{"id":52132,"date":"2021-10-20T22:00:00","date_gmt":"2021-10-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52132"},"modified":"2021-10-20T22:00:00","modified_gmt":"2021-10-20T22:00:00","slug":"so-sollten-tabaksteuern-gestaltet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=52132","title":{"rendered":"So sollten Tabaksteuern gestaltet werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>FRANKFURT \/\/ <\/strong>\u201eTabaksteuern sollten hinreichend hoch sein, um Anreize zu setzen, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren oder gar nicht erst damit anzufangen.\u201c Das erkl\u00e4rte Berthold Wigger, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Finanzwissenschaft und Public Management am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie, im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zum Thema \u201eHarm Reduction\u201c. Wigger forderte, gesundheitliche Risiken sollten in einem modernen Tabaksteuergesetz ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><strong>Ein optimales System<\/strong><br \/>\nDer Wissenschaftler f\u00fchrte weiter aus, dass Ausweichm\u00f6glichkeiten wie der Konsum steuerg\u00fcnstigerer Tabakwaren (Feinschnitt), verst\u00e4rktes Grenzverkehr-Shoppen oder ein Abwandern in die Schattenwirtschaft die Tabaksteuers\u00e4tze begrenzen w\u00fcrden. Ein optimales Tabaksteuersystem best\u00fcnde aus steuerlich st\u00e4rker und steuerlich schw\u00e4cher belasteten Tabakwarenkategorien.<\/p>\n<p><strong>Steueraufkommen weitgehend unver\u00e4ndert<\/strong><br \/>\nIn einem R\u00fcckblick auf das bisherige Tabaksteuersystem ging Wigger unter anderem auf die F\u00fcnf-Jahres-Periode von 2016 bis 2020 ein, in der das Steueraufkommen mit 14,2 bis 14,6 Milliarden Euro weitgehend unver\u00e4ndert geblieben sei. Der Anteil nicht versteuerter Zigaretten am Gesamtkonsum habe in einem Korridor zwischen 15,2 und 17,4 Prozent gelegen. Dabei habe es bisher keinerlei Differenzierung der Steuers\u00e4tze nach gesundheitlichen Folgen gegeben.<\/p>\n<p><strong>Kritik am Tabaksteuermodernisierungsgesetz <\/strong><br \/>\nKritik \u00e4u\u00dferte Wigger am j\u00fcngst verabschiedeten Tabaksteuermodernisierungsgesetz. Da der Konsum von E-Zigaretten mit geringeren gesundheitlichen Risiken verbunden sei als der Konsum herk\u00f6mmlicher Zigaretten, sollten die Dampfger\u00e4te mit einer speziellen Verbrauchssteuer geringer oder sogar \u00fcberhaupt nicht belastet werden. Das gelte besonders bei Substitutionseffekten, also wenn neue Erzeugnisse als Hilfen beim Rauchausstieg genutzt w\u00fcrden. Bei dem neuen Gesetz habe jedoch eindeutig das Einnahmeziel im Vordergrund gestanden. Wigger stellte abschlie\u00dfend drei Forderungen auf:<\/p>\n<p>[bul]Ein modernes Tabaksteuergesetz m\u00fcsse unterschiedliche gesundheitliche Risiken unter schiedlicher Tabak- oder Nikotinprodukte ber\u00fccksichtigen.<br \/>\n[bul]Eine starke steuerliche Belastung risikoarmer Produkte schw\u00e4che Anreize f\u00fcr Innovationen der Anbieter und m\u00fcsse daher vermieden werden.<br \/>\n[bul]Es solle ein regulatorischer Rahmen geschaffen werden, der den Wechsel von verbrennbaren Tabakwaren zu risiko\u00e4rmeren Dampf- und Rauchprodukten f\u00f6rdere. Das sei empfehlenswerter als ein Rahmen, der alle Formen des Rauchens zu unterbinden versuche.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung stand unter der Leitung des bekannten Suchtforschers Heino St\u00f6ver.<\/p>\n<p><i>max<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FRANKFURT \/\/ \u201eTabaksteuern sollten hinreichend hoch sein, um Anreize zu setzen, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren oder gar nicht erst damit anzufangen.\u201c Das erkl\u00e4rte Berthold Wigger, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Finanzwissenschaft und Public Management am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie, im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zum Thema \u201eHarm Reduction\u201c. 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