Autor: admin

  • „Handel ist erste Anlaufstelle“

    BERLIN // E-Zigaretten sind weniger schädlich als Tabakzigaretten – das war Konsens auf einer Veranstaltung des Newsportals „eGarage“ in Berlin. Mit dabei: der drogenpolitische Sprecher der Linken Niema Movassat, die Bundesgesundheitsausschussmitglieder Wieland Schinnenburg (FDP) und Alexander Krauß (CDU), Dustin Dahlmann vom Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) sowie der britische Wissenschaftler Peter Hajek.

    Der Tabaksuchtexperte Hajek erklärte, laut jüngsten Erhebungen gebe es unter den britischen Rauchern 2,9 Millionen E-Zigaretten-Nutzer, von denen 1,5 Millionen komplett auf die elektronische Zigarette umgestiegen seien. Diese werde genutzt, um mit dem Rauchen aufzuhören.

    Hajek gab zudem einen Einblick, wie stark die Auswirkungen von Regulierung sind. Die Tabakalternative Snus habe in Schweden und Norwegen, wo es erlaubt ist, für einen besonders drastischen Rückgang der Raucherquoten gesorgt, in Schweden auf zuletzt fünf Prozent. „Snus hat das Rauchen quasi ausgerottet“, sagte Hajek.

    In der Diskussion mit drei Bundestagsabgeordneten und Dustin Dahlmann vom BfTG gab es Zustimmung, aber auch kritische Stimmen. „Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, gegen E-Zigaretten vorzugehen“, sagte der Gesundheitspolitiker Schinnenburg. Er sprach sich allerdings dafür aus, E-Zigaretten möglicherweise stärker zu besteuern. Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, sagte, die E-Zigarette werde hauptsächlich zur Entwöhnung, nicht zum Einstieg genutzt. Krauß, Mitglied im Gesundheitsausschuss für die CDU, sprach bei der Regulierung der E-Zigarette von einer „Gratwanderung“.

    Dahlmann betonte, die E-Zigarette sei „beratungsintensiv“ und der von der Tabakindustrie unabhängige Fachhandel die erste Anlaufstelle gerade für den Raucher, der auf die E-Zigarette umsteigen wolle.

    red

    (DTZ 18/18)

  • InterTabac wird noch größer

    DORTMUND // Noch knapp fünf Monate sind es bis zur InterTabac, der weltweit größten Messe für Tabakwaren und Raucherbedarf. Namhafte Unternehmen der Branche sind bereits angemeldet, und die Hallen 1 bis 3A werden zum Hotspot für Anbieter von Next Generation Products. Hier einige Beispiele für Aussteller, die sich 2018 auf die Fachbesucher freuen.

    Die Westfalenhalle 4 ist traditionell Forum für viele Marktführer im Bereich Tabakwaren. Besonders große Stände planen unter anderem Arnold André, Joh. Wilh. von Eicken, Wolfertz, Agio Cigars, 5th Avenue, Villiger Söhne und Reemtsma. In Halle 5 werden Aussteller wie Grand Tabak, Davidoff, Clipper 1959, Gajane Gross, Karelia Tobacco, The Chancellor Tobacco, BMJ Industries und Zippo erwartet. Vertretene Länder sind hier die Vereinigten Arabischen Emirate, Griechenland, Großbritannien, Armenien, Bulgarien, Spanien, Schweden, die Schweiz und natürlich Deutschland.

    In Halle 6 prominent vertreten sind zum Beispiel Hermann Hauser, Moosmayr, The New Ways aus den Niederlanden und Polyflame Europe aus Frankreich. Und in Halle 7 erwarten die Besucher etwa Pöschl Tabak, Scandinavian Tobacco Group Deutschland, Akra Kotschenreuther, Kohlhase, Kopp & Co., Heintz van Landewyck und J. Cortès Cigars.

    Halle 8 ist wieder dem Schwerpunktthema Wasserpfeifen und Zubehör gewidmet. Hier stehen Anbieter wie Dabes Egyptian Imports, Al Zawrae Industrial Company, Flavors of Americas, Al Fakher Tobacco Factory und Al Mazaj Al Ali for Molasses auf der Ausstellerliste. Herkunftsländer wie Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Paraguay unterstreichen auch hier die starke internationale Ausrichtung der InterTabac.

