{"id":54783,"date":"2024-06-12T22:00:00","date_gmt":"2024-06-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54783"},"modified":"2024-06-12T22:00:00","modified_gmt":"2024-06-12T22:00:00","slug":"unbedingter-wille-zum-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54783","title":{"rendered":"\u201eUnbedingter Wille zum Erfolg\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong> R\u00d6SRATH \/\/<\/strong> Wenn der [link|https:\/\/www.tabakwelt.de\/]Handelsverband Tabak (BTWE)[\/link] ruft, dann eilt die Branche nach R\u00f6srath, um sich im Speckg\u00fcrtel K\u00f6lns \u00fcber Probleme und Chancen auszutauschen. Rund 100 Teilnehmer waren diesmal der Einladung gefolgt und diskutierten im Rahmen des BTWE-Branchendialogs. <\/p>\n<p><strong>Durchhalteverm\u00f6gen beweisen <\/strong><br \/>\nZur Begr\u00fc\u00dfung griff BTWE-Pr\u00e4sident Torsten L\u00f6ffler das Sommer-Event schlechthin auf: die Fu\u00dfball-Europameisterschaft in Deutschland. Dort w\u00fcrden die Teams sich h\u00e4ufig \u201eauch in aussichtslosen Situationen zum Sieg k\u00e4mpfen\u201c und immer wieder Durchhalteverm\u00f6gen beweisen. Das sei es auch, so L\u00f6ffler, was den Handel auszeichne \u2013 und zudem der ausgepr\u00e4gte Wille zum wirtschaftlichen Erfolg. <\/p>\n<p>Ein wichtiges Thema war f\u00fcr L\u00f6ffler die fortschreitende Digitalisierung. Hersteller und Gro\u00dfhandel seien vermutlich wenig betroffen, der Handel zumindest immer dann, wenn er seine Produkte \u00fcber Plattformen verkaufe. Aber: Der Einzelhandel k\u00f6nne als station\u00e4rer Anlaufpunkt der Konsumenten L\u00fccken schlie\u00dfen, vor allem wenn es um die Beratung gehe, die nicht ersetzt werden k\u00f6nne. Auch den Aspekt des Jugendschutzes mahnte L\u00f6ffler in diesem Zusammenhang an. <\/p>\n<p><strong>Produktinnovationen und Personalknappheit <\/strong><br \/>\nMit dem \u2013 durchaus an die bei dieser Tagung nicht allzu stark vertretene Industrie adressierten \u2013 Hinweis, Fachgesch\u00e4fte seien ein idealer Ort f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Produktinnovationen und dem Blick auf die \u00fcberall sp\u00fcrbare Personalknappheit leitete L\u00f6ffler auf Keynote Sprecher Kilian Hampel \u00fcber.<\/p>\n<p>Unter dem Titel \u201eArbeitsplatz der Zukunft\u201c pr\u00e4sentierte der Jugendforscher die Trendstudie \u201eJugend in Deutschland 2024\u201c, bei der er als Co-Autor zeichnet. Daf\u00fcr hatte Hampel gemeinsam mit seinen Kollegen \u00fcber 2000 Menschen zwischen 14 und 29 Jahren, die sogenannte \u201eGeneration Z\u201c (Gen\u2005Z), aus allen sozialen Schichten nach Einstellungen, Trends und Perspektiven befragt. <\/p>\n<p><strong>Jugendforscher sucht Antworten <\/strong><br \/>\nIn R\u00f6srath forderte der 28-J\u00e4hrige sein Publikum auf, gemeinsam nach Antworten und Mustern zu suchen. Ob im direkten Dialog mit dem Forscher oder mittels digitaler Live-Umfrage konnten die Anwesenden sich bei Fragen wie \u201eWas hat Ihre Jugend gepr\u00e4gt?\u201c, \u201eWoran unterscheiden sich Jugend und Alter\u201c oder \u201eWie wichtig ist die Work-life Balance?\u201c einbringen. Ihre Antworten und Einsch\u00e4tzungen stellte Hampel in Relation zu den Studienaussagen der Gen-Z-Teilnehmer und \u00fcberraschte nicht selten sein Auditorium, wenn er beispielsweise feststellte, dass es keine gro\u00dfen Unterschiede zwischen den Altersgruppen gebe. Ob in den 1960er- (Boomer) oder in den 1990er-Jahren (Gen Z) Geborene \u2013 allen Altersgruppen sind laut Hampel, Werte wie Familie, Gesundheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit wichtig.