Autor: admin

  • Gegen Schmuggel

    BERLIN // Der Zigarettenschmuggel soll international effektiver bekämpft werden. Dazu soll das „Protokoll zur Unterbindung des unerlaubten Handels mit Tabakerzeugnissen“ von November 2012 ratifiziert werden. Der entsprechende Gesetzentwurf liegt nun dem Bundestag zur Beratung vor. Ziel ist die effiziente Überwachung der Lieferkette für Tabakerzeugnisse.

    Geplant sind demnach ein Lizenz- beziehungsweise Kontrollsystem sowie ein weltweites Verfolgungs- und Rückverfolgungssystem für Tabakprodukte. Das Protokoll regelt zudem Buchführungspflichten und die Verfolgung von Verstößen gegen Protokollbestimmungen.
    Das Protokoll geht zurück auf Artikel 15 des Rahmenübereinkommens vom 21. Mai 2003 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Eindämmung des Tabakgebrauchs. Die Vertragsparteien haben sich verpflichtet, gegen alle Formen des illegalen Handels mit Tabakprodukten – insbesondere gegen Schmuggel, illegale Herstellung und Fälschung – vorzugehen.

    Der ständige Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York habe das Protokoll am 1. Oktober 2013 unterzeichnet. Ende 2016 hätten 54 Vertragsparteien das Protokoll unterschrieben, 25 Vertragsparteien hätten es zu dem Zeitpunkt bereits ratifiziert. pnf

    (DTZ 16/17)

  • Drogenbeauftragte fordert Werbeverbot für Tabak

    BERLIN // Marlene Mortler (CSU) will Zigarettenwerbung auf öffentlichen Flächen verbannen. Die Drogenbeauftragte hat die Kommunen aufgefordert, die Außenwerbung zu verbieten. Im Bundestag liegt ein entsprechender Gesetzentwurf aktuell vor.

    Der Entwurf wurde bereits vom Kabinett verabschiedet, allerdings gibt es noch keinen Lesungstermin. Während die SPD drängt, hält sich die Union zurück. In der Partei herrscht Uneinigkeit über den Gesetzentwurf, den Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) eingebracht hat.
    red

    (DTZ 15/17)

  • Staat verdient weniger

    WIESBADEN // Im ersten Quartal 2017 wurden in Deutschland 8,1 Prozent weniger Zigaretten versteuert als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gingen auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos (minus 22,5 Prozent) sowie die Menge des versteuerten Feinschnitts (minus 16,3 Prozent) zurück. Dagegen stieg der Absatz beim Pfeifentabak (einschließlich Wasserpfeifentabak) an: Im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es ein Plus von 33,6 Prozent.

    Insgesamt wurden Tabakwaren im Verkaufswert von 6,2 Milliarden Euro versteuert, 7,3 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Der Betrag ergibt sich aus dem Steuerzeichen-Bezug der Hersteller nach Abzug von Steuererstattungen für zurückgegebene Steuerzeichen (Nettobezug). Der Steuerwert sank um 8,3 Prozent auf 3,437 Milliarden Euro.
    red

    (DTZ 15/17)

  • Themenschwerpunkt E-Zigaretten auf der InterTabac 2017

    DORTMUND // Die InterTabac präsentiert sich vom 22. bis 24. September wieder als Branchen-Plattform. Dieses Jahr bekommt das Thema „E-Zigaretten“ einen eigenen Schwerpunkt in drei zusammenhängenden Messehallen.

    Bereits seit Jahren boomt die E-Zigarette auf der internationalen Fachmesse. Nun werden die entsprechenden Aussteller in den Hallen 2, 2N und 3A zusammengefasst.

    „Auf diese Weise spiegelt die InterTabac als internationale Leitmesse einmal mehr eine wichtige Branchenentwicklung wider. Die E-Zigarette ist bereits seit Jahren ein wachsendes Segment für Industrie und Handel“, sagt Dac Sprengel, Vorsitzender des Verbandes des eZigarettenhandels (VdeH).

