{"id":50832,"date":"2020-10-21T22:00:00","date_gmt":"2020-10-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=50832"},"modified":"2020-10-21T22:00:00","modified_gmt":"2020-10-21T22:00:00","slug":"liebe-leserinnen-liebe-leser-69","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=50832","title":{"rendered":"Liebe Leserinnen, liebe Leser,"},"content":{"rendered":"<p>endlich ist eine L\u00f6sung greifbar, mit der wir in Deutschland \u201eHerdenimmunit\u00e4t\u201c mit Blick auf Covid-19 erzielen k\u00f6nnen. Dazu muss nur bei jedem Einwohner ein PCR-Test gemacht werden. <\/p>\n<p><strong>60 Zyklen<\/strong><br \/>\nDer Abstrich wird dann 60 Replikationszyklen (ablesbar am sogenannten Ct-Wert) unterzogen. Warum 60? Weil Kary Mullis, der Erfinder der PCR-Tests, einst behauptete, der Test sei so genau, dass man nach 60 Zyklen wirklich jede Virus-RNA nachweisen k\u00f6nne. \u00dcber die Aussagekraft l\u00e4sst sich dann allerdings streiten. Immer mehr Experten meinen, dass ab einem Ct von 24 keine Infektion vorliegen kann, der \u201eTr\u00e4ger\u201c des Virus folglich nicht ansteckend sei. Andere glauben, dass sp\u00e4testens nach 30 Zyklen keine Ansteckung mehr m\u00f6glich sei \u2013 darunter das Robert-Koch-Institut. Das RKI schreibt auf seiner Homepage: \u201eEin Ct-Wert >30 kann als Kriterium herangezogen werden, der nach bisherigen Erfahrungen mit einem Verlust der Anz\u00fcchtbarkeit einhergeht.\u201c Das Virus ist also nicht vermehrungsf\u00e4hig. In deutschen Labors werden zurzeit offenbar meist 35 bis 40 Zyklen gefahren, manchmal sogar bis 45. Die Gesundheits\u00e4mter, die f\u00fcr die Isolierung Infizierter verantwortlich sind, erfahren den Ct-Wert jedoch nur selten. Im Klartext: Es werden immer mehr Menschen in Quarant\u00e4ne gesteckt, die nicht ansteckend sind.<\/p>\n<p><strong>Covid-19 und die Grippe<\/strong><br \/>\nWas mich wundert: Dass hierzulande so wenig \u00fcber die neue Studie des Stanford-Mediziners John Ioannidis berichtet wird. Der hat sich mit seinem Team 61 Studien weltweit vorgenommen und detailliert ausgewertet. Kernaussage: Unter Ber\u00fccksichtigung der Dunkelziffer bei den Corona-F\u00e4llen liegt die sogenannte IFR, also die Infektionstodesrate, f\u00fcr Menschen unter 70 Jahren zwischen 0,00 und 0,31 Prozent mit einem Median von 0,05 Prozent. Laut dieser Untersuchung, die bereits peer reviewed und auf den Seiten der WHO ver\u00f6ffentlicht ist, entspricht die Letalit\u00e4t von Covid-19 etwa der einer normalen Grippe, die laut RKI Opferzahlen von 0,1 bis 0,2 Prozent fordert. Dabei weist auch Ioannidis darauf hin, dass \u00e4ltere und schwer vorerkrankte Menschen deutlich st\u00e4rker gef\u00e4hrdet seien \u00ac\u2013 unter Ber\u00fccksichtigung dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe kann die Sterblichkeit im Mittel bis auf 0,27 Prozent steigen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbersterblichkeit<\/strong><br \/>\nLassen Sie uns noch einen Blick auf die \u00dcbersterblichkeiten werfen. Dazu habe ich eine Tabelle des RKI vom 10. Januar 2015 gefunden. F\u00fcr die Grippesaisons 1984\/1985 bis 2012\/2013 wurden dabei Exzessmortalit\u00e4ten zwischen 0 und 37 gefunden. Die Zahl der an Influenza Verstorbenen lag zwischen 0 und 29.900. Der Mittelwert der \u00dcbersterblichkeit lag bei 12,6. Zum Vergleich: Das Statistische Bundesamt hat f\u00fcr Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit Covid-19 einen bundesweiten Wert von 11,8 je 100.000 errechnet, was allerdings insofern nicht ganz korrekt ist, weil wir bereits in die zweite Corona-Saison gerutscht sind.<\/p>\n<p>Jeder einzelne Todesfall ist bedauerlich, das steht au\u00dfer Frage. Aber die Autokraten um Alleinherrscherin Angela Merkel und den nach mehr Macht strebenden Jens Spahn, der \u2013 allem Maskentragen zum Trotz \u2013 derzeit in Quarant\u00e4ne sitzt, k\u00f6nnen in solchen Zahlen keine Begr\u00fcndung f\u00fcr die immer sch\u00e4rfer werdenden Ma\u00dfnahmen finden.<\/p>\n<p><strong>Sentinelproben<\/strong><br \/>\n\u00dcbrigens: Die Menschen gehen wegen (schwerer) Erk\u00e4ltungen offenbar kaum noch zum Arzt. Das Sentinel des Robert-Koch-Instituts weist f\u00fcr die Kalenderwoche 42 gerade 13 labordiagnostisch best\u00e4tigte Influenzaf\u00e4lle aus. In allen Proben wurden ausschlie\u00dflich Rhinoviren nachgewiesen, \u201ein keiner der untersuchten Sentinelproben wurden Influenzaviren oder SARS-CoV-2 identifiziert\u201c. Die Grippesaison hat dabei laut RKI Anfang Oktober begonnen, eine Grippewelle ist demnach ab etwa Anfang Januar zu erwarten und dauert \u00fcblicherweise drei bis vier Monate.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nCorona-Situation<\/strong><br \/>\nWarum mich die Corona-Situation immer noch so besch\u00e4ftigt? Weil die wirtschaftlichen Folgen verheerend sind. In erster Linie allerdings f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen. Bei den Gro\u00dfen sieht es deutlich besser aus. Wenn ich dann im \u201eHandelsblatt\u201c lese: \u201eSchwere Einbr\u00fcche bleiben aus: Neuer Optimismus bei den Dax-Konzernen &#8211; Anders als in den Krisen 2002 und 2008 drohen den Unternehmen im Corona-Jahr 2020 keine drastischen Gewinneinbr\u00fcche\u201c, macht mich das umso \u00e4rgerlicher.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns, dass diese schwierigen Zeiten irgendwann aus- und \u00fcberstanden sind. Haben Sie ein sch\u00f6nes Wochenende!<\/p>\n<p><i>Herzlich,<\/i><br \/>\n<i>Marc Reisner,<\/i><br \/>\n<i>Chefredakteur DTZ<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>endlich ist eine L\u00f6sung greifbar, mit der wir in Deutschland \u201eHerdenimmunit\u00e4t\u201c mit Blick auf Covid-19 erzielen k\u00f6nnen. Dazu muss nur bei jedem Einwohner ein PCR-Test gemacht werden. 60 Zyklen Der Abstrich wird dann 60 Replikationszyklen (ablesbar am sogenannten Ct-Wert) unterzogen. Warum 60? 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