euro und die Marken Drum, Van Nelle und Schwarze Hand in der 38 Gramm Pouch je 6,70 Euro. Die Drehtabakmarke Golden Virginia mit 50 Gramm Inhalt erhalten Konsumenten künftig zum Preis von 10,50 Euro.

    Bei Dosen und Zip Bags beträgt die durchschnittliche Preisanpassung ab Juli des Jahres 1,00 Euro für bis zu 70 Gramm Inhalt sowie 2,00 Euro für 90 Gramm Inhalt und mehr. So sind etwa die JPS Red XL Volume Tobacco Dosen künftig für 13,95 Euro (70 g), 17,95 Euro (90 g) oder 24,95 Euro (140 g) erhältlich. Im Falle des großformatigen Zip Bags Route 66 by West Original Volume Tobacco wird der Packungsinhalt bei unverändertem Kleinverkaufspreis von 25,95 Euro um zehn Gramm auf 160 Gramm reduziert. Bei den Reemtsma-Traditionsmarken Reval und Schwarze Hand steigen die Kleinverkaufspreise der Dosen mit 170 Gramm Inhalt um jeweils 1,45 Euro auf 28,95 Euro.

    „Mit diesem Schritt steigern wir die Werthaltigkeit unseres Portfolios im gesamten Feinschnittsegment. Wie in der Vergangenheit halten wir auch nun an unserer vernünftigen und margenorientierten Preispolitik konsequent fest. Davon profitieren alle Handelsstufen – und zwar auf lange Sicht“, betont Michael Kaib, Director Sales & Trade Marketing der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH.
    pi

    (DTZ 24/15)

  • Mehr Fragen als Antworten

    RÖSRATH // „Weltnichtrauchertag“ hin, EU-Tabakproduktrichtlinie her – bei der BTWE-Jahrestagung am 31. Mai und 1. Juni in Rösrath bei Köln wurde Tabakerzeugnissen und E-Produkten kräftig zugesprochen. Gleichzeitig rauchten die Köpfe, ob der Beiträge zu jenen Themen, die die Branche bewegen.

    Optimaler Termin
    Just an dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) postulierten sogenannten „Weltnichtrauchertag“, dem 31. Mai, trafen sich die Delegierten des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) zu ihrer Jahresversammlung in Rösrath bei Köln. „Die Tagung ist also optimal terminiert“, sagte BTWE-Präsident Rainer von Bötticher zur Begrüßung mit einem verschmitzten Lächeln. Den rund 150 Teilnehmern wünschte er viele schöne Momente des Genussrauchens. Und davon gab es reichlich. Denn allen Anfeindungen zum Trotz wurden Tabakwaren in all ihren Formen genossen. Und auch E-Zigaretten wurden ordentlich gedampft. Dieser Produktgruppe war gleichzeitig einer der Schwerpunkte in Rösrath gewidmet. Darüber wird die Tabak Zeitung in der nächsten Ausgabe berichten.

    Das zweite große Thema drehte sich beim BTWE-Branchendialog um die EU-Tabakproduktrichtlinie, kurz TPD 2. So stand die von den beiden BTWE-Geschäftsführern Willy Fischel und Dieter C. Rangol moderierte Jahrestagung unter dem Titel „Total beschränkt? Fachhandel zwischen Überregulierung und Chancen“. Dieses Motto lehnte sich an den Buchtitel „Total beschränkt – Wie uns der Staat mit immer neuen Vorschriften das Denken abgewöhnt“ von Alexander Neubacher an.

    Neues aus Absurdistan
    Der Autor und Spiegel-Redakteur nahm als Redner an der Tagung teil. Dabei erheiterte er das Auditorium mit ein paar Regulierungsbeispielen deutscher und europäischer Bürokratie, die ebenso gut aus Absurdistan stammen könnten. Ob er genüsslich den Warnhinweis: „Vorsicht, Folie für den Verzehr nicht geeignet“ auf der Ziegenkäsepackung aufs Korn nahm, das automatische Abschalten moderner Fernsehgeräte nach 240 Minuten lächerlich machte oder das Verbot, wegen der Stolpergefahr Sandburgen am Strand zu bauen durch den Kakao zog – die Lacher des Publikums hatte Neubacher ganz klar auf seiner Seite. Diese und eine Reihe weiterer Beispiele zeigten aber auch, wie weit der Staat es bereits mit seiner Regulierungswut getrieben hat. Der Bürger gelte als beratungswürdig und müsse vor sich selbst geschützt werden. „An die Stelle des Homo sapiens tritt der Homo Demenz, der Trottelbürger“, so Neubacher. Ausführlicher Bericht folgt in einer der nächsten DTZ-Ausgaben.

