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  • Immer mehr Dampfer

    LONDON // Der weltweite Markt für Tabakwaren hatte 2017 ein Volumen von 6,5 Billionen US-Dollar (gut 5,4 Billionen Euro). Das hat das Marktforschungsinstitut GlobalData errechnet. Größter Markt: China. Dort wurden 2,4 Billionen Zigaretten verkauft.

    Allerdings, so die Briten, sei nun ein Wendepunkt erreicht. Zum Jahresende 2017 hätten bereits 18 Prozent aller Raucher E-Zigaretten konsumiert. Mehr als die Hälfte der Dampfer gaben an, sie würden aus gesundheitlichen Gründen wechseln. Viele Umsteiger sagten zudem, die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Aromen hätte sie zum Wechsel bewegt. An dritter Stelle der Gründe für den Ausstieg aus der klassischen Zigarette kamen mit 14 Prozent die Kosten. Besonders stark ist die E-Zigarette demnach im asiatisch-pazifischen Raum vertreten.

    max

    (DTZ 16/18)

  • „Wir brauchen Planbarkeit“

    HAMBURG // Ein sonniger Frühlingstag. Die Jalousien des Konferenzraums im Reemtsma-Gebäude in Hamburg-Bahrenfeld sind ein gutes Stück hinuntergelassen. Draußen zwitschern die Vögel. Eigentlich sollte neben Stefanie Birtel, Market Managerin Germany, auch David O’Neill hier sitzen, der Head of Next Generation Products. Doch der Brite musste kurzfristig wegen eines wichtigen Termins rund um den Launch der neuen E-Zigarette MyBlu absagen.

    Frau Birtel, was bewegt Sie bei Reemtsma derzeit besonders?
    Stefanie Birtel: Ich würde mich sehr freuen, wenn wir besseres Wetter hätten.


    Nanu, der Himmel ist strahlend blau.

    Birtel: Aber im März war das Wetter unglaublich schlecht.


    Stimmt, ungefähr ein Grad kälter als das langjährige Mittel, dabei verbreitet nass und windig.

    Birtel: Genau, das merken wir natürlich und das spielt uns der Handel auch zurück. Dazu kamen die vielen Grippefälle. Das merkt die gesamte Branche an den Absätzen. Wir hatten selten so einen schlechten März wie 2018. Jetzt hoffe ich auf einen sehr guten Sommer. Nach einer Bauernregel könnte es heiß werden.

    Auch die Fußball-WM spielt Ihnen in die Karten.
    Birtel: Das kann man so sagen: Dann sind wieder viele Leute unterwegs, es gibt Public Viewings – und es wird sicher wieder ordentlich geraucht …

    Das macht sich so deutlich bemerkbar?
    Birtel: Ja. Vor vier Jahren war das Wetter auch extrem gut. Und wenn dann die Kneipen auf den Straßen Bildschirme aufbauen, verkauft die Branche mehr Zigaretten. Schon der Auftakt zur Grillsaison hilft uns. Aber Großereignisse sind natürlich noch besser.


    Was wird die Branche in den kommenden Monaten noch bewegen?

    Birtel: Die – leider – ungebremste Nachfrage nach Großformaten.

    Sie sagen „leider“?
    Birtel: Schauen Sie mal, wie wenig Regalplatz die Händler zum Teil haben. Natürlich fragen die sich, wo sie die immer größeren Formate hinstellen sollen. Und das gilt auch für die großen Zigarettenformate, die es mittlerweile gibt. Da merkt man: Das wird ganz schön eng. Allerdings: Der Konsument fragt diese Großformate nach. Man kann sagen: Großformate werden auch im laufenden Jahr weiter im Trend liegen.


    Setzen Sie auf Eimer oder auf eckige Boxen?

    Birtel: Eckig! Die sind leichter stapelbar und einfacher zu gestalten. Außerdem haben wir festgestellt, dass die Konsumenten in den Dosen einen Zweitnutzen sehen. Das sind hervorragende Behälter etwa für Handwerkerbedarf wie Schrauben und Nägel.

