MAINZ // Liebe Leser, wir freuen uns auf das branchenverbundene Wiedersehen im Jahr 2018 und empfehlen für dieses Jahr zum letzten Mal die Meldungen in unserem Newsletter.
Ihr DTZ-Online-Team
(DTZ 52/17)
ONNENS // Die größte Photovoltaikanlage in der Schweiz hat den Eigentümer gewechselt. Und sie sitzt bei Philip Morris auf dem Firmendach.
Künftig betreiben die Energieunternehmen Aventron, Swiss Solar City und UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland die Anlage.
Eine Meldung, die auch außerhalb der Solar-Branche für Aufmerksamkeit sorgte: Das Sonnenkraftwerk ist seit Dezember 2016 auf den Lagerhallen von Philip Morris in der Schweizer Gemeinde Onnens installiert. Es habe mit einer Leistung von 8,3 Megawatt im Sommer dieses Jahres seine Kapazität bewiesen, ließen die Anlagenbetreiber mitteilen. Die Dimensionen sind enorm: Allein das Hauptgebäude hat eine Dachlänge von 450 Metern. Darauf sind 35.000 Solarpanels der neuesten Generation installiert. Die gesamte Photovoltaikanlage hat eine Fläche von 49.000 Quadratmetern, was rund sieben Fußballfeldern entspricht. Die Jahresproduktion beträgt rund acht Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom, der rein rechnerisch für die Versorgung von rund 2000 Haushalten reicht.
(DTZ 1/18)
MAILAND // Die Befürworter einer Zusatzsteuer auf Zigaretten mit dem Zweck der Finanzierung des öffentlichen Gesundheitssektors sind in Italien erst einmal leer ausgegangen.
Die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin plädiert für eine Zusatzabgabe von 1 Cent pro Zigarette, die in die Krebsforschung sowie in die Finanzierung des staatlichen Gesundheitssektors fließen soll. So könnten Zusatzeinnahmen von rund 600 Millionen Euro pro Jahr generiert werden, sagt Lorenzin. Die Durchsetzung dieser Maßnahme erweist sich allerdings als schwierig.
Ungewissheit
Eine entsprechende Ergänzung der fiskalischen Gesetzgebung des Landes wurde zwar durch die Ministerin im italienischen Senat eingebracht und dort einstimmig von der Gesundheitskommission zugestimmt. Doch der Vorschlag schaffte letztendlich nicht bis zur Abstimmung, er wurde unerwartet von der Tagesordnung genommen. Es ist nun völlig ungewiss, wann und ob der Entwurf der Ministerin wieder zur Abstimmung vorgelegt wird.
Für die Befürworter der Steuererhöhung war das eine empfindliche Niederlage. Ministerin Lorenzin versucht seit geraumer Zeit, eine zweckgebundene Abgabe einzuführen, und erfährt dabei eine starke Unterstützung durch den Gesundheitssektor und die Pharmaindustrie. Ökonomen warnen dagegen, dass der Schuss nach hinten gehen könnte.
Es droht wachsender Schwarzmarkt
Marco Spallone von der römischen Universität LUISS zum Beispiel argumentiert, dass jede Steuererhöhung unweigerlich zu einem Anstieg des Schwarzmarktes auf der Halbinsel führen wird. Der Gesundheit der Italiener wäre es also damit keinesfalls gedient.
Die italienischen Tabakwarenhändler oder „Tabaccai“ waren ebenfalls vehement gegen die Zusatzsteuer. Sie begrüßen allerdings eine andere Maßnahme der Regierung: Die strengere Regulierung des Verkaufs von elektronischen Zigaretten und Liquids, die Ende Dezember verabschiedet wurde.
E-Zigaretten in offiziellen Tabakläden
Demnach kann künftig die „Sigaretta elettronica“ samt Zubehör lediglich in offiziellen Tabakläden und in registrierten Fachgeschäften verkauft werden. Das neue Gesetz verbietet zudem den Vertrieb von Liquids über das Internet, mit oder ohne Nikotin.
