Autor: admin

  • Unbegründetes Störfeuer

    BERLIN // Die im Handel verwendeten Produktkarten, die im Warenregal vor die Packungen mit den Schockfotos gesteckt werden, sind rechtskonform. Darauf hat der Deutsche Zigarettenverband (DZV) hingewiesen.

    DZV‐Geschäftsführer Jan Mücke erklärte, der Handel befinde sich damit im Einklang mit europäischem und deutschem Recht: „Die EU-Tabakproduktrichtlinie ist keine Warenpräsentations‐, sondern eine Produktrichtlinie. Wie Tabakwaren in den Geschäften ausgestellt werden, ist Sache der Händler.“

    Im Tabakwarenhandel sind seit einiger Zeit die neuen Zigarettenpackungen mit den großen Bildwarnhinweisen erhältlich. Um angesichts der großen Schockbilder den Überblick über das Sortiment im Warenregal zu behalten, setzen viele Händler auf Produktkarten, die die relevanten Informationen – Markenlogo und ‐name, Produktvariante und Preis – enthalten und vor den Warenschacht gesteckt werden.

    Anders als vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und einigen wenigen Ordnungsbehörden – im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat nach Zeitungsberichten das Ordnungsamt einen Händler zum Entfernen der Produktkarten aufgefordert – argumentiert, ist diese Lösung der Tabakwarenhändler eindeutig rechtskonform.

    Für die Reglementierung der Warenpräsentation in den Tabakwarengeschäften fehlt der EU die Gesetzgebungskompetenz. Die EU‐Richtlinie enthält produktbezogene Regelungen zur Verkehrsfähigkeit von Tabakprodukten und soll damit der Harmonisierung des EU‐Binnenmarktes dienen. Aufgrund des fehlenden grenzüberschreitenden Sachverhalts fällt der stationäre Handel nicht in den Regelungsbereich der EU‐Richtlinie.

    Auch das deutsche Recht, das die Richtlinie umsetzt, macht keine abweichenden Vorgaben zur Präsentation der Tabakprodukte im Handel. Konsequenterweise beziehen sich die Umsetzungsvorschriften zu den Warnhinweisen ausschließlich auf die Kennzeichnung der Verpackung. Sinn und Zweck der Vorschriften ist es, die grafische Integrität der Warnhinweise zu schützen: Die Warnhinweise auf der Packung dürfen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens nicht verdeckt werden. Das deutsche Tabakerzeugnisgesetz versteht unter Inverkehrbringen die Abgabe eines Tabakprodukts zum Verbrauch. Bei der Abgabe an den Kunden sind die Warnhinweise auf den Packungen nicht verdeckt. Der Kunde erhält im Geschäft eine rechtskonforme Packung der von ihm gewünschten Marke mit vollständig sicht‐ und lesbaren Warnhinweisen. Die Kennzeichnungs‐ und Verpackungsvorschriften werden somit eingehalten.

    Der DZV forderte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf, Fehlinformationen der Öffentlichkeit zu unterlassen und künftig Verunsicherungen des Handels und der Verbraucher zu vermeiden. „Zuständig für die Überwachung sind die Bundesländer und nicht der Bund. Wir raten allen Tabakwarenhändlern, möglichen Beschwerden gelassen und selbstbewusst entgegenzusehen. Die Rechtslage ist eindeutig“, sagte Mücke abschließend.
    pi/red

    (DTZ 48/16)

  • New York feiert „¡Cuba!“

    NEW YORK // Kuba ist in den USA seit diesem Jahr gesellschaftsfähig. Spätestens nach dem Besuch des US-Präsidenten war der Inselstaat im Fokus der Amerikaner. Jetzt zeigt das New Yorker American Museum of Natural History mit der Ausstellung „¡Cuba!“ die vielen Facetten des Karibikstaats.

    In einer zweisprachigen Schau (englisch/spanisch) wird der Besucher durch die Artenvielfalt und Kultur der karibischen Insel geleitet, wobei sich ein Abschnitt dem Tabakanbau und der Zigarrenproduktion widmet.

