{"id":52395,"date":"2022-02-02T23:00:00","date_gmt":"2022-02-02T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52395"},"modified":"2022-02-02T23:00:00","modified_gmt":"2022-02-02T23:00:00","slug":"hde-und-lebensmittelketten-fordern-ende-der-2g-regel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52395","title":{"rendered":"HDE und Lebensmittelketten fordern Ende der 2&#8201;G-Regel"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> Der Ruf nach einem bundesweiten Abschaffen der 2&#8201;G-Regel im Einzelhandel wird immer lauter. Nach dem Handelsverband Deutschland (HDE) melden sich auch gro\u00dfe Lebensmittelh\u00e4ndler zu Wort, obwohl sie selbst \u00fcberhaupt nicht von der 2&#8201;G-Regel betroffen sind. Nachdem einzelne Bundesl\u00e4nder bereits zu 3&#8201;G zur\u00fcckgekehrt sind, folgten jetzt auch Hessen und Schleswig-Holstein. <\/p>\n<p>In Hessen f\u00e4llt die 2G-Regel im Einzelhandel k\u00fcnftig weg. Das sagte Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier. Allerdings werde Hessen f\u00fcr den Besuch in Gesch\u00e4ften eine FFP2-Maske zwingend vorschreiben, so Bouffier. <br \/>\nZuvor hatte die Stadt Hanau ab sofort auf die Kontrolle von 2G im Gro\u00df- und Einzelhandel verzichtet, nachdem die Inhaberin eines Modegesch\u00e4ftes erfolgreich geklagt hatte und kurzzeitig als einziges Bekleidungsgesch\u00e4ft ohne Einschr\u00e4nkungen \u00f6ffnen durfte.<\/p>\n<p>Nach dem Handelsverband Deutschland (HDE) forderten jetzt auch die vier gro\u00dfen Lebensmittelh\u00e4ndler \u2013 Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) \u2013 in einem Brief an mehrere Spitzenpolitiker ein Ende der Zugangsbeschr\u00e4nkungen, die noch immer in gro\u00dfen Teilen des Handels gelten. Das ist auch deshalb bemerkenswert, da die Lebensmittelh\u00e4ndler selbst \u00fcberhaupt nicht von der 2&#8201;G-Regel betroffen sind.<\/p>\n<p><strong>Bund und L\u00e4nder<\/strong><br \/>\nBund und L\u00e4nder hatten die 2&#8201;G-Regel f\u00fcr weite Teile des Einzelhandels angesichts der steigenden Corona-Inzidenzzahlen Anfang Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Davon ausgenommen sind L\u00e4den des t\u00e4glichen Bedarfs wie Superm\u00e4rkte, Drogerien oder Apotheken. Allerdings wurden die Regeln bereits in mehreren Bundesl\u00e4ndern von Gerichten gekippt.<\/p>\n<p>Die Chefs von Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe erkl\u00e4ren in einem gemeinsamen Schreiben an Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt und andere Spitzenpolitiker: \u201eAuf Basis unserer nunmehr fast zweij\u00e4hrigen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie k\u00f6nnen wir feststellen, dass der Einzelhandel mit den geeigneten Hygienekonzepten \u2013 ma\u00dfgeblich der Maskenpflicht und dem Wahren des Abstands\u2013 kein Infektionsherd ist.\u201c Das gelte unabh\u00e4ngig von den gehandelten Sortimenten.<\/p>\n<p>Bei den betroffenen H\u00e4ndlern sorge die 2&#8201;G-Regel, die nur Geimpften und Genesenen den Zutritt erlaubt, dagegen f\u00fcr erhebliche Umsatz- und Ergebniseinbu\u00dfen, hei\u00dft es in dem Schreiben weiter. Die Gefahr von tausenden Schlie\u00dfungen, besonders bei den inhabergef\u00fchrten Gesch\u00e4ften, und die verheerenden Auswirkungen auf die Innenst\u00e4dte sei offensichtlich. Die Topmanager dr\u00e4ngen deshalb: \u201eDen Unternehmen sollte es jetzt erm\u00f6glicht werden, unter Einsatz der hinl\u00e4nglich bew\u00e4hrten Hygienekonzepte ihre Kunden ohne weitere Beschr\u00e4nkungen zu empfangen und zu bedienen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Handel kein Infektions-Hotspot<\/strong><br \/>\nDiese Meinung vertritt auch der Handelsverband Deutschland: \u201eDie Erfahrungen aus dem durchg\u00e4ngig ohne Einschr\u00e4nkungen ge\u00f6ffneten