Autor: admin

  • Das Gros der Händler hält sich an Jugendschutz

    TUTTLINGEN // Kurz vor dem Höhepunkt der diesjährigen Fastnachts- beziehungsweise Karnevals-Kampagne waren jugendliche Testkäufer unter anderem im Landkreis Tuttlingen und im nordrhein-westfälischen Ennepetal unterwegs. Sie sollten feststellen, ob das Verkaufsverbot für hochprozentigen Alkohol und Tabakwaren an unter 18-Jährige eingehalten wird.

    Jugendamt und Polizei nahmen bei ihrer Aktion im Landkreis Tuttlingen 18 Lebensmittelgeschäfte und Tankstellenshops unter die Lupe. Schwerpunkte der Überwachungsmaßnahmen bildeten das Stadtgebiet Tuttlingen sowie der Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Spaichingen.

    Das Ergebnis: In fünf Läden wurde den Jugendlichen Wodka verkauft. Besonders erwähnenswert ist den Behörden ein Fall, bei dem die Kassiererin sich den Personalausweis der zu jungen Kundin ansah, ein Warnhinweis auf dem Display ihrer Scanner-Kasse zu lesen war und dennoch den Wodka verkaufte. Gegen sie, wie auch gegen die vier anderen, wird die Polizei Anzeige bei der zuständigen Bußgeldbehörde des Landratsamtes Tuttlingen erstatten.

    „Beanstandungsquote erfreulich niedrig“
    Trotz dieser fünf schwarzen Schafe ziehen Polizeipräsidium und Landratsamt von Tuttlingen eine positive Bilanz: „Die Beanstandungsquote von knapp über einem Viertel liegt damit erfreulich niedrig und unter den Quoten der zuletzt durchgeführten Testkäufen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

    Auch im nordrhein-westfälischen Ennepetal zeigten sich die Verantwortlichen des Ordnungsamtes der Stadt mit dem Ergebnis ihrer Testkäufe zufrieden. Mit einer 15-Jährigen hatten sie in neun Geschäften kontrolliert, ob der Jugendlichen Zigaretten verkauft werden. Dies war nur in einem Laden der Fall. In allen anderen Geschäften fragte das Verkaufspersonal konsequent nach dem Personalausweis.

    Nicht ganz so gut, aber auch nicht wirklich schlecht lief es in Ulm. Dort gab es im vergangenen Jahr insgesamt 23 Testkäufe von 16- und 17-jährigen Jugendlichen in Supermärkten, Kiosken, Getränkemärkten und Tankstellen sowie in einem E-Zigaretten-Shop und in einer Shisha-Bar. Gut ein Drittel wurde bei der gemeinsamen Aktion von Bürgerdiensten und Polizei beanstandet. „Das ist ein besseres Ergebnis als in den Vorjahren, als die Anzahl der Beanstandungen rund doppelt so hoch war“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Gegen Händler beziehungsweise deren Angestellte, die gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen haben, wurden Bußgeldverfahren zwischen 150 und 750 Euro eingeleitet. pnf

    (DTZ 9/2017)

  • Gebinde mit größerer Schrift und in Farbe

    HAMBURG // Unter dem Titel „Schrift an den Gebinden zu klein?“ berichtete DTZ im September über den Hinweis von Händlern, dass die Wiedererkennung von Zigaretten- und Feinschnitt-Marken der BAT im Großhandelslager zu schwierig ist. Nun ist eine Lösung gefunden.

    Den Stein ins Rollen gebracht hat unter anderem der Tabakwaren-Großhändler Gunnar Rathmann vom Husumer Unternehmen Atlantik, der die Schrift an den neutralen Gebindekartons als zu klein bezeichnete. Allgemeiner Tenor im Tabakwaren-Großhandel: Das erschwert die Handhabung beim Zusammenstellen der Kommission und den Warenvergleich bei der Übergabe an den Kunden.

