{"id":52404,"date":"2022-02-02T23:00:00","date_gmt":"2022-02-02T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52404"},"modified":"2022-02-02T23:00:00","modified_gmt":"2022-02-02T23:00:00","slug":"die-anforderungen-an-uns-sind-immens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52404","title":{"rendered":"\u201eDie Anforderungen an uns sind immens\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ \/\/<\/strong> Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabakwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Diese Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im sechsten und letzten Teil der Reihe \u00e4u\u00dfert sich Bodo Mehrlein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ).<\/p>\n<p><strong>Ausblick in das Jahr 2022<\/strong><br \/>\nEin Ausblick in das Jahr 2022 wird sicherlich auch gepr\u00e4gt durch die Geschehnisse im vergangenen Jahr. Der Bundesverband der Zigarrenindustrie, als der Ansprechpartner und Vertreter f\u00fcr alle relevanten Fragen zu Zigarren und Zigarillos, blickt mit gemischten Gef\u00fchlen auf das vergangene Jahr zur\u00fcck, denn die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen durch die Planungsunsicherheiten haben den Unternehmen sehr viel organisatorisches Geschick abverlangt. Auch die wichtigen Absatzkan\u00e4le im Tabakwaren-Fachhandel haben teilweise durch die geringere Frequentierung der Innenst\u00e4dte gelitten. Weitere Auswirkungen durch die Pandemie betreffen sicherlich die Organisation der betrieblichen Abl\u00e4ufe, sei es in Deutschland aber auch in den anderen Werken in Europa oder in Drittstaaten; aber auch die Aufrechterhaltung der Lieferketten mit den damit verbundenen hohen Logistikkosten mussten von den Unternehmen gemeistert werden. Der Anfang des Jahres 2022 zeigt uns, dass sich die Gesellschaft und auch die Unternehmen der Zigarrenindustrie weiter mit der der Pandemie auseinandersetzen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ansonsten blicken die Mitglieder des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie auf ein stabiles bis positives Jahr 2021 zur\u00fcck. Das Statistische Bundesamt hatte berichtet, dass im Kalenderjahr 2021 bei Zigarren und Zigarillos ein leichter Anstieg von 1,4 Prozent auf ein Volumen von 2,780 Milliarden St\u00fcck gegen\u00fcber 2,742 Milliarden St\u00fcck zu 2020 zu verzeichnen sei.<\/p>\n<p><strong>2021 stabiler Absatz<\/strong><br \/>\nDer BdZ kann 2021 grunds\u00e4tzlich einen stabilen Absatz best\u00e4tigen, m\u00f6chte die Zahlen aber trotzdem einordnen. Grunds\u00e4tzlich zeigt der traditionelle Markt klassischer Zigarren- und Zigarilloprodukte seit \u00fcber f\u00fcnf Jahren einen stabilen bis leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Trend. Die Versteuerungsstatistik des Statistischen Bundesamts, die den Bezug von Steuerzeichen durch die Unternehmen abbildet, entspricht nie genau den Entwicklungen des Markts. Wir gehen davon aus, dass im Monat Dezember noch vermehrt Steuerzeichen bezogen wurden, da ab Januar 2022 eine nicht unerhebliche Steuererh\u00f6hung auf Zigarren und Zigarillos durch die Anhebung der Mindeststeuer erfolgt. Mittelfristig wird sich das in diesem Jahr ausgleichen. Durch die Erh\u00f6hung der Mindeststeuer zum Januar 2022 und Januar 2023 geht der Bundesverband der Zigarrenindustrie von einem weiteren R\u00fcckgang im niedrigpreisigen Segment aus.<\/p>\n<p>Wenn man einen Ausblick in die Zukunft wagen m\u00f6chte, muss man im Tabakmarkt immer wieder das regulatorische Umfeld betrachten. Hierbei sind f\u00fcr die Mitglieder des BdZ nicht nur die Ver\u00e4nderungen in Deutschland sondern auch in der EU beziehungsweise in den einzelnen Mitgliedstaaten von Relevanz, da mehr als die H\u00e4lfte der in Deutschland hergestellten Zigarren und Zigarillos ins Ausland gehen.<\/p>\n<p><strong>Ampelkoalition und Tabakregulierung<\/strong><br \/>\nBezogen auf Deutschland bleibt abzuwarten, wie sich die neue Ampelkoalition bez\u00fcglich der Tabakregulierung aufstellt. Grunds\u00e4tzlich ist allerdings anzumerken, dass der Tabakmarkt besonders gegen Ende der vergangenen Legislaturperiode durch das Au\u00dfenwerbeverbot und das Tabaksteuermodernisierungsgesetz qua&#8231;si \u201edurchreguliert\u201c ist. Die Unternehmen ben\u00f6tigen die n\u00e4chsten Jahre, um sich an das Werbeverbot anzupassen und die Erh\u00f6hungen der Tabaksteuer umzusetzen.<\/p>\n<p>Aus Br\u00fcssel wissen wir, dass wahrscheinlich im ersten Vierteljahr 2022 mit einem Entwurf zur Tabaksteuerrichtlinie von der EU-Kommission zu rechnen ist. Zudem hatte die EU-Kommission einen Bericht zur Tabakproduktrichtlinie erstellt und auch hier ist mittelfristig mit einem \u00dcberarbeiten der bestehenden Richtlinie entweder noch vor der Wahl zum Europaparlament 2024 oder nach der Wahl zu rechnen. Ebenfalls beobachten wir aufmerksam, welche Auswirkungen die von der EU vorgesehene Strategie zur Bek\u00e4mpfung des Krebses f\u00fcr den Tabaksektor haben wird.