„Endlich hat die Regierung für Klarheit gesorgt und Schluss mit dem ‚wilden Westen‘ gemacht hat, ab sofort herrschten geordnete Verhältnisse“, sagt Giovanni Risso, Präsident des Tabakwarenhändlerverbandes Federazione Italiana Tabaccai (FIT). Auf Seiten der italienischen E-Zigaretten-Branche ist die Ernüchterung groß. Der Industrieverband Anafe beklagt die wachsende Bürokratie und betont, die elektronische Zigarette sei „gesünder“ als herkömmliche Produkte. mar
(DTZ 1/18)
CAMBRIDGE // Die Wirkungslosigkeit von Schockbilder auf Tabakwaren wird schon lange angezweifelt. Eine neue Studie zeigt, dass die Kritiker dieser Maßnahme Recht haben.
Die Untersuchung der RAND Corporation malt ein neues Bild der jugendlichen Verhaltensweisen. demnach könnten Teenager durch Bildwarnhinweise in Tabakfachgeschäften eher zum Zigarettenkonsum verleitet als davon abgeschreckt werden.
Zu diesem Schluss kommt die Studie, die Anfang Dezember 2017 in der Fachzeitschrift „Nicotine & Tobacco Research“ veröffentlicht wurde. Ein Ergebnis, das die Auftraggebern, dem Nationalen Krebsinstitut der USA und der Nahrungs- und Medikamentenbehörde FDA zumindest nachdenklich machen dürfte.
Fragen zum Konsumverhalten
Insgesamt nahmen 441 Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren am Experiment teil. Durch Fragebögen wurde im Vorfeld bereits die Einstellung der Heranwachsenden zum Thema Rauchen geklärt. Darin wurden die Probanden auch nach ihrem Konsumverhalten befragt.
Die Mehrheit der Teenager war entschlossen, nicht mit dem Rauchen zu beginnen. Etwa 20 Prozent stuften die Studienleiter als gefährdet ein, mit dem Rauchen anzufangen. Fünf Prozent der Jugendlichen hatte bereits geraucht. Anschließend wurden die Jugendlichen zum Einkaufen in ein simuliertes Geschäft geschickt. Die eine Hälfte ging in ein Geschäft, wo in der Nähe der Tabakprodukte ein Bildwarnhinweise installiert war. Die andere Hälfte in einen Laden ohne Schockbild.
Bereitschaft sgar gestiegen
Das Bild war eines von neun Fotos, die die FDA zuvor für Zigarettenpackungen ausgewählt hatte. Nach dem Einkauf wurden die Probanden erneut gefragt. Dabei zeigt sich, dass bei den Teenagern, die bereits als gefährdet eingestuft worden waren, und die das Schockbild gesehen hatten, die Bereitschaft gestiegen war mit dem Rauchen zu starten oder es fortzusetzen. Auf die anderen hatten die Bilder keinen Einfluss.
William Shadel, Hauptautor der Studie, erklärte sich dieses Verhalten durch eine sogenannte konterintuitive Wirkung. „Es ist möglich, dass gefährdete Jugendliche mit einer Abwehrhaltung auf die Poster reagierten. Sie haben die Gesundheitsrisiken, die in den Plakaten porträtiert wurden, verworfen oder heruntergespielt“, zitiert die „Deutsche Welle“ den Autor.
Durch Schockbilder erst aufmerksam geworden
Weiter bestehe die Möglichkeit, dass die Teenager durch das Schockbild erst auf die Wand mit den Tabakprodukten aufmerksam geworden seien. Der Gesetzgeber müsse vorsichtig sein, wenn er Bildwarnhinweis als Teil seiner Anti-Tabak-Strategie nutzte, findet Shadel. Effektiver als jedes Bild seien womöglich Warnhinweise auf jeder einzelnen Zigarette. Ein entsprechender Versuch mit 1000 16- und 24-Jährigen habe dies gezeigt. red
(DTZ 1/18)
KÖLN // Das Zollkriminalamt feierte vor kurzem mit zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland am Hauptsitz in Köln sein 25jähriges Bestehen.
Das Zollkriminalamt (ZKA) ist Zentralstelle des deutschen Zollfahndungsdienstes, dessen Hauptaufgabe die Verfolgung und Verhütung der mittleren, schweren und Organisierten Zollkriminalität ist. Hierzu zählen vor allem die Bekämpfung des Zigarettenschmuggels sowie des Schmuggels von Waffen, illegaler Arzneimittel oder artengeschützter Tiere und Pflanzen und der Rauschgiftkriminalität.
