Autor: admin

  • Werbeverbot für E-Produkte?

    BERLIN // Die Aussichten in Sachen Werbeverbot für Tabakwaren trüben sich ein. Wie DTZ erfuhr, hat die CDU / CSU-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen vor wenigen Tagen über die Haltung zum Gesetzesvorhaben diskutiert.

    Nach einer emotional geführten Diskussion ergab ein Stimmungstest, dass zwei Drittel der Abgeordneten für ein Werbeverbot sind. Da die nordrhein-westfälische Landesgruppe die größte der Fraktion ist, gilt der Test als richtungsweisend für das Verhalten der Gesamtfraktion.

    Für die gesamte Branche besonders alarmierend: Auf breite Zustimmung stieß dabei der Vorschlag für ein weitgehendes Werbeverbot, das sich zudem auf sämtliche nikotinhaltigen Produkte erstrecken soll, also auch auf Tabakerhitzer und E-Zigaretten. Diese Idee stammt von der stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Gitta Connemann, die darüber dem Vernehmen nach bereits Einigkeit mit der SPD erzielt hat.

    Werden tatsächlich entsprechende Regelungen umgesetzt, würde das erhebliche Auswirkungen vor allem auf die noch junge E-Branche, aber auch auf den Handel haben.

    max

    (DTZ 20/19)

  • Lekkerland mit Bilanz zufrieden

    FRECHEN // Mit Vertragsverlängerungen, dem Gewinn von Neukunden und innovativen Dienstleistungen für Kunden hat Lekkerland 2018 die Basis für eine positive Entwicklung geschaffen.

    Zwar gingen Umsatz und operatives Ergebnis zurück, aber „das resultiert vor allem aus dem inzwischen abgeschlossenen Ausstieg eines Großkunden in Deutschland“, so Patrick Steppe, Vorstandschef des Unternehmens. Gemeint ist Aral.

    Steppe weiter: „Das Geschäftsjahr 2018 hat unsere ambitionierten Erwartungen übertroffen und ist angesichts der Herausforderungen erfreulich verlaufen.“ Die Lekkerland-Gruppe hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro (2017: 12,8 Milliarden Euro) und ein operatives Ergebnis (auf Stufe Ebit) von 92,7 Millionen Euro (2017: 104,3 Millionen Euro) erzielt.

    Lekkerland ist in Deutschland, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz und Spanien aktiv. In Deutschland lag der Umsatz bei rund 6,9 Milliarden Euro (2017: rund 7,6 Milliarden Euro) und das operative Ergebnis bei 77,4 Millionen Euro (2017: 79,0 Millionen Euro).

    Tabakwaren-Umsatz rückläufig
    Bei Tabakwaren sank der Umsatz der Lekkerland-Gruppe um 3,1 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro (Lekkerland Deutschland: – 7,4 Prozent / 5,8 Milliarden Euro). Im Bereich Food/Non-Food ging der Umsatz um 3,0 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurück.

    Lekkerland hat 2018 wichtige Meilensteine auf dem Weg zu seinem Ziel erreicht, „Your most convenient partner“ für seine Kunden zu werden. Mit innovativen Dienstleistungen unterstützt das Unternehmen seine Kunden dabei, im Wettbewerb in der Wachstumsbranche Unterwegsversorgung erfolgreich zu sein. „Wir versetzen unsere Kunden in die Lage, mit ihrem Angebot die Wünsche der Verbraucher und aktuelle Trends im Unterwegskonsum optimal zu bedienen“, sagt Steppe.

    Kunden vertrauen Lekkerland
    Darauf vertrauen zahlreiche Kunden, die im vergangenen Jahr ihre Verträge mit Lekkerland verlängert haben, darunter die Westfalen-Gruppe in Deutschland sowie die niederländische Tochtergesellschaft der Bäckereikette Backwerk. Zu den wichtigsten Neukunden zählt die kanadische Fast-Food-Kette Tim Hortons.

    Ein Beispiel für die Dienstleistungen von Lekkerland ist das ganzheitliche Shopkonzept Frischwerk, eine Full-Service-Lösung, bei der Lekkerland vom Design über die Einrichtung bis zur Sortimentsgestaltung und Vermarktung des Shops alles übernimmt. In den vergangenen Monaten sind vier weitere Pilotstores eröffnet worden.

    Im Rahmen einer Innovationsoffensive entwickelt und realisiert Lekkerland eine Vielzahl digitaler Lösungen, um seinen Kunden neue Umsatzchancen zu eröffnen, ihren Geschäftsalltag zu erleichtern, aber auch um Logistikprozesse kontinuierlich zu optimieren. So testet das Unternehmen derzeit den Service Warenkorbprognose, bei dem Kunden in einer App detaillierte Bestellvorschläge – inklusive Mengen – auf Basis ihres bisherigen Bestellverhaltens bekommen. Außerdem beteiligt sich Lekkerland an einem Projekt zur Nutzung der Blockchain-Technologie für den Palettentausch.

    Mit Blick auf die steigende Wettbewerbsintensität und herausfordernde Rahmenbedingungen – unter anderem durch die Einführung von Track & Trace in der Tabaklogistik – erwartet Lekkerland für 2019 ein gutes operatives Ergebnis, selbst wenn es unter dem erfreulichen Ergebnis des Vorjahres liegen wird.

    pi

    (DTZ 20/19)

  • Grünes Licht für Iqos in den USA

    NEW YORK // Die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) bestätigte vor kurzem, dass Iqos, das elektronisch erhitzte Tabaksystem von Philip Morris International, dem öffentlichen Gesundheitsschutz entspricht und hat den Verkauf des Produktes in den USA genehmigt.

    Die Entscheidung der FDA folgt auf umfassende Prüfung von PMIs Vorvermarktungsanträgen für Tabakprodukte (Premarket Tobacco Product Applications, PMTAs) durch die Behörde, die 2017 eingereicht wurden.

    Im Gegensatz zu Zigaretten erhitzt das Iqos-System den Tabak, verbrennt ihn aber nicht. Es ist das erste elektronisch erhitzte Tabakprodukt, das für den Verkauf in den USA zugelassen wird, gemäß dem Gesetz von 2009, das der FDA die Regulierung von Tabakprodukten erlaubt, darunter auch die Überwachung von innovativen Produkten.

    Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung
    Auf die Ankündigung der FDA hin sagte der Vorstandsvorsitzende von PMI, André Calantzopoulos: „Die Entscheidung der FDA, Iqos in den USA zu genehmigen, markiert einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung für die 40 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner, die rauchen. Manche werden das Rauchen aufgeben. Die meisten werden das aber nicht tun, und für sie bedeutet Iqos eine rauchfreie Alternative zum Weiterrauchen. In nur zwei Jahren haben 7,3 Millionen Menschen auf der ganzen Welt Zigaretten aufgegeben und sind vollständig auf Iqos umgestiegen. Die heute von der FDA getroffene Entscheidung eröffnet nun auch erwachsenen Rauchern in den USA diese Möglichkeit. Wir alle bei PMI setzen uns dafür ein, Zigaretten durch rauchfreie Alternativen zu ersetzen, die modernste Technologie und eine intensive wissenschaftliche Validierung miteinander verbinden. Die Ankündigung der FDA stellt einen historischen Meilenstein dar.“

    Klare Richtlinien für Vermarktung
    Er fügte hinzu: „Die Anordnung legt klare Richtlinien für die Vermarktung fest, darunter Marketinganforderungen, die die Chance für Erwachsene maximieren, von Zigaretten umzusteigen, während der unbeabsichtigte Konsum minimiert wird. Dieses Ziel unterstützen wir voll und ganz. Die FDA hat hohe Standards festgelegt und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Anordnung, damit Iqos das richtige Publikum erreicht – nämlich erwachsene Raucher.

    PMI wird den Tabakerhitzer über eine exklusive Lizenz mit Altria Group Inc. auf den US-Markt bringen. Deren Tochtergesellschaft Philip Morris USA verfügt über die Marktexpertise und Infrastruktur, um eine erfolgreiche Markteinführung zu garantieren. PM USA ist bereit, seine anfänglichen Leitmarktpläne für Iqos einzusetzen.

    PMI hat einen umfassenden Korpus an wissenschaftlichen Belegen zur Unterstützung der PMTAs sowie für die Parallelanträge für Iqos als „Tabakprodukt mit modifiziertem Risiko“ (MRTP) eingereicht, die derzeit noch von der FDA geprüft werden.

    pi

    (DTZ 19/19)

  • BTWE-Dialog liefert Ideen für die Zukunft

    RÖSRATH // Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) lädt vom 26. bis zum 27. Mai zur Jahrestagung ein. Veranstaltungsort ist das Geno Hotel in Rösrath-Forsbach ein.

    Der interne Teil der Tagung startet am 26. Mai um 10 Uhr mit der Präsidiumssitzung. Um 12 Uhr schließt sich die Delegiertenversammlung an. Dabei stehen unter anderem Ergänzungswahlen für den verstorbenen BTWE-Präsidenten Rainer von Bötticher und den ebenfalls verstorbenen Vizepräsidenten Gerhard Huber sowie für Fachhändlerin Brigitte Schröder, die das Amt des Schatzmeisters bekleidet hat, auf der Tagesordnung.

    Der öffentliche Teil der Tagung, der BTWE-Branchendialog, beginnt um 13.45 Uhr. In diesem Jahr steht der Branchendialog unter dem Motto: „Ideen für die Zukunft“. Der Untertitel dazu lautet: „Fachhandel in der digitalisierten Welt“.

    Ein Thema dazu heißt: „Wie kann der Fachhandel die Digitalisierung als Chance zur Kundengewinnung besser nutzen?“ Dazu konnte der BTWE folgende Referenten gewinnen:

    [bul]André Sorge, Philip Morris;
    [bul]Thomas Strickrock, Arnold André;
    [bul]Andreas Thoma, BAT;
    [bul]Andreas Schmidt, Vertrieb Westlotto.

    Das zweite Thema beschäftigt sich mit risikoreduzierten Produkten (E-Zigarette und Tabakerhitzer) und setzt sich mit der Frage auseinander: „Wer macht in Zukunft das Rennen – Tabakwaren-Fachhandel, Special Shop oder Web-Shop?“ Dazu haben folgende Referenten ihr Kommen zugesagt:

    [bul]Dustin Dahlmann, Innocigs;
    [bul]Julia Kerl, Philip Morris;
    [bul]Malte Ottomann, JTI;
    [bul]Sarah Schmidt, Reemtsma.

    Der zweite Tag des Branchendialogs startet um 9.30 Uhr mit der Grundsatzrede des am Vortag gewählten BTWE-Präsidenten. Anschließend setzt sich Professor Andreas Kaapke von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit der Frage auseinander, ob und unter welchen Voraussetzungen die Gleichung Multi-Channel gleich Multi-Chancen aufgeht.

    Presse-Angebot im Fachhandel
    Das nächste Thema heißt: „Wie viel Pressesortiment braucht der Fachhandel?“ Dazu stehen Vorträge von Tobias Mai, Geschäftsführer Strategische Vertriebssteuerung Hubert Burda Media, und von Norbert Wallrafen, Leiter Großkunden und Warengruppenmanagement beim Bundesverband Presse-Grosso, auf dem Programm.

    Um 12 Uhr folgt eine Präsentation von Professor Ulrich Reinhardt. Das Thema des Wissenschaftlichen Leiters der Stiftung für Zukunftsfragen, einer Initiative von BAT, lautet: „Schöne neue Arbeitswelt und die Zukunft des Konsums“. Der Branchendialog endet gegen 13 Uhr. red

    (DTZ 19/19)

  • Trend geht zur eigenen Wasserpfeife

    FRANKFURT // Während sich die RBA-Branche seit Jahren vom Messestandort Frankfurt zurückzieht und auf die InterTabac in Dortmund konzentriert, zeigt jetzt ein früheres Nischenprodukt am Main deutlich Präsenz: 300 Aussteller präsentierten auf 20.000 Quadratmetern Neues aus den Segmenten Wasserpfeife und Shisha-Tabak, wobei am letzten Tag auch Konsumenten die Ausstellung besuchen konnten. Veranstalter der Shisha-Messe ist das Unternehmen Projekt20drei10.