    Erstmals wird 2018 die Veranstaltungsarena Westfalenhalle in die Messe integriert und steht dem Themensegment Next Generation Products (NGP) exklusiv zur Verfügung. Unmittelbar angebunden sind die Hallen 2 und 3A mit dem gleichen Themenschwerpunkt, so dass sich insgesamt eine noch größere und attraktive Business-Plattform rund um NGP ergibt. In der Westfalenhalle vertreten sein werden unter anderem NikoLiquids, InnoCigs, Ex-Trade, Intrade Concepts – Zazo sowie Fair Vape.

    Reemtsma steigt mit der Marke „Blu“ aktuell in das deutsche E-Zigarettengeschäft ein. Das Produkt ist bereits in den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien erhältlich. 2018 präsentiert das Unternehmen die Marke erstmals auf der InterTabac – in der Westfalenhalle.

    2017 nahmen insgesamt 560 Aussteller an der InterTabac teil, und 12 500 Fachbesucher aus 64 Ländern kamen in die Messehallen. 2018 findet die InterTabac vom 21. bis zum 23. September statt. Zeitgleich wird die InterSupply, internationale Fachmesse für die Produktion von Tabakwaren, in der Halle 3B veranstaltet.

    pi

    (DTZ 18/18)

  • La Casa del Habano in Frankfurt

    FRANKFURT // Das Familienunternehmen, geführt von den Brüdern Andreas und Viktor Gutfreund, geht neue Wege. „Klasse vor Masse“ nach diesem Motto ist das Konzept der Cigarlounge entstanden und beherbergt die größte kubanische Zigarrenvielfalt sowie hochwertige Accessoires und Spirituosen.

    Der Loungebereich mit vollwertiger Bar und Service verspricht leckere Drinks, hochwertige Zigarren und eine einzigartige Barlounge umgeben von der originalen Stadtmauer Frankfurts.

    Der Status einer „La Casa del Habano“ ist bereits vorhanden und gewährleistet einzigartige, rare kubanische Produkte.

    Durch eine Kooperation mit dem französischen Unternehmen Pierre Ferrand, spezialisiert auf Cognac, Champagner und Rum, ist es gelungen streng limitierte Produkte anzubieten, die weltweit sehr gesucht und kaum erhältlich sind.

    „Wir betreuen und beraten seit mehreren Jahren die Zigarrenliebhaber aus Rhein-Main-Gebiet, es war Zeit mit diesem neuartigen Konzept allen Genießer einen Mehrwert zu bieten.“ so die Brüder Gutfreund.

    Am 3. Mai öffnet die Casa mit neuem Konzept ab 17 Uhr in der Kleinen Hochstrasse 9, 60313 Frankfurt am Main.

    pi

    (DTZ 17/18)

  • Tobaccoland mit neuem Service am Start

    MÖNCHENGLADBACH // Mit Tobpay will Tobaccoland neue Maßstäbe setzen. Der neue Bezahlservice für Tabakwaren-Automaten ist ein Gemeinschaftsprojekt der Tobaccoland Automatengesellschaft und des Payment-Unternehmens Paydirekt. Dadurch kann an den etwa 4.100 Multipoc-Automaten von Tobaccoland direkt über die Browser-App mobil gezahlt werden.

    Die Besonderheit besteht darin, dass keine zusätzliche App für die Nutzung heruntergeladen werden muss, sondern alles in der Web-App des Smartphones vollzogen wird. Voraussetzung ist dafür aber jeweils eine Anmeldung bei Paydirekt sowie bei Tobaccoland. „Die erforderliche Altersverifikation (mindestens 18 Jahre) wird dabei durch Paydirekt durchgeführt“, schreibt Tobaccoland in der entsprechenden Pressemitteilung.

    „Unsere digitalen Automaten bieten unseren Kunden bereits heute unterschiedliche Mehrwerte wie digitale Werbung, Couponing oder Voucher-Aktionen“, meint Werner Syndikus, Leiter IT bei Tobaccoland, im Zuge des Starts von Tobpay. „Mobile Payment ist ein weiterer Schritt im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie.“

    pi

    (DTZ 17/18)

  • Antrittsbesuch im Landtag

    MÜNSTER // Die im Dezember 2017 gewählte neue Vorsitzende des Lotto- und Toto-Verbandes der Annahmestelleninhaber in Nordrhein-Westfalen (NRW) Heike Juckenack und der langjährige Geschäftsführer des Verbandes, Tobias Buller-Langhorst haben vor kurzem den Landtagspräsident André Kuper (CDU) in Düsseldorf getroffen.