    „Die eigene Plattform ist nur folgerichtig und wird den Bedürfnissen der Fachbesucher stark entgegen kommen.“

    Die Nachfrage nach Standfläche auf der InterTabac reißt bereits seit Monaten nicht ab. Große Unternehmen der internationalen E-Zigarettenbranche haben schon Anfang des Jahres ihre Stände für die Messe im September gebucht. Darunter Unternehmen wie Posh Global, InnoCigs und XEO International aus Deutschland, die United Tobacco Vapor Group aus den Niederlanden oder Shenzhen Inshare Technology und Changning Dekang Biotechnology aus China.

    Ebenfalls fokussiert wird 2017 außerdem das Thema „Wasserpfeifen und Zubehör“ auf der Messe. Es wird zukünftig in der Halle 8 zusammengefasst.

    Insgesamt werden im September mehr als 500 Aussteller auf der weltgrößten Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf ihre Produkte präsentieren. Ihre Waren zeigen sie in den Hallen 2, 2N, 3A, 4, 5, 6, 7 und 8 – es ist die umfangreichste Belegung in der Geschichte der Messe.

    Nur Fachbesucher haben Zutritt. Diese können ihr Ticket bequem im Vorfeld auf der Internetseite der Messe kaufen und gleich ausdrucken [link|http://www.intertabac.de] intertabac.de[/link]. In der Westfalenhalle 3B findet wieder die Fachmesse InterSupply parallel zur InterTabac statt. Sie bildet die komplette Prozesskette der Tabakwarenproduktion ab und ergänzt das Angebot der InterTabac im Sinne der gesamten Branche.
    pi

    (DTZ 15/17)

  • Mehr Alkohol und Pillen, dafür weniger Zigaretten

    HAMM // Die Deutschen trinken gern. Aus Sicht der Suchtexperten wird in Deutschland zu viel Alkohol konsumiert. Ähnlich dramatisch beurteilen sie den Umgang mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Dafür hat die Nachfrage nach Zigaretten nachgelassen.

    Das geht aus dem „Jahrbuch Sucht 2017“ hervor, das die Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vor kurzem vorgestellt hat.


    Alkohol

    Keinen Grund zur Entwarnung sehen die DHS-Experten bei Bier, Wein oder Schnaps. Der Konsum stagniert seit 2013. Jeder Bundesbürger hat 2015 knapp 9,6 Liter reinen Alkohol getrunken, das entspricht etwa einem Putzeimer, informiert die DHS. Den Verbrauch in Deutschland schätzen die Jahrbuch-Autoren im internationalen Vergleich als „besonders hoch“ ein.

    Der meiste Alkohol wird von 15- bis 65-Jährigen getrunken. Laut Umfragen und Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes sind 3,38 Millionen Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung in den letzten zwölf Monaten betroffen. Knapp 74.000 Todesfälle werden laut DHS jährlich durch Alkoholkonsum oder kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Eine aktuelle Untersuchung beziffert die Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland auf rund 40 Milliarden Euro. Dem stehen direkte Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von 3,191 Milliarden Euro (2015) gegenüber.
    Die Ausgaben für Alkoholwerbung in TV, Rundfunk, auf Plakaten und in der Presse beliefen sich 2015 auf 544 Millionen Euro, ungeachtet der Ausgaben für Sponsoring und Werbung im Internet.

    Zigaretten
    Der Verbrauch von Zigaretten hat im vergangenen Jahr abgenommen. 2016 wurden 75,016 Milliarden Zigaretten (2015: 81,267 Milliarden Stück) konsumiert. Das entspricht einem Rückgang von 7,7 Prozent. Der Feinschnittkonsum sank um elf Prozent von 25.470 auf 24.188 Tonnen.

    Angestiegen ist der Verbrauch von Zigarren und Zigarillos auf 3,049 Milliarden Stück (2015: 2,956 Milliarden Stück). Das entspricht einem Anstieg von 3,2 Prozent.

    Jeder achte Deutsche ab 14 Jahren (11,8 Prozent) hat schon einmal E-Zigaretten probiert. Bei Männern lag der entsprechende Anteil mit rund 15 Prozent gegenüber neun Prozent deutlich höher als bei Frauen. Bei einem Großteil blieb es jedoch bei einmaligem Konsum: lediglich 1,4 Prozent aller Personen verwendeten E-Zigaretten aktuell zum Zeitpunkt der Befragung, 2,2 Prozent haben in der Vergangenheit regelmäßig E-Zigaretten genutzt.

