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  • Passivdampf spielt keine Rolle

    HAMBURG // Eine neue Untersuchung belegt: Die Flüssigpartikel im Dampf von E-Zigaretten verdunsten innerhalb von Sekunden. Die Studie weist damit auf eine geringe Belastung der Raumluft durch E-Zigarettendampf hin. Für Hersteller und Händler ist das ein starkes, zusätzliches Verkaufsargument.

    In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass es sich bei den Partikeln in ausgeatmetem E-Zigarettendampf um Flüssigkeitströpfchen handelt, die innerhalb von Sekunden verdunsten. Der Artikel mit den Studienergebnissen wurde im sogenannten Peer-Review-Verfahren geprüft und in der Fachzeitschrift „Nicotine & Tobacco Research“ publiziert.

    „Im Raum wurde keine Akkumulation von Partikeln festgestellt, nachdem die Testpersonen E-Zigaretten geraucht hatten. Das zeigt, dass die Partikel in E-Zigarettendampf sich grundlegend von denen in herkömmlichem Zigarettenrauch unterscheiden, die länger in der Luft verbleiben“, erklärt dazu Grant O’Connell, Corporate Affairs Manager bei Fontem Ventures und Hauptautor der Studie.

    Litauisch-Schweizerisches Gemeinschaftsprojekt

    Die Untersuchung zählt zu den ersten eingehenden Forschungsprojekten, die sich mit den dynamischen Eigenschaften von ausgeatmetem E-Zigarettendampf beschäftigen. Bei der Studie, die unter dem Titel „Characterisation of the Spatial and Temporal Dispersion Differences between Exhaled E-cigarette Mist and Cigarette Smoke“ („Darstellung der räumlichen und zeitlichen Dispersionsunterschiede zwischen E-Zigarettendampf und Zigarettenrauch“) erschien, handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Technischen Universität Kaunas (Litauen), der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Schweiz), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich sowie Fontem Ventures.

    Im Rahmen der Untersuchung ließen die Wissenschaftler durchschnittliche E-Zigarettennutzer handelsübliche Produkte offener und geschlossener Systeme dampfen und ermittelten dabei die Partikelkonzentration in der Raumluft. Anders als bei herkömmlichem Zigarettenrauch konnten sie feststellen, dass die Flüssigpartikel im Aerosol sich sehr schnell auflösten beziehungsweise verdunsteten. Folge: Die Konzentration entsprach innerhalb von Sekunden wieder dem vorherigen Umgebungsniveau. Die Studie wurde in einem Raum ohne Belüftung durchgeführt und bildete daher „Worst Case“-Bedingungen ab.

    „Ausgeatmete Aerosol-Partikel in E-Zigarettendampf unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von herkömmlichem Zigarettenrauch. Mit unserer Studie konnten wir nachweisen, dass es auch hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften signifikante Unterschiede gibt. Die Ergebnisse sind also ein weiterer Beleg dafür, dass das Dampfen von E-Zigaretten in geschlossenen Räumen die Luftqualität mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht negativ beeinflusst“, so O’Connell.

    Nachhaltige Entlastung

    Die nach einem Zug gemessenen Partikelkonzentrationen lagen bei E-Zigaretten und herkömmlichen Zigaretten etwa gleichauf. Im Falle des E-Zigarettendampfs sank sie innerhalb von Sekunden wieder auf den Umgebungswert, während sie beim herkömmlichen Zigarettenrauch mit jedem Zug weiter anstieg und erst nach 30 bis 45 Minuten wieder auf den Umgebungswert zurückging.

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    (DTZ 32/18)

  • Kein Aufschwung in Sicht

    BERLIN // Sinkende Gesamtverkäufe prägen weiterhin die aktuelle Auflagenentwicklung am deutschen Pressemarkt. Allein die Wochenzeitungen präsentierten sich im zweiten Quartal 2018 mit einem annähernd stabilen Auflagenergebnis. Die Tageszeitungen begrenzten abermals den Rückgang ihrer Gesamtverkäufe und verloren erneut rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Publikumspresse verlor aktuell rund fünf Prozent ihrer verkauften Gesamtauflage. Weiter ungebrochen ist der Trend zur elektronischen Ausgabe von Pressetiteln.

