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  • Großer Ärger um kleine Liquids

    ESSEN / BERLIN // Streit zwischen dem Essener E-Zigaretten-Spezialisten Niko Liquids und dem Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG). Hintergrund ist eine Abmahnung, die Niko Liquids gegen den Wettbewerber Flavourtec – einem Mitgliedsunternehmen des BfTG – erwirkt hat. Es geht um das Verwenden des Begriffs „Shake ‚n‘ Vape“, den Niko Liquids sich hat schützen lassen.

    In einer Mitteilung von Niko Liquids heißt es: „,Shake ‚n‘ Vape‘ sowie ,Shake and Vape‘ sind sowohl als Wort- als auch als Wort-Bild-Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt auf Niko Liquids eingetragen. Die damit stets verbundene markenrechtliche Prüfung in der Widerspruchsfrist ergab keine Beanstandungen.“ Daher sehe man den vom BfTG angekündigten Schritt – einen Antrag auf Löschung der Marken – gelassen.

    Von Seiten des Verbandes sagt dazu der Vorsitzende Dustin Dahlmann, der Begriff „Shake ‚n‘ Vape“, der auf deutsch „Schütteln und Dampfen” heißt, beschreibe eine Konsumform beziehungsweise eine Produktgruppe. Es handele sich um nikotinfreie und überaromatisierte Liquids, zu denen der Verbraucher selbst nikotinhaltiges Liquid hinzu mischt. Dahlmann weiter: „Der Begriff wird weltweit in der E-Zigaretten-Branche genutzt. Googelt man ‚Shake and Vape‘, so erhält man über 600.000 Treffer.“

    Das sieht Niko Liquids anders: Für die unter der Marke „Shake ‚n’ Vape“ seit 2016 etablierte Produktlinie sei man 2017 mit dem „IntertabacStar“ der DTZ ausgezeichnet worden. Spätestens seit diesem Zeitpunkt sei die Markennutzung branchenweit bekannt. Zudem hätten in den vergangenen Monaten andere Marktteilnehmer mehrfach vergeblich versucht, die Marke „Shake ‚n’ Vape“ ebenfalls zu registrieren.

    „Potenzielle Abmahngefahr“
    Weitere Abmahnungen gab es jedoch bislang offenbar nicht. „Aber“, warnt BfTG-Mann Dahlmann, „,Shake and Vape‘ wird von nahezu jedem Marktteilnehmer verwendet. Es kann nicht sein, dass jeder Marktteilnehmer mit der potenziellen Gefahr leben muss, wegen dieses Begriffs abgemahnt zu werden.“ Deshalb wolle sein Verband den Begriff löschen lassen.

    Niko Liquids begründet die Abmahnung übrigens nicht nur mit Markenrechten. Man fühle sich höchster Produktqualität verpflichtet. Dazu unterhalte man ein eigenes hochmodernes analytisches Labor mit mehreren Chemikern, in dem regelmäßig auch Produkte von Marktteilnehmern analysiert würden. Niko Liquids teilt mit: „Gerade im Bereich der von TPD2 und Tabakerzeugnisgesetz bislang unregulierten nikotinfreien Shortfill- und Overdosed-Liquids wurden und werden hier immer wieder Verstöße gegen Kennzeichnungspflichten, die Deklaration von Inhaltsstoffen (zum Beispiel Allergene) und die einschlägigen Vorschriften hinsichtlich der zugelassenen Inhaltsstoffe festgestellt.“ Insbesondere bei kleineren Herstellern sowie Produzenten in Übersee scheine es wenig bekannt zu sein beziehungsweise ignoriert zu werden, dass die fehlende Regulierung durch die TPD2 und deren Umsetzung in Deutschland nicht von der Einhaltung der chemikalienrechtlichen Vorschriften entbindet. So seien im Labor bei manchen Liquids zum Teil hochgradig allergene und sogar gesundheitlich bedenkliche Stoffe gefunden worden. Dies könne die gesamte E-Zigaretten-Branche in Verruf bringen.


    Gemeinsames Gütesiegel

    Es sei richtig, dass einige Liquid-Hersteller noch Defizite bei der Kennzeichnung hätten, gesteht auch das BfTG ein. Aber die Hersteller, die Großhändler und die Verbände arbeiteten daran, dass auch kleinere Hersteller diese Anforderungen erfüllen würden. Die Gesetzeslage sei eben für die junge Branche lange unklar gewesen. Dahlmann weiter: „Weiterhin behauptet Niko Liquids, dass man in einigen Produkten gesundheitsschädliche Stoffe gefunden habe. Dabei gibt das Unternehmen aber nicht an, in welchem Produkt, wann, was und wie gefunden wurde.“

    Niko Liquids allerdings steht auf dem Standpunkt, dass unzureichende „E-Erzeugnisse“ den Ruf der gesamten Branche beschädigen könnten. Vor diesem Hintergrund beobachte man mit Sorge, dass der Begriff „Shake ’n‘ Vape“ von verschiedenen Produzenten und Distributoren auch für bedenkliche, unter Umständen nicht verkehrsfähige Produkte verwendet werde. Eine Qualitätsoffensive der Essener soll es richten: „Wir bieten interessierten Marktteilnehmern an, den Begriff ‚Shake ’n’ Vape‘ als gemeinsames Gütesiegel zu etablieren. Eine entsprechende Lizenzierung setzt die Einhaltung der geltenden gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich Inhaltsstoffen, Kennzeichnung und so weiter sowie die Bereitschaft zu einem nachhaltigen Qualitätsmanagement voraus.“ Interessenten könnten entsprechende Informationen bei dem Unternehmen anfordern.

    Einem solchen Gütesiegel erteilt Dahlmann allerdings eine klare Absage: „Der Begriff ‚Shake and Vape‘ beschreibt eine Produktgruppe beziehungsweise eine Konsumform. Damit ist er für ein Gütesiegel vollkommen ungeeignet.“

    max

    In Kürze: Shake ‚n‘ Vape

    Beim „Schütteln und Dampfen“ kauft der Konsument ein Fläschchen mit – oft etwas höherdosiertem – Aroma-Liquid. Dann fügt er einen sogenannten Nikotin-Shot hinzu. Nach dem Vermischen der beiden Flüssigkeiten erhält er ein nikotinhaltiges Liquid.

    (DTZ 41/18)

  • MyBlu macht Dampf

    HAMBURG // Ab Oktober rollt Reemtsma sein E-Zigaretten-Geschäft in Deutschland national aus. Im April hatte Reemtsma die E-Zigarette MyBlu zuerst in Hamburg, Berlin und München sowie online eingeführt. Laut Unternehmen wird das System von Konsumenten gut angenommen. Insbesondere Einsteiger in die Kategorie schätzen laut Reemtsma die praktikable Handhabung und den schnellen Wechsel zwischen Geschmacksrichtungen und Nikotinstärken beziehungsweise der nikotinfreien Variante.

    „Die Qualität der Liquids wird im Konsumenten-Feedback immer wieder hervorgehoben“, sagt David O’Neill, Head of Next Generation Products, „auf jeden Fall haben wir mit MyBlu das Potenzial, in Deutschland Marktführer im Bereich E-Zigarette zu werden.“
    Listungsschwerpunkte der kommenden Monate sind Tabakfachgeschäfte, Kioske und Tankstellen, ebenso rückt der Vape-Channel stärker in den Fokus. Für das geschlossene System von MyBlu sind derzeit elf Geschmacksrichtungen erhältlich. Der Kommunikationsmix umfasst unter anderem ATL-Maßnahmen, Promotion, POS-Aktivitäten und PR.

    pi

    DTZ 40/18

  • „Dynamischste Phase aller Zeiten“

    HAMBURG // Herr Wittenberg, zunächst ein Blick ganz weit nach vorn: Tabakzigarette, E-Zigarette oder Tabakerhitzer – welche Produktkategorie hat das größte Potenzial für die nächsten Jahre?

    Ralf Wittenberg: Derzeit befinden wir uns in der dynamischsten Phase des Wandels, die es jemals in der Tabak- und Nikotinindustrie gegeben hat. Diese Entwicklung ist faszinierend, und unser Anspruch ist es, den Wandel anzuführen.

    Dazu gehört auch ein neues Geschäftsmodell?

    Wittenberg: Unser Gesamtgeschäft hat sich in den vergangenen Jahren äußerst stark verändert, und wir haben phänomenale Fortschritte bei den Produkten der nächsten Generation erzielt, von deren Zukunft wir überzeugt sind. Dennoch sind wir der Meinung, dass es die Verbraucher sind, die darüber entscheiden werden, wie die Kategorien Tabak und Nikotin in den nächsten Jahren aussehen werden. Die Antwort kann daher nicht lauten: ein Produkt für alle Raucher in allen Märkten. Deshalb investieren wir weiterhin in die Entwicklung aller Kategorien und in die entsprechende Unterstützung unserer Handelspartner.
    Tatsächlich ist die Entwicklung des E-Zigaretten-Konsums in Deutschland bislang nicht allzu dynamisch…
    Wittenberg: 1,8 Millionen der deutschen Raucher dampfen bereits. Aber es könnten noch viel mehr sein. Doch dazu bedarf es einfach noch mehr Aufklärung. Obwohl Studien wie etwa der britischen Regierungsbehörde Public Health England nach aktuellem Kenntnisstand zu dem Schluss kommen, dass E-Zigaretten 95 Prozent weniger schädlich sind als herkömmliche Tabakzigaretten, zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage, dass mehr als die Hälfte der Deutschen denken, dass E-Zigaretten mindestens genauso gefährlich sind wie herkömmliche Zigaretten.

    Es besteht also Handlungsbedarf – von Seiten der Industrie?

    Wittenberg: Aus unserer Sicht muss mehr passieren, als den Verbrauchern Alternativen anzubieten. Sie müssen auch über die Risiken und Chancen informiert werden. Wir machen hier unseren Job als Hersteller, aber das alleine reicht nicht aus.

    Im Gegensatz zu manchen Wettbewerbern ist Ihr Unternehmen in Sachen E-Zigarette breit aufgestellt. Zudem gibt es im Konzern den Tabakerhitzer Glo. Ist es für Sie wichtig, alle Produktkanäle zu befeuern?

    Wittenberg: Derzeit haben wir aufgrund eines größeren öffentlichen Gesundheitsbewusstseins und der schnellen Entwicklung neuer Technologien die beispiellose Chance, Verbrauchern Alternativen zum klassischen Tabak anbieten zu können. Die Wahlfreiheit der Verbraucher steht dabei seit langem im Mittelpunkt der Strategie von British American Tobacco. Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Konsumenten können wir nur dadurch Rechnung tragen, dass wir ihnen ein breites Spektrum an potenziell risikoreduzierten Produkten anbieten.

    Wobei Sie viel Geld in die Entwicklung stecken.

    Wittenberg: Ja, seit 2012 hat die Gruppe rund 2,5 Milliarden US-Dollar …

    Das sind fast 2,2 Milliarden Euro.

    Wittenberg: … in die Entwicklung und Vermarktung der Produkte der nächsten Generation investiert. Unser Anspruch lautet: mehr Auswahl, mehr Innovation, weniger Risiko.

    Der deutsche Markt wartet auf Glo. Können Sie etwas zum Marktstart hierzulande sagen?

    Wittenberg: In den acht Märkten, in denen British American Tobacco aktuell bereits mit dem Tabakerhitzungsprodukt Glo vertreten ist, sind die bisherigen Ergebnisse sehr vielversprechend: In Japan, wo Glo im Oktober 2017 landesweit ausgerollt wurde, ist es das am stärksten wachsende Tabakerhitzungsprodukt im Markt. Dies zeigt, wie gut das Produkt in so kurzer Zeit bei den Kunden angekommen ist. Natürlich prüft die Gruppe ständig, welche weiteren Märkte sich für einen Launch von Glo eignen und hat dabei auch Deutschland im Auge.

    Welche Bedeutung haben klassische Tabakwaren – insbesondere Zigaretten – für BAT?

    Wittenberg: So sehr es unser Anliegen ist, risikoreduzierte Alternativen zu entwickeln und diese weltweit Rauchern zur Verfügung zu stellen, bleiben wir dennoch realistisch: Herkömmliche Zigaretten werden noch viele Jahre das Kerngeschäft von British American Tobacco bleiben und die notwendigen Investitionen in die Produkte der nächsten Generation ermöglichen. Deshalb werden wir auch weiter unsere strategischen Marken Lucky Strike und Pall Mall unterstützen.

    Versuchen Sie, dem Rückgang bei Rauchern entgegenzuwirken?

    Wittenberg: Wir sehen bei den klassischen Tabakprodukten noch Wachstumschancen. Unser Marktanteil liegt hier derzeit bei etwa 20 Prozent. Da gibt es also noch Marktanteile, die wir gewinnen möchten und auch können, denn mit Lucky Strike und Pall Mall verfügen wir über Marken, die wachsen, und bieten allein mit diesen beiden Marken ein sehr breites Portfolio an. Wir wissen, dass die Konsumentenbedürfnisse sehr unterschiedlich sind. Und sie entwickeln sich ständig weiter. Das sehen wir am Wachstum der Produkte der nächsten Generation. Deshalb umfasst unser Angebot Dampf- und Tabakerhitzungsprodukte aber eben auch weiterhin die klassischen Tabakwaren wie Zigarette oder Feinschnitt. In der Auswahl an hochwertigen und innovativen Produkten sehen wir den Schlüssel zum Erfolg. Und daran arbeiten wir mit aller Kraft.

