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  • Spots erst ab 18

    BERLIN // Jetzt kommt das Werbeverbot für Tabakprodukte offenbar durch die Hintertür. Zwar dürften entsprechende Auflagen in der nationalen Umsetzung der TPD 2 wohl fehlen. Dafür aber haben sich offenbar der zuständige Fachminister Christian Schmidt (Landwirtschaft und Ernährung) sowie das Bundeskanzleramt darauf geeinigt, im kommenden Jahr ein Werbeverbot durch ein eigenes Gesetz auf den Weg zu bringen.

    Demnach könnte ab Sommer 2020 die sogenannte Außenwerbung – etwa auf Plakaten – komplett verboten werden. In Kinovorstellungen dürften Werbespots für Zigaretten nur noch in Vorstellungen mit Filmen ab 18Jahren gezeigt werden. Damit würde die seit 2006 geltende Regelung noch einmal deutlich verschärft. Der Deutsche Zigarettenverband hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Branche sich ohnehin eine „strenge Selbstregulierung“ auferlegt hat.
    red

    (DTZ 46/15)

  • Verhaltener Optimismus

    WIESBADEN // Ein eher uneinheitliches Bild zeigt die aktuelle Tabaksteuerstatistik (Monat Oktober). Demnach hat der Fiskus bei Zigaretten knapp 1,18 Milliarden Euro kassiert – und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

    Ein sattes Plus von 41,9 Prozent auf 5,25 Millionen Euro brachte der Pfeifentabak dem Staat, wobei diese Tabakart weiter vom Run auf Shisha-Tabak profitiert. Sowohl bei Zigaretten als auch beim Pfeifentabak war der Oktober aus Sicht der Steuereintreiber der bislang stärkste Monat des Jahres.
    Schwächer zeigte sich dagegen der Feinschnitt, der zum Oktober 2014 immerhin 3,7 Prozent weniger Steuern brachte; in absoluter Zahl waren es fast 170 Millionen Euro. Der Rückgang bei Zigarren und Zigarillos lag bei 30,4 Prozent auf 9,67 Millionen Euro, wobei die Statistik durch den Wegfall der Steuervorteile auf Eco-Zigarillos und dem damit verbundenen Nachfrageeinbruch verfälscht wird.

    Vorischtig optimistisch stimmt der Blick auf den Netto-Bezug von Steuerzeichen. Er lag im Oktober bei Zigaretten um 1,6 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, bei Pfeifentabak sogar um 67,1 Prozent höher.
    red

    (DTZ 46/15)

  • Flüchtlinge steigern Absatz

    LONDON // Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen dürfte dem Zigarettenabsatz in Deutschland einen kräftigen Schub geben. Das meint Philip Gorham, Analyst beim britischen Rating-Unternehmen Morningstar.

    Seine Rechnung: Bis zum Jahresende könnten 800 000 Menschen vor allem aus Syrien in die Bundesrepublik kommen. Dort rauchen laut Weltgesundheitsorganisation 48 Prozent der Männer. Bei einem Jahreskonsum von durchschnittlich mehr als 1000 Zigaretten rechnet Gorham mit einem zusätzlichen Verkauf von gut 810 Millionen Stück allein im laufenden Jahr. Das dürfte das Marktvolumen in Deutschland um etwa ein Prozent erhöhen, so Gorham.

    Der Analyst sieht Philip Morris, Imperial Tobacco und BAT als Gewinner der Entwicklung. Erik Bloomquist von Haitong Securities erwartet gute Gewinne vor allem für BAT und Imperial, da diese stark bei Drehtabak und günstigen Fabrikzigaretten seien.

    Auch der Handel sollte sich daher – sofern die Geschäfte im Einzugsbereich von Flüchtlingsunterkünften liegen – auf die neue Situation einstellen. Zusätzliche Beschilderungen in arabischer Sprache können die neuen Mitbürger auf das Tabakwarenangebot aufmerksam machen. Optimal ist es, wenn Mitarbeiter im Laden zumindest Grundzüge der arabischen Sprache beherrschen und den Flüchtlingen beratend zur Seite stehen können.
    red

    (DTZ 46/15)

  • Konsum durch Krise?

