Autor: admin

  • Highlight der Branche rückt schnell näher

    DORTMUND // In gut zwei Monaten findet die InterTabac, die weltweit führende Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf, in der Messe Westfalenhallen Dortmund statt.

    Traditionell präsentiert sich die Messen international. Der Messestandort Dortmund rüstet sich für eine reibungslose Besucherführung. Dabei wird unter dem Namen Welcome 2018 ein neues Eingangsportal für die Messe errichtet, das nach Fertigstellung ein modernes, lichtdurchflutetes Entree für die Hallen darstellen wird. Auch erhält die gesamte Nordseite der Westfalenhallen in diesem Zusammenhang eine erweiterte Besucherachse mit neuer Anmutung, und der gesamte Messevorplatz wird umgestaltet.

    An der Nordseite der Halle 5 ist ein großer Interimsbau mit Service-Funktionen errichtet worde. Die Besucher können InterTabac – und InterSupply – durch insgesamt vier Zugänge betreten. Eigens für die Fachmessen wird an Halle 2 ein zusätzlicher Eingang eingerichtet.

    Fachbesucher sollten sich bereits im Vorfeld registrieren (www.intertabac.de). Die Besucher können ihr Ticket dann gleich zu Hause ausdrucken.

    pi

    (DTZ 27/17)

  • Frischer Wind für das Davidoff-Depot-System

    HAMBURG // Für die 130 Davidoff-Depositäre in Deutschland stehen aktuell Veränderungen ins Haus. Zum 1. Juli hat die Davidoff of Geneva Germany GmbH, Hamburg, das seit knapp vier Jahrzehnten bestehende Depot-System für Longfiller-Zigarren der Marke „Davidoff“ in drei Kategorien untergliedert. Es bleibt allerdings ein geschlossenes System für absolute Top-Händler, die Longfiller-Experten sind.

    Außerdem wurde der Verkauf von Raucheraccessoires als „Kann“-Sortiment definiert und bleibt so wie der Pfeifentabak weiter den Depositären vorbehalten. Ausführlicher Bericht in der DTZ-Printausgabe.

    da

    (DTZ 27/17)

  • BdZ betont seine Eigenständigkeit

    BONN / BERLIN // Der Vorstand des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ) hat mit großer Verwunderung auf einen am Dienstag erschienen Artikel der „Stuttgarter Zeitung“ über eine angebliche Zusammenlegung der Tabakverbände unter einem Dachverband und die faktische Auflösung des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ) reagiert. Dies entbehre jeglicher Wahrheit.

    BdZ-Vorsitzender Peter Wörmann erklärt, „dass es solche Gedankenspiele innerhalb der Zigarettenindustrie geben mag, kann nicht ausgeschlossen werden. Der Bundesverband der Zigarrenindustrie ist aber zu keinem Zeitpunkt offiziell angesprochen worden und hat auch zu keinem Zeitpunkt seine Zustimmung zu einer solchen Umstrukturierung gegeben“.
    Der Zigarrenverband stellt außerdem klar, dass er einer solchen Umstrukturierung, die mit einem Verlust der Interessen der Zigarrenindustrie einhergehen würde, nicht zustimmen wird.

    Die Zeitung hatte berichtet, dass der Deutsche Zigarettenverband (DZV) und der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR), die beide in Berlin ihren Sitz haben, sowie der in Bonn ansässige BdZ Anfang nächsten Jahres in einen neu zu gründenden Dachverband überführt werden sollen. Unter einem ehrenamtlichen Präsident solle dann ein Hauptgeschäftsführer das Tagesgeschäft in der Lobbyarbeit übernehmen. So könnten Personal reduziert und Kosten durch den Abbau von Doppelstrukturen für die Mitgliedsfirmen eingespart werden.

