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  • Zum Rauchen in den Keller?

    STUTTGART // Rauchverbote Vor dem Hintergrund, dass in Schleswig-Holstein Rauchen an Spielplätzen verboten werden sollen, fordern Gegner des blauen Dunstes darüberhinausgehende generelle Rauchverbote in der Öffentlichkeit.

    Das geht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zu weit. „Also irgendwo hört´s ja da wirklich auf“, wird Kretschmann in den „Nürnberger Nachrichten“ zitiert. Am Ende müssten die Leute in den Keller gehen zum Rauchen. „Das wollen wir ihnen dann doch nicht zumuten.“ Rauchverbote auf Spielplätzen hält Kretschmann jedoch für möglich.
    red

    (DTZ 09/20)

  • Zufriedene Aussteller und Besucher auf der Euroshop

    DÜSSELDORF // Die weltweit größte Investionsgütermesse des Handels, die Euroshop 2020, ging am Donnerstag nach fünf Tagen mit 94.000 Fachbesuchern, rund 19.000 weniger als im Rekordjahr 2017, zu Ende.

    Die knapp 2.300 Aussteller aus 57 Nationen berichten von sehr guten Kontakten und Geschäftsabschlüssen. Zudem sei mit einem lebhaften Nachmessegeschäft zu rechnen. In Düsseldorf wurden in über 16 Messehallen Produkten, Trends und Konzepten für den Handel gezeigt.

    „Wir sind sehr erfreut, dass die Euroshop einmal mehr unter Beweis stellen konnte, dass sie die wichtigste Plattform für die globale Retail-Szene in Sachen Trends, Inspiration und Networking ist,“ sagte Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

    Internationales Publikum aus 142 Ländern
    Die rund 2.300 Aussteller aus 57 Nationen lobten demnach vor allem die Internationalität der Messe: Rund 70 Prozent des Publikums kam aus dem Ausland, mit großen Delegationen beispielsweise aus Brasilien, Australien und Neuseeland. Insgesamt konnte mit 142 Ländern auf Besucherseite die Anzahl der vertretenen Nationen im Vergleich zur Vorveranstaltung in 2017 noch einmal gesteigert werden, berichtet die Messe Düsseldorf.

    „Dieses hohe internationale Interesse dokumentiert mehr als deutlich die Dynamik der weltweiten Handelswelt und die Sonderstellung der Euroshop als deren wirtschaftlicher Motor“, so Michael Gerling, Vorsitzender des Euroshop-Beirats und Geschäftsführer des EHI Retail Institute Köln.

    Ladenbau und Erlebniswelten
    „Der Erfolg des Online-Handels spornt die Händler geradezu an: Sie haben erkannt, dass sie den Kunden über das Sortiment hinaus Gründe geben müssen, in den Laden zu kommen. Durch den Wettbewerb wurde der gesamte Einzelhandel in seinem Niveau nach oben gedrückt. Es wird in Ladenbau investiert in die Schaffung von Erlebniswelten“, erläutert Gerling und ergänzt: „Darüber hinaus boomt die Digitalisierung im Handel. Sie ermöglicht es dem Händler einerseits, dem Kunden noch mehr Services anzubieten sowie On- und Offlinekanäle miteinander zu verknüpfen, andererseits vereinfacht sie Prozessabläufe, Logistik und vieles mehr.“
    Auf der Euroshop 2020 stand die Digitale Transformation deshalb auch im Hinblick auf größtmögliche Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus.

    Die Zahlen sprechen für sich: 96 Prozent der Messegäste waren laut Messeleitung, mit ihrem Besuch zufrieden. Ebenso viele bestätigten demzufolge die Stellung der Messe als Trendbarometer, Networking-Plattform und größte Veranstaltung der Handelsbranche.

    Der Besucherrückgang sei durch die aktuelle Situation rund um das Coronavirus begründet, informiert die Messeleitung.

    Die nächste Euroshop 2023 ist vom 26. Februar bis zum 02. März 2023 geplant.
    pi

    (DTZ 09/20)

  • Signal für Mitarbeiter

    DÜSSELDORF // Die Tabakindustrie ist ein Top-Arbeitgeber. Zu diesem Ergebnis kam vor kurzem das Top Employers Institute. Unter den Ausgezeichneten sind Branchen-Größen wie Philip Moris und JTI.

    Seit 25 Jahren zertifiziert das Top Employers Institute, eine unabhängige Institution aus den Niederlanden, weltweit Unternehmen für ihre Leistungen in der Mitarbeiterorientierung. Dazu müssen die teilnehmenden Unternehmen einen einheitlichen Prozess durchlaufen. Für 2020 wurden über 1600 Top-Arbeitgeber in 119 Ländern und Regionen ausgezeichnet. Darunter auch die Philip Morris GmbH, die zum zehnten Mal in Folge als „Top Arbeitgeber Deutschland“ ausgezeichnet worden ist.