    MAINZ // Die Flüchtlingskrise könnte den Zigarettenkonsum um 810 Millionen Stück im Jahr zusätzlich ankurbeln.

    Das berichtet das Online-Nachrichtenportal „Bloombergnews“ und beruft sich dabei auf den US-Analysten Philip Gorham vom Finanzdienstleister Morningstar (Chicago).

    Demnach kommen die meisten der zurzeit erwartenden 800.000 Flüchtlinge in diesem Jahr aus Syrien, wo laut WHO knapp 48 Prozent der Männer rauchen. Und diese verbrauchen den Angaben zufolge durchschnittlich 1.000 Zigaretten im Jahr. Entsprechend könnte der Verbrauch in Deutschland um knapp ein Prozent im Jahr ansteigen, so der Analyst.
    red

    (DTZ 46/15)

  • POS-Marketing-Awards 2015: Valora dreifach ausgezeichnet

    HAMBURG // Bei den POS-Marketing-Awards überzeugte Valora Holding Germany gleich dreifach. Für die Neukonzeption des Convenience-Formats „U-Store“ erhielt das Großhandelsunternehmen Bronze in den Kategorien „Handel“, „Kreatives Artwork“ sowie „Kleines Budget, große Wirkung“.

    Das Thema Sofortverzehr mit einem Schwerpunkt auf Frische und Service steht im Fokus des neuen Konzepts. Die Optik des Convenience-Stores bestimmen die Farben Orange und Blau sowie warme Holztöne im harmonischen Hell-Dunkel-Kontrast.

    Im März hatte Valora das neue Konzept in der Hamburger U-Store-Filiale an der U-Bahnstation Lattenkamp erstmals umgesetzt. Für zusätzliche Kundenfrequenz und längeren Aufenthalt im Laden sorgen kostenloses Wifi (deutsch: drahtloses Netzwerk) und Aufladestationen für Mobilfunkgeräte.
    pi

    (DTZ 46/15)

  • Zigarettenschmuggel per Mausklick

    HAMBURG // Das Internet ist eine Fundgrube für die Organisierte Kriminalität (OK). Es ist ein Ort, an dem sich Terrorakte ebenso wie Zigarettenschmuggel kurzfristig organisieren und durchführen lassen.

    Das sagt Professor Arndt Sinn, Direktor des Zentrums für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien an der Universität Osnabrück. Der Strafrechtler hat im Gespräch mit der Tageszeitung „Die Welt“ die Optionen und Verknüpfungen von organisierten Kriminellen und Terrorismus erörtert. „Es gibt Kriminelle, die sind tagsüber Terroristen und nachts Zigarettenschmuggler oder Menschenhändler.“ Und: „Al-Qaida finanziert sich nachweislich durch Zigarettenschmuggel“, sagt Sinn.

    Dieser neue Verbrecher-Typus ist von der Justiz schwer zu greifen. Er ist ortsungebunden, organisiert sich dezentral im Netz und trennt sich auch ebenso schnell wieder, erläutert er.

    Die virtuelle Gefahr habe zudem dramatische Folgen für die Wirtschaft, insbesondere für die Logistikbranche. Für Cyber-Kriminelle sei es ein Leichtes Frachtpapiere zu fälschen. Auf diese Weise werden illegale Güter quasi unsichtbar, dafür aber legal transportiert. Für Hacker sei es ein Kinderspiel GPS-Geräte zu infiltrieren und zu manipulieren.

    Die Verschmelzung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität ist auch ein Ergebnis des Europol-Reports „Exploring Tomorrow’s Organised Crime“. Demnach wandeln sich die OK-Strukturen dramatisch und werden als Dienstleistung im Netz feilgeboten.
    red

    (DTZ 46/15)

  • Nicht für Jugendliche

    BERLIN // Längst hatten Vertreter der E-Zigarettenbranche – allen voran der Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) – auf die freiwillige Selbstbeschränkung beim Verkauf von E-Zigaretten und E-Shishas nur an Erwachsene gepocht. Und die meisten Geschäftsinhaber hielten sich daran. Trotzdem hat das Bundeskabinett nun strengere Regeln verabschiedet.

    Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgelegt. Darin vorgesehen: Das Verbot, elektronische Dampf-Produkte an Kinder und Jugendliche zu verkaufen. Bislang war die Abgabe an Minderjährige nicht verbindlich geregelt, da sie keinen Tabak enthalten und somit nicht unter die für Zigaretten und Co. geltenden Vorgaben fielen.

    Das neue Verbot wird über eine Änderung des Jugendschutz- und des Jugendarbeitsschutzgesetzes realisiert. Es gilt auch für den Versand- und Internethandel. Das dürfte vor allem kleinere Shop-Betreiber vor Probleme stellen, die nun die Altersangaben jedes Bestellers noch genauer unter die Lupe nehmen müssen.
    Ministerin Schwesig zeigte sich mit dem Resultat ihrer Bemühungen zufrieden: „Mit den neuen Regelungen schaffen wir Bewusstsein dafür, dass der Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas keineswegs harmlos ist. Wir wollen verhindern, dass eine neue Kultur des Rauchens unter Kindern und Jugendlichen um sich greift.“

    Nach aktuellen Untersuchungen haben mehr als 25 Prozent aller 16- bis 19-Jährigen schon einmal gedampft. Als gefährlich schätzen Forscher die fruchtigen Aromen insbesondere von E-Shishas ein.
    red

    (DTZ 45/15)

  • Neuer „Tabakatlas“

    BERLIN/HEIDELBERG // Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben gemeinsam den „Tabakatlas 2015“ vorgelegt.

    Das 165 Seiten umfassende Werk listet zwar im Wesentlichen die bekannten möglichen gesundheitlichen Folgen des Rauchens auf, bietet aber darüber hinaus viel Wissenswertes über Tabak, etwa die Wege vom Feld bis zum fertigen Industrieprodukt, stellt die sogenannten „E-Inhalationsprodukte“ wie E-Zigarette oder E-Shisha vor, und informiert über Konsumverhalten, ökonomische Aspekte des Rauchens und gibt schließlich einen guten Überblick über die deutsche Tabakindustrie.

    Wer sich über die Intention der Herausgeber klar ist, für den bietet der [link|http://www.dkfz.de]„Tabakatlas 2015“[/link] jede Menge Informationen. Dabei wettert Otmar Wiestler, bis in dieses Jahr hinein DKFZ-Chef: „Das Ende der Tabakepidemie ist noch lange nicht in Sicht, und wir alle müssen noch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die Gesundheitsinteressen der Bevölkerung gegen die Interessen der Tabakindustrie durchzusetzen.“ Differenzierter zeigt sich Mortler, die in ihrem Vorwort unter anderem die Frage stellt: „Warum ist das Thema Rauchen für die Politik und in der Gesellschaft so wichtig?“

    Der Tabakatlas ist zum zweiten Mal nach der ersten Ausgabe 2009 erschienen und online kostenlos abrufbar. Auch in anderen Ländern sind ähnliche Handbücher unter der Ägide der Weltgesundheitsorganisation WHO erschienen.

    red

    (DTZ 45/15)

  • TPD 2 gefährdet Arbeitsplätze

    LANGENHAGEN // Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor wenigen Tagen das Reemtsma-Werk in Langenhagen besucht. Anlass des Besuches auf Einladung des Betriebsrates war die aktuelle Unsicherheit um die Zukunft der Arbeitsplätze am Standort wegen der immer noch fehlenden 1 : 1-Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) in nationales Recht. Das Realisieren dieser EU-Vorgaben kann die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Standorts gefährden.