    Bei British American Tobacco hat man die Anregung des Handels aufgegriffen und das Problem seit Februar behoben. Die Gebinde werden nun farblich und mit größerer Schrift gekennzeichnet. kdp

    (DTZ 9/2017)

  • Falsche Strategie

    KUALA LUMPUR // Einheitspackungen fördern den illegalen Zigarettenhandel, statt den Tabakkonsum zu reduzieren. Diesen Ansatz vertrat Julian Morris bei einem Vortrag im malaysischen Putrajaya. Morris ist Vizepräsident einer gemeinnützigen US-amerikanischen Unternehmensberatung.

    Alternativ böten sich E-Zigarette und Zigarettenpreise als Mittel zum Zweck an. „Das Dampfen kann die Erwartungen des Ministeriums in puncto Tabakkonsum erfüllen und sogar übertreffen“, zitiert „The Malay Mail Online“ den Wissenschaftler. Und: „Es muss ein breiter Zugang für E-Produkte geschaffen werden.“

    Malaysia hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Einheitsschachteln einzuführen, um den Tabakkonsum zu reduzieren. Allerdings hat das Gesundheitsministerium Medienangaben zufolge das Thema solange zurückgestellt, bis die Frage zum Schutz des geistigen Eigentums geklärt sei. red

    (DTZ 9/2017)

  • Ausgezeichnete Arbeitgeber

    KÖLN/GRÄFELFING // Hier arbeitet man gerne: Die beiden in Deutschland vertretenen Tabakkonzerne Japan Tobacco International (JTI) und Philip Morris (PMG) erhielten für 2017 erneut die renommierte Auszeichnung als Top-Arbeitgeber.

    JTI wurde zum vierten Mal in Folge als „Top Employer“ ausgezeichnet und belegt Platz 1 unter den besten Arbeitgebern in Deutschland. Mit der Zertifizierung werden die hervorragenden Arbeitsbedingungen der JTI Vertriebsorganisation in Köln, der Produktionsstätte in Trier sowie dem anliegenden Forschungs- und Entwicklungszentrum mit globalen Funktionen anerkannt.

    Die Zertifizierung hat JTI auch in den Märkten Europa, im Nahen Osten und im Asiatisch-Pazifischen Raum erhalten. Das Unternehmen war eine von nur acht Organisationen, die 2016 als „Global Top Employer“ ausgezeichnet wurden.

    Bei seinen Angestellten ebenso angesehen ist PMG. Das unabhängige Zertifizierungsunternehmen Top Employers Institute würdigte die hohe Mitarbeiterorientierung von Philip Morris. Besonders hervorgehoben wurden die Abteilungen Aus- und Weiterbildung und Karriereentwicklung sowie das Arbeitsumfeld in der Verwaltung in München-Gräfelfing sowie in den Werken in Berlin und Dresden.

    Das Top Employers Institute zertifiziert weltweit die führenden Leistungen in der Mitarbeiterorientierung von Unternehmen. Die beteiligten Firmen durchlaufen einen einheitlichen Prozess und müssen hohe standardisierte Anforderungen erfüllen, um die Auszeichnung zu erhalten. Um die Aussagekraft und Wertigkeit des gesamten Zertifizierungsprozesses zu verstärken, wurden alle Antworten und Belege von einer unabhängigen Stelle eingehend geprüft. red

    (DTZ 9/2017)

  • Zigarrenverband und Gewerkschaft NGG appellieren

    BONN // Die Tabakbranche unterliegt in Europa und auch in Deutschland immer strenger werdenden Regulierungen, die die mittelständischen und meist familiengeführten Unternehmen der Zigarrenindustrie zunehmend vor immer größere Probleme stellen.

    Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und der Bundesverband der Zigarrenindustrie haben in einem gemeinsamen politischen Appel diese Sorge zum Ausdruck gebracht und setzen sich gegenüber Politik und Ministerien dafür ein, dass für Zigarren und Zigarillos schon jetzt bestehende Ausnahmen auch in Zukunft gelten sollten.