    Im Jahr 2013 starben laut DHS rund 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das waren 13,5 Prozent aller Todesfälle. Hinzu kommen schätzungsweise 3.300 Todesfälle durch Passivrauchen, heißt es im Bericht. Wie die DHS behauptet, belaufen sich die durch das Rauchen entstandenen Kosten jährlich auf 79,09 Mrd. Euro, davon seien 25,41 Milliarden Euro direkte Kosten zum Beispiel für die Behandlungen tabakbedingter Krankheiten, Arzneimittel etc.), und 53,7 Milliarden Euro indirekte Kosten, zum Beispiel durch Produktivitätsausfälle.

    Medikamente
    Im Jahre 2015 wurden rund 1,47 Milliarden Arzneimittelpackungen verkauft. Das entspricht einem Anstieg um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Hälfte der Arzneimittel, die in den Apotheken abgegeben werden, rund 735 Millionen Packungen, ist nicht-rezeptpflichtig. Die übrigen 50 Prozent oder 734 Millionen Arzneimittelpackungen sind nur gegen Vorlage eines Rezeptes erhältlich. Hier entspricht der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ein Prozent.

    Der Gesamtumsatz der pharmazeutischen Hersteller betrug etwa 30,4 Milliarden Euro (plus 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr), der Umsatz in Apotheken 50,2 Milliarden. Größter Einzelmarkt ist der Markt der gesetzlichen Krankenversicherungen. Im Jahr 2015 wurden hier 35,5 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) für rund 657 Millionen verordnete Arzneimittel (plus ein Prozent gegenüber dem Vorjahr) ausgegeben.

    Rund vier bis fünf Prozent aller verordneten Arzneimittel können abhängig machen, darunter vor allem die Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Wirkstoffen aus der Familie der Benzodiazepine und der Benzodiazepinrezeptoragonisten. In den vergangenen Jahren sind die Verordnungen dieser Mittel zwar zurückgegangen, der Anteil der privat verordneten Mittel hat allerdings zugenommen.

    Die Zahl der Arzneimittelabhängigen wird auf bis zu 1,9 Millionen geschätzt. Insbesondere Frauen im höheren Lebensalter sind betroffen. Die Verordnung von stark wirkenden Schmerzmitteln hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

    pi

    (DTZ 15/17)

  • Erfolgreiche Arbeit

    KÖLN // Die Bilanz kann sich sehen lassen: Knapp 131,9 Milliarden Euro hat der Zoll im vergangenen Jahr eingenommen, etwa die Hälfte der Steuern des Bundes.

    Vor kurzem präsentierten Finanzminister Wolfgang Schäuble gemeinsam mit Uwe Schröder, Präsident der Generalzolldirektion, das Ergebnis der Behörde der Öffentlichkeit. Beim Zigarettenschmuggel etwa wurden im vergangenen Jahr rund 120 Millionen Zigaretten beschlagnahmt (2015: 75 Millionen Stück).

    Damit ist wieder der Wert aus dem Jahr 2014 erreicht. Die zeitintensive Arbeit auf dem Gebiet der organisierten Kriminalität habe sich ausgezahlt, heißt es. Mit einer neuen Zentralstelle, der „Financial Intelligence Unit“ (FIU), will der Zoll ab 1. Juli verstärkt gegen Geldwäsche vorgehen. Bislang war die FIU beim Bundeskriminalamt (BKA) angesiedelt. Sie werde neu ausgerichtet und personell aufgestockt, erklärte Bundesfinanzminister Schäuble.

    red

    (DTZ 14/17)

  • „Wenn es sein muss, gehen wir bis zur höchsten Instanz“

    FRANKFURT // Das staatliche Monopol für Sportwetten besteht nicht mehr. Geht es nach dem Willen des Buchmachers Lottoland soll bald auch das Lotterie-Monopol der Vergangenheit angehören. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet der frühere Lotto-Chef Rolf Stypmann will es zu Fall bringen.