Die Behörde geht aus dem bereits im Jahr 1952 errichteten Zollkriminalinstitut hervor, das im Juli 1992 in das ZKA überführt wurde. Sie ist Teil der deutschen Sicherheitsarchitektur und gehört zur Generalzolldirektion. Der Vizepräsident der Generalzolldirektion, Hans Josef Haas würdigte das ZKA: „Das Zollkriminalamt verfügt über in der deutschen und internationalen Behördenlandschaft einmalige Zuständigkeiten, Befugnisse und Kontakte. Die Aufgaben und die Verantwortung des ZKA für unsere Sicherheit sind immens und nehmen im aktuellen Umfeld stetig zu.“ red
(DTZ 1/18)
BÜNDE // Die Steuerzeichenstelle in Bünde weist darauf hin, dass Zigarettenpackungen, die nicht den Vorschriften des Tabakerzeugnisgesetzes (TabakerzG) und der Tabakerzeugnisverordnung (TabakerzV) entsprechen, sich nach Ablauf der Übergangsfrist ab 20. Mai 2019 nicht mehr im Handel befinden dürfen.
Dabei wird 2018 ein geändertes Steuerzeichenformat für Zigaretten eingeführt, das die Abmessungen 18 mal 42 Millimeter hat.
Die Einführungs-/Übergangsphase für das neue Steuerzeichenformat beginnt am 1. Juni 2018 und endet zum 19. Mai 2019. Bis dahin muss „alte“ Ware abverkauft sein.
red
(DTZ 50/17)
WIESBADEN // Rund 13,5 Milliarden Euro an Tabaksteuereinnahmen hat der Fiskus bis Ende November verbucht. Damit ist das Steueraufkommen gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert geblieben.
Dabei spülten Zigaretten mit gut 10,6 Milliarden knapp 270 Millionen Euro mehr in die Staatskassen. Die Steuer auf Feinschnitt ging dagegen um etwa 61 Millionen Euro auf nicht ganz 1,7 Milliarden Euro zurück.
Der Nettobezug von Steuerzeichen lag im gleichen Zeitraum bei 13,4 Milliarden Euro – das ist ein Zuwachs um immerhin fast 380 Millionen. Das Plus lag bei Zigaretten bei fast 417 Millionen Euro; bei Feinschnitt und Zigarren/Zigarillos ging der Steuerzeichenbezug leicht zurück.
Bei den Kleinverkaufspreisen legten Zigaretten netto von durchschnittlich 26,33 Cent pro Stück bis Ende November auf 27,36 Cent zu. Zigarren und Zigarillos stiegen von 20,57 auf 23,13 Cent. Gering war der Preiszuwachs beim Feinschnitt: Hier kostete das Kilogramm im Januar 144,29 Euro, im November waren 145,11 Euro fällig.
max
(DTZ 50/17)
BERLIN // Das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR), ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen vom Ärztlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit bis zum Deutschen Krebsforschungszentrum, haben vor wenigen Tagen das Positionspapier „Für eine konsequente Tabakprävention“ vorgelegt. Ziel ist es, die Mitglieder des neuen Bundestages aufzufordern, sich stärker gegen Tabakwaren zu engagieren. DTZ hat sich den Forderungskatalog genauer angesehen.
Man wolle, schreiben die Verfasser des Papiers, den Einstieg in das Rauchen verhindern, den Ausstieg aus dem Rauchen fördern und vor Passivrauch schützen. Das ist gut gemeint. Allerdings ist „gut gemeint“ nicht halb so viel wert wie „gut gemacht“. Sind die Appelle des ABNR gut gemacht? Wir werden sehen.
Sieben „politische Forderungen“ hat das Bündnis zusammengetragen. Sie beginnen mit
Nichtraucherschutz verbessern und vereinheitlichen.