    Die Präsentation wird in Zusammenarbeit mit dem kubanischen National Museum of Natural History gestaltet.
    „Wir wollten den Menschen ein Kuba zeigen, wie sie es aus den Schlagzeilen nicht kennen oder erwartet haben“, sagt Kuratorin Ana Luz Porzecanski. „Kuba ist weitaus mehr als die wundervolle Musik, kubanische Zigarren oder alte Autos.“

    Die Ausstellung ist bis zum 13. August 2017 geöffnet.
    red

    (DTZ 47/16)

  • Krise beim VDZ

    BERLIN // Weil sie sich am Wahl-Prozedere des neuen VDZ-Präsidenten Stephan Holthoff-Pförtner stören, wollen vier Verlage aus dem Fachverband der Publikumszeitschriften austreten. Ein finanzielles Desaster droht, glauben Experten.

    Gruner + Jahr, Spiegel, Zeit und die Medweth-Gruppe war die Nominierung und Wahl des Nachfolgers von Hubert Burda nicht transparent genug, berichtet der Pressedienst „Meedia“. Von „Hinterzimmerbünde“ war die Rede. Die Verlagschefs haben ihren Austritt für Mitte nächsten Jahres angekündigt.

    Als Folge fehlen dem Verband laut Meedia rund 300.000 Euro an jährlichen Mitgliedsbeiträgen. Der VDZ erzielt rund 60 Prozent seiner Einnahmen aus Beiträgen der Verlage seiner Landes- und Fachverbände.
    red

    (DTZ 47/16)

  • Düsseldorf: Kein Herz für Tabak

    DÜSSELDORF // Die Stadt will rauchfrei werden und sich den Titel als WHO-Gesundheitsstadt dadurch bewahren: Düsseldorf plant einen Anti-Tabak-Feldzug.

    Gleichzeitig liegen Pläne im Rathaus für die lizensierte Freigabe von Cannabis. Skurril, aber über beide Vorhaben diskutiert die Stadtverwaltung in zwei gesonderten Sitzungen im Dezember: Am 14. Dezember wird auf einer Gesundheitskonferenz über die „Healthy City“ (deutsch: Gesundheitsstadt); also eine komplette rauchfreie Stadt gesprochen.

    Eine Woche vorher, am 7. Dezember steht die „Fachtagung Cannabis“ im Terminkalender der Verwaltung und mit ihr die Freigabe der Droge. Für beide Termine ist Medieninformationen zufolge der Düsseldorfer Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke federführend verantwortlich.

    Auf der Anti-Tabak-Konferenz soll ein komplettes Rauchverbot für öffentliche Plätze erarbeitet werden. Wichtig dabei der Jugendschutz: „Es geht doch eigentlich darum, dass junge Menschen erst gar nicht mehr mit dem Rauchen anfangen“, sagte Meyer-Falcke dem „Express“.
    Kritiker wie der ehemaliger Neusser Bürgermeister Herbert Napp sehen darin allerdings eine „Hexenjagd“ auf Raucher.

    In Bezug auf Cannabis wolle die Stadt eine offene Diskussion über die Chancen und Risiken diskutieren, so der Gesundheitsdezernent gegenüber den Medien. Ähnliche Pläne werden zurzeit auch vom Senat in Berlin diskutiert. In diesem Zusammenhang wollen die Düsseldorfer mit Berliner Experten auch den kontrollierten Verkauf von Cannabis erörtern.

    Schmerzpatienten sollen Cannabis bereits 2017 auf Rezept erhalten. Ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums wird Medieninformationen zufolge in den zuständigen Instanzen diskutiert.
    red

    (DTZ 47/16)

  • Neue Argumente

    BERLIN // „This century a billion people are projected to die from smoking – In diesem Jahrhundert werden voraussichtlich eine Milliarde Menschen an den Folgen des Rauchens sterben.“ Die Macher des neuen Dokumentarfilms „A billion lives“ beziehen sich mit dem Titel auf das WHO-Zitat und lassen keinen Zweifel daran, dass sie Tabakkonsum für schädlich halten.