    Neue Tabaksorten und Shishas für den Outdoor-Gebrauch standen diesmal im Fokus der laut Veranstalter 25 000 Besucher in Halle 3 der Frankfurter Messe. Und obwohl immer mehr Sisha-Bars eröffnen, geht der Trend zur eigenen Wasserpfeife. Hierfür können die Konsumenten aus einer schier unüberschaubaren Zahl von verschiedenen Modellen auswählen.

    Nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den Ausstellern kam die Shisha-Messe gut an. So wurde unter anderem gelobt, dass die Veranstaltung zu Beginn nur für Fachbesucher geöffnet hatte, wodurch die Attraktivität für die Anbieter gesteigert hatte werden können.
    Die Shisha-Messe diene für sein Unternehmen als Dreh- und Angelpunkt für den Erfahrungsaustausch sowie für die Kommunikation mit Privat- und Geschäftsleuten, auf die er einen besonderen Wert lege, betonte beispielsweise Arfianda Bachtiar als Geschäftsführer der Firma Cocogreen. red

    (DTZ 19/19)

  • Steuersenkung gegen Schmuggel?

    BRASILIA // Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Der brasilianische Justizminister prüft, ob eine Senkung der Tabaksteuer den Schmuggel in dem südamerikanischen Land eindämmen könnte.

    Die Bildung einer Kommission, die prüfen soll, ob Steuersenkungen ein geeignetes Mittel gegen den grassierenden Schmuggel wären, wurde im brasilianischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Ankündigung sorgte für eine große Polemik, sofort meldeten sich Befürworter und Gegner zu Wort.

    Dabei wurde die Initiative von niemand geringerem als Justizminister Sergio Moro ins Leben gerufen. Im Kabinett des neuen populistischen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist Moro ein Star: Als Richter machte er den Weg frei für den größten Korruptionsprozess alle Zeiten in Brasilien. Die sogenannte Operation „Lava Jato“ sorgte für ein politisches Erdbeben und beförderte Hunderte von Politikern und Managern hinter Gittern.

    Vier von zehn Zigaretten sind geschmuggelt
    Moro will die Idee zunächst nur prüfen. Laut Medienberichten sei das Ziel, „den Konsum von illegal importierten Zigaretten und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken zu senken“. Der Zigarettenschmuggel in Brasilien erreichte zuletzt Rekordwerte. Schätzungen zufolge haben illegale Produkte einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Sie stammen meistens aus irregulären Fabriken in Nachbarländern wie Paraguay und werden heimlich über die Grenze gebracht. Organisiert wird der Schmuggel laut Polizei vornehmlich von Banden, die auch mit Drogen und Waffen handeln.

    Der Vorstoß des Justizministers sorgte für hitzige Diskussionen. Vertreter der Industrie beklagen schon lange den unfairen Wettbewerb und betonen, dass die hohe Besteuerung den Schmuggel fördert. Der Mindestpreis für eine regulär verkaufte Packung Zigaretten beträgt derzeit in Brasilien fünf Real (rund 1,30 Euro), für eine Packung Schmuggelzigaretten zahlt man dagegen zwischen zwei und drei Real.

    Gegner des Gedankenspiels des Ministers betonen dagegen, dass die Tabaksteuerpolitik, die zwischen 2011 und 2016 zu deutlichen jährlichen Steigerungen führte, das Rauchen im Land erfolgreich bekämpfte. Laut Statistiken schrumpfte in dieser Zeit der Anteil der Raucher an der brasilianischen Bevölkerung von 14,8 auf 10,1 Prozent.

