{"id":50502,"date":"2020-08-06T22:00:00","date_gmt":"2020-08-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=50502"},"modified":"2020-08-06T22:00:00","modified_gmt":"2020-08-06T22:00:00","slug":"gemischte-bilanz-bei-presse-erzeugnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=50502","title":{"rendered":"Gemischte Bilanz bei Presse-Erzeugnissen"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> Die Corona-Pandemie hat f\u00fcr die Gesamtauflagen der einzelnen Print-Gattungen am deutschen Pressemarkt unterschiedliche Folgen. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbetr\u00e4gern (IVW) meldete die aktuellen Zahlen der Auflagenerhebung. Verlierer sind die Zeitungen und Zeitschriften, die ein gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df ihrer Einzelverk\u00e4ufe \u00fcber den Bahnhofs- und Flughafenhandel erzielten \u2013 diese Verkaufsstellen waren w\u00e4hrend des Lockdowns wenig frequentiert oder geschlossen.<\/p>\n<p><strong>Gestiegene Gesamtverk\u00e4ufe<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Zeitungen sind bei den w\u00f6chentlich erscheinenden Titeln gestiegene Gesamtverk\u00e4ufe zu verbuchen. Bei der Tagespresse werden die Verluste im Einzelverkauf und bei den Bordexemplaren durch eine weitgehend stabile Abo-Auflage abgefedert. Hingegen f\u00fchren die Corona-bedingten Beeintr\u00e4chtigungen des \u00f6ffentlichen Lebens \u2013 die Schlie\u00dfung des Einzelhandels und dienstleistenden Gewerbes, die Einschr\u00e4nkungen der Mobilit\u00e4t zu Beginn der Haupturlaubszeit \u2013 bei den Publikumszeitschriften im Einzelverkauf, Lesezirkel-Vertrieb sowie im Absatz von Bordexemplaren zu deutlich gesunkenen Verk\u00e4ufen. Gleiches gilt f\u00fcr den Einzelverkauf der Fachpresse und den Absatz von Kundenzeitschriften zur Weitergabe an Kunden des Einzelhandels. Von den insgesamt 5692 von der IVW erhobenen Auflagenmeldungen wurden von den Verlagen zu 490 Meldungen Pandemie bedingt keine Zahlen \u00fcbermittelt, was mit Blick auf die R\u00fcckg\u00e4nge in den Gesamtauflagen der einzelnen Mediengattungen zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/p>\n<p><strong>Tageszeitungen<\/strong><br \/>\nDie Tageszeitungen einschlie\u00dflich der Sonntagsausgaben und Sonntagszeitungen verkauften im zweiten Quartal des laufenden Jahres durchschnittlich pro Erscheinungstag knapp 14,1 Millionen Exemplare und damit 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr (2&#8201;\/&#8201;2019: 15,2 Millionen St\u00fcck); gegen\u00fcber dem Vorquartal liegt der aktuelle R\u00fcckgang bei minus 3,28 Prozent (1&#8201;\/&#8201;2020: 14,6 Millionen St\u00fcck). Weiter positiv entwickeln sich die Auflagenanteile digitaler Ausgaben. Die Anzahl als ePaper abgesetzter Tageszeitungsexemplare stieg im zweiten Quartal 2020 gegen\u00fcber dem Vorjahr um rund ein F\u00fcnftel auf 1,8 Millionen Exemplare (2&#8201;\/&#8201;2019: 1,5 Millionen verkaufte elektronische Ausgaben). Die verkaufte Auflage der \u201eBild\u201c sank laut Angaben von meedia (inklusive der \u201eB.Z.\u201c) auf etwa 1,2 Exemplare \u2013 ein Minus von 17,4 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Einbruch des Flugverkehrs belastet Auflage<\/strong><br \/>\nAuch Titel mit einem hohen Anteil an Bordexemplaren verloren laut dem Pressedienst \u201eMeedia\u201c durch den v\u00f6lligen Einbruch des Flugverkehrs erhebliche Teile ihrer Auflage \u2013 so sank die verkaufte Auflage des Handelsblatts trotz einer stabilen Abo-Auflage um rund zehn Prozent, weil die Zahl der Bordexemplare von rund 25&#8198;000 Exemplaren praktisch auf Null fiel \u2013 laut IVW waren es im zweiten Quartal exakt neun Exemplare. Unter dem Strich lag die verkaufte Auflage der Wirtschaftszeitung bei 120&#8198;000 Exemplaren (minus 10,3 Prozent).<\/p>\n<p><strong>Verluste bei \u00fcberregionalen Tageszeitungen<\/strong><br \/>\n\u00c4hnlich ging es der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c: Hier blieben von ebenfalls \u00fcber 25.000 Exemplaren nur noch rund 2200 St\u00fcck \u00fcbrig \u2013 in der Folge sank trotz weitgehend stabiler Abos die verkaufte Auflage um knapp neun Prozent auf knapp 308.000 Exemplare.