{"id":54710,"date":"2024-02-07T23:00:00","date_gmt":"2024-02-07T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54710"},"modified":"2024-02-07T23:00:00","modified_gmt":"2024-02-07T23:00:00","slug":"rueckbesinnung-auf-genuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=54710","title":{"rendered":"\u201eR\u00fcckbesinnung auf Genuss\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ \/\/<\/strong> Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabak- und Nikotinwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Die Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im sechsten und letzten Teil der Reihe \u00e4u\u00dfert sich Bodo Mehrlein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim [link|https:\/\/www.zigarren-verband.de\/]Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ)[\/link]. <\/p>\n<p>\u201eWie schon in den vergangenen Jahren \u2013 und das wird sich auch in der Zukunft nicht \u00e4ndern \u2013 steht die gesamte Tabakbranche und somit auch die Zigarren- und Zigarillo-\u2027Industrie vor besonderen Herausforderungen. <\/p>\n<p><strong>R\u00fcckgang von 9,7 Prozent <\/strong><br \/>\nWie die vom Statistischen Bundesamt ver\u00f6ffentlichten Zahlen f\u00fcr den Absatz von Tabakwaren im Jahr 2023 zeigen, wurden im zur\u00fcckliegenden Jahr 2,288 Milliarden Zigarren\u2006\/\u2006Zigarillos versteuert, was einem R\u00fcckgang von 9,7 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (2,535 Milliarden St\u00fcck) entspricht. Das ist sicher eine Konsequenz aus dem Tabaksteuermodernisierungsgesetz, das f\u00fcr Zigarren und Zigarillos eine massive Anhebung der Mindeststeuer zum Januar 2022 und eine weitere Erh\u00f6hung zum Januar 2023 vorgesehen hatte. Wir gehen davon aus, dass der dadurch verursachte R\u00fcckgang in erster Linie niedrigpreisige Zigarillos getroffen hat. Beim Absatzmarkt von traditionellen Zigarren und Zigarillos sehen wir einen leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Markt.<\/p>\n<p><strong>BdZ schaut positiv in die Zukunft <\/strong><br \/>\nF\u00fcr die grunds\u00e4tzliche Entwicklung des Zigarren- und Zigarilloabsatzes schaut der BdZ positiv optimistisch in die Zukunft, denn es zeigt sich, dass das gro\u00dfe Thema Genuss, zu dem auch Zigarren und Zigarillos geh\u00f6ren, eine immer wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Somit glauben wir, dass die Produkte \u2013 wenn auch in der Nische \u2013 eine interessante Erg\u00e4nzung f\u00fcr den Tabakwaren-Fachhandel sowie ein genussvolles Angebot f\u00fcr Konsumenten darstellen. <\/p>\n<p>Die Versteuerungszahlen zeigen aber auch f\u00fcr andere Tabakwaren eine \u00e4hnlich r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz auf, so dass die Behauptungen aus der viel zitierten Debra-Studie unm\u00f6glich zutreffen k\u00f6nnen. Die Studie geht von steigenden Abs\u00e4tzen und h\u00f6heren Raucherquoten in Deutschland aus und wird somit \u00e4u\u00dferst gerne von interessierten Kreisen zitiert.<\/p>\n<p><strong><br \/>\n20. Mai 2024 wichtiges Datum f\u00fcr Zigarrenindustrie <\/strong><br \/>\nIm Jahr 2024 ist der 20. Mai ein wichtiges Datum f\u00fcr die Zigarrenindustrie, denn ab dann m\u00fcssen die Gebinde der Erzeugnisse in der Produktion entsprechend der Vorgaben des EU-R\u00fcckverfolgbarkeitssystem, besser bekannt unter Track\u2006&#038;\u2006Trace, markiert werden, also ein Sicherheitsmerkmal \u2013 in Deutschland das Steuerzeichen \u2013 und ein individuelles Erkennungszeichen tragen. <\/p>\n<p>Der Bundesverband der Zigarrenindustrie weist nochmals darauf hin, dass es sich hierbei um eine vollkommen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Ma\u00dfnahme handelt, denn der Schritt, der die mittelst\u00e4ndische Industrie wirtschaftlich massiv belasten, soll den Tabakschmuggel bek\u00e4mpfen, den es in der Zigarrenindustrie nicht gibt. Die Unternehmen mussten in den vergangenen Jahren hohe Millionenbetr\u00e4ge investieren, um die Regularien umzusetzen. Besonders fatal ist, dass man kein EU-weites einheitliches System gefunden hat, sondern jedes Mitgliedsland eigene Regeln aufgestellt hat. Das ist f\u00fcr die exportstarken Firmen eine zus\u00e4tzliche Belastung. <\/p>\n<p><strong>Herausforderungen der n\u00e4chsten Jahre<\/strong><br \/>\nWeitere Herausforderungen sind in den n\u00e4chsten Jahren zu erwarten; hier sind besonders die Regelungen auf EU-Ebene zu ber\u00fccksichtigen, etwa die Tabaksteuerrichtlinie und die neugefasste Tabakproduktrichtlinie, die wahrscheinlich beide nach der Wahl zum Europaparlament in Angriff genommen werden. Mit einer Ver\u00f6ffentlichung der Empfehlungen der EU-Kommission f\u00fcr eine rauchfreie Umgebung ist noch vor der EU-Wahl zu rechnen. <\/p>\n<p>Der BdZ fordert bei den zuk\u00fcnftigen Regularien, dass sich der Diskurs mehr an der Sachlichkeit orientiert. Radikale Forderungen nach einem Totalverbot von Tabakwaren, einer rauchfreien Generation oder drastische Ma\u00dfnahmen wie Einheitsverpackungen, dem Verbot, Tabakerzeugnisse am Verkaufsort sichtbar auszulegen sowie dem Verbot von Aromastoffen sind nicht zielgerichtet und vor allem nicht gesellschaftlich gewollt. <\/p>\n<p><strong>EU-weite Unterschriftensammlung <\/strong><br \/>\nDas wurde zuletzt deutlich, als die EU-weite Unterschriftensammlung einer B\u00fcrgerinitiative f\u00fcr ein rauchfreies Europa, die von \u00fcber 37 Anti-Tabak-NGOs getragen wurde, nach einem Jahr statt der n\u00f6tigen Million Stimmen nur 21\u2006257 erzielt hat \u2013 in Deutschland wurden nur 1002 Stimmen gesammelt. Die Zahlen zeigen deutlich, dass solche radikalen Forderungen nicht gesellschaftlich legitimiert sind. <\/p>\n<p>Vielmehr sollte die Tabakregulierung sich daran orientieren, vor allem Jugendliche vor dem Tabakkonsum zu sch\u00fctzen. Auf der anderen Seite sollte aber auch Genussrauchern die M\u00f6glichkeit erhalten bleiben, ihre Produkte in unver\u00e4nderter Form zu konsumieren.<\/p>\n<p>Der BdZ kann die Bem\u00fchungen der gr\u00f6\u00dferen Zigarettenkonzerne nachvollziehen, im Rahmen des Harm-Reduction-Konzepts ihre Branche neu aufzustellen. Die Zigarrenindustrie m\u00f6chte aber betonen, dass die beste L\u00f6sung f\u00fcr eine solche Idee ist, sich wieder auf die eigentliche Bedeutung des Genusses zu besinnen und hierbei spielen Zigarren und Zigarillos durch ihren gelegentlichen Genuss und die fehlende Jugendschutzproblematik eine herausragende Rolle, so dass sie am ehesten dem Konzept einer Neuausrichtung durch die Besinnung auf alte Werte wie dem Genuss gerecht werden. Im Rahmen seiner Verbandsarbeit betont der BdZ immer wieder, dass die Gesetzgebung verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und wissenschaftlich belegbar sein muss; au\u00dferdem m\u00fcssen die Besonderheiten der einzelnen Tabakkategorien ber\u00fccksichtigt werden. <\/p>\n<p><strong>Zigarren und Zigarillo reine Genussartikel f\u00fcr erwachsene Raucher <\/strong><br \/>\nHierbei ist offensichtlich und durch verschiedene Statistiken wie unter anderem dem Eurobarometer und auch dem Mikrozensus zu belegen, dass es sich bei Zigarren und Zigarillos um einen reinen Genussartikel f\u00fcr erwachsene Raucher handelt; das ist auch darin begr\u00fcndet, dass es kein Jugendschutzproblem bei Zigarren und Zigarillos gibt und die Erzeugnisse keine Rolle beim Einstieg von Erstkonsumenten von \u2027Tabakprodukten spielt. <\/p>\n<p>Sehr erfreulich ist f\u00fcr den Bundesverband der Zigarrenindustrie, dass sich seit geraumer Zeit die Zahl der Mitglieder \u2013 hierbei handelt es sich um Hersteller oder Importeure von Zigarren und Zigarillos \u2013 weiter vergr\u00f6\u00dfert hat. So konnten in den vergangenen Jahren neun neue Mitglieder gewonnen werden, so dass der Verband jetzt fast 100 Prozent der traditionellen Zigarren und Zigarillos vertritt. Das ist nicht nur eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die Verbandsarbeit, sondern auch eine St\u00e4rkung der Position des Verbands nach au\u00dfen als alleiniges Sprachrohr f\u00fcr die Zigarrenbranche und auch die mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gten Firmen der Tabakbranche.\u201c <\/p>\n<p><i>vi<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ \/\/ Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabak- und Nikotinwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Die Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. 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