    Fest steht, dass der rechtskonservative Präsident Bolsonaro, seit 1. Januar 2019 im Amt, schon während des Wahlkampfs versprach, sich um das Thema Zigarettenschmuggel zu kümmern. Bisher fällt die Bilanz seiner Regierung mager aus. Vielleicht schafft er es, bei der Zigarettenindustrie zu punkten – auch mit seiner jüngsten Ankündigung, die Kontrollen an der Grenze zu stärken sowie die Polizeiaktionen gegen Schmuggler zu intensivieren. mar

    (DTZ 19/19)

  • Auszeichnung für Reemtsma

    OFFENBURG // „Produkt und Service“, „Leistung als Arbeitgeber“, „Management“, „Wirtschaftlichkeit“, und „Nachhaltigkeit“ – dies sind laut der US-Marktforschungsgesellschaft Harris Interactive die Aspekte, die die Reputation eines Unternehmens ausmachen. „Deutschland Test“ und „Focus Money“ wollten wissen: Wie sieht es mit den deutschen Firmen aus? Sie beauftragten das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, das fast 18 Millionen Nennungen zu den größten 5000 deutschen Unternehmen aus 140 Branchen auswertete.

    Insgesamt ergaben sich aus den Nennungen Punktwerte, wobei das jeweils schlechteste Unternehmen einer Branche 0 Zähler erhielt, das beste 100 Punkte. Die weiteren Wettbewerber wurden anhand ihres Punktwertes berücksichtigt. „Deutschland Test“ und „Focus Money“ haben die Auszeichnung „höchste Reputation“ an die Unternehmen vergeben, die in der Gesamtwertung ihrer Branche mindestens 67 Punkte erzielt haben. 1300 Gesellschaften haben sich letztlich durch besondere Punktezahlen hervorgetan.

    Auch die Tabakindustrie wurde in der Befragung berücksichtigt. Dabei ergab sich diese Rangfolge:
    [bul]Reemtsma Cigarettenfabriken – 100,0 Punkte;
    [bul]Philip Morris – 69,9 Punkte;
    [bul]British American Tobacco – 69,2 Punkte.

    Unter den anderen Branchen sind ebenfalls einige für den –  erweiterten – Tabakwarenfachhandel interessant:
    [bul]Alkoholische Getränke – Henkell Sekt (100,0), Krombacher (99,1), Kulmbacher (96,6), Bitburger (93,5), Brau und Brunnen (87,4), Jägermeister (87,3), Inbev Deutschland (86,4), Paulaner (81,9), Veltins (80,2) und Radeberger (74,5);
    [bul]Buch-Einzelhandel – Thalia (100,0), Hugendubel (74,8);
    [bul]Einzelhandel – Zooplus (100,0), Spiele Max (94,8);
    [bul]Elektronikmärkte – (Expert (100,0), ElectronicPartner (95,4), Conrad (93,2), Saturn (68,3), Media Markt (67,6);
    [bul]Feinkost- und Wein-Einzelhandel – Jacques‘ Wein-Depot (100,0);
    [bul]Großhandel – Lekkerland (100,0), Blumen Risse (95,0) und Gebr. Heinemann (78,0);
    [bul]Messegesellschaften – Messe Düsseldorf (100,0), Messe Frankfurt (70,9). red

    (DTZ 19/19)

  • Philip Morris geht neue Wege

    LAUSANNE / LONDON // Philip Morris geht einen neuen Schritt auf seinem Weg in die „rauchfreie Zukunft“. Der Tabakkonzern hat jetzt ein Tochterunternehmen gegründet, das in Großbritannien Lebensversicherungen anbietet. Dabei wirbt die Gesellschaft namens Reviti International mit Rabatten für Nichtraucher und Rauchaussteiger.

    Die Tarife für eine Police beginnen demnach bei fünf Britischen Pfund (rund 5,80 Euro) pro Monat. Ein 20-jähriger Nichtraucher versichert damit eine Prämie von etwa 174.000 Euro, ein 40-jähriger Nichtraucher immer noch einen Betrag von umgerechnet fast 70.000 Euro.

    Interessant werden die Verträge durch Sonderkonditionen: Wer bei Vertragsschluss raucht und auf eine E-Zigarette umsteigt, wird mit einem Nachlass von 2,5 Prozent belohnt. Wer mindestens drei Monate lang zum Tabakerhitzer Iqos von Philip Morris greift, kann sich 25 Prozent gutschreiben lassen, und Raucher, die mindestens ein Jahr lang die Finger von Zigaretten lassen, dürfen sich über einen Rabatt von 50 Prozent freuen.

