{"id":54807,"date":"2024-07-24T22:00:00","date_gmt":"2024-07-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54807"},"modified":"2024-07-24T22:00:00","modified_gmt":"2024-07-24T22:00:00","slug":"konservativ-und-erfolgreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54807","title":{"rendered":"Konservativ und erfolgreich"},"content":{"rendered":"<p><strong>GEISENHAUSEN \/\/<\/strong> Was kommt in den kommenden Monaten auf die Tabakbranche zu? Diese und viele weitere Fragen stellte DTZ Patrick Engels, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter von [link|https:\/\/www.poeschl-tobacco.com\/]P\u00f6schl Tabak[\/link] in Geisenhausen. <\/p>\n<p><strong>Herr Engels, wie beurteilen Sie den deutschen Markt f\u00fcr Tabakwaren aktuell? <\/strong><br \/>\n<strong>Patrick Engels: <\/strong>Unterm Strich ist der Markt sehr stabil. Allerdings sehen wir zum Beispiel, dass der illegale Handel wieder zugenommen hat; w\u00e4hrend Covid spielte der ja aufgrund der geschlossenen Grenzen praktisch keine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Und ich glaube, die Abschottung w\u00e4hrend dieser Zeit hatte f\u00fcr die Branche noch einen Vorteil \u2026 <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ja, was mich durchaus freut, ist, dass die Pufferfunktion zwischen Feinschnitt und nicht in Deutschland versteuerten Produkten, \u00fcber die wir seit Jahrzehnten sprechen, sich gerade w\u00e4hrend Covid absolut bewahrheitet hat. Also: Viele Konsumenten, die sich fr\u00fcher im Ausland ihre Produkte beschafft haben, haben zwangsl\u00e4ufig wieder in Deutschland gekauft und dort verst\u00e4rkt auf Markenprodukte zur\u00fcckgegriffen. Insofern f\u00fchlen wir uns da absolut best\u00e4tigt. <\/p>\n<p><strong>Jetzt haben Sie \u00fcber Zigarette und Feinschnitt gesprochen \u2026 <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Genau. Auch der Schnupftabakmarkt ist relativ stabil. Leider hat Bernard, die \u00e4lteste Manufaktur in Deutschland, aufgrund von Track\u2006&#038;\u2006Trace geschlossen \u2013 was ich bei aller Konkurrenz sehr schade finde. Zum Thema Pfeifentabak nur so viel: Da geht es leider seit Jahren bergab, ich sch\u00e4tze, dass sich der Markt in den vergangenen 40 Jahren gef\u00fcnftelt, wenn nicht sogar gesechstelt hat. <\/p>\n<p><strong>Traurig. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong> Ja, weil die Pfeife nat\u00fcrlich ein absolutes Kultur- und Genussgut ist. Aber durch die Rauchverbote, speziell in der Gastronomie, finden die Konsumenten immer weniger Zeit und Mu\u00dfe, eine Pfeife zu rauchen \u2013 zumal das ja etwas l\u00e4nger dauert. Und immer vier oder f\u00fcnf Pfeifen mitzunehmen, die ein passionierter Raucher so braucht, macht die Sache nicht unbedingt leichter.  <\/p>\n<p><strong>Auch hier greift seit Mai Track\u2006&#038;\u2006Trace? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Sowohl beim Schnupftabak als auch beim Pfeifentabak. <\/p>\n<p><strong>Wie ist die Umstellung bei Ihnen gelaufen?<\/strong><br \/> <br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ich finde, wir haben die Sache ganz gut geregelt. Die Kosten allerdings sind absolut unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Dazu kommt, dass diese Produkte de facto nicht geschmuggelt werden. Da stellt sich dann schon die Frage, ob das alles Ma\u00df und Ziel hat. Und dann stellt sich vor ein paar Monaten die zust\u00e4ndige Kommissarin in Br\u00fcssel hin und sagt mehr oder weniger deutlich, dass die ganze Sache eigentlich nichts bringt. <\/p>\n<p><strong>Wie bitte? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ja, tats\u00e4chlich. Was ich au\u00dferdem sehr, sehr schade finde: Viele kleinere und mittlere Unternehmen haben aufgrund von Track\u2006&#038;\u2006Trace die Segel gestrichen oder werden sie noch streichen. Auch die Produktvielfalt d\u00fcrfte zur\u00fcckgehen, weil das Gesch\u00e4ft mit Kleinstmengen oder mit speziellen Verpackungen unter Track\u2006&#038;\u2006Trace nur selten sinnvoll ist. <\/p>\n<p><strong>Wie setzen Sie die Vorschriften denn bei so kleinen Verpackungen wie denen f\u00fcr Schnupftabak um? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Dazu muss ich sagen, dass wir mit gewissen Formaten schon unsere Sorgen hatten. Denn die vorgeschriebenen Kodierungen passen kaum auf die Dosen. In die L\u00f6sung haben unsere Mitarbeiter wirklich viel Gehirnschmalz gesteckt. Das macht mich stolz. <\/p>\n<p><strong>Track\u2006&#038;\u2006Trace ist ein \u00f6konomischer Hemmschuh? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ja, man kann getrost sagen, dass Track\u2006&#038;\u2006Trace staatlich regulierte Wettbewerbspolitik ist. <\/p>\n<p><strong>Und dabei waren Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen mit Feinschnitt und Zigarette wahrscheinlich noch in einer relativ angenehmen Situation? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Was Pfeifentabak betrifft \u2013 da sind die Formate denen von Feinschnitt recht \u00e4hnlich. Aber der Schnupftabak war wirklich Neuland. Auch hier ein toller Job unserer Belegschaft. Da mussten wir \u00fcber die Maschinen reden, da mussten wir \u00fcber die Formate reden, da mussten wir nat\u00fcrlich \u00fcber den geringen Platz sprechen. Es sind ja nicht nur die Track\u2006&#038;\u2006Trace-Codes, die wir aufbringen m\u00fcssen, sondern noch andere Dinge, etwa das Sicherheitsmerkmal. Das macht die Sache wirklich schwierig. Unterm Strich ist Track\u2006&#038;\u2006Trace f\u00fcr mich ein Rohrkrepierer.  <\/p>\n<p><strong>Lassen Sie uns \u00fcber Nikotin-Pouches sprechen. Die sind in Deutschland nicht erlaubt \u2026  <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Ein schwierig zu beurteilender Markt. Die Gesetzeslage in Europa ist so unterschiedlich, dass ich nicht zu sagen vermag, ob es jemals zu einer einheitlichen Positivregulierung kommt. <\/p>\n<p><strong>Wie beurteilen Sie denn die Konkurrenz durch die neuartigen Erzeugnisse? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Ach, ich habe prinzipiell etwas gegen Verbote. Sofern diese Produkte legal sind, haben sie eine Marktberechtigung. Wie das dann ausgestaltet wird, ist eine andere Geschichte. Was mich pers\u00f6nlich sehr st\u00f6rt: Ich halte die Herangehensweise, die man derzeit auf dem Markt sieht, teilweise f\u00fcr widerspr\u00fcchlich und inkonsequent.  <\/p>\n<p><strong>Inwiefern? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Vor der Europawahl wurde ganz Berlin zugepflastert mit sogenannten Billboards: Deutschland h\u00f6rt auf zu rauchen. Dabei muss man ber\u00fccksichtigen, dass das alles mit Erl\u00f6sen aus dem Tabak finanziert wird. Das ist in meinen Augen inkonsequent. Meine Botschaft an gewisse Tabakunternehmen: Falls der ein oder andere seine klassischen Tabakmarken nicht behalten will, stehen wir Gewehr bei Fu\u00df. <\/p>\n<p><strong>Sie blicken offenbar optimistisch auf die Zukunft des Tabaks. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ja, der klassische Tabak wird immer bestehen bleiben. Was andere Kategorien betrifft, bleibt die Entwicklung abzuwarten. Wie gesagt: Ich bin ein gro\u00dfer Verfechter des Wettbewerbs. <\/p>\n<p><strong>Auch der wird ja eingeschr\u00e4nkt. Wie beurteilen Sie denn den aktuellen Stand der Regulierung?  <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Die aktuelle TPD ist ja genau zehn Jahre alt. Das war damals ein ziemlicher Schlag ins Kontor mit vielen Aspekten, die ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Zum Beispiel, dass man die Aromen nicht mehr auf Pfeifentabak- und Schnupftabak-Packungen schreiben darf. Und die Warnhinweise halte ich nach wie vor f\u00fcr \u00fcberzogen.  <\/p>\n<p><strong>Daf\u00fcr mussten andere Angaben weichen. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Genau, die Informationen \u00fcber Inhalte. <\/p>\n<p><strong>Das waren die Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Das Argument war, dass Konsumenten sich dadurch fehlgeleitet f\u00fchlen k\u00f6nnten. Ich halte das f\u00fcr Bl\u00f6dsinn. Jedenfalls haben wir uns mit der TPD2 arrangiert. Jetzt bleibt abzuwarten, was die TPD3 bringen wird, was auch davon abh\u00e4ngt, wie sich die neue EU-Kommission aufstellt und wer dann am Ruder sein wird. <\/p>\n<p><strong>Einfacher wird es aber wohl nicht? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Nein, was Br\u00fcssel betrifft, habe ich den Eindruck, dass der vielversprochene Demokratieabbau nicht stattgefunden hat. Ganz im Gegenteil. Und das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr Berlin. Nehmen Sie nur das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, das ist doch Wahnsinn. Zumal gerade wir als P\u00f6schl ein so tiefes Sorgfaltssystem haben. Mit Blick auf die Corporate Social Responsibility haben wir schon seit Jahrzehnten viele Ma\u00dfnahmen umgesetzt, aus eigenem Interesse heraus. Da braucht es kein Gesetz, um ein paar schwarzen Schafen das Handwerk zu legen.  <\/p>\n<p><strong>Haben Sie ein Beispiel f\u00fcr Ihr nachhaltiges Handeln? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Wir kaufen zum Beispiel unseren Rohtabak grunds\u00e4tzlich nur gegen Zertifikate, dass dort keine Kinderarbeit stattfindet. Das ist f\u00fcr uns eine Frage des Ethos. Und ich glaube, die 122-j\u00e4hrige Geschichte unseres Hauses zeigt, dass wir richtig lagen und liegen.<\/p>\n<p><strong>Tabak gibt es seit mehr als 530 Jahren in Europa. Aber der Konsum wird den Menschen zunehmend verg\u00e4llt. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Dabei geh\u00f6rt Tabak einfach f\u00fcr viele zum Leben. Nat\u00fcrlich sollte man niemanden damit bel\u00e4stigen. Aber wenn ein Erwachsener f\u00fcr sich die Entscheidung getroffen hat, rauchen zu wollen, dann soll er das auch bitte tun d\u00fcrfen.  <\/p>\n<p><strong>Stattdessen wird man oft kritisch be\u00e4ugt. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Diese moralische Bevormundung, die teilweise vorherrscht, geht mir oft ziemlich gegen den Strich, weil sie f\u00fcr mein Gef\u00fchl meist unehrlich ist. <\/p>\n<p><strong>Wie empfinden Sie denn die Situation f\u00fcr Ihr Unternehmen als Mittelst\u00e4ndler?  <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Das Thema \u00dcberregulierung ist nicht nur im Tabakbereich problematisch. Was wir auch sehen, ist die Energieproblematik, die auch alle Unternehmen betrifft. Und ein ganz gro\u00dfes Problem ist das Thema Arbeitskr\u00e4ftemangel. Das ist fl\u00e4chendeckend zu sehen, egal ob in einer Gro\u00dfstadt oder in einem eher l\u00e4ndlichen Raum, wie dem, in dem wir beherbergt sind. Und das macht es oft schwierig. <\/p>\n<p><strong>Woran liegt das? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Die Bildungspolitik spielt auf jeden Fall eine gewisse Rolle. Und ich bin niemand, der sagt: Fr\u00fcher war alles besser. Dennoch erkenne ich einen gewissen Zeitenwechsel. Das macht mir schon Sorge. Au\u00dferdem glaube ich, dass der Stellenwert des klassischen Facharbeiters bei uns in Deutschland viel zu wenig gew\u00fcrdigt wird. Das ist im Ausland anders. Hier muss steuernd eingegriffen werden. Und die Schulausstattung, das hat ja auch Covid gezeigt, ist teilweise grottig. <\/p>\n<p><strong>Moment, die Jugend studiert zu viel? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ich m\u00f6chte nicht sagen, dass die Jugend zu viel studiert. Aber vielleicht sollte man mal sagen, dass nicht jeder Akademiker werden muss. Gerade als Facharbeiter, als Handwerker kann man oft sicher mehr Geld verdienen oder einen anderen Stellenwert im Job haben als in der \u2013 in Anf\u00fchrungszeichen \u2013 Akademikerblase. Jedenfalls ist der Bildungsstandort Deutschland, der fr\u00fcher immer hoch gelobt wurde, in den vergangenen Jahren etwas verkommen. Da gibt es Handlungsbedarf. Nat\u00fcrlich kostet das alles Geld, keine Frage. Aber dieses Geld ist vern\u00fcnftiger investiert, als wenn wir es etwa in die B\u00fcrokratie stecken.  <\/p>\n<p><strong>Jetzt sind wir bei der Landes- und Bundespolitik. Wie sehen Sie insgesamt die Situation in Deutschland? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Zun\u00e4chst muss ich sagen, dass es ein positives Zeichen war, dass so viele Menschen zur Europawahl gegangen sind. Wie sich die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse in Zukunft entwickeln werden, das ist schwer zu sagen. Feststeht, dass die Spaltung innerhalb der Gesellschaft kein gutes Licht auf Deutschland wirft. <\/p>\n<p><strong>Mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen sind schwer Prognosen m\u00f6glich \u2026 <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Diese sogenannten Dreierkoalitionen oder Mehrparteienkoalitionen sind generell schwierig, insbesondere wenn die Parteien aus so komplett verschiedenen Lagern kommen, wie man es an der Ampel sehen kann. Diese gibt kein sehr gutes Bild ab.  <\/p>\n<p><strong>Offensichtlich erreicht sie mit ihrer Politik die B\u00fcrger nicht. <\/strong><br \/> <br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Auch, weil die Pers\u00f6nlichkeiten fehlen. Erinnern Sie sich, wie es fr\u00fcher im Bundestag zugegangen ist. Das waren doch alles Leute, die eine Position hatten und diese Position auch vertreten haben. Heute herrscht dagegen ein ziemlicher Mainstream vor. <\/p>\n<p><strong>Wenigstens zeigen sich wieder mehr junge Leute politisch engagiert. Das ist ja keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Und ich habe mich bei der Europawahl sehr gefreut, dass so viele junge Leute \u2013 f\u00fcr mich unerwartet \u2013 die Union gew\u00e4hlt haben. Fr\u00fcher war es eigentlich immer so, dass die jungen Leute tendenziell eher alternativ gestimmt haben. Deutschland ist eben nach wie vor ein konservatives Land.  <\/p>\n<p><strong>Und die SPD? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels<\/strong>: Hat gerade bei der Europawahl eine reine Klientelpolitik gemacht f\u00fcr die 15 Prozent, die sie noch haben. <\/p>\n<p><strong>Sie selbst sehen sich als konservativ? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ja, und als relativ altmodischer Mensch; ich hab\u2018 kein Whats-App, ich hab\u2018 kein LinkedIn, kein Instagram \u2026 Ich hab\u2018 halt mein Handy, das ist mein Telefon, mein E-Mail-Account, mein Wecker und damit hat\u2018s sich. Ich trauere immer noch meinem Blackberry hinterher. <\/p>\n<p><strong>Da sind Sie nicht allein. In welchen anderen Politikfeldern sehen Sie akuten Handlungsbedarf?  <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Wir schreiben das Jahr 2024, wir haben all die Gr\u00e4ueltaten, all die Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts hinter uns \u2013 aber die Menschheit wird einfach nicht vern\u00fcnftiger. Das verstehe ich nicht. Deshalb muss die Au\u00dfenpolitik besser werden. Und mit Blick auf die Wirtschaftspolitik brauchen wir einen B\u00fcrokratieabbau und definitiv keine neuen Steuern. Wir sollten wieder mehr auf die Kr\u00e4fte des Marktes vertrauen und weniger auf Regulierung. Diese Kr\u00e4fte des Marktes und gegenseitige Wertsch\u00e4tzung sollten das Ma\u00df der Dinge sein.  <\/p>\n<p><strong>Eingriffe des Staats ins wirtschaftliche Handeln waren in der Regel nicht besonders erfolgreich \u2026 <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Absolut. Und das f\u00fchrt mich jetzt zur\u00fcck zu den Themen Wettbewerb und Mittelstand. Unser Unternehmen ist nat\u00fcrlich nicht b\u00f6rsennotiert. Das hei\u00dft, wir haben nur eine einzige M\u00f6glichkeit, Umsatz zu machen und Geld zu verdienen, auch um etwa die L\u00f6hne zu bezahlen \u2013 das ist unser origin\u00e4res Gesch\u00e4ft. Wir sind vielleicht nicht das top-innovative Unternehmen, wie es andere in anderen Wirtschaftsbranchen sind. Aber wir nehmen uns die Zeit und w\u00e4gen ab, ob wir ein Vorhaben oder eine Idee wirklich umsetzen oder nicht. Denn wenn wir etwas machen, dann soll es auch Erfolg haben. Deswegen muss man Dinge bis zum Ende denken. Am Ende des Tages haben wir als Mittelst\u00e4ndler die Verantwortung f\u00fcr unsere Mitarbeiter. Wenn wir die Kiste gegen die Wand fahren, dann ist davon ein Haufen andere Leute betroffen. <\/p>\n<p><strong>Wie viele sind das bei Ihnen? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Wir haben mittlerweile weltweit rund 950 Mitarbeiter, vor allem in Europa. Wenn Sie da im Schnitt noch einen Partner haben oder Kinder mit draufrechnen, kann man sich sehr leicht ausrechnen, wie viele Leute betroffen w\u00e4ren. <\/p>\n<p><strong>Die Bedeutung der KMU in Deutschland wird auf vielen Ebenen untersch\u00e4tzt.  <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Absolut richtig. \u00dcbrigens: Sie haben KMU angesprochen. Ich finde diese Gr\u00f6\u00dfenklassen unpassend. Ich bevorzuge den Ausdruck Mittelstand, denn Mittelstand ist f\u00fcr mich keine Frage der Gr\u00f6\u00dfenordnung, sondern das ist eine Frage der Geisteshaltung, der Denkhaltung. Darauf hat Deutschland immer gefu\u00dft, und ich glaube, darauf sollten wir wieder mehr achten, speziell in der Politik.<\/p>\n<p><strong>Was sind Ihre wichtigsten Anliegen, Ihre Botschaften als Unternehmer?<\/strong><br \/> <br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Wir m\u00fcssen die Inkonsequenz beenden. Wer propagiert, er wolle keinen Tabak mehr, sollte es dann auch bleiben lassen.  <\/p>\n<p><strong>Okay. Und?<\/strong> <br \/>\n<strong>Engels: <\/strong>Steuererh\u00f6hungen, in welcher Art und Weise auch immer, seien es Tabak oder andere Dinge, sollten tunlichst unterlassen werden. Sie tun weder der Wirtschaft noch der Gesellschaft gut. Und Steuererh\u00f6hungen aus ideologischen Gr\u00fcnden \u2026 <\/p>\n<p><strong>\u2026 etwa, um Rauchverbote durch die Hintert\u00fcr umzusetzen \u2026 <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong>  \u2026 sind umso schlimmer. Das beste Beispiel sind Frankreich, Belgien und die Niederlande. Dort zeigt sich, dass der Staat wirklich ganze Bereiche kaputt machen kann, ohne dass er seine vorgeblichen Ziele erreicht.  <\/p>\n<p><strong>Und Ihr Unternehmen betreffend? <\/strong><br \/>\n<strong>Engels:<\/strong> Ich bin felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass es das Haus P\u00f6schl auch in der f\u00fcnften Generation noch geben wird. Und gleichzeitig freut es mich, und das will ich an dieser Stelle auch so sagen, dass wir eine so treue H\u00e4ndler- und Konsumentenschaft haben, die unsere Produkte gerne mag. Und das macht mich stolz. <\/p>\n<p><strong>Ein wunderbares Schlusswort. Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, Herr Engels.\u2001<\/strong><\/p>\n<p><i>max<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GEISENHAUSEN \/\/ Was kommt in den kommenden Monaten auf die Tabakbranche zu? 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