{"id":51394,"date":"2021-01-20T23:00:00","date_gmt":"2021-01-20T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51394"},"modified":"2021-01-20T23:00:00","modified_gmt":"2021-01-20T23:00:00","slug":"ein-recht-gutes-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51394","title":{"rendered":"Ein recht gutes Jahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> Die Tabaksteuerstatistik f\u00fcrs Gesamtjahr 2020 liegt vor. Dabei erreichen die Einnahmen des Fiskus in diesem Segment mit rund 14,623 Milliarden Euro einen Wert, der sogar etwas mehr als das Steueraufkommen f\u00fcr das Jahr zuvor erreichte.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass auch der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) sich \u00fcber die Zahlen zum Absatz von Tabakwaren nach Steuerzeichenbezug f\u00fcr das Jahr 2020 freute: \u201eDer Absatz von Zigaretten ging um 1,1 Prozent zur\u00fcck im Vergleich zu 2019. Feinschnitt zum Selberdrehen oder Selberstopfen konnte mit 10,6 Prozent hingegen kr\u00e4ftig zulegen. Allerdings ist der Banderolenbezug nur ein Hinweis auf die produzierten Mengen und kann nur eingeschr\u00e4nkt den tats\u00e4chlichen Konsum messen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Absatz stabil<\/strong><br \/>\nDer BVTE erkl\u00e4rt weiter, der Absatz von Tabakwaren sei insgesamt trotz Corona-Krise im Gro\u00dfen und Ganzen stabil geblieben, was auch an den Tabaksteuereinnahmen abzulesen sei. Das Aufkommen an Tabaksteuer bewege sich auf einem konstanten Niveau. Die rund 14,6 Milliarden Euro des Jahres 2020 seien gegen\u00fcber 2019 Mehreinnahmen von 2,7 Prozent, die der Bund f\u00fcr sich verbuchen k\u00f6nne. 2019 hatten die Einnahmen aus der Tabaksteuer 14,2 Milliarden Euro betragen.<\/p>\n<p>Der Absatz von Zigaretten sank 2020 leicht auf 73,8 Milliarden. 2019 waren noch f\u00fcr 74,6 Milliarden Zigaretten Steuerbanderolen bezogen worden. Der verkaufte Feinschnitt lag bei 26&#8198;328 Tonnen \u2013 im Vergleich zum Vorjahr war das ein Zuwachs von 2515 Tonnen; 2019 waren noch f\u00fcr 23&#8198;813 Tonnen Steuerzeichen bestellt worden.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nPfeifentabak im zweistelligen Wachstumsbereich<\/strong><br \/>\nAuch andere Produktkategorien als Feinschnitt konnten, wie der BVTE deutlich macht, ihren Absatz steigern. Die Kategorie Pfeifentabak liege schon seit Jahren im zweistelligen Wachstumsbereich und habe im Vergleich zu 2019 nochmals 44,3 Prozent dazugewinnen k\u00f6nnen. Allerdings fielen in diese Kategorie nicht blo\u00df der klassische Pfeifentabak, sondern auch Wasserpfeifentabak und die neuartigen Tabakerhitzer, die zusammengenommen haupts\u00e4chlich f\u00fcr den Wachstumsschub gesorgt h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Die Zigarette ist dabei das Produkt, das am h\u00f6chsten besteuert wird. Der Zigarettenabsatz ist seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig. \u201eDer erneute R\u00fcckgang ist nicht verwunderlich\u201c, betont der BVTE-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jan M\u00fccke: \u201eWir rechnen jedes Jahr mit einem Konsumr\u00fcckgang von einem bis drei Prozent bei der Zigarette, unabh\u00e4ngig davon, dass viele Fachgesch\u00e4fte in vielen Bundesl\u00e4ndern seit der Corona-Pandemie teilweise geschlossen waren und sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>Marktversorgung sicher<\/strong><br \/>\nDer BVTE verweist ausdr\u00fccklich darauf, dass trotz Corona-Pandemie und der Teilschlie\u00dfung die Marktversorgung mit Tabakwaren zu keinem Zeitpunkt gef\u00e4hrdet gewesen sei. So waren und sind in einigen Bundesl\u00e4ndern Tabakwarengesch\u00e4fte im Fr\u00fchjahr und erneut seit Dezember von der Teilschlie\u00dfung des Einzelhandels zur Bek\u00e4mpfung der Corona-Pandemie betroffen. \u201eVor allem in der ersten Welle der Pandemie neigten auch die Raucher und Raucherinnen dazu, sich eine Bevorratung an Tabakwaren zuzulegen\u201c, so M\u00fccke.<\/p>\n<p><strong>Konsumenten preissensibler<\/strong><br \/>\nDie Konsumenten reagieren seit der Corona-Krise preissensibler als fr\u00fcher. Noch nie waren so viele Menschen in ihrer Mobilit\u00e4t so eingeschr\u00e4nkt wie 2020. Viele verbrachten ihren Urlaub zuhause und konnten somit keine preiswerteren Zigaretten im Ausland kaufen. Auch die teilweise Einschr\u00e4nkung des kleinen Grenzverkehrs sorgte daf\u00fcr, dass weitaus weniger Zigaretten in Polen und Tschechien erworben wurden. <\/p>\n<p><strong>Entsorgungsstudie der Industrie<\/strong><br \/>\nLaut der Entsorgungsstudie der Zigarettenindustrie, die in einer Langzeitstudie den Anteil von nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten untersucht, waren 2020 rund 17,2 Prozent der hierzulande gerauchten Zigaretten nicht in Deutschland versteuert. Im gleichen Zeitraum 2019 seien es, so der BVTE, noch 19,1 Prozent gewesen.<\/p>\n<p>\u201eDurch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise achten viele Verbraucher mehr auf ihre finanzielle Situation. Sie kaufen entweder die etwas g\u00fcnstigeren Zigaretten in Gro\u00dfpackungen oder weichen ganz auf den billigeren Feinschnitt zum Selberdrehen oder Selberstopfen aus\u201c, res\u00fcmiert der Verband.<\/p>\n<p>Auch der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) hat die Zahlen des Statistischen Bundesamtes unter die Lupe genommen. Er stellt fest, dass klassische Zigarren und Zigarillos sich als Genussartikel behaupten.<\/p>\n<p><strong>Trend f\u00fcr Zigarren- und Zigarilloprodukte stabil bis leicht r\u00fcckl\u00e4ufig<\/strong><br \/>\nDer BdZ schreibt zum Absatz von Tabakwaren im Kalenderjahr 2020, bei Zigarren und Zigarillos sei ein leichter Anstieg von 3,7 Prozent auf ein Volumen von 2,742 Milliarden St\u00fcck gegen\u00fcber 2,644 Milliarden St\u00fcck im Jahr 2019 zu verzeichnen gewesen. <\/p>\n<p>Bodo Mehrlein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes, der die Interessen der mittelst\u00e4ndisch strukturierten Hersteller, Importeure und Vertreiber von Zigarren und Zigarillos in Deutschland vertritt, ordnet die Zahlen der Versteuerungsstatistik f\u00fcr den Nischenmarkt ein: \u201eGrunds\u00e4tzlich zeigt der traditionelle Markt klassischer Zigarren- und Zigarilloprodukte seit f\u00fcnf Jahren einen stabilen bis leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Trend. In der Corona-Krise haben Home-Office und die Verschiebungen bei den Ausgaben der Konsumenten wie auch der Wegfall des Auslandsurlaubes zu einer leicht erh\u00f6hten Nachfrage nach Zigarren gef\u00fchrt. Ebenfalls muss bei der Bewertung des Anstieges 2020 ber\u00fccksichtigt werden, dass dieser durch statistische Sonderfaktoren beziehungsweise Verschiebungen beeinflusst wurde; so hatte es noch im Vorjahr einen starken R\u00fcckgang um 12,1 Prozent gegeben.<\/p>\n<p>Insgesamt d\u00fcrfte der tats\u00e4chliche Zuwachs \u2013 dies zeigen auch interne Statistiken des Verbandes \u2013 somit wesentlich geringer ausgefallen sein als durch die Versteuerungsstatistik abgebildet.\u201c<\/p>\n<p>Wesentlich aussagest\u00e4rker ist laut BdZ der langfristige Trend, der zeigt, dass diverse fiskalpolitische Instrumente \u2013 insbesondere zwei \u00c4nderungen bei der steuerrechtlichen Definition und die Einf\u00fchrung einer Mindeststeuer \u2013 dazu gef\u00fchrt haben, dass sich der Markt seit 2007 mehr als halbiert hat. Seither behaupten sich diese Produkte in der Nische f\u00fcr anspruchsvolle Genie\u00dfer.<\/p>\n<p><strong>Produkte vorwiegend m\u00e4nnlicher Konsumenten<\/strong><br \/>\nPeter W\u00f6rmann, Vorsitzender des BdZ und selbst Zigarrenhersteller, beschreibt, dass klassische Zigarren und Zigarillos \u00fcberwiegend von m\u00e4nnlichen Konsumenten gehobenen Alters und nur gelegentlich geraucht werden. Weder gebe es bei diesem Produkt ein Problem mit dem Jugendschutz noch mit dem Schmuggel. Im Hinblick auf die strengen Regulierungen des gesamten Tabakmarktes fordert er Ausnahmen von weiteren Ma\u00dfnahmen f\u00fcr das Kulturgut Zigarre\/Zigarillo, da solche nur zu erheblichen Belastungen der mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gten deutschen Zigarrenindustrie f\u00fchren, ohne dem eigentlichen Ziel gerecht zu werden.<\/p>\n<p><strong>Bund erzielt h\u00f6here Einnahmen<\/strong><br \/>\nMit Blick auf die monatlichen Steuerzahlen zeigen die Daten aus Berlin, dass der Bund h\u00f6here Einnahmen vor allem im Januar (allerdings auf relativ niedriger Basis) mit einem Plus von gut 87 Prozent, im Lockdown-Monat April (plus 21,5 Prozent), im Juli (plus 26,5 Prozent) sowie im Dezember (plus 21,0 Prozent) gegen\u00fcber dem Vorjahr erzielt hat. Diese Zuw\u00e4chse erkl\u00e4ren sich vor allem durch den entsprechenden Trend bei Zigaretten.<\/p>\n<p>Zugleich stimmt der Nettobezug von Steuerzeichen nach Steuerwerten f\u00fcr die nahe Zukunft optimistisch. Nach einem Mehr gegen\u00fcber 2019 im November um 16,9 Prozent deckten sich die Hersteller auch im Dezember um 34,5 Prozent mehr ein. Treiber der Entwicklung war hier neben Zigaretten der Pfeifentabak, in dem auch Wasserpfeifentabak und Tabak f\u00fcr Erhitzersysteme enthalten ist. Insgesamt k\u00f6nnte 2021 ein f\u00fcr die Branche relativ erfreuliches Jahr werden, sofern Ma\u00dfnahmen zu Ladenschlie\u00dfungen nicht allzu lange in Kraft bleiben.<\/p>\n<p><i>red<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ Die Tabaksteuerstatistik f\u00fcrs Gesamtjahr 2020 liegt vor. Dabei erreichen die Einnahmen des Fiskus in diesem Segment mit rund 14,623 Milliarden Euro einen Wert, der sogar etwas mehr als das Steueraufkommen f\u00fcr das Jahr zuvor erreichte. 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