    Wie ist eigentlich der Stand Ihrer Vorbereitungen zum berüchtigten Nachverfolgungssystem?

    Wittenberg: Die Implementierung von Track & Trace stellt Industrie und Handel vor eine ganz erhebliche inhaltliche und zeitliche Herausforderung. Seit etwa drei Jahren beschäftigt sich ein gemeinsamer Arbeitskreis mit den politischen Fragen und der operativen Umsetzung. Hier konnten konstruktive und gesetzeskonforme Lösungen gefunden werden, die sowohl von Industrie als auch Handel umsetzbar sind.

    Sie sind also auf Track & Trace gut vorbereitet?

    Ja, allerdings haben wir bis zum 20. Mai 2019 noch viel vor uns, insbesondere was Detailfragen angeht. Einige Informationen und Entscheidungen seitens der EU werden darüber hinaus erst im Laufe des ersten Halbjahres 2019 erwartet, so dass uns nur wenig Zeit bleibt. Insgesamt steht aber unser Fahrplan und wir sind auf Kurs, jedoch ist jeder Wirtschaftsbeteiligte gefordert, sich mit den für sein Unternehmen relevanten Anforderungen vertraut zu machen. Eine einfache Lösung gibt es hier nicht.

    Wo sehen Sie in Sachen Regulierung in den kommenden Monaten und Jahren die größten Probleme für die Branche?

    Wittenberg: Wie sich der Markt an potenziell risikoreduzierten Produkten entwickelt, hängt auch von der Regulierung ab. Sie kann ein Beschleuniger oder ein Verlangsamer sein. Das sieht man sehr gut am Beispiel England. Hier ist man hinsichtlich der Aufklärung über das gesundheitspolitische Potenzial von Dampfprodukten zum Beispiel schon einige Schritte weiter.

    Können Sie das näher erläutern?

    Wittenberg: Vor Kurzem hat der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie des britischen Parlaments einen Bericht veröffentlicht und fordert darin, dass die Chancen der E-Zigarette vor dem Hintergrund der Risikoreduzierung in der Politik stärker akzeptiert und berücksichtigt werden müssen. An diesem Bericht haben Parlamentarier aller im Unterhaus vertretenen Parteien mitgewirkt, und auch sie stellen fest, dass E-Zigaretten deutlich weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten und daher im Sinne der öffentlichen Gesundheitsversorgung eine spezielle Unterstützung durch die Politik erfahren müssten.

    Vorbild Großbritannien?

    Wittenberg: Regierungen sollten sich mit dem Beispiel England im Sinne der Gesundheitspolitik näher beschäftigen, denn wenn Regierungen und die Weltgesundheitsorganisation die Todesfälle und Krankheiten –, die durch das Rauchen verursacht werden, verringern möchten, dann sollten sie Produkte wie die E-Zigarette, die das Potenzial haben, Risiken zu minimieren, danach bewerten, welchen Beitrag sie leisten können. Es wird auch in Zukunft erwachsene Menschen geben, die auf den Genuss von Nikotin nicht verzichten wollen. Ihnen möchten wir eine Alternative bieten.

    Auch der Fachhandel ist natürlich etwas verunsichert. Was kann BAT für die Geschäftsinhaber tun?

    Wittenberg: Unser Ziel ist es, langfristige Partnerschaften mit unseren Handelspartnern aufzubauen und zu pflegen und so gemeinsam den Erfolg zu steigern. Deshalb haben wir 2013 für eine besonders enge Zusammenarbeit das „BAT Top Partner Programm“ ins Leben gerufen, das sich an Facheinzelhändler richtet, die bereit sind, sich für unsere Marken besonders zu engagieren. Unsere Top Partner profitieren im Gegenzug von vielfältigen Vorteilen und werden für ihr Engagement mit leistungsgerechter Vergütung, attraktiven Verkaufsaktionen sowie Service und Beratung vor Ort unterstützt.

    Womit unterstützen Sie diese Fachhändler konkret?

    Wittenberg: Wir bieten ihnen für alle im Fachgeschäft relevanten Kategorien starke Marken aus einer Hand, egal ob Zigarette, Drehtabak, Stopftabak, Filterzigarillos oder E-Zigaretten. Und der Fachhandel ist hier ein ganz wichtiger Partner. Auch wenn der Verkauf von Produkten der nächsten Generation im Onlinehandel und in spezialisierten Shops weiter zunimmt, setzen wir ganz stark auf die Beratungskompetenz des Fachhandels. Wir laden ihn ein, sich gemeinsam mit uns weiter zu entwickeln und diese dynamischste Phase des Wandels, die es jemals in der Tabak- und Nikotinindustrie gegeben hat, gemeinsam zu gestalten. Heute und in der Zukunft.

