Kategorie: Uncategorized

  • Aufgefrischt in den Frühling

    HAMBURG // Als Informationsplattform im Dialog mit den Händlern gibt es MeinReemtsma.de seit 2015. Für Mitte April plant der Konzern den Relaunch des Portals, um die Handelspartnerschaft weiter zu intensivieren.

    Mit dem Online-Angebot von Reemtsma – zum Anmelden ist nur die Kundennummer notwendig – werden Händler Teil einer Gemeinschaft, können von den Erfahrungen aller Mitglieder profitieren und ihr Wissen kostenfrei in der Akademie erweitern. Zudem können Händler ihren Verkauf steigern und von Angeboten, Tipps und Aktionen profitieren.

    Mitglieder erhalten aktuelle Infos zu Produkten und Marken ebenso wie zu Regulierung und Branchen-News. Aktivität lohnt sich, da die auf dem persönlichen Konto gutgeschriebene Vergütung in Ware umgewandelt werden kann.

    fnf

    (DTZ 13/18)

  • Alkohlkonsum ist das größte Problem

    BERLIN // In Deutschland wird zu viel Alkohol konsumiert. Nach einer Analyse des neuen Jahrbuchs Sucht konsumiert jeder Bundesbürger ab 15 Jahren im Schnitt 10,7 Liter Reinalkohol pro Jahr konsumiert. Das entspricht einem gefüllten Eimer.

    Die Zahlen beziehen sich auf neue Berechnungen für das Jahr 2015. „Alkohol ist mit Abstand das massivste Problem“, sagte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bei der Vorstellung des Jahrbuchs. Damit hat sich der Verbrauch gegenüber 2013 nicht verändert.

    In diesem Zusammenhang forderte Gaßmann ein Werbeverbot für Alkohol und Zigaretten sowie eine vereinheitlichte höhere Steuer auf alle Alkoholika, bemessen nach Volumen Alkohol. Darüber hinaus verlangte er, dass alle Alkoholika nur an Erwachsene über 18 Jahre verkauft werden. Dass Jugendliche in Deutschland ab 16 Jahre Wein und Bier kaufen dürften, sei „absurd“.

    Der Verbrauch von Zigaretten und von Pfeifentabak ist 2017 in Deutschland leicht um1,1 Prozent gestiegen. Die Zunahme geht laut DHS auf das Konto von Pfeifentabak mit einem Plus 28,7 Prozent. Demgegenüber sank der Feinschnittverbrauch um 3,7 Prozent. Auch der Konsum von Zigarren und Zigarillos ist um 7,4 Prozent zurückgegangen.

    pi

    (DTZ 14/18)

  • Keine Ausnahme

    BERLIN // Weil Sisha-Bars Kleinverkaufspackungen mit Wasserpfeifentabak an ihre Kunden abgeben und damit beim Betrieb der Bars das geltende Tabaksteuerrecht einhalten könnten, lehnt die Bundesregierung eine Ausnahmeregelung ab.

    Die Regierung widersprach in ihrer Antwort (19/1152) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/865) der Einschätzung, Wasserpfeifentabak könne in den Bars oft nur in loser Form abgegeben werden und werde häufig auch mit anderen Stoffen zur Erzeugung unterschiedlicher Geschmacksrichtungen gemischt.

    Eine Änderung des Gebots, wonach Tabak nur in Verpackungen mit Steuerzeichen abgegeben werden darf, weist die Regierung zurück. „Es sind zahlreiche bereits verbrauchsfertig aufbereitete Wasserpfeifentabake mit den unterschiedlichsten Geschmacksnoten verfügbar. Eine Notwendigkeit zur Vornahme einer nachträglichen Aromatisierung oder Befeuchtung, welche eine tabaksteuerrechtlich relevante Herstellungshandlung begründen würde, besteht für den Betrieb einer Sisha-Bar nicht“, heißt es in der Antwort.

    pi

    (DTZ 14/18)

  • Mehr Gegenwind für Branche

    KAPSTADT // Massive Vorwürfe gegen die Zigarettenhersteller haben die Teilnehmer der „World Conference on Tobacco or Health“ in Kapstadt erhoben. Die Industrie erzeuge Armut, verletzte Arbeitnehmerrechte und beute Bauern aus.

