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  • Fontem schnappt sich von Erl

    BRISTOL / HALL IN TIROL // Als „strategische Partnerschaft, um die internationale Expansion zu beschleunigen“ bezeichnen die niederländischen Fontem Ventures und das Unternehmen von Erl aus Hall in Tirol die Übernahme von gut 50 Prozent der Anteile. Damit setzt sich die erwartete Konsolidierung in der europäischen E-Zigaretten-Branche fort.

    „Der Branchenspezialist Fontem Ventures wurde auf die außerordentlich gute Performance aufmerksam und wird als strategischer Partner fortan die internationale Expansion von von Erl begleiten“, teilen die Österreicher mit. Von Erl war 2014 aus der Innovationsabteilung des Medizintechnik-Unternehmens Sistro hervorgegangen und gehörte bislang der Schweizer Lorea AG, die wiederum durch Christoph Swarovski kontrolliert wird. Von Erl beschäftigt knapp 30 Mitarbeiter und vertreibt E-Zigaretten und Liquids in etwa 3000 Verkaufsstellen in einem Dutzend Ländern. Rund 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf die 2016 vorgestellte „My. Von Erl.“ und die zugehörigen Liquid-Kapseln.

    Fontem ist der Besitzer von „blu“, einer E-Zigarettenmarke in den USA und in Großbritannien. Das Unternehmen ist Teil des Mischkonzerns Imperial Brands, der früher Imperial Tobacco hieß und zu dem auch die deutsche Gesellschaft Reemtsma gehört. Imperial Brands macht mit mehr als 36 000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 25,3 Milliarden Euro. Die 2012 gegründete Fontem hat nach eigenen Angaben mehr als 200 Angestellte; über den Umsatz des Unternehmens ist nichts bekannt.

    Fontem Ventures hatte zuletzt für Aufregung in der Dampfer-Szene gesorgt, weil das Unternehmen andere Hersteller von E-Zigaretten zu Vergleichen gezwungen hatte. Zur Vorgeschichte: 2013 verkaufte der Chinese Hon Lik, der als einer der Erfinder des Verdampfers gilt, seine Patente an Imperial Tobacco. Und im Auftrag des Nachfolgekonzerns Imperial Brands ging deren neue Tochter Fontem gegen die Wettbewerber vor, die E-Zigarette nach dem Vorbild Hon Liks produzierten. Abkommen mit verschiedenen Konkurrenten wie Njoy, Nicoventures oder Spark Industries folgten. Im Klartext: Die Firmen zahlten für das Nutzen der Patente.

    red

    (DTZ 27/17)

  • „Der Zigarrenmarkt ist bereits seit vielen Jahren rückläufig“

    BONN // Die kurzfristige Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie ist für mittelständische Unternehmen kaum zu stemmen gewesen. Eine echte Beeinträchtigung des Absatzes durch TPD 2 sei jedoch nicht festzustellen.

    Das machen Peter Wörmann und Bodo Mehrlein im Interview mit der DTZ deutlich. Wörmann ist Vorsitzender des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ) und Mehrlein der Geschäftsführer.

    DTZ: Das Statistische Bundesamt weist für das vergangene Jahr bei Zigarren und Zigarillos beim Netto-Banderolenbezug ein Plus von 3,2 Prozent auf mehr als drei Milliarden Stück aus. In dieser Menge sind die Ecozigarillos enthalten. Wie groß war der Absatz an klassischen Zigarren und Zigarillos 2016?
    Bodo Mehrlein: Bei der Beurteilung der Versteuerungsstatistik muss man gerade im Segment Zigarren und Zigarillos auf verschiedene Faktoren achten. So ist oft der Vergleich zum Vorjahr in der Aussagekraft nur sehr eingeschränkt. Insgesamt kann man eindeutig einen rückläufigen Trend bei den Versteuerungszahlen ausmachen, der durch die Definitionsänderung, aber auch durch die Einführung der Mindeststeuer erreicht wurde.
    Peter Wörmann: Nach unseren internen Statistiken und Schätzungen gehen wir bei den klassischen Zigarren und Zigarillos von einer Absatzmenge von 1,0 bis 1,1 Milliarden Stück aus.

    DTZ: Wie viel Prozent dieses Absatzes entfallen in etwa auf die Mitglieder des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie?
    Mehrlein: Die Mitglieder des BdZ – hierbei handelt es sich meist um mittelständische Familienunternehmen – decken zirka 80 Prozent des klassischen Marktes ab.

