{"id":49301,"date":"2020-03-18T23:00:00","date_gmt":"2020-03-18T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=49301"},"modified":"2020-03-18T23:00:00","modified_gmt":"2020-03-18T23:00:00","slug":"wirtschaft-braucht-jetzt-500-milliarden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=49301","title":{"rendered":"Wirtschaft braucht jetzt 500 Milliarden"},"content":{"rendered":"<p><strong>HAMBURG \/\/<\/strong> Die Corona-Krise zeigt erste Turbulenzen in der Wirtschaft, die Politik verspricht gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung. \u201eZu wenig, zu langsam\u201c, sagt der Hamburger Wirtschafts- und F\u00f6rdermittelexperte Kai Schimmelfeder. Er sieht einen Finanzbedarf von rund 500 Milliarden Euro f\u00fcr die deutsche Wirtschaft.<\/p>\n<p>\u201eDieses Geld muss der Staat als nicht-r\u00fcckzahlbare Zusch\u00fcsse an die Unternehmen aussch\u00fctten\u201c, so Schimmelfeder. Der aktuell politisch favorisierte Weg \u00fcber Liquidit\u00e4tshilfen in Form von r\u00fcckzahlbaren Sonderkrediten sei falsch. \u201eEs kann nur \u00fcber geschenktes Geld laufen\u201c, betont Schimmelfeder. <\/p>\n<p><strong>Geld wird in jedem Fall fehlen<\/strong><br \/>\n\u201eDie H\u00f6he des Betrages mag gigantisch sein, w\u00e4re aber ein gro\u00dfer Wurf.\u201c Schimmelfeder ist sich sicher, dass es nur zwei Wege gibt: Jetzt das Geld an die Wirtschaft aussch\u00fctten und von erfolgreichen Unternehmen in Form von Steuerzahlungen in der Zukunft wieder zur\u00fcckbekommen oder in der Zukunft mit Steuerausf\u00e4llen, Insolvenzen und einer hohen Arbeitslosigkeit k\u00e4mpfen. \u201eDas Geld wird dem Staat in jedem Fall fehlen\u201c, ist sich der Wirtschaftsexperte sicher.<\/p>\n<p>Er macht seine Einsch\u00e4tzung fest an Zahlen aus der Finanzkrise von 2008\/2009: In deren Folge gingen 255.000 mehr Unternehmen in Insolvenz als normal. Bei durchschnittlich 5,5 Besch\u00e4ftigten betraf das allein 1,4 Millionen Arbeitspl\u00e4tze. Bei durchschnittlich ca. zwei Millionen Umsatz pro Unternehmen ergeben sich 511 Milliarden Umsatzausfall, also 511 Milliarden Kaufkraftverlust und 51 Milliarden Ausfall an Ertragssteuern. \u201eDie Folgen f\u00fcr die Banken durch ausfallende Unternehmenskredite sind da noch gar nicht einmal ber\u00fccksichtigt\u201c, erg\u00e4nzt Kai Schimmelfeder. <\/p>\n<p><strong>Psychologischer Effekt<\/strong><\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Vorteil im geschenkten Geld sieht er in der Ruhe, die dadurch schnell entsteht \u2013 sowohl in der Wirtschaft als auch in der Gesellschaft. Wer wei\u00df, dass er abgesichert ist, werde auch alle Ma\u00dfnahmen leichter \u00fcber sich ergehen lassen. \u201eDas ist ein psychologischer Effekt.\u201c<\/p>\n<p>Wichtig sei aus seiner Sicht auch, die Unterst\u00fctzung so unb\u00fcrokratisch und schnell wie m\u00f6glich zu machen. \u201eWir sehen bei vielen F\u00f6rdermittelberatungen, dass Anforderungen zu hoch und Prozesse zu kompliziert sind. Viele Unternehmen steigen deshalb aus den F\u00f6rderprogrammen aus und verlieren viel Geld, wenn sie nicht professionell unterst\u00fctzt werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Unternehmer in der Pflicht<\/strong><br \/>\nDie Unternehmer sieht Kai Schimmelfeder allerdings auch in der Pflicht, jetzt zu handeln. Zum einen geht es um die schnelle und qualifizierte Aufbereitung der aktuellen Unternehmensdaten, damit F\u00f6rderantr\u00e4ge schnell und unb\u00fcrokratisch bearbeitet werden k\u00f6nnen, zum anderen um eine Planung f\u00fcr die Zukunft mit einer \u00dcberpr\u00fcfung der Gesch\u00e4ftsmodelle, der Liquidit\u00e4t sowie einer Verst\u00e4rkung der Innovation. \u201eWir d\u00fcrfen jetzt nicht stehen bleiben wie die Kaninchen vor der Schlange\u201c, r\u00e4t Schimmelfeder, \u201esondern m\u00fcssen uns Gedanken \u00fcber die Zeit nach der Krise machen. Bis dahin sei allerdings die Politik gefordert. <\/p>\n<p><i>pi<\/i><\/p>\n<p>(DTZ 13\/20)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HAMBURG \/\/ Die Corona-Krise zeigt erste Turbulenzen in der Wirtschaft, die Politik verspricht gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung. \u201eZu wenig, zu langsam\u201c, sagt der Hamburger Wirtschafts- und F\u00f6rdermittelexperte Kai Schimmelfeder. 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