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  • Sehr starker Steuer-Oktober

    WIESBADEN // Der Oktober war für den deutschen Fiskus in Sachen Tabaksteuer der bisher stärkste Monat des laufenden Jahres: 1,5 Milliarden Euro kassierte der Bund – gegenüber dem Vorjahresmonat mit 1,4 Milliarden Euro ein Plus von 7,9 Prozent, im Vergleich zum September 2024 mit knapp 1,2 Milliarden Euro resultierte sogar ein Zuwachs um fast 32,5 Prozent.

    Erfreuliche Entwicklung
    Hauptträger dieser Entwicklung war – wenig überraschend – die Zigarette, die mit einem Sprung um 8,2 Prozent auf etwa 1,3 Milliarden Euro für erfreuliche Zahlen sorgte. Allerdings: Mit Blick auf die gesamten zehn Monate des laufenden Jahres fällt die Differenz zu 2023 mit 0,7 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro nicht ganz so gravierend aus.

    Rekordmonat für Tabakwarensubstitute
    Einen Rekordmonat gab es auch für die sogenannten Tabakwarensubstitute; mit 30,7 Millionen Euro. Der Markt für E-Zigaretten-Liquids hat damit einen Sprung gemacht. Für statistische Verzerrungen aufgrund der neuen Steuer, die ja bereits zum 1. Januar in Kraft getreten war, dürfte das eigentlich zu spät sein. Insgesamt hat der Fiskus im laufenden Jahr aus der Warengruppe bereits rund 200,5 Millionen Euro eingenommen. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum 150,0 Millionen Euro.

    Keine Zahlen veröffentlicht das Statistische Bundesamt weiter für erhitzten Tabak. Dabei sind in Deutschland allein drei Geräte der großen Hersteller verfügbar, dazu eine ganze Reihe von Klon-Sticks.

    Dass die – offiziellen – Zahlen für Wasserpfeifentabak nach oben schossen, seit die Mengengrenze aufgehoben wurde, ist nachvollziehbar. Betrachtet man nur die vier Monate seit dem Kippen der Vorgaben, ergibt sich ein Plus von 72,5 Prozent auf gut 38,4 Millionen Euro.

    Wenig erfreulich verlief der Oktober für Pfeifentabak (minus 74,3 Prozent zum Vorjahresmonat). 

    red

  • Beständige Nische

    MAINZ // Der Zigarrenmarkt in Deutschland wird sich nach Vorhersagen des Statistischen Bundesamts bis zum Jahr 2029 stabil entwickeln. Allerdings: Zigarillos werden nicht gesondert ausgewiesen. Deshalb hat DTZ bei führenden Anbietern nachgefragt.

    Erstaunlich positive Entwicklung
    Den Auftakt macht 5th Avenue Products. Die Verantwortlichen prognostiziert fürs laufende Gesamtjahr einen leicht rückläufigen Absatz bei Premiumzigarillos. Dabei definiert man bei 5th Avenue „Premium“ wie folgt: Kleinverkaufpreis 20 Prozent über dem Marktführer sowie ausschließlich Zigarillos, die zu 100 Prozent aus Tabak bestehen. Bei den Cuban Mini Cigars verzeichnet der Anbieter momentan ein sehr dynamisches, zweistelliges Umsatzwachstum bei einstelligem Absatzzuwachs. Ursache dafür seien vor allem die erstaunlich positive Entwicklung der Premiumzigarillos aus der Cohiba-Familie im Allgemeinen sowie die sehr erfolgreiche Neueinführung „Cohiba Wide Short“ im Besonderen.
    2025 erwartet man bei 5th Avenue „bestenfalls eine Fortführung des Trends, da die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wenig Grund zu noch mehr Optimismus gibt“.

    Stetiges Wachstum im Luxussegment
    Bei Davidoff erläutert Sales Director Mario Šamec die Entwicklung der hauseigenen Zigarillomarken in den vergangenen Jahren: „Bei Zigarillos unterscheiden wir zwischen Davidoff als Marke im Luxussegment und unseren anderen Marken wie Griffin‘s mit den ‚Griffinos‘ und Zino mit der ‚Mini Nicaragua‘ und ‚Mini Red‘. Im Luxussegment sehen wir in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum. Neben den klassischen Davidoff-Mini-Zigarillos erfreuen sich besonder die größeren Formate Club und Demi-Tasse immer größerer Beliebtheit. Die Produkte sind für Aficionados flächendeckend, auch außerhalb unseres Depotsystems, verfügbar.“ Durch die Lancierung der „Zino Nicaragua Short Puritos“ im zurückliegenden Sommer, habe das Unternehmen zudem viele neue Konsumenten für das gesamte Zino-Zigarillos-Sortiment gewinnen können, so Šamec weiter.