    Juckenack, die ein Einzelhandelsgeschäftes mit Lotto-Annahmestelle in Unna betreibt, sprach sich für einen engen Schulterschluss zwischen Betreibern und Politik aus.

    Der Verband werde als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sagte Buller-Langhorst. „Eine der größten Herausforderungen ist die Bekämpfung illegaler Glückspielangebote. Diese schaden nicht nur den Annahmestellen und Spielern sondern auch dem Gemeinwohl“, glauben Juckenack und Buller-Langhorst, welche diesbezüglich bereits verschiedene Gespräche geführt haben.

    pi

    (DTZ 17/18)

  • Ermuri hat die Aufgaben gut gemeistert

    DETMOLD // Vor dem Hintergrund massiver Maßnahmen gegen den Tabakkonsum hat sich die Ermuri Genuss Company gut behauptet. Die mit der TPD 2 einhergehenden Herausforderungen wurden umfassend bewältigt. Die Geschäftsentwicklung ist daher nur leicht rückläufig.

    Wie der Vorstandsvorsitzende Cay Uwe Vinke und Aufsichtsratschef Dirk Quade auf der Ermuri-Generalversammlung am 22. April in Detmold bekanntgaben, verzeichnete die Fachhandelsgenossenschaft im Geschäftsjahr 2016/2017 (1. Oktober bis 30. September) im Vergleich zum Vorjahresergebnis ein Umsatzminus von 2,9 Prozent auf 124,1 Millionen Euro.

    Die Zahl der Mitglieder sank von 812 auf 791. Verantwortlich für den Umsatzrückgang war vor allem das marktkonforme Minus beim Feinschnitt. Diese Warengruppe hat einen beachtlichen Anteil am Lagergeschäft, das wiederum in starkem Maße zum Gesamtumsatz beiträgt.

    Sowohl Vinke als auch Quade machten deutlich, dass die Ermuri solide gewirtschaftet habe und für die Zukunft gerüstet sei. Die Eigenkapitalquote an der Bilanzsumme in Höhe von 13,3 Millionen Euro gaben sie mit 55,3 Prozent an, was ein guter Wert sei.

    2019 findet die Ermuri-Generalversammlung vom 22. bis zum 24. März im NH-Hotel in Bingen am Rhein statt.

    da

    (DTZ 17/18)

  • MUT-Vorstand bestätigt

    OFFENBACH // Die Mitglieder von MUT (Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft) trafen sich am 24. April zu ihrer Jahrestagung in Offenbach am Main. Auf der Tagesordnung standen auch Neuwahlen des dreiköpfigen Vorstands. Dabei wurden Horst Goetschel als Vorsitzender, Cay Uwe Vinke als stellvertretender Vorsitzender und Marco Schum für weitere zwei Jahre gewählt:

    Goetschel begrüßte als Referenten Bodo Mehrlein vom Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ), Professor Wolf-Dieter Heller vom Deutschen Zigarettenverband (DZV) und den früheren VdR-Hauptgeschäftsführer und heutigen MUT-Berater Franz-Peter Marx.

    da
    (DTZ 17/18)

  • „Lang lebe die Zigarette“

    MAINZ // 170 Jahre Zigarette – als französische und spanische Arbeiter in Zigarrenfabriken die Tabakreste einsammelten und in Papier rollten, ahnte wohl niemand, welche lange Erfolgsstory damit beginnen sollte. Und noch immer werden Zigaretten genussvoll geraucht – trotz intensiver Regulierung. DTZ hat die wichtigsten Fakten zum aktuellen Markt zusammengetragen.

    „Der König ist tot, lang lebe der König!“ Was die französischen Herolde bis ins 19. Jahrhundert hinein verkündeten, war die Tatsache, dass der alte Regent verstorben, der Nachfolger im Amt war. Und wer den Markt der Tabakwaren im weitesten Sinne betrachtet, der wird feststellen: Feinschnitt, Heat-not-burn-Produkte und E-Zigaretten machen der klassischen Tabakzigarette das Leben schwer. Hinzu kommen immer schärfere regulatorische Auflagen und die hohen Steuern.