Dafür sei es erforderlich, das Rauchen in öffentlich zugänglichen Innenräumen, in allen Arbeitsstätten und in Pkw zu verbieten. Nun könnte man lange darüber diskutieren, wie viele Gesetze man biegen müsste, um das alles so hinzubekommen, angefangen bei Artikel 14 des Grundgesetzes, der Bestand und Freiheit des Eigentums gewährleistet und so eine Grundlage der eigenverantwortlichen Lebensgestaltung schützen soll. Wie das mit einem Rauchverbot im eigenen Auto in Einklang gebracht werden könnte, ist zumindest schwer erkennbar. Dass, wie das Papier ohne Nennung einer Quelle behauptet, 87 Prozent der Bevölkerung für ein Rauchverbot sind, wenn Kinder im Fahrzeug sitzen, lässt sich so nicht verifizieren. Laut Debra-Studie der Heinrich-Heine-Universität sind es 71,6 Prozent. Und dass fünf Prozent der Befragten angaben, sie stimmten überhaupt nicht zu, bedeutet nicht, dass sie den Nachwuchs auf Teufel komm raus zuqualmen würden. Viel näher liegt der Verdacht, sie hätten etwas gegen eine (weitere) staatliche Bevormundung.
Dass auch und gerade in Arbeitsstätten die gegenseitige Rücksichtnahme von Rauchern und Nichtrauchern ein wichtiges Thema ist, liegt auf der Hand. Wieso besonders in Friseursalons die Beschäftigten nicht ausreichend vor Tabakrauch geschützt sein sollen, erläutern die Autoren des Positionspapiers nicht. Und bitte: Wenn schon in der Einleitung die „entschlossene Tabakprävention“ in anderen EU-Ländern so gelobt wird, sollte man auch anführen, dass der Anteil der von Passivrauch Betroffenen in deutschen Unternehmen um 7,4 Prozentpunkte unter den Vergleichswerten des europäischen Auslands liegt, wie eine Studie des Imperial College in London belegt.
Ach ja, die bundeseinheitlichen Rauchverbote in öffentlichen Räumen. Brauchen wir wirklich ein Bundesgesetz? Ja – dann dürfen wir uns aber auch nicht beklagen, wenn der Nanny-Staat uns mit Blick auf Alkoholgenuss, Zuckerkonsum, zu wenig sportliche Betätigung, zu viel sportliche Betätigung und so fort ebenfalls gängelt. Da ist mir der Kodex für rücksichtsvolle Raucher, wie ihn das Forum Rücksichtsvoll Rauchen aufgestellt hat (unter anderem: Niemals vor Kindern rauchen. Nur dort rauchen, wo es erlaubt ist.) wesentlich lieber. Und ja: Mir ist klar, dass hinter dieser Aktion die Branchenorganisation Verband der Rauchtabakindustrie steckt.
Werbung, Promotion und Sponsoring für Tabakprodukte und E-Zigarette in jeder Form verbieten.
„Die Bundesrepublik muss in der nächsten Legislaturperiode (…) ein Gesetz zu einem vollständigen Tabakwerbeverbot erlassen“, heißt es unter diesem Punkt. Denn nicht zuletzt nutze die Tabakindustrie Zigarettenverpackungen als wichtige Werbefläche. Klar: Ein solches Verbot würde verschiedene Grundrechte verletzen, etwa das am geistigen Eigentum. Dass für ein legales Produkt nicht mehr geworben werden dürfte, widerspräche zudem dem gesunden Menschenverstand. Zugleich aber machen die Verfasser des Papiers deutlich, dass die sogenannten „Schockfotos“ nichts taugen – wie sonst könnte der verbleibende Raum für Botschaften an den Konsumenten und Noch-nicht-Konsumenten verwendet werden? Zudem bezweifeln Medienpsychologen immer wieder, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Tabakwerbung und Kaufimpuls gibt. Im Eurobarometer „Attitudes of Europeans Towards Tobacco (Verhältnis der Europäer gegenüber Tabak)“ von 2012 befragten die Autoren Konsumenten, warum diese mit dem Rauchen begonnen hätten. 79 Prozent gaben an, weil ihre Freunde rauchten, bei 21 Prozent waren es die Eltern, 19 Prozent mochten den Geschmack oder Geruch von Tabak (bis zu drei Nennungen möglich). Werbung tauchte in dieser Liste nicht auf.
Vollends unglaubwürdig wird dieser Punkt des Forderungskataloges durch den ausdrücklichen Verweis auf den „kausalen Faktor für die Initiierung des Rauchens im Kinder- und Jugendalter“. So schreibt das Bündnismitglied Deutsche Krebsgesellschaft auf seiner Homepage: „Die Zahl der Raucher in Deutschland ist weiter rückläufig – vor allem bei den Jugendlichen.“
Dass ausdrücklich E-Zigaretten in die Forderung aufgenommen wurden, zeigt, wie voreingenommen argumentiert wird. So ist es dem Bündnis zwar ein Anliegen, den Ausstieg aus dem Rauchen zu fördern. Dass der Dachverband Sucht nun durchaus zur E-Zigarette rät, wenn andere Entwöhnungshilfen nicht griffen, und dass etwa im sonst als Vorreiter gelobten Großbritannien staatliche Stellen in der jährlichen Aktion „Stoptober“ die E-Zigarette an erster Stelle der Ausstiegshilfen nennen, bleibt unerwähnt.