    Größere Formate beliebter
    Gibt es Entwicklungen bei der Nachfrage, wollte DTZ auch von der Vandermarliere Cigar Family (VCF) wissen. Der Hersteller teilt dazu mit, ein feststellbarer Trend sei aus seiner Sicht das zunehmende Interesse um die Club und besonders um die Señoritas: „Die größeren Formate sind also beliebter geworden.“

    Keine nennenswerten Zuwächse
    Das ein stabiler Markt im Umkehrschluss auch bedeutet, dass es keinen wesentlichen Aufwärtstrend gibt, konstatiert der Produzent Villiger Söhne. Wie schon seit mehreren Jahren könne man bei der Entwicklung des gesamten Zigarillomarkts in Deutschland keinen nennenswerten Zuwachs erkennen. Einzelne Segmente innerhalb des Markts, zum Beispiel die aromatisierten Zigarillos mit Filter, seien aber konstant auf einem sehr guten Niveau mit leicht steigender Tendenz. Bei Villiger arbeitet man dennoch daran, Marktanteile auszubauen: „Mit unseren bestehenden Erzeugnissen und unserer Innovationskraft versuchen wir, uns in den verschiedenen Segmenten auch für die Zukunft erfolgreich aufzustellen und zu etablieren.“

    Umsatzstabilität im Segment
    Steffen Rinn, Seniorchef von Don Stefano in Wettenberg, bemerkt nach eigenen Angaben deutlich die Umsatzstabilität der eigenen „Renner“ im Zigarillosegment, nämlich „Don Stefano Esperanza“ und „Don Stefano Senorita“. Beide Zigarillos gibt es entweder mit einem hellen, feinen Sumatra-Sandblatt als Deckblatt, oder ein dunkles, echtes Bahia-Deckblatt mit einem wohlschmeckenden Tabakaroma.

    Innovation als Erfolgstreiber
    Bei Arnold André sieht man Innovationen als Erfolgstreiber am Zigarillomarkt. Im Rückblick bestätigen die Bünder die Einschätzung der Wiesbadener Statistiker und teilen mit: „Der Markt für Zigarillos und Zigarren zeigt sich in den vergangenen Jahren stabil und bietet Raum für Neueinführungen.“ Bei Arnold André habe sich, so der Anbieter, das breite Sortiment, das vom Bestseller „Clubmaster“ über die aromareichen „Handelsgold Sweets“ bis zur angesagten Marke „WTF! Shisharillo“ reiche, als wirkungsstarker Impulsgeber erwiesen.

    Beliebte Marken im Handel
    Aus der Firma heißt es weiter, im Fachhandel, aber auch an Tankstellen und Kiosken zählten Zigarillos wie Clubmaster und WTF! zu den beliebten Marken, die mit Vielfalt und Qualität punkteten und unterschiedlichste Verbraucherwünsche abdeckten. Weiter heißt es: „Der Trend geht hin zu einer breiten Aromenvielfalt und einer Profilierung der Fachhändler und Shop-Betreiber durch hochwertige, genussvolle Produkte – Arnold André liefert mit seinen Angeboten die passenden Optionen für alle Zielgruppen, vom urbanen Genießer bis zum traditionellen Raucher.“

    max

    Lesen Sie dazu auch das DTZ Special Zigarillo in der Printausgabe DTZ 48/24.

  • Zukunftsorientierte Angebote

    LUDWIGSHAFEN // Einer Tradition folgend lud Lotto Rheinland-Pfalz kürzlich zum „Lotto Partnertag“, diesmal in Ludwigshafen, ein. Die Veranstaltung, die coronabedingt zuletzt 2018 in der Mewa-Fußball­arena in Mainz stattgefunden hatte, brachte Annahmestellenleiter, Geschäftspartner, Ehrengäste sowie Aussteller zusammen und bot einen erlebnisreichen Tag rund um das Thema Lotto.

    Zur Veranstaltung gehörten verschiedene Messestände, darunter von zahlreichen Partnern aus dem Profit-Bausteinprogramm, die ihre Angebote präsentierten.