    Schnelle Lösungen
    Ein wunderbares Beispiel für Überregulierung durch den Staat ist die Tabakproduktrichtlinie (TPD 2), die von der EU im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Nun könne die Devise in Sachen TPD nur noch lauten: „Retten und gestalten, was zu retten und zu gestalten ist“, so BTWE-Präsident von Bötticher. Denn mit der Einführung übergroßer Schockbilder auf den Verpackungen werde die Optik der Tabakwarengeschäfte bereits ab Mai nächsten Jahres massiv negativ verändert. Dann befänden Kunden und Mitarbeiter sich in einem Grusel-Kabinett. Deshalb sei es sinnvoll, sich schon heute Gedanken zur Präsentation von Zigaretten und Feinschnittprodukten im nächsten Jahr in den POS-Regalen zu machen. „Wir müssen möglichst schnell nach Lösungen suchen, damit unser positives Image als beliebter und unverzichtbarer regionaler Nahversorger auch im Interesse der Industrie erhalten bleibt“, erklärte der BTWE-Präsident weiter. Er kritisierte, dass die konkreten offiziellen Handling-Vorgaben für die Umsetzung bei der Produktion der neuen Verpackungen immer noch nicht vorliegen. Dies sei ein weiteres Beispiel dafür, wie praxisfern, handwerklich unsauber und unternehmerfeindlich die EU-Richtlinie sei. „Sobald die konkreten Vorgaben vorliegen, sollten wir umgehend eine Lösung vorantreiben“, empfahl von Bötticher. Auch für die in der TPD vorgesehene Rückverfolgbarkeit von Tabakprodukten, von der Produktion bis zur ersten Verkaufsstelle im Einzelhandel, gebe es derzeit noch mehr offene Fragen als Antworten.

    Rechts- und Planungssicherheit
    Mit der TPD2 setzten sich mehrere Referenten auseinander. Jan Mücke, Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes, berichtete über den Status quo und gemeinsame Branchenaktivitäten zur TPD. „Für mich ist es wichtig, dass wir Rechtssicherheit und Planungssicherheit erhalten“, sagte Mücke. Und beides habe die Branche bei der TPD nicht. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär und heutige DZV-Geschäftsführer hätte sich nie träumen lassen, dass diese Art von Gesetzgebungsverfahren in einem deutschen Rechtsstaat möglich sei. Es liege immer noch kein Referenten-Entwurf des zuständigen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vor. Erst im September soll es, wie zu hören sei, einen Kabinettsbeschluss geben und dann im vierten Quartal die Verhandlungen in den Ausschüssen und anschließend die Abstimmung im Bundestag. Das Tabakgesetz werde wohl im ersten Quartal 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Da bereits ab 20. Mai 2016 die Vorgaben der TPD in Deutschland umgesetzt sein müssten, laufe der Branche die Zeit davon. Wenn der Zeitraum für die Produktionsumstellung nur wenige Wochen betrage, sei das einfach deutlich zu kurz, gab Mücke zu bedenken. Die Industrie benötige für die Umstellung auf Zigaretten mit den neuen Warnhinweisen mindestens zwölf Monate, bei Feinschnitt seien es wenigstens 18 Monate. Deshalb hätten DZV und der Verband der Rauchtabakindustrie (VdR) gemeinsame Gutachten in Auftrag gegeben, um damit die Politik von realistischeren Umsetzungsfristen zu überzeugen.

    Claudia Oeking, Manager Regulatory Affairs Philip Morris GmbH, ging näher auf die Thematik Einheitspackungen ein. Philip Morris gehe in England gegen die TPD vor. Die Sache sei inzwischen vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gelandet, der voraussichtlich Mitte 2016 eine Entscheidung fällen werde. England und Irland hätten bereits Plain Packaging beschlossen. Und in Frankreich laufe momentan der legislative Prozess zur Einführung von Einheitspackungen.