    Wie halten die Konsumenten den Tabak frisch?
    Birtel: Eine spannende Frage. Durch unsere Click-Deckel haben die Konsumenten eher ein Gefühl der Frische als bei anderen OTP-Produkten. Und aus der Marktforschung wissen wir, dass die Konsumenten ihre eigenen Tricks entwickeln, indem sie Brot mit in die Packung tun, Apfelschalen oder kleine Tonkügelchen, die die Feuchtigkeit speichern.


    Ich vermute, es gibt ein weiteres großes Thema?

    Birtel: Sie spielen auf Track & Trace an. Da freue ich mich, wenn wir endlich etwas mehr Klarheit für die Umsetzung im Markt bekommen. Immerhin betrifft das Verfahren die gesamte Wertschöpfungskette – und eben nicht nur die Industrie. Heute wissen wir immer noch nicht, was die Umsetzung letztlich für Konsequenzen haben wird. Da sehe ich zurzeit vor allem ein paar Fragezeichen.

    Haben Sie trotzdem schon Möglichkeiten, sich darauf vorzubereiten?
    Birtel: Viel können wir nicht machen, weil so vieles noch unklar ist. Wir können uns auf die schmaleren Steuerzeichen vorbereiten, die uns – wie andere Hersteller auch – vor Herausforderungen in der Produktion und in der Umsetzung stellen. Auf manchen Packungsformaten wird es schwierig, diese Zeichen aufzubringen. Grundsätzlich brauchen wir und der Handel schnell Planbarkeit und wir versuchen – insbesondere über die Arbeit im Verband …

    Also den Deutschen Zigarettenverband.
    Birtel: … manche Vorhaben für uns und den Handel einfacher zu gestalten.

    Zum Beispiel?
    Birtel: Zum Beispiel die Frage, wie unter dem erheblichen Zeitdruck bis Mai 2019 alle Prozess-Anforderungen an Track & Trace zwischen Handel und Industrie erfüllt werden können.

    Also, da gibt es noch Einiges zu tun.
    Birtel: Und wir müssen ja auch noch unseren Außendienst vorbereiten, damit die Kollegen dort den Handel informieren und unterstützen können.

    Der Außendienst hat derzeit auch viel zu tun, weil Sie ein neues Produkt in den Markt bringen.
    Birtel: Ja, unsere E-Zigarette. Richtig, wir stecken mitten im Launch. Deswegen kann David O’Neill bei diesem Gespräch leider nicht dabei sein. Aber wir befinden uns da in einer sehr spannenden Phase mit einem Produkt, das für Reemtsma sehr wichtig ist. Obwohl wir unser Geld noch ganz klassisch mit Tabakprodukten verdienen. Und wir werden das auch in den nächsten Jahren noch tun.

    Das sehen Wettbewerber anders …
    Birtel: Die Marktrealität zeigt, dass 97 Prozent des Tabakmarktes noch immer klassischer Tabak sind. In Deutschland darf – wenn man die Situation international vergleicht – an ziemlich vielen Orten noch geraucht werden. Der soziale Druck ist hier noch längst nicht so groß. Obwohl die Lage also vergleichsweise entspannt ist, werden tabakfreie Alternativen, E-Zigaretten, immer wichtiger. Und ich freue mich, dass wir mit MyBlu ein überzeugendes Produkt am Start haben.

    Und dabei geht es um einen bundesweiten Roll-out?
    Birtel: Wir beginnen mit Großstädten wie Hamburg, München, Berlin … Dort sammeln wir erste Erfahrungen, stellen fest, wie das Produkt beim Handel und natürlich beim Konsumenten ankommt. Wir haben da ganz unterschiedliche Konzepte, die vom Web-Shop über Pop-up-Stores bis zum klassischen Handel reichen. Das ist ganz anders als im klassischen Business und damit auch für uns neu. Aber unser Ziel ist es natürlich, MyBlu bis zum Jahresende flächendeckend zu vertreiben.

    Die ersten Feedbacks?
    Birtel: Sind sehr positiv. Blu ist in den USA die zweitgrößte E-Zigarettenmarke und jetzt hier erhältlich. Sowohl Groß- als auch Einzelhandel sind sehr interessiert und wollen loslegen. Das freut mich besonders, denn eines ist klar: Auf unseren Produkten steht überall Reemtsma, wir sind ein Unternehmen.


