{"id":50322,"date":"2020-06-25T22:00:00","date_gmt":"2020-06-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=50322"},"modified":"2020-06-25T22:00:00","modified_gmt":"2020-06-25T22:00:00","slug":"vertriebsverbote-fuer-neue-kautabakprodukte-rechtskraeftig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=50322","title":{"rendered":"Vertriebsverbote f\u00fcr neue Kautabakprodukte rechtskr\u00e4ftig"},"content":{"rendered":"<p><strong>LEIPZIG \/\/ <\/strong>Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde in letzter Instanz die Beschwerde der Kl\u00e4ger gegen die Nichtzulassung der Revision abgewiesen. Damit best\u00e4tigte sich das Vertriebsverbot auf dem deutschen Markt f\u00fcr die neuartigen Kautabak-Erzeugnisse (Tobacco Chewing Bags) \u201eThunder Frosted Chewing Bags\u201c und \u201eThunder Chewing Tobacco\u201c des d\u00e4nischen Herstellers V Tobacco und f\u00fcr dessen deutschen Vertriebspartner, die G\u00fcnter Hartmann Tabak Vertriebsgesellschaft in Kempten.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung besch\u00e4ftigt die Gerichte seit dem Jahr 2014. Seinerzeit war das Ordnungsamt der Stadt Kempten nach einem Gutachten des Bayrischen Landesamtes f\u00fcr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Tabakerzeugnisse zum anderweitigen oralen Gebrauch als Rauchen oder Kauen bestimmt sind. Diese Produkte gelten auf Grund ihrer Struktur, ihrer Konsistenz und der Art der Verwendung als verbotene Tabakerzeugnisse. Sie wurden mit schwedischem Snus verglichen, der in Deutschland nicht verkauft werden darf. <\/p>\n<p><strong>Weitere Etappen<\/strong><br \/>\nGegen diese Auffassung wurde in den Vorinstanzen ohne Erfolg geklagt. Weitere Etappen waren der Bayrische Verwaltungsgerichtshof, der das Verfahren im Juli 2017 aussetzte, um dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof in Luxemburg im Zwischenverfahren verschiedene Fragen zur Auslegung der Beschreibung \u201eTabakerzeugnisse zum oralen Gebrauch, die zum Kauen bestimmt sind\u201c, vorlegte.<\/p>\n<p>Nach dieser Intervention folgte das Urteil des Bayrischen Verwaltungsgerichtshofs am 10. Oktober 2019. Demnach sind die Produkte als nicht verkehrsf\u00e4hige Tabakerzeugnisse bewertet und die Berufung der Kl\u00e4gerin abgewiesen worden. Die Presse titelte damals zu dem Thema \u201eVerbot von Kautabak zum Lutschen bleibt rechtens\u201c oder \u201ekauen ja, lutschen nein\u201c. Auch eine Zulassung der Revision beim Bundesverwaltungsgericht konnte nicht erwirkt werden. Die Beschwerde wurde nun in der Verwaltungsstreitsache abgewiesen.<\/p>\n<p><strong>Rechtsmittel<\/strong><br \/>\nDamit sind alle Rechtsmittel ausgesch\u00f6pft, und es wird jetzt zu kl\u00e4ren sein, mit welchem zeitlichen Ablauf und mit welchen Ma\u00dfnahmen Hersteller, Vertriebspartner und Handel sich darauf einstellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Trotz der rechtlichen Auseinandersetzung \u00fcber einzelne neuartige Produkte hat der Kautabak-Markt in den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen. Gut sortierte Gesch\u00e4fte verf\u00fcgen bis zu 50 und mehr verschiedene Artikel der Kategorie Kautabak. Loser Kautabak, gepresste Tabak-Sticks und vor allem Chewing-Bags bestimmen das Sortiment. Da sich in diesem Markt weitere Anbieter, speziell mit Tobacco-Chewing-Bags, erfolgreich etabliert haben, ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass sich die Verbote in Bayern f\u00fcr die \u00fcbrigen Bundesl\u00e4nder auswirken werden. <i>kdp<\/i><\/p>\n<p>26.06.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LEIPZIG \/\/ Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde in letzter Instanz die Beschwerde der Kl\u00e4ger gegen die Nichtzulassung der Revision abgewiesen. 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