    Tageszeitungen
    Die Tageszeitungen einschließlich der Sonntagsausgaben und Sonntagszeitungen verkauften im zweiten Quartal des laufenden Jahres durchschnittlich pro Erscheinungstag 15,92 Millionen Exemplare und damit 4,14 Prozent weniger als im Vorjahr (2/2017: 16,61 Millionen Stück). Gegenüber dem Vorquartal lag der aktuelle Rückgang der Gesamtverkäufe unter einem Prozent (1/2018: 16,07 Millionen Stück). Dies meldete die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) in der aktuellen Auflagenerhebung. Weiter positiv entwickelten sich die Auflagenanteile digitaler Ausgaben. Die Anzahl als ePaper abgesetzter Tageszeitungsexemplare stieg im zweiten Quartal mit 1,29 Millionen verkauften Exemplaren gegenüber dem Vorjahr um rund 16 Prozent an (2/2017: 1,12 Millionen verkaufte Ausgaben).

    Wochenzeitungen
    Die Wochenzeitungen lagen in den Frühjahrsquartalen 2017 und 2018 mit 1,69 Millionen verkauften Exemplaren auf etwa gleichem Niveau. Gegenüber dem Vorquartal präsentierten sich die aktuell ermittelten Gesamtverkäufe mit einem Plus von 3,31 Prozent sogar deutlich verbessert (1/2018: rund 1,64 Millionen verkaufte Stücke).

    Publikumszeitschriften
    Im zweiten Quartal des aktuellen Jahres lag die verkaufte Auflage der Publikumspresse mit rund 85,96 Millionen Exemplaren um 5,42 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres (2/2017: 90,89 Millionen Stück). Damit hat sich der Rückgang in den Gesamtverkäufen im direkten Jahresvergleich erhöht: Im zweiten Quartal 2017 verloren sie noch 4,66 Prozent. Gegenüber dem Jahresbeginn mit einem Minus von 6,04 Prozent der verkauften Auflage im ersten Quartal 2018 schwächte sich der Rückgang jedoch ab. 82 der 100 per Abo und Einzelverkauf erfolgreichsten Titel büßten Käufer in diesen beiden IVW-Kategorien ein, nur 18 gewannen Leser hinzu, meldete auch das Onlineportal Meedia. Zu den großen Verlierern gehörte dabei der „Stern“ mit einem Minus von 14,6 Prozent. Nur noch 315 934 Exemplare setzt das G+J-Magazin per Abo und Einzelhandel ab – eine dramatische Entwicklung. Auch Titel wie „Sport Bild“ und „inTouch“ verloren deutlich. „Der Spiegel“ liegt inzwischen bei 530 657 Exemplaren, verlor diesmal ebenfalls deutliche 7,5 Prozent.
    Die meistverkaufte Publikumszeitschrift blieb die Programmzeitschrift „TV 14“, meldete Meedia. Das Programmie fand im zweiten Quartal noch fast zwei Millionen Käufer. Trotz eines dicken Minus von 7,5 Prozent bleibt es die Nummer Eins. Das einzige Magazin, das ebenfalls noch über der Millionen-Marke liegt, ist „TV Digital“. Hier gingen allerdings laut Meedia sogar 9,8 Prozent der aktiven Käufer abhanden.
    Das stärkste Nicht-TV-Magazin war erneut die „Landlust“, für die es allerdings mittlerweile ebenfalls relativ rasant nach unten ging. 73 545 Exemplare weniger als im Vorjahr gingen über die Ladentheke – das machte ein Minus von 8,3 Prozent.kh

    (DTZ31/18)

  • Mit der Dampflok auf Jubiläumsfahrt

    Krefeld // Hartmut Janßen hat sich zum 50-jährigen Bestehen der Marke „Davidoff“ ein besonderes Genuss-Event einfallen lassen: Der Krefelder Fachhändler lädt Zigarrenliebhaber Ende August zum Davidoff-Tasting während einer Fahrt mit dem historischen Dampfeisenbahnzug „Schluff“ ein.

    Janßen Tabak & Genuss, auf der Königstraße 117 in Krefeld ist Davidoff Fünf-Sterne-Ambassador und gehört damit zu den weniger als 80 Verkaufsstellen in Deutschland, die diesen hohen Depot–Status haben. Inhaber Hartmut Janßen nimmt deshalb die Idee einer Gemeinschaftsaktion zum Jubiläum auf und macht daraus einen „Echt Krefelder Event“ mit dem Wahrzeichen Schluff.

