{"id":54865,"date":"2024-10-22T22:00:00","date_gmt":"2024-10-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54865"},"modified":"2024-10-22T22:00:00","modified_gmt":"2024-10-22T22:00:00","slug":"austausch-auf-augenhoehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54865","title":{"rendered":"\u201eAustausch auf Augenh\u00f6he\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>HAMBURG \/\/<\/strong> Noch im Januar 2024 waren sie in der Schlichtung, bald soll erneut verhandelt werden: Es geht um mehr Geld f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in der Zigarettenindustrie. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG), momentan in schwierigen Verhandlungen mit der S\u00fc\u00dfwarenindustrie und der Systemgastronomie, hat ihre Forderung aufgestellt. Empf\u00e4nger: der Arbeitgeberverband der Industrie (AdC). DTZ sprach im Vorfeld der Verhandlungen mit Ulf Bauer, AdC-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p><strong>Herr Bauer, schon wieder stehen Tarifverhandlungen in der Zigarettenindustrie an. Wie sieht die Forderung der NGG aus<\/strong>?<br \/>\n<strong>Ulf Bauer<\/strong>: Das stimmt, wir werden uns Anfang Dezember zur ersten Verhandlungsrunde treffen. Von der Forderung der Arbeitnehmerseite, die sich an unsere Mitglieder British American Tobacco, Japan Tobacco International, Philip Morris International und Imperial Brands richtet, haben wir vor wenigen Tagen erfahren. Die Entgelte sollen bis Ende 2025 und f\u00fcr ein Jahr um f\u00fcnf Prozent steigen.<\/p>\n<p><strong>Ist das alles, Laufzeit und Prozente?<\/strong><br \/>\n<strong>Bauer:<\/strong> Verhandlungen sind Verhandlungen. Da muss man damit rechnen, dass doch noch einmal ein weiterer Aspekt auftaucht \u2013 auf beiden Seiten. Momentan sind uns die kurze Laufzeit und f\u00fcnf Prozent bekannt. Wir hatten aber schon 2023 erweiterte Forderungen \u2013 besonders f\u00fcr unsere Azubis. Die stellen wir heute bei \u00dcbernahme nach Ausbildung unter Anerkennung ihrer Abschl\u00fcsse finanziell besser. Eine Note \u201esehr gut\u201c erzielt dann mehr Gehalt als ein \u201ebefriedigend\u201c. Das Leistungsprinzip war den Arbeitgebern wichtig und wurde von der NGG auch akzeptiert.<\/p>\n<p><strong>Wie bewerten Sie die neue Forderung?<\/strong><br \/>\n<strong>Bauer:<\/strong> Die Forderung ist immer noch substanziell, aber sie weist eine Richtung. Die NGG fordert heute in anderen Branchen mal runde zehn Prozent, mal 500 Euro mehr pro Monat. Dabei blicken wir alle erleichtert auf die positive Entwicklung der Inflationsraten. Im R\u00fcckblick auf 2024 wird sie wohl bei 2,2 Prozent landen, im Ausblick auf 2025 \u2013 also auf die Periode, f\u00fcr die wir verhandeln \u2013 bei 2,0 Prozent. R\u00fcckblick wie Ausblick haben sich zum Vorteil aller Besch\u00e4ftigten und der Unternehmen angeglichen und normalisiert. Das ist gut.<\/p>\n<p><strong>Ist das bei der Forderung der NGG jetzt st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt?<\/strong><br \/>\n<strong>Bauer:<\/strong> Die beiden Forderungen der NGG aus den Jahren 2022 und 2023 uns gegen\u00fcber wurden mit den sehr hohen Preisen im Nachgang zum 24. Februar 2022 begr\u00fcndet. Und das nicht zu Unrecht. Wir haben darauf bereits zweimal f\u00fcr unsere Besch\u00e4ftigten mit sehr guten Abschl\u00fcssen reagiert. Ein Beispiel: Unsere Maschinenbediener haben in der Zeit inklusive der Inflationsausgleichspr\u00e4mie bereits ein Gehaltsplus von mehr als 15 Prozent erhalten \u2013 eine klare Steigerung der Reall\u00f6hne.<\/p>\n<p><strong>Aber jetzt ist die Inflation niedriger\u2006\u2026<\/strong><br \/>\n<strong>Bauer:<\/strong> Ja, die Begr\u00fcndung \u201ehohe Preissteigerungen\u201c hat die NGG auch nicht mehr verwendet. Zurecht, meine ich, die Forderung f\u00e4llt damit anders aus. Das ist vern\u00fcnftig bei unseren Gehaltsstrukturen, die innerhalb der NGG immer noch unangefochten auf Platz 1 liegen. Und wir d\u00fcrfen die anhaltenden Volumenr\u00fcckg\u00e4nge im Markt, Verschiebungen Richtung Handelsmarken, Kosten der Transformation auf dem Weg zu neuen Produkten und M\u00e4rkten und so fort nicht au\u00dfer Acht lassen. Das Umfeld bleibt fordernd. Denken Sie nur an die Regulierungsvorhaben, besonders die aus Br\u00fcssel.<\/p>\n<p><strong>Es werden also wieder interessante Verhandlungen. Womit rechnen Sie?<\/strong><br \/>\n<strong>Bauer<\/strong>: Mit interessanten Verhandlungen. Im vergangenen Jahr ging es auf Anruf der NGG nicht ohne den dritten Mann, den Schlichter. Ich denke, es w\u00e4re ein gutes Zeichen unserer Sozialpartnerschaft, wenn wir das in diesem Jahr gemeinsam und alleine hinkriegen. Die Sozialpartnerschaft zwischen Verband und NGG, aber auch zwischen Unternehmen und ihren Betriebsr\u00e4ten, ist traditionell gut. Wir haben 2023 wieder einen j\u00e4hrlichen Sozialpartnerdialog aufgenommen, den wir gerade zum zweiten Mal gemeinsam in Berlin durchgef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p><strong>Das bedeutet?<\/strong><br \/>\n<strong>Bauer:<\/strong> Keine Verhandlungen, aber einen Austausch auf Augenh\u00f6he zu relevanten Themen wie Markt, Regulierung, Themen der NGG und des AdC. Und in diesem Jahr auch Neuland f\u00fcr uns: K\u00fcnstliche Intelligenz und wie sie Mitbestimmung betrifft und fordern kann. Es w\u00e4re einmal spannend zu sehen, was K\u00fcnstliche Intelligenz uns anb\u00f6te, wenn wir sie mit Blick auf 2025 zu Laufzeiten und Prozenten f\u00fcr unsere Industrie befragten. <\/p>\n<p><strong>Herr Bauer, herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><br \/>\n<i>max<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HAMBURG \/\/ Noch im Januar 2024 waren sie in der Schlichtung, bald soll erneut verhandelt werden: Es geht um mehr Geld f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in der Zigarettenindustrie. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG), momentan in schwierigen Verhandlungen mit der S\u00fc\u00dfwarenindustrie und der Systemgastronomie, hat ihre Forderung aufgestellt. Empf\u00e4nger: der Arbeitgeberverband der Industrie (AdC). 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