    „Das Kulturgut Zigarre und Zigarillo wird meist von Männern gehobenen Alters genossen“, so Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie, „ein Jugendschutzproblem besteht somit in der Praxis nicht“. Die Gewerkschaft NGG erkennt die besondere Situation der Zigarrenindustrie ebenfalls: „Bei der Zigarrenindustrie handelt es sich noch in großen Teilen um echtes Handwerk: Dies ist an dem sehr lohnintensiven Herstellungsprozess sehr deutlich zu erkennen“, so die NGG-Vorsitzende Michaela Rosenberger.

    Mit sehr großer Sorge sieht die Zigarrenindustrie die Einführung eines Systems der Rückverfolgbarkeit für Tabakprodukte, das den Tabakschmuggel zukünftig verhindern soll. Hier ist man sich einig, dass diese Maßnahme unverhältnismäßig ist, da es bei Zigarren und Zigarillos nachweislich keinen Tabakschmuggel gibt, diese Maßnahmen aber die mittelständischen Unternehmen in ihrer Wirtschaftlichkeit bedrohen werden. vi

    (DTZ 9/2017)

  • Automatisiert produzieren

    HANNOVER // Am 20. März beginnt in Hannover wieder die Computermesse CeBit, die vom 20. Bis 24. März in Hannover stattfindet. Ein großes Thema, die Digitalisierung der Wirtschaft. Aus diesem Anlass hat DTZ bei den Herstellern von Zigaretten und Feinschnitt nachgefragt: Wie weit sind Sie beim „Internet der Dinge“?

    Bei Philip Morris heißt es dazu: „Industrie 4.0 ist ein wichtiges Thema. Ein Beispiel sind intelligente Assistenzsysteme. Sie helfen, die Komplexität der Produktionsanlagen zu reduzieren und unterstützen unsere Mitarbeiter, die modernen Maschinen intuitiv zu bedienen, indem sie die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Das können beispielsweise Handlungsanweisungen sein, die Mitarbeiter über eine Virtual-Reality-Brille oder „Augmented Reality“-Displays eingespielt werden. Ziel ist es, den Arbeitsalltag angenehmer, flexibler und sicherer zu gestalten.“

    So weit ist es bei Pöschl noch nicht. Es werde wohl noch geraume Zeit dauern, bis es zu einem gemäß Industrie 4.0 vorgesehenen „selbstorganisierten Produktionsprozess über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg“ komme. Zudem sei bei Tabakwaren viel Handarbeit nötig und auch gewollt.

    Deutlich weiter ist man bei BAT: „In der Produktion in Bayreuth werden seit vielen Jahren fahrerlose Transportfahrzeuge eingesetzt. Dabei ist der gesamte Materialfluss von Anlieferung bis Bereitstellung an der Maschine automatisiert. Alle daran beteiligten IT-Systeme sind über Schnittstellen verbunden.“ Außerdem wurde in Bayreuth „eine neue Visualisierung der Maschinenleistungen“ eingeführt, die mit einem vollautomatischen Lichtsystem arbeitet. Damit kann die aktuelle Maschinenleistung schneller erfasst und dargestellt werden, letztlich anstehende Aufgaben besser vorbereitet und Stillstandzeiten minimiert werden. Auch bei BAT heißt es: „Solche Projekte lassen sich nur mit sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern realisieren.“
    max

    (DTZ 08/17)

  • Mit Herz, Leidenschaft und Verstand

    GUMMERSBACH // Winfried Hinz, der langjährige Geschäftsführer der Mignot & De Block-Gruppe, zu der auch Gizeh gehört, ist vor kurzem im Alter von 72 Jahren gestorben. Seine Familie, die Mitarbeiter und Weggefährten trauern um eine Persönlichkeit, die die Geschicke der Unternehmensgruppe mit großem Engagement und strategischem Weitblick lenkte.

    600 Kolleginnen und Kollegen an fünf europäischen Standorten kannten ihn als Führungskraft, die über vierzehn Jahre entscheidenden Anteil am Erfolg und Fortbestand des Markenartiklers für Raucherbedarf hatte. Hierzu gehört vor allem der Verkauf des deutschen Traditionsunternehmens Gizeh 1997 an die niederländische Mignot & De Block-Gruppe, den er mit hohem Verantwortungsbewusstsein für den Erhalt der Standorte und die dortigen Arbeitsplätze gestaltete.

