{"id":51361,"date":"2021-01-06T23:00:00","date_gmt":"2021-01-06T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51361"},"modified":"2021-01-06T23:00:00","modified_gmt":"2021-01-06T23:00:00","slug":"liebe-leserinnen-liebe-leser-78","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=51361","title":{"rendered":"Liebe Leserinnen, liebe Leser,"},"content":{"rendered":"<p>sch\u00f6n, dass Sie sich auch diesen ersten Newsletter im neuen Jahr anschauen. Das DTZ-Team w\u00fcnscht Ihnen ein gl\u00fcckliches, gesundes und erfolgreiches 2021. M\u00f6ge es besser werden als 2020.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr allerdings stehen die Zeichen nicht allzu gut. Die versch\u00e4rfte Verl\u00e4ngerung des harten Lockdowns ist beschlossene Sache \u2013 begr\u00fcndet auf einer Stellungnahme der Leopoldina (als Reaktion haben zwei renommierte Wissenschaftler die Akademie in offenen Briefen scharf kritisiert, die Rede ist unter anderem von \u201emit meinem Gewissen nicht vereinbaren\u201c), auf den Ratschl\u00e4gen eines sechsk\u00f6pfigen Gremiums (ein Epidemiologe war meines Wissens nicht dabei) und auf der Basis von Zahlen des Robert-Koch-Instituts, das nach eigenem Bekunden vor dem 17. Januar keine aussagekr\u00e4ftigen Daten liefern kann. Oh, nat\u00fcrlich sprechen wir \u00fcber in bestimmten Bev\u00f6lkerungsgruppen gravierende Sterbezahlen. Wir sprechen aber auch \u00fcber rund vier Milliarden Euro w\u00f6chentlich, die der Lockdown kostet. Und wir sprechen \u00fcber eine Firmenlandschaft, die zunehmend aus sogenannten Zombies besteht, aus Unternehmen also, die nur mit Hilfe staatlicher Gelder \u00fcberleben. Das b\u00f6se Erwachen wird kommen, wenn diese Zahlungen eingestellt werden.<\/p>\n<p><strong>Corona-Quiz<\/strong><br \/>\nAn dieser Stelle \u2013 wir alle sind ja seit zehn Monaten betroffen \u2013 m\u00f6chte ich Sie zu einem kleinen Corona-Quiz einladen:<\/p>\n<p>1) Wie viele Beatmungsger\u00e4te hat die Bundesregierung nach der ersten Bestellung \u00fcber 10.000 St\u00fcck bei Dr\u00e4gerwerk in L\u00fcbeck nachgeordert?<\/p>\n<p>2) Nachdem sp\u00e4testens im Sommer \u201eExperten\u201c jeder Couleur \u00fcber die drohende zweite Welle schwadroniert haben \u2013 um wie viel Prozent wurde die Kapazit\u00e4t der Intensivbetten aufgebaut?<\/p>\n<p>3) Wie viele neue Krankenh\u00e4user wurden errichtet?<\/p>\n<p>4) Wie hoch muss die Auslastung deutscher Intensivstationen sein, damit diese schwarze Zahlen schreiben? Zu welchem Grad sind die deutschen Intensivbetten seit Jahren durchschnittlich ausgelastet?<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftliche Entwicklung<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend Sie \u00fcber den L\u00f6sungen br\u00fcten, lassen Sie uns noch einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung werfen. Da kein B\u00fcrger ahnen kann, mit welchen Ma\u00dfnahmen wir bis zur Bundestagswahl im September noch rechnen m\u00fcssen, tappen auch die \u00d6konomen weitgehend im Dunklen. F\u00fcr Deutschlands Konjunktur im Jahr 2021 reichen die Prognosen von 2,8 Prozent (OECD) bis zu 4,9 Prozent (RWI). Dabei haben alle Institute den harten Lockdown bis Ende Januar bereits ber\u00fccksichtigt \u2013 und ihre Vorhersagen teils deutlich nach unten korrigiert. Die Zahlen sehen denn auch etwas besser aus als sie sind, denn das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wird auf Basis des Vorjahres berechnet \u2013 und 2020 war ein besonders schwaches Jahr. Wie es tats\u00e4chlich aussehen wird?<\/p>\n<p><strong>Drastische Berichte<\/strong><br \/>\nIch bin nicht sehr optimistisch, denn die aktuelle Corona-Lage f\u00fchrt zu teils \u2013 gelinde gesagt \u2013 erratischen Ma\u00dfnahmen. Wir wissen l\u00e4ngst, dass die Toten zu etwa 80 Prozent in der Altersgruppe 80+ zu beklagen sind, die meisten davon in Alten- und Pflegeheimen, denen \u2013 nicht zuletzt aufgrund von Quarant\u00e4ne-Anordnungen \u2013 das Personal fehlt. Drastische Berichte in lokalen Medien haben das belegt. Auch Kanzlerin und L\u00e4nderchefs haben das erkannt und fordern unter Punkt 6 des neuen Ma\u00dfnahmenkatalogs, es m\u00fcsse in diesen Einrichtungen verpflichtend mehrfach pro Woche getestet werden. Allerdings, so hei\u00dft es in dem Papier weiter: \u201eVielfach fehlen in den Einrichtungen die personellen Kapazit\u00e4ten, solche Schnelltests vor Ort durchzuf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Neue Regeln<\/strong><br \/>\nAber Merkel und Co. haben eine L\u00f6sung parat: \u201eDie Einrichtungen sind in der Verantwortung, eine umfassende Umsetzung der Testanordnung sicherzustellen.