Autor: admin

  • Brinkmann-Werk schließt

    BREMEN // Nach Informationen des „Weser-Kuriers“ wird die seit 208 Jahren in Bremen ansässige Firma Brinkmann zum Juli 2021 ihre Pforten schließen.

    Aktuell produzieren dort 74 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb Filterhülsen für Zigaretten zum Selberstecken sowie Eindrehfilter für die Selbstgedrehte.

    Das Unternehmen gehört zu Gizeh in Gummersbach, wo man über die F + C Papiervertriebsgesellschaft in Trossingen bei Stuttgart eine Produktion zur Herstellung von Filterhülsen übernommen hat. Dabei handelt es sich um das einstige Efka-Werk, den weltgrößten Hersteller von Zigarettenhülsen.

    Die Entscheidung für diesen Standort bedeutet das Aus für Bremen. Grund sind laut Geschäftsführer Christian Hinz wirtschaftliche Gründe. Für die Beschäftigten soll es einen Sozialplan geben.

    Brinkmann in Bremen produzierte in den 1960er-Jahren Zigarettenmarken wie „Peer Export“ oder „Lord Extra“, nach Medieninformationen die damals meist gerauchte nikotinarme Zigarette weltweit. Nach Einstieg des Ruper-Konzerns, der bis 1972 alle Brinkmann-Aktien übernahm, wurde das Unternehmen Teil von Rothmans International. Als 1999 Rothmans mit British American Tobacco (BAT) fusionierte, firmierte das Bremer Werk fortan wieder unter dem Namen Brinkmann Tabakfabriken GmbH. red

  • Lifestyle-Wochenende im Doppelpack

    DORTMUND // Am 10. und 11. Oktober startet die Dampf-Community Messe für E-Zigaretten, Liquids, Aromen und Zubehör. Auf der [link|https://www.vaperscom.de/startseite/]VapersCom[/link] können sich die Besucher persönlich austauschen und die neuesten Trends, Innovationen und Produkt-Neuheiten kennenlernen.

    Highlight im Programm
    Dabei steht in diesem Jahr ein besonderes Highlight auf dem Programm, denn sie geht erstmals gemeinsam mit der renommierten [link|https://www.tattoocon.de/]TattooCON[/link] an den Start und verwandelt die Messe Dortmund an diesem Messe-Wochenende so zu einer wahrhaften „Lifestyle-Plattform“.

    Die 25. Internationale TattooCON Dortmund beginnt am Freitag (9. Oktober). Ab Samstag, dem 10. Oktober, öffnet auch die VapersCom ihre Pforten. Beide Messen enden am Sonntag (11. Oktober) und ermöglichen bis in die späten Abendstunden ein ereignisreiches und spannendes Wochenende in Dortmund.

    Kombiticket für beide Messen
    Mit dem Kombiticket im Wert von 25 Euro bekommen die Besucher der beiden Messen am Samstag und / oder Sonntag nicht nur einen umfassenden Lifestyle-Tag geboten, sondern können auch noch bares Geld sparen.

    Tagestiket für Freunde des Dampfens
    Für alle Vape-Interessierten und Freunde des Dampfens ist zudem ein separates Tagesticket (12 Euro/ ermäßigt:10 Euro) zur VapersCom 2020 erhältlich.
    Für Besucher, die sich einen groben Überblick verschaffen möchten, wird am Sonntag (ab 14 Uhr) ein Nachmittagsticket zum Special-Preis von 5 Euro angeboten.
    Tickets gibt es für Besucher ab 18 Jahren online unter shop.messe-dortmund.de/vc20oder für Kurzentschlossene direkt an der Tageskasse im Eingang Nord. Aufgrund der aktuellen Auflagen und der Pflicht zur Datenerfassung kann es hier jedoch zu Wartezeiten kommen.
    Öffnungszeiten [link|https://www.vaperscom.de/startseite/]VapersCom[/link]: Samstag, 10. Oktober, von 10 bis 19 Uhr und Sonntag, 11. Oktober, von 10 bis 18 Uhr.