    Die nächste Terminalgeneration
    Besonderes Interesse weckte der Stand der IT-Abteilung von Lotto Rheinland-Pfalz, an dem die nächste Terminalgeneration vorgestellt und vom Publikum direkt getestet werden konnte. Ein weiteres Highlight bildete die Bühne, die im Stil einer Lotto-Annahmestelle gestaltet war und das aktuelle Angebot von Block-Ladenbau anschaulich darstellte.

    „Die rund 900 Annahmestellen im Land sind das wichtigste Standbein von Lotto Rheinland-Pfalz. Sie sind quasi die Herzkammer unseres Geschäfts“, bekräftigte Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner: „Daher werden wir auch in Zukunft alles dafür tun, dass unsere Annahmestellen weiter gut aufgestellt sind.“

    Lotto-Annahmestellen
    Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck betonte in ihrer Begrüßung, wie sehr die Lotto-Annahmestellen das Stadtbild von Ludwigshafen prägen. Unter der Moderation von Lottofee Miriam Hannah genossen die zahlreichen Annahmestellenleiter sowie die vielen Ehrengäste – darunter die LZG-Geschäftsführerin Sandra Helms, die Vorsitzende des Verbands der Lotto-Annahmestellen in Rheinland-Pfalz (VdLA), Christina Walter, sowie Lisa Hessler, Geschäftsführerin des Handballzweitligisten Eulen Ludwigshafen – das abwechslungsreiche Rahmenprogramm.

    Daneben folgten auch die Landeslotterie-Gesellschaften aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein der Einladung nach Ludwigshafen. Die Rückmeldungen zum „Lotto Partnertag“ waren durchweg positiv. Viele lobten die gute Atmosphäre, die interessanten Angebote der Partner und die Möglichkeit, sich in Gesprächen auszutauschen. Besonders die neuen Terminals und das Ladenbauprogramm stießen auf großes Interesse. 

    pi

  • Blicke in die (Handels-)Zukunft

    MÜNCHEN // Was sind die angesagten Themen im Handel und bei Konsumgüterherstellern im Jahr 2025? Dieser Frage hat sich der Trendradar 2025 des Beratungsunternehmens Dr. Wieselhuber & Partner angenommen. Hier die wichtigsten Ergebnisse.

    Trends und Prognosen
    Für ihre Prognose haben die Experten verschiedene Aspekte auf einer Skala zwischen 1 und 10 eingestuft.
    [bul]
    Informationsvielfalt: Daten mehr und richtig nutzen (9 Punkte): Sowohl bei Konsumgüterherstellern als auch im Einzelhandel stellen Daten eine zentrale Ressource dar. Im Sekundentakt sammeln Händler vielfältige Informationen – von Verkaufszahlen bis zu Daten über Lieferketten und Betriebsabläufe. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich diese Daten effizient analysieren, wodurch wertvolle Einblicke entstehen, die fundierte Entscheidungen erleichtern. Die Untersuchung des Konsumentenverhaltens sowie die Segmentierung verschiedener Käufergruppen ermöglichen es, Marketing und Vertrieb zielgerichteter zu gestalten. Das führt zu passgenauen Angeboten und Aktionen, die höhere Kaufabschlüsse und Umsatzsteigerungen begünstigen. Durch das Nutzen von Datenanalysen können Hersteller und Händler nicht nur ihre Verkaufszahlen verbessern, sondern auch operative Kosten senken und so die Profitabilität grundlegend steigern. Durch den aktuellen Reifegrad von entsprechenden KI-Anwendungen ist es wichtig, jetzt zu handeln und die Datenvielfalt für sich zu nutzen.
    Produktinnovation: Circular Design von Anfang an mit einfließen lassen (8 Punkte): Circular Design? Das Konzept hinterfragt die lineare Wertschöpfungskette und strebt an, Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie in geschlossenen Kreisläufen bestehen bleiben. Ein wesentlicher Aspekt ist die Langlebigkeit: Waren werden so entwickelt, dass sie robust und langlebig sind, was das Vertrauen der Verbraucher stärkt und Betriebskosten reduziert. Wiederverwendbarkeit und Reparierbarkeit schaffen zudem eine tiefer gehende Beziehung zu Kunden.
    Customer Experience: Omnichannel-Sektor ausbauen (8 Punkte): Im Jahr 2025 wird die Customer Experience (CX) im Omnichannel-Bereich für Konsumgüter und Handel durch steigende Verbraucher-­Erwartungen und neue Technologien geprägt. Konsumenten verlangen nahtlose und personalisierte Erlebnisse über alle Kanäle hinweg – ob online, mobil oder im stationären Einzelhandel. Künstliche Intelligenz und Machine Learning unterstützen personalisierte Ansätze, während Technologien wie Augmented Reality (AR) das Einkaufserlebnis immersiver gestalten.