    Als Geschäftsführer war er über zwölf Jahre, bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2009, die treibende Kraft für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Darüber hinaus engagierte er sich in führenden Funktionen für eine starke Interessensvertretung der Branche im VZI (Verband der Zigarettenpapier verarbeitenden Industrie), bei ERPA (European Rolling Paper Association) und im Arbeitgeberverband.

    Sein Handeln war dabei von einer Kultur geprägt, die den Menschen in den Mittelpunkt des Geschehens stellte. Er schuf mit dieser Führungsphilosophie und auch im wahrsten Wortsinn das Fundament für den Erfolg des Unternehmens, als er im Jahr 2001 zusammen mit Marianne Mignot, der geschäftsführenden Inhaberin, den Grundstein für ein neues Firmengebäude in Gummersbach-Windhagen legte. Seitdem hat sich die Belegschaft an diesem Standort verdoppelt und zählt heute 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Konsequent verfolgte Winfried Hinz den Weg, die Mignot & De Block-Gruppe zu einem führenden und konzernunabhängigen Markenartikler auszubauen. „Gizeh, Mascotte und Marie sind bis heute innovative und führende Marken in der Welt des selbstgemachten Genusses – dieser Status ist auch der Arbeit von Winfried Hinz geschuldet; dafür wusste er mit unternehmerischer Leidenschaft, viel Herz und noch mehr Verstand zu kämpfen,“ betont sein Sohn Christian Hinz, der 2009 die Nachfolge in der Geschäftsführung antrat.

    pi

    (DTZ 08/17)

  • Stühlerücken bei Arnold André

    BÜNDE // Petra Lindenschmidt ist seit Anfang des Jahres Vice President der Arnold André Dominicana S.R.L. Zu ihren Aufgaben zählt auch die Erschließung neuer Märkte.

    Die erfahrene Marketing-Managerin ist seit 1993 mit dem Bündner Traditionsunternehmen verbunden. Sie hat dessen Einführung des Longfiller-Segments im Jahre 1996 als Distributionspartner verschiedener Longfiller-Hersteller, wie La Aurora, die älteste Zigarren-Manufaktur in der Dominikanischen Republik, führend mitgestaltet und war zuletzt verantwortlich für alle Marken von Oettinger Davidoff auf dem deutschen Markt.

    Ihr neues Aufgabengebiet ist die systematische Entwicklung eines zukunftsorientierten, internationalen Produktportfolios Arnold André Dominicana sowie dessen Vermarktung und die Erschließung neuer Märkte mit dem Aufbau von internationalen Kundenbeziehungen für diesen neuen Unternehmensbereich.

    „Ich freue mich ganz besonders, dass wir mit Petra Lindenschmidt die Verantwortung für unsere Premium Marken aus Santiago de los Caballeros in kompetente Hände geben können“, erklärt Arnold-André-Geschäftsführer Rainer Göhner.

    Die 51-jährige Rheinländerin ist vom Thema Tabak und Zigarre begeistert: „Tabak ist eines der ältesten Kulturgüter dieser Welt. Eine handgefertigte Premiumzigarre ist in sich schon ein Kunstwerk.“

    Im hochmodernen Werk Arnold André Dominicana in Santiago de los Caballeros sind mittlerweile über 360 Mitarbeiter in der Dominikanischen Republik beschäftigt.

    pi

    (DTZ 08/17)

  • „Tolle Resonanz im Handel“

    HAMBURG // Was erwartet Hans-Kristian Hoejsgaard 2017 für den deutschen Zigarrenmarkt? Wie geht es weiter im Jahr 1 nach der TPD 2? DTZ sprach mit dem Chef der Oettinger Davidoff AG. Anlass: Das Unternehmen eröffnete die neuen Räume seiner jungen Deutschland-Tochter in Hamburg.

