{"id":51762,"date":"2021-06-01T22:00:00","date_gmt":"2021-06-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51762"},"modified":"2021-06-01T22:00:00","modified_gmt":"2021-06-01T22:00:00","slug":"e-zigarette-als-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51762","title":{"rendered":"E-Zigarette als Alternative"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ \/\/ <\/strong>Verb\u00e4nde, Unternehmen, Politik und andere Interessenvertreter streiten derzeit \u2013 wieder einmal \u2013 \u00fcber die Gefahren des Rauchens \u2013 und \u00fcber die Potenziale neuer Produkte, insbesondere von E-Zigaretten.<\/p>\n<p>So hat ein B\u00fcndnis von Gesundheits- und zivilgesellschaftlichen Organisationen unter Federf\u00fchrung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die \u201eStrategie f\u00fcr ein tabakfreies Deutschland 2040\u201c ver\u00f6ffentlicht. Damit werden politische Entscheidungstr\u00e4ger im Vorfeld der Bundestagswahl dazu aufgefordert, sich zur St\u00e4rkung des Nichtrauchens und der Erarbeitung einer verbindlichen, ambitionierten Tabakkontrollstrategie zu bekennen. <\/p>\n<p><strong>Ziel der Strategie<\/strong><br \/>\nZiel der Strategie ist es laut den Verfassern, dass im Jahr 2040 weniger als f\u00fcnf Prozent der Erwachsenen und weniger als zwei Prozent der Jugendlichen in Deutschland Tabakprodukte, E-Zigaretten oder andere verwandte Erzeugnisse konsumieren. \u201eDie Politik muss sich klar dazu bekennen, den Tabakkonsum einzud\u00e4mmen und so die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen\u201c, sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, \u201emit zehn konkreten Ma\u00dfnahmen und einem Zeitplan f\u00fcr deren Umsetzung bietet das Strategiepapier eine solide Basis daf\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zentrale Punkte<\/strong><br \/>\nZentrale Punkte der Strategie seien Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Tabak&#8231;industrie, ihre Erzeugnisse als Life-Style-Produkte zu verkaufen. Dazu geh\u00f6rten neben einem Verbot der Werbung am Verkaufsort und einer Einheitsverpackung auch deutliche Beschr\u00e4nkungen der Verf\u00fcgbarkeit von Tabakerzeugnissen. Regelm\u00e4\u00dfige sp\u00fcrbare Tabaksteuererh\u00f6hungen, auch f\u00fcr E-Zigaretten, machten die Waren vor allem f\u00fcr Jugendliche unattraktiv und motivierten Raucher zum Aufh\u00f6ren. Vollst\u00e4ndig tabakfreie Lebenswelten schaffen ein Umfeld, in dem das Nichtrauchen leichtf\u00e4llt. Da auch Tabakerhitzer und E-Zigaretten Gesundheitsrisiken bergen w\u00fcrden, m\u00fcssten f\u00fcr sie dieselben Regelungen gelten.<\/p>\n<p>Deutliche Kritik \u00e4u\u00dfert der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE): \u201eWir k\u00f6nnen nicht erwarten, dass Tabakrauchen in den n\u00e4chsten Jahren verschwinden wird\u201c, erkl\u00e4rt BVTE-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jan M\u00fccke, \u201edie extremen Verbotsforderungen des DKFZ f\u00fcr ein tabak- und E-Zigarettenfreies Deutschland bis 2040 atmen einen totalit\u00e4ren und illiberalen Geist. Sie sind v\u00f6llig aus der Zeit gefallen und ignorieren intelligentere Politikans\u00e4tze wie die \u201aTobacco Harm Reduction\u2018, die in anderen L\u00e4ndern erfolgreich umgesetzt werden. Es ist an der Zeit, das alte Schwarz-Wei\u00dfdenken \u201aQuit or Die\u2018 in Deutschland zu beenden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Harm Reduction<\/strong><br \/>\nHarm Reduction sei eine pragmatische Option, um den Tabak- oder Nikotinkonsum mit geringeren Gesundheitsrisiken zu verbinden. Nikotin an sich sei nicht krebserregend und trage kaum zur Toxizit\u00e4t des Tabakrauchs bei. Innovative Produkte, die Verbrennungsprozesse vermieden und die Schadstofffreisetzung deutlich reduzierten, seien deshalb eine realistische M\u00f6glichkeit, die Risiken f\u00fcr sp\u00e4tere Krebserkrankungen oder andere tabakassoziierte Krankheiten wirksam zu begrenzen.