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  • Imperial verkauft Produktionsstandort

    TROSSINGEN // Der Tabakkonzern Imperial Brands hat seinen Fertigungsstandort in Trossingen zur Produktion von Filterhülsen unter anderem der Marke EFKA an die F + C Papiervertriebsgesellschaft mbH verkauft.

    Eigentümerwechsel
    Der Eigentümerwechsel erfolgte rückwirkend zum 1. Oktober. Die Käuferin gehört zur niederländischen Unternehmensgruppe Mignot & De Block, in Deutschland vor allem über die Tochtergesellschaft Gizeh Raucherbedarf GmbH bekannt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

    Imperial Brands hatte seine Hülsenproduktion in Trossingen im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2020 eingestellt. Grund war die anhaltende Unterauslastung der Produktionskapazitäten, bedingt durch rückläufige Produktionsmengen und den Verlust von Handelsmarkenverträgen. Dadurch wurde die Schließung der weltweit letzten Hülsenproduktion in der gesamten Imperial-Gruppe notwendig.

    Marke und Patente bleiben bei Imperial Brands
    Mit der Übernahme des gesamten EFKA-Betriebsgeländes, aller darauf befindlichen Gebäude sowie weiter Teile des aktuellen Maschinenparks samt Ersatzteilen kann der Fertigungsstandort Trossingen – und mit ihm rund 80 Arbeitsplätze vor Ort – nun jedoch perspektivisch erhalten bleiben. Die traditionsreiche Marke EFKA, deren Patente sowie weitere Markenrechte verbleiben im Besitz von Imperial.

    „EFKA war über 108 Jahre ein fester Bestandteil von Trossingen“, erklärte dazu Helmut Rutschke, Geschäftsführer von EFKA. „Unsere Produktion hier einstellen zu müssen, schmerzt persönlich und vor allem mit Blick auf die betroffenen Mitarbeiter nach wie vor sehr. Auf der anderen Seite freuen wir uns, den Standort an einen Käufer übergeben zu können, der die Produktion und damit einen wichtigen Teil der wirtschaftlichen Tradition Trossingens fortführen will.“

    pi

  • „Schützen statt strafen“

    BERLIN // Die heutige Drogenpolitik erfüllt ihren Zweck nicht. Das sagen die Herausgeber des 7. Alternativen Drogen- und Suchtberichts. Erforderlich seien konsequente Maßnahmen zur Verminderung gesundheitlicher Schäden sowie staatliche Regulierung.

    Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung haben selbst darauf hingewiesen: Der Drogenhandel nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Polizei und Justiz können den Drogenkonsum offenbar nicht aufhalten.

    Zeit für neue Wege
    Fachleute aus Wissenschaft und Drogenhilfe meinen daher, es sei Zeit für neue Wege. Die Drogenpolitik von morgen müsse heute beginnen. Das ist auch die zentrale Aussage des neuen Alternativen Drogen- und Suchtberichts, der jetzt vom Akzept Bundesverband und der Deutschen Aidshilfe vorgestellt wurde.

    Drei Neuerungen
    Die Herausgeber nannten dabei drei Neuerungen, die die hohe Zahl der Todesfälle durch legale und illegale Drogen senken, schädliche Folgen von Abhängigkeit reduzieren und gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Folgekosten drastisch reduzieren könnten:
    [bul]Ansätze der so genannten „Schadensminimierung“ beim Drogenkonsum müssten überall verfügbar sein und auch bei Tabak und Alkohol angeboten werden.

    [bul]Die staatlich regulierte Abgabe bisher illegaler Substanzen könne kriminellen Drogenhandel reduzieren, Menschen vor den Gefahren der Illegalität bewahren und Jugend- und Verbraucherschutz ermöglichen.
    [bul]Eine effiziente Drogenpolitik würde rasch gelingen, wenn die Bundesregierung Kompetenz in einem drogenpolitischen Fachbeirat zusammenführen würde.

