{"id":52362,"date":"2022-01-12T23:00:00","date_gmt":"2022-01-12T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52362"},"modified":"2022-01-12T23:00:00","modified_gmt":"2022-01-12T23:00:00","slug":"corona-pandemie-haelt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52362","title":{"rendered":"\u201eCorona-Pandemie h\u00e4lt an\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ \/\/<\/strong> Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabakwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Diese Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im vierten Teil der Reihe \u00e4u\u00dfert sich Oliver Pohland, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH).<\/p>\n<p><strong>Fachgesch\u00e4fte f\u00fcr E-Zigaretten betroffen<\/strong><br \/>\nWie nahezu alle Einzelhandelsgesch\u00e4fte waren auch die Fachgesch\u00e4fte f\u00fcr E-Zigaretten durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen. Nicht nur die Einschr\u00e4nkungen durch 2&#8201;G, 3&#8201;G beziehungsweise durch Lockdown-Ma\u00dfnahmen haben sich negativ auf den Umsatz ausgewirkt. Vor allem die anhaltenden Probleme bei Lieferketten und Transportlogistik haben einen gro\u00dfen Teil dazu beigetragen, dass sich der Umsatz nicht wie urspr\u00fcnglich erwartet entwickeln konnte.<\/p>\n<p>Dies spiegelt sich auch in der eher verhaltenen Einsch\u00e4tzung etablierter Fachhandelsgesch\u00e4fte wider, die neben der versch\u00e4rften Regulierung und Besteuerung vor allem auch die Corona-bedingten Einschr\u00e4nkungen als existenzbedrohende Herausforderung sehen.<\/p>\n<p>Zudem sind durch die Corona-Auflagen bei Veranstaltungen und im internationalen Reiseverkehr im Jahr 2021 nahezu alle f\u00fcr die Branche relevanten Messen und Events ausgefallen oder wurden als Online-Veranstaltung durchgef\u00fchrt. <\/p>\n<p><strong>Ausweitung des Tabakwerbeverbots<\/strong><br \/>\nDurch das Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur \u00c4nderung des Tabakerzeugnisgesetzes wurde im Jahr 2020 sowohl eine Ausweitung des Tabakwerbeverbots auf E-Zigaretten sowie eine Gleichstellung nikotinhaltiger mit nikotinfreien Liquids beschlossen. Die Werbeverbote umfassen inzwischen sowohl die E-Zigaretten-Hardware als auch s\u00e4mtliche Produkte mit Fl\u00fcssigkeiten (Liquids, Shortfills, Longfills, Aromen, Pods) \u2013 und dies unabh\u00e4ngig vom Nikotingehalt.<\/p>\n<p>Dadurch ist inzwischen nahezu jegliche Werbung f\u00fcr E-Zigaretten verboten, und der Branche wurde es praktisch unm\u00f6glich gemacht, erwachsene Raucher auf die Vorteile der E-Zigarette beim Umstieg von der Tabakzigarette aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p><strong>Social Media betroffen<\/strong><br \/>\nDa von den Werbeverboten ebenfalls die zuvor stark genutzten Kan\u00e4le auf Social Media wie Instagram, Facebook und Youtube betroffen sind, wurden mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes viele Internetpr\u00e4senzen von den Betreibern gel\u00f6scht. Hierdurch ist der Branche eine weitere wichtige M\u00f6glichkeit genommen worden, um \u00fcber neue Produkte, Entwicklungen und Innovationen sowie \u00fcber den wissenschaftlichen Sachstand in Bezug auf E-Zigaretten zu informieren.<\/p>\n<p>Organisationen und Institute in Deutschland, deren Aufgabe es eigentlich w\u00e4re, sachlich und faktenbasiert auf die gesundheitspolitische Chance, die die E-Zigarette bietet, aufmerksam zu machen und Raucher zum Umstieg zu bewegen, betreiben stattdessen zum Teil einen ideologisch gepr\u00e4gten Kampf gegen risikoreduzierte Alternativen und ignorieren dabei wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nIm Eilverfahren verabschiedet<\/strong><br \/>\nAuch die Modernisierung des Tabaksteuergesetzes, die noch vor Ende der letzten Legislaturperiode im Eilverfahren verabschiedet wurde, ist eine finanzielle und logistische Herausforderung f\u00fcr die gesamte Branche.