    DTZ: Inwieweit hat sich die Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD 2) auf die Absatzentwicklung ausgewirkt?
    Wörmann: Die kurzfristige Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Absatzmärkten der EU war und ist für mittelständische Unternehmen, wozu auch das meinige zählt, kaum zu stemmen. In nur wenigen Wochen mussten Verpackungen beziehungsweise das Design umgestaltet werden. Vor diesem Hintergrund war es vollkommen natürlich, dass es bei manchen Produkten Lieferengpässe gegeben hat, die wir aber im Lauf der Zeit ausgleichen konnten. Eine echte Beeinträchtigung des Absatzes durch TPD 2 können wir nicht feststellen. Die Rückgänge des Zigarrenmarktes werden eher durch andere Faktoren beeinflusst.
    Mehrlein: Grundsätzlich hat es bei Zigarren und Zigarillos keine gravierenden Veränderungen bei den Warnhinweisen und somit bei dem äußeren Erscheinungsbild gegeben. Der Gesetzgeber hat Zigarren und Zigarillos – die Genussartikel sind, welche meist von Männern gehobenen Alters geraucht werden – von den sogenannten Schockbildern ausgenommen. Da es kein Jugendschutzproblem gibt, und wir von einem Nischenprodukt reden, besteht hier kein Handlungsbedarf. Ein Zusammenhang zwischen Absatz und TPD 2 kann somit nicht hergestellt werden. Außerdem ist der Zigarrenmarkt bereits seit vielen Jahren rückläufig.

    DTZ: Wie ist die Nachfrage nach klassischen Zigarren und Zigarillos im laufenden Jahr?
    Mehrlein: Laut der Versteuerungsstatistik von Destatis ist der Bezug von Banderolen in den ersten vier Monaten auf 878 Millionen Stück gegenüber 1157 Millionen Stück im vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 24,1 Prozent. Für den klassischen Bereich gehen unsere internen Statistiken von einem Rückgang von 1,8 Prozent aus.

    red/da

    Lesen Sie das vollständige Interview sowie die Zigarren-Dokumentation in unserer Printausgabe DTZ 26/17.

  • „Der Kunde ist kein König!“

    FRANKFURT // Wer die Halle 9.1 der Messe besuchte, der blieb vielleicht neugierig auf der Höhe der „Tendence Academy“ stehen, einem kleinen Vortragsareal, auf dem renommierte Fachredner über spannende Themen referierten.

    So auch Jörg Winter, Erfolgs-Coach aus Hamburg; sein Thema lautete: Der Kunde ist Gast – ein neues Rollenverständnis für engagierte Menschen im Verkauf.

    Es klingt fast wie ein Paukenschlag, als der Redner verkündet, „das mit dem Kunde als König“ sei mittlerweile überholt: „In dieser Rolle fühlt er sich nicht wohl. Und Sie als Händler auch nicht. Man begegnet sich heute auf Augenhöhe.“ Und solle seinen Kunden eher als gern gesehenen Gast behandeln und dessen Aufenthalt im Geschäft sowie den Einkauf zum Erlebnis machen. Allein mit Freundlichkeit lasse sich der Umsatz nachweislich um bis zu 20 Prozent steigern, hatte Moderator und Referent Stefan Suchanek in einführenden Worten bereits klargestellt. Wie man dies für das eigene Geschäft umsetzen könne, darum ging es an diesem Mittag.

    Am interessantesten war der Vortrag von Jörg Winter, der die fünf wichtigsten Punkte kurzweilig und anschaulich darstellte. Am wichtigsten sei der Kontakt zum Kunden; wer beachtet werde, fühle sich nicht nur wahr-, sondern vor allem ernst genommen und wertgeschätzt: „Ansehen, lächeln, grüßen. Bringen Sie auch Ihre Kunden zum Lächeln!“ Im Gespräch, das man dem Gegenüber jedoch niemals aufdrängen dürfe, könne man durch gezieltes Fragen die Motivation des Kunden erfahren und ihm dann bei der Entscheidung helfen.

    Doch Vorsicht: Ein Überangebot an Waren irritiere heute eher; was früher ein Qualitätszeichen gewesen sei, könnte heute leicht ins Gegenteil umschlagen: „Bieten Sie einem Kunden höchstens drei Varianten an. Damit helfen Sie ihm tatsächlich.“ Wobei man auch auf die „Handerotik“ achten solle: „Läden mit Schildern, auf denen steht ‚Bitte nichts anfassen‘ können eigentlich gleich zumachen“, ist Winter überzeugt.