    Unternehmen setzt auf Nachhaltigkeit
    Der Preis wurde Anfang Februar im Rahmen einer Gala-Veranstaltung in den Düsseldorfer Rheinterrassen durch das Top Employers Institute vergeben. Das in Gräfelfing bei München ansässige Unternehmen wandelt sich aktuell vom klassischen Tabakunternehmen hin zu einem innovationsgetriebenen Tech-Unternehmen – mit erheblichem Einfluss auf das Arbeitsumfeld der knapp 1000 Mitarbeiter sowie seine Attraktivität als Arbeitgeber.

    Philip Morris setzt auf Nachhaltigkeit und eine klare Linie in der Arbeitgeber-Strategie. Den Mittelpunkt bilden dabei gesellschaftlich relevante Werte wie Inklusion, Diversität und Gleichberechtigung. Das Unternehmen ist als bislang einzige deutsche Firma im vergangenen Jahr „Equal  salary“-zertifiziert worden, das heißt Frauen und Männer erhalten für gleiche Arbeit das gleiche Gehalt.

    Internationale Auszeichnung
    Auch JTI (Japan Tobacco International) zählt erneut zu den Top-Arbeitgebern Deutschlands. Die international anerkannte Auszeichnung erhält JTI zum siebten Mal, weil es nachweislich seine Mitarbeiter in das Zentrum seines Handelns stellt und ihnen ein herausragendes Arbeitsumfeld bietet. „Es ist ein Qualitätssiegel, das – nach innen sowie nach außen, gegenüber potenziellen Bewerbern – die sehr hohen Ansprüche widerspiegelt, die auch wir an uns und unser Unternehmen setzen“, sagt JTI-Personaldirektor Patrick Cillien. JTI wurde in insgesamt 58 Ländern und in allen Regionen der Welt ausgezeichnet.

    Damit erhält das Unternehmen auch das Siegel „Top Employer Europe“. Zudem wurde JTI zum sechsten Mal in Folge als „Global Top Employer“ zertifiziert.

    Zu den Preisträgern zählt auch British American Tobacco Austria. Der Hersteller wurde zum dritten Mal für seine Mitarbeiterförderung ausgezeichnet. BAT-Austria-Chef Ronald Rausch bedankte sich in Düsseldorf bei seinen Mitarbeitern für diese „für uns besonders wichtige und wertschätzende Auszeichnung“.

    red

    (DTZ 08/20)

  • Hall Tabakwaren weiterhin auf Wachstumskurs

    MÖNCHENGLADBACH // Die Mönchengladbacher Tabakwarengroßhandlung Hall Tabakwaren hat zum 7. Februar das Automaten- und das Großhandelsgeschäft der Wagener KG in Eslohe /  Sauerland übernommen. Wagener betreibt rund 750 Automaten mit einem jährlichen Umsatz von 4,6 Millionen Euro.

    Die Automaten werden in die Hall-Niederlassung Warburg integriert. Inhaber Michael Reisen-Hall sieht durch diese Akquisition den Automatenstandort Warburg weiter gestärkt und insbesondere damit auch das Automatengeschäft der Verbundgruppe DTV in NRW.

    Die Großhandelskunden der Firma Wagener werden künftig von den Hall-Niederlassungen in Bielefeld und in Hilden betreut. Benjamin Wagener wird sich ab sofort primär auf seine sechs Einzelhandelsgeschäfte konzentrieren.

    Hall Tabakwaren erwartet für das Jahr 2020 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro (netto) nach 1,09 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

    pnf

    (DTZ 08/20)

  • Lotto 6 aus 49: Der Klassiker auf dem Weg in die Zukunft

    STUTTGART // Der Klassiker Lotto 6 aus 49 wird aufgewertet. Ab Herbstbeginn kommen Neuerungen, die das Hauptprodukt des Deutschen Lotto- und Toto-Blocks (DLTB) zukunftsfähig halten sollen.

    Nach jahrzehntelangem Aufwärtstrend geht es, sieht man von einem Umsatzplus 2019 ab, seit ein paar Jahren leicht bergab. Da tauchte in der Branche die Frage auf: Hat Lotto 6 aus 49 seinen Zenit erreicht? Um gegenzusteuern hat der DLTB gemeinsam mit seinem Vertrieb Pläne entwickelt, um sein Hauptprodukt, das von etwa jedem sechsten Erwachsenen in Deutschland regelmäßig gespielt wird, attraktiv für die Zukunft zu gestalten.

    Das Konzept
    Das Konzept erarbeitete der DLTB-Produktausschuss Lotto 6 aus 49 unter dem Vorsitz von Georg Wacker, der gleichzeitig Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg ist. „Dabei haben wir auch die Annahmestellen einbezogen, um gemeinsam Lotto nach vorne zu bringen“, informiert Wacker. Seitens des Vertriebs brachten sich unter anderen Tobias Fraas, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland (BLD), und Ulla Freissle, Vorsitzende des Bundesverbandes der Toto/Lotto-Bezirksleiter, mit Ideen und Engagement in das Projekt ein.