    In den Augen von Philip Morris stelle Plain Packaging ganz klar eine Enteignung dar. Außerdem würden unter anderem die Meinungsfreiheit, die Berufsfreiheit und der freie Güterverkehr eingeschränkt, während etwa ein vermeintliches Ziel, der Gesundheitsschutz, statistischen Auswertungen zufolge nicht erreicht werde. Das zeige zum Beispiel Australien, wo Einheitspackungen mit Bildwarnhinweisen bereits Realität seien, ohne dass ein Rückgang des Zigarettenkonsums darauf zurückgeführt werden könne. Stattdessen habe der illegale Zigarettenhandel zugenommen. „Plain Packaging ist ein Konjunkturprogramm für Schmuggler“, meinte Oeking. Sie befürchtet außerdem einen Spillover-Effekt, dass nämlich die Regulierungen des Tabaks auf andere Bereiche übergreifen könnten.

    Über erste Ergebnisse eines neuen gemeinsamen Arbeitskreises zwischen Handel und Industrie zur TPD-Implementierung der Rückverfolgbarkeit, im Englischen als Track & Trace bezeichnet, berichteten Ludwig Willnegger, Chef des Brüsseler Büros der Edeka-Handelskette, und Carsten Zenner, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA). Der Arbeitskreis habe sich bereits mehrmals getroffen, zuletzt am 4. Mai bei einem Tabakwaren-Großhändler, wo derzeit ein Markttest in Sachen Rückverfolgbarkeit laufe.

    Wirtschaftlicher Nutzen fraglich
    Erst kürzlich habe die EU-Kommission eine Machbarkeitsstudie zu Track & Trace veröffentlicht. Der zufolge sei eine Rückverfolgbarkeitslösung machbar, sowohl technisch als auch aus einer wettbewerbsorientierten Marktperspektive. Profitieren könnten davon zum Beispiel öffentliche Gesundheit, Strafverfolgung, Fiskus und Verbraucher. Der geschätzte Gesamtnutzen überwiege laut Studie die Kosten für Industrie und Regierung. Dieser Einschätzung widersprachen Willnegger und Zenner entschieden. „Der Aspekt der wirtschaftlichen Darstellbarkeit von operativen Prozessen im Tabakwarenhandel und in Automatenbetrieben unter der Maßgabe der in der Studie beschriebenen operationalen und technischen Anforderungen bleibt durch die Autoren deutlich unterbeleuchtet“, stellte Zenner fest.

    Legale Industrie
    Ebenso werde der Bewertungsmaßstab „Verhältnismäßigkeit“ in der Studie weitestgehend nicht berücksichtigt. Der Arbeitskreis zwischen Handel und Industrie müsse nunmehr weiter konsequent an den Themenfeldern Dateninhalt, -träger, -objekt, Prozessebenen und Datenaustausch arbeiten, um der Politik Lösungsoptionen aufzeigen zu können. In den Augen von Zenner stelle sich die Frage nach dem Sinn der von der EU vorgesehenen Rückverfolgbarkeit nicht mehr, da die Sache nun einmal beschlossen sei. Sehr wohl berechtigt sei aber indes die Frage nach der Aufrechterhaltung einer legalen und funktionierenden Tabakwaren-Großhandelsstruktur in Europa unter einem Track & Trace-Regime. Zenner sieht bei einer Umsetzung von Track & Trace ohne Augenmaß die Gefahr, dass die Versorgung des Marktes mit legalen Tabakprodukten ernsthaft in Frage gestellt wird.
    da

    (DTZ 23/15)

  • BAT investiert in Südosteuropa

    LONDON // British American Tobacco kauft den kroatischen Zigarettenhersteller TDR für 550 Millionen Euro.

    TDR (Tvornica duhana Rovinj) ist ein Hersteller, der vor allem in Ländern wie Kroatien, Bosnien und Serbien vertreten ist. Das Unternehmen selbst ist Teil des kroatischen Mischkonzerns Adris Grupa. Im Oktober soll das Geschäft abgeschlossen sein. Vorher müssen unter anderem die Aktionäre zustimmen.