    Besonders scharf waren die Attacken gegen Philip Morris. Regierungen, Wissenschaftler, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und private Gesellschaften wurden aufgefordert, jede Zusammenarbeit mit der Philip-Morris-Stiftung für eine rauchfreie Zukunft zu verweigern. Zudem appellierte die Konferenz an die Regierungen, bis 2021 einen Plan zu entwickeln, wie der Verkauf von Tabakwaren gestoppt werden kann.

    Derweil hat die US-Behörde FDA angekündigt, ihre Pläne, den Nikotingehalt in Zigaretten zu begrenzen, nun umzusetzen.

    red

    (DTZ 14/18)

  • Kampf für Menschenrechte

    BERLIN //Der Reemtsma Liberty Award geht dieses Jahr an Michael Obert für seine Reportage „Die Menschenfänger“, die im Magazin der „Süddeutsche Zeitung“ Nr. 23/2017) erschienen ist.

    Mit dem 15 000 Euro dotierten Preis werden seit 2007 herausragende journalistische Arbeiten von Reportern und Korrespondenten deutscher Medien im Ausland, die sich in besonderem Maße um die Freiheit der Presse, der Gesellschaft und damit um die Freiheit jedes Einzelnen verdient machen, ausgezeichnet.

    Die Reportage „Die Menschenfänger“, in der Obert sowohl den Kampf gegen als auch das Geschäft mit Schlepperbanden in Libyen in der Person eines Einzelnen hautnah porträtiert, überzeugte die Jury. „Die Reportage ist ein atemberaubendes Stück Reporter-Journalismus. Michael Oberts Geschichte von einem Brennpunkt der Flüchtlingskrise zeugt nicht nur von großem persönlichen Mut, sie ist zugleich hochaktuell und spannend – fast schon drehbuchartig. Oberts Wahl einer sehr vielschichtigen, ambivalenten Hauptfigur fordert vom Leser eine direkte Auseinandersetzung mit der Sache, die niemanden kalt lassen dürfte. Vor allem darin liegt die journalistische Brillanz dieser Arbeit, die in dieser Form selten zu finden ist,“ betonte Juror Nikolaus Blome im Namen der Wettbewerbs-Jury.

    Der Reemtsma Liberty Award fand 2018 vor dem Hintergrund erschütternder Ereignisse statt, wie der Ermordung von zwei Journalisten in EU-Mitgliedsstaaten in weniger als fünf Monaten: Ján Kuciak in der Slowakei und Daphne Caruana Galizia in Malta. Zudem sitzen rund sechs Wochen nach der Freilassung von Deniz Yücel nach wie vor rund 150 Journalisten und Medienvertreter in der Türkei in Haft.

    Ehrengast Robin Wright
    Große Beachtung fand neben der Preisverleihung das Podiumsgespräch mit dem diesjährigen Ehrengast, der „House of Cards“-Hauptdarstellerin Robin Wright. Gemeinsam mit dem US-Aktivisten John Prendergast und Jury-Mitglied Tita von Hardenberg sprach Wright in Berlin über ihr Engagement für Menschenrechte.

    Robin Wright setzt sich aktiv für die Verteidigung von Menschenrechten vor allem in Afrika ein. So fungiert sie unter anderem als Sprecherin des 2007 von John Prendergast gegründeten „Enough Project“, das für ein Ende von Gewalt und Genozid in afrikanischen Krisengebieten eintritt. In diesem Zusammenhang unterstützte Wright auch die Initiative „Raise Hope for Congo“ des Enough Project im Kampf gegen die Ausbeutung sogenannter Konfliktmineralien für moderne Elektronikgeräte und die damit oft verbundenen Menschenrechtsverletzungen vor Ort. Zudem hat Wright 2014 die Charity-Modemarke „Pour Les Femmes“ gegründet, deren Erlöse in die Förderung gleicher Rechte und Chancen für Frauen im Kongo fließen.