    Interessiertes Nachfragen dokumentiere Servicebereitschaft und verstärke die Kundenbindung: „Denken Sie mit und machen Sie den Kunden dabei vielleicht auf andere Produkte aufmerksam – quasi nebenbei.“ Das Einkaufserlebnis werde vor allem durch den „letzten Eindruck“ bestimmt: „Der zählt.“ Neben der Verabschiedung – „Die Begriffe ‚bitte‘, ‚danke‘ und ‚gerne‘ sind keine Fremdworte.“ – gehöre auch der Bezahlvorgang dazu. Dieser dürfe nicht verkompliziert werden: „Wer mit Karte zahlen möchte, dem muss das ermöglicht werden. Hier gilt nicht: Was kostet es? Sondern: Was bringt es dem Kunden?“ Auch in einer langen Schlange sollte stets Blickkontakt gehalten werden.

    Wer diese Punkte verinnerliche und stets überprüfe, wirke automatisch positiver und könne dadurch seinen Umsatz optimieren.


    jgw

    (DTZ 26/17)

  • Raucher-Lounges wieder erlaubt

    DÜSSELDORF // Vor wenigen Tagen haben die nordrhein-westfälischen Parteivorsitzenden von CDU und FDP, Armin Laschet und Christian Lindner, ihren Koalitionsvertrag unterschrieben. Der Text liegt auf den Seiten [link|http://www.cdu-nrw.de]www.cdu-nrw.de [/link] und [link|http://www.fdp.nrw ]www.fdp.nrw[/link] in vollen Länge vor.

    Von den insgesamt 125 Seiten ist insbesondere eine Passage wichtig für die Tabakbranche in Nordrhein-Westfalen. Im Abschnitt „Handel und Tourismus“ des wirtschaftspolitischen Teils heißt es auf Seite 45: „An den Regelungen des Nichtraucherschutzes halten wir fest. Für Einrichtungen, die nach der Verkehrsanschauung gerade dem Zweck des gemeinsamen Konsums bestimmter Tabakrauchwaren dienen, werden wir Ausnahmegenehmigungen in Kombination mit der Erteilung einer Schankgenehmigung durch die Kommunen ermöglichen. Der Betrieb einer solchen Einrichtung als oder in einer Gaststätte bleibt unzulässig.“

    Laut den Mittelständischen Unternehmen der Tabakwirtschaft (MUT) bedeutet das: Reine Tabaklounges werden vom Rauchverbot ausgenommen, auch wenn dort Getränke oder Speisen verabreicht werden. Enger ausgelegt werden zumindest solche Lounges erlaubt, in denen Getränke – auch alkoholische – verzehrt werden dürfen.

    Laut MUT ist es unwahrscheinlich, dass die Behörden noch auf Grund der bisherigen Rechtslage aktiv werden, auch wenn das Gesetz zunächst geändert werden muss.

    Und noch ein wichtiger Aspekt findet sich (auf Seite 33) im Koalitionsvertrag: „Wir führen einen Normenkontrollrat des Landes ein, der die Aufgabe eines ‚Bürokratie-TÜV‘ nach dem Vorbild des Normenkontrollrates des Bundes wahrnimmt. Der ‚Bürokratie-TÜV‘ wird bei Gesetzgebungsverfahren den Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen berechnen und öffentlich machen. Der ‚Bürokratie-TÜV‘ beinhaltet auch eine regelmäßige Evaluierung von Gesetzen.“

    MUT hat bereits angekündigt, das Gespräch mit Mitgliedern des Normenkontrollrats zu suchen, sobald der neue „Gesetzes-TÜV“ eingerichtet ist.

    red

    (DTZ 26/17)

  • „Attraktivität steigern“

    BERLIN // Der Einzelhandel ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland, Ausbildungsberufe wie der Verkäufer oder die Kaufleute im Einzelhandel zählen zu den beliebtesten.

    „Im Einzelhandel arbeiten in Deutschland rund drei Millionen Beschäftigte. Und die Branche baut Jahr für Jahr weiter sozialversicherungspflichtige Stellen auf“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. So waren nach den aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in der Branche zum Stichtag 30. September 2016 gut drei Millionen Arbeitnehmer beschäftigt. Damit hat der Handel 2016 über 31 000 neue Jobs geschaffen. Zudem zeigt die Statistik seit Jahren, dass die Kernausbildungsberufe des Handels beim Nachwuchs am beliebtesten sind. Zahlen des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) zum Stichtag machen deutlich, dass die Kaufleute im Einzelhandel mit deutschlandweit über 25.000 neuen Verträgen Rang 2 und die Verkäufer mit knapp 24 000 den dritten Platz belegten.

