{"id":53823,"date":"2023-06-28T22:00:00","date_gmt":"2023-06-28T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=53823"},"modified":"2023-06-28T22:00:00","modified_gmt":"2023-06-28T22:00:00","slug":"praevention-statt-regulierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=53823","title":{"rendered":"Pr\u00e4vention statt Regulierung"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> DTZ und BVTE erreichen wiederholt Anfragen zu den Debra-\u201eDaten\u201c (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten). Darin wird auf die angeblich 200\u2009000 zus\u00e4tzlichen jugendlichen Raucher hingewiesen. Jan-M\u00fccke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom [link|https:\/\/www.bvte.de\/de\/]Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)[\/link], erkl\u00e4rt gegen\u00fcber DTZ warum ein Nachsteuern bei der Regulierung falsch w\u00e4re. <\/p>\n<p><strong>R\u00fcckl\u00e4ufige Abs\u00e4tze bei klassischen Tabakerzeugnissen <\/strong><br \/>\n\u201eWir haben in Deutschland seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufige Abs\u00e4tze bei klassischen Tabakerzeugnissen, im Schnitt betrug der R\u00fcckgang beim Zigarettenabsatz zwischen zwei und drei Prozent des jeweiligen Vorjahreswerts. 2002 wurden noch 145,1 Milliarden Zigaretten versteuert. Im Vergleich von 2002 zu 2022 ist der Absatz um mehr als die H\u00e4lfte zur\u00fcckgegangen. Im vergangenen Jahr fiel der Zigarettenabsatz nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 8,3 Prozent auf nur noch 65,784 Milliarden St\u00fcck\u201c, betont M\u00fccke. Die Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) seien \u201eharte Steuerdaten\u201c und nicht Umfragewerte, wie sie beispielsweise bei der [link|https:\/\/www.debra-study.info]Debra-Umfrage[\/link] erhoben werden. <\/p>\n<p>Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufigen Zigarettenabsatz in Deutschland und den Debra-Umfragen zum Anstieg des Tabakkonsums in der Gesamtbev\u00f6lkerung. Im direkten Vergleich mit dem vom Destatis durchgef\u00fchrten Mikrozensus (Gesetzlich angeordnete statistische Erhebung, die seit 1957 jedes Jahr bei einem Prozent der Bev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrt wird. Anmerk. d. Red.) sei die Erhebung durch Debra regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber-pr\u00e4diktiv (\u00fcber-vorhersehbar). \u201eBei den Umfragedaten 2017 bis 2019 betrug die Abweichung zum amtlichen Mikrozensus bei der Raucherpr\u00e4valenz sogar sieben Prozentpunkte.\u201c Noch gravierender seien die Abweichungen zum Mikrozensus 2021 mit einer Raucherquote von 18,9 Prozent und bei der Debra-Umfrage 2021 mit einer durchschnittlichen Raucherquote von zirka 30 Prozent.  <\/p>\n<p><strong><br \/>\nFehlende Differenzierung bei Produktkategorien <\/strong><br \/>\nAuch der Vergleich mit den Umfragedaten anderer Institute lassen ihn an den Debra-Ergebnissen zweifeln. \u201eGem\u00e4\u00df einer aktuellen Forsa-Befragung im Auftrag der Kaufm\u00e4nnischen Krankenkasse (KKH) betr\u00e4gt der Anteil regelm\u00e4\u00dfiger Raucher bei den 16- bis 29-J\u00e4hrigen elf Prozent\u201c, sagt M\u00fccke.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber habe die Debra-Umfrage f\u00fcr die 18- bis 24-J\u00e4hrigen eine Raucherquote von \u00fcber 40 Prozent im Jahr 2022 ermittelt. Ursache f\u00fcr die Abweichungen seien eine \u201ezu geringe Stichprobengr\u00f6\u00dfe der Umfrage\u201c. So beruhe die \u201eVerdoppelung der Raucherpr\u00e4valenz bei Minderj\u00e4hrigen\u201c in der Studie auf einer Stichprobe von etwa 50 Jugendlichen pro Befragungswelle. \u201eBei sechs Wellen pro Jahr w\u00e4ren das insgesamt lediglich 300 Befragte in dieser Alterskohorte\u201c, erkl\u00e4rt M\u00fccke.  <\/p>\n<p>Weitere methodische Schw\u00e4chen seien die fehlende Differenzierung zwischen \u201egelegentlichem und regelm\u00e4\u00dfigem Konsum\u201c, sowie die \u201efehlende Erfassung unterschiedlicher Produktkategorien\u201c. Es werde nicht unterschieden zwischen Zigaretten und anderen Tabakerzeugnissen. <\/p>\n<p>Im BVTE geht man davon aus, dass 2022 keine 200\u2009000 Jugendliche mit dem Rauchen angefangen haben, so M\u00fccke. Der Absatz sei seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig. Verband und Handel unterst\u00fctzen das gemeinsam durch das Einhalten des \u201estrikten Abgabeverbots von Nikotinerzeugnissen an Kinder und Jugendliche\u201c. Dazu geh\u00f6re seit drei Jahren die Kampagne \u201eStop \u2013 erst ab 18!\u201c. F\u00fcr Besch\u00e4ftigte im Handel stehe zudem das Portal www.jugendschutz-handel.de f\u00fcr die Weiterbildung offen. <\/p>\n<p>\u201eWir wollen nicht, dass Kinder und Jugendliche rauchen, dampfen oder Nikotinbeutel konsumieren\u201c, betont M\u00fccke. Der Kinder- und Jugendschutz habe f\u00fcr den BVTE oberste Priorit\u00e4t. \u201eDer Schl\u00fcssel zu einem wirkungsvollen Jugendschutz liegt in der Nichtverf\u00fcgbarkeit von Tabakwaren, E-Zigaretten und anderen Nikotinerzeugnissen f\u00fcr Minderj\u00e4hrige\u201c, erkl\u00e4rt Jan M\u00fccke. <\/p>\n<p><i>pi <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ DTZ und BVTE erreichen wiederholt Anfragen zu den Debra-\u201eDaten\u201c (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten). Darin wird auf die angeblich 200\u2009000 zus\u00e4tzlichen jugendlichen Raucher hingewiesen. Jan-M\u00fccke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom [link|https:\/\/www.bvte.de\/de\/]Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)[\/link], erkl\u00e4rt gegen\u00fcber DTZ warum ein Nachsteuern bei der Regulierung falsch w\u00e4re. 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