    „Dies ist eine spannende Übernahme“, sagte BAT-Chef Nicandro Durante Anfang der Woche in London. Man wolle unverzüglich in den drei Kern-Märkten Kroatien, Bosnien und Serbien mit dem Aufbau einer zukunftsfähigen Plattform für das eigene Geschäft in Zentral-Europa beginnen.

    Im Vergangenen Jahr erzielte TDR einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 44 Millionen Euro.
    red

    (DTZ 23/15)

  • Marlboro ist wertvollste Zigarettenmarke der Welt

    MAINZ // Marlboro ist nach der jährlichen „BrandZ“-Studie des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmen Millward Brown die wertvollste Zigarettenmarke der Welt.

    Im weltweiten Ranking belegt die Marke mit einem Markenwert von rund 80,4 Milliarden US-Dollar den zehnten Platz hinter McDonald’s und noch vor Facebook (Platz 12). Angeführt wird die Rangliste, für die Millward Brown Geschäftszahlen, Verbraucherumfragen und Schätzungen analysiert, von den amerikanischen Firmen Apple, Google und Microsoft, deren Markenwerte zwischen 247 Milliarden US-Dollar und 115 Milliarden US-Dollar liegen.

    Als wertvollste Marken aus Deutschland sehen die Marktforscher SAP auf Position 24 und die Deutsche Telekom (27. Platz), BMW (34. Platz) und Mercedes Benz (43. Platz).
    red

    (DTZ 23/15)

  • Tabakkonzerne müssen elf Milliarden Euro zahlen

    QUÉBEC // Das Oberste Gericht der kanadischen Provinz Québec hat drei internationale Tabakkonzerne zur Entschädigungszahlung in zweistelliger Milliardenhöhe verurteilt.

    Imperial Tobacco, Rothmans Benson & Hedges und JTI-Mac Donald sollen den mehr als eine Millionen Betroffenen 15,5 Milliarden kanadische Dollar, umgerechnet rund 11,3 Milliarden Euro, an Entschädigungen und Zinsen zahlen, entschied der Richter Brian Riordan. Es ist die höchste Entschädigungssumme, die jemals in Kanada verhängt wurde. Vorausgegangen war ein 17-jähriger Rechtsstreit.

    Riordan befand die Hersteller für schuldig, gegen die „allgemeine Pflicht, anderen nicht zu schaden“ sowie gegen die Pflicht, „seine Kunden über Risiken und Gefahren seiner Produkte aufzuklären“, verstoßen zu haben. Die Unternehmen kündigten Berufung gegen die Entscheidung an.

    „Seit den Fünfziger hatten die Kanadier ein starkes Bewusstsein der Gesundheitsrisiken beim Rauchen“, machte JTI-Mac Donald in einer Erklärung geltend. Dieses Bewusstsein sei überdies seit mehr als 40 Jahren durch Warnhinweise auf jeder Zigarettenpackung verstärkt worden. Das Urteil in Québec wolle „erwachsene Konsumenten von jeder Verantwortung für ihr Verhalten entbinden“, kritisierte der Konzern.

    Vor dem Gericht waren zwei Sammelklagen verhandelt worden, die knapp 1,02 Millionen Raucher aus Québec bereits 1998 eingereicht hatten. Mit der Verhandlung war aber erst vor Kurzem begonnen worden.

    Trotz der Berufung müssen die Unternehmen laut Urteil in den kommenden 60 Tagen bereits etwa 730 Millionen Euro Entschädigung bereitstellen.
    red

    (DTZ 23/15)

  • Illegaler Zigaretten-Handel gehört zu den lukrativsten Straftaten

    MAINZ // Tabak-Schmuggel und illegaler Handel in der EU verursachten im vergangenen Jahr Steuerverluste in Höhe von 11,5 Milliarden Euro. Deutschland ist für den illegalen Zigaretten-Handel in Europa ein lohnenswerter Standort.

    Das zeigt die aktuelle Studie der Wirtschaftsberatung KPMG „Project Sun“ im Auftrag von den vier großen Herstellern Reemtsma, Philip Morris, BAT und JTI. Danach machte der illegale Konsum 2014 etwa 8,4 Prozent des Gesamtmarktes aus. Konsumiert wurden 2014 in Deutschland insgesamt rund 8,15 Milliarden Stück illegaler Zigaretten. 13,7 Prozent davon waren sogenannte „Illicit Whites“, also illegale Markenzigaretten, 7,2 Prozent Fälschungen und der große Rest Schmuggelware.

    Über ein Viertel und damit die meisten der in Deutschland gerauchten illegalen Zigaretten kamen im vergangenen Jahr mit 2,10 Milliarden Stück aus Polen, gut ein Fünftel (1,64 Milliarden Stück) stammten aus der Tschechischen Republik, danach folgten Zigaretten aus Weißrussland, Russland und der Ukraine. Der Konsum aller gefälschten und geschmuggelten Zigaretten führte in Deutschland im vergangenen Jahr zu einem geschätzten Steuerausfall von rund 1,5 Milliarden Euro.


    Hohe Konzentration von illegalem Zigaretten-Handel in Deutschland

    Einer aktuellen Studie von Transcrime zufolge fand der illegale Handel 2013 in Europa vor allem in 13 Regionen statt: Von diesen Gebieten – jeweils mit über einer Milliarde gehandelten Zigaretten pro Jahr – lagen sechs in Deutschland, drei in Frankreich und jeweils eine in Griechenland, Italien, Polen und Spanien. Hier konzentrierten sich ungefähr 35 Prozent des gesamten illegalen Marktes in der EU. Transcrime schätzt die Einnahmen aus dem gesamten illegalen Handel in der EU pro Jahr auf bis zu 10,5 Milliarden Euro und sieht diesen in punkto Umsatz-Bedeutung auf dem Niveau des Kokain- und Heroin-Marktes.


    Illegale Produktion in der EU wächst

    Den Erkenntnissen der Reemtsma-Abteilung Group Security & Risk Management zufolge hat sich in der letzten Zeit das illegale Geschäft deutlich verändert. Bis vor etwa zwei Jahren kamen in erster Linie asiatische Fälschungen auf den europäischen Markt als illegaler Import bzw. Schmuggelware. Seit etwa drei bis vier Jahren werden verstärkt Fälschungen entdeckt, die in der EU für den Markt vor Ort hergestellt werden. Die Produktion dicht am Konsumenten verringert das Beschlagnahme-Risiko bei Gewinnspannen von mehreren hundert Prozent.
    pi

    Lesen Sie den vollständigen Beitrag in unserer Printausgabe DTZ 23/15.

    (DTZ 23/15)

  • Tabaksteuer im April

    WIESBADEN // Erfreuliche Zahlen für April: Das Statistische Bundesamt meldet, dass der Fiskus Tabaksteuereinnahmen in Höhe von 1,32 Milliarden Euro erzielte. Das waren 5,4 Prozent mehr als im April vergangenen Jahres.

    Laut Statistik wurden Steuerbanderolen für 6,7 Milliarden Zigaretten (netto) bezogen. Das waren 0,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2014. Bei versteuerten Zigarren und Zigarillos schrumpfte der Absatz um 27,4 Prozent auf 235,4 Millionen Stück. Dieser Rückgang hängt in starkem Maße mit den Ecozigarillos zusammen. Für sie hatte die Industrie im vergangenen Jahr Banderolen im größeren Umfang für die Vorproduktion bezogen.

    Beim Feinschnitt meldet die Behörde für April einen Zuwachs um 11,3 Prozent auf 2280 Tonnen. Der Absatz beim Pfeifentabak legte um 31,8 Prozent auf 131,4 Tonnen deutlich zu. Dieses Wachstum geht wahrscheinlich im Wesentlichen auf das Konto von Shisha-Tabak.
    red

    (DTZ 22/15)

  • Reynolds darf Lorillard übernehmen

    WINSTON-SALEM // Der US-Zigarettenhersteller Reynolds American darf den Konkurrenten Lorillard übernehmen.

    Die US-Kartellbehörde hat den Kauf für 27 Milliarden US-Dollar (24,71 Milliarden Euro) unter Auflagen genehmigt. Demnach müssen die Hersteller unter anderem vier Zigarettenmarken verkaufen und sich aus einem Markt zurückziehen.

