{"id":48748,"date":"2019-10-30T23:00:00","date_gmt":"2019-10-30T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48748"},"modified":"2025-03-03T15:57:33","modified_gmt":"2025-03-03T15:57:33","slug":"stationaerer-handel-bleibt-spitze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48748","title":{"rendered":"Station\u00e4rer Handel bleibt Spitze"},"content":{"rendered":"<p><strong>BERLIN \/\/<\/strong> L\u00e4den sterben, Innenst\u00e4dte ver\u00f6den \u2013 und schuld ist das Internet. Seit Jahren warnen Handelsexperten vor den Folgen unseres digitaler werdenden Konsumverhaltens. <\/p>\n<p>Dabei sind klassische Einzelh\u00e4ndler noch klar im Vorteil: F\u00fcr 262,78 Euro kaufen Verbraucher jeden Monat im klassischen Handel ein. Nur 93,83 Euro geben sie online aus. Dies zeigt eine repr\u00e4sentative Umfrage des Verbraucherforums \u201emydealz\u201c. Grund zur Hoffnung haben klassische H\u00e4ndler dennoch wenig: Jeder f\u00fcnfte Verbraucher l\u00e4sst heute weniger Geld im klassischen Handel als noch vor einem Jahr. <\/p>\n<p><strong>Klassischer Handel und Internet<\/strong><br \/>\nF\u00fcr 298,07 Euro kaufen Verbraucher im Alter von 55 bis 64 Jahren jeden Monat im klassischen Handel ein. 104,05 Euro sind es f\u00fcr Bestