{"id":53769,"date":"2023-06-06T22:00:00","date_gmt":"2023-06-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=53769"},"modified":"2023-06-06T22:00:00","modified_gmt":"2023-06-06T22:00:00","slug":"mehrheit-will-rauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=53769","title":{"rendered":"Mehrheit will rauchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>GR\u00c4FELFING \/\/<\/strong> Rund ein Drittel der deutschen Bev\u00f6lkerung raucht. Um der Raucherquote entgegenzuwirken, wird fortlaufend \u00fcber die Kostenerstattung von Nikotinersatztherapien im Rahmen von evidenzbasierten Programmen diskutiert. <\/p>\n<p>Vielversprechendere Ma\u00dfnahmen bleiben allerdings ungenutzt, wie Ergebnisse der von Philip Morris beauftragten Studie \u201eBarrieren des Rauchstopps\u201c zeigen. Nur ein Bruchteil der Raucher sehe die Kosten von unterst\u00fctzenden Angeboten und Produkten als Hindernis f\u00fcr einen Rauchstopp. Stattdessen hindern Rauchgenuss, Gewohnheiten und eine mangelnde Disziplin viele Raucher an einem Rauchstopp. Daher bedarf es zus\u00e4tzlicher Instrumente, darunter auch ein gr\u00f6\u00dferer Fokus auf Ma\u00dfnahmen der Schadensminderung und der Bereitstellung von Informationen.  <\/p>\n<p><strong>Hohe Raucherpr\u00e4valenz in Deutschland erfordert Handeln  <\/strong><br \/>\nDie Raucherpr\u00e4valenz bei \u00fcber 14-J\u00e4hrigen in Deutschland liegt bei 32,4 Prozent (Stand 03\/2023) und befindet sich damit weiterhin auf hohem Niveau. Um dem entgegenzuwirken, gibt es im Rahmen des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung seit Juli 2021 eine Ausnahmeregelung. Personen mit einer schweren Tabakabh\u00e4ngigkeit sollen maximal alle drei Jahre im Rahmen von evidenzbasierten Programmen Arzneimittel zur Tabakentw\u00f6hnung auf Kosten der Krankenkassen erhalten. Untersuchungen zeigen, dass die Kostenerstattung von Rauchstoppma\u00dfnahmen die H\u00e4ufigkeit und Erfolgsquote von Rauchstoppversuchen steigern kann, wenn auch auf niedrigem Niveau. <\/p>\n<p><strong>Kosten von Rauchstopptherapien <\/strong><br \/>\nDie Kosten von unterst\u00fctzenden Angeboten und Produkten sind allerdings nur f\u00fcr zw\u00f6lf Prozent der 1000 befragten erwachsenen Raucher in Deutschland ein Hindernis, das sie davon abh\u00e4lt, mit dem Rauchen der Zigarette aufzuh\u00f6ren, wie die von Philip Morris beauftragte Studie \u201eBarrieren des Rauchstopps 2022\u201c ergab. F\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit (88 Prozent) sind die Kosten demnach kein Hindernis f\u00fcr einen Rauchstopp. Am h\u00e4ufigsten genannt wurden dagegen die Barrieren \u201eIch rauche gerne\u201c (50 Prozent), Gewohnheiten und Rituale (41 Prozent) und fehlende Disziplin (31 Prozent). <\/p>\n<p>Diese Werte haben sich seit der Erstbefragung im Jahr 2021 nicht ver\u00e4ndert. Auch in der Studie von 2021 nannten lediglich 12 Prozent der 1000 befragten erwachsenen Raucher in Deutschland die Kosten von unterst\u00fctzenden Angeboten und Produkten als eine Barriere f\u00fcr den Rauchstopp. Dennoch: F\u00fcr Konsumenten, die die Kosten als eine ihrer gr\u00f6\u00dften Barrieren nennen, k\u00f6nnte eine Kostenerstattung einen Anreiz setzen, den Rauchstopp (erneut) zu versuchen. <\/p>\n<p><strong>Motivation f\u00fcr Rauchstopp<\/strong><br \/>\nDar\u00fcber hinaus zeigen die Ergebnisse der Studie, dass die Mehrheit der Raucher (52 Prozent) nicht f\u00fcr einen Rauchstopp motiviert ist. Besonders f\u00fcr diese Gruppe sind die Kosten von unterst\u00fctzenden Angeboten und Produkten selten eine Barriere. <\/p>\n<p>Auch die Daten der fortlaufenden Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) zeigen: 94 Prozent aller (Ex-)Raucher haben im letzten Jahr keinen ernsthaften Rauchstoppversuch unternommen. <\/p>\n<p>Demnach w\u00fcrde eine Kostenerstattung wom\u00f6glich nur einen kleinen Teil der Raucher erreichen. F\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit ben\u00f6tigt es zus\u00e4tzliche, zielgerichtete Instrumente, darunter auch Ma\u00dfnahmen der Schadensminderung, die die Lebenswirklichkeit von Rauchern adressieren.  <\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Verzicht auf Tabak und Nikotin ist dabei immer die beste Option, jedoch braucht es wirkungsvolle Konzepte, die bisherige Regulierungsstrategien erg\u00e4nzen und jene erwachsenen Raucher ansprechen, die sonst weiterrauchen w\u00fcrden. Sie m\u00fcssen eine informierte Entscheidung treffen k\u00f6nnen. Gleichzeitig m\u00fcssen f\u00fcr diese Gruppe Anreize geschaffen werden, ihr Konsumverhalten im Sinne der Schadensminderung effektiv zu ver\u00e4ndern und einen Wechsel zu schadstoffreduzierten Alternativen anzustreben. Vielen Rauchern fehlen hierf\u00fcr jedoch die Informationen. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie \u201eBarrieren des Rauchstopps 2022\u201c finden Sie [link|  https:\/\/t1p.de\/jdn5b]hier[\/link]. <\/p>\n<p><i>pi<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GR\u00c4FELFING \/\/ Rund ein Drittel der deutschen Bev\u00f6lkerung raucht. Um der Raucherquote entgegenzuwirken, wird fortlaufend \u00fcber die Kostenerstattung von Nikotinersatztherapien im Rahmen von evidenzbasierten Programmen diskutiert. Vielversprechendere Ma\u00dfnahmen bleiben allerdings ungenutzt, wie Ergebnisse der von Philip Morris beauftragten Studie \u201eBarrieren des Rauchstopps\u201c zeigen. 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