    Und Sie selbst?

    Birtel: Ich bin keine Dampferin, habe aber selbstverständlich die Produkte probiert. Und ich muss sagen: Einige Geschmacksrichtungen haben mich wirklich überzeugt. Daher habe ich – obwohl leidenschaftliche Raucherin – zu Hause und im Büro jetzt auch immer eine MyBlu in Reichweite.


    Wird die E-Zigarette irgendwann der klassischen Zigarette den Rang ablaufen?

    Birtel: Wenn ich mir die Rauchhistorie ansehe, komme ich zu dem Schluss: Es wird immer geraucht werden. Tabak ist ein Kulturprodukt seit mehr als 500 Jahren. Aber heute wird anders geraucht, bewusster und vielleicht auch weniger. Da werden tabakfreie Alternativen wie die E-Zigarette natürlich immer wichtiger. E-Zigaretten machen heute zwei Prozent des Marktes aus – und das wird mehr werden. Aber die klassische Zigarette wird noch sehr lange eine Rolle spielen.

    Ein ganz anderes Thema: Viele Händler sind verunsichert, wenn es um das Thema „Produktkarten“ geht. Wie gehen Sie damit um?
    Birtel: Es gibt ja ein aktuelles Urteil des Landgerichts Berlin, demzufolge die Warnhinweise der Packungen am POS durch Produktkarten verdeckt werden dürfen. Das war schon immer auch unsere Auffassung. Daher stellen wir diese Karten weiter her und sie sind bei uns abrufbar. Das haben wir auch die ganze Zeit über so gehalten.

    Dem Handel helfen die Karten?
    Birtel: Ja, zum einen sind sie eine gute Orientierungshilfe. Nehmen wir das Plain-Packaging-Land Großbritannien: Dort herrscht große Verunsicherung bei den Händlern und bei den Konsumenten. Ich habe in meiner Zeit dort mehrfach beobachtet, dass die Kunden das Geschäft mit völlig anderen Produkten verlassen haben, als sie eigentlich erwerben wollten. Man sieht es einfach nicht, wenn man es in die Hand gedrückt bekommt. Und andererseits sieht das Regal dadurch natürlich attraktiver aus als mit den Schockbildern. Also: Es gibt sie nach wie vor, und ich finde sie gut.

    Ist die Nachfrage groß?
    Birtel: Sie hat etwas abgenommen, weil viele Händler sie ja bereits nutzen. Aber: Wir werden jetzt mit den neuen Preisen auch aktualisierte Karten anbieten.

    Was bieten Sie dem Handel noch an Unterstützung?
    Birtel: Wie Sie wissen, betreiben wir zwei Händler-Portale, nämlich einmal das Business-Team mit 900 bis 950 Nutzern, sowie meinreemtsma.de, das wir gerade überarbeiten. Dort geben wir dem Handel Informationen dazu, was gerade rund um alle Branchenthemen geschieht oder welche politischen Entwicklungen unsere Branche betreffen, aber auch Markttrends, praktische Tipps oder einen Feiertagskalender. Und natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen.

    Und Sie sind stolz auf die Beratung, die Ihr Außendienst leistet.
    Birtel: Ja, wir haben drei Funktionsgruppen im Außendienst – für den Lebensmitteleinzelhandel, für Tankstellen und den Fachhandel und eine dritte für den freien Bereich. Das werden wir auch in Zukunft so handhaben. Und damit bieten wir eine hohe Beratungsqualität – diesen Mehrwert spürt der Handel, der das als partnerschaftliche Beratung auf Augenhöhe versteht. Unser Außendienst ist schon sehr gut – nicht nur innerhalb der Industrie, sondern generell.

    max

    Lesen Sie das vollständige Interview in der Printausgabe DTZ 15/18.

  • Kontroverse E-Zigarettenstudie wirft Fragen auf

    BERLIN // Anfang April wurde im Ärzteblatt eine Studie mit Belegen dafür, dass E-Zigaretten für Jugendliche der Einstieg zu Tabakzigaretten sein können, veröffentlicht. Obwohl diese selbst durch die Autoren eingeschränkt werden und leicht zu widerlegen sind, erwartet das Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG), dass die Ergebnisse in den Medien fortlaufend aufgegriffen und zugespitzt werden.

