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  • Neue BAT-Spitze

    HAMBURG // Bei BAT in Deutschland und Central Europe North hat es zum Monatsbeginn einen Führungswechsel gegeben. Der bisherige Vorstandsvorsitzende, Ralf Wittenberg (55), steht seit 1. August an der Spitze der BAT-Gruppe in Kanada. Seine Aufgaben in Deutschland sowie für Österreich, die Schweiz (DACH), Polen und die baltischen Staaten übernimmt Oliver Engels.

    Laufbahn
    Der 51-jährige Engels kam 2014 von Unilever als Marketingdirektor Deutschland zu BAT und übernahm 2017 die Marketingverantwortung für DACH. 2018 wechselte er in die Konzernzentrale nach London und war zuletzt Group Head of Brands Combustibles.

    Seine berufliche Laufbahn begann Engels im Jahr 1996 bei Unilever als Sales & Marketing Trainee. Danach bekleidete er mehrere Funktionen im Vertriebsaußendienst, im lokalen Markenmanagement, im Innovationsmanagement sowie im europäischen und globalen Markenmanagement, bevor er 2012 als Head of the European Skin Category das Skin-Business verantwortete. Engels kennt sich nicht nur im klassischen Zigarettengeschäft aus, sondern legte bereits 2015 mit der Einführung der E-Zigarette Vype in Deutschland auch die Grundlage für die Entwicklung zu einem „Multi-Category“-Konsumgüterunternehmen.

    Verantwortung
    Ralf Wittenberg, der seit 1995 für BAT tätig ist, war seit 2014 Vorstandsvorsitzender von BAT in Deutschland. Darüber hinaus übernahm er 2017 die Verantwortung für die Schweiz und Österreich sowie Anfang dieses Jahres zusätzlich für Polen, Lettland, Estland und Litauen.

    Oliver Engels wird neben der Rolle des Area Director Central Europe North auch die Funktion des Sprechers der deutschen BAT-Gesellschaften übernehmen.

    Außerdem hat der Vorstand des Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) vorgeschlagen, Oliver Engels als Nachfolger von Ralf Wittenberg in den Vorstand zu wählen.

    pnf

  • Juul schließt Online-Shop

    HAMBURG // Wie geht es weiter bei Juul? Der amerikanische Hersteller von E-Zigaretten und Liquid-Kapseln ist seit rund eineinhalb Jahren am deutschen Markt vertreten und kommt nicht zur Ruhe. Jetzt gibt es neue Veränderungen.

    Mit großen Erwartungen war Juul in Deutschland an den Start gegangen. Der damalige Deutschland-Chef Markus Kramer und der frühere Verkaufsleiter Dominik Hamacher kündigten im Interview mit DTZ herausragendes Wachstum an, im Handel waren die Produkte der Amerikaner fast überall prominent vertreten.

    Evali
    Dann allerdings ließ die Dynamik etwas nach. Zunächst bremste die neue Lungenkrankheit Evali in Sippenhaft neben allen anderen Anbietern der E-Branche auch Juul in den USA, dann schließlich praktisch weltweit aus.

    Rechtsstreit
    Es folgte der öffentliche Rechtsstreit mit Konkurrent Nikoliquids. Kramer verließ vor etwa einem halben Jahr das Unternehmen. Das gerade beschlossene Werbeverbot für E-Zigaretten und Liquids trägt sicher nicht zu größerem Vertrauen bei. Und die Corona-Krise dürfte ebenfalls gravierende negative Auswirkungen gehabt haben. Allerdings hatte Unternehmenssprecher Tobias Gerlach erklärt, die Pandemie habe keinen Einfluss auf die schon erfolgten Entscheidungen gehabt. Bereits vor einigen Wochen hatte das Unternehmen, das seinen Deutschland-Sitz in Hamburg hat, seinen Vertrieb nämlich neu aufgestellt, schlanker gemacht – und zugleich eine ganze Reihe von Mitarbeitern entlassen. Mittlerweile dürfte die Zahl der Beschäftigten deutlich unter 50 liegen.