    Kampf gegen Windmühlen
    Dazu erklärte Heino Stöver, Akzept-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences: „Die Politik der Strafverfolgung ist nur noch ein schädlicher Kampf gegen Windmühlen. Betroffene werden marginalisiert statt unterstützt – oft mit tödlichem Ausgang. Eine zeitgemäße Drogenpolitik folgt der Devise: Schützen statt strafen!“

    Stöver weiter: „Abstinenz ist nicht alles. Neben der klassischen Prävention müssen wir auch bei Alkohol und Tabak Alternativen anbieten. Die E-Zigarette könnte vielen Menschen das Leben retten, denn sie ist weniger schädlich als die Verbrennung von Tabak.“

    Regulierte Abgabe
    Zum Thema Cannabis erklärte Bernd Werse, Vorstandsmitglied der European Society for Social Drug Research sowie des Centre for Drug Research an der Goethe-Universität Frankfurt: „Millionen Menschen, darunter viele junge, konsumieren Cannabis, nicht wenige machen auch Erfahrungen mit anderen Drogen. Die meisten entwickeln keine nennenswerten Probleme. Es ist vor allem das Strafrecht, das oft Leben oder Karrieren zerstört. Verfolgung durch eine regulierte Abgabe der Substanzen zu ersetzen, würde den Konsumierenden Produktsicherheit bieten und Milliarden Euro für sinnvolle Präventions- und Behandlungsangebote freisetzen.“

    „Unser Ziel ist, Fortschritte in Kooperation mit politisch Verantwortlichen zu entwickeln und zu realisieren. Ein Fachbeirat könnte die Drogenbeauftragte gerade bei schwierigen politischen Vorhaben unterstützen“, betonte Stöver.

    red

    Infos unter: [link|https://alternativer-drogenbericht.de/]alternativer-drogenbericht.de[/link]

  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    eine Woche war ich im Urlaub, und jetzt gibt es Einiges zu berichten. Beginnen wir mit einem Beitrag in der ARD, der mir am vergangenen Montag auffiel. Im Corona-Extra kamen auf einmal – sensationell fürs Staatsfernsehen – kritische Stimmen zu Wort.

    Der Virologe-Professor Hendrik Streeck etwa erklärte, Infektionszahlen sagten nur bedingt etwas aus, weil nur ein sehr geringer Teil der Infizierten auch medizinische Hilfe benötigte. Andreas Gassen, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, kritisierte die Fixierung auf Corona-Zahlen. Der Berliner Lungenmediziner Torsten Bauer vom Behring-Klinikum forderte gar, wir sollten versuchen, von dieser Zahl wegzukommen; vielmehr solle man auf die Zahl der Krankenhaus-Aufnahmen schauen.

    Zahlen-Korrektur
    Damit nicht genug zeigte der ARD-Journalist eine Grafik, dass – im Gegensatz zum April, als der Peak bei rund 20 Prozent lag – derzeit nur etwa rund sechs Prozent der Infizierten ins Krankenhaus müssten. Auch die Todeszahlen rückte der Autor zurecht: Von März bis zum Zeitpunkt der Ausstrahlung waren in Deutschland 9534 Menschen „an oder mit“ Corona gestorben. Allerdings stürben in der Bundesrepublik pro Woche 16.000 bis 20.000 Menschen (im gleichen Zeitraum waren das also etwa 922.000). Noch gibt es den [link| https://www.daserste.de/information/nachrichten-wetter/ard-extra/videosextern/ard-extra-die-corona-lage-344.html]Beitrag[/link].

    Dunkelziffer
    Auch sehr spannend fand ich neue Zahlen aus New York: Die WHO teilte mit, es dürften sich nach neuen Berechnungen bereits rund zehn Prozent der Erdbevölkerung mit Corona infiziert haben. Das wären etwa 20mal so viele, wie bekannt. Klar, dass sich die Zahl der Todesfälle im Verhältnis zur großen Dunkelziffer als nahezu unbedeutend darstellen dürfte. Aber natürlich spielen solche Zahlen auch dem wachsenden Heer der „Corona-Leugner“ in die Hände.