    Im Vorfeld
    Im Vorfeld gab der DLTB Marktforschungen in Auftrag, um die Wünsche der Lottospieler zu ermitteln. Dazu wurden zirka 1500 Lotto-interessierte Verbraucher online befragt. Unter anderem wurden dabei die Meinungen zum aktuellen Gewinnplan und zu drei neuen Alternativ-Gewinnplänen abgefragt. Parallel dazu machte der BLD eine Umfrage bei Annahmestellen in mehreren Bundesländern. „Für uns war wichtig zu erfahren, was die Lottospieler wollen, aber auch, wie die Annahmestellenleiter die Sache sehen, denn diese kennen ja ihre Kunden am besten“, erklärt Freissle.

    Zugkraft von Lotto
    Vorbehaltlich der bis zum Redaktionsschluss dieser DTZ noch ausstehenden Genehmigung durch die Glücksspielaufsichten werden die Änderungen ab der Ziehung am ‧23. September eingeführt. Ein wichtiger Hebel, um die Zugkraft von Lotto zu erhalten und nach Möglichkeit zu erhöhen, ist der Gewinnplan. „Dabei stellte sich die Frage, wie der Gewinnplan gestaltet werden kann, damit die Gewinne für die Kunden attraktiv sind und bleiben“, so Georg Wacker.

    Kernpunkt des Gewinnplans
    Kernpunkt des künftigen Gewinnplans ist die Stärkung der ersten beiden Gewinnklassen. Die DLTB-Untersuchung hatte ergeben, dass hohe Jackpots Hauptmotivator für die Spielteilnahme sind und dadurch neue Spielinteressierte (vor allem jüngere) gewonnen werden können. Bei der ersten Gewinnklasse wird der Jackpot deshalb in Zukunft nicht mehr spätestens automatisch in der 13. Ziehung zwangsausgeschüttet, sondern erst, wenn er eine Höhe von 45 Millionen Euro erreicht hat. Dank dieser Maßnahme kann es zu längeren Jackpot-Phasen kommen. Durch den geänderten Gewinnplan soll der Jackpot zudem künftig häufiger und schneller in zweistellige Millionenhöhe klettern.


    Höhere Obergrenze

    Warum sich der DLTB nicht für eine höhere Obergrenze, zum Beispiel 60 Millionen Euro, entschieden hat, begründet Wacker damit, dass die Glücksspielaufsichten eine Deckelung des Jackpots bei 45 Millionen Euro vorgegeben hatten. „Als staatlicher Anbieter haben wir den Auftrag, das Spielbedürfnis der Bevölkerung in geregelte Bahnen zu lenken, ohne die Gefahren der Spielsucht zu vernachlässigen“, betont Wacker. BLD-Vorsitzender Tobias Fraas bemerkt dazu: „Die Obergrenze von 45 Millionen Euro ist ein Kompromiss mit den Aufsichten. Seitens des Vertriebs wäre uns natürlich 60 Millionen Euro lieber gewesen. Aber Tipper, die wegen riesiger Jackpots spielen, können sich ja für Eurojackpot entscheiden.“ Im Übrigen sollte es auch Unterschiede zwischen Lotto 6 aus 49 und Eurojackpot geben, meinen sowohl Wacker als auch Fraas und Freissle.

    Mehr Millionengewinne
    Bei der zweiten Gewinnklasse sollen ab Herbst bei den Ausschüttungen wieder mehr Millionengewinne erreicht werden. „Die Menschen verbinden mit dem Sechser einen Millionengewinn, auch ohne passende Superzahl. Das war zuletzt nur noch verhältnismäßig selten der Fall“, berichtet Wacker. Deshalb wird nun auch die zweite Gewinnklasse aufgewertet. Die verbesserten Chancen auf einen Millionengewinn sollen durch einen deutlich größeren Ausschüttungsanteil erzielt werden.

    Ausschüttungsquoten
    Neben den beiden ersten Gewinnklassen bleiben alle sieben weiteren bisherigen Gewinnklassen erhalten. Um die Ausschüttungsquoten zu erhöhen, werden verschiedene niedrigere Gewinnklassen sogar ebenfalls gestärkt, etwa die Dritte und Vierte. Aber auch die Neunte. Bei dieser niedrigsten Kategorie, den zwei Richtigen plus Superzahl, steigen die Gewinne von fünf auf sechs Euro. „Wenn auch die Hoffnung auf Millionengewinne der größte Motivator ist, Lotto 6 aus 49 zu spielen, sind die kleineren Gewinne ebenfalls sehr wichtig. Denn die Tipper wollen auch dieses kleine Gewinnerlebnis. Dadurch behalten wir die vielen treuen Kunden und gewinnen den ein oder anderen neuen Stammspieler hinzu“, ist der Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg überzeugt.