\u201c Im Klartext: Die Heim-Manager wissen jetzt schon nicht, wie sie es schaffen sollen, m\u00f6chten sich doch aber gef\u00e4lligst selbst darum k\u00fcmmern. Mir gef\u00e4llt auch Punkt 2 gut, in dem klar gemacht wird, dass \u201eprivate Zusammenk\u00fcnfte im Kreis der Angeh\u00f6rigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet\u201c sind. Was f\u00fcr ein Irrsinn! Gemeint ist, dass nur zwei Leute aus verschiedenen Haushalten sich treffen d\u00fcrfen. Laut Verordnung allerdings d\u00fcrfen zum Beispiel zwei Leute aus einem Haushalt einen Dritten treffen. F\u00fcr die beiden ist das in Ordnung, der Dritte jedoch verst\u00f6\u00dft gegen die Vorschriften. Aber eine ganze Reihe der Punkte auf dieser und Listen der L\u00e4nder zeigt, dass die Verfasser nicht besonders weit gedacht haben. Ausgangsverbot ab 20 Uhr? Wer soll denn damit gesch\u00fctzt werden? 15-Kilometer-Radius? Wenn ich aus einer dicht besiedelten Gegend zum Joggen in ein einsames Waldst\u00fcck fahre? <\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen zeigen zahlreiche Studien und Korrelationsberechnungen, dass Lockdowns die Verbreitung des Virus nicht stoppen. Auch die WHO hat ja formuliert, dass solche Ma\u00dfnahmen nur absolute Ultima Ratio sein d\u00fcrfen. (Lassen Sie mich aber auch darauf hinweisen, dass es eine Reihe von Studien gibt, die Lockdowns als wirksam herausstellen.)<\/p>\n<p><strong>Aufl\u00f6sung des Quiz\u2018<\/strong><br \/>\nUnd nun zur Aufl\u00f6sung unseres kleinen Quiz\u2018:<\/p>\n<p>1) Keines \u2013 vielmehr nahm der Bund dem Hersteller nur 1557 Ger\u00e4te ab und stornierte den Rest. F\u00fcr Dr\u00e4gerwerk kein Verlustgesch\u00e4ft, denn die Maschinen wurden ins Ausland verkauft, der Bund \u00fcbernahm Handlings- und Logistikkosten.<\/p>\n<p>2) Gar nicht \u2013 vielmehr sank die Kapazit\u00e4t vierten Quartal um rund 44 Prozent. Der kommunizierte Hauptgrund: Personalmangel. Ein weiterer Grund d\u00fcrfte der Wegfall der Freihaltepauschale sein\u2026<\/p>\n<p>3) Keines \u2013 stattdessen wurden mindestens 21 geschlossen. Lassen Sie mich beispielhaft das Krankenhaus Ingelheim \u2013 weil vor den Toren unseres Redaktionsstandortes Mainz gelegen \u2013 herauspicken. Im M\u00e4rz 2020 wurde die Klinik zum Corona-Spezialkrankenhaus mit 40 zus\u00e4tzlichen Intensivbetten ausgebaut. Anfang Dezember war die Einrichtung insolvent und schloss zum Jahresende 2020 ihre Pforten. Laien fragen sich, warum mitten in der \u201ezweiten Welle\u201c ein spezialisiertes Krankenhaus dicht macht, w\u00e4hrend manche Gro\u00dfunternehmen wie die Lufthansa mit Milliardenbetr\u00e4gen gerettet werden.<\/p>\n<p>4) Nach Aussagen von Krankenhausmanagern sind Intensivstationen quasi die Cash-Cows des Krankenhausbetriebs. Mindestens 80 Prozent der Betten sollten belegt sein, im Durchschnitt sind es 90 Prozent. (Und ja: Mir ist klar, dass das medizinische Personal derzeit besonders belastet ist \u2013 meines Erachtens ein gravierender Systemfehler).<\/p>\n<p>Bleibt zu hoffen, dass unsere Branche die Situation m\u00f6glichst unbeschadet \u00fcbersteht \u2013 als Ganzes und jeder Einzelne von Ihnen mit Ihrem Unternehmen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen ein sch\u00f6nes Winterwochenende.<\/p>\n<p><i>Herzlich,<\/i> <br \/>\n<i>Marc Reisner,<\/i><br \/> <br \/>\n<i>Chefredakteur DTZ<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>sch\u00f6n, dass Sie sich auch diesen ersten Newsletter im neuen Jahr anschauen. Das DTZ-Team w\u00fcnscht Ihnen ein gl\u00fcckliches, gesundes und erfolgreiches 2021. M\u00f6ge es besser werden als 2020. Daf\u00fcr allerdings stehen die Zeichen nicht allzu gut. 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