    Aussagen eines Leugners
    Die Aussagen eines solchen Leugners fielen mir jüngst in die Hände. Der Mann behauptete tatsächlich, dass die Empfindlichkeit der PCR-Tests die Pandemie beflügele: „Wenn ein solches Virus zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgendetwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich eine Infizierte.

    Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle, und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten.“ (Originalzitat mit sehr kleinen redaktionellen Anpassungen).

    Medien-Schelte
    Außerdem, hieß es weiter: „Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben.“ Und schließlich behauptete er gar noch, interessant seien die echten Fälle: „Ob symptomlose oder mild infizierte Krankenhausmitarbeiter wirklich Virusträger sind, halte ich für fraglich.“

    Ach ja, auch von Desinfektionsmitteln hält der Betreffende wenig: „Anders als zum Beispiel bei Brechdurchfall verursachenden Noroviren, denen nur mit alkoholischen Lösungen beizukommen ist, reichen bei Corona-Viren Wasser und Seife aus.“

    Gesagt hat das alles ein gewisser Christian Drosten 2014 im Interview mit der Wirtschaftswoche. Googeln Sie mal – der [link| https://www.wiwo.de/technologie/forschung/virologe-drosten-im-gespraech-2014-der-koerper-wirdstaendig-von-viren-angegriffen/9903228.html]Beitrag[/link] ist online.

    Tückisches Virus
    Trotzdem: Das Virus ist tückisch. Das zeigen auch Erfahrungsberichte: „Alle Akutbetten seit Wochen belegt“, „Kapazitäten erschöpft“, „jede fünfte Pflegekraft selbst erkrankt“, „Ausnahmezustand“, „Situation im Moment untragbar“, „Ausnahmefall in Schulen, Altenheimen und Betrieben“ oder „Lage angespannt“ lauteten Aussagen in Zeitungen. Manchmal mussten Verletzte nach Verkehrsunfällen lange mit dem Rettungswagen durch die Gegend kutschiert werden, weil die angefahrenen Krankenhäuser sie nicht mehr aufnehmen konnten. Das sind Szenen, die sich in Deutschland abgespielt haben – allerdings im Spätwinter 2018, als die Influenza uns fest im Griff hatte. Dabei, so das Robert-Koch-Institut, lag der Impfschutz damals mit fast 50 Prozent besonders hoch.

    Ich möchte damit nicht Influenza und Corona vergleichen. Ich möchte wieder einmal darauf hinweisen, dass wir die Kirche im Dorf lassen sollten. Und das insbesondere angesichts der Taktik schleichender Schritte, mit der uns Merkel, Söder, Spahn und Co. auf den nächsten Lockdown zutreiben.

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende – gehen Sie nach draußen, so oft es möglich ist, und tanken Sie Vitamin D für den Winter.

    Herzlich,
    Marc Reisner,
    Chefredakteur DTZ

  • „Zum Glück haben alle an einem Strang gezogen“

    BREMEN // Die Corona-Pandemie hat nachhaltige Folgen im Einzelhandel. Diese bekam und bekommt auch der Fachhandelsfilialist Jonas mit Firmenzentrale in Bremen zu spüren.

    Drei Filialen während des Lockdowns geschlossen
    Während des von der Politik beschlossenen Lockdowns im Frühjahr musste das Familienunternehmen drei seiner insgesamt 26 Filialen schließen. Betroffen waren die Geschäfte in den normalerweise sehr stark besuchten Hauptbahnhöfen von Hamburg (zwei Läden) und Lübeck. Mit bis zu 450.000 Fahrgästen und Passanten täglich ist der Hamburger Hauptbahnhof der am stärksten frequentierte Personenbahnhof Deutschlands. Zur Zeit der Zwangsschließungen machte Jonas in diesen drei Filialen keinen Cent Umsatz, hatte aber weiterhin Kosten zu tragen und musste die dortigen Mitarbeiter zu hundert Prozent in die Kurzarbeit schicken.

    Kurzarbeit so wenig wie möglich
    Ansonsten wurde und wird das Instrument „Kurzarbeit“ so wenig wie möglich eingesetzt, unterstreicht Firmeninhaber Martin Jonas. In jenen Läden mit eingeschränkten Öffnungszeiten, wie es bei manchen sogar heute noch der Fall ist, waren und sind die Jonas-Mitarbeiter zu 40 Prozent in Kurzarbeit.

    „Zum Glück haben uns einige Vermieter die Miete für ein paar Monate gestundet, andere zeigten sich hingegen überhaupt nicht gesprächsbereit“, berichtet Jonas, der auch das Entgegenkommen der Bahn in der Corona-Krise lobt. Seine Frau Gaby macht deutlich: „Eine Stundung ist kein Geschenk, denn die Mieten müssen später bezahlt werden. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

    Unterschiedliche Vorgaben von Politik und Behörden
    Beide monieren die unterschiedlichen Vorgaben von Politik und Behörden während des Lockdowns. „In der ohnehin äußerst angespannten Lage sorgte ein Wirrwarr von Beschlüssen, die von Bundesland zu Bundesland, von Landkreis zu Landkreis und von Stadt zu Stadt zum Teil sehr verschieden waren für zusätzliche große Probleme“, kritisiert Gaby Jonas. „Unsere Mitarbeiter und wir hätten uns in der Situation klare, bundesländerübergreifende Regelungen gewünscht“, ergänzt ihr Ehemann, der auch Schatzmeister des Bundesverbands des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) ist.

    An einem Strang ziehen
    Erfreut stellten die beiden fest, dass alle 140 Mitarbeiter zum Glück in der Krise an einem Strang zogen und bis zum heutigen Tag niemand entlassen werden musste. Gerade auch die jüngeren Kräfte inklusive der neun Auszubildenden hätten engagiert Verantwortung übernommen, so dass die älteren und gesundheitlich stärker gefährdeten Mitarbeiter zeitweise zu Hause bleiben konnten.

    Heiße Phase
    „In der heißen Phase der Corona-Krise wurden wir permanent vor neue Herausforderungen gestellt. Manches änderte sich von einer Stunde auf die andere“, so Gaby Jonas. Und ihr Ehemann erläutert: „Wir haben ständig beobachtet, wie es um den Gesundheitszustand unserer Mitarbeiter steht, wie es mit den Warenbestellungen aussieht und genau darauf geachtet, dass auch überall in unseren Filialen die behördlichen Auflagen umgesetzt werden.“

    Massive wirtschaftliche Verwerfungen
    Und über allem schwebte das Damoklesschwert massiver wirtschaftlicher Verwerfungen mit all ihren negativen Folgen – nicht zuletzt für die Mitarbeiter. „Durch diese Pandemie und die damit einhergehenden politischen Entscheidungen sind wir ohne jegliches eigenes Verschulden in eine schwierige Lage für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter geraten. Seit März hat es nur wenige Nächte gegeben, in denen ich gut und sorgenfrei geschlafen habe“, schildert Martin Jonas betrübt und betont: „Wir tragen schließlich Fürsorge und Verantwortung für unsere Mitarbeiter und wollen unser Familienunternehmen über die Corona-Krise hinaus erfolgreich fortführen.“

    Langer Weg in die Normalität
    Jonas rechnet damit, dass es im Bahnhofsbereich noch ein längerer Weg in die Normalität ist. Auch heute noch liege die Besucherfrequenz in den Bahnhöfen unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Viele Menschen scheuten wegen des Ansteckungsrisikos Fahrten mit dem Zug.