    Herr Wittenberg, wir bedanken uns für das Gespräch.

    Interview: Marc Reisner

    DTZ 40/18

  • Reemtsma: Market Managerin Stefanie Birtel geht

    HAMBURG // Stefanie Birtel verlässt nach acht Jahren bei Reemtsma und Imperial Brands das Unternehmen. Diese Entscheidung wurde in beiderseitigem Einvernehmen getroffen und berücksichtigt Stefanie Birtels Wunsch, sich neuen beruflichen Herausforderungen außerhalb des Unternehmens zu stellen.

    Stefanie Birtel war seit April 2017 Market Managerin Deutschland, davor Director Global Sales Operations im Headquarter von Imperial Brands in UK.
    „Wir bedanken uns bei Stefanie Birtel für die gemeinsamen Jahre und wünschen ihr für die private und berufliche Zukunft alles Gute. Sie war als wertvolle Kollegin sehr geschätzt und wurde insbesondere für ihre strategischen Fähigkeiten, ihren Pragmatismus und ihre vielfältige Erfahrung respektiert“, so Michael Kaib.

    pi

    DTZ 40/18

  • Kompetenz liegt bei der Zollbehörde

    BERLIN // Nicht nur die Bezeichnung ist sperrig, auch mit der Umsetzung hapert es: Das Rückverfolgbarkeitssystem für Tabakerzeugnisse, kurz Track & Trace, beschäftigte jetzt den Bundesrat.

    Am 20. Mai 2019 soll es für Zigaretten und Feinschnitt in Kraft treten, 2024 greift es für Pfeifentabak und Zigarren. Ein Gesetzentwurf liegt vor, zu dem die Ländervertretung vor kurzem Stellung genommen hat. Ziel des Entwurfs ist es, europäische Vorgaben zu Tabakerzeugnissen in das deutsche Recht umzusetzen. Im Detail geht es unter anderem darum, ein System zur Rückverfolgbarkeit einzuführen und dass Tabakerzeugnisse künftig mit einem Sicherheitsmerkmal zu versehen sind.

    In seiner 970. Sitzung hält der Bundesrat fest, dass allein die Zollbehörden für die Bekämpfung des Tabakschmuggels und die Aufdeckung von Steuerbetrug zuständig sind. Zur Begründung heißt es, sie allein „verfügen bereits über die erforderliche Sach- und Fachnähe zur Überwachung der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben über Erkennungs- und Sicherheitsmerkmale“. Der Zoll sei bereits für die Überprüfung der Steuerzeichen zuständig. Demgegenüber erteilt der Bundesrat der vorgesehenen Regelung die „Tabaküberwachungsbehörden“ zur Kontrolle des Track-&-Trace-Systems einzusetzen, eine Absage. Gemeint sind damit Verbraucherschutz- und Gesundheitsgremien. Diese seien zuständig für den „gesundheitlichen Verbraucherschutz und verfügen nicht über derartige Kompetenzen.“ Um das nötige Know-how aufzubauen, müsste zusätzliches Personal einstellt und ausgebildet werden.

    „Der Bundesrat bittet daher, im weiteren Gesetzgebungsverfahren in das Tabakerzeugnisgesetz eine Zuständigkeitsübertragung auf die Zoll- und Finanzbehörden (§33 Absatz 1 des Tabaksteuergesetzes in Verbindung mit § 209 Absatz 1 der Abgabenordnung den Zollbehörden) für die Aufgaben im Zusammenhang mit dem Rückverfolgbarkeitssystem aufzunehmen.“

    Weiter heißt es, dass die Bundesdruckerei die Identifikationscodes herstellt und diese an die Wirtschaftsteilnehmer abgibt. Sie soll darüber hinaus auch individuelle Erkennungsmerkmale für Einzelverpackungen und aggregierte Verpackungen generieren und ausgeben.

    Bundesregierung legt Entwurf vor
    Die Bundesregierung legt einen Entwurf zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes vor. Die Vorlage soll den illegalen Handel mit Tabakerzeugnissen unterbinden sowie die Rechts- und Verwaltungsvorschriften der EU-Mitgliedsstaaten über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen angleichen, heißt es in einer Mitteilung an die Presse.

