{"id":53511,"date":"2023-01-19T23:00:00","date_gmt":"2023-01-19T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=53511"},"modified":"2023-01-19T23:00:00","modified_gmt":"2023-01-19T23:00:00","slug":"freiheit-ist-hoechstes-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=53511","title":{"rendered":"\u201eFreiheit ist h\u00f6chstes Gut\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ \/\/<\/strong> Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabakwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Diese Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im vierten Teil der Reihe \u00e4u\u00dfert sich Michael von Foerster, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Verband der Deutschen Rauchtabakindustrie (VdR). <\/p>\n<p>Die Deutschen haben sich in ihrer Passivit\u00e4t gut eingerichtet und an den Nanny-Staat gew\u00f6hnt. Die Krisen der letzten Jahre wurden durch den massiven Einsatz von Staatshilfen gelindert, der Ruf nach Vater Staat ist beinahe allgegenw\u00e4rtig. Die eine oder andere \u00dcbergriffigkeit von Seiten des Staates wurde von den B\u00fcrgern daher billigend in Kauf genommen. So kann es nicht weitergehen. F\u00fcr das neue Jahr brauchen wir mehr m\u00fcndige B\u00fcrger und eine Renaissance der Freiheit. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nFehlende Selbstst\u00e4ndigkeit <\/strong><br \/>\nUns geht es zu gut in Deutschland \u2013 wir wirken geradezu \u00fcbers\u00e4ttigt. Wie anders sind die steigende Lethargie und die fehlende Selbstst\u00e4ndigkeit unserer Gesellschaft zu erkl\u00e4ren? Wir befinden uns zunehmend in einem politischen Nanny-Staat, der von einem Teil der Deutschen dankend angenommen wird \u2013 schlie\u00dflich kann man das eigenst\u00e4ndige Denken so vermeiden.  <\/p>\n<p>In einem Buch des Journalisten Alexander Kissler bezeichnet dieser die Deutschen gar als infantil und sieht gar eine \u201eGesellschaft der Kindsk\u00f6pfe\u201c gegeben. Dieses infantile Verhalten l\u00e4sst sich an zwei Punkten exemplarisch sehr gut verdeutlichen. <\/p>\n<p>Zum einen in der Debattenkultur, die zusehends verloren geht. Statt seinem Gegen\u00fcber zuzuh\u00f6ren und sachlich zu argumentieren, sind wir von kontr\u00e4ren Meinungen nur allzu gern pers\u00f6nlich beleidigt oder verweigern Diskussionen gleich vollends. Pers\u00f6nliche Befindlichkeiten und Gef\u00fchle \u00fcbertrumpfen jegliche sachliche Argumente \u2013 kindliches Verhalten wie es im Buche steht. <\/p>\n<p><strong>Ideal des m\u00fcndigen B\u00fcrgers <\/strong><br \/>\nZum anderen verdr\u00e4ngt der Staat das Ideal des m\u00fcndigen B\u00fcrgers, in dem er diesen an die Hand nimmt, um ihn zu sch\u00fctzen und anzuleiten f\u00fcr das t\u00e4gliche Leben \u2013 so wie auch Kinder besch\u00fctzt werden m\u00f6chten. Dies m\u00fcndet darin, dass politische Diskurse vom Gesetzgeber auch sprachlich f\u00fcr eine Gesellschaft von Kindern ausgelegt werden. So bekommen Gesetze wenig sachliche Namen wie das Gute-Kita-Gesetz oder das Starke-Familien-Gesetz. Gleichzeitig holt der Bundeskanzler Worte wie Wumms oder Doppelwumms aus der Schatzkiste. <\/p>\n<p>Angst ist ein Urinstinkt der Menschheit und bis zu einem gewissen Grad auch wichtig f\u00fcr unser \u00dcberleben. Wie auch in anderen Bereichen des Lebens macht die Menge das Gift! Denn \u00fcber\u00e4ngstliches Verhalten ist eine Gefahr f\u00fcr unsere Demokratie, die daf\u00fcr sorgt, dass der Ruf nach Freiheit und Eigenverantwortung aus der Gesellschaft heraus langsam verhallt. Dabei sind doch gerade Freiheit und der m\u00fcndige B\u00fcrger die Grundpfeiler unserer Demokratie.  <\/p>\n<p><strong>Mut zur (Eigen-) Verantwortung<\/strong><br \/>\nDie erwachsene Gesellschaft verl\u00e4sst der Mut zur (Eigen-) Verantwortung und verliert damit sowohl die eigene Deutungshoheit als auch ihren freiheitlichen Machtanspruch gegen\u00fcber dem Staat. Bedarf es neuer Mutb\u00fcrger? <\/p>\n<p>[bul]Die den Mut haben, ihre Meinung zu vertreten, trotz vielseitiger Versuche einer jeweiligen Meinungsblase, diese verstummen zu lassen. <\/p>\n<p>[bul]Die den Mut haben, in eine Diskussion einzutreten, in der sie m\u00f6glicherweise auch anecken oder unterlegen sind.  <\/p>\n<p>[bul]Die den Mut haben, Fehler zu riskieren. Man bekommt das Gef\u00fchl, dass die Deutschen aus Furcht, etwas Falsches zu tun oder zu sagen, oft lieber gar nichts mehr tun. <\/p>\n<p><strong>Verbote und Regulierungen<\/strong><br \/>\nWir scheinen so \u00fcbers\u00e4ttigt von unserer Freiheit, dass wir unseren Elan und unseren Mut verloren haben. Wir haben ja schlie\u00dflich alles, was wir brauchen\u2006\u2026 Oder nicht? Was st\u00f6rt es da schon, wenn die Politik hier und da unser Leben noch etwas einschr\u00e4nkt. Meist nehmen wir die neuen Verbote und Regulierungen dankend an. Denn der Staat k\u00fcmmert sich ja f\u00fcrsorglich und nimmt einem die Denkarbeit ab.  <\/p>\n<p>Schlussendlich ist die Infantilit\u00e4t gef\u00e4hrlich f\u00fcr unsere M\u00fcndigkeit und Eigenverantwortung, die die Generationen vor uns hart erarbeitet haben. Wir konzentrieren uns auf Gef\u00fchlsduseleien und pers\u00f6nliche Befindlichkeiten, statt auf Sachlichkeit \u2013 in Gesellschaft und Politik. Hauptsache, es ist bequem und niemand f\u00fchlt sich angegriffen. Dabei gilt es, auch einmal unbequeme Dinge zu tun oder auszusprechen, denn anders bleiben wir nicht nur stehen, sondern entwickeln uns sogar zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Es braucht wieder dringend mehr m\u00fcndig-willige Menschen, die auch einmal unbequemes Aussprechen, auch wenn sie damit rechnen m\u00fcssen, weiterhin direkt gecancelt zu werden. Denn Freiheit ist ein Risiko, das man eingehen muss! Unser h\u00f6chstes Gut gilt es somit mehr denn je zu sch\u00fctzen: die Freiheit und die Vielfalt unserer demokratischen Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ \/\/ Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabakwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Diese Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. 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