    Gleichzeitig ist das Ehepaar Jonas fest davon überzeugt, dass die Bahn wegen ihrer Umweltfreundlichkeit das Verkehrsmittel der Zukunft ist und davon letztlich in den kommenden Jahren die Standorte in den Bahnhöfen profitieren werden. „Wenn Deutschland die Klimaziele erfüllen will, kann dies nur gelingen, wenn ein Großteil des Personen- und Lieferverkehrs auf die Bahn verlagert wird“, erklärt Martin Jonas. Vor diesem Hintergrund ist der Bremer Fachhandelsunternehmer zufrieden, dass die Verträge mit der Deutschen Bahn AG für einige seiner Filialen langfristig verlängert wurden.

    Hygiene und Maskenpflicht
    In Sachen Hygieneregeln und Mund-Nasen-Schutz wurden unter anderem jeweils an allen 26 Standorten der sogenannte „Spuckschutz“ eingeführt. In den beiden Filialen im Hamburger Hauptbahnhof gilt darüber hinaus für das Personal Maskenpflicht. „Bei der Hitze im Sommer war das eine enorme Belastung für unsere Mitarbeiter“, sagt Martin Jonas. Die Erstausstattung an Masken für sämtliche 140 Mitarbeiter des Unternehmens hatte Gaby Jonas selbst genäht und darauf mit der neuen Firmen-Homepage www.jonas-tabak.de geworben.

    Zum Thema Maskenpflicht berichteten die Filialleiter des Unternehmens, dass die Kunden sehr unterschiedlich darauf reagiert hätten. Während die meisten den Mund-Nasen-Schutz als notwendiges Übel zum eigenen und zum Schutz anderer akzeptieren würden, hätten manche die Maske erst nach Aufforderung und Diskussionen aufgesetzt. „In einem Fall wurde sogar ein Kunde nach dem Verlassen des Shops von der Bundespolizei in Empfang genommen, weil er sich strikt weigerte, Mund und Nase zu bedecken“, erzählt Gaby Jonas.

    Gutes in der Krise
    Dass die Corona-Krise über die Pandemie hinaus viel Schlechtes, aber auch Gutes zu Tage bringt, wird an einer anderen Geschichte deutlich: Als auf dem Transportweg die Desinfektionsmittel gestohlen wurden, sprang Stephan Endler, der Chef des E-Zigarettenanbieters Niko Liquids, ein, und lieferte kurzfristig Nachschub. „Das hat uns sehr geholfen“, so Martin Jonas. „Und ist ein Beispiel dafür, wie wir durch Solidarität in der Branche gemeinsam die Corona-Krise überstehen können.“

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  • Plain Packs in Holland

    DEN HAAG // Immer mehr Länder setzen auf Plain Packaging (Einheitspackungen) bei Zigaretten. Am 1. Oktober haben auch die Niederlande die markenlosen Varianten verpflichtend eingeführt.

    „Ein gesünderes Niederlande“ – darauf arbeiten die Regierungsparteien in den Niederlanden nach eigenem Bekenntnis hin. Im vergangenen Jahr wurde dazu eine Reihe von Präventionsmaßnahmen verabschiedet, die insbesondere junge Menschen vom Rauchen abhalten sollen. Nun sind die ersten gravierenden Maßnahmen in Kraft getreten.

    Für 2022 verbindlich
    Nach den Einheitsverpackungen für Zigaretten werden Plain Packs 2022 auch für Zigarren und E-Zigaretten verbindlich. Zudem schreibt die Regierung immer höhere Preise für Zigaretten vor: In drei Jahren soll er auf zehn Euro pro Schachtel klettern. Um eine Substitution zu verhindern, werden andere Tabakprodukte in einem ähnlichen Rahmen verteuert.

    Ab dem kommenden Jahr wird außerdem die Tabakwerbung eingedämmt: In allen Verkaufsstellen gilt ab dem 1. Januar 2021 ein Werbeverbot für Tabakprodukte. Die Verpackungen müssen dann außerhalb des Sichtfelds der Kunden aufbewahrt werden.

    Zusätzlich werden viele Orte, die zum Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen gehören, in rauchfreie Zonen umgewandelt, das gilt etwa für Schulhöfe und Spielplätze.

    red

  • Wechselhafte Zeiten für Tabak-Anleger

    MAINZ // Die ersten neun Monate des laufenden Jahres verliefen für Investoren sehr wechselhaft. Die Fans von Tabakaktien kamen jedenfalls nicht auf ihre Kosten, vergleicht man die Performances der börsennotierten Konzerne mit dem breit gestreuten MSCI World.