    Demnach soll eine Kennzeichnung von Tabakerzeugnissen mit einem individuellen Erkennungsmerkmal und einem fälschungssicheren Sicherheitsmerkmal erfolgen.

    red

    (DTZ 39/18)

  • Weniger Grossisten

    HAMBURG // Nur noch zehn bis 15 Presse-Zwischenhändler dürften sich in fünf Jahren das Bundesgebiet aufteilen, glaubt Michael Fischer, Chef der Axel-Springer-Vertriebsorganisation Sales Impact. Das sagte er auf einem Kongress in Hamburg. Und das Fachblatt „Horizont“ weiß: „Aktuell sind es 44 Grossisten, vor fünf Jahren waren es noch 70 – und vor zehn Jahren sogar 100.“ Bisher hätten Verlage und Grosso-Verband es stets vermieden, offizielle Ziel-Zahlen zu nennen.

    Springer-Manager Fischer berichtete, sowohl Gutachten des Grosso-Verbandes als auch der Vertriebsallianz der Verlage seien im Vorfeld der neuen Branchenvereinbarung unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gekommen, dass angesichts sinkender Presse-Absätze und -Umsätze in Zukunft nur noch Grossisten überlebensfähig seien, die jeweils 100 bis 150 Millionen Euro Jahresumsatz erzielten. Bisher liege die Spanne bei sechs bis 120 Millionen Euro.

    Der gesamte deutsche Presse-Jahresumsatz via Grosso lag 2017 bei insgesamt zwei Milliarden Euro – ohne den Bahnhofsbuchhandel, der eine weitere Milliarde beisteuert. Bei einem durchschnittlichen Rückgang von fünf bis sieben Prozent läge der Umsatz in fünf Jahren bei rund 1,5 Milliarden Euro. Rechnerisch blieben dann zehn bis 15 Grossisten übrig,, die die rund 100.000 Einzelverkaufsstellen beliefern.

    „Wir werden bei der Auflagenentwicklung keinen Turnaround hinkriegen, das ist illusorisch – aber wir werden im Vertrieb noch viele Jahre viel, viel Spaß an der Print-Presse haben“, glaubt Fischer. Auch Burda-Vertriebschef Tobias Mai zeigte sich verhalten optimistisch. Zwar veränderten sich das Konsumentenverhalten und der Lebensmitteleinzelhandel, der als Pressevertriebskanal immer wichtiger werde. Die Menschen kaufen seltener als früher im stationären Handel und häufiger via E-Commerce ein. Und es gebe mehr große Supermärkte und Discounter mit mehr Kassen und damit geringerer Kontaktwahrscheinlichkeit zum Presseregal. Aber: Es entstünden mehr kleine Nachbarschaftsläden mit – allerdings kleinen – Presseregalen.

    red

    (DTZ 39/18)

  • Das war die InterTabac 2018

    DORTMUND // Insgesamt 625 Aussteller aus 54 Ländern präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen vom 21. bis 23. September in der Messe Dortmund, rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

    Die Fachbesucher honorierten die Internationalität der Messe im Rahmen der Besucherbefragung durch ein unabhängiges Messe-Marktforschungsinstitut erneut mit der Durchschnittsnote 1,9. Dabei hat sich für 91 Prozent der Fachbesucher der Besuch der Messe nach eigenen Angaben gelohnt.

    Und: Die größten Besuchergruppen stammten aus dem Einzelhandel, gefolgt von Großhandel und Industrie. Die größten Berufsgruppen stellten Unternehmer, Geschäftsführer und Bereichsleiter dar. Neun von zehn sind beratend, mitentscheidend oder ausschlaggebend an Einkaufsentscheidungen ihres Unternehmens beteiligt. Diese Tatsachen spiegeln die hohe Qualität der Messebesucher wider.

    red

    (DTZ 39/18)

  • Gute Stimmung auf Leitmesse

    DORTMUND // Nach der Messe ist vor der Messe, heißt es, und so ist es kein Wunder, dass in vielen Kalendern bereits der 20. bis 22. September 2019 fest für die InterTabac geblockt ist. Und wer für diesen Zeitraum noch Hotelzimmer und Restaurant-Tisch buchen möchte, der muss feststellen: Ganz einfach ist das schon jetzt nicht mehr.

    Der wohl wichtigste Grund: Die InterTabac ist bedeutender denn je. Kein Unternehmen der Tabakbranche im weitesten Sinne, das eine relevante Rolle am Markt spielen möchte, kommt um diese Leistungsschau herum. Zugleich wird der Umfang der Ausstellung immer größer, da noch mehr Firmen aus dem Ausland ihre Dienstleistungen und Produkte zeigen und der Bereich Next Generation Products (NGP) zunimmt.