    DZV-Geschäftsführer Jan Mücke sagt dazu, man stehe natürlich laufend in Kontakt mit den anderen Verbänden der Tabakwirtschaft. Dabei gehe es auch um Fragen einer Kooperation. Es gebe jedoch keinerlei Entscheidung über eine Zusammenlegung der Verbände. Michael von Foerster, Hauptgeschäftsführer des Verbands der deutschen Rauchtabakindustrie, erklärt, dass er die in den Medien erwähnte Diskussion zwischen den Verbänden kenne, sich aber im Moment nicht dazu äußern wolle.

    vi/red

    (DTZ 28/17)

  • Alle Konzerne im Plus

    MAINZ // Kein eindeutiger Trend lässt sich an der Performance der wichtigen Tabak-Konzerne ablesen. Das Wichtigste aber: Von Januar bis Ende Juni lagen Altria, BAT und Co. im Plus. Und zumindest Philip Morris und BAT haben mit Blick auf den Sechs-Monat-Zeitraum das deutsche Börsenbarometer DAX (plus 7,9 Prozent) klar hinter sich gelassen.

    Hinzu kommt: Die meisten Unternehmen zahlen den Anteilseignern ordentliche Dividenden. Unterm Strich fällt der Ertrag für Anleger also noch besser aus. Die Folgen der TPD 2 lassen sich aus den Aktienkursen jedenfalls kaum ablesen.

    red

    (DTZ 27/17)

  • Dampfer verbessern Kondition

    MAINZ // In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazin „European Addiction Research“ sind die Ergebnisse einer umfassenden deutschen Studie zur E-Zigarettennutzung veröffentlicht worden. Darauf weist der Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) hin.

    Dabei wurden insgesamt 3320 deutsche E-Zigaretten-Nutzer befragt. 91,5 Prozent der Befragten gaben an, ehemalige Tabakraucher zu sein, die auf die E-Zigarette umgestiegen waren. 7,5 Prozent nutzten sowohl E-Zigaretten als auch Tabakprodukte. Durchschnittlich rauchten die Teilnehmer vor ihrem Umstieg 27 Tabakzigaretten pro Tag über einen Zeitraum von 22 Jahren.

    98 Prozent der ehemaligen Tabakraucher berichten von gesundheitlichen Verbesserungen seit ihrem Umstieg auf die E-Zigarette. Häufige Nennungen waren: Verbesserung der Kondition (80 Prozent), weniger/ überhaupt kein Husten mehr (80 Prozent), allgemeines besseres Wohlbefinden (84 Prozent).

    pi

    (DTZ 27/17)

  • Keine Klarheit für Pöschl

    KARLSRUHE // Ärger mit den Verbraucherzentralen hat der Tabakhersteller Pöschl. Die Niederbayern hatten auf ihrer Homepage ein Bild gezeigt, das vier fröhliche – rauchende – Menschen zeigte.

    Zu viel Werbung, meinten die Verbraucherschützer und klagten im November 2014. Vor dem Landgericht Landshut und vor der Berufungsinstanz, dem Oberlandesgericht München, hatte Pöschl mit seinem Antrag auf Abweisung der Klage keinen Erfolg.

    Nun hat der Bundesgerichtshof (BGH) den Fall in der Revision verhandelt – und keine Entscheidung getroffen, sondern sich vertagt. Mit einem Urteil wird nun am 5. Oktober gerechnet.

    DTZ wird – gerade aufgrund der Signalwirkung für die Branche – berichten.

    red

    (DTZ 27/17)

  • Fontem schnappt sich von Erl

    BRISTOL / HALL IN TIROL // Als „strategische Partnerschaft, um die internationale Expansion zu beschleunigen“ bezeichnen die niederländischen Fontem Ventures und das Unternehmen von Erl aus Hall in Tirol die Übernahme von gut 50 Prozent der Anteile. Damit setzt sich die erwartete Konsolidierung in der europäischen E-Zigaretten-Branche fort.