    Grund dafür ist, dass die Studie vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefördert wurde und damit einen prominenten Absender hat.

    Sollte der Handel mit der Berichterstattung zur Studie, ob im Kundenkontakt, durch Medien oder im Bekanntenkreis, konfrontiert werdet, hat der BfTG ein Papier mit Hintergrundinformationen zusammengestellt:
    [linkn|http://www.tabakfreiergenuss.org/wp-content/uploads/2018/04/BfTG-Argumentationspapier.pdf]BfTG-Argumentationspapier[/link]

    (DTZ 14/18)

  • Knapp 600.000 Österreicher stimmen gegen das Rauchen

    WIEN // Die Initiatoren des „Don't smoke“-Volksbegehrens haben 591.146 Unterstützungserklärungen gesammelt und im Innenministerium abgegeben. Nun wird die eigentliche Eintragungswoche für weitere Unterschriften festgesetzt.

    Mit dieser Unterschriftenzahl übergaben die Initiatoren von der Wiener Ärztekammer und der Österreichischen Krebshilfe am Mittwochvormittag den Einleitungsantrag an das Innenministerium. Dieses hat nun drei Wochen Zeit, die eigentliche Eintragungswoche festzulegen.

    Der Eintragungszeitraum von acht aufeinanderfolgenden Tagen muss so gewählt sein, dass das Volksbegehren frühestens acht Wochen nach der Verlautbarung durch das Innenministerium startet und spätestens sechs Monate danach endet. Die Unterstützungserklärungen zählen zu den dann noch folgenden Unterschriften hinzu. red

    (DTZ 14/2018)

  • FDA überprüft Longfiller

    SILVER SPRING // Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) prüft zurzeit die Zulassungskriterien, die sie für Premiumzigarren festgelegt hat. Ein Schritt, hinter dem Anti-Tabak-Gruppen bereits eine Lockerung der strengen Regulierungen für Longfiller vermuten, berichten US-Medien.

    Demnach fehlt der Behörde ein Leitfaden wie Zigarren reguliert werden sollen. Sie fordert mehr Information zu Definition und Konsum des Produkts an, heißt es. Vor knapp zwei Jahren erweiterte die FDA den Regulierungsrahmen für Tabakprodukte, was dazu führte, das auch Zigarren in das Raster beziehungsweise unter die Aufsicht der FDA fielen. Das wurde vor kurzem von der Behörde jetzt selbst hinterfragt, heißt es. Man wolle verstehen, ob Premiumzigarren ähnlich wie andere Tabakprodukte bewertet werden müssen, erläuterte FDA-Chef Scott Gottlieb.

    Es ist US-Medien zufolge der jüngste Schritt, die Gottlieb in der Sparte Tabak- und Nikotin-Regulierung vorsieht. red

    (DTZ 14/2018)

  • Foodwatch fordert Strafsteuer auf überzuckerte Getränke

    BERLIN // Im Coca-Cola-Report des Verbraucherschutz-Vereins Foodwatch geht es um Gesundheitsrisiken und den Einfluss auf Wissenschaft und Politik. Der Softgetränkehersteller weist die Vorwürfe zurück.

    Rund 60 Prozent der so genannten Erfrischungsgetränke in Deutschland sind nach der Foodwatch-Studie überzuckert, sie enthalten mehr als vier Stücke Würfelzucker pro Viertelliter-Glas. Es gebe ausreichend Belege für einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Zuckergetränken, sagt Huizinga, der für die Verbraucherorganisation den kritischen Bericht zusammengestellt hat. Inzwischen gelte jeder zehnte Jugendliche als fettleibig und sogar jeder vierte Erwachsene.

    Foodwatch verlangt von Coca-Cola und den anderen Produzenten deutlich niedrigere Zuckeranteile in ihren Softdrinks. Damit das wirklich so kommt, müsse die Bundesregierung eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke einführen.