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nResilienz der \u00c4lteren <\/strong><br \/>\n\u00c4hnlich verh\u00e4lt es ich bei Tugenden wie Respekt, Ehrlichkeit, H\u00f6flichkeit, P\u00fcnktlichkeit oder Zuverl\u00e4ssigkeit. Demgegen\u00fcber stellte Hampel fest, dass junge Menschen im Gegensatz zu ihren \u00e4lteren Mitmenschen st\u00e4rker unter psychischen Belastungen litten und dass die Resilienz der \u00c4lteren ausgepr\u00e4gter sei, wenn es um allgemeine Belastungen \u2013 ob politisch oder sozial \u2013 gehe. <\/p>\n<p>Beim Themenkomplex \u201eArbeit\u201c stimmten etwa 42 Prozent der Anwesenden auf die Frage \u201eWas motivierte junge Menschen in Deutschland am meisten f\u00fcr gute Leistung?\u201c f\u00fcr den Punkt \u201eEtwas Sinnvolles tun\u201c. Tats\u00e4chlich jedoch waren es knapp \u00fcber 50 Prozent der Studien-Teilnehmer, die \u201eGeld\u201c auf die Frage als Spitzenmotivation im Ranking ausw\u00e4hlten.<\/p>\n<p>Im anschlie\u00dfenden \u201eThesen-Tango\u201c (Hampel) bei dem zwischen zwei Optionen, mit \u201eja\u201c oder \u201enein\u201c geantwortet wurde, best\u00e4tigten die Anwesende Kilian Hampels Schlussfolgerung, dass es kaum Unterschiede zwischen Boomern und Gen Z gebe. Etwa bei der These, dass die junge Generation vergleichsweise faul ist. Sowohl in R\u00f6srath als auch in der Studie bewerteten die Befragten die Gen Z mehrheitlich als produktiv. Und beim Reizthema Work-Life-Balance zeigte sich sogar, dass diese f\u00fcr Junge wie f\u00fcr Alte mit \u00fcber 90 Prozent \u201esehr wichtig\u201c sei, konstatierte Hampel. \u201eWir sollten k\u00fcnftig Arbeit mit allen Altersgruppen planen\u201c, lautete sein pers\u00f6nliches Fazit und der Appell an die Zuh\u00f6rer. <\/p>\n<p><strong>Diskussionsrunde mit Branchenvertretern <\/strong><br \/>\nEs folgte eine Diskussionsrunde, an der Markus Oberwalleney von Lekkerland, D\u00fcrninger-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Matthias Steckbauer, Wolsdorff-Chef Thomas Vollmer und Mohammad Reza Amiri, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des E-Zigaretten-Gro\u00dfh\u00e4ndlers Intrade Concepts, teilnahmen. Zum Einstieg zitierte BTWE-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Moderator Steffen Kahnt die ber\u00fchmte Einleitung des Manifests der Kommunistischen Partei: \u201eEin Gespenst geht um in Europa.\u201c<\/p>\n<p>Doch er bezog sich nicht auf die geistigen Erben von Karl Marx und Friedrich Engels, sondern auf den allgegenw\u00e4rtigen Arbeitskr\u00e4ftemangel. Nahezu einstimmig beklagten die Diskutanten, dass es immer schwieriger werde, geeignete Kr\u00e4fte zu gewinnen. Bei D\u00fcrninger setzt man mittlerweile auch auf Internet-Portale wie LinkedIn oder Indeed und postet offene Arbeitsstellen in den Sozialen Netzwerken. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nVorstellungsgespr\u00e4che <\/strong><br \/>\nImmerhin, so erkl\u00e4rt Steckbauer: \u201eWer einen Vertrag hat, kommt \u2013 meist \u2013 auch.\u201c Demgegen\u00fcber stellte Vollmer fest, dass rund 40 Prozent der Eingeladenen gar nicht erst zum Vorstellungsgespr\u00e4ch erschienen. Die Auseinandersetzung mit dem potenziellen k\u00fcnftigen Arbeitgeber sei bestenfalls rudiment\u00e4r und die Wechselneigung innerhalb der Probezeit enorm: \u201eNach der Probezeit bleibt vielleicht die H\u00e4lfte der neuen Angestellten wirklich im Unternehmen.\u201c <\/p>\n<p><strong>Bedeutung des Arbeitsumfelds <\/strong><br \/>\nDagegen sind die Bedingungen f\u00fcr die Rewe-Tochter Lekkerland \u00e4u\u00dferst komfortabel. Oberwalleney berichtete, er suche fast nur noch Mitarbeiter mit drei bis f\u00fcnf Jahren Berufs-Know-how und habe damit gute Erfahrungen gemacht: \u201eDie Abbruchquote ist nicht sehr hoch.