    Nun hat Juul Labs erneut Veränderungen seiner deutschen Organisation als Ergebnis einer strategischen Überprüfung seines Geschäfts angekündigt. Ziel sei es, das Unternehmen neu aufzustellen, Vertrauen zu gewinnen und das Potenzial von risikoreduzierten Produkten für erwachsene Raucher zu fördern und zugleich den Konsum durch Minderjährige zu bekämpfen, heißt es in einer Mitteilung.

    Geschäftsmodell
    Im Zuge dieser Neubewertung sei man in dem Unternehmen zu dem Ergebnis gekommen, dass das Geschäftsmodell in Deutschland in seiner derzeitigen Form nicht tragfähig sei. Daher seien die Aufstellung angepasst und das Team in Deutschland verkleinert worden. Betroffen war vor allem der Außendienst.

    Neuausrichtung
    Juul erklärt aktuell, man werde als Teil dieser Neuausrichtung ab sofort keine Produkte mehr auf seiner deutschen Website verkaufen. Juul-Produkte blieben jedoch weiterhin flächendeckend im Handel erhältlich. Bereits vor wenigen Wochen hatte Sprecher Gerlach erklärt, was er jetzt wiederholt: „Unsere Mission, erwachsene Raucher zur Abkehr von herkömmlichen Zigaretten zu bewegen, gilt auch weiter, und wir bleiben auch in Zukunft dem deutschen Markt verpflichtet. Jetzt geht es darum, Juul Labs Deutschland für eine langfristige Zukunft neu aufzustellen.“

    Ausblick
    Die Branche und der Dampfer-Fachhandel in Deutschland leiden immer noch unter den fünfwöchigen Geschäftsschließungen im März und April. Das Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) hatte jüngst berichtet, es rechne 2020 mit einem Gesamtumsatz von rund 450 Millionen Euro. Für 2021 erwartet die Branche demzufolge einen Zuwachs um zirka 20 Prozent auf rund 550 Millionen Euro. Zum Vergleich: Gegen Ende des Jahres 2019 hatte das BfTG die Umsatzprognose für den deutschen E-Zigarettenmarkt für das abgelaufene Jahr von 570 auf 500 Millionen Euro korrigiert.

    red

  • Liebe Leserin, lieber Leser,

    es könnte alles so einfach sein: In einer idealen Welt gibt es keine Diskussion über das Für und Wider einer Maskenpflicht. Die Menschen erkennen die Notwendigkeit, sich und andere damit zu schützen.

    Neue Gangart
    Aber das wäre wie gesagt zu einfach. Die Entscheidungsträger in Deutschland tun sich schwer. Statt vorausschauend zu handeln, wurde erst nachdem die Infektionszahlen wieder angestiegen sind mit einer verschärften Gangart reagiert. Nordrhein-Westfalen kündigte als erstes Bundesland an, Maskenmuffel im öffentlichen Nahverkehr mit 150 Euro zur Kasse zu bitten. Andere, darunter Niedersachsen und Schleswig-Holstein, zogen nach.

    Für Diskussionsstoff sorgt die Maske auch in den Klassenzimmern der Republik. Bei der Frage wer, wo und wie lang den Mund-Nasen-Schutz tragen soll, herrscht kein Konsens unter den 16 Ländern.

    Glaubensfrage
    Die Maske wird zur Glaubensfrage, schreibt Dirk Kurbjuweit im Spiegel-Newsletter „Die Lage am Morgen“: „Es spricht viel dafür, dass die Masken wirken. Der Rest ist dann Glaube, und so war es ja immer. Je weniger die Menschen wussten, desto mehr verließen sie sich auf ihren Glauben. Eine gewisse Einheitlichkeit der Verkündigung würde aber helfen.“

    Verantwortung
    Keine Frage des Glaubens sieht Maly Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, hingegen im Verhalten einzelner, die in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierten. Im Interview mit der „Allgemeinen Zeitung Mainz“ sagt sie: „Es geht nicht nur um die relativ egoistische Frage, ob ich mich selbst dem Risiko aussetze, sondern darum, dass das eigene Verhalten die ganze Gesellschaft betrifft.“

    Die Maske wird zur Selbstverständlichkeit im Kampf gegen Covid-19. Für die meisten gehört sie längst zum täglichen Leben dazu.