    Auch die Bezahlung im Handel stimmt. „Die Branche zahlt gutes Geld für gute Arbeit. Der Durchschnittslohn liegt mehr als 90 Prozent über dem Mindestlohn“, so Genth weiter. Durchschnittlich zahlt die Branche 16,91 Euro pro Stunde.

    Bei den Arbeitszeiten ist der Einzelhandel als Dienstleistungsbranche auf Flexibilität angewiesen. Das führt zu einem hohen Anteil an Teilzeitkräften. Aufgrund des hohen Anteils von Teilzeitbeschäftigten sind naturgemäß die Monatseinkommen geringer als in Branchen mit überwiegend Vollzeitbeschäftigten. Derzeit sind 63 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel in Teilzeit oder als Minijobber tätig. Nur eine Minderheit davon verdient sich auf diese Weise das Haupteinkommen. Hieraus den Schluss zu ziehen, dass die Beschäftigten aufgrund ihrer Tätigkeit im Handel später in der Altersarmut landen, ist allerdings nicht zulässig, denn meist ist in diesen Haushalten zusätzlich ein Vollzeitverdiener vorhanden.

    Für die Zukunft baut Genth auf modernisierte Tarifverträge: „Um die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken, brauchen wir wettbewerbsfähige Tarifverträge. Das stärkt die Tarifbindung und führt den Handel in die digitalisierte Zukunft.“ Die Gewerkschaft Verdi müsse deshalb endlich konstruktiv über die Anpassung der Entgeltstrukturen sprechen. Gefordert sei eine verlässliche Tarifpartnerschaft. Die Schwächung der Tarif-autonomie durch staatliche Einmischung dagegen ist laut Genth der falsche Weg.

    vi

    (DTZ 26/17)

  • Kartonhersteller Zanders kündigt Preiserhöhung an

    BERGISCH GLADBACH // Verpackungshersteller Zanders hat eine Preiserhöhung von vier bis sechs Prozent je nach Produkt angekündigt, die für alle Lieferungen ab dem 1. August 2017 wirksam ist. Der Schritt ist notwendig, um die enormen Preiserhöhungen für Rohstoffe, insbesondere seitens der Chemikalien-Zulieferer, auszugleichen.

    „Als Unternehmen werden wir weiter alle Maßnahmen für Kosteneinsparungen überprüfen, um die höheren Produktionskosten zu kompensieren“sagt Jakob Jonsson, Verkaufsleiter bei Zanders. Das Vertriebs-Team des Unternehmens werde mit allen Kunden in Kontakt treten, um sie über die weiteren Details zu informieren.

    pnf

    (DTZ 25/17)

  • Im Jubiläumsjahr zündet ein Feuerwerk neuer Produkte

    BÜNDE // Der Grundstein für Arnold André wurde am 30. Januar 1817 gelegt. Somit besteht das Unternehmen seit 200 Jahren. DTZ sprach mit Geschäftsführer Rainer Göhner, Marketingleiter Jens Schrader und dem nationalen Vertriebsdirektor Thomas Strickrock über die bewegte Historie des Familienunternehmens, aber auch über aktuelle Entwicklungen und Erwartungen für die Zukunft.

    DTZ: In der Firmengeschichte ist viel passiert. Da gibt es Einiges zu berichten.
    Rainer Göhner: Ein 200 Jahre altes Unternehmen, das ununterbrochen von der Familie geführt wurde und wird, ist eine absolute Ausnahme und ein echtes Highlight. Auf unserer Homepage [link|http://www.arnold-andre.de ]www.arnold-andre.de [/link]bieten wir eine unterhaltsame und genussvolle Zeitreise und beleuchten Woche für Woche unsere Historie – das ganze Jubiläumsjahr über.

    DTZ: Nach der Entscheidung im frühen 19. Jahrhundert, sich auf die Fertigung von Zigarren zu konzentrieren und in der Mitte des selben Jahrhunderts den Standort von Osnabrück nach Bünde zu verlagern, kam der Durchbruch vom regionalen zum nationalen Anbieter in den 1950er- und 1960er-Jahren. Was war dafür ausschlaggebend?