    Dabei weist die InterTabac mittlerweile bereits eine vierzigjährige Geschichte auf und gilt als wichtigste Leistungsschau der Tabak- und E-Zigaretten-Industrie: „Die InterTabac ist heute die Weltleitmesse der Branche und hat das 2018 wieder bestätigt“, sagte denn auch Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Dortmund GmbH. Das sehen auch die Fachbesucher so: 12.500 Besucher von allen Kontinenten waren in den Messehallen zu Gast.


    „Standorte ohne Not gefährdet“

    Auf der diesjährigen Pressekonferenz zur InterTabac machten zudem verschiedene Experten deutlich, welche Themen sie aktuell beschäftigen. Jan Mücke, Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV), machte deutlich, dass das angekündigte EU-Rückverfolgbarkeitssystem Exporte in Drittstaaten akut gefährde. In diesem Zusammenhang forderte Mücke Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf, gemeinsam mit der EU-Kommission endlich eine entsprechende Regelung für die deutschen Industriestandorte zu schaffen. Insbesondere die Produktionsstandorte kleinerer und mittelständischer Hersteller würden ohne Not gefährdet, wenn künftig ein erheblicher Teil der Exportproduktion in Länder außerhalb der EU verlagert oder sogar aufgegeben würde.

    Des Weiteren wies Mücke darauf hin, dass der Jugendschutz in Deutschland erfolgreich greife. Seit 2001 sei der Anteil rauchender Kinder und Jugendlicher um mehr als 20 Prozentpunkte zurückgegangen. Mücke kündigte weitere Maßnahmen an, etwa, das webbasierte Schulungsprogramm „Jugendschutz im Tabakwaren- und E-Zigaretten-Handel“.

    Patrick Engels, Vorsitzender im Verband der Rauchtabakindustrie, wetterte gegen die „völlig praxisfremde Totalüberwachung der gesamten Tabakwertschöpfungskette“. Der Unternehmer bezeichnete Track & Trace als „perfektes Beispiel für mittelstandsfeindliche Politik“. Man müsse das legale Produkt Tabak „produzieren, bewerben und letztlich weltweit vertreiben können“, führte er aus. Er votierte dafür, Tabak – wie Alkohol oder Schokolade – als legales Genussmittel zu behandeln.

    Für den Bundesverband der Zigarrenindustrie machte sein Geschäftsführer Bodo Mehrlein deutlich, dass die Rückverfolgbarkeit für Zigarren und Zigarillos eine „absolut unverhältnismäßige Maßnahme“ darstelle, denn: „Bei diesen Produkten gibt es keinen Tabakschmuggel, die Umsetzung wird aber gravierende wirtschaftliche Auswirkungen auf die mittelständische Tabakindustrie haben.“ In letzter Konsequenz führten solche Maßnahmen zu einer weiteren Konzentration auf dem Tabakmarkt zu Lasten der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mehrlein kritisierte, dass die EU-Kommission bei den europäischen Durchführungsrechtsakten weitere Handelshemmnisse aufgebaut habe. Die Folge sei ein „Flickenteppich an Regulierungsmaßnahmen“, der besonders die exportorientierte deutsche Zigarrenindustrie in ihrem wirtschaftlichen Handeln behindere.


    „Wichtigste Börse“
    Für den BTWE Handelsverband Tabak wies Geschäftsführer Willy Fischel darauf hin, dass zwar klassische Tabakwaren immer noch rund 97 Prozent des Umsatzes des tabakführenden Handels ausmachten, die momentane Situation im Fachhandel jedoch geprägt sei durch einen sich verändernden Markt: „Die Absätze von E Zigaretten sowie von Heat-not-burn-Produkten nehmen zu.“ Große Teile des Tabakwaren-Einzelhandels erwarteten eine wachsende Bedeutung dieser Produkte für ihre Geschäfte. Fischels Resümee: „Wer aus dem Fachhandel sich im Sortimentsbereich Next Generation Products als Beratungsspezialist positioniert, kann sich gegenüber der wachsenden Zahl von Internet-Anbietern oder dem starken Aufkommen von sogenannten stationären Vape Shops erfolgreich profilieren.“ Dennoch sei die InterTabac angesichts der Angebotsvielfalt des Kulturgutes Tabak für den Fachhandel die wichtigste Börse.

    max

    (DTZ 39/18)

  • Durante verlässt British American Tobacco

    LONDON // Sesselwechsel bei British American Tobacco (BAT): Nicandro Durante, der seit acht Jahren an der Spitze des Unternehmens steht, wird kommendes Jahr zurücktreten.