    Dennoch: Auch den großen Unternehmen, die sich entweder auf ein Produkt der nächsten Generation fokussieren – wie Philip Morris mit Iqos – oder die ein breites Portfolio in den Markt drücken – etwa BAT mit Vype und demnächst dem Tabakerhitzer Glo – ist klar: Weit über 90 Prozent ihrer Umsätze machen sie mit Tabakwaren. Und bis auf weiteres dürfte sich daran nicht allzu viel ändern. Manche Manager sind sogar sicher: Geraucht wird immer!

    „Die Zigarette ist tot, lang lebe die Zigarette!“, heißt also das Motto, unter dem die Branche sich sammelt. Und wenn es auch aus einzelnen Konzernen heißt, das Ende der despektierlich Glimmstängel genannten Zigarette sei nah, sehen viele Wettbewerber das ganz anders.

    Konsum geht stetig zurück
    Natürlich sind die goldenen Zeiten beim Absatz lange vorbei. Noch Anfang der 2000er-Jahre gingen pro Jahr um die 150 Milliarden Fabrikzigaretten über die Ladentheken. Mittlerweile ist der Absatz unter die Marke von 80-Milliarden-Stück gerutscht. Experten gehen davon aus, dass der Markt pro Jahr um bis zu zwei Prozent schrumpft – obwohl in Deutschland rund 28 Millionen Menschen mehr oder weniger häufig rauchen. Ein steigendes Gesundheitsbewusstsein, scharfe Auflagen und die zunehmende Konkurrenz durch neue Produkte sorgen allerdings dafür, dass der durchschnittliche Konsum sinkt. Auch der Anteil der Selbstgedrehten geht – nach einer zwischenzeitlichen Boom-Phase vor allem bei besonders preisbewussten Rauchern – wieder zurück. In Zigarettenäquivalenten betrachtet resultierte von 2016 auf 2017 ein Minus um fast 10,2 Prozent auf 37,9 Milliarden Stück.

    Bei der Zigarette verzeichneten die Statistiker ein Minus von etwa zwei Prozent auf 67,7 Milliarden für Markenzigaretten, Handelsmarken gaben um 1,1 Prozent auf rund neun Milliarden Stück nach. Keine große Rolle spielen am Markt die sogenannten Eco-Zigarillos, die einst aus steuerlichen Gründen entwickelt wurden, nach dem Wegfall der fiskalischen Privilegien jedoch kaum mehr gefragt sind.

    Legt man den Netto-Bezug von Steuerzeichen zugrunde, wurden 2017 gut 75,8 Milliarden Zigaretten ausgeliefert. Gegenüber der Vorperiode war das immerhin ein Zuwachs um 1,1 Prozent. Dabei entfielen auf jede Zigarette Steuern von durchschnittlich 16,21 Cent und damit 1,3 Prozent mehr als 2016. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis um 3,0 Prozent auf 28,19 Cent je Zigarette.

    Für 2018 ist in Sachen Absatz vorsichtiger Optimismus angezeigt, denn die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem aus Sicht der Bundesbürger vielversprechenden Zugpferd „deutsche Nationalmannschaft“ könnte sich zu einem – durchaus benötigten – Glücksfall für die Branche entwickeln. Schönes Wetter und ein gutes Abschneiden der „Mannschaft“ könnten den Absatz kräftig ankurbeln. Wichtigster Grund: Die Public-Viewing-Kultur, die sich seit dem Heimturnier 2006 entwickelt hat, lässt viele Menschen im Freien zur Zigarette greifen. Allerdings: Der recht harte und späte Winter hat einigen Anbietern kräftig das Geschäft verhagelt, so dass sie auf Erfolgserlebnisse hoffen.

    Neuheiten bleiben aus
    Viel Neues haben die Hersteller dabei nicht zu bieten. In den letzten Jahren waren es einige Filter-Innovationen sowie die additivfreien Zigaretten, die die Konsumenten überzeugen konnten. Sonst zählt für die meisten Raucher der Geschmack ihrer vertrauten Marke – ein Aspekt, den die Europäische Kommission mit der Vorschrift zu großformatigen Schockbildern und manche Regierungen anderer Staaten mit Einheitspackungen zum Teil auszuhebeln versucht haben. Allerdings, das zeigen Erhebungen, führt dieses Vorgehen kaum zu Veränderungen im Konsumverhalten.

    Dass es kaum Neues gibt, liegt einerseits daran, dass gerade die Großen der Branche ihre Innovationskraft auf die „next generation products“ (NGP) konzentrieren. Andererseits haben die in Europa produzierten Zigaretten ein sehr hohes Qualitätsniveau erreicht. Viel zu verbessern gebe es da nicht, hört man aus den Unternehmen.

    max

    Lesen Sie den vollständigen Marktbericht Zigarette in der DTZ-Printausgabe 17/18.