    „Der Branchenspezialist Fontem Ventures wurde auf die außerordentlich gute Performance aufmerksam und wird als strategischer Partner fortan die internationale Expansion von von Erl begleiten“, teilen die Österreicher mit. Von Erl war 2014 aus der Innovationsabteilung des Medizintechnik-Unternehmens Sistro hervorgegangen und gehörte bislang der Schweizer Lorea AG, die wiederum durch Christoph Swarovski kontrolliert wird. Von Erl beschäftigt knapp 30 Mitarbeiter und vertreibt E-Zigaretten und Liquids in etwa 3000 Verkaufsstellen in einem Dutzend Ländern. Rund 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf die 2016 vorgestellte „My. Von Erl.“ und die zugehörigen Liquid-Kapseln.

    Fontem ist der Besitzer von „blu“, einer E-Zigarettenmarke in den USA und in Großbritannien. Das Unternehmen ist Teil des Mischkonzerns Imperial Brands, der früher Imperial Tobacco hieß und zu dem auch die deutsche Gesellschaft Reemtsma gehört. Imperial Brands macht mit mehr als 36 000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 25,3 Milliarden Euro. Die 2012 gegründete Fontem hat nach eigenen Angaben mehr als 200 Angestellte; über den Umsatz des Unternehmens ist nichts bekannt.

    Fontem Ventures hatte zuletzt für Aufregung in der Dampfer-Szene gesorgt, weil das Unternehmen andere Hersteller von E-Zigaretten zu Vergleichen gezwungen hatte. Zur Vorgeschichte: 2013 verkaufte der Chinese Hon Lik, der als einer der Erfinder des Verdampfers gilt, seine Patente an Imperial Tobacco. Und im Auftrag des Nachfolgekonzerns Imperial Brands ging deren neue Tochter Fontem gegen die Wettbewerber vor, die E-Zigarette nach dem Vorbild Hon Liks produzierten. Abkommen mit verschiedenen Konkurrenten wie Njoy, Nicoventures oder Spark Industries folgten. Im Klartext: Die Firmen zahlten für das Nutzen der Patente.

    red

    (DTZ 27/17)

  • „Der Zigarrenmarkt ist bereits seit vielen Jahren rückläufig“

    BONN // Die kurzfristige Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie ist für mittelständische Unternehmen kaum zu stemmen gewesen. Eine echte Beeinträchtigung des Absatzes durch TPD 2 sei jedoch nicht festzustellen.

    Das machen Peter Wörmann und Bodo Mehrlein im Interview mit der DTZ deutlich. Wörmann ist Vorsitzender des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ) und Mehrlein der Geschäftsführer.

    DTZ: Das Statistische Bundesamt weist für das vergangene Jahr bei Zigarren und Zigarillos beim Netto-Banderolenbezug ein Plus von 3,2 Prozent auf mehr als drei Milliarden Stück aus. In dieser Menge sind die Ecozigarillos enthalten. Wie groß war der Absatz an klassischen Zigarren und Zigarillos 2016?
    Bodo Mehrlein: Bei der Beurteilung der Versteuerungsstatistik muss man gerade im Segment Zigarren und Zigarillos auf verschiedene Faktoren achten. So ist oft der Vergleich zum Vorjahr in der Aussagekraft nur sehr eingeschränkt. Insgesamt kann man eindeutig einen rückläufigen Trend bei den Versteuerungszahlen ausmachen, der durch die Definitionsänderung, aber auch durch die Einführung der Mindeststeuer erreicht wurde.
    Peter Wörmann: Nach unseren internen Statistiken und Schätzungen gehen wir bei den klassischen Zigarren und Zigarillos von einer Absatzmenge von 1,0 bis 1,1 Milliarden Stück aus.

    DTZ: Wie viel Prozent dieses Absatzes entfallen in etwa auf die Mitglieder des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie?
    Mehrlein: Die Mitglieder des BdZ – hierbei handelt es sich meist um mittelständische Familienunternehmen – decken zirka 80 Prozent des klassischen Marktes ab.