    Selbstverständlichkeit
    Wie ich kürzlich bei einem unserer Freunde beobachten konnte. Wir saßen auf unserer Terrasse. Die Zeit war fortgeschritten, und er wollte gehen. Noch im Gespräch erhebt er sich und setzt wie selbstverständlich seine Maske auf. Keiner der Anwesenden verlor ein Wort darüber. Wir leben schließlich in besonderen Zeiten. Plaudernd gehen wir durchs Wohnzimmer in Richtung Haustür. Plötzlich fällt ihm auf, dass er Maske trägt. Amüsiert nimmt er sie ab und verabschiedet sich.

    Wenn alles so einfach wäre.

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

    Ihre
    Kerstin Kopp
    Redaktion DTZ

  • Gemischte Bilanz bei Presse-Erzeugnissen

    BERLIN // Die Corona-Pandemie hat für die Gesamtauflagen der einzelnen Print-Gattungen am deutschen Pressemarkt unterschiedliche Folgen. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) meldete die aktuellen Zahlen der Auflagenerhebung. Verlierer sind die Zeitungen und Zeitschriften, die ein größeres Maß ihrer Einzelverkäufe über den Bahnhofs- und Flughafenhandel erzielten – diese Verkaufsstellen waren während des Lockdowns wenig frequentiert oder geschlossen.

    Gestiegene Gesamtverkäufe
    Für die Zeitungen sind bei den wöchentlich erscheinenden Titeln gestiegene Gesamtverkäufe zu verbuchen. Bei der Tagespresse werden die Verluste im Einzelverkauf und bei den Bordexemplaren durch eine weitgehend stabile Abo-Auflage abgefedert. Hingegen führen die Corona-bedingten Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens – die Schließung des Einzelhandels und dienstleistenden Gewerbes, die Einschränkungen der Mobilität zu Beginn der Haupturlaubszeit – bei den Publikumszeitschriften im Einzelverkauf, Lesezirkel-Vertrieb sowie im Absatz von Bordexemplaren zu deutlich gesunkenen Verkäufen. Gleiches gilt für den Einzelverkauf der Fachpresse und den Absatz von Kundenzeitschriften zur Weitergabe an Kunden des Einzelhandels. Von den insgesamt 5692 von der IVW erhobenen Auflagenmeldungen wurden von den Verlagen zu 490 Meldungen Pandemie bedingt keine Zahlen übermittelt, was mit Blick auf die Rückgänge in den Gesamtauflagen der einzelnen Mediengattungen zu berücksichtigen ist.

    Tageszeitungen
    Die Tageszeitungen einschließlich der Sonntagsausgaben und Sonntagszeitungen verkauften im zweiten Quartal des laufenden Jahres durchschnittlich pro Erscheinungstag knapp 14,1 Millionen Exemplare und damit 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr (2 / 2019: 15,2 Millionen Stück); gegenüber dem Vorquartal liegt der aktuelle Rückgang bei minus 3,28 Prozent (1 / 2020: 14,6 Millionen Stück). Weiter positiv entwickeln sich die Auflagenanteile digitaler Ausgaben. Die Anzahl als ePaper abgesetzter Tageszeitungsexemplare stieg im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um rund ein Fünftel auf 1,8 Millionen Exemplare (2 / 2019: 1,5 Millionen verkaufte elektronische Ausgaben). Die verkaufte Auflage der „Bild“ sank laut Angaben von meedia (inklusive der „B.Z.“) auf etwa 1,2 Exemplare – ein Minus von 17,4 Prozent.

    Einbruch des Flugverkehrs belastet Auflage
    Auch Titel mit einem hohen Anteil an Bordexemplaren verloren laut dem Pressedienst „Meedia“ durch den völligen Einbruch des Flugverkehrs erhebliche Teile ihrer Auflage – so sank die verkaufte Auflage des Handelsblatts trotz einer stabilen Abo-Auflage um rund zehn Prozent, weil die Zahl der Bordexemplare von rund 25 000 Exemplaren praktisch auf Null fiel – laut IVW waren es im zweiten Quartal exakt neun Exemplare. Unter dem Strich lag die verkaufte Auflage der Wirtschaftszeitung bei 120 000 Exemplaren (minus 10,3 Prozent).

    Verluste bei überregionalen Tageszeitungen
    Ähnlich ging es der „Süddeutschen Zeitung“: Hier blieben von ebenfalls über 25.000 Exemplaren nur noch rund 2200 Stück übrig – in der Folge sank trotz weitgehend stabiler Abos die verkaufte Auflage um knapp neun Prozent auf knapp 308.000 Exemplare.

    Die größten Verluste bei den überregionalen Tageszeitungen verzeichnet die „Welt“, deren Auflage um 43 Prozent auf unter 68.100 gesunken ist. Die Auflage der „Welt am Sonntag“ sinkt um rund 36.000 Exemplare auf 348.000 Exemplare. Die Auflage der „Bild am Sonntag“ geht um elf Prozent auf zirka 712.400 Exemplare zurück, die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ verzeichnet ein Minus von 19,4 Prozent auf 190.600 Exemplare – Hauptgrund ist auch hier die zusammengebrochene Auflage (91 Prozent).

    Wochenzeitungen
    Nach einem Auflagenminus zu Jahresbeginn verzeichnen die Wochenzeitungen im zurückliegenden Quartal einen merklichen Anstieg ihrer Gesamtverkäufe. Mit rund 1,6 Millionen abgesetzten Exemplaren steigern die wöchentlich erscheinenden Zeitungen ihre verkaufte Auflage im direkten Jahresvergleich um rund 2,2 Prozent (2/2019: rund 1,6 Millionen Stück). Gegenüber dem Vorquartal legen die aktuell ermittelten Verkäufe um ein Prozent zu (1/2020: rund 1,6 Millionen Exemplare). Dabei wird das Auflagenplus der Wochenzeitschriften hauptsächlich durch einen gestiegenen Absatz ihrer ePaper-Ausgaben erzielt, der im Jahresvergleich bei den Abonnements um rund 37 Prozent zulegt.

    Publikumszeitschriften
    Im zweiten Quartal 2020 liegt die verkaufte Auflage der Publikumspresse mit rund 58,7 Millionen Exemplaren um knapp 28 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahrs (2/2019: 81,5 Millionen Stück). Gegenüber dem Vorquartal (1/2020: 64,2 Millionen abgesetzte Exemplare) sind die Verluste deutlich schwächer; hier betragen die Einbußen minus 8,5 Prozent. Hintergrund des im Jahresvergleich deutlich stärkeren Rückgangs der Gesamtverkäufe ist die vertriebliche Neuausrichtung der ADAC-Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“, die im vierten Quartal 2019 noch mit zuletzt 13,6 Millionen Exemplaren bei den abonnierten Mitgliederstücken zur verkauften Gesamtauflage der Publikumspresse beitrug. Die weiteren Rückgängen gehen zulasten der von Corona besonders beeinträchtigten Vertriebskanäle Einzelverkauf (minus 11,7 Prozent), Lesezirkel (minus 23,3 Prozent) und – aufgrund des fast zum vollständigen Erliegen gekommenen Flugverkehrs – der Exemplare mit einem Minus von rund 79 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis.