<\/p>\n<p>Das sieht der Frankfurter Suchtforscher Heino St\u00f6ver ganz \u00e4hnlich: \u201eE-Zigaretten bieten mit ihrem 95 Prozent geringeren Schadenspotenzial eine vielversprechende M\u00f6glichkeit, das gesundheitliche Risiko sofort zu reduzieren. Ohne den Harm Reduction-Ansatz zur zentralen Handlungsmaxime in der Drogen- und Suchtpolitik \u2013 auch auf dem Sektor Tabak \u2013 zu etablieren, werden wir die Konsumentenzahlen nicht weiter senken k\u00f6nnen. Rauchern gelingt es h\u00e4ufig nicht, von jetzt auf gleich mit dem Zigarettenkonsum aufzuh\u00f6ren. Ganz konkret bedeutet das daher, dass wir die deutlich weniger sch\u00e4dlichen Produkte als Alternative zur Tabakzigarette einsetzen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p><strong>E-Zigaretten, Tabakerhitzern oder Nikotinbeutel<\/strong><br \/>\nSt\u00f6ver macht weiter deutlich, dass es m\u00f6glich sei, mit Hilfe von E-Zigaretten, Tabakerhitzern oder Nikotinbeuteln den Anteil der rauchenden Bev\u00f6lkerung signifikant zu senken. Denn: Trotz umfangreicher Bem\u00fchungen und einer immer restriktiveren Tabakkontrollpolitik rauche immer noch knapp ein Viertel der deutschen Bev\u00f6lkerung. Die traurige Bilanz der \u201eQuit or Die\u201c-getriebenen Suchtpolitik: 110&#8198;000 Menschen st\u00fcrben pro Jahr an den Folgen des Tabakkonsums. <\/p>\n<p>Der Tabakkonzern Philip Morris Deutschland erg\u00e4nzt, nur elf Prozent der 17 Millionen Rauchern in Deutschland h\u00e4tten im vergangenen Jahr einen ernsthaften Rauchstoppversuch unternommen, obwohl die gesundheitlichen Folgen des Rauchens seit Jahren bekannt seien. Mit E-Zigaretten und Tabakerhitzern seien seit einigen Jahren nachweislich schadstoffreduzierte Produktalter&#8231;nativen zur Zigarette f\u00fcr Raucher verf\u00fcgbar. Allerdings zeigten aktuelle Umfragen, dass das Wissen \u00fcber diese Produkte unter deutschen Rauchern kaum verbreitet sei. Der sofortige und komplette Verzicht auf Tabak und Nikotin sei nach wie vor deren beste Option. Wer diesen jedoch nicht anstrebe, sollte auf schadstoffreduzierte Produkte umsteigen.<\/p>\n<p>\u201eDas aktuell geringe Verbraucherwissen ist eine verpasste Chance, die zu Lasten einer informierten Verbraucherentscheidung der Raucher geht\u201c, sagt Alexander Nussbaum, Leiter Scientific &#038; Medical Affairs bei Philip Morris.<\/p>\n<p><strong>Zentraler Bedeutung<\/strong><br \/>\nDeshalb sei es von zentraler Bedeutung, Anreize f\u00fcr den Umstieg auf schadstoffreduzierte Produkte zu schaffen. \u201eWir brauchen eine differenzierte Regulierung von nikotinhaltigen Produkten, die sich klar an deren individuellem Risiko orientiert, in Verbindung mit einer gezielten Informationspolitik gegen\u00fcber den Rauchern. Nur so kann eine Vielzahl von ihnen zum Umstieg auf schadstoffreduzierte Produkte bewegt werden\u201c, erg\u00e4nzt Maximilian Jell, Leiter Regulatory Affairs &#038; Reduced Risk Products bei Philip Morris. <\/p>\n<p><strong>\u00dcberzeugungsarbeit<\/strong><br \/>\nIn die gleiche Richtung geht der Ansatz des BVTE: Harm Reduction erfordere \u00dcberzeugungsarbeit; sie setze auf eine ausgewogene Aufkl\u00e4rung. Hier gebe es erhebliche Defizite. Das Suchtpotenzial werde stark thematisiert, wobei Harm Reduction nicht mit Entw\u00f6hnung gleichgesetzt werden d\u00fcrfe. Toxikologische Bewertungen suchten h\u00e4ufig die Nadel im Heuhaufen, vor allem, um die Sch\u00e4dlichkeit alternativer Erzeugnisse zu belegen. Risiken beim Konsum von E-Zigaretten, die nur f\u00fcr einige Ger\u00e4te oder Betriebsbedingungen \u2013 zum Beispiel \u00dcberhitzung &#8208; relevant seien, w\u00fcrden \u00fcberbetont, wobei die wirklich entscheidenden Unterschiede zur Tabakzigarette aus dem Blickfeld gerieten. Zweifel am Nutzen, fehlende Daten oder die M\u00f6glichkeit eines \u201eGateway Effekts\u201c f\u00fcr Kinder und Jugendliche w\u00fcrden oft in den Mittelpunkt ger\u00fcckt. Der potenzielle Nutzen f\u00fcr Raucher werde h\u00e4ufig heruntergespielt oder gar nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr die aktuelle Diskussion waren der Weltnichtrauchertag und der World Vape Day.<\/p>\n<p><i>max<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ \/\/ Verb\u00e4nde, Unternehmen, Politik und andere Interessenvertreter streiten derzeit \u2013 wieder einmal \u2013 \u00fcber die Gefahren des Rauchens \u2013 und \u00fcber die Potenziale neuer Produkte, insbesondere von E-Zigaretten. 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