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Verluste bei den \u00fcberregionalen Tageszeitungen verzeichnet die \u201eWelt\u201c, deren Auflage um 43 Prozent auf unter 68.100 gesunken ist. Die Auflage der \u201eWelt am Sonntag\u201c sinkt um rund 36.000 Exemplare auf 348.000 Exemplare. Die Auflage der \u201eBild am Sonntag\u201c geht um elf Prozent auf zirka 712.400 Exemplare zur\u00fcck, die \u201eFrankfurter Allgemeine Sonntagszeitung\u201c verzeichnet ein Minus von 19,4 Prozent auf 190.600 Exemplare \u2013 Hauptgrund ist auch hier die zusammengebrochene Auflage (91 Prozent). <\/p>\n<p><strong>Wochenzeitungen<\/strong><br \/>\nNach einem Auflagenminus zu Jahresbeginn verzeichnen die Wochenzeitungen im zur\u00fcckliegenden Quartal einen merklichen Anstieg ihrer Gesamtverk\u00e4ufe. Mit rund 1,6 Millionen abgesetzten Exemplaren steigern die w\u00f6chentlich erscheinenden Zeitungen ihre verkaufte Auflage im direkten Jahresvergleich um rund 2,2 Prozent (2\/2019: rund 1,6 Millionen St\u00fcck). Gegen\u00fcber dem Vorquartal legen die aktuell ermittelten Verk\u00e4ufe um ein Prozent zu (1\/2020: rund 1,6 Millionen Exemplare). Dabei wird das Auflagenplus der Wochenzeitschriften haupts\u00e4chlich durch einen gestiegenen Absatz ihrer ePaper-Ausgaben erzielt, der im Jahresvergleich bei den Abonnements um rund 37 Prozent zulegt.<\/p>\n<p><strong>Publikumszeitschriften<\/strong><br \/>\nIm zweiten Quartal 2020 liegt die verkaufte Auflage der Publikumspresse mit rund 58,7 Millionen Exemplaren um knapp 28 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahrs (2\/2019: 81,5 Millionen St\u00fcck). Gegen\u00fcber dem Vorquartal (1\/2020: 64,2 Millionen abgesetzte Exemplare) sind die Verluste deutlich schw\u00e4cher; hier betragen die Einbu\u00dfen minus 8,5 Prozent. Hintergrund des im Jahresvergleich deutlich st\u00e4rkeren R\u00fcckgangs der Gesamtverk\u00e4ufe ist die vertriebliche Neuausrichtung der ADAC-Mitgliederzeitschrift \u201eMotorwelt\u201c, die im vierten Quartal 2019 noch mit zuletzt 13,6 Millionen Exemplaren bei den abonnierten Mitgliederst\u00fccken zur verkauften Gesamtauflage der Publikumspresse beitrug. Die weiteren R\u00fcckg\u00e4ngen gehen zulasten der von Corona besonders beeintr\u00e4chtigten Vertriebskan\u00e4le Einzelverkauf (minus 11,7 Prozent), Lesezirkel (minus 23,3 Prozent) und \u2013 aufgrund des fast zum vollst\u00e4ndigen Erliegen gekommenen Flugverkehrs \u2013 der Exemplare mit einem Minus von rund 79 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahresergebnis.<\/p>\n<p>Corona schl\u00e4gt beim \u201eStern\u201c zu: Wegen einbrechender Einzel- (minus 85 Prozent), Lesezirkel- (minus 30 Prozent) und sonstiger Verk\u00e4ufe (minus 51 Prozent) sowie eines 6,7-Prozent-Minus im Einzelverkauf kommt das \u201eG+J\u201c-Magazin nur noch auf knapp 378.000 Gesamtverk\u00e4ufe, das sind 18,6 Prozent weniger als im Vorjahr. <\/p>\n<p>Die Zeitschrift \u201eBunte\u201c verliert 20,3 Prozent an verkaufter Auflage, alle besagten Sparten liegen stark im Minus, die Abos nur leicht (4,3 Prozent). Nur wenig besser sind die Zahlen bei Funkes \u201eBild der Frau\u201c, die in allen Sparten und insgesamt 10,7 Prozent ihrer Verk\u00e4ufe verliert. Im hochauflagigen Segment der Programmzeitschriften dagegen w\u00fctet Corona weniger. \u201eTV 14\u201c von Bauer zum Beispiel, einer der gr\u00f6\u00dften Titel hier, bleibt bei seinen Verlusten auf dem Niveau fr\u00fcherer Quartale und kommt auf 1,8 Millionen Hefte (minus 5,7 Prozent).<\/p>\n<p><i>pi&#8201;\/kh<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ Die Corona-Pandemie hat f\u00fcr die Gesamtauflagen der einzelnen Print-Gattungen am deutschen Pressemarkt unterschiedliche Folgen. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbetr\u00e4gern (IVW) meldete die aktuellen Zahlen der Auflagenerhebung. 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