    (DTZ 17/18)

  • „Die Zukunft ist rauchfrei“

    GRÄFELFING // Wohin steuert der Zigaretten-Konzern Philip Morris? Wie geht es weiter mit der Deutschland-Tochter? Und was wird aus den beliebten Marlboro-Zigaretten? Diese und viele andere Fragen beantwortet Markus Essing, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Philip Morris Germany, im großen DTZ-Interview.

    Herr Essing, wie lange können wir noch Marlboro-Zigaretten am Kiosk kaufen?
    Markus Essing: Sie wissen, dass es unser Ziel ist, eine rauchfreie Zukunft zu gestalten. Dabei wollen wir den Wechsel schaffen weg von klassischen Zigaretten und anderen Tabakwaren hin zu Produkten, bei denen kein Tabak verbrannt wird.

    Das bedeutet?
    Essing: Wir sprechen hier über Tabakerhitzer und E-Zigaretten. Aber: Wir haben auch gesagt, dass wir das nicht alleine schaffen können, sondern dass wir dafür Unterstützung vom Handel, aus der Forschung und vom Gesetzgeber brauchen, der für diesen Bereich klare Spielregeln aufstellt.


    Und an welchen Zeitraum denken Sie bei dieser Transformation?

    Essing: Das hängt auch davon ab, in welchem Tempo der Fortschritt in den genannten Bereichen stattfindet. Letztlich aber muss der Konsument seine Kaufentscheidung treffen, und solange es eine wesentliche Nachfrage nach konventionellen Zigaretten gibt, werden wir diese sicher bedienen.


    Das Jahr 2025 wird bei Philip Morris genannt …

    Essing: Genau, im Rahmen unserer mittelfristigen Planung wollen wir 30 Prozent unseres Absatzes über rauchlose, also potenziell risikoreduzierte Produkte erwirtschaften. Und wir als Philip Morris Germany wollen dazu natürlich unseren Beitrag leisten.


    Der Begriff „potenziell risikoreduzierte Produkte“ geht Ihnen sehr leicht über die Lippen.

    Essing: Klar, ich habe damit ja ständig zu tun. Und das geringere Risiko spielt eine sehr wichtige Rolle. So zeigen Forschungen, dass zum Beispiel Iqos 90 bis 95 Prozent weniger Schadstoffe erzeugt als die Tabakzigarette. Das sagen wir, das sagt inzwischen aber auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Wir wünschen uns, dass unabhängige Stellen unsere wissenschaftlichen Ergebnisse überprüfen, weil wir sehen, dass man unseren Analysen mit einer gewissen Skepsis begegnet.

    Das BfR hat sich auch geäußert?[datehead][/datehead]
    Essing: Ja, auf einer Tagung des DKFZ …

    Also des Deutschen Krebsforschungszentrums.
    Essing: … haben Vertreter des BfR in einer eigenen Studie unsere Analysen zur Schadstofferzeugung bestätigt.

    Aber die Produkte sind nicht risikofrei?
    Essing: Das sagen wir immer dazu, ja. Aber natürlich halten wir es für wahrscheinlich, dass sie ein geringeres Risiko für den Nutzer bedeuten.

    Und das Produkt ist wirklich rauchfrei?
    Essing: Wo Rauch ist, ist auch Feuer – und das gilt umgekehrt genauso. Bei Iqos gibt es kein Feuer, keine Glut, damit entsteht auch kein Rauch. Dazu gibt es viele internationale Studien, die belegen: Es entsteht kein Rauch, sondern ein Dampf beziehungsweise ein Aerosol.

    Und ist Iqos in Deutschland auch in der breiten Bevölkerung schon bekannt?
    Essing: Noch nicht, da stehen wir noch weit am Anfang. Marken wie Marlboro dürften fast 100 Prozent der Deutschen kennen. Bei Iqos sind wir sicher noch nicht einmal bei 50 Prozent. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Und den möchten wir gemeinsam mit dem Handel gehen.


    Iqos ist eine echte Innovation. Aber die Zigarette kann eigentlich nicht mehr weiterentwickelt werden, oder?

    Essing: Das Innovationspotenzial bei der klassischen Zigarette ist tatsächlich weitgehend ausgeschöpft. Qualitativ haben wir da sehr hohe Standards erreicht. In den vergangenen Jahren gab es bei der Zigarette auch nichts wirklich Neues. Die größte Erneuerung, die es am Markt gegeben hat, war der Start der zusatzstofffreien Zigarette. Und da sind wir näher am natürlichen Ausgangsprodukt – das war also eher ein logischer Schritt als eine Innovation.


    Also wird es keine Marlboro-Revolution mehr geben?

    Essing: Unser Innovationsfokus liegt ganz klar auf den risikoreduzierten Produkten. So arbeiten in der Schweiz über 400 Wissenschaftler, die sich mit dem Thema „rauchfreie Alternativen“ beschäftigen. Da kann der Markt noch Einiges erwarten.

    Und mit Iqos haben Sie ja die Nase vorn.
    Essing: Die Branche steht vor einem riesigen Umbruch, und wir wollen Treiber dieses Umbruchs sein. Das mag ungewöhnlich klingen, weil wir in Deutschland und in vielen anderen Märkten mit unserer Marke Marlboro die Nummer 1 sind. Trotzdem haben wir uns dieser Herausforderung verschrieben.

    Der – in Deutschland – erste Wettbewerber steht ja in den Startlöchern. Wird das der Produktkategorie helfen?
    Essing: Grundsätzlich belebt Wettbewerb das Geschäft. Mit dem neuen Produkt, auf das Sie anspielen, konkurrieren wir ja in anderen Märkten bereits erfolgreich. Und tatsächlich begrüßen wir diese Pläne, denn wir haben immer betont, dass wir eine rauchfreie Zukunft nicht alleine schaffen können. Daher ist es gut, wenn sich auch Wettbewerber dieser Transformation verschreiben.

    max

    Das vollständige Interview finden Sie in der DTZ-Printausgabe 17/18.

  • „Auf dem Markt gibt es ein Überangebot an Limitadas“

    AUGSBURG // Das Fachgeschäft „No. 7“ in Augsburg ist die führende Adresse für den gehobenen Tabak- und Zigarrengenuss sowie für edle Spirituosen in der Fuggerstadt. Mitten in dem rund 150 Quadratmeter großen Ladenlokal steht der älteste begehbare Humidor Süddeutschlands. DTZ sprach mit den Firmenchefs, den Brüdern Ulrich und Philipp Mayer, über ihre Geschäftsphilosophie und Firmenpolitik bei Premiumzigarren.

    Welche Kundenklientel haben Sie für Premiumzigarren?
    Ulrich Mayer: Die Kundschaft ist bunt gemischt – sozusagen vom 18-jährigen Abiturienten bis zum Pensionär, der die 80 weit überschritten hat. Und vom Straßenkehrer bis zum Konzernchef.

    Philipp Mayer:
    Vor ein paar Tagen kam zum Beispiel ein Bauarbeiter direkt nach Feierabend im Laden vorbei und traute sich nicht, in den Humidor zu gehen, weil er schmutzige Schuhe hatte. Doch der Mann war uns natürlich genau so willkommen wie alle anderen Kunden, und wir baten ihn freundlich, den Klimaraum zu betreten. Nach der zweiten Aufforderung tat er das dann und hatte auch gleich seine Marke gefunden.

    Demnach haben Sie ein offenes Haus für alle gesellschaftlichen Gruppen?
    Ulrich Mayer: Das ist für uns selbstverständlich, ebenso wie es fester Bestandteil unserer Philosophie ist, Genuss zu vermitteln. In diesen hektischen Zeiten wollen sich die Leute etwas gönnen. Viele sagen: „Lieber ein bisschen weniger rauchen oder Alkohol trinken, dafür aber etwas richtig Gutes.“ Und genau diese Verbraucher sprechen wir mit unserem Fachgeschäfts-Konzept an. Unser Ziel ist, dass sich die Kunden wohlfühlen und genau das Passende unter einer Auswahl von rund 1100 Whisky-, Rum-, Cognac-, Gin- und anderen Spirituosen-Sorten, zirka 430 Weinen und Champagnern sowie einem vielfältigen Tabakwaren- und RBA-Angebot finden.
    Philipp Mayer: Und auch auf die eine oder andere Überraschung stoßen. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen und Exquisiten.

    Was zum Beispiel?
    Philipp Mayer: Etwa nach Marken, die nicht überall erhältlich sind oder nach limitierten Editionen in kleinen Auflagen.