    „Die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie in nationales Recht verfolgen viele Beschäftigte bei uns im Haus mit großer Sorge. Das Reemtsma-Werk Langenhagen sichert hier mehr als 800 Arbeitsplätze“, so Lutz Genzky, Betriebsratsvorsitzender des Werks Langenhagen. „Um die Wettbewerbsfähigkeit – und damit Arbeitsplätze – zu erhalten, investiert Reemtsma in den Standort. Der aktuelle Referentenentwurf gefährdet den Produktionsstandort Langenhagen.“

    So zeichnet sich das Werk in Langenhagen durch große Artikelvielfalt in der Produktion aus – auf dieser basiert ein Export in insgesamt 83 Länder. Entsprechend der gültigen Gesetze sind für das Herstellen und den Verkauf von Tabakerzeugnissen im Ausland die Anforderungen des Bestimmungslandes maßgeblich. Eine entsprechende Regelung sieht der Referentenentwurf bislang nicht vor. Dies würde dazu führen, dass Tabakerzeugnisse, die in Deutschland nicht verkehrsfähig wären (etwa aufgrund verbotener Zusatzstoffe wie Menthol), auch nicht für den Export produziert werden dürfen. „Das Reemtsma-Werk Langenhagen lebt vom Export. Ohne die Produktion dieser Artikel kann das Werk sicher nicht weiterbestehen“, erläuterte Genzky.

    Jan Mücke, Geschäftsführer im Deutschen Zigarettenverband (DZV), ergänzte: „Wir sind dankbar, dass der Ministerpräsiedent die Sorgen der Beschäftigten ernst nimmt und sich vor Ort informiert.“
    red

    (DTZ 45/15)

  • Werbeverbot vom Tisch?

    BERLIN // Die Verunsicherung in Sachen TPD 2 ist groß. Kein Wunder, dass auch beim Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil bei Reemtsma (siehe Bericht unten) die Beschäftigten und die für den Wirtschaftszweig zuständige Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf das Engagement der Bundesländer im Bundesrat hoffen. Einer der zentralen Kritikpunkte: das geplante Totalwerbeverbot für Tabakerzeugnisse.

    Zumindest dieser Punkte könnte vom Tisch sein. Das berichtet der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels und beruft sich dabei auf das „Handelsblatt“. Die Bundesregierung stehe beim Umsetzen der TPD 2 in nationales Recht kurz vor einer Einigung, heißt es dort. Wichtigste Aussage: Anders als von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zunächst gefordert, werde es wohl kein verschärftes Werbeverbot für Tabakprodukte geben.

    Stattdessen wolle die Bundesregierung im kommenden Jahr ein gesondertes Gesetz auf den Weg bringen, das die Werbung für Tabakprodukte neu regle. Der Referentenentwurf des für das Gesetz zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums hatte noch ein Verbot von Außen- und Kinowerbung vorgesehen. Diesen Vorschlag hätten auch Teile der SPD unterstützt. Der für das Gesetz zuständige Berichterstatter im Bundestag, Rainer Spiering (SPD), hatte zu bedenken gegeben, dass „gerade Außenwerbung für Tabakerzeugnisse Jugendliche zum Rauchkonsum motivieren kann“.

    Allerdings: Weder Bundeskanzleramt noch Bundeswirtschaftsministerium wollten diese weitreichende Einschränkung mittragen. Neben dem bereits geltenden Werbeverbot in Zeitschriften und im Fernsehen wären damit auch Plakate an Bahnhöfen oder Bushaltestellen unzulässig.

    Auch beim Verbot von Mentholzigaretten wird der Bundeslandwirtschaftsminister wohl nachgeben müssen. Schmidt hatte dafür plädiert, schon ab Mai 2016 den Verkauf von Mentholzigaretten und Aroma-Zusatzstoffen zu stoppen. Nun werden diese Tabakprodukte wohl noch bis 2020 verkauft werden dürfen.

    Vom Einführen des sogenannten „plain packaging“ – also einer weitgehend weißen Verpackung ohne Markenlogo der Zigarettenhersteller – will die Bundesregierung absehen.
    Die EU-Vorgaben müssen bis Mai 2016 in nationales Recht umgesetzt werden. Beobachter rechnen mit einer verlängerten Umsetzungsfrist.
    red

    (DTZ 45/15)