    Günther Jauch führte die 300 Gäste aus Politik, Medien und Kultur durch die zwölfte Verleihung des Reemtsma Liberty Award.

    Zur aktuellen Bedeutung des Journalistenpreises sagte Michael Kaib, Vorstandssprecher von Reemtsma: „2018 scheint der Reemtsma Liberty Award aktueller und relevanter denn je zu sein. Der politische Druck auf Medien wächst in immer mehr Staaten, Journalisten sehen sich immer öfter Anfeindungen ausgesetzt und die gesellschaftliche Funktion und Legitimation freier Medien wird zunehmend in Frage gestellt – auch in Deutschland. Eine freie und selbstbestimmte Gesellschaft ist ohne freie Medien, die nach den handwerklichen und moralischen Grundsätzen eines professionellen Journalismus arbeiten können, jedoch undenkbar. Die freie Welt braucht Qualitätsjournalismus, und deshalb braucht es den Reemtsma Liberty Award.“

    Der Reemtsma Liberty Award ist die erste Auszeichnung in Deutschland, die ausschließlich den engagierten Einsatz deutschsprachiger Korrespondenten im Ausland würdigt.

    red

    (DTZ 14/18)

  • Starker Arbeitsmarkt

    NÜRNBERG // Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2018 um rund 650 000 auf 44,94 Millionen steigen – ein neuer Rekord. Unter den geflüchteten Menschen wird die Erwerbstätigkeit 2018 um rund 100 000 zunehmen.

    Das geht aus der Arbeitsmarktprognose 2018 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Arbeitslosigkeit wird im Jahresdurchschnitt 2018 voraussichtlich bei 2,33 Millionen Personen liegen. Damit wird der IAB-Prognose zufolge der tiefste Stand nach 1990 erreicht.

    Das IAB erwartet in seiner Prognose für das Jahr 2018 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,1 Prozent. 2017 nahm das BIP um 2,2 Prozent zu.

    pi

    (DTZ 14/18)

  • „Unsere Vertriebspartner müssen das Internet nicht fürchten“

    MÜNCHEN // „Die Annahmestellen sind nicht nur eine wesentliche Säule, sondern das Rückgrat von Lotto Bayern.“ Das betont Friederike Sturm, die Präsidentin der staatlichen Lotteriegesellschaft, im DTZ-Interview. Sie sieht den stationären Vertrieb als Partner des Online-Spielgeschäfts.

    Der kommerzielle Lotterievermittler Norman Faber kritisiert in seiner Funktion als Präsident des Deutschen Lottoverbandes die Bundesländer wegen des Glücksspielstaatsvertrages. Ist sein Angriff berechtigt?

    Friederike Sturm: Jein. Grundsätzlich ist es bitter, dass die Hängepartie beim Glücksspielstaatsvertrag weitergeht. Faber zielt insbesondere auf die Suchtproblematik, die aber nur ein Teilaspekt des Glücksspielstaatsvertrags ist. Die weiteren Ziele des Vertragswerks lässt Faber jedoch außen vor.

    Und die wären?
    Sturm: Hauptanliegen des Staatsvertrags ist es, die natürlichen Glücksspielbedürfnisse der erwachsenen Bevölkerung zu kanalisieren. Dazu bieten die staatlichen Lotteriegesellschaften sichere und seriöse Glücksspiele an, achten auf den Jugend- und Spielerschutz und sorgen für eine ordnungsgemäße Durchführung der Lotterien und Sportwetten inklusive der korrekten Gewinnauszahlung. Außerdem gilt es, die Begleitkriminalität beim Glücksspiel einzudämmen. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag wird also ein ganzer Strauß wichtiger Ziele verfolgt. Alles in allem ist demnach Fabers Kritik an dem Vertragswerk überzogen.

    Völlig Unrecht hat Norman Faber aber nicht?
    Sturm: In Teilen ist seine Kritik berechtigt. Es trifft leider zu, dass wir als staatliche Lotteriegesellschaften Restriktionen unterworfen sind, die uns wehtun.