    Aber: Zugleich bieten die Macher des mehrfach preisgekrönten Streifens um Regisseur Aaron Biebert eine Alternative: die E-Zigarette. Beschrieben werden nicht nur der öffentliche und der politische Diskurs um den Vergleich zwischen E- und Tabakzigarette sowie die daraus erwachsenden gesetzlichen Regulierungen. Der Film zeigt auch, wer von einem Scheitern der E-Zigarette profitieren würde und welche wissenschaftlichen Argumente für die neue Technologie sprechen.

    Als Zeugen für seine Theorien hat Biebert unter anderem Derek Yach, der den ehemaligen WHO-Exekutivbeauftragten, sowie Delon Human, Ex-Präsident der World Medical Association befragt. Bei der Deutschland-Premiere am 19. November waren auch der österreichische Toxikologe und Pharmakologe Professor Bernd Mayer von der Universität Graz sowie der Anti-Tabak-Aktivist David Goerlitz anwesend.

    Dass der Film, der in anderen Ländern teils seit Monaten zu sehen ist, nun auch in die deutschsprachigen Kinos kommt, ist nicht zuletzt dem Unternehmen Von Erl aus Hall / Tirol zu verdanken, das die deutsche Synchronisierung ermöglicht hat. Auch der Hamburger E-Zigaretten-Spezialist Innocigs hat die Deutschland-Premiere gefördert und setzt sich für eine wissenschaftlich getriebene Diskussion zur E-Zigarette ein. Von Erl-Chef Günter Höfert: „Die Dampfzeit ist längst angebrochen.“
    red

    (DTZ 47/16)

  • BAT testet Japan

    BRISTOL // British American Tobacco (BAT) will ab Dezember den japanischen Markt mit seinem neuen Tabakprodukt Glo überzeugen.

    Dabei handelt es sich um ein Produkt aus der Unternehmens-Kategorie „Next Generation Products“, das als „tobacco heating product“ definiert wird. Im Detail wird dabei ein Tabakstick, der „Kent Neostick“, erhitzt. Es entsteht Dampf, der inhaliert wird.

    Die Briten wollen Glo ab 12. Dezember vorerst in rund 600 Geschäften in der japanischen Großstadt Sendai im Nordosten der Hauptinsel anbieten, berichtet „Reuters“. Später ist der Verkauf im ganzen Land geplant. BAT tritt damit in direkte Konkurrenz zu Philip Morris´ iQos und Japan Tobaccos´ Ploom Tech.

    Medieninformationen zufolge hat BAT knapp eine Milliarde Euro in den letzten fünf Jahren in die Forschung und Entwicklung dieser neuen Produkte investiert. Bereits jetzt ist das Unternehmen mit der E-Zigarette Vype in Europa vertreten. In Rumänien wird iFuse, ein Liquid-Produkt, in dem Tabak erhitzt wird, getestet.

    Das Glo-Gerät kostet umgerechnet rund 69 Euro, eine 20er-Packung Kent Neosticks etwa 3,60 Euro. Die Sticks gibt es den Angaben zufolge in den Geschmacksvarianten „Intensely Fresh“, „Fresh Mix“ und „Bright Tobacco“.
    red

    (DTZ 46/16)

  • Will die WHO ein E-Zigaretten-Verbot?

    DELHI // Auf der siebten FCTC-Konferenz in Indien sprachen sich Delegierte für ein E-Zigaretten-Verbot aus.

    Die Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der WHO haben sich zum Ziel gesetzt, Tabakkonsum einzudämmen und internationale Richtlinien für Tabaksteuern, Regulierung von E-Zigaretten, Warnhinweise und Werbeverbote zu erörtern.
    Doch einigen Mitgliedsstaaten ging dies nicht weit genug. Teilnehmer aus Thailand, Kanada, Indien, Kenia und Nigeria sollten für ein komplettes Verbot von elektronischen Zigaretten votiert haben, berichtet die „Huffingtonpost“.