    DTZ: Inwieweit hat sich die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) auf die Absatzentwicklung ausgewirkt?
    Wörmann: Die kurzfristige Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Absatzmärkten der EU war und ist für mittelständische Unternehmen, wozu auch das meinige zählt, kaum zu stemmen. In nur wenigen Wochen mussten Verpackungen beziehungsweise das Design umgestaltet werden. Vor diesem Hintergrund war es vollkommen natürlich, dass es bei manchen Produkten Lieferengpässe gegeben hat, die wir aber im Lauf der Zeit ausgleichen konnten. Eine echte Beeinträchtigung des Absatzes durch TPD 2 können wir nicht feststellen. Die Rückgänge des Zigarrenmarktes werden eher durch andere Faktoren beeinflusst.
    Mehrlein: Grundsätzlich hat es bei Zigarren und Zigarillos keine gravierenden Veränderungen bei den Warnhinweisen und somit bei dem äußeren Erscheinungsbild gegeben. Der Gesetzgeber hat Zigarren und Zigarillos – die Genussartikel sind, welche meist von Männern gehobenen Alters geraucht werden – von den sogenannten Schockbildern ausgenommen. Da es kein Jugendschutzproblem gibt, und wir von einem Nischenprodukt reden, besteht hier kein Handlungsbedarf. Ein Zusammenhang zwischen Absatz und TPD 2 kann somit nicht hergestellt werden. Außerdem ist der Zigarrenmarkt bereits seit vielen Jahren rückläufig.

    DTZ: Wie ist die Nachfrage nach klassischen Zigarren und Zigarillos im laufenden Jahr?
    Mehrlein: Laut der Versteuerungsstatistik von Destatis ist der Bezug von Banderolen in den ersten vier Monaten auf 878 Millionen Stück gegenüber 1157 Millionen Stück im vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 24,1 Prozent. Für den klassischen Bereich gehen unsere internen Statistiken von einem Rückgang von 1,8 Prozent aus.

    red/da

    Lesen Sie das vollständige Interview sowie die Zigarren-Dokumentation in unserer Printausgabe DTZ 26/17.

  • „Der Kunde ist kein König!“

    FRANKFURT // Wer die Halle 9.1 der Messe besuchte, der blieb vielleicht neugierig auf der Höhe der „Tendence Academy“ stehen, einem kleinen Vortragsareal, auf dem renommierte Fachredner über spannende Themen referierten.

    So auch Jörg Winter, Erfolgs-Coach aus Hamburg; sein Thema lautete: Der Kunde ist Gast – ein neues Rollenverständnis für engagierte Menschen im Verkauf.

    Es klingt fast wie ein Paukenschlag, als der Redner verkündet, „das mit dem Kunde als König“ sei mittlerweile überholt: „In dieser Rolle fühlt er sich nicht wohl. Und Sie als Händler auch nicht. Man begegnet sich heute auf Augenhöhe.“ Und solle seinen Kunden eher als gern gesehenen Gast behandeln und dessen Aufenthalt im Geschäft sowie den Einkauf zum Erlebnis machen. Allein mit Freundlichkeit lasse sich der Umsatz nachweislich um bis zu 20 Prozent steigern, hatte Moderator und Referent Stefan Suchanek in einführenden Worten bereits klargestellt. Wie man dies für das eigene Geschäft umsetzen könne, darum ging es an diesem Mittag.

    Am interessantesten war der Vortrag von Jörg Winter, der die fünf wichtigsten Punkte kurzweilig und anschaulich darstellte. Am wichtigsten sei der Kontakt zum Kunden; wer beachtet werde, fühle sich nicht nur wahr-, sondern vor allem ernst genommen und wertgeschätzt: „Ansehen, lächeln, grüßen. Bringen Sie auch Ihre Kunden zum Lächeln!“ Im Gespräch, das man dem Gegenüber jedoch niemals aufdrängen dürfe, könne man durch gezieltes Fragen die Motivation des Kunden erfahren und ihm dann bei der Entscheidung helfen.

    Doch Vorsicht: Ein Überangebot an Waren irritiere heute eher; was früher ein Qualitätszeichen gewesen sei, könnte heute leicht ins Gegenteil umschlagen: „Bieten Sie einem Kunden höchstens drei Varianten an. Damit helfen Sie ihm tatsächlich.“ Wobei man auch auf die „Handerotik“ achten solle: „Läden mit Schildern, auf denen steht ‚Bitte nichts anfassen‘ können eigentlich gleich zumachen“, ist Winter überzeugt.