    Zum Beispiel?
    Sturm: Bei der Werbung gibt es massive Einschränkungen, sowohl bei Sportwetten, aber auch bei den Lotterien. Da müssen sich die staatlichen Anbieter genau an die Vorgaben halten, während sich die privaten, ausländischen Glücksspielunternehmen nicht um die Regeln kümmern.

    Täuscht der Eindruck oder geben die privaten Glücksspielunternehmen in der jüngeren Vergangenheit kräftig Gas bei der Werbung?
    Sturm: Dieser Eindruck täuscht nicht. Die ausländischen Unternehmen erzielten im vergangenen Jahr rund 500 Millionen Euro mit ihren Glücksspielangeboten in Deutschland. Knapp 80 Millionen Euro gaben sie für die Werbung aus. Das entsprach in etwa dem gesamten Werbe-Jahresetat des Deutschen Lotto- und Toto-Blocks. Allerdings mit dem feinen Unterschied, dass die staatlichen Anbieter 16,66 Prozent Lotteriesteuern an das jeweilige Land und weitere Gelder für soziale Einrichtungen, den Sport, Umweltprojekte und den Denkmalschutz abführen. Die private Konkurrenz wirtschaftet jedoch in die eigene Tasche.

    Derzeit drängen verstärkt ausländische Glücksspielfirmen auf den deutschen Markt. Ist das zunehmend ein Problem für den DLTB?
    Sturm: Auf jeden Fall. Ein großer Knackpunkt ist, dass der Verbraucher oft überhaupt nicht weiß, dass er gar nicht beim Original spielt, sondern bei ausländischen Anbietern, die keine Lizenz für Lotto & Co. in Deutschland haben und somit hierzulande illegal sind. Diese Unternehmen operieren aus Steueroasen und halten sich nicht an die in Deutschland geltenden Regeln.
    Die Allgemeinheit ist ihnen ebenfalls egal, während die staatlichen Anbieter rund 40 Prozent der Einnahmen an die Länder und das Gemeinwohl abführen.

    Warum gehen die Glücksspielaufsichten und Behörden nicht beziehungsweise nicht ausreichend gegen die ausländischen Unternehmen vor?

    Sturm: Das tun die Behörden schon. Aber diese Unternehmen operieren via Internet aus dem Ausland. Und bis in die Steueroasen, zum Beispiel Malta, Gibraltar oder die Bahamas, reicht der Arm des deutschen Rechts häufig nicht.


    Sehen Sie noch eine Chance, dass sich alle 16 Bundesländer auf einen Glücksspieländerungsstaatsvertrag einigen, nachdem verschiedene Länder das Vertragswerk nicht ratifizieren wollen?

    Sturm: Wir brauchen einen neuen Anlauf. Die Erkenntnis, dass der Glücksspielstaatsvertrag auf eine neue Basis gestellt werden muss, ist bei den Verantwortlichen in den 16 Bundesländern ja durchaus vorhanden, es wird allerdings noch über den Weg der Regulierung gestritten. Nun gilt es, die Interessen der 16 Länder unter einen Hut zu bringen.


    Im vergangenen Jahr beliefen sich die Gesamtspieleinsätze von Lotto Bayern auf 1,13 Milliarden Euro. Wie viel Prozent dieses Umsatzes machte der stationären Vertrieb und wie viel Prozent das Online-Spiel?

    Sturm: Knapp zehn Prozent des Umsatzes entfielen auf das Internet und die gewerblichen Spielevermittler. Das heißt mit anderen Worten: Gut 90 Prozent der Spieleinsätze werden im terrestrischen Vertrieb getätigt. Die Annahmestellen sind nicht nur eine wesentliche Säule, sondern das Rückgrat von Lotto Bayern.


    Wie hoch war der durchschnittliche Wochenumsatz pro Annahmestelle 2017?

    Sturm: Das waren rund 6300 Euro.