    Zwei Dutzend Jahre war Stypmann in verantwortlicher Position für das staatliche Glücksspielwesen tätig. Zunächst war er von 1989 bis 2001 Geschäftsführer von Nordwestlotto Schleswig-Holstein und parallel dazu in den Jahren 1991 und 1992 Chef von Lotto und Toto Mecklenburg-Vorpommern, ehe er von 2001 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 30. September 2013 in derselben Funktion bei Lotto Niedersachsen beschäftigt war. Nach einem Streit mit seinem früheren Arbeitgeber in Hannover, bei dem es unter anderem um Tantiemen ging, hat der Rechtsanwalt und Diplom-Kaufmann die Fronten gewechselt und wurde Sprecher des Buchmachers Lottoland.

    Dieses Privatunternehmen mit Zentrale in Gibraltar hat Lizenzen der britischen, irischen, gibraltarischen und australischen Glücksspielaufsichten. In Deutschland hat Lottoland keine Konzession, tritt aber trotzdem im Internet als Buchmacher für Zweitlotterien auf, unter anderem für Lotto 6 aus 49, Eurojackpot und Spiel 77 sowie für einige bedeutende ausländische Glücksspiele. Laut Glücksspielstaatsvertrag ist das nicht erlaubt. Die Verantwortlichen von Lottoland fühlen sich dennoch berechtigt, auf dem deutschen Markt zu agieren, solange das staatliche Glücksspielwesen nicht hundertprozentig den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs entspreche.

    Lottoland startet Offensive
    Lottoland startet nun eine neue Offensive. So hat das Unternehmen die Primärlotterie Worldmillions lanciert, die mit Jackpots von bis zu 150 Millionen Euro lockt. In Deutschland geht der Buchmacher noch einen Schritt weiter und attackiert das staatliche Lotteriewesen direkt. „Sämtliche Staatsmonopole in Deutschland sind gefallen, das Lotteriewesen ist das einzige, das noch übrig ist“, konstatiert Stypmann.

    Wie DTZ bereits berichtete, will Lottoland jetzt auch Veranstalter einer Lotterie in der Bundesrepublik werden. Dazu hat das Privatunternehmen bei der Regierung Oberpfalz für Bayern, beim Innenministerium in Hannover für Niedersachsen sowie im Saarland Genehmigungen für die Veranstaltung einer Primärlotterie beantragt. Damit will der Buchmacher in direkte Konkurrenz zu den 16 staatlichen Lotteriegesellschaften treten. Der geänderte Glücksspiel-Staatsvertrag, den die Ministerpräsidenten am 16. März unterzeichneten und der am 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, lässt das nicht zu.

    Stypmann rechnet natürlich mit einem Ablehnungsbescheid. Dann will Lottoland den Klageweg beschreiten. „Wenn es sein muss, gehen wir bis zur höchsten Instanz“, so Stypmann, wohl wissend, dass es ein langer, steiniger Weg wird, bis die Behörden vielleicht in einigen Jahren Lottoland eine Genehmigung für das Veranstalten einer großen Primärlotterie erteilen.

    Insgeheim hofft der frühere Lotto-Geschäftsführer, dass bereits die erste Instanz den Fall zur Klärung an den Europäischen Gerichtshof verweist.
    Sollte Lottoland tatsächlich nach Jahr und Tag eine Konzession zur Veranstaltung einer Lotterie bekommen, ist dem Unternehmen natürlich nur geholfen, wenn es Genehmigungen in mehreren Bundesländern erhält. „Eine Lizenz allein im Saarland bringt uns nichts; dann können wir keine Volumina bei den Einsätzen erzielen“, weiß Stypmann.

    Primärlotterie in der Diskussion
    Das Spielprinzip einer eventuellen künftigen Primärlotterie des Buchmachers soll dem der staatlichen Lotterien ähneln. 23 Prozent der Einnahmen sollen laut Stypmann gemeinnützigen Zwecken zugutekommen, zum Beispiel dem Behindertensport. „Und selbstverständlich werden wir auch die in Deutschland geltenden Lotteriesteuern entrichten“, betont der Ex-Lotto-Chef.