    Dan Pender, Chef von Reviti, erläutert: „Philip Morris möchte, dass Menschen mit dem Rauchen aufhören.“ Und Philip-Morris-Boss Andre Calantzopoulos sagt: „Dieser Schritt ist sinnvoll für die öffentliche Gesundheit und für Raucher, aber auch für unsere Aktionäre.“
    Nach Großbritannien will Philip Morris mit Reviti in weitere Länder expandieren, war aus dem Umfeld des Konzerns zu hören. red

    (DTZ 19/19)

  • „Bessere Regulierung“

    BRÜSSEL // Vor wenigen Tagen wurde die europäische Initiative „Vaping is NOT Tobacco“ ins Leben gerufen. Sie setzt sich für eine bessere und evidenzbasierte Regulierung von E-Zigaretten ein, in der die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Dampfen und Rauchen berücksichtigt werden.

    Die Kampagne steht auf zwei Säulen:
    [bul]Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Let’s demand smarter vaping regulation“. Die Online-Petition EBI wurde von einem Bürgerkomitee ins Leben gerufen, das Einzelpersonen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Irland, der Tschechischen Republik, Großbritannien und Rumänien umfasst. Weitere Unterstützer könnten dem Ausschuss beitreten.
    [bul]Basis-Kampagne, um den Bürgern die Kontaktaufnahme mit ihren jeweiligen nationalen Kandidaten für die Wahlen zum Europäischen Parlament zu erleichtern. „Vaping is NOT Tobacco“ richtet sich sowohl an die geschätzten 17 Millionen aktiven europäischen Dampfer als auch an alle Bürger der Europäischen Union, die eine evidenzbasierte Regulierung unterstützen.

    Die Initiative entstand aus der gemeinsamen Unzufriedenheit der Mitglieder des Bürgerkomitees mit den geltenden EU- und nationalen Vorschriften. E-Zigaretten enthalten keinen Tabak, werden aber als Tabakprodukte reguliert. Die Kampagne zielt darauf ab, evidenzbasierte und eigenständige Regeln für E-Zigaretten in Europa durchzusetzen und diese aus der Tabakregulierung zu entfernen.

    Die Europäische Bürgerinitiative will innerhalb eines Jahres mindestens eine Million Unterschriften sammeln und damit die EU-Kommission bewegen, dem Europäischen Parlament die Überarbeitung der aktuellen Vorschriften zu empfehlen.

    Den Unterschied aufzeigen
    „Mit dieser Petition wenden wir uns an alle Dampfer und an jeden, der der Meinung ist, dass E-Zigaretten Raucher beim Tabakstopp unterstützen können. Wir brauchen eine bessere Regulierung in Europa“, sagt Dustin Dahlmann, Sprecher des Bürgerkomitees von „Vaping is NOT Tobacco“. „Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für die wichtige Unterscheidung zwischen E-Zigaretten und Tabak zu schärfen. Mit einer breiten Unterstützung der Initiative können wir den Versuch starten, eine Reform der EU-Gesetzgebung einzuleiten, die aktuell den potenziellen Wert von E-Zigaretten in Bezug auf die öffentliche Gesundheit nicht anerkennt. Kurz gesagt: Wir geben den Bürgern die Möglichkeit, einen demokratischen Beitrag zu dieser sehr wichtigen Debatte zu leisten.“

    Der französische Rat für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (CESE) sieht in der Gleichbehandlung von E-Zigaretten und Tabakwaren „eine übertriebene Vorsicht der Behörden“, wodurch ihre Verwendung als Instrument zur Raucherentwöhnung verlangsamt werde.
    Auch der Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) als Deutschlands mitgliederstärkster und Europas ältester Branchenverband begrüßt die Initiative und befürwortet die Inhalte des Projektes uneingeschränkt.