    [bul]Gleichzeitig gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung. Omnichannel-Analytics bieten Unternehmen zudem tiefere Einblicke in das Konsumentenverhalten, um die Customer Journey kontinuierlich zu optimieren und die Kundenbindung zu stärken. Systeme und Datenbankstrukturen müssen harmonisiert werden, um konsistentere Einkaufserlebnisse zu gewährleisten. Darauf aufbauend sollten Firmen KI und Machine Learning einsetzen, um personalisierte Empfehlungen, Angebote und Inhalte anzubieten. Das kann durch gezieltes Aufgliedern und maßgeschneiderte Marketingmaßnahmen geschehen, die auf das Verhalten und die Vorlieben der Konsumenten abgestimmt sind.

    [bul]Deglobalisierung und Derisking: Resilienz durch Near- und Friend-Shoring (7 Punkte): In einer Welt zunehmender geopolitischer Unsicherheiten setzen Einzelhändler und Konsumgüterhersteller verstärkt auf Deglobalisierung und Derisking, um ihre Lieferketten robuster zu gestalten. Politische Spannungen mit Ländern wie China, Russland oder auch bisherigen Partnern wie den USA haben viele Unternehmen bewogen, ihre Beschaffungsstrategien zu überdenken und Abhängigkeiten zu reduzieren. Hier kommen Near-Shoring und Friend-Shoring ins Spiel. Durch Near-Shoring verlagern Konzerne ihre Produktionsstätten näher an ihre Heimatmärkte, was die Lieferwege verkürzt und das Risiko logistischer Störungen mindert. Friend-Shoring hingegen bedeutet, dass Hersteller bevorzugt in Ländern mit stabilen politischen Beziehungen und geteilten Werten einkaufen und produzieren, um potenzielle Konflikte zu vermeiden. Da Handel und Konsumgüterhersteller besonders exponiert sind, spielt Derisking in den kommenden zwei bis drei Jahren eine besonders wichtige Rolle. 

    pnf

  • „Offen kommunizieren“

    MAINZ // Die branchenübergreifenden Lieferengpässe der vergangenen Jahre sind den Verbrauchern in Deutschland besonders im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) aufgefallen und stellen die Händler vor große Herausforderungen: 75 Prozent mussten in den vergangenen Jahren mit Produktengpässen bei Lebensmitteln umgehen.

    Konsumentenverhalten
    Die aktuelle Studie „Krisenfestigkeit im Handel“ des ECC Köln gemeinsam mit Grant Thornton in Deutschland untersucht, wie sich das Konsumentenverhalten durch die Krisen im Handel verändert hat, und welche Ansprüche in der Folge an die Händler gestellt werden – die teilweise eine Geschäftsmodelltransformation erfordern.

    „Auch in Krisenzeiten erwarten viele Verbraucher, beim Einkauf auf die komplette Produktpalette zugreifen zu können. Kann ein Einzelhändler das nicht bieten, muss er frühzeitig und offen kommunizieren, an welchen Stellen es zu Lieferengpässen kommt, um seine Kunden zu halten“, erklärt Kai Hudetz, Gründer des ECC Köln.

    Handelsexperten
    Konsumenten erwarten, dass Händler Lieferengpässe frühzeitig erkennen und Maßnahmen einleiten (80 Prozent). Jedoch gibt mehr als ein Drittel der befragten Handelsexperten an, es eher mit unerwarteten Waren-Engpässen zu tun zu haben (38 Prozent). Auch wenn die Engpässe meist nur kurz- bis mittelfristig anhalten (94 Prozent), schränkt die Spontanität der Vorfälle die Planbarkeit auf Händlerseite ein. Trotzdem erkennt die Mehrheit der befragten Einzelhändler die Relevanz einer schnellen und transparenten Information an, die Kundschaft über Probleme in der Lieferkette zu informieren, um den Konsumenten entgegenzukommen (76 Prozent). Die frühzeitige Kommunikation erreicht jedoch nur rund 40 Prozent der Verbraucher.