    Die Zigarrenraucher treffen sich am 31. August um 18.30 im Nordbahnhof-Biergarten. Zur Begrüßung gibt es „Schlüffken Alt“ und Häppchen sowie „Davidoff Primeros“, die erste von jeweils drei Davidoff-Zigarrenprodukten. Mit Dampf und Getöse fährt die Gruppe dann im Schluff zum Hülser Berg, wo bei Rheinischer Kartoffelsuppe Station gemacht wird. Auf der Hin- und Rückfahrt erfahren die Mitreisenden Geschichten über Zino Davidoff und Winston Churchill.

    Zu den Davidoff-Zigarren stellt Janßen eine passende Neuheit seines Sortiments vor: schwedischen Single Malt von Mackmyra, den es ab sofort auch in Krefeld gibt. Markenbotschafter Felix Gröger schenkt persönlich aus. Wieder zurück im Nordbahnhof-Biergarten, klingt der Abend genüsslich mit einer „Winston Churchill Late Hour“ aus. Der Genuss-Abend wird mit Wein, Bier und alkoholfreien Getränken begleitet. Den musikalischen Teil übernimmt der Saxophonist Jan von Klewitz. pnf

    (DTZ31/18)

  • Valora legt Zahlen vor

    ZÜRICH // Die Valora Unternehmensgruppe hat Zahlen fürs erste Halbjahr 2018 vorgelegt. Demnach stieg der Außenumsatz um 15,0 Prozent auf 1,35 Milliarden Franken, rund 1,16 Milliarden Euro. Zugleich kletterte der Bruttogewinn um 13,8 Prozent auf 474,0 Millionen Franken. Dazu teilt Valora mit, dass die Profitabilität des Schweizer Einzelhandels auf hohem Niveau liege. Deutschland hingegen erlebe zeitverzögert zur Schweiz einen verstärkten Rückgang im Pressebereich. In der zweiten Jahreshälfte würden aber positive Ergebniseffekte aus eingeleiteten Kosteninitiativen und Projekten – etwa alternativen Food, Services und Tabakprodukten („E-Smoke“) – erwartet.

    Valora-Chef Michael Mueller: „Wir sind mit dem Geschäftsverlauf zufrieden und sehen uns bei der Erreichung unserer Ziele für das Gesamtjahr auf gutem Weg.“red

    (DTZ31/18)

  • „Der Branche fehlen Vorgaben“

    MÖNCHENGLADBACH // Seit 2011 lenken Michael Reisen und Paul Heinen gemeinsam die Geschicke des Bundesverbandes Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA). Der BDTA vertritt die gemeinsamen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Interessen des Tabakwaren-Großhandels sowie des Zigarettenautomaten aufstellenden Handels in Deutschland. DTZ sprach mit Reisen und Heinen über die Situation der Branche und die Aussichten für die Zukunft.

    Herr Reisen, Herr Heinen, wie groß ist der BDTA eigentlich?
    Michael Reisen: Uns sind 100 Unternehmen – meist mittelständisch strukturierte und inhabergeführte Betriebe mit rund 4500 Beschäftigten – angeschlossen. Unsere Mitgliedsbetriebe vertreiben alle in Deutschland herstellerseitig gelisteten Tabakerzeugnisse, als Randsortiment auch Süßwaren, alkoholische Getränke und Hygieneartikel. Zu den belieferten Kunden zählen Tabakwarenfacheinzelhandelsgeschäfte, Kioske sowie Tankstellen. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 95000 stationäre Verkaufspunkte für Tabakwaren und 330000 Zigarettenautomaten. Insgesamt 59 Prozent des Gesamtabsatzes von Tabakwaren werden durch den Tabakwaren-Großhandel und die Automatenbetriebe vertrieben.

    Und welche Themen bewegen Sie derzeit?
    Reisen: Zentrales Thema ist Track & Trace. Die Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit für Zigaretten und Tabak zum Selberdrehen gelten ab dem 20. Mai 2019, für übrige Tabakerzeugnisse fünf Jahre später. Dabei fehlen der Branche noch immer – zehn Monate vor dem Life-Start des Systems – hinreichende und bestimmte Vorgaben im technischen und im verfahrenstechnischen Bereich. Die Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte geben schlicht kein klares Bild, insbesondere nicht in technischen Detailfragen. Nach dem Zeitplan der Kommission verbleiben dem Handel schlussendlich lediglich fünf Monate zur Implementierung eines komplexen Systems, was natürlich die Aussicht auf Erfolg deutlich schmälert.

    Was kann die Branche tun?
    Reisen: Unter großem Aufwand haben die Unternehmen des deutschen Groß- und Einzelhandels gemeinsam mit der Industrie einen Arbeitskreis installiert, der durch ständige Interaktion mit den zuständigen Stellen auf EU- und Bundesebene das unvollständige Bild der auf uns zukommenden Regulierung zu komplettieren sucht. Der BDTA selbst hat zudem einen gesonderten Arbeitskreis zu den damit verbundenen Fragen der Informationstechnologie gebildet, in denen die beteiligten Unternehmen daran arbeiten, eine einheitliche Lösung für alle Mitglieder zu finden. Wir haben damit dem Wunsch nach einer möglichst einheitlichen Branchenlösung Rechnung getragen, die auch den Lebensmittelhandel umfasst.
    Paul Heinen: Mit dem angestrebten System der Rückverfolgung von Tabakwaren können lediglich legal hergestellte Tabakwaren in der legalen Lieferkette in der EU kontrolliert werden. Nach Einschätzung der Bundesregierung, die wir uneingeschränkt teilen, gibt es jedoch im legalen Handel in Deutschland keine illegalen Waren, was das Erreichen des Zwecks der Regulierung – nämlich den illegalen Handel zu bekämpfen – höchst unwahrscheinlich macht. Auch die engste Kontrolle der legalen Lieferwege wird die Kreise des illegalen Handels nicht stören. Es wirkt, als wolle man auf Eichen nach Äpfeln suchen.

    Da kommt natürlich die Frage auf, wer das bezahlen soll?
    Reisen: Die TPD 2 legt die Bereitstellung der Ausrüstung, die notwendig ist, Tabakerzeugnisse in bestimmten Zuständen zu erfassen, nämlich im Kauf, Verkauf, der Lagerung, dem Transport sowie bei unspezifizierten anderen Handhabungen, den Zigarettenherstellern auf.
    Heinen: Dabei muss gemäß TPD diese Ausrüstung in der Lage sein, die erfassten Daten elektronisch zu lesen und an die entsprechenden Datenspeicher zu melden. Um die Meldung ordnungsgemäß durchführen zu können, ist aber das Zuführen weiterer Daten aus anderen Systemen erforderlich.

    Zum Beispiel?
    Heinen: Das sind etwa die Bestell- und Zahlungsstromdaten aus dem Warenwirtschafts- beziehungsweise Finanzsystem. Zu diesem Zweck müssen Interfaces errichtet werden. Am Ende wird über die Prozesskosten zu sprechen sein, die notwendigerweise durch das Erfassen von Daten entstehen – hier handelt es sich um rund 400 Millionen Erfassungsvorgänge pro Jahr allein im Tabakwarengroßhandel.
    Reisen: Da es sich um Kosten handelt, die dem Produkt Tabakwaren zuzurechnen sind, werden die Zigarettenhersteller diese beim Festlegen des Kleinverkaufspreises, den ja allein sie bestimmen, entsprechend einpreisen müssen. In einem ersten Statement an den Großhandel per Rundschreiben wurde von vier Herstellern geäußert, dass man sich die Kostenübernahme für das Bereitstellen der Ausrüstung, die notwendig ist, um die Tabakerzeugnisse zu erfassen, vorstellt. Diese Interpretation – diese Eingrenzung der Kostenübernahme auf die für die unmittelbare Erfassung der Tabakprodukte erforderliche Ausrüstung – sehen wir nicht, sie lässt sich so auch nicht aus der Tabakdirektive ableiten. Die Tabakprodukthaftung – dazu gehört auch und in diesem Zusammenhang gerade die Rückverfolgbarkeit von Tabakerzeugnissen im Sinne der TPD 2 – kann nicht auf den Handel delegiert werden.
    Heinen: Wobei es nicht trivial werden wird, zum Beispiel Kosten für Systemintegrationen und Interfaces zuzuordnen und zu bestimmen. Wir gehen indes davon aus, dass im Dialog zwischen den Herstellern von Tabakprodukten in Deutschland und den weiteren betroffenen Wirtschaftsteilnehmern in der Wertschöpfungskette Tabak eine sachgerechte Lösung gefunden wird.
    Zeichnet sich im Hinblick auf Track  &  Trace denn eine Lösung der übrigen offenen Baustellen ab?
    Heinen: Es gibt in der Tat noch eine Reihe von offenen Fragen, dies ist der Natur der Sache geschuldet. Der Zeitplan aus Brüssel erzwingt die parallele Bearbeitung von Sachverhalten, die voneinander abhängen und aufeinander aufbauen, also eigentlich und denklogisch nur nacheinander abgearbeitet werden können. In manchen Detailfragen wurden Fortschritte erzielt: So scheint es im Hinblick auf die KEP-Dienstleister…