\u201c Dabei spiele nicht nur das Einkommen eine Rolle; von Bedeutung sei nicht zuletzt das Arbeitsumfeld. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind Benefits f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten bedeutend. Daher lockt etwa Wolsdorff mit Pr\u00e4mien, einer Pensionskasse und einem Notfonds f\u00fcr unverschuldet in Probleme geratene Mitarbeiter. Auch D\u00fcrninger setzt auf Zusatzanreize, betont aber vor allem, wie wichtig das Miteinander innerhalb der jeweiligen Filial-Teams sei. Die F\u00fchrungskr\u00e4fte w\u00fcrden angehalten, die Filialen zu f\u00fchren, als seien es ihre eigenen Gesch\u00e4fte \u2013 ohne direkt ins wirtschaftliche Risiko gehen zu m\u00fcssen. <\/p>\n<p><strong>Nach zwei Jahren ein E-Auto <\/strong><br \/>\nBei Intrade ist die Lage bei den Arbeitskr\u00e4ften entspannter, die meisten identifizierten sich mit dem Produkt und blieben meist lange dabei. Das mag auch daran liegen, dass Intrade den Angestellten \u2013 laut Amiri keiner \u00e4lter als 40 Jahre \u2013 nach zwei Jahren ein E-Auto zur Verf\u00fcgung stellt. <\/p>\n<p>Das Thema \u201eTabak\u201c dr\u00fcckt \u00fcbrigens ebenfalls die Begeisterung m\u00f6glicher Kandidaten. Oberwalleney bezeichnete es als \u201eHerausforderung\u201c. Vollmer attestierte dem Tabak \u201eeinen gewissen Malus\u201c und bezeichnete 60 Prozent des Personals als tabakaffin. Gro\u00dfe Bedeutung haben f\u00fcr alle Betriebe Arbeitszeitmodelle. So sagte Steckbauer, Flexibilit\u00e4t sei der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Bei D\u00fcrninger passe man inzwischen gelegentlich sogar die \u00d6ffnungszeiten ans verf\u00fcgbare Personal an. Oberwalleney wies zugleich darauf hin, dass die Besch\u00e4ftigten aufgrund der hohen Lebenskosten inzwischen auf Vollzeit-Jobs angewiesen seien. <\/p>\n<p><strong>Wunschliste f\u00fcr Berlin<\/strong><br \/>\nVon Kahnt nach ihren drei W\u00fcnschen f\u00fcr das gesch\u00e4ftliche Wirken befragt, nannten die Teilnehmer der Runde abschlie\u00dfend Kompetenz in Berlin, gr\u00f6\u00dfere Planungssicherheit, berechenbare Lieferanten und Partner, differenzierte und verantwortungsbewusste politische Entscheidungen und \u2013 nicht zu vernachl\u00e4ssigen \u2013 ein bisschen Gl\u00fcck. <\/p>\n<p>Statt des im Programm angek\u00fcndigten Musikers Joey Kelly folgte ein Vortrag des Comedy-Redners Professor Franz Hansen, der nur unter seinem Alias genannt werden m\u00f6chte. Mit Verve widmete er sich dem Thema \u201eDie Zukunft der Tabakindustrie\u201c. Die in Tweed gekleidete selbsternannte \u201eKoryph\u00e4e der Tabakforschung\u201c (Hansen) er\u00f6rterte mit Augenzwinkern die \u201eAnalytische Konsolidierung betriebswirtschaftlicher Komponenten zur Integration partieller Tabakwaren im Einzelhandel unter mikro\u00f6konomischen Gesichtspunkten nach der HDUS-Methode\u201c. HDUS steht bei Hansen \u00fcbrigens f\u00fcr \u201eHauptsache der Umsatz stimmt\u201c.\u2001<\/p>\n<p><i><br \/>\nkes\u2009\/\u2009max<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00d6SRATH \/\/ Wenn der [link|https:\/\/www.tabakwelt.de\/]Handelsverband Tabak (BTWE)[\/link] ruft, dann eilt die Branche nach R\u00f6srath, um sich im Speckg\u00fcrtel K\u00f6lns \u00fcber Probleme und Chancen auszutauschen. Rund 100 Teilnehmer waren diesmal der Einladung gefolgt und diskutierten im Rahmen des BTWE-Branchendialogs. Durchhalteverm\u00f6gen beweisen Zur Begr\u00fc\u00dfung griff BTWE-Pr\u00e4sident Torsten L\u00f6ffler das Sommer-Event schlechthin auf: die Fu\u00dfball-Europameisterschaft in Deutschland. 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