    Corona schlägt beim „Stern“ zu: Wegen einbrechender Einzel- (minus 85 Prozent), Lesezirkel- (minus 30 Prozent) und sonstiger Verkäufe (minus 51 Prozent) sowie eines 6,7-Prozent-Minus im Einzelverkauf kommt das „G+J“-Magazin nur noch auf knapp 378.000 Gesamtverkäufe, das sind 18,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

    Die Zeitschrift „Bunte“ verliert 20,3 Prozent an verkaufter Auflage, alle besagten Sparten liegen stark im Minus, die Abos nur leicht (4,3 Prozent). Nur wenig besser sind die Zahlen bei Funkes „Bild der Frau“, die in allen Sparten und insgesamt 10,7 Prozent ihrer Verkäufe verliert. Im hochauflagigen Segment der Programmzeitschriften dagegen wütet Corona weniger. „TV 14“ von Bauer zum Beispiel, einer der größten Titel hier, bleibt bei seinen Verlusten auf dem Niveau früherer Quartale und kommt auf 1,8 Millionen Hefte (minus 5,7 Prozent).

    pi /kh

  • Schlüsselrolle als Einfuhrland

    GRÄFELFING // Im vergangenen Jahr hat der Zoll rund 60 Millionen Zigaretten beschlagnahmt, die illegal nach Deutschland eingeführt werden sollten. Im Vergleich zu den Vorjahren (2018: 62 Millionen Stück und 2017: 77 Millionen Stück) entspricht dies einem Rückgang von insgesamt knapp 22 Prozent. Ein Erfolg für den Fiskus. Doch der Schein trügt.

    Eine unabhängige KPMG-Studie, die von Philip Morris International (PMI) in Auftrag gegeben wurde, zeigt: „Der Kauf ausländischer und illegaler Ware trägt zu erheblichen Steuerverlusten für den deutschen Fiskus bei“, erklärt Markus Schütz, Manager Illicit Trade Prevention Germany bei der Philip Morris GmbH in Gräfelfing bei München.

    Legale und illegale Einfuhr
    Von über 85 Milliarden 2019 in Deutschland konsumierten Zigaretten, stammen demnach knapp 15 Milliarden Stück aus dem Ausland. Aus den Studienergebnissen geht weiterhin hervor, dass alleine aus Polen und Tschechien im vergangenen Jahr über neun Milliarden Zigaretten nach Deutschland kamen. Hierbei handelt es sich nicht nur um die Einfuhr legaler Freimengen, sondern auch um gefälschte und unversteuerte Zigaretten. Rund 3,5 Milliarden Zigaretten, knapp ein Viertel aller Grenzverkäufe, stuft die Studie als „Counterfeit and Contraband“-Produkte ein – also Produkte, die illegal eingeführt wurden oder gefälscht sind. Den größten Anteil bilden hierbei die geschmuggelten Zigaretten.

    Transfer in Nachbarländer
    Nicht alle eingeführten Zigaretten sind dabei allein für Deutschland bestimmt: Viele wurden in umliegende Länder mit höheren Zigarettenpreisen, beispielsweise in das Vereinigte Königreich, weitertransportiert.

    Auch wenn die allgemein rückläufigen Zahlen des innerdeutschen Zigarettenkonsums (etwa zwei Milliarden weniger Zigaretten als 2018) als positiv einzustufen sind, so gibt der anhaltend hohe Konsum nicht-deutscher und oft unversteuerter und gefälschter Produkte Anlass zur Sorge. Neben dem enormen Verlust an Steuereinnahmen stellen vor allem Fälschungen eine Gefahr für die Raucher dar, da sie zumeist nicht die europäischen Qualitätsstandards erfüllen. Außerhalb der offiziellen Lieferketten hergestellte und vertriebene Tabakwaren unterliegen keinerlei Kontrolle und Regulierungen wie Warnhinweisen. So untergräbt dieser illegale Handel die Bemühungen, etwa über die Gesundheitsgefahren aufzuklären und so den Anteil der Raucher zu reduzieren.

    Zusammenarbeit mit Behörden
    Philip Morris Deutschland arbeitet eigenen Angaben zufolge seit vielen Jahren mit den lokalen und bundesweiten Strafverfolgungs- und Zollbehörden zusammen, um den illegalen Tabakhandel in Deutschland und Europa zu bekämpfen.

