{"id":54755,"date":"2024-04-24T22:00:00","date_gmt":"2024-04-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54755"},"modified":"2024-04-24T22:00:00","modified_gmt":"2024-04-24T22:00:00","slug":"zahl-der-ladendiebstaehle-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54755","title":{"rendered":"Zahl der Ladendiebst\u00e4hle steigt"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> Die Zahl der Ladendiebst\u00e4hle in Deutschland ist im Vorjahresvergleich 2023 um mehr als 23 Prozent auf \u00fcber 426.000 F\u00e4lle gestiegen. Das zeigt die k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert angesichts dieser deutlich steigenden Zahlen dringend die konsequentere strafrechtliche Verfolgung von Ladendiebst\u00e4hlen und verweist auf eine hohe Dunkelziffer. <\/p>\n<p><strong>\u201e Unhaltbare Zust\u00e4nde\u201d <\/strong><br \/>\n\u201eDas sind unhaltbare Zust\u00e4nde, Ladendiebstahl ist keine Bagatelle. Ein funktionierender Rechtsstaat darf die Augen vor der aktuellen Entwicklung nicht verschlie\u00dfen, sondern muss auch zur Abschreckung entschieden reagieren. Die Verluste f\u00fcr die Handelsunternehmen summieren sich auf mehrere Milliarden Euro im Jahr. Der Rechtsstaat muss den Schutz des Eigentums endlich wirkungsvoll und dauerhaft durchsetzen\u201c, so HDE-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Genth. <\/p>\n<p><strong>Hohe Dunkelziffer <\/strong><br \/>\nIn \u00e4lteren polizeilichen Kriminalstatistiken wurde regelm\u00e4\u00dfig auf das sehr gro\u00dfe Dunkelfeld verwiesen. Der HDE geht weiterhin davon aus, dass die Dunkelziffer beim Ladendiebstahl bei mehr als 90 Prozent liegt. Denn bei einer Vielzahl der F\u00e4lle wird die Polizei gar nicht informiert, es wird keine Anzeige erstattet. \u201eViele Handelsunternehmen berichten, dass die angezeigten Ladendiebe meist ohne gr\u00f6\u00dfere Konsequenzen davonkommen. In der Folge w\u00e4chst der Frust, oft erspart man sich dann den Aufwand einer viel zu h\u00e4ufig vergeblichen Anzeige. Deshalb muss klar sein: Wer im Einzelhandel klaut, muss auch sp\u00fcrbar bestraft werden.\u201c Alles andere bringe die Akzeptanz und den Respekt vor dem Rechtsstaat in Gefahr. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nOrganisierter  Ladendiebstahl  <\/strong><br \/>\nInsbesondere der schwere, beispielsweise bandenm\u00e4\u00dfig organisierte Ladendiebstahl ist f\u00fcr den Einzelhandel ein gro\u00dfes Problem. Hier wuchs die Zahl der Delikte im Vorjahresvergleich um rund 26 Prozent. \u201eEs geht hier um sehr professionell organisierte Banden, die mit gro\u00dfer Gewaltbereitschaft massenhaft Ladendiebst\u00e4hle begehen. Justiz und Polizei m\u00fcssen diesen Banden ihre Grenzen aufzeigen. Die Einstellungen von Strafverfahren darf bei gewerbsm\u00e4\u00dfigen oder bandenm\u00e4\u00dfig organisierten Begehungsformen von vornherein nicht in Betracht gezogen werden\u201c, so Genth weiter. Dabei gehe es auch um eine bessere Zusammenarbeit der Polizeibeh\u00f6rden und Staatsanwaltschaften in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern. Die Kriminellen hielten sich nicht an L\u00e4ndergrenzen, deshalb m\u00fcsse auch der Austausch unter den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden noch intensiver werden. <\/p>\n<p><strong>Covid-19-Pandemie <\/strong><br \/>\nNachdem die Zahlen der polizeilich erfassten Straftaten im Jahr 2016 auf einem H\u00f6chststand waren, sind sie in den Folgejahren stetig gesunken. Mit Abklingen der Covid-19-Pandemie und den damit wegfallenden Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie kam der Umschwung \u2013 die erfassten Straftaten stiegen vom Jahr 2021 zum Jahr 2022 erstmals wieder merkbar an. Dieser Trend setzte sich 2023 zwar fort, jedoch