    Also die Branche der Kurier-, Express- und Paketdienste…
    Heinen: …Licht am Ende des Tunnels zu geben. Am 14. Juni hat der Dienstleister DHL gegenüber dem Arbeitskreis Handel / Industrie zum Thema Track & Trace in Aussicht gestellt, seine Paketdienstleistungen auch nach dem 20. Mai 2019 noch für betroffene Tabakerzeugnisse erbringen zu können. Die übrigen Dienstleister haben sich dazu noch nicht eingelassen.
    Reisen: Das ist natürlich zunächst eine gute Nachricht, insbesondere auch für die kleineren Mitgliedsunternehmen des BDTA – aber auch eine bedenkenswerte. Der BDTA wird nicht zulassen, dass es im Hinblick auf den Paketversand von Tabakprodukten zu einem Monopol kommt.

    Ich möchte noch zu etwas anderem kommen. In jüngerer Zeit gibt es Bestrebungen, einen Dachverband für die „Tabakfamilie“ zu gründen. BTWE-Präsident Rainer von Bötticher hat beim BTWE-Branchendialog in Rösrath geäußert, dass der BTWE diesen Weg nicht mitgehen wolle. Wie steht der BDTA dazu?
    Heinen: Wir beobachten diese Entwicklung durchaus mit Wohlwollen, jedoch auch mit einer gewissen Distanz. Es wird sich erweisen müssen, ob die Gründung eines Dachverbandes aus sich heraus geeignet ist, die divergierenden Interessen der unterschiedlichen Stakeholder zu einem einheitlichen Standpunkt zu verdichten. Ganz besonders die Hersteller der unterschiedlichen Tabakprodukte stehen hier zunächst und zuvörderst im Fokus. Die Handelsverbände BDTA und BTWE werden also voraussichtlich nicht zu den Gründungsmitgliedern eines Dachverbandes gehören.
    Reisen: Aber selbstverständlich nicht deshalb, weil wir uns einer konstruktiven Zusammenarbeit verschließen wollten. Die Kooperation mit den anderen Verbänden, also derzeit insbesondere mit DZV, IGT und VdR, ist uns nicht nur wichtig, sie ist für uns essenziell. Vielmehr sind wir der Auffassung, dass es – zumindest nach derzeitiger Lage – besser ist, getrennt zu marschieren und vereint zu schlagen. Aufgrund unserer stark mittelständischen und familiengeprägten Großhandelsstruktur mit regionaler Verwurzelung sind wir wesentlich stärker von regionalen Märkten als von weltweiten Börsenkursen abhängig und beeinflusst.

    Herr Reisen, Herr Heinen, ich bedanke mich für das Gespräch.

    Interview: Marc Reisner

    (DTZ31/18)

  • Neues Ein-Euro-Los von Lotto Bayern

    MÜNCHEN // Der Startschuss für eine neue Sofortlotterie ist gefallen: Mit dem Los „Rubbel Rubbel“, das in allen bayerischen Lotto-Annahmestellen für einen Euro zu haben ist, gibt es als Hauptpreis 5000 Euro zu gewinnen.

    Die Spielmechanik ist leicht verständlich: Wem es gelingt, dreimal einen gleichen Geldbetrag frei zu rubbeln, gewinnt die Summe des frei gerubbelten Betrags. Wer dreimal das Wort „Freilos“ frei rubbelt, erhält ein Gratislos.

    Übrigens: Sollte es mit den 5000 Euro nicht gleich auf Anhieb klappen, lassen sich mit Sofortgewinnen in Höhe von einem, zwei, fünf, zehn, 25 und 50 Euro neue Versuche starten, an den Hauptgewinn zu kommen. red

    (DTZ 29/18)

  • Norwegen auf Anti-Tabak-Kurs

    BERGEN // In Norwegen dürfen Zigaretten und Snus nur noch in neutralen Verpackungen verkauft werden. Damit verschärft die Regierung den eingeschlagenen Anti-Raucher-Kurs.