    Hersteller wehrt sich gegen Vorwürfe
    Coca-Cola sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Der US-Konzern bestreitet nicht nur, dass man seine Produkte für eine Zunahme von Fettleibigkeit und Diabetes verantwortlich machen könne. Er wehrt sich auch gegen den Vorwurf, man ziehe sich Kinder und Jugendliche über Fernseh- und Internet-Werbung als Konsumenten heran.

    Schrittweise sei Coca-Cola schon seit Jahren dabei, mit neuen Rezepten weniger Zucker für seine Limonaden zu verwenden, sagt der Manager Patrick Kammerer. Alle klassischen Sorten würden schon lange auch in zuckerfreien Varianten angeboten. red

    (DTZ 14/2018)

  • Alkohlkonsum ist das größte Problem

    BERLIN // In Deutschland wird zu viel Alkohol konsumiert. Nach einer Analyse des neuen Jahrbuchs Sucht konsumiert jeder Bundesbürger ab 15 Jahren im Schnitt 10,7 Liter Reinalkohol pro Jahr konsumiert. Das entspricht einem gefüllten Eimer.

    Die Zahlen beziehen sich auf neue Berechnungen für das Jahr 2015. „Alkohol ist mit Abstand das massivste Problem“, sagte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bei der Vorstellung des Jahrbuchs. Damit hat sich der Verbrauch gegenüber 2013 nicht verändert.

    In diesem Zusammenhang forderte Gaßmann ein Werbeverbot für Alkohol und Zigaretten sowie eine vereinheitlichte höhere Steuer auf alle Alkoholika, bemessen nach Volumen Alkohol. Darüber hinaus verlangte er, dass alle Alkoholika nur an Erwachsene über 18 Jahre verkauft werden. Dass Jugendliche in Deutschland ab 16 Jahre Wein und Bier kaufen dürften, sei „absurd“.

    Der Verbrauch von Zigaretten und von Pfeifentabak ist 2017 in Deutschland leicht um1,1 Prozent gestiegen. Die Zunahme geht laut DHS auf das Konto von Pfeifentabak mit einem Plus 28,7 Prozent. Demgegenüber sank der Feinschnittverbrauch um 3,7 Prozent. Auch der Konsum von Zigarren und Zigarillos ist um 7,4 Prozent zurückgegangen.

    pi

    (DTZ 14/18)

  • Mehr Gegenwind für Branche

    KAPSTADT // Massive Vorwürfe gegen die Zigarettenhersteller haben die Teilnehmer der „World Conference on Tobacco or Health“ in Kapstadt erhoben. Die Industrie erzeuge Armut, verletzte Arbeitnehmerrechte und beute Bauern aus.

    Besonders scharf waren die Attacken gegen Philip Morris. Regierungen, Wissenschaftler, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und private Gesellschaften wurden aufgefordert, jede Zusammenarbeit mit der Philip-Morris-Stiftung für eine rauchfreie Zukunft zu verweigern. Zudem appellierte die Konferenz an die Regierungen, bis 2021 einen Plan zu entwickeln, wie der Verkauf von Tabakwaren gestoppt werden kann.

    Derweil hat die US-Behörde FDA angekündigt, ihre Pläne, den Nikotingehalt in Zigaretten zu begrenzen, nun umzusetzen.

    red

    (DTZ 14/18)

  • Kampf für Menschenrechte

    BERLIN //Der Reemtsma Liberty Award geht dieses Jahr an Michael Obert für seine Reportage „Die Menschenfänger“, die im Magazin der „Süddeutsche Zeitung“ Nr. 23/2017) erschienen ist.

    Mit dem 15 000 Euro dotierten Preis werden seit 2007 herausragende journalistische Arbeiten von Reportern und Korrespondenten deutscher Medien im Ausland, die sich in besonderem Maße um die Freiheit der Presse, der Gesellschaft und damit um die Freiheit jedes Einzelnen verdient machen, ausgezeichnet.