    Es wird erwartet, dass Reynolds „Newport“ von Lorillard übernehmen wird. Die Mentholzigarette ist US-Marktführer in ihrem Segment.
    Im Gegenzug erhält Imperial Tobacco nicht nur die die Zigarettenmarken „Winston“, „Kool“, „Salem“ und „Maverick“, sondern auch die E-Zigarette „blu eCigs“ von Reynolds. Der britische Wettbewerber expandiert in den USA.
    red

    (DTZ 22/15)

  • Ecozigarillos verlieren wie erwartet an Boden

    MAINZ // Der Markt der Ecozigarillos sinkt, ist aber nicht eingebrochen oder gar abgestürzt, wie manche dies vielleicht vermutet hatten. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres gingen die Auslieferungszahlen an den Handel im Vergleich zum ersten Tertial 2014 um knapp elf Prozent zurück.

    Zum 1. Januar 2015 musste die Branche eine EU-Vorschrift umsetzen, wodurch Ecozigarillos mit homogenisiertem Deckblatt wie Zigaretten besteuert werden. Damit ist der preisliche Vorteil gegenüber der Fabrikzigarette perdu. Aber die Industrie hat im vergangenen Jahr zum einen vorproduziert, und zum anderen werden nun verstärkt Ecozigarillos mit Naturdeckblatt eingeführt.

    Noch reichlich Altbestände
    Vom Gesamtabsatz im ersten Jahresdrittel in Höhe von 564,4 Millionen Stück nach 633,7 Millionen Stück im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (ein Minus von 10,9 Prozent) waren 164,2 Millionen Stück Ecozigarillos mit Naturdeckblatt. Das entspricht einem Marktanteil von 29,1 Prozent. Mit anderen Worten: Über 70 Prozent des Marktes entfallen nach wie vor auf Produkte mit Folien-Deckblatt – es gibt demnach noch reichlich Altbestände. Nichtsdestotrotz: Die Auslieferungszahlen bei Naturdeckblatt-Ecozigarillos stiegen von Monat zu Monat an: Waren es im Januar nur sieben Millionen und im Februar erst zehn Millionen, schoss der Absatz im März auf 70 Millionen Stück in die Höhe. Im April beliefen sich die Absätze schließlich auf 77,2 Millionen Stück.

    Handelskonzerne steigen um
    Insbesondere die Handelskonzerne sind im April mit ihren Eigenmarken in dieses Segment eingestiegen, allen voran der Discounter Aldi mit „Boston“, aber auch andere Filialisten des Lebensmittelhandels, zum Beispiel Lidl mit „Goldfield“, Norma mit „Marwin“ sowie die Rewe-Gruppe mit ihren Eigenmarken „Jakordia“ und „Turbo“ (Penny).

    Auf Seiten der Industrie hat Reemtsma angekündigt, sein Filterzigarillo-Sortiment der Marken „JPS Red“, „Route 66 Original“ und „Fairwind Red“ auf Naturdeckblatt umzustellen, verbunden mit einer Erhöhung der Kleinverkaufspreise um jeweils 20 Cent pro 17er-Packung. Insgesamt aber waren die Hersteller bei den Industriemarken in Sachen Ecozigarillos mit Naturdeckblatt vergleichsweise zurückhaltend. Einige Produzenten haben im April offensichtlich sogar in starkem Maße Altware – sprich: Ecos mit Folien-Deckblatt – in den Markt geliefert, ohne mit neuer Ware präsent zu sein.

    Einige Fragezeichen
    In den kommenden Monaten dürften sich die Gewichte indes dennoch weiter in Richtung Naturdeckblatt-Produkte verschieben. Die Frage ist derzeit, ob und wann weitere Anbieter in dieses Segment einsteigen. Und noch spannender: Wie reagieren die preissensiblen Raucher? Denn sie dürften maßgeblich dafür entscheidend sein, ob der Gesamtmarkt am Ende das Vorjahresniveau ganz beziehungsweise nahezu erreichen wird oder deutlich darunter liegt. 2014 belief sich das Volumen an Ecozigarillos immerhin auf 2,275 Milliarden Stück.
    da

    (DTZ 22/15)