Lebensmittelhandel machten mehr als deutlich, dass der Handel kein Infektions-Hotspot ist\u201c. Daf\u00fcr sorge schon die Maskenpflicht. Es sei nicht logisch begr\u00fcndbar, warum t\u00e4glich 40 Millionen Kundenkontakte im Lebensmittelsektor ohne gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen auf das Pandemiegeschehen stattfinden k\u00f6nnten, w\u00e4hrend die zehn Millionen Kundenkontakte des restlichen Einzelhandels problematisiert w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass 2&#8201;G beim Einkauf in Niedersachsen, Bayern und dem Saarland bereits durch Gerichte au\u00dfer Kraft gesetzt wurde, ohne dass dort in der Folge die Infektionszahlen deutlicher als in den anderen Bundesl\u00e4ndern gestiegen w\u00e4ren, mache die Lage f\u00fcr Kunden und H\u00e4ndler noch abstruser, so der HDE.<\/p>\n<p>Zudem beklagt der Handelsverband, dass die H\u00e4ndler mit den Folgen der Pandemie und der Corona-Ma\u00dfnahmen allein gelassen w\u00fcrden. Der Staat k\u00f6nne und d\u00fcrfe diese hoheitlichen Aufgaben nicht einfach an die Privatwirtschaft delegieren. 2&#8201;G im Handel f\u00fchrt au\u00dferdem teilweise zu massiven Umsatzeinbr\u00fcchen. Deshalb fordert der HDE ein Anpassen der staatlichen Corona-Hilfen.<\/p>\n<p>Nachdem die Staatsregierung Bayerns die 2&#8201;G-Regel f\u00fcr den Einzelhandel in Folge der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs gekippt hat, fordert der Handel das ebenfalls in Baden-W\u00fcrttemberg. Die Landesregierung will hingegen an 2&#8201;G festhalten. \u201eEs ist unseren Kunden nicht zu erkl\u00e4ren, warum im benachbarten Bayern der Einkauf ohne Nachweis m\u00f6glich ist, bei uns jedoch nicht. Die Konsequenz w\u00e4re, dass die Kundschaft vor allem in grenznahen Gebieten zum Einkauf nach Bayern f\u00e4hrt. Der daraus entstehende wirtschaftliche Schaden w\u00e4re f\u00fcr viele H\u00e4ndler nicht mehr zu verkraften. Wir fordern die Landesregierung auf, hier unverz\u00fcglich dem Vorbild aus Bayern zu folgen\u201c, sagt Sabine Hagmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Handelsverbands Baden-W\u00fcrttemberg (HBW).<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Bayern will Baden-W\u00fcrttemberg an der 2&#8201;G-Regel im Handel festhalten. \u201eEinen entsprechenden Eilantrag hat der Verwaltungsgerichtshof erst am 12. Januar erneut zur\u00fcckgewiesen und unsere Vorgaben f\u00fcr 2&#8201;G insofern best\u00e4tigt\u201c, argumentierte Medienberichten zufolge eine Sprecherin des Staatsministeriums.<\/p>\n<p><strong>Finanzminister zweifelt an Corona-Regeln<\/strong><br \/>\nGleichzeitig signalisierte FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner Zweifel an der geltenden Corona-Regelung. \u201eIch stelle mir pers\u00f6nlich die Frage, ob wir wirklich auf Dauer die sehr scharfen Zutrittsbeschr\u00e4nkungen im Handel brauchen. Da entsteht ja ein wirtschaftlicher Schaden. Und da muss eben immer gefragt werden, ob der Schaden in einem richtigen Verh\u00e4ltnis steht zum zus\u00e4tzlichen gesundheitlichen Nutzen\u201c, so Lindner.<\/p>\n<p><i>red<\/i><\/p>\n<p><i><br \/>\nDer obige Beitrag stellt den Stand bei Redaktionsschluss dar. Die Entwicklung zu den 2&#8201;G-Regeln kann sich inzwischen ge\u00e4ndert haben.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ Der Ruf nach einem bundesweiten Abschaffen der 2&#8201;G-Regel im Einzelhandel wird immer lauter. Nach dem Handelsverband Deutschland (HDE) melden sich auch gro\u00dfe Lebensmittelh\u00e4ndler zu Wort, obwohl sie selbst \u00fcberhaupt nicht von der 2&#8201;G-Regel betroffen sind. Nachdem einzelne Bundesl\u00e4nder bereits zu 3&#8201;G zur\u00fcckgekehrt sind, folgten jetzt auch Hessen und Schleswig-Holstein. 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