    Mit welcher Entwicklung rechnen Sie bei den Internet-Umsätzen von Lotto Bayern mittelfristig, sprich in den nächsten drei bis fünf Jahren?
    Sturm: Der stationäre Vertrieb wird auf Dauer das entscheidende Standbein für Lotto Bayern bleiben. Unsere Vertriebspartner brauchen keine Angst vor dem Internet zu haben; die dort gemachten Umsätze sind vor allem ein Zusatzgeschäft. Und wir versuchen, im Zuge der heutzutage notwendigen Cross-Channel-Strategie Online- und stationären Vertrieb miteinander zu verknüpfen.

    da

    Das vollständige Interview lesen Sie in unserer Doppelausgabe DTZ 14/18.

    (DTZ 14/18)

  • Die Start-ups der Tabakbranche

    BERLIN // In der Tabakfamilie gibt es Nachwuchs: Der [link|http://www.wpt-verband.de ]Verband Deutscher Wasserpfeifentabak-Manufakturen und -Händler e.V.[/link] vertritt in Berlin die Interessen der Shisha-Tabakbranche.

    Der Verband hat überwiegend kleine und mittelständische Mitgliedsunternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet. Hauptstadtrepräsentanz und Verbandsgeschäftsführung wurden Sven Plaeschke übertragen. Er ist zugleich Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Tabakpflanzer, der bereits seit 2014 ein Hauptstadtbüro unterhält.

    Eine Interessenvertretung speziell für die Hersteller von Wasserpfeifentabak gab es bislang nicht. „Mit unserem Verband kümmern wir uns um die besonderen Belange einer in Deutschland relativ jungen Branche“, erklärt Plaeschke. Es sei von besonderer Bedeutung, dass es nun überhaupt einen Ansprechpartner am Sitz von Parlament und Regierung gibt.

    „Mit der TPD 2 und deren Umsetzung in deutsches Recht findet der Begriff Wasserpfeifentabak nun erstmals konkretere Würdigung im Gesetzestext. Nur gab es bislang keine Branchenvertretung, mit der der Gesetzgeber in den Dialog hätte treten können.“

    Genuss-Mittel Wasserpfeifentabak
    Nach Auffassung des Verbandes unterscheidet sich Wasserpfeifentabak in vielen Aspekten von anderen Tabakprodukten. Auch das Konsumverhalten müsse differenziert betrachtet werden. „Selten sieht man jemanden, der sich beim Warten auf den Bus noch schnell eine Shisha gönnt“, begründet Plaeschke, weshalb Wasserpfeifentabak noch viel mehr als Genussmittel betrachtet werden müsse. Beim Shisha-Rauchen ginge es überwiegend um gelegentlichen Genuss in Gesellschaft. Auf seiner Website schreibt der Verband: „Die Konsumenten schätzen neue Kreationen und die Abwechslung und nicht die Berauschung mit Nikotin.“

    Der Wasserpfeifentabakmarkt ist von einer großen Vielfalt geprägt. Die Hersteller bringen regelmäßig neue Marken und Mischungen heraus. Bei der Umsetzung neuer gesetzlicher Regelungen im Hinblick auf Rezepturen, Verpackungen und Produktionsanlagen ist dies für die kleinen und mittelständischen Manufakturen eine besondere Herausforderung. Denn während die vergleichsweise wenigen großen Zigarettenhersteller ihr Geschäft mit einer immer kleiner werdenden Anzahl von Marken mit jeweils großen Absatzzahlen machen, ist es in der Shisha-Branche umgekehrt. Viele Unternehmen sind von der Größe her wie Start-ups zu betrachten. Neue Vorgaben des Gesetzgebers belasten sie daher finanziell besonders stark. Angemessene Umsetzungsfristen sind für die Branche also existenziell.