    Göhner: Arnold André konnte 1958 sehr schnell und umfassend Nutzen aus der Aufhebung des 1933 verhängten sogenannten Maschinenverbots in der Zigarrenindustrie ziehen und die Produktion weitgehend auf die maschinelle Fertigung umstellen. Zweiter Erfolgsfaktor war das enorme Wachstum der Marke „Handelsgold“, der ersten national distribuierten Zigarrenmarke in Deutschland überhaupt, die noch heute mit den vielfältigen Aromen der „Handelsgold Sweet Cigarillos“ ein Renner bei den Verbrauchern ist.

    DTZ: Was waren die weiteren Höhepunkte in der Firmengeschichte?
    Jens Schrader: 1973 wurde die Marke „Clubmaster“ lanciert. Diese Zigarilloserie traf auf Anhieb den Nerv der Zeit. Bis heute ist sie der genussvolle Ausdruck eines urbanen Lebensstils und gehört zu den absatzstärksten Zigarillomarken im In- und Ausland.
    Thomas Strickrock: Außerdem hat sich Arnold André in den vergangenen Jahren in jeder Beziehung deutlich internationaler aufgestellt. So werden mittlerweile weit über die Hälfte der in Königslutter produzierten Zigarren und Zigarillos ins Ausland exportiert – Tendenz steigend. Dies ging einher mit der Gründung eigener Vertriebsgesellschaften in Frankreich im Jahr 2006 und Portugal 2011, den mit Deutschland für Arnold André wichtigsten europäischen Märkten.
    Göhner: Die Gründung von Arnold André Dominicana S.R.L. im Jahr 2011 war ein weiterer Meilenstein. Neben der Herstellung der Deckblattzuschnitte werden mittlerweile auch die eigenen Longfiller „Carlos André Familiy Reserve“, „Buena Vista“ und die neuen „Beast Handcrafted Cigars“ dort gerollt.

    DTZ: Wird es im Jubiläumsjahr neue Produkte geben?
    Schrader: Ja, es ist mit einem Feuerwerk neuer Produkte zu rechnen. Die ersten Raketen wurden bereits gezündet.

    da

    Lesen Sie das vollständige Interview in unserer Printausgabe DTZ 25/17.

    (DTZ 25/17)

  • Solides Jahr für Davidoff

    BASEL // Die Oettinger Davidoff AG hat nach eigenen Angaben ihre Stellung auf dem globalen Markt trotz herausfordernder Bedingungen im Geschäftsjahr 2016 ausgebaut. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Basel hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Contadis AG verkauft und fokussiert immer stärker aufs Hauptgeschäft.

    Der Gesamtumsatz stieg um 8,2 Prozent auf 595 Millionen Franken (rund 545 Millionen Euro), wobei die Kernmarke Davidoff 20 Prozent zulegte.

    „2016 war ein schwieriges Jahr für die Zigarrenindustrie, weil sowohl die EU als auch die USA neue und teure Anti-Tabak-Vorschriften eingeführt haben. Wir sind sehr zufrieden mit den dauerhaft zweistelligen Wachstumsraten von Davidoff und der Zunahme unseres Marktanteils, aber wir haben nicht alle Ziele für 2016 erreichen können“, kommentierte CEO Hans-Kristian Hoejsgaard den Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres.

    Wie angekündigt wurden der Großhandel und die Logistik der Contadis von Lekkerland Schweiz übernommen und das Logistik-Betriebsgelände von Contadis in Oberentfelden in der Schweiz verkauft. Dadurch sank der Umsatz von Oettinger Davidoff 2016 um fast die Hälfte. Das Unternehmen hat damit einen wichtigen strategischen Schritt in Richtung Pure-Play-Unternehmen abgeschlossen – das Hauptgeschäft liegt dabei auf Zigarren und Tabakzubehör sowie internationalen Generalvertretungen –, sondern auch auf Marktänderungen im Groß- und Einzelhandel in der Schweiz reagiert, insbesondere im Bereich Zigarettenvertrieb, dem traditionellen Hauptgeschäft der Contadis AG.

    Oettinger Davidoff hat zudem weiter in seine „Crop-to-Shop“-Philosophie investiert. Nach dem Ankauf von Tabak-Plantagen in der Condega-Region in Nicaragua und im Jamastrán-Tal in Honduras kaufte das Unternehmen 2015 ein Grundstück, auf dem eine neue Zigarrenmanufaktur in Danlí, Honduras, gebaut und im Januar 2017 eröffnet wurde. Mit dieser strategischen Maßnahme reagierte das Schweizer Unternehmen auf die weltweit stark steigende Nachfrage nach seiner Kernmarke Camacho.