    Hierbei wurde die Erfahrung gemacht, dass vor allem Weiterbildungsmaßnahmen zur Erkennung gefälschter Waren sowie eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden wichtige Erfolgsfaktoren für die Bekämpfung des illegalen Tabakhandels sind.

    pi

  • HDE macht sich stark für Innenstadtfonds

    BERLIN // Angesichts vielerorts verödender Innenstädte fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Einrichtung eines Innenstadtfonds, um die Stadtzentren zu unterstützen.

    Die Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro sollten genutzt werden, um die aktuelle Lage der Innenstädte zu analysieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Niedergang vieler Zentren aufzuhalten.

    Die finanziellen Mittel sollen auf drei Sonderfonds aufgeteilt werden. Einmal, um Einzelhandelskonzepten zu aktualisieren und zu standardisieren von, außerdem zur Analyse der Leerstandssituation und für eine aktive Ansiedlungspolitik, die den Branchenmix in den Stadtzentren attraktiv gestalten soll. red

  • Neuer DB-Servicestore eröffnet

    FRANKFURT/ODER // Im Bahnhof Frankfurt/Oder hat jetzt ein neuer Servicestore der Deutschen Bahn (DB) eröffnet.

    Auf der modern eingerichteten Fläche von rund 100 Quadratmetern präsentiert das Convenience Store-Konzept der DB ein breites Angebot für die Reise und den täglichen Bedarf. Neben frischen Backwaren, warmen Snacks und Heißgetränken werden auch Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften, Süßwaren und gekühlte Getränke den täglich rund 12.000 Besuchern des Bahnhofs angeboten. red

  • Dickes Minus nach dem Kassensturz

    KÖLN // Rund 4,4 Milliarden Euro entgingen 2019 dem Handel durch Diebstähle und organisationsbedingte Verluste, etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie „Inventurdifferenzen im deutschen Handel 2020“ hervor.

    Dabei entfallen gut 3,7 Milliarden auf Diebstahlsdelikte. Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro werden durch Kunden gestohlen, 950 Millionen werden von eigenen Mitarbeitern entwendet und 360 Millionen Verlust gehen auf Diebstähle durch Lieferanten und Servicekräfte zurück.

    Etwa 660 Millionen Euro Schaden entstehen durch organisatorische Mängel, zum Beispiel durch falsche Preisauszeichnung. Dem Staat entsteht mit dem Diebstahl ein volkswirtschaftlicher Schaden von 510 Millionen Euro im Jahr durch die Mehrwertsteuer Ausfälle.

    Die 4,4 Milliarden Euro hat das EHI branchengewichtet für den gesamten deutschen Einzelhandel hochgerechnet. red

  • Medienkonsum von Kindern

    HAMBURG / BERLIN // Junge Menschen lesen gerne Gedrucktes. Zu diesem Ergebnis kommt der „Kinder Medien Monitor 2020", der das Mediennutzungsverhalten vier- bis 13-jähriger Jungen und Mädchen untersucht.

    Laut der Studie lassen sich vier Mediennutzungstypen ausmachen:
    [bul]Die „Multis“ (19 Prozent): Sie sind ständig auf sämtlichen Medienplattformen und -kanälen unterwegs.
    [bul]Die „Klassischen“ (45 Prozent): Ihr Fokus beim Medienkonsum liegt auf dem laufenden Fernseh- und Radioprogramm, gelesen wird fast ausschließlich von Papier.
    [bul]Die „Zurückhaltenden“ (22 Prozent): Fernsehen und Zeitschriften sind in dieser Gruppe die Medien der Wahl, insgesamt ist die Nutzung allerdings weit unterdurchschnittlich.
    [bul]Die „Streamer“ (14 Prozent): Ihr Leben spielt sich vorwiegend in Internet-basierten Inhalten und Videos ab.

    Gelesen wird über alle Altersgruppen hinweg klassisch: 73 Prozent der Vier- bis 13-Jährigen lesen mindestens mehrmals pro Woche Bücher, Zeitschriften, Magazine oder Comics von Papier. Die in der Studie ausgewiesenen Magazine erreichen insgesamt 4,4 Millionen Kinder und mindestens auch 5,6 Millionen Elternteile.