    Herr Hoejsgaard, wie wird sich die Gründung der neuen Davidoff-Tochtergesellschaft in Deutschland auf den Handel auswirken?
    Hans-Kristian Hoejsgaard: Ich bin überzeugt davon, dass sich vieles ändert. Sehen Sie: In der Vergangenheit haben wir in Deutschland mit einem Vertriebspartner zusammengearbeitet, der natürlich seine Prioritäten setzen musste. Jetzt können wir unseren Fokus zu 100 Prozent auf unsere Ansprüche legen. Das bedeutet, dass unsere Präsenz im Fachhandel, die Besuche vor Ort, unsere Events und alles andere, was wir machen, viel intensiver ankommen werden als bisher.

    Aber Sie haben gut mit Arnold André zusammengearbeitet.
    Hoejsgaard: Absolut. Aber unsere 18 Mitarbeiter in Deutschland haben eben nur Davidoff-Produkte im Kopf.

    Wie wichtig ist denn der deutsche Markt für Davidoff?
    Hoejsgaard: Er ist ein Schlüsselmarkt für uns und für die gesamte Industrie. Es war immer mein Wunsch, hier eine Tochtergesellschaft zu haben, denn Deutschland ist bei Premiumzigarren der größte Markt in Europa und weltweit die Nummer 2. Und die Genießer hier haben ein großes Faible für dominikanische Zigarren – auch deshalb war und ist Deutschland sehr wichtig für uns.

    Und das betrifft alle Ihre Marken?
    Hoejsgaard: Dass wir jetzt auf deutschem Boden auf eigenen Füßen stehen, hilft uns natürlich. Das öffnet uns Möglichkeiten bei Camacho und Cusano, in anderen Preissegmenten und mit anderen Profilen. Und wir haben ja weitere Marken, die wir hier distribuieren, zum Beispiel Griffin‘s oder Avo.
    max

    Lesen Sie das vollständige Interview in der Printausgabe DTZ 08/17.

  • Lotto-Annahmestellen in NRW haben das Nachsehen

    DÜSSELDORF // Seit Jahren fordern die Lotto-Annahmestellen in Nordrhein-Westfalen eine Anhebung ihrer Vergütung. Denn die Provision verharrt bereits seit 1997 auf einer Höhe von 6,55 Prozent.

    Die FDP hat sich für eine Einkommensverbesserung der Annahmestellen ausgesprochen und einen entsprechenden Antrag in den zuständigen Haushalts- und Finanzausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags eingebracht. Dieser wurde vergangene Woche von der rot-grünen Mehrheit abgelehnt.

    Wäre der Antrag positiv beschieden worden, hätte die Landesregierung – als mittelbare Eigentümerin der Westdeutschen Lotterie GmbH & Co. OHG – auf eine Anpassung der Vergütungen eingewirkt, informiert Tobias Buller, Geschäftsführer des Lotto- und Toto-Verbands der Annahmestelleninhaber in Nordrhein-Westfalen. Nach seiner Überzeugung geht es den regierenden Parteien in NRW offensichtlich mehr um politisches Kalkül als um die Sache für die Menschen. „Die Mehrheitsverhältnisse ließen von Beginn an darauf schließen, dass die 3500 Lotto-Annahmestellen in Nordrhein-Westfalen mit keiner Anpassung ihrer Vergütung für den Verkauf von Lotto zu rechnen haben. Jedenfalls nicht, solange SPD und Bündnis 90 / Die Grünen in NRW bis Mai 2017 die Regierung stellen“, erklärt Buller.

    Der Annahmestellenverband fordert eine Lotto-Preiserhöhung von 20 Cent pro Schein. Diese Anhebung sei nicht nur aus Sicht des Verbandes, sondern auch in den Augen von Sachverständigen und Kunden unproblematisch.

    Nach Bullers Beobachtung unterstützt die CDU die Forderung nach einer Provisionsanpassung. SPD und Grüne hätten allerdings ohne jeglichen Kommentar und ohne Aussprache gegen den FDP-Antrag gestimmt. „Damit gaben sie unmissverständlich zu verstehen, dass sie glauben, dass die Annahmestellen mit einer Vergütung, die seit 1997 nicht erhöht wurde, zufrieden sein können“, sagt Buller.
    vi

    (DTZ 07/17)