    Die Verbesserungen
    Die Verbesserungen beim Lotto 6 aus 49 gehen mit einer Preisanpassung einher. Statt wie bisher 1,00 Euro kostet ein Tipp ab Herbst 1,20 Euro. Laut Erhebung des DLTB wären 80 Prozent der Befragten generell bereit, mehr für eine Gewinnverbesserung zu bezahlen. Deshalb erwartet der Lotto-Block kaum negative Auswirkungen auf die Spielhäufigkeit.

    Fraas und Freissle halten diese Erhöhung, übrigens die erste seit sieben Jahren, ebenfalls für unproblematisch. Im Hinblick auf die geplanten Veränderungen hatte der BLD im vergangenen Jahr Annahmestellenleiter in mehreren Bundesländern auch zum Thema Preiserhöhung befragt. „Das Feedback war überwiegend positiv, sprich: 70 Prozent der Verkaufsstellenleiter trauten sich zu, einen Preisschritt von 20 Cent bei den Kunden zu vermitteln. Viele hätten sich sogar eine Erhöhung um 25 Cent gewünscht“, sagt Fraas.

    „Die Kunden haben sich nach vier bis sechs Wochen an die neuen Preise gewöhnt“, weiß der BLD-Vorsitzende, der selbst seit Jahrzehnten Annahmestellenleiter in Heppenheim an der Bergstraße ist und heute in Baden-Württemberg und Bayern für Ilo-Profit, eine Tochtergesellschaft der Lottogesellschaften von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, als Vertriebsmanager arbeitet.

    Preishöhung
    Lotto-Chef Wacker unterstreicht, dass die Preiserhöhung Mittel zum Zweck ist. „Wir erreichen die angestrebten Vorteile nur dann, wenn wir diese auch finanzieren können.“

    Der Preisschritt wird nach Überzeugung von Fraas zu einem Umsatzplus führen: „Es dürfte wohl kaum eine 20-prozentige Steigerung sein, aber mit einem fünf- bis siebenprozentigen Wachstum rechne ich schon. Und dieses Umsatzplus brauchen die Annahmestellen dringend. Denn angesichts gestiegener Kosten in allen Bereichen sind sie auf jede Verbesserung ihrer Erträge angewiesen.“


    da

    (DTZ 08/20)

  • Habanos-Absätze bleiben stabil

    WALDSHUT-TIENGEN // Nach dem Rekordjahr 2018 konnten die Absätze von Havannas 2019 im Vertriebsgebiet von 5th Avenue Products nicht weiter zulegen. Der offizielle Alleinimporteur von Habanos in Deutschland, Österreich und Polen mit Sitz in Waldshut-Tiengen musste beim Umsatz ein Minus von 2,1 Prozent hinnehmen.

    Begehrte handgerollte Zigarrren
    Grund dafür war die unzureichende Belieferung mit den begehrten handgerollten Zigarren aus Kuba. Besonders die Verfügbarkeit von Zigarren der Marke Cohiba, aber auch von großformatigen Zigarren, Spezialitäten und limitierten Editionen blieb teilweise sehr deutlich unter der Planung. Die weltweite Nachfrage nach den Handgerollten aus Kuba ist ungebrochen stark.

    Die Habanos-Verkäufe in Deutschland lagen mit einem Minus von 1,9 Prozent ebenfalls unter dem Wert des Jahres 2018, in dem ein Allzeit-Hoch erreicht werden konnte. Trotzdem reichte es 2019 im Jahr des 30-jährigen Bestehens von 5th Avenue als offiziellem Alleinimporteur von Habanos in Deutschland für das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte.

    Absatz in Deutschland
    Die meistverkauften Habanos in Deutschland waren: Romeo y Julieta Mille Fleur, Quintero Favoritos, H. Upmann Half Coronas und Partagás Serie D No. 4. Als absatzstärkste Marken erwiesen sich Romeo y Julieta, Montecristo und Partagás. Im Umsatz führte die Marke Romeo y Julieta.

    Einen ganz entscheidenden Anteil am guten Ergebnis im Jahr 2019 hatten die Fachhandelskonzepte La Casa del Habano (derzeit 14 Fachgeschäfte in Deutschland, zwei weitere Läden in Polen), Habanos Specialist mit aktuell 70 Geschäften in Deutschland, 33 Trafiken in Österreich und sieben Shops in Polen sowie Habanos Point mit 104 Geschäften in Deutschland.

    pi

    (DTZ 08/20)

  • Hall Tabakwaren übernimmt Wagener KG

    MÖNCHENGLADBACH // Die Mönchengladbacher Tabakwarengroßhandlung Hall Tabakwaren hat zum 7. Februar das Automaten- und Großhandelsgeschäft der Fa. Wagener KG in Eslohe übernommen.

    Wagener betreibt rund 750 Automaten mit einem jährlichen Umsatz von 4,6 Millionen Euro.
    Die Automaten werden in die Hall Niederlassung Warburg integriert.