    Darüber hinaus haben die FCTC-Teilnehmer beschlossen, die Öffentlichkeit von der Tagung auszuschließen und ihre „discussions in private“ durchzuführen, heißt es. Medienvertreter protestierten. „Die Menschen sollten darüber besorgt sein, was bei der WHO passiert“, formulierte es ein kanadischer Pressevertreter.
    red

    (DTZ 46/16)

  • Philip Morris für Klimaschutz ausgezeichnet

    GRÄFELFING // Philip Morris International wurde erneut für sein Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet. Das Unternehmen steht zum dritten Mal in Folge auf der „Climate A-Liste“ der gemeinnützigen internationalen Organisation CDP.

    Das Ranking bestätige den umfassenden Einsatz des Unternehmens zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Linderung der Folgen des Klimawandels, betont das Unternehmen. Gleichzeitig belege es die Transparenz der Datenaufbereitung des Herstellers. Philip Morris International gehört eigenen Angaben zufolge zu den besten neun Prozent, die es im diesjährigen Ranking auf die Liste geschafft haben.

    CDP, früher bekannt als „The Carbon Disclosure Project“, ist eine der führenden internationalen Non-Profit Organisationen in der Bewertung von Unternehmen im Bereich Klimaschutz. Weltweit stellen Unternehmen ihre jährlichen Umweltberichte zur Verfügung, um diese von unabhängiger Seite bewerten zu lassen.

    Andy Harrop, bei Philip Morris International für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich: „Wir freuen uns sehr, erneut auf der A-Liste der CDP-Klimastudie vertreten zu sein. Damit leisten wir unseren Beitrag, um die globale Erderwärmung zu begrenzen. Seit 2010 konnten wir den CO2-Ausstoß bereits um 200.000 Tonnen reduzieren. Wir werden uns auch weiterhin für eine nachhaltige Tabakproduktion und für Umweltverbesserungen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette einsetzen.“
    red

    (DTZ 46/16)

  • Reynolds will mehr Geld von BAT

    BRISTOL // British American Tobacco (BAT) will Reynolds für mehrere Milliarden übernehmen. Doch der US-Zigarettenhersteller hat die Offerte zurückgewiesen.

    Das 47 Milliarden US-Dollar-Angebot (rund 43 Milliarden Euro) der BAT sei in den Augen des Reynolds-Managements zu niedrig, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

    Die Briten seien den Angaben zufolge zu einer leichten Preisanhebung bereit. BAT hält bereits 42,2 Prozent an Reynolds und hatte im Oktober ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile gemacht.

    Mit der Übernahme würde BAT zum US-Marktführer aufsteigen.
    red

    (DTZ 46/16)

  • Millionen-Investitionen bei Brinkmann

    BREMEN // Die Unternehmensgruppe Mignot & De Block bekennt sich zu ihrem Bremer Standort: Mit zwei neuen Maschinen stärken die Niederländer die moderne Filterproduktion bei Brinkmann Raucherbedarf.

    „Die Investition ist Teil der Strategie zur Standortsicherung“, zitiert der „Weser Kurier“ Christian Hinz, Gizeh-Geschäftsführer. Gizeh, eine Tochter von Mignot & De Block, übernahm 2015 die Filterhülsenproduktion von Brinkmann. Durch die aktuelle Investition seien die Arbeitsplätze der 78 Angestellten momentan nicht bedroht. „Unser Anspruch ist es, das Bremer Werk so zu spezialisieren, dass es das produziert, was andere nicht können“, sagt Hinz. Mit den neuen Maschinen sollen Aktivkohlefilter produziert werden, was das Werk zu einem „Kompetenzzentrum“ für diesen Filtertyp mache.
    red

    (DTZ 45/16)