    Produktverfügbarkeiten

    Durch die anhaltenden Krisen um Produktverfügbarkeiten oder Preisverhandlungen hat sich der Umgang der Händler mit Lieferengpässen nachhaltig verändert: Mittlerweile planen sie ihre Beschaffung vorausschauender (87 Prozent), halten größere Lagerbestände von betroffenen Artikeln (71 Prozent) und bieten mehr lokale / regionale Erzeugnisse (62 Prozent) sowie Eigenmarken (59 Prozent) an.

    Durch eine lückenlose Nachverfolgung (83 Prozent) und eine umfassende Risikobewertung bezüglich der Ausfallrisiken (60 Prozent) versuchen Händler, Engpässe frühzeitig zu erkennen. Kommt es zu Lieferschwierigkeiten, setzt der Einzelhandel in der Kommunikation Richtung Verbraucher vor allem darauf, Alternativen anzubieten und diese als solche zu kennzeichnen (88 Prozent).

    Die Empfehlung der Handelsforscher: Einzelhändler sollten auf verschiedene Maßnahmen setzen, um möglichen Lieferengpässen kundengerecht entgegenzutreten. 

    fnf

  • Stimmung besser

    BERLIN // Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 86,5 Punkte, nach 85,4 Punkten im September. Das ist der erste Anstieg nach vier Rückgängen in Folge.

    Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihrer aktuellen Lage. Auch die Erwartungen hellten sich auf, bleiben aber von Skepsis geprägt. Die deutsche Wirtschaft konnte den Sinkflug vorerst stoppen.

    Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Oktober minimal verbessert, so die aktuelle Umfrage. Der Indikator stieg auf minus 25,2 Punkte, nach minus 25,6 Punkten im September. Die Einzelhändler beurteilen ihre aktuelle Lage geringfügig besser. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate bleiben allerdings nahezu unverändert auf niedrigem Niveau. „Nach einer herausfordernden Geschäftsentwicklung im bisherigen Jahresverlauf zeigt das Geschäftsklima bei den Einzelhändlern vor dem Start des Weihnachtsgeschäfts nur wenig Impulse“, sagt Ifo-Experte Patrick Höppner. pi

  • „Der Schwarzmarkt wächst“

    BERLIN // Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schlägt Alarm: Laut einer neuen Studie der Universitätsklinik Düsseldorf (Debra-Studie) mit über 90.000 Teilnehmern ist der Konsum von Einweg-E-Zigaretten im Jahr 2023 stark angestiegen. Einwegartikel dominierten inzwischen den Markt. Suchtforscher Daniel Kotz und Ute Mons vom DKFZ fordern daher strengere Regulierungen und höhere Steuern auf Nikotin- und Tabakerzeugnisse, um den Jugendschutz zu stärken.

    Der Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) stimmt der Dringlichkeit des Schutzes von Jugendlichen zu, sieht jedoch andere Prioritäten: „Der Jugend- und Verbraucherschutz ist gefährdet, aber nicht pauschal durch Einweg-E-Zigaretten, sondern durch den wachsenden Schwarzmarkt“, erklärt Oliver Pohland, Geschäftsführer des VdeH. Er betont, dass bestehende gesetzliche Regelungen bereits wirksame Rahmenbedingungen schaffen, diese aber konsequenter umgesetzt werden müssten.

    „Schwarzmarkt hält sich nicht an Steuerzeichen“
    Pohland hebt hervor, dass illegale Einwegprodukte die Hauptursache für Verstöße sind und nicht der etablierte Fachhandel. Testkäufe in deutschen Großstädten zeigen, dass Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz fast ausschließlich außerhalb des Fachhandels auftreten: „Eine Erhöhung der Steuern, wie von Kotz vorgeschlagen, ist hier der falsche Ansatz. Der Schwarzmarkt hält sich nicht an Steuerzeichen, sodass eine höhere Besteuerung keine abschreckende Wirkung entfalten würde.“

    Der VdeH fordert stattdessen verstärkte Kontrollen und eine konsequentere Umsetzung bestehender Gesetze, um illegale Händler zu stoppen und den Markt zu regulieren. Das könne den Schwarzmarkt austrocknen und den Zugang zu nicht zugelassenen Einwegangeboten verhindern.