    „Gesetzliche Abgrenzung längst überfällig“
    „Wir sind der Meinung, dass eine gesetzliche Abgrenzung von Dampfprodukten gegenüber Tabakerzeugnissen und Arzneimitteln längst überfällig ist“, sagt Michal Dobrajc, Vorsitzender des VdeH. „Es muss sichergestellt werden, dass neue, auf E-Zigaretten zugeschnittene Rechtsvorschriften verabschiedet werden. Außerdem brauchen wir für Raucher eine bessere Versorgung mit objektiven Informationen über die erwiesenermaßen weniger schädliche Alternative des Nikotinkonsums.“ red
    Informationen: [linkn|https://vapingisnottobacco.eu/de/]Vaping is Not tobacco[/link]
    Petition: [linkn|https://eci.ec.europa.eu/005/public/#/initiative]Europäische Bürgerinitiative[/link]

    (DTZ 19/19)

  • Frust und Meinungsvielfalt

    BERLIN // Was wird denn nun aus dem Tabakwerbeverbot? Fest steht: So viel Hin und Her war selten. Immer neue Beteiligte melden sich zu Wort, und die Politik wird sich nicht einig. DTZ bringt Sie auf den aktuellen Stand.

    „Dampfen mit Nikotin und Tabak führt in die Abhängigkeit, genau wie bei herkömmlichen Zigaretten. Deshalb fordern wir ein umfassendes Werbeverbot für Tabak, Zigaretten und für E-Zigaretten.“ Das postulierte jüngst Andreas Storm, Chef der Krankenkasse DAK. Ins gleiche Horn stößt auch Marlene Mortler (CSU): Das Werbeverbot müsse E-Zigaretten einschließen, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

    Doch ob mit oder ohne Next Generation Products (NGP) – schon in Sachen Tabak sind sich die Parteien nicht einig und häufig sogar innerhalb der Fraktionen unterschiedlicher Meinung. Beispiel CDU/CSU: Während der gesundheitspolitische Flügel ein weitgreifendes Verbot anstrebt, sträuben sich die Wirtschaftspolitiker. Werbung in Fachgeschäften, Kinowerbung vor Filmen ab 18 und andere Punkte könnten daher ausgeklammert werden. Dem „Spiegel“ sagt ein „Insider“: „An diese Themen traut sich kein Gesundheitspolitiker in der Union ernsthaft ran; die innerparteilichen Widerstände wären zu groß.“

    Hüh und hott
    Beispiel SPD: Noch am 3. April machte sie in einer Stellungnahme deutlich, bei der E-Zigarette verdampfe eine Flüssigkeit, dies habe mit der Zigarette, an der gezogen werde, um Sauerstoff hineinzubringen, nichts zu tun; die Fraktion habe sich jedoch klar für ein Verbot der Außenwerbung für Tabakprodukte positioniert. Dagegen setzt sich der zuständige Berichterstatter der SPD, Rainer Spiering, vehement für ein umfassendes Werbeverbot ein, das auch E-Zigaretten und Liquids einschließen soll.

    Bündnis 90 / Die Grünen möchten in einem neuen Gesetz „Regelungen für die E-Zigarette“ enthalten wissen. Das stellt sich die Fraktion der Linken anders vor. Sie möchte zunächst die Tabakrahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation WHO umgesetzt wissen, bevor über die E-Zigarette gesondert diskutiert werden könne.

    Rolle der Branchen-Verbände
    Dass die Verbände der Tabakwirtschaft, allen voran der Deutsche Zigarettenverband und der Verband der Rauchtabakindustrie sowie für E-Zigaretten das Bündnis für Tabakfreien Genuss und der Verband des E-Zigarettenhandels, sich zumindest für zurückhaltende Eingriffe der Politik einsetzen, liegt auf der Hand. Sie verweisen unter anderem auf ein im Februar vorgelegtes Gutachten der Kanzlei Redeker / Sellner / Dahs, dass ein Tabakwerbeverbot verfassungswidrig sei. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat dazu eine Gegenexpertise verfasst, die zum gegenteiligen Schluss kommt.

    Auch der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, der Markenverband sowie der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde setzen sich laut „Spiegel“ für die Belange der Industrie ein. max

    (DTZ 18/19)