    Inhaber Michael Reisen-Hall sieht durch diese Akquisition den Automatenstandort Warburg weiter gestärkt und insbesondere damit auch das Automatengeschäft der Verbundgruppe DTV in Nordrhein-Westfalen.

    Die Großhandelskunden der Fa. Wagener werden den Angaben zufolge künftig von den Hall-Niederlassungen in Bielefeld und Hilden betreut.

    Benjamin Wagener wird sich ab sofort auf seine sechs Einzelhandelsgeschäfte konzentrieren. Hall Tabakwaren erwartet für das Jahr 2020 einen Netto-Umsatz von 1,1 Milliarden Euro (2019: 1,09 Milliarden Euro).

    pi

    (DTZ 07/20)

  • Genussgut mit Potenzial

    BERLIN // Welche Erwartungen hat die Branche? Und was kommt auf den Handel im Jahr 2020 zu? Mit diesen Fragen setzen sich Branchenexperten auseinander und wagen den berühmten Blick in die Glaskugel. Im sechsten Teil der DTZ-Serie kommt Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ), zu Wort.

    Marktzahlen erklären
    Der Bundesverband der Zigarrenindustrie hat schon in seiner Pressemitteilung klargestellt, dass die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Marktzahlen einer weiteren Erklärung bedürfen. Seit vielen Jahren werden die Versteuerungszahlen durch die Entwicklungen bei den niedrigpreisigen Ecozigarillos beeinflusst, was besonders in einem kleinen Nischenmarkt direkt zu signifikanten Ausschlägen führt. Während es im Jahr 2018 noch einen Zuwachs von 6,5 Prozent gegeben hatte – dies ist auch mit Neueinführungen in diesem Segment zu erklären – wurde für 2019 ein Rückgang von 12,1 Prozent verzeichnet. Betrachtet man allein den Absatz traditioneller Zigarren und Zigarillos, so geht der BdZ auf Grund interner Statistiken von einem stabilen bis leicht rückläufigen Markt aus. Es kann festgestellt werden, dass der langfristige Absatz von Zigarren und Zigarillos durch die Reduzierung der Ecozigarillos seit vielen Jahren rückläufig ist beziehungsweise sich seit 2007 mehr als halbiert hat, da dieses Segment durch verschiedene finanzpolitische Instrumente – etwa die zweimalige Änderung der Produktdefinition sowie die Einführung und Erhöhung der Mindeststeuer – signifikant reduziert wurde.

    Vorsichtig optimistisch
    Für die Zukunft blickt der BdZ vorsichtig optimistisch nach vorne. Während andere Tabakanbieter versuchen, die Konsumenten weg von der Zigarette hin zu neuartigen Tabakprodukten zu führen und sich eher als Anbieter von Nikotin sehen, glaubt der BdZ fest an eine Zukunft für das Genussgut Zigarre / Zigarillo. Besonders in diesem Spannungsfeld der Transformation zwischen Zigaretten und neuartigen Tabakprodukten wollen die Zigarrenanbieter den sogenannten Aficionados mit Zigarren und Zigarillos eine wirkliche Genussmöglichkeit anbieten.

    Zigarren und Zigarillos
    Auch Zigarren und Zigarillos befinden sich in einem Umfeld zunehmender Regulierungen im In- und Ausland. In Deutschland hat uns die Diskussion der vergangenen Monate um ein neues Werbeverbot beschäftigt. Auch wenn die Zigarrenhersteller so gut wie keine Außenwerbung betreiben, hat sich der BdZ aus ordnungspolitischen Gründen immer gegen ein Tabakaußenwerbeverbot ausgesprochen. Auch in diesem Fall werden die postulierten Jugend- und Gesundheitsschutzeffekte nicht eintreten, sondern es wird zu einem massiven Eingriff in den Markt und somit in den freien Wettbewerb kommen, der wie immer zu Lasten der kleinen und mittelständischen Unternehmen gehen wird. In seiner Argumentation gegen ein Werbeverbot hat sich der BdZ immer für eine Berücksichtigung der Besonderheiten bei Zigarren und Zigarillos eingesetzt, da es sich bei diesen Produkten um reine Genussartikel handelt, die in keiner Weise mit einem Jugendschutzproblem behaftet sind. Der BdZ rechnet 2020 mit einer Umsetzung des Tabakwerbeverbotes auf Basis des von der CDU / CSU verabschiedeten Eckpunktepapiers.

    Rückverfolgbarkeit
    Ein weiteres wichtiges Thema ist die Umsetzung des Systems der Rückverfolgbarkeit für unser Produktsegment. Auch wenn der BdZ sich im Rahmen der Erarbeitung der EU-Verordnungen für einige Ausnahmen bei Zigarren und Zigarillos stark gemacht hat – so wird Track & Trace erst 2024 umgesetzt, und es wird eine Abverkaufsfrist von zwei Jahren geben –, wird diese Regulierung massive Auswirkungen auf den Zigarrenmarkt sowie auf die Wirtschaftlichkeit der mittelständischen Unternehmen haben. Wie unverhältnismäßig diese Maßnahme ist, zeigt sich in der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP, die eindeutig belegt, dass es im Segment Zigarren / Zigarillos keinen signifikanten Schmuggel gibt. Der BdZ und seine Mitgliedfirmen werden sich in einer Arbeitsgruppe intensiv mit dem Thema beschäftigen; hierbei spielt nicht nur das Track & Trace-System in der EU eine Rolle, sondern zunehmend auch Systeme der Rückverfolgbarkeit, die von anderen Staaten wie Russland gefordert werden.

    Instrument Tabaksteuer
    Das Thema Tabaksteuer bleibt auch 2020 ein wichtiges Instrument der Regulierung, welches der BdZ intensiv beobachten wird. In Deutschland hat und wird sich der Verband für ein neues Tabaksteuermodell auch für Zigarren und Zigarillos einsetzen. Auf EU-Ebene muss genau beobachtet werden, wie ein möglicher Bericht zur Tabaksteuerrichtlinie der EU-Kommission beziehungsweise der DG Taxud aussehen wird.

    Kultur- und Genussgut
    Wie schon in der Vergangenheit wird der BdZ die Sonderstellung von Zigarren und Zigarillos als Kultur- und Genussgut im Tabakmarkt betonen. Statistiken wie das Eurobarometer und der Mikrozensus belegen, dass es sich hierbei um ein Tabakprodukt handelt, welches nur gelegentlich konsumiert wird. Bei den Rauchern von Zigarren und Zigarillos handelt es sich um Genießer gehobenen Alters – ein Jugendschutzproblem, das immer wieder als Grund für Regulierungen herangezogen wird, liegt nicht vor. Zudem wird der BdZ erneut in Erinnerung rufen, wie wichtig die Zigarrenherstellung und der Tabakanbau für sogenannte Drittstaaten sind. In diesen Ländern ist die Zigarrenindustrie ein entscheidender Wirtschaftsfaktor; zunehmende Regulierungen haben direkten Einfluss auf die Wirtschaftskraft dieser Staaten. In diesem Zusammenhang wird der BdZ zwei Veranstaltungen in Berlin in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Botschaften durchführen. Im März wird ein parlamentarischer Abend unter der Schirmherrschaft der Dominikanischen Republik und im Mai ein Zigarrenabend zusammen mit der Botschaft von Honduras durchgeführt.


    Eigenständiger Verband

    Außerdem wird der BdZ im Frühjahr eine Kurzbroschüre auflegen, die die wesentlichen politischen Argumente und Fakten für Zigarren / Zigarillos zusammenfasst und verdeutlicht. Diese soll für den politischen Dialog genutzt werden, kann aber auch vom interessierten Fachhändler für Aficionados ausgelegt werden.

    Zusammenfassend möchte der BdZ erneut betonen, dass man auch in Zukunft als eigenständiger Verband die Interessen der Zigarrenhersteller, Vertreiber und Importeure vertreten wird; trotzdem ist es kein Widerspruch, dass man an einer guten Zusammenarbeit mit allen anderen Tabakverbänden festhalten möchte. In diesem Zusammenhang lädt der BdZ alle interessierten Zigarrenhersteller, Vertreiber und Importeure ein, im Rahmen einer Mitgliedschaft im Bundesverband der Zigarrenindustrie an dem Erhalt des Kulturguts Zigarre / Zigarillo mitzuarbeiten.

    vi

    (DTZ 07/20)

  • Entwarnung bei Nikotin-Liquids

    BERLIN // In einer aktuellen Stellungnahme hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, erklärt, dass die Konsumenten von E-Zigaretten in der Bundesrepublik sich keine Sorgen machen müssen, wenn sie ihre nikotinhaltigen Liquids in Deutschland aus dem regulären, legalen Handel beziehen.

    Keine Vitamine
    Wörtlich heißt es: „In Deutschland dürfen nikotinhaltige Liquids nach den tabakrechtlichen Bestimmungen keine Vitamine enthalten. Es ist daher beim Gebrauch rechtskonformer nikotinhaltiger Produkte unwahrscheinlich, dass Verbraucher an E-Liquids mit einem hohen Gehalt an Vitamin-E-Acetat geraten.“ Hintergrund der Stellungnahme des BfR sind bisher über 60 Todesfälle in den USA nach dem Gebrauch von selbstgemischten THC-haltigen Dampfprodukten. THC (Tetrahydrocannabinol) zählt zu den Cannabinoiden und kommt in Hanf-Pflanzen vor.

    Die auf dem deutschen Markt aktiven Anbieter für nikotinhaltige Liquids begrüßen die Aussagen der Behörde. „Das BfR hat nun erneut klargestellt, dass von geschlossenen Systemen deutscher Markenhersteller, zum Beispiel Myblu, keine Gefahr für solch schwerwiegende Lungenkrankheiten ausgeht“, heißt es etwa bei Reemtsma in Hamburg. Hier betont man, dass alle Myblu-Produkte strengstens kontrolliert werden, höchsten Qualitätsansprüchen unterliegen und frei sind von Vitamin E-Acetat.