    Weniger Geld bei Konsumenten
    Das ist einerseits erstaunlich, weil in der Krise tendenziell mehr geraucht wurde. Andererseits haben die Konsumenten oft weniger Geld zur Verfügung. Schließlich wirkt sich auch die Konkurrenz durch E-Zigaretten und Tabakerhitzer sowie durch neue Produkte aus.

    Immerhin: Da die Branchenriesen durch die Bank einen Teil ihrer Gewinne in Form ordentlicher Dividenden ausschütten, haben Aktionäre – vor allem mit langer Haltedauer – dennoch Grund zur Freude.

    red

  • Stichwahl in Bünde

    BÜNDE // Die SPD-Politikerin Susanne Rutenkröger konnte die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bünde am 27. September für sich entscheiden.

    Bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen am 13. September hatte Martin Schuster, der gemeinsame Kandidat von CDU und FDP, noch vorne gelegen. Da der 38-Jährige aber nicht die absolute Mehrheit erreichte, gab es eine Stichwahl.

    Martin Schuster ist geschäftsführender Gesellschafter von Bentley Tobacco und seit 2014 Mitglied im Stadtrat von Bünde.

    red

  • Liebe Leserin, lieber Leser,

    an dieser Stelle wurde schon öfter über die Maske geschrieben. Wie kaum ein anderes Thema polarisiert sie die Republik, seit Covid-19 präsent ist. Gefühlt befindet sich Deutschland seit März in einer Dauer-Diskussion darüber, wann, wo und von wem der Mund-Nasen-Schutz getragen wird oder werden muss.

    Föderalismus
    Der Föderalismus lässt grüßen. Das oft kritisierte Bündnis bewährt sich jedoch genau hier wie in kaum einer anderen Krise. Die 16 Länderchefs können unabhängig voneinander auf das jeweilige Infektionsgeschehen vor Ort reagieren. So hat Bayern angesichts der steigenden Zahlen in München das Tragen von Masken im öffentlichen Raum durchgesetzt. Berlin, das auf die massiv gestiegenen Corona-Infektionen in der Hauptstadt reagiert, schreibt ab 3. Oktober die Gesichtsbedeckung auch im Büro vor. Demgegenüber setzt Rheinland-Pfalz mit vergleichsweise niedrigen Zahlen auf einen präventiven Stufenplan und appelliert an seine Bevölkerung die Munde-Nase-Bedeckung zu nutzen.

    Kein Problem
    Das sollte alles eigentlich kein Problem sein. Wenn Kinder die Maske in Schulen tragen, sollten Erwachsene in Unternehmen dies erst recht hinbekommen. Abgesehen von der Vorbild-Funktion geht es hier schließlich um das große Ganze: die Gesundheit der Bevölkerung und die Vermeidung eines zweiten Lockdowns.

    Ein Thema, das vor kurzem auch das gemeinsame Treffen der Länder mit der Kanzlerin beschäftigte. Herausgekommen sind neue Corona-Regeln, die vor allem die Infektions-Hotspots wie zum Beispiel private Feiern eindämmen sollen.

    Politik appelliert an Eigenverantwortung
    Unabhängig davon sind alle Beteiligten aufgefordert, die bekannten AHA-Regeln (Abstand + Hygiene + Alltagsmaske) einzuhalten, die für den Herbst und den kommenden Winter um ein L für „Lüften“ erweitert werden.

    Der Staat setzt hier zu recht auf die Eigenverantwortung seiner Bürgerinnen und Bürger. Freiheit heißt Verantwortung übernehmen, und damit auch die Gesundheit seiner Mitmenschen zu schützen.

    In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und haben Sie ein schönes Wochenende!

    Ihre
    Kerstin Kopp
    Redaktion DTZ