{"id":51397,"date":"2021-01-20T23:00:00","date_gmt":"2021-01-20T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51397"},"modified":"2021-01-20T23:00:00","modified_gmt":"2021-01-20T23:00:00","slug":"weniger-laeden-weniger-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51397","title":{"rendered":"Weniger L\u00e4den, weniger Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAINZ \/\/ <\/strong>DTZ hat Branchenvertreter gefragt, wie sie das Jahr 2021 sehen und wie ihre Erwartungen sind. In den folgenden Ausgaben drucken wir die Statements ab. In Folge 5: Michal Dobrajc, Vorsitzender des Verbandes des E-Zigarettenhandels (VdeH).<\/p>\n<p><strong>Negativ-Trend durch Evali-Krise<\/strong><br \/>\nNach dem schmerzhaften Umsatzeinbruch im Jahr 2019 auf 480 Millionen Euro aufgrund der Evali-Krise setzte sich der anhaltende Negativ-Trend durch die Corona-Pandemie 2020 fort. Anfang des Jahres rechnete die Branche noch mit einem Umsatzr\u00fcckgang von etwa 20 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Neueste Sch\u00e4tzungen gehen jedoch eher von 35 bis 40 Prozent aus. Zahlreiche Gesch\u00e4fte mussten daher bereits dauerhaft schlie\u00dfen. Auch zu \u00dcbernahmen einzelner L\u00e4den sowie gr\u00f6\u00dferer Filialketten kam es schon. <\/p>\n<p><strong>Erster Lockdown<\/strong><br \/>\nBeh\u00f6rdlich angeordnete Ladenschlie\u00dfungen im Einzelhandel haben im ersten Lockdown zu einem Einbruch beim Konsum gef\u00fchrt, von dem sich die Branche nur langsam erholt. So ist beispielsweise das Testen von Liquids an sogenannten Probierstationen weiter nicht m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Auch ausf\u00fchrliche Beratungsgespr\u00e4che f\u00fcr Einsteiger, die insbesondere bei E-Zigaretten enorm wichtig sind, lassen sich nur mit Einschr\u00e4nkungen durchf\u00fchren. Hinzu kommt, dass die leichtere Verf\u00fcgbarkeit von Tabakwaren und eine zunehmende Skepsis \u2013 gesch\u00fcrt durch die einseitige Berichterstattung in den Medien \u2013 dazu gef\u00fchrt haben, dass zahlreiche Kunden von der E-Zigarette zur wesentlich sch\u00e4dlicheren Tabakzigarette zur\u00fcckgekehrt sind. Insbesondere kleinere L\u00e4den werden von dieser Entwicklung pessimistisch gestimmt und vor gro\u00dfe Herausforderungen gestellt. <\/p>\n<p><strong>Hoffnung f\u00fcr 2021<\/strong><br \/>\nWie auch in anderen Branchen ist auch beim E-Zigarettenhandel die Hoffnung gro\u00df, dass sich im Jahr 2021 eine Normalisierung der allgemeinen Lage abzeichnet, sofern die Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung greifen und die Infektionszahlen sp\u00fcrbar sinken.<\/p>\n<p>Hilfreich und w\u00fcnschenswert w\u00e4ren allerdings auch ein Kurswechsel und eine eindeutige Positionierung der zust\u00e4ndigen Gesundheitsinstitute, die die gesundheitspolitische Chance der E-Zigarette, gerade auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie, klar in den Vordergrund stellen. Jeder Raucher, der vollst\u00e4ndig auf die E-Zigarette umsteigt, senkt damit langfristig die tabakbedingte Belastung und damit auch mutma\u00dflich sein individuelles Risiko. <\/p>\n<p><strong><br \/>\n\u00c4nderung des Tabakerzeugnisgesetzes<\/strong><br \/>\nEine im Sommer verabschiedete \u00c4nderung des Tabakerzeugnisgesetzes hat die Lage der Branche zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. In den Medien wurde dabei haupts\u00e4chlich \u00fcber die damit einhergehende Versch\u00e4rfung des Werbeverbots f\u00fcr Tabak berichtet. Das \u00c4nderungsgesetz enth\u00e4lt jedoch auch weitreichende Neuerungen, die insbesondere nikotinfreie Fl\u00fcssigkeiten f\u00fcr E-Zigaretten betreffen. <\/p>\n<p><strong>Vielzahl neuer Anforderungen und Pflichten<\/strong><br \/>\nDie neue Regulierung setzt s\u00e4mtliche nikotinfreie Nachf\u00fcllprodukte nahezu vollst\u00e4ndig den nikotinhaltigen Fl\u00fcssigkeiten gleich. Der VdeH begr\u00fc\u00dft zwar ausdr\u00fccklich die Ausweitung der bestehenden Inhaltsstoffverbote f\u00fcr nikotinhaltige Nachf\u00fcllprodukte auf die nikotinfreien. Eine Vielzahl weiterer Anforderungen und Pflichten, die mit dem Gesetz einhergehen, sind jedoch \u00fcberfl\u00fcssig und f\u00fchren zwangsl\u00e4ufig zu immensen b\u00fcrokratischen und finanziellen Herausforderungen, sowohl f\u00fcr die Wirtschaft als auch f\u00fcr die zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rden \u2013 ohne dass dies dem Verbraucher- und Gesundheitsschutz in irgendeiner denkbaren Weise dienlich w\u00e4re. <\/p>\n<p>Beispielsweise m\u00fcssen nun auch nikotinfreie Produkte den gleichen Registrierungsprozess durchlaufen wie nikotinhaltige Produkte, einen Beipackzettel enthalten und der sechsmonatigen Wartefrist unterworfen werden. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nDreimonatige \u00dcbergangsfrist<\/strong><br \/>\nDem Handel wurde zwar eine dreimonatige \u00dcbergangsfrist einger\u00e4umt, in der alte Ware abverkauft werden kann; dennoch wird die Gesetzes\u00e4nderung teils erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben und zu beachtlichen Wettbewerbsnachteilen gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Marktteilnehmern f\u00fchren. <\/p>\n<p><strong>Verbot der Au\u00dfenwerbung<\/strong><br \/>\nObwohl das Verbot der Au\u00dfenwerbung f\u00fcr die E-Zigarettenbranche erst ab dem 1. Januar 2024 Auswirkungen haben wird, f\u00fchrt die Gleichstellung nikotinfreier mit nikotinhaltigen Fl\u00fcssigkeiten dazu, dass bereits ab Januar 2021 die M\u00f6glichkeit der Nutzung von Social Media (etwa Instagram, Facebook, YouTube) zur Pr\u00e4sentation neuer Produkte g\u00e4nzlich wegf\u00e4llt. <\/p>\n<p><strong>Potenzial erkannt<\/strong><br \/>\nDer VdeH begr\u00fc\u00dft zwar, dass die Regierung das Potenzial von E-Zigaretten bei der Schadensminimierung anerkannt hat, indem sie l\u00e4ngere \u00dcbergangsfristen f\u00fcr diese Produkte vorgesehen hat. Es ist dennoch vollkommen unverst\u00e4ndlich, wieso daraus nicht die logischen Schl\u00fcsse folgen und mehr Kommunikationsfreiheiten f\u00fcr E-Zigaretten erm\u00f6glicht wurden. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nBranche im Wandel<\/strong><br \/>\nDurch die angesprochenen Ver\u00e4nderungen wird sich die Branche im Jahr 2021 zwangsl\u00e4ufig wandeln. Es ist zu bef\u00fcrchten, dass insbesondere kleinere Hersteller die hohen finanziellen und b\u00fcrokratischen Anforderungen nicht stemmen k\u00f6nnen und sich vom Markt zur\u00fcckziehen werden. Die Diversit\u00e4t auf dem Markt wird daher zwangsl\u00e4ufig leiden. <\/p>\n<p>Es ist auch anzunehmen, dass durch die \u00c4nderungen die charakteristische Produktvielfalt, die den Markt f\u00fcr E-Zigaretten und den zugeh\u00f6rigen Fl\u00fcssigkeiten ma\u00dfgeblich vom Markt f\u00fcr Tabakprodukte unterscheidet, reduziert wird. <\/p>\n<p>Dennoch ist es weiter das Ziel des VdeH, den Entscheidungstr\u00e4gern beim Thema Harm Reduction die Rolle und das Potenzial der E-Zigarette n\u00e4her zu bringen und die E-Zigarette als weniger sch\u00e4dliche Alternative zur Tabakzigarette sowie als legales Genussmittel f\u00fcr Erwachsene Konsumenten zu etablieren. <\/p>\n<p>Der Verband geht davon aus, dass der Negativ-Trend 2021 gestoppt werden kann und wir im n\u00e4chsten Jahr wieder mit steigenden Umsatzzahlen und einer weiteren gesellschaftlichen Akzeptanz der E-Zigarette rechnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><i>Michal Dobrajc<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAINZ \/\/ DTZ hat Branchenvertreter gefragt, wie sie das Jahr 2021 sehen und wie ihre Erwartungen sind. 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