    Verzerrte Medienberichte

    In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Medien auch in Deutschland häufig falsch und verzerrt berichtet. Als mutmaßliche Hauptursache der Erkrankungen und Todesfälle in den USA gelten illegale, mit einem hoch dosierten Vitamin-E-Acetat gestreckte THC-Öle – meist selbst gepanschte Liquids vom Schwarzmarkt. Entsprechend kritischer sieht das BfR daher auch nikotinfreie Liquids, die oft als Basis zum Selbstmixen dienen und nicht dem Tabakrecht, sondern dem Produktsicherheitsgesetz sowie Chemikalienrecht unterliegen. Laut BfR gab es in der EU bislang aber keine Hinweise auf nikotinfreie Liquids, die Vitamin-E-Acetat enthalten. In den USA wird Vitamin-E-Acetat häufig als Verdünnungsmittel verwendet, um jene THC-Öle zu verlängern.

    Einheitliche Zertifizierung in der EU
    Noch immer sind die Auswertungen der Todesfälle nicht abgeschlossen. Klar ist jedoch, dass nikotinhaltige Produkte – darunter auch E-Liquids – in Deutschland streng seitens der zuständigen Überwachungsbehörden der Bundesländer überprüft werden. Zudem müssen alle Inhaltsstoffe und Emissionen der im deutschen Handel erhältlichen nikotinhaltigen Liquids durch die jeweiligen Hersteller und Inverkehrbringer über das EU-weit einheitliche Portal EU-CEG notifiziert werden. Für Käufer solcher legalen Produkte gibt das BfR mit seiner jüngsten Stellungnahme also Entwarnung.

    pnf

    (DTZ 07/20)

  • Der Tradition verpflichtet

    NÜRNBERG // Die Pfeifenfabrik Vauen ist die letzte ihrer Art in Deutschland. Und sie hält nicht nur das Markenzeichen „Made in Germany“ hoch, sondern überrascht Handel wie Endkunden immer wieder mit kreativen Neuheiten wie jüngst mit der streng limitierten Serie „Tradition“ (DTZ berichtete). Um über den Erfolg dieses Engagements zu sprechen, traf sich DTZ mit den Geschäftsführern Alexander Eckert und Martin Ramsauer.

    Herr Eckert, Herr Ramsauer, wie verlief das vergangene Jahr für Ihr Unternehmen?
    Alexander Eckert: Wir sind mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2019 sehr zufrieden. Obwohl das Segment Pfeife im Moment schwierig ist, haben wir eine kleine Steigerung erzielen können. Bei unseren Filtern und beim Tabak haben wir, wie schon die Jahre vorher, weitere Umsatzzuwächse verzeichnen können.

    Und welche Pläne haben Sie für die kommenden Monate?
    Martin Ramsauer: Wir sind gerade im Begriff unsere Frühjahrsneuheiten dem Handel vorzustellen: Insgesamt 30 neue Pfeifenmodelle von 89 bis 159 Euro und unsere Jahrespfeife 2020 in acht Ausführungen stehen zur Auswahl. Im Frühsommer kommen dann nochmals weitere Neuheiten hinzu, über die ich aber noch nichts Genaues verraten möchte.

    Sie hatten wieder den für Vauen eigentlich schon typischen Mix aus Klassik und Moderne im Angebot. Was lief hier besonders gut?
    Ramsauer: Wenn Sie von unserem Angebot im letzten Jahr sprechen, dann hatten wir gerade im Herbstprogramm wieder eine bunte Mischung, bei der für jeden Pfeifenliebhaber etwas dabei war. Unsere „Edgar“ mit den Kühlrippen kam – auch für uns – außerordentlich gut an. Sicher war hierfür entscheidend, dass neben dem neuartigen Design auch ein echter, zusätzlicher Nutzen geboten wurde, denn die Kühlrippen tragen tatsächlich dazu bei, dass sich die Pfeife „kühl“ rauchen lässt und sich gut in der Hand anfühlt. Aber auch unsere „Kenia“ mit der schönen, bunten Holzverzierung erfreute sich großer Beliebtheit. Im Auenland gab es ebenfalls eine Neuerung mit der „Modon“, die sich wohl aufgrund der bauchigen Form, die sich in die Hand schmiegt, sehr gut verkaufte.