<\/p>\n<p>Bereits im Gesetzgebungsprozess hat der VdeH die Besteuerung scharf kritisiert. Die unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohe Steuerlast und die Entscheidung, zuk\u00fcnftig sogar nikotinfreie E-Zigarettenliquids in die Besteuerung einzubeziehen, bergen nicht nur die Gefahr eines boomenden Schwarzmarkts, sondern haben auch das Potenzial, zahlreiche kleine und mittelst\u00e4ndische Existenzen in der Branche zu vernichten.<\/p>\n<p><strong>Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Branche<\/strong><br \/>\nEinzelne Anbieter, die Lebensmittelaromen vertreiben, unterlaufen die Vorschriften bereits jetzt. Mit Wirksamwerden der Steuer im Sommer des laufenden Jahres wird das zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen f\u00fchren und die \u2013 trotz der massiven Kommunikationseinschr\u00e4nkungen \u2013 bereits erreichten Ziele beim Verbraucherschutz aufs Spiel setzen.<\/p>\n<p>Durch die Einf\u00fchrung der Steuer werden sich Angebotsvielfalt und Sortiment in den Fachgesch\u00e4ften zwangsl\u00e4ufig ver\u00e4ndern. In welcher Weise dies geschehen wird, welche Produkte an Bedeutung gewinnen, welche wom\u00f6glich komplett verschwinden und wie stark sich diese Ver\u00e4nderungen negativ auf den Umsatz auswirken, ist aus heutiger Sicht unsicher.<\/p>\n<p><strong>Neuste Ergebenisse der Debra-Studie<\/strong><br \/>\nNeueste Ergebnisse der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (Debra) zeigen deutlich, dass der Anteil Jugendlicher, die E-Zigaretten konsumieren, nochmals deutlich zur\u00fcckgegangen ist und mit zuletzt 0,5 Prozent einen historischen Tiefststand erreicht hat. Die Zahl der erwachsenen Konsumenten in Deutschland ist hingegen relativ konstant geblieben, wenngleich die Nachfrage nach neuen Produkten sp\u00fcrbar gesunken ist.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der drastischen regulatorischen Herausforderungen haben die zus\u00e4tzlichen Einschr\u00e4nkungen durch die Corona-Pandemie dazu gef\u00fchrt, dass viele E-Zigaretten-Fachgesch\u00e4fte dauerhaft schlie\u00dfen mussten. Es ist zu bef\u00fcrchten, dass der Trend noch einige Zeit anh\u00e4lt; dementsprechend sind die Umsatzprognosen eher verhalten und der VdeH rechnet mit einem erneuten Umsatzr\u00fcckgang.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass die Ampel-Koalition sich in den kommenden Jahren st\u00e4rker f\u00fcr wissenschaftliche Fakten interessiert, als das bei der vorherigen Regierung der Fall war. K\u00fcnftige regulatorische Ma\u00dfnahmen sollten die Rolle der E-Zigarette bei der Schadensreduzierung (Harm Reduction) st\u00e4rker einbeziehen.<\/p>\n<p>Der VdeH, der sich mit Till von Hoegen als neuem ersten Vorsitzenden und Oliver Pohland als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer 2021 komplett neu aufgestellt hat, wird sich im Jahr 2022 auf politischer Ebene f\u00fcr eine ma\u00dfvolle und faktenbasierte Regulierung von E-Zigaretten einsetzen und dabei gezielt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen verfolgen. Hierbei steht allen Beteiligten ein arbeitsreiches und spannendes Jahr 2022 bevor.<\/p>\n<p><i>vi<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ \/\/ Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verb\u00e4nde der Tabakwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einsch\u00e4tzen. Diese Gastbeitr\u00e4ge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im vierten Teil der Reihe \u00e4u\u00dfert sich Oliver Pohland, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH). 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