    Der „Kinder Medien Monitor 2020" ist eine neue Studie, mit der die Verlage Egmont Ehapa, Gruner + Jahr, Panini, Spiegel und Zeit den Medienkonsum von Kindern – über alle Kanäle hinweg – erforschen. Die Untersuchung repräsentiert knapp 7,4 Millionen Kinder in Deutschland im Alter von vier bis 13 Jahren. Die Studie bietet zudem Einblicke in das Kommunikationsverhalten und das Markenbewusstsein der Kinder und beleuchtet die Medienakzeptanz der Eltern. red

  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    schön, dass Sie auch diesen Newsletter lesen. Mittlerweile sind wir wieder zum gewohnten Rhythmus zurückgekehrt. Sie erhalten unsere Informationen jeden Freitag bis 12 Uhr.

    Wir werden ja mit Studien derzeit förmlich überschwemmt. Ein Papier der Universität Osnabrück zeichnet da ein erfreuliches Bild von der gesellschaftlichen Stimmung im Land. Rund 41 Prozent der Befragten stellen demnach fest, die Gesellschaft sei solidarischer geworden. Fast so hoch ist der Anteil derer, die meinen, der Gemeinsinn sei gestärkt worden. Um die 60 Prozent sagen, man sei wieder stärker mit der Natur verbunden und man gehe achtsamer mit dem Leben um. Und über 65 Prozent geben an, man schenke den kleinen Dingen im Leben wieder mehr Aufmerksamkeit. Wenn dazu auch gelegentlich eine gute Zigarre oder eine leckere Pfeife gehören, dann soll es dem Fachhandel recht sein.

    Erfreulich sind auch Zahlen des ifo-Instituts. Demnach geht es mit der Konjunktur in Deutschland unerwartet zügig wieder bergauf. Die sogenannte Konjunktur-Uhr der Wirtschaftsforscher steht erstmals seit Ende 2019 wieder auf „Aufschwung“. Nur Lars Feld, der Chef der Wirtschaftsweisen, tritt ein wenig auf die Euphoriebremse: „Wie die Erholung weitergehen wird, hängt maßgeblich vom Infektionsgeschehen ab.“

    Lassen Sie uns deshalb noch einmal einen Blick auf diese Zahlen werfen – schließlich hat Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), gerade erst gewarnt, wir befänden uns in einer sich rasant entwickelnden Pandemie.“ Zuletzt waren es 684 Neuinfizierte an einem Tag. Das klingt relativ viel. Ich habe mir einige Daten des RKI angesehen und für die vergangenen vier Wochen das Verhältnis zwischen positiven Testergebnissen und der Zahl der durchgeführten Tests ausgerechnet. Das lag vor vier Wochen bei 0,6 Prozent, dann bei 0,5, bei 0,6 und in der zurückliegenden Woche (jeweils von Mittwoch bis Dienstag) bei knapp 0,7 Prozent. Wenn man weiß, dass – abhängig von verschiedenen Faktoren, etwa 0,5 bis 1,0 Prozent der Getesteten „falsch positiv“ sind, dann kommt man zumindest über die Wortwahl von Wieler ins Grübeln. Sie meinen, ich sei nun doch unter die Corona-Leugner gegangen? Nein, suchen Sie auf YouTube doch einfach einmal nach „Spahn ARD Positive“. Dann stoßen Sie auf ein kurzes Video (48 Sekunden vom 16. Juni), in dem unser Bundesgesundheitsminister genau das erläutert. Zusammengefasst: „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht durch zu umfangreiches Testen zu viele falsch Positive haben, weil die Tests ja nicht 100 Prozent genau sind.“ So wird die Pandemie endlos dauern …

    Zum Schluss noch eine Information in eigener Sache: In den kommenden zwei Wochen lesen Sie an dieser Stelle Beiträge von meiner Kollegin Kerstin Kopp.

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
    Herzlich, Marc Reisner,
    Chefredakteur DTZ