weniger stark als im Jahr zuvor: Vom Jahr 2022 auf 2023 stiegen die Fallzahlen um 5,5 Prozent an; von 5\u2006628\u2006584 F\u00e4llen in 2022 auf 5\u2006940\u2006667 F\u00e4lle in 2023 (vgl. 2021 auf 2022 plus 11,5 Prozent, von 5\u2006047\u2006860 auf 5\u2006628\u2006584 F\u00e4lle). Betrachtet man die Fallzahlen im Langzeitvergleich, sind sie 2023 auf dem h\u00f6chsten Stand seit dem Berichtsjahr 2016, hei\u00dft es vom Bundeskriminalamt (BKA). Die Aufkl\u00e4rungsquote lag 2023 bei 58,4 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte \u00fcber dem Wert von 2022 (57,3 Prozent). Damit erreicht die Aufkl\u00e4rungsquote fast den H\u00f6chststand der letzten Jahre 2021 (58,7 Prozent), hei\u00dft es in dem Bericht auf der Homepage des BKA. <\/p>\n<p><strong>BKA identifiziert zentrale Faktoren<\/strong><br \/>\nWoher kommt der Anstieg an Straftaten? Die Kriminalit\u00e4tsforscher des BKA haben drei zentrale Faktoren f\u00fcr den Anstieg der Fall- und Tatverd\u00e4chtigenzahlen identifiziert, die f\u00fcr die Entwicklung der Delikte insgesamt ohne ausl\u00e4nderrechtliche Verst\u00f6\u00dfe sowie insbesondere f\u00fcr Gewalt- und Eigentumsdelikte angef\u00fchrt werden k\u00f6nnen: <\/p>\n<p>[bul]Erh\u00f6hte Mobilit\u00e4t bietet mehr Tatanl\u00e4sse und -gelegenheiten. Mit dem Wegfall der letzten corona-bedingten Einschr\u00e4nkungen im Fr\u00fchjahr 2023 sind die Menschen wieder mehr unterwegs, tendenziell verst\u00e4rkt im \u00f6ffentlichen Raum. Dadurch ergeben sich mehr Tatgelegenheiten und -anl\u00e4sse. <\/p>\n<p>[bul]Wirtschaftliche und soziale Belastungen: In der Bev\u00f6lkerung wurde \u00fcber weite Teile der Jahre 2022 und 2023 die Inflation als wesentliches Problem wahrgenommen. Das war in den Jahren davor nicht der Fall und steht in Zusammenhang mit steigenden Fall- und Tatverd\u00e4chtigenzahlen, beispielsweise bei Gewaltkriminalit\u00e4t. Hinzu kommen Belastungen im sozialen Bereich. Insbesondere Kinder und Jugendliche haben mit erh\u00f6hten psychischen Belastungen als Folge der Corona-Ma\u00dfnahmen zu k\u00e4mpfen, was sich auch auf ihre Anf\u00e4lligkeit, Straftaten zu begehen, auswirken kann. <\/p>\n<p>[bul]Migration: Deutschland verzeichnet aktuell eine hohe Zuwanderungsrate. Dadurch steigt die Bev\u00f6lkerungszahl an und der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtgesellschaft nimmt zu. Es ist plausibel, dass sich dies auch in einer steigenden Zahl nichtdeutscher Tatverd\u00e4chtiger ausdr\u00fcckt. Es ist davon auszugehen, dass viele Schutzsuchende mehrere Risikofaktoren f\u00fcr verschiedene Deliktsbereiche aufweisen. Dazu geh\u00f6ren die Lebenssituation in Erstaufnahmeeinrichtungen sowie wirtschaftliche Unsicherheit und Gewalterfahrungen.  <\/p>\n<p><strong><br \/>\nAlle Altersgruppe betroffen<\/strong><br \/>\nDie genannten zentralen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze finden auf alle Altersgruppen Anwendung. Bei (\u00e4lteren) Kindern und Jugendlichen k\u00f6nnen sie aber in besonderem Ma\u00dfe relevant sein, denn: Jugendliche haben eine entwicklungsbedingt gr\u00f6\u00dfere Neigung, gegen Normen zu versto\u00dfen und Straftaten zu begehen. Kinder und Jugendliche waren von den Covid-bedingten Einschr\u00e4nkungen in besonderem Ma\u00dfe betroffen. Aktuelle Studien zeigen, dass die psychischen Belastungen zum Teil auch nach Beendigung der Ma\u00dfnahmen weiter Bestand haben.\u2001<\/p>\n<p><i>pi\/red <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ Die Zahl der Ladendiebst\u00e4hle in Deutschland ist im Vorjahresvergleich 2023 um mehr als 23 Prozent auf \u00fcber 426.000 F\u00e4lle gestiegen. Das zeigt die k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik. 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