    Sind Sie ein Fan von Limitadas?
    Philipp Mayer: Das war ich anfangs. Mittlerweile sehe ich die Sache kritischer, denn auf dem Markt gibt es längst ein Überangebot. Die Inflation an Limitadas ist kontraproduktiv, denn dadurch verlieren Sondereditionen den Charakter des Besonderen. Außerdem können wir rein flächenmäßig schon gar nicht mehr alle führen. Das spielt dann langfristig den Internethändlern in die Karten und schädigt den Fachhandel.

    Von welchen Marken, die nicht überall erhältlich sind, sprechen Sie?
    Ulrich Mayer: Das Sortiment von John Aylesbury zum Beispiel. Wir sind seit vielen Jahren John-Aylesbury-Gesellschafter und können uns mit dieser Marke exklusiv in Augsburg profilieren. Darüber hinaus sind wir Habanos Specialist und Davidoff-Fünf-Sterne-Ambassador.

    Philipp Mayer: Die neue Gliederung des Davidoff-Depot-Systems in Drei-, Vier- und Fünf-Sterne-Depositäre sehen wir übrigens positiv. Als Fünf-Sterne-Ambassador können wir uns mit besonderen Spezialitäten hervortun und haben einen sechswöchigen Verkaufsvorsprung bei Neueinführungen. Im Übrigen hilft es allen, wenn die Marke durch das neue Depot-Konzept bekannter wird.

    Das Preisniveau Ihres Premiumzigarren-Sortiments liegt wohl über dem Durchschnitt?
    Ulrich Mayer: Der Verkauf von Zigarren zu Stückpreisen über zehn Euro ist bei uns tatsächlich völlig normal. Dafür haben wir eine Reihe von Stammkunden, ebenso wie Kunden, die sich mit diesen Zigarren hin- und wieder mal etwas Besonderes gönnen oder einfach nur mal probieren wollen. Deshalb kann man schon sagen, dass sich die Hauptpreislage bei uns zwischen sechs und 15 Euro bewegt.

    Was empfehlen Sie Zigarren-Neueinsteigern?
    Philipp Mayer: Es bringt nichts, wenn ich einem neuen Zigarrenraucher eine kräftige Habanos für teures Geld verkaufe, ihm diese aber zu stark ist, und er nicht mehr wiederkommt. Da empfehle ich Einsteigern doch lieber eine milde Zigarre. Und gewinne so mit der Zeit womöglich einen Stammkunden.

    Welche Rolle spielen Festanlässe, zum Beispiel Ostern, Vatertag oder Weihnachten, beim Abverkauf von Premiumzigarren?
    Ulrich Mayer: Da geht schon noch was. Am zugkräftigsten sind Geburtstage und Weihnachten, gefolgt von Hochzeiten und Junggesellenabschieden. Zu Firmenveranstaltungen wird ebenfalls so manche Zigarre verkauft. Und auch zum Vatertag deckt sich der eine oder andere mit Zigarren ein, um diese zu verschenken oder selbst zu rauchen.

    Philipp Mayer: Für die jeweiligen Feste bereiten wir kleine Geschenk-Sets vor – zum Beispiel eine Zigarrenpackung und eine Flasche Rum. Wegen der gesetzlichen Vorschriften verkaufen wir dann natürlich beide Produkte separat.

    Haben die Zigarrenliebhaber auf die größeren Warnhinweise reagiert?
    Ulrich Mayer: Am Anfang haben sich die Zigarettenraucher echauffiert, doch heute stört das niemanden mehr. Bei den Aficionados waren die größeren Warnhinweise auf den Zigarren-Packungen kein großes Thema. Premiumzigarren verkaufen wir ohnehin überwiegend stückweise im Klimaraum. Die Kunden bedauern allerdings, dass die schönen Zigarrenkisten verschandelt werden.

    Philipp Mayer: Wir bieten leere Zigarrenkisten an und bitten pro Kiste um eine Spende von einem Euro. Den Erlös erhält „Kartei der Not“, das Hilfswerk der Tageszeitung „Augsburger Allgemeine“. Im vergangenen Jahr kamen dabei mehr als 8000 Euro zusammen. Diesen Betrag erhöhten wir auf eine Spendensumme von 10 000 Euro.

    da

    Das vollständige Special Premiumzigarren finden Sie in der Printausgabe DTZ 16/18 auf den Seiten 4 bis 7.

    (DTZ 16/18)