    „Pauschales Vorgehen gegen E-Zigaretten“
    Pohland kritisiert auch die Fokussierung der medialen und politischen Diskussion: „Während der Tabakkonsum bei Jugendlichen deutlich höher liegt – knapp 15 Prozent der 14- bis 17-Jährigen rauchen Tabak, gegenüber 2,3 Prozent bei E-Zigaretten – werden dennoch vor allem E-Zigaretten ins Visier genommen.“ Für den VdeH ist es daher entscheidend, den Kampf gegen Tabakkonsum als Hauptgefahrenquelle zu intensivieren. „Der Schutz unserer Jugend erfordert Maßnahmen, die den Tabakkonsum wirksam bekämpfen, anstatt pauschal gegen E-Zigaretten vorzugehen“, schließt Pohland.

    Wie berichtet, hatte der VdeH bereits zu Beginn des laufenden Jahres eine umfangreiche Jugendschutzkampagne gestartet. Damit will der Verband das öffentliche Bewusstsein für das Thema Jugendschutz in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. vi

  • Cannabis-Abgabe startet

    OLDENBURG // Jetzt hat die erste der Anbauvereinigungen, der „Social Club Ganderkesee“, bundesweit mit der Abgabe von Cannabis begonnen. Der Verein rechnete mit bis zu 100 Mitgliedern, die vorab bezahlt hatten und pro Person bis zu 25 Gramm am Tag und bis zu 50 Gramm im Monat abholen dürfen.

    Etwa fünf Millionen Cannabis-Konsumenten im Alter von 18 bis 64 Jahren gibt es in Deutschland. Eine Prävalenz für Cannabiskonsum gibt es laut Suchtforschern bei etwa zehn Prozent der Erwachsenen und bei etwa sieben Prozent der Jugendlichen. Aber: Bei den Zahlen handelt es sich um den Stand vor der Teillegalisierung am 1. April. Seit Juli ist zudem der legale Anbau in „Cannabis Social Clubs“ möglich.

    In Hannover und in Frankfurt am Main sollen sich Verbraucher zudem ab Anfang 2025 legal mit Cannabis eindecken – ohne Sorge vor Verunreinigungen. Als erste Städte in Deutschland starten sie gemeinsam einen Modellversuch zur kontrollierten Abgabe von Cannabis an speziellen Verkaufsstellen im Stadtgebiet. In Hannover sind bis zu drei Cannabis-Shops geplant. Auch Wiesbaden will im Januar 2025 mit einem Modell zur Abgabe in zehn bis 15 ausgewählten Apotheken starten. red

  • Großbritannien: Steuern für E-Zigaretten

    LONDON // Die britische Finanzministerin Rachel Reeves muss den britischen Haushalt aus dem Minus herausholen. Eine historische Aufgabe attestieren ihr die Medien.

    Umgerechnet 48 Milliarden Euro (40 Milliarden Britische Pfund) will sie mit Steuererhöhungen einnehmen, um die Haushaltslücke von 22 Milliarden Pfund zu schließen. Auf der Liste der Begehrlichkeiten weit oben: E-Zigaretten. Die Abgaben sollen ab Oktober 2026 erhoben werden und 2,40 Euro pro zehn Milliliter Liquids betragen. red

  • Jugendliche nicht an Tabakerhitzer interessiert

    BERLIN / GRÄFELFING // Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ergeben, dass Minderjährige immer weniger rauchen. Darauf weist Philip Morris hin. Von den neuen alternativen Nikotinprodukten sind in der Altersgruppe demnach besonders Einweg-E-Zigaretten beliebt, während Tabakerhitzer (Heat not Burn, HnB) fast keine Rolle spielen.

    Der Gebrauch von E-Zigaretten und Tabakerhitzern unter Minderjährigen stagniert laut BZgA insgesamt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Das widerlegt die oft geäußerte Befürchtung, die Produkte würden sich „gezielt“ und mit Erfolg an eine „neue Generation von Rauchern“ richten. Offensichtlich werden Tabakerhitzer nahezu ausschließlich von Erwachsenen genutzt, die Marktteilnehmer verhalten sich verantwortungsvoll.

    Mögliche Faktoren für die relativ niedrige Attraktivität von Tabakerhitzern unter Minderjährigen sind eine eingeschränkte Aromenauswahl, eine verantwortungsvolle Produktpräsentation und wirksame Alterskontrollen. Entscheidend: Neben diesen Faktoren wirken auch die selbst gewählten Vermarktungspraktiken der Hersteller wie Philip Morris. pi