Marc Reisner, Chefredakteur
Lesen Sie den vollständigen Leitartikel in der Printausgabe DTZ 50/17.
ESTELÍ // Der gebürtige Kubaner José Orlando Padrón ist am 5. Dezember im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte die Familie des legendären Zigarren-Machers mit.
Padrón flüchtete aus Kuba unter Fidel Castro und gelangte über Umwege nach Miami, Florida, wo er den Grundstein seines Unternehmens legte: Am 8. September 1964 startete Padrón mit Piloto Cigars. 200 Zigarren stellte er anfangs pro Tag her, für 25 US-Cent verkaufte er sie vor allem an die Bars und Kneipen der Umgebung. Die Firma wuchs: Sechs Jahre später eröffnete sie einen Betrieb in Estelí in Nicaragua. Trotz harter Rückschläge – Betriebsgebäude brannten nieder, es gab terroristische Anschläge – blieb Padrón seinem Ziel treu: hochwertige Zigarren zu produzieren und dabei die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken.
Der 1926 geborene Philanthrop konnte auf ein erfülltes, erfolgreiches und abwechslungsreiches Leben zurückblicken, das er in seiner vor wenigen Monaten erschienenen Autobiographie „Memorable Moments In My Life“ beschrieb.
Die Zigarrenwelt verliert mit Padrón einen Grandseigneur. Immerhin: Sein Sohn Jorge ist längst in seine Fußstapfen getreten.
red
(DTZ 49/17)
ARLINGTON // Am 1. Dezember 2012 trat in Australien das weltweit erste Markenverbot für Zigarettenschachteln ein. Laut Frederik Roeder, Geschäftsführer des Consumer Choice Centers (CCC), hatte diese Maßnahme zwar durchaus gute Absichten, verpasst es aber, die Raucherrate zu verringern.
Die gescheiterte Politik der Einheitsverpackungen sollte anderen Ländern als Warnung gelten ähnliche Maßnahmen nicht auszuprobieren. Roeder: „Die Reduzierung von Tabakkonsum ist ein hehres Ziel. Nach fünf Jahren Einheitsverpackungen in Australien lässt sich allerdings summieren, dass diese Politik nicht funktioniert. Trotz der Einführung von Plain Packaging ist die Raucherrate in Australien stabil geblieben. Die Anzahl an Jugendlichen, die rauchen, hat sich sogar erhöht.“
In einer Mitteilung des CCC heißt es weiter, die Einheitsverpackung sei deutlich leichter zu fälschen, zudem habe die australische Regierung die Tabaksteuer stufenhaft angehoben. Als Folge sei der Anteil gefälschter Zigaretten am Gesamtkonsum auf 30 Prozent gestiegen. Dies führte nicht nur zu Ausfällen bei der Tabaksteuer in Höhe von umgerechnet über einer Milliarde Euro, sondern auch dazu, dass fast jeder dritte australische Raucher unsichere gefälschte Zigaretten rauche, die vermutlich ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko mit sich brächten. Zum Vergleich: Dem deutschen Staat entgehen jährlich über vier Milliarden Euro Steuereinnahmen aufgrund gefälschter und geschmuggelter Zigaretten.
Auch eine andere Studie kommt zum Schluss, dass der Tabakkonsum in Australien zunimmt, die Einheitspackung also ins Leere läuft. Die australische Criminal Intelligence Commission (ACIC), untersucht dafür stichprobenartig die Abwässer von Haushalten. Laut ACIC werden so auch Tabakwaren vom Schwarzmarkt einberechnet. Andere Erhebungen allerdings, die einen Rückgang der Raucherquote von 16.1 im Jahr 2011 auf 14.5 Prozent im Jahr 2015 feststellen, beziehen sich nur auf offizielle Verkaufszahlen.
red
(DTZ 49/17)