    Auf die Frage, wie Lottoland die Auszahlung der Gewinne inklusive großer Jackpots gewährleisten will, antwortet er: „Dafür gibt es eine Versicherungslösung, wie wir dies als Buchmacher bereits bei unseren Wetten haben. Außerdem könnten wir im Vorfeld einen Fonds bilden. Dies haben die staatlichen Gesellschaften vor der Einführung der Lotterie Eurojackpot gemacht.“

    Und wie könnte eventuell der stationäre Vertrieb aussehen? Auf diese Frage reagiert Stypmann mit den Worten: „So weit sind wir noch lange nicht. In diesem Punkt sind die Pläne noch nicht gereift. Da die Zukunft ohnehin im Online-Spielgeschäft liegt, werden wir den Fokus sicherlich nicht auf das stationäre Geschäft legen.“

    da

    (DTZ 14/17)

  • Neue Herausfordung

    LÜBECK // Expansion Die Joh. Wilh. von Eicken GmbH in Lübeck baut ihr internationales Geschäft weiter aus. Peter Witzke ist seit 1. April Leiter Export.

    In der neu geschaffenen Position wird er die Geschicke des stark expandierenden Unternehmens auf internationaler Ebene übernehmen. „Wir freuen uns, mit Peter Witzke einen erfolgreichen Fachmann aus der Tabakbranche in unserem Team begrüßen zu dürfen“, sagt Marc von Eicken. Witzke war 17 Jahre bei Philip Morris tätig und zehn Jahre bei Villiger Söhne.

    pi

    (DTZ 14/17)

  • Steffen Rinn: „Anti-Tabak-Politik bedroht mein Lebenswerk“

    WETTENBERG // Seit 50 Jahren ist Steffen Rinn in der Zigarrenbranche aktiv. DTZ sprach mit dem Alleingesellschafter der Don Stefano Zigarrenmanufaktur über sein wechselvolles Berufsleben und darüber, welche Pläne der 76-Jährige für die Zukunft seines Unternehmens hat.

    Herr Rinn, beschreiben Sie bitte mit ein paar Sätzen, wie die Welt der Zigarre vor 50 Jahren aussah?
    Rinn: In meiner Anfangszeit belief sich der Jahresabsatz an Zigarren in der Bundesrepublik Deutschland auf zirka vier Milliarden Stück. Die Rückläufigkeit war damals allerdings bereits deutlich erkennbar. Kopfzigarren und Zigarillos hielten sich in den 1970er-Jahren in etwa die Waage. Und Importen gab es äußerst selten auf dem deutschen Markt.


    Und wie sieht heute die Absatz-Situation aus?

    Rinn: Klammert man Ecozigarillos und zigarettenähnliche Zigarillos aus, dann beläuft sich die Absatzmenge auf knapp 1,1 Milliarden Stück. Der Marktanteil der Kopfzigarren ist rapide auf zirka fünf Prozent gesunken. Zigarillos haben inzwischen einen Anteil von 95 Prozent, wovon wiederum mehr als die Hälfte aromatisiert sind. Und Longfiller-Zigarren sind mittlerweile ein bedeutsames Segment im Absatz, aber vor allem beim Umsatz.


    Kurz nachdem Sie 50 Jahre alt geworden waren, gab es am 1. April 1991 für Sie mit dem Verkauf des von Ihrem Großvater 1895 gegründeten Unternehmens Rinn & Cloos an die Burger-Dannemann-Gruppe eine drastische Zäsur. Es gibt bestimmt schönere Geburtstagsgeschenke, oder?

    Rinn: Sicherlich haben Sie da recht. Andererseits sollte man die damalige Situation von Rinn & Cloos sehen. Als Marktführer im Bereich hochwertiger Zigarren lagen wir mit unserer Betriebsgröße zwischen einem Spezialisten und einem Massenhersteller. Wir hatten somit aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Wahl, in die Gruppe der Großen oder in die der Kleinen einzusteigen – mit allen Konsequenzen. In dieser Überlegungsphase kam die Firma Burger mit einem Angebot auf uns zu, das letztlich die dritte Generation unseres Familienunternehmens angenommen hat.