    Der 62-Jährige werde seinen Posten als CEO zum April abgeben, teilte BAT mit. Der Verwaltungsrat habe in den vergangenen Monaten bereits intern und extern nach einem Nachfolger Ausschau gehalten. Dabei habe sich ein Kandidat für die Nachfolge als besonders geeignet herausgestellt. Details nannte der Londoner Konzern nicht.

    Durante arbeitet seit knapp 37 Jahren bei dem Konzern. Vor seiner Ernennung zum BAT-Vorstandschef (CEO) im Jahr 2011 verantwortete er als COO (Chief Operating Officer) das operative Geschäft.

    Die Karriere Durantes begann 1981 bei der brasilianischen BAT-Tochter. Im vergangenen Jahr schloss er die 55-Milliarden-Dollar-Fusion mit dem US-Hersteller Reynolds America ab.

    red

    (DTZ 38/18)

  • „Potenziell risikoreduzierte Produkte sind eine Alternative“

    GRÄFELFING / DORTMUND // Produkte der nächsten Generation stehen im Fokus der diesjährigen InterTabac. Philip Morris forscht seit über zehn Jahren an potenziell risikoreduzierten Alternativen zur Zigarette. Auf der InterTabac stellt Dr. Alexander Nussbaum, Leiter des Bereichs Scientific & Medical Affairs bei Philip Morris in Deutschland, den Messebesuchern die wichtigsten Erkenntnisse dieser Forschung vor.

    Ferner gibt der Wissenschaftler einen Ausblick auf das weitere Entwicklungsprogramm von Philip Morris International.

    Bevor der promovierte Biochemiker Alexander Nussbaum Ende 2016 zu Philip Morris kam, arbeitete er mehrere Jahre bei verschiedenen Arzneimittelherstellern sowie in der Forschung an Impfstoffen und Krebstherapien.

    „Ich war überrascht“
    „Ich war zunächst total überrascht, als mir Philip Morris einen Job angeboten hat. Weiter weg als ich konnte man von der Tabakindustrie nicht sein“, sagt Nussbaum. „Als ich aber die wissenschaftlichen Daten zu Iqos gesehen habe, kam ich zu dem Schluss, dass darin ein großes Potenzial vorhanden ist, die schädlichen Auswirkungen des Zigarettenrauchens für viele Raucher zu reduzieren. Die beste Lösung ist und bleibt natürlich der Rauchstopp.“

    „Bislang konzentrieren sich Maßnahmen der Tabakregulierung vor allem auf den Jugend- und Nichtraucherschutz. Für die 17 Millionen Raucher in Deutschland gibt es neben Appellen zum Rauchstopp hingegen kaum Angebote, um die Risiken des Zigarettenkonsums zu reduzieren. Gerade für diese Gruppe bieten potenziell risikoreduzierte Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer eine bessere Alternative zum Weiterrauchen.“

    Risiken reduzieren
    Dahinter steht das Konzept der Schadens- oder Risikominimierung (harm reduction). Es ist eine Ergänzung zu bestehenden Maßnahmen der Tabakprävention. Es richtet sich an diejenigen Raucher, die sonst weiter Zigaretten rauchen würden. Wenn diese Raucher auf potenziell weniger schädliche Produkte wechselten, ließen sich die Risiken und gesundheitlichen Schäden des Rauchens reduzieren.


    3,9 Milliarden Euro

    Seit 2008 hat Philip Morris International bereits 4,5 Milliarden US-Dollar (knapp 3,9 Milliarden Euro) in die Entwicklung und wissenschaftliche Prüfung potenziell risikoreduzierter, rauchfreier Alternativen zu Zigaretten investiert. An den Forschungsstandorten in der Schweiz und in Singapur arbeiten mehr als 430 Wissenschaftler und Ingenieure an solchen Produkten. Der Tabakerhitzer Iqos ist ein Ergebnis dieser Forschung und seit 2017 in Deutschland erhältlich. Bei Iqos wird echter Tabak auf etwa 300 Grad Celsius erhitzt. Dadurch entsteht ein Dampf mit Tabakgeschmack und Nikotin. Da der Tabak aber nicht verbrannt wird, enthält der Dampf nach wissenschaftlichen Untersuchungen von PMI durchschnittlich 90 bis 95 Prozent weniger Schadstoffe als der Rauch einer herkömmlichen Zigarette.

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung – eine staatliche Behörde – hatte jüngst bestätigt, dass Iqos weniger schädliche Stoffe, darunter auch ausgewählte krebserregende Substanzen, erzeugt als Zigaretten. Für die untersuchten Schadstoffe im Dampf von Iqos wurden Werte gemessen, die um 80 bis 99 Prozent unter den Werten im Rauch einer normalen Zigarette liegen.

    red

    (DTZ 38/18)