    Interessiertes Nachfragen dokumentiere Servicebereitschaft und verstärke die Kundenbindung: „Denken Sie mit und machen Sie den Kunden dabei vielleicht auf andere Produkte aufmerksam – quasi nebenbei.“ Das Einkaufserlebnis werde vor allem durch den „letzten Eindruck“ bestimmt: „Der zählt.“ Neben der Verabschiedung – „Die Begriffe ‚bitte‘, ‚danke‘ und ‚gerne‘ sind keine Fremdworte.“ – gehöre auch der Bezahlvorgang dazu. Dieser dürfe nicht verkompliziert werden: „Wer mit Karte zahlen möchte, dem muss das ermöglicht werden. Hier gilt nicht: Was kostet es? Sondern: Was bringt es dem Kunden?“ Auch in einer langen Schlange sollte stets Blickkontakt gehalten werden.

    Wer diese Punkte verinnerliche und stets überprüfe, wirke automatisch positiver und könne dadurch seinen Umsatz optimieren.


    jgw

    (DTZ 26/17)

  • „Attraktivität steigern“

    BERLIN // Der Einzelhandel ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland, Ausbildungsberufe wie der Verkäufer oder die Kaufleute im Einzelhandel zählen zu den beliebtesten.

    „Im Einzelhandel arbeiten in Deutschland rund drei Millionen Beschäftigte. Und die Branche baut Jahr für Jahr weiter sozialversicherungspflichtige Stellen auf“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. So waren nach den aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in der Branche zum Stichtag 30. September 2016 gut drei Millionen Arbeitnehmer beschäftigt. Damit hat der Handel 2016 über 31 000 neue Jobs geschaffen. Zudem zeigt die Statistik seit Jahren, dass die Kernausbildungsberufe des Handels beim Nachwuchs am beliebtesten sind. Zahlen des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) zum Stichtag machen deutlich, dass die Kaufleute im Einzelhandel mit deutschlandweit über 25.000 neuen Verträgen Rang 2 und die Verkäufer mit knapp 24 000 den dritten Platz belegten.

    Auch die Bezahlung im Handel stimmt. „Die Branche zahlt gutes Geld für gute Arbeit. Der Durchschnittslohn liegt mehr als 90 Prozent über dem Mindestlohn“, so Genth weiter. Durchschnittlich zahlt die Branche 16,91 Euro pro Stunde.

    Bei den Arbeitszeiten ist der Einzelhandel als Dienstleistungsbranche auf Flexibilität angewiesen. Das führt zu einem hohen Anteil an Teilzeitkräften. Aufgrund des hohen Anteils von Teilzeitbeschäftigten sind naturgemäß die Monatseinkommen geringer als in Branchen mit überwiegend Vollzeitbeschäftigten. Derzeit sind 63 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel in Teilzeit oder als Minijobber tätig. Nur eine Minderheit davon verdient sich auf diese Weise das Haupteinkommen. Hieraus den Schluss zu ziehen, dass die Beschäftigten aufgrund ihrer Tätigkeit im Handel später in der Altersarmut landen, ist allerdings nicht zulässig, denn meist ist in diesen Haushalten zusätzlich ein Vollzeitverdiener vorhanden.

    Für die Zukunft baut Genth auf modernisierte Tarifverträge: „Um die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken, brauchen wir wettbewerbsfähige Tarifverträge. Das stärkt die Tarifbindung und führt den Handel in die digitalisierte Zukunft.“ Die Gewerkschaft Verdi müsse deshalb endlich konstruktiv über die Anpassung der Entgeltstrukturen sprechen. Gefordert sei eine verlässliche Tarifpartnerschaft. Die Schwächung der Tarif-autonomie durch staatliche Einmischung dagegen ist laut Genth der falsche Weg.

    vi

    (DTZ 26/17)