    Nun präsentierten Sie – außerhalb des üblichen Neuheiten-Turnus‘ – auch eine ganz neue Linie: die „Tradition“. Welche Idee steckt dahinter?
    Eckert: Die „Tradition“ wurde als vollkommen neue Qualitätskategorie bzw. Klassifizierung innerhalb unseres Gesamtprogramms ins Leben gerufen. Da wir wissen, dass es nicht wenige Pfeifenraucher gibt, die das Besondere, Außergewöhnliche und Rare suchen, haben wir bei der Tradition (Bild oben) unser besonderes Augenmerk einer erstklassigen Maserung gewidmet. Rundherum exakte Straight-grain- und Bird’s-eye-Maserungen. Dazu kommt ein Silberring am Holm und im Mundstück ein Silberemblem mit unserem Logo, den gekreuzten Pfeifen. Die Oberfläche des Pfeifenkopfes ist seidenmatt glänzend, was durch mehrfaches Ölen und einer Politur mit Carnaubawachs erreicht wurde. Der Wertigkeit der Pfeifen entsprechend, werden sie in einer schönen Schmuckverpackung geliefert. Als weitere Aufwertung gibt es diese Pfeifen auch als Set zusammen mit einem passenden, von Hand gedrechselten Pfeifenstopfer, der ebenfalls den Silberring und unser Logo trägt.

    Ramsauer: Aufgrund des hohen Anspruchs, den wir im Hinblick auf die Maserungsqualität und damit die Schönheit an diese neue Pfeifenklasse stellen, fallen nur wenige Stücke bei unserer jährlichen Pfeifenherstellung an. Erfahrungsgemäß ist das bei 1000 Pfeifen, die bei uns hergestellt werden, nur höchstens ein Stück mit dieser Maserungsqualität. Das bedeutet bei einer Jahresproduktion von rund 50 000 Pfeifen lediglich 50 Stück. Das erklärt natürlich auch den hohen Preis, den diese Pfeifen haben, der aber aufgrund der Wertigkeit absolut angemessen ist.

    Vauen hat in Kooperation mit dem Hersteller Kohlhase & Kopp auch eigene Tabakmischungen herausgegeben. Schreit die „Tradition“ nicht geradezu nach einer eigenen Tabakkollektion?
    Eckert: Daran haben wir natürlich auch schon gedacht und es wird bereits daran gearbeitet. Auch dieser Tabak soll etwas ganz Besonderes werden.

    Im Mai macht die Gesetzgebung aromatisierten Zigaretten endgültig den Garaus. Könnte das generell eine Chance für die Pfeife sein?
    Ramsauer: Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass die Gesetzgebung – aufgrund der geringen Bedeutung des Pfeifentabaks, gemessen am übrigen Tabakangebot – von einer Regulierung, was die Aromatisierung angeht, abgesehen hat. Wie lange das noch so ist, ist nicht zu sagen. Aber solange wir den Tabak noch aromatisieren dürfen, ist das sicherlich ein Vorteil für das Pfeiferauchen. Das ist ja das Schöne daran, dass jeder den Tabak rauchen kann, der seinem Geschmack entspricht.

    Nicht nur mit der „Tradition“ setzt Vauen Statements für das Genussrauchen. Wie sehen Sie das Thema in der derzeitigen Diskussion um den Nichtraucherschutz?
    Ramsauer: Sie sprechen das Entscheidende an: Das Pfeiferauchen ist Genussrauchen. Ein Pfeifenraucher fühlt sich selbst nicht als ein Raucher im herkömmlichen Sinn. Deshalb versteht er auch nicht, warum er mit den übrigen Rauchern, insbesondere den Zigarettenrauchern, in einen Topf geworfen wird. Wenn den Menschen die Freude am Genuss genommen wird, was bleibt dann noch? Wichtig ist nur, wie er genießt. Und wenn sich das in einem gewissen Rahmen hält, ist doch hiergegen nichts einzuwenden. Ganz abgesehen davon, dass beim Pfeiferauchen nicht inhaliert wird. Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass das Pfeiferauchen „gesünder“ ist. Aber jeder Genuss kann für die Gesundheit abträglich sein, wenn er das rechte Maß überschreitet.

    Auf der InterTabac konnte man hin und wieder neben E-Zigaretten auch E-Zigarren und sogar E-Pfeifen sehen. Da sich Vauen in der Vergangenheit häufig durch Innovationen hervorgetan hat, müsste eine solche ja eigentlich auch aus Nürnberg kommen. Andererseits widerspräche das dann ganz deutlich der herkömmlichen Tradition des Pfeiferauchens. Wie denken Sie über dieses Thema?
    Ramsauer: Natürlich haben wir dieses Thema genau beleuchtet. Wir sind überzeugt, dass ein Pfeifenraucher eine E-Pfeife gar nicht möchte. Denn ein Pfeifenraucher kann das Rauchen sein lassen, wenn er sich irgendwo befindet, wo nicht geraucht werden darf.
    Eckert: Das Pfeiferauchen erfreut sich deshalb zunehmender Beliebtheit, weil es mehr ist, als nur ein Verrauchen von Tabak. Es ist eine schöne Beschäftigung und man freut sich über die Schönheit, die man in den Händen hält. Es ist eine bestimmte Lebenseinstellung und mit der Pfeife kann man seiner Persönlichkeit Ausdruck verleihen.

    jgw

    (DTZ 07/20)