<\/p>\n<p>Ein weiteres Themengebiet sind die Konsequenzen, die aus der Einwegplastik-Richtlinie f\u00fcr Tabakprodukte entstehen. Nachdem 2021 die Etikettierung bei Filterprodukten umgesetzt wurde, muss jetzt das Thema der Kosten\u00fcbernahme durch die Hersteller f\u00fcr die Entsorgung der Filter, die Plastik enthalten, gel\u00f6st werden. Hier arbeitet der BdZ mit den anderen betroffenen Verb\u00e4nden an einer sinnvollen und umsetzbaren Regelung f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrung eines Recycling-Labels<\/strong><br \/>\nIn diesem Zusammenhang muss auch die im Koalitionsvertrag der neuen Regierung angesprochene Einf\u00fchrung eines Recycling-Labels gesehen werden. Auch wenn der BdZ aus umweltpolitischer Verantwortung ein m\u00f6glichst optimales Recycling von Verpackungen unterst\u00fctzt, sollte eine solches Label auch praktikabel umgesetzt werden und dabei ber\u00fccksichtigen, dass die noch vorhandene Fl\u00e4che auf kleinen Verpackungen bei Tabakprodukten solche Kennzeichnungen nicht zul\u00e4sst. Der BdZ empfiehlt in diesem Zusammenhang eine einheitliche europ\u00e4ische Regelung, denn schon jetzt zeigt sich, dass einzelne L\u00e4nder in der EU hier unterschiedliche Regelungen planen oder bereits umgesetzt haben.<\/p>\n<p>Ein \u201eDauerbrenner\u201c der Verbandsarbeit und vor allem f\u00fcr die Mitglieder des BdZ ist Track&#8201;&#038;&#8201;Trace. Auch wenn die entsprechenden Regularien f\u00fcr Zigarren und Zigarillos erst zum Mai 2024 umzusetzen sind, dr\u00e4ngt die Zeit, denn die Anforderungen f\u00fcr die mittelst\u00e4ndische Zigarrenindustrie sind immens. Der BdZ hat gegen\u00fcber der Politik immer wieder auf die Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Regelung hingewiesen, denn die wirtschaftlichen Auswirkungen werden f\u00fcr die Unternehmen gravierend sein ohne dass sie dem eigentlichen Ziel der Verhinderung des Tabakschmuggels dienen, denn der liegt in dieser Produktgattung nicht vor. Der BdZ hat eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet, in der sich die Verbandsmitglieder mit der Materie besch\u00e4ftigen. Zuletzt hatte man verschiede L\u00f6sungsanbieter zu den Arbeitsgruppen eingeladen beziehungsweise vor Ort einen Workshop durchgef\u00fchrt, so dass die BdZ-Mitglieder sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Besondere Stellung von Zigarren und Zigarillos im Tabakmarkt<\/strong><br \/>\nEin wesentlicher Aspekt der Verbandsarbeit des BdZ wird auch in der Zukunft sein, dass man sich f\u00fcr die besondere Stellung von Zigarren und Zigarillos im Tabakmarkt einsetzt. S\u00e4mtliche Statistiken belegen, dass es sich bei Zigarren und Zigarillos um ein wirkliches Genussgut handelt, das nur gelegentlich und meist von M\u00e4nnern gehobenen Alters geraucht wird. Ein Jugendschutzproblem, das immer wieder als Grundlage f\u00fcr strengere Regulierungen des Gesetzgebers zitiert wird, gibt es bei der Produktgattung nicht. Vor diesem Hintergrund und zur Unterst\u00fctzung der Argumente hat der BdZ eine neue Informationsbrosch\u00fcre herausgebracht.<\/p>\n<p>Zudem hatten wir 2021 eine Reihe an Veranstaltungen mit den Botschaften anderer Herstellerl\u00e4nder geplant, um die wirtschaftliche Bedeutung der Zigarrenproduktion aber auch des Tabakanbaus zu dokumentieren. Nach der Veranstaltung mit der Botschaft der Dominikanischen Republik mussten wir diese Veranstaltungsreihe wegen der Corona-Pandemie leider unterbrechen, wir planen aber eine neue Veranstaltungen Ende April 2022 mit der Botschaft von Honduras, in der Hoffnung, dass solche Events wieder ohne Risiko durchzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nKultur- und Genussgut<\/strong><br \/>\nF\u00fcr den BdZ ist es sehr erfreulich, dass Zigarren und Zigarillos auch durch die \u00d6ffentlichkeit als ein besonderes Kultur- und Genussgut wahrgenommen werden. Das gibt dem Verband und seinen Mitgliedern auch den Optimismus in einem immer schwierigeren regulatorischen Umfeld positiv in die Zukunft und in das Jahr 2022 zu blicken. Der BdZ w\u00fcrde sich freuen, wenn weitere Hersteller oder Importeure die Verbandsarbeit durch eine Mitgliedschaft unterst\u00fctzen, um damit den mittelst\u00e4ndischen Unternehmen der Tabakindustrie ein noch st\u00e4rkeres Gewicht zu geben. Zuletzt konnte der BdZ drei weitere Firmen im Kreis seiner Mitglieder begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p><i>vi<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ \/\/ Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabakwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Diese Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im sechsten und letzten Teil der Reihe \u00e4u\u00dfert sich Bodo Mehrlein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ). 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