    Die Reportage „Die Menschenfänger“, in der Obert sowohl den Kampf gegen als auch das Geschäft mit Schlepperbanden in Libyen in der Person eines Einzelnen hautnah porträtiert, überzeugte die Jury. „Die Reportage ist ein atemberaubendes Stück Reporter-Journalismus. Michael Oberts Geschichte von einem Brennpunkt der Flüchtlingskrise zeugt nicht nur von großem persönlichen Mut, sie ist zugleich hochaktuell und spannend – fast schon drehbuchartig. Oberts Wahl einer sehr vielschichtigen, ambivalenten Hauptfigur fordert vom Leser eine direkte Auseinandersetzung mit der Sache, die niemanden kalt lassen dürfte. Vor allem darin liegt die journalistische Brillanz dieser Arbeit, die in dieser Form selten zu finden ist,“ betonte Juror Nikolaus Blome im Namen der Wettbewerbs-Jury.

    Der Reemtsma Liberty Award fand 2018 vor dem Hintergrund erschütternder Ereignisse statt, wie der Ermordung von zwei Journalisten in EU-Mitgliedsstaaten in weniger als fünf Monaten: Ján Kuciak in der Slowakei und Daphne Caruana Galizia in Malta. Zudem sitzen rund sechs Wochen nach der Freilassung von Deniz Yücel nach wie vor rund 150 Journalisten und Medienvertreter in der Türkei in Haft.

    Ehrengast Robin Wright
    Große Beachtung fand neben der Preisverleihung das Podiumsgespräch mit dem diesjährigen Ehrengast, der „House of Cards“-Hauptdarstellerin Robin Wright. Gemeinsam mit dem US-Aktivisten John Prendergast und Jury-Mitglied Tita von Hardenberg sprach Wright in Berlin über ihr Engagement für Menschenrechte.

    Robin Wright setzt sich aktiv für die Verteidigung von Menschenrechten vor allem in Afrika ein. So fungiert sie unter anderem als Sprecherin des 2007 von John Prendergast gegründeten „Enough Project“, das für ein Ende von Gewalt und Genozid in afrikanischen Krisengebieten eintritt. In diesem Zusammenhang unterstützte Wright auch die Initiative „Raise Hope for Congo“ des Enough Project im Kampf gegen die Ausbeutung sogenannter Konfliktmineralien für moderne Elektronikgeräte und die damit oft verbundenen Menschenrechtsverletzungen vor Ort. Zudem hat Wright 2014 die Charity-Modemarke „Pour Les Femmes“ gegründet, deren Erlöse in die Förderung gleicher Rechte und Chancen für Frauen im Kongo fließen.

    Günther Jauch führte die 300 Gäste aus Politik, Medien und Kultur durch die zwölfte Verleihung des Reemtsma Liberty Award.

    Zur aktuellen Bedeutung des Journalistenpreises sagte Michael Kaib, Vorstandssprecher von Reemtsma: „2018 scheint der Reemtsma Liberty Award aktueller und relevanter denn je zu sein. Der politische Druck auf Medien wächst in immer mehr Staaten, Journalisten sehen sich immer öfter Anfeindungen ausgesetzt und die gesellschaftliche Funktion und Legitimation freier Medien wird zunehmend in Frage gestellt – auch in Deutschland. Eine freie und selbstbestimmte Gesellschaft ist ohne freie Medien, die nach den handwerklichen und moralischen Grundsätzen eines professionellen Journalismus arbeiten können, jedoch undenkbar. Die freie Welt braucht Qualitätsjournalismus, und deshalb braucht es den Reemtsma Liberty Award.“

    Der Reemtsma Liberty Award ist die erste Auszeichnung in Deutschland, die ausschließlich den engagierten Einsatz deutschsprachiger Korrespondenten im Ausland würdigt.

    red

    (DTZ 14/18)

  • Starker Arbeitsmarkt

    NÜRNBERG // Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2018 um rund 650 000 auf 44,94 Millionen steigen – ein neuer Rekord. Unter den geflüchteten Menschen wird die Erwerbstätigkeit 2018 um rund 100 000 zunehmen.

    Das geht aus der Arbeitsmarktprognose 2018 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Arbeitslosigkeit wird im Jahresdurchschnitt 2018 voraussichtlich bei 2,33 Millionen Personen liegen. Damit wird der IAB-Prognose zufolge der tiefste Stand nach 1990 erreicht.

    Das IAB erwartet in seiner Prognose für das Jahr 2018 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,1 Prozent. 2017 nahm das BIP um 2,2 Prozent zu.

    pi

    (DTZ 14/18)