    Hoejsgaard prognostiziert verschiedene Wachstumsmuster für die Hauptabsatzmärkte USA, Europa und Asien: „Wir erwarten ein herausforderndes und schwieriges Jahr 2017, weil unsere Kernmärkte, Europa und die USA, von neuen Beschränkungen betroffen sein werden und Einzelhändler sich in Erwartung klarer Verhältnisse zurückhalten.“

    pi

    (DTZ 25/17)

  • PMI investiert in Sachsen

    DRESDEN // Philip Morris International hat bekannt gegeben, 320 Millionen US-Dollar in ein neues Hightech-Werk in Dresden investieren zu wollen. In dem Werk sollen die Tabak-Sticks Heets für den elektronischen Tabakerhitzer Iqos hergestellt werden.

    Der Bau der 80 000 Quadratmeter großen Anlage soll Ende 2017 beginnen und voraussichtlich Anfang 2019 abgeschlossen sein. Wenn das Werk vollständig in Betrieb genommen wurde, sollen dort etwa 500 Personen beschäftigt sein. Mit dem Bau der Hightech-Produktionsstätte bestärkt Philip Morris sein Bekenntnis zu Deutschland mit seiner langjährigen Tradition bei der Herstellung von Tabakprodukten. „Die Investition ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg in eine rauchfreie Zukunft“, erklärte Stacey Kennedy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH.

    Seit Juni 2016 sind Iqos und Heets für erwachsene Raucher in Deutschland erhältlich. Zu diesem Zeitpunkt startete der Verkauf in München, Frankfurt und Berlin. Weltweit ist Iqos derzeit in zentralen Städten in über 25 Märkten erhältlich.

    „Aufgrund der hier tief verwurzelten Hightech-Produktion sowie der qualifizierten Fachkräfte haben wir entschieden, unser neuestes und innovativstes Tabakprodukt in Sachsen zu fertigen. In Zukunft können in Deutschland verkaufte Heets ‚Made in Germany‘ sein. Wir planen darüber hinaus, in dem neuen Werk auch für andere Märkte zu produzieren“, sagte Kennedy.

    Die Investitionsentscheidung gab Kennedy gemeinsam mit Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, bekannt. „Ich freue mich sehr, dass Philip Morris seine ohnehin schon starke Präsenz in Sachsen nach vielen Jahren enger Verbindung mit Dresden weiter ausbaut. Es zeigt, wie attraktiv der Standort Sachsen für bedeutende international tätige Unternehmen ist und wie die Politik ein Umfeld gestalten kann, das zuverlässige Investitionen und vertrauensvolle Wirtschaftspartnerschaften anzieht. Das Industrieland Sachsen ist ein Erfolgsmodell. Innovation liegt in der DNA von Sachsen. Die High-End-Fabrik von Philip Morris wird ein weiterer Beweis dafür sein, dass Industrie 4.0 im Freistaat Sachsen zuhause ist“, so Tillich.

    Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig ergänzte: „Wir begrüßen die Investitionsentscheidung am Standort Deutschland. Das zeigt, dass er attraktiv für ausländische Investoren ist und sehr gute Bedingungen für die Ansiedlung von innovativen Produkten bietet.“

    pnf

    (DTZ 25/17)

  • Sind Sie digital vernetzt?

    REGENSBURG // Das Institut Ibi Research an der Universität Regensburg möchte wissen, wie erfolgreich lokale digitale Initiativen sind, mit denen Innenstädte attraktiver und die Standorte des Einzelhandels gesichert werden sollen.

    Die Forscher haben daher eine [link|https://goo.gl/ltCJcA] Online-Umfrage[/link] gestartet und bitten den Handel, die Fragebögen auszufüllen. Ziel ist es, die Erfahrungen des Handels mit bestehenden digitalen lokalen Initiativen zu ermitteln. Zudem werden die Zielsetzungen sowie die Erwartungen an solche Initiativen untersucht und die relevanten Erfolgsfaktoren analysiert.

    Die Teilnahme dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Die Umfrage ist bis 13. August verfügbar. Unter allen Teilnehmern werden Preise verlost, zum Beispiel ein Gutschein für eine E-Commerce-Beratungssprechstunde.

    red

    (DTZ 24/17)