    Knapp drei Jahre nach dem Verkauf von Rinn & Cloos, am 1. Januar 1994, wagten Sie mit Ihrer Firma Don Stefano auf deutlich kleinerem Niveau einen Neuanfang. Sagen Sie heute: Das war genau die richtige Entscheidung, ich würde es wieder so machen?
    Rinn: In der damaligen Zeit war es die richtige Entscheidung. Aufgrund meines Know-hows, meiner Verbindungen zum Rohtabakmarkt und meinem Bekanntheitsgrad im Fachhandel konnte ich mit früheren Mitarbeitern und mit einer gewollt kleinen, edlen Manufaktur den Neustart wagen.

    Sie sind 76 Jahre alt und damit in einem Alter, in dem andere bereits längst in Rente sind: Wie haben Sie Ihre Nachfolge geregelt?
    Rinn: Man ist so alt, wie man sich fühlt – von daher sehe ich noch keinen Grund, mich zur Ruhe zu setzen. Mein Kampfgeist und mein Engagement für die Zigarre sind ungebrochen. Das können Fachhändler und Zigarrenraucher anlässlich meiner mehr als 20 Zigarren-Veranstaltungen im Jahr erleben. Verständlicherweise gibt das Alter ein Signal, dass man die Nachfolgeregelung zu bestellen hat. So ist mein Sohn ‧Matthias als Geschäftsführer für Vertrieb und Messe sowie Marco Peter als Geschäftsführer für den Verwaltungsbereich zuständig.


    Wie sehen Sie die Chancen für das Unternehmen Don Stefano, sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren am Markt zu behaupten?

    Rinn: Wie bereits gesagt haben sich die Rahmenbedingungen dramatisch zum Negativen verändert. Die Auswirkungen, etwa die Kostenbelastungen durch die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie TPD 2, sind von Don Stefano aktuell und zukünftig nur schwerlich zu stemmen. Die Anti-Tabak-Politik bedroht mein Lebenswerk.


    Das ist bitter. Was tun Sie jetzt?

    Rinn: Das bedeutet für Don Stefano als kleine Manufaktur, auch im Hinblick auf Veränderungen im Absatzmarkt, Möglichkeiten zu eruieren, wie man gemeinsam in Partnerschaft mit einem anderen Produzenten oder in Form einer Integration weiterhin als Hersteller und Importeur hochwertiger Zigarren und Zigarillos bestehen kann.

    da

    (DTZ 14/17)

  • BTWE tagt Ende Mai in Rösrath

    KÖLN // Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) lädt für den 28. und 29. Mai zur Delegiertenversammlung und zum Branchendialog ein. Veranstaltungsort ist wieder der vor den Toren Kölns gelegene Ort Rösrath.

    Das Schwerpunktthema am Sonntag sind Alternativprodukte für den Tabakwaren-Fachhandel, wobei es vornehmlich um E-Zigaretten, Liquids und ähnliche Erzeugnisse geht.

    Am nächsten Tag steht die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) im Fokus der Tagung. Dabei werden insbesondere die verschiedenen Facetten von Track & Trace beleuchtet, sprich: die Rückverfolgbarkeit von Tabakprodukten vom Hersteller bis zum Einzelhändler.

    Alljährlich begrüßen BTWE-Präsidium und -Geschäftsführung rund 150 Teilnehmer aus Handel und Industrie auf der Jahrestagung, zu der zahlreiche hochkarätige Referenten eingeladen werden.

    Weitere Informationen finden Sie unter: [link|http://www.tabakwelt.de] www.tabakwelt.de [/link]; Anmeldungen auch per E-Mail möglich unter: [link|mailto:btwe@einzelhandel.de]btwe@einzelhandel.de [/link].

    Der BTWE ist die berufspolitische und fachliche Interessenvertretung des Einzelhandels der Branche in Deutschland. Somit betreibt er Lobbyarbeit und ist zugleich Dienstleister für den Tabakwarenhandel.

    da

    (DTZ 14/17)