    Der Blick auf Markenlogos von Zigaretten und Snus blieb den meisten Norwegern schon länger verwehrt: In den meisten Verkaufsstellen in skandinavischen Ländern müssen Tabakwaren aller Art in speziellen Schränken aufbewahrt werden und sind damit für Kunden nicht sichtbar. Erst auf Anfrage werden sie von den Verkäufern hervorgeholt. Ausnahmen gibt es lediglich für spezialisierte Tabakwarengeschäfte.

    Einheitsfarbe und einheitlicher Marken-Schriftzug
    Nun hat die norwegische Regierung mit einem neuen Gesetz neutrale Verpackungen für Zigaretten und Snus angeordnet: Alle Packungen haben zukünftig eine Einheitsfarbe, auf denen die Markennamen nur noch in einer einheitlichen Schrift stehen. Logos werden somit gänzlich von der Packungsoberfläche verbannt.

    Der Tabakwarenhersteller Swedish Match hatte im November 2017 mit einer Klage gegen den norwegischen Staat noch versucht, die „Plain-Packaging“-Regelung abzuwenden. Dieser Versuch blieb jedoch erfolglos, der Start der neuen Regulierung am 1. Juli 2018 wurde damals bestätigt.

    Schärfste Anti-Raucher-Gesetze
    „Die Verpackung war eine der letzten Werbemöglichkeiten für Tabakwarenhersteller“, sagt Bjørn Guldvog vom norwegischen Gesundheitsministerium und spricht von einem wichtigen Schritt für das langfristige Ziel einer tabakfreien Gesellschaft. Was die Maßnahme für die Tabakindustrie bedeutet und inwiefern sie sich auf den Absatz auswirkt, bleibt abzuwarten. Norwegen hat jetzt schon eine der härtesten und stringentesten Anti-Raucher-Gesetzgebungen der Welt und verbot das Rauchen auf öffentlichen Plätzen bereits 2004.

    Durch die Rauchverbote steigt indes der Verbrauch von Snus, der traditionellen Tabakvariante, die nicht geraucht, sondern unter die Lippe geschoben wird. Zwar wurde das Produkt in der EU verboten, Norwegen ist aber lediglich ein assoziiertes Mitglied der EU. Laut dem norwegischen Statistikamt SSB ist Snus hier mittlerweile populärer als Zigaretten. Demnach konsumieren zwölf Prozent der Norweger Snus, während lediglich elf Prozent zur Zigarette greifen. Durch die hohe Besteuerung sind Tabakwaren in Norwegen extrem teuer: Eine Zigarettenpackung kostet im Schnitt elf Euro. mar

    (DTZ 29/18)

  • Innocigs legt neue E-Zigaretten-Studie vor

    HAMBURG // Wer nutzt E-Zigaretten? Dieser Frage ging das Hamburger Unternehmen Innocigs nach, ließ rund 5650 Dampfer befragen und legte jetzt die Ergebnisse dieser bislang größten Erhebung im deutschsprachigen Raum vor.

    Vor allem Männer sind laut der neuen Umfrage der E-Zigarette zugetan: Rund 77 Prozent der Befragten sind männlich. Eine wesentliche Rolle dürfte dabei die höhere Raucherquote unter den Männern spielen. Laut Tabakatlas aus dem Jahre 2015 rauchten 30 Prozent der Männer und nur 20 Prozent der Frauen in Deutschland.

    Rund 29 Prozent der Nutzer von E-Zigaretten und damit Angehörige der größten Altersklasse sind 36 bis 45 Jahre alt, 25 Prozent verteilen sich auf die 26– bis 35-Jährigen, ein weiteres Viertel gehört zur Altersgruppe von 46 bis 55 Jahren. Lediglich 0,1 Prozent sind unter 18 Jahre alt. Mit einem Durchschnittsalter von etwa 42 Jahren lässt sich der „typische“ Dampfer in die Generation X oder als „mitten im Leben stehend“ einordnen.

    Bildungsstand
    Rund 23 Prozent der Dampfer verfügen über ein Netto-Einkommen von 2000 bis unter 3000 Euro und liegen damit im guten Bundesdurchschnitt. Der Umfrage zufolge haben fast 41 Prozent der Dampfer die Mittlere Reife als höchsten Bildungsabschluss, gefolgt vom Abitur mit 16 Prozent und einem Fachhochschulabschluss mit ebenfalls 16 Prozent. Außerdem ist jeder dritte Nutzer von E-Zigaretten verheiratet und hat mehrheitlich Kinder.