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Menge des versteuerten Pfeifentabaks im Jahr 2017 deutlich an (plus 28,7 Prozent). „Dazu gehören neben traditionellem Pfeifentabak auch Wasserpfeifentabak und neuartige Pfeifentabakprodukte“, so die Statistiker. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden in Deutschland nur 1,1 Prozent mehr Zigaretten versteuert als im Jahr 2016. Hier zeichnet sich ein Trend ab. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, bestätigt das. „Der Trend zum Shisha-Rauchen hat sich in den letzten Jahren verstärkt, doch noch immer unterschätzen viele Konsumenten und Bar-Betreiber die Gefahren. Im vergangenen Jahr mussten beispielsweise über 40 Patienten allein im Universitätsklinikum Düsseldorf aufgrund einer Kohlenmonoxidvergiftung behandelt werden“, schreibt Mortler auf ihrer Website.

    Verband will auch Shisha-Bars vertreten
    Als Branchenorganisation will der neue Verband auch die Anliegen von Shisha-Bars vertreten. Aber wie begegnen die Interessenvertreter der Kohlenmonoxid-Problematik? Die Meldungen über Kohlenmonoxidvergiftungen seien besorgniserregend, sagt Plaeschke, „weil manche Bar-Betreiber mit der Gesundheit ihrer Gäste fahrlässig umgehen“. Man müsse die Gefahren und Risiken klar einordnen: „Sich für den Genuss von Wasserpfeifentabak als Gast in eine Shisha-Bar zu begeben, ist eine bewusste Entscheidung. Jeder Gast weiß, dass Tabakgenuss gesundheitsschädigend sein kann. Er denkt aber nicht daran, dass ein Betreiber seine Bar möglicherweise schlecht führt und seine Gäste unkalkulierbaren, direkten Gefahren aussetzt, indem er keine Kohlenmonoxidmelder und keine ausreichenden Lüftungsanlagen vorhält.“ Der Verband plädiert daher für eine Selbstverpflichtung der Shisha-Bar-Betreiber zur Installation und regelmäßigen Wartung von Lüftungsanlagen und Warnmeldern. Er erarbeitet derzeit Leitlinien für sachgerechtes und genussvolles Shisha-Rauchen und will ein Verbands-Gütesiegel mit klaren Qualitätsanforderungen zum Betreiben einer Shisha-Bar einführen. „Im Hinblick auf die notwendigen Anlagen prüfen wir, inwieweit die technischen Regeln für Gasinstallationen herangezogen werden können. Denn wie bei einer Gasheizungsanlage in Wohnungen entsteht eben auch beim Verbrennen von Shisha-Kohle das gefährliche, farb-, geschmack- und geruchlose Kohlenmonoxid, das nach draußen geleitet werden muss.“ Für die meisten Shisha-Bar-Betreiber sei das ohnehin eine Selbstverständlichkeit, so Plaeschke. „Aber über ordnungsgemäß betriebene Bars wird eher selten berichtet.“

    red

    (DTZ 12/18)

  • BDTA tagt in Dresden

    KÖLN / Dresden // Am 18. und am 19. April findet die Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) im Taschenbergpalais in Dresden statt.

    Der BDTA-Vorsitzende Michael Reisen wird am Mittwoch, 18. April, um 14 Uhr mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Geschäftsführer Carsten Zenner die Fachtagung eröffnen. Anschließend folgt eine Grundsatzrede von Michael Reisen. Außerdem gibt es, wie schon in den vergangenen Jahren, eine Podiumsdiskussion mit verschiedenen Vertretern der Tabakbranche zu marktrelevanten und regulatorischen Themen. Moderiert wird diese Diskussionsrunde vom stellvertretenden BDTA-Vorsitzenden Paul Heinen.

    Traditionell wird die Tagung durch Vorträge externer Referenten abgerundet. In diesem Jahr hat der Verband Ulf Posé, bekannter Wirtschaftsethiker aus dem Rheinland, und Michael Griess von Nielsen Deutschland aus Hamburg dafür gewinnen können.

    Am Donnerstag, 19. April, treffen die Mitglieder des BDTA ab 9.30 Uhr zur ordentlichen Mitgliederversammlung zusammen. Dabei stehent neben den Regularien auch die Vorstellung zweier neuer Geschäftsführer auf der Tagesordnung. Zum Abschluss der zweitägigen Tagung wird ein Bericht über die Arbeitsschwerpunkte des BDTA gegeben.

    Weitere Informationen zur Tagung sind über die Geschäftsstelle des BDTA abrufbar.

    pi

    (DTZ 12/18)

  • Pfeifenraucherin mit Courage

    BERLIN // Der Verband der Rauchtabakindustrie (VdR) hat vor wenigen Tagen in Berlin die „Pfeifenraucherin des Jahres“ ausgezeichnet: Schauspielerin Sonja Kirchberger. In Berlin hielt ihr Kollege Uwe Ochsenknecht die Laudatio, Oliver Hass, Geschäftsführer von Scandinavian Tobacco und im Vorstand des VdR, überreichte den Preis.

    Ochsenknecht erklärte, Pfeifenraucher zeichneten sich aus durch „Eigenständigkeit im Denken und Handeln sowie durch Bodenständigkeit“. Dass Pfeifenraucher bei ihren Mitmenschen als attraktiv, salonfähig und sogar intellektuell gelten, sei ein netter, aber gut zur Preisträgerin passender Nebeneffekt. Ochsenknecht, der seit einigen Jahren nicht mehr raucht, erinnerte sich in einer launigen Ansprache an seine eher zwiespältigen Erfahrungen mit der Pfeife in Jugendjahren: „Mit dem Tabak, den wir kauften, war das Pfeiferauchen Genuss mit Räucherstäbchen.“

    Für reife Liebhaber des edlen Bruyère steht jedoch der Genuss klar im Vordergrund. Gegenüber DTZ verwies Oliver Hass auf die Bedeutung der Auszeichnung: „Ich halte sie für sehr wichtig, da damit der Genuss weiter nach vorn gebracht wird. Das Rauchen einer Pfeife ist wie ein Fünf-Gänge-Menü, das zelebriert wird. Ich bin sehr froh, dass wir diesen Preis 2018 wieder vergeben haben – auch um nach außen sichtbarer zu werden.“ Zum Beispiel unterstütze man damit den Trend, dass auch mehr jüngere Menschen wieder Pfeife rauchten.

    Das sah Alexander Eckert, Chef des Nürnberger Pfeifen-Spezialisten Vauen, ähnlich. Diese Auszeichnung helfe der Branche. Eckert: „Ich finde es ganz großartig, dass es in diesem Jahr eine Frau ist, die sich traut, einfach zu sagen: Ja, ich rauche Pfeife!“ Kirchberger zeige, das Pfeiferauchen eben keine rein männliche Domäne sei, und: „Sie hat keine Angst, dass ihr dieser Genuss in der Öffentlichkeit nachteilig ausgelegt wird. Das ist Courage!“

    Natürlich hat DTZ zudem Sonja Kirchberger selbst befragt.

    Frau Kirchberger, die Gleichberechtigungsfrage ist aktueller denn je. Was bedeutet es für Sie, im 49. Jahr die erste Frau zu sein?
    Sonja Kirchberger: Dass ich die erste Pfeifenraucherin bin, hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Ich finde die Scheinheiligkeit, diese sterile Art, mit der sich viele Menschen in der Öffentlichkeit präsentieren, absolut nicht vorbildhaft. Ich habe eine Vorbildfunktion, aber – und das habe ich auch in der Erziehung meiner Kinder so gehalten – ich habe immer gezeigt, dass ich ein Mensch mit eigenen Wünschen, Sehnsüchten, Ängsten bin – und kein Roboter. Für mich ist die Auszeichnung deshalb ein Ritterschlag dafür, dass ich Genießerin bin und auch nach außen dafür stehen möchte.

    Und das Rauchen einer Pfeife ist für Sie ein Genuss?
    Kirchberger: Oh ja. Die Pfeife ist für mich ein gehobener Genuss. Sie ist nicht die nervöse Zigarette zwischendurch. Es ist für mich unvorstellbar, dass jemand bei einem schönen Abendessen sagt: Ich gehe mal raus und rauche eine Viertelstunde lang schön mein Pfeifchen.

    Wann und mit wem rauchen Sie Ihre Pfeife am liebsten?
    Kirchberger: Am allerliebsten allein.

    Wirklich?
    Kirchberger: Ja, aber auch gerne in einer Runde mit anderen Pfeifenrauchern. In einer Runde von Nicht-Pfeifenrauchern allerdings fühle ich mich unwohl. Da fühle ich mich tatsächlich von den anderen gestört. Das bereitet mir nicht den Genuss, den ich habe, wenn ich ganz für mich rauche.

    Tatsächlich hat das Tabakforum seine neue Genussbotschafterin treffsicher ausgewählt. Immerhin zählt Kirchberger mit bisher über 100 Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen hierzulande zu den bekanntesten Leinwand- und Bühnendarstellern. Präsenz zeigt sie zuletzt beim „Großen Promi-Backen“ auf Sat.1, als sie sich erfolgreich einer anderen Form von Genuss zuwandte.

    Das Interesse an der „Pfeifenraucherin des Jahres“ war denn auch groß: Fast 150 Gäste drängten sich in der Bel-Etage des Restaurants Borchardt. Kein Wunder, dass sich Michael von Foerster, Geschäftsführer beim Verband der Rauchtabakindustrie (VdR) zufrieden zeigte: „Dem Tabakforum und dem VdR war es wichtig, die über 40-jährige Tradition des ,Pfeifenraucher des Jahres‘ weiter mitklingen zu lassen, aber neue Akzente zu setzen. Diese Art von Rauchen unter dem Siegel des Genusses wird in der Öffentlichkeit anders beurteilt, als der übliche Konsum von Tabak. Dies sollte man unserer Veranstaltung anmerken, und ich freue mich, dass es gelungen ist.

    Doch zurück zu Hauptperson des Abends.

    Frau Kirchberger, ist das Rauchen einer Pfeife für Sie ein Moment des Innehaltens?
    Kirchberger: Genau, ein Nach-innen-Gehen, aber es steht auch für denken und kreativ sein. Sie werden feststellen: Wenn sich eine Runde zusammenfindet, die kreativ Themen bespricht, dann wird – sobald sich jemand eine Pfeife anzündet – die Stimmung ganz von selbst viel harmonischer. Weil der Mensch automatisch runterfährt. Das ist hochinteressant.


    Wie haben Sie zur Pfeife gefunden?

    Kirchberger: Ich habe die Pfeife über den Geruch lieben gelernt. Es war nicht so, dass da eine Pfeife lag, die ich irgendwann mal ausprobiert hätte. Nein, ich habe mich wirklich erst einmal in den Geruch verliebt. Und dann dachte ich: Wenn etwas so riecht, dann könnte mir das auch schmecken. So ging es mir übrigens auch beim Kaffee. Und in der Tat: Mir schmeckt Pfeife. Ich finde auch, dass es sehr sinnlich ist, eine Pfeife in der Hand zu halten.

    Jetzt haben Sie ein schönes Exemplar des dänischen Pfeifenkünstlers Poul Winslow bekommen …
    Kirchberger: Ich bin ganz stolz darauf, zumal sie eine Widmung hat. Man hat mir schon geraten, sie wegzupacken, weil sie so wertvoll sei.

    Ich weiß, dass Sie in Sachen Pfeife einen Traum haben.

    Kirchberger: Stimmt, mein Traum ist es, selbst eine Pfeife zu designen. Oder wenigstens einen Pfeifenhalter.

    Und wie muss der optimale Tabak für Sie beschaffen sein?
    Kirchberger: Ich mag Vanille-Noten. Tatsächlich würde ich den sanften Tabak, den ich mag, Frauentabak nennen. Je sanfter, je runder, je milder, desto besser.

    Das klingt wirklich nach Genuss.
    Kirchberger: Genau, wenn ich das Gefühl habe, ich könnte den Tabak essen – dann mag ich ihn. Der, den ich gerade rauche, der ist wie ein Dessert.

    max

    (DTZ 12/18)