    Etwas weniger als zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) geben an, mit Hilfe der E-Zigarette mittlerweile Nichtraucher zu sein. Nur knapp 20 Prozent nutzen neben der E-Zigarette gelegentlich noch die herkömmliche Tabakzigarette, während lediglich rund fünf Prozent genauso viel rauchen wie vorher. Zugleich haben fast drei Viertel der Befragten die Nikotinkonzentration im Laufe ihrer E-Zigaretten-Nutzung deutlich reduziert.

    Weniger als zwei Prozent starten mit Dampfe
    Die Befürchtung einer Verlockung von Nichtrauchern durch die Geschmacksvielfalt der Liquids lässt sich nicht nachvollziehen: Nicht einmal zwei Prozent der Befragten sind ohne zuvor geraucht zu haben an die E-Zigarette gelangt. Überraschend: Die Mehrheit der Frauen bevorzugt Tabakaromen, während die männlichen Teilnehmer eher Liquids mit Fruchtaroma oder sogenannte Tasty-Tastes, etwa Erdbeer-Käsekuchen oder Schokolade, favorisieren.

    Eine im Jahr 2015 erschienene Studie der Behörde Public Health England belegt, dass die Nutzung der E-Zigarette zu 95 Prozent weniger schädlich als die der Tabakzigarette ist. 2018 ergänzte das Amt in einer erneuten Auswertung der bisherigen Forschung zur Tabak-Alternative, dass das Krebsrisiko mit der E-Zigarette bei nur 0,5 Prozent im Vergleich zum Rauchen liege.

    Aufgeklärte Dampfer
    Das Thema „Gesundheit“ beim Dampfen ist denn auch ein breit diskutiertes Feld. Rund 84 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass Dampfen weniger schädlich ist als Rauchen, und nicht ganz ein Zehntel empfindet die Nutzung der E-Zigarette als völlig unbedenklich. Nur etwa sieben Prozent stehen den gesundheitlichen Auswirkungen kritischer gegenüber. Gleichzeitig gaben viele Teilnehmer an, einen positiven Effekt auf das eigene Befinden wahrzunehmen. red

    (DTZ 29/18)

  • Steueraufkommen erholt

    WIESBADEN // Die Branche hat sich zum Ende des ersten Halbjahres verstärkt mit Steuerzeichen für Tabakwaren eingedeckt. Das geht aus der aktuellen Tabaksteuerstatistik hervor.

    Demnach lag der Netto-Bezug der Steuerzeichen insgesamt um 10,9 Prozent über den Werten des Vorjahres, absolut lag das Gesamtaufkommen im Juni bei gut 1,3 Milliarden Euro. Allerdings besteht insbesondere fürs erste Quartal auch noch Aufholbedarf.

    Die Einnahmen des Bundes bei der Tabaksteuer sanken im ersten Halbjahr um rund zwei Prozent auf 6,137 Milliarden Euro. Dabei ging das Aufkommen bei Zigaretten – mit 5,161 Milliarden Euro der größte Posten – ebenfalls um zwei Prozent zurück. Bei Feinschnitt lag die Veränderung bei einem Minus von 2,5 Prozent.

    Erfreulich die Tendenz bei Pfeifentabak, getrieben vor allem durch die Nachfrage nach Shisha-Tabak: Hier stiegen die Steuereinnahmen des Bundes um fast 4,1 Prozent auf knapp 44 Millionen Euro. max

    (DTZ 29/18)

  • Aus für Be Posh?

    DÜSSELDORF // „Die Posh Global GmbH stellt ihre aktive Geschäftstätigkeit ein.“ Das hat das Düsseldorfer Unternehmen auf DTZ-Anfrage mitgeteilt.

    Die bisherige Geschäftsführerin Antje Hersch habe im Einvernehmen mit den Gesellschaftern ihre Ämter zum 5. Juli niedergelegt. Neue Geschäftsführer sind Mark Wappler und Stefan Petter. Posh Global betont, man melde keine Insolvenz an und werde seinen Verpflichtungen wie gewohnt nachkommen.

    Weiter heißt es: „Wir bedauern diese Tatsache sehr und sprechen aktuell mit möglichen Partnern, die in Zukunft die Versorgung mit dem Be-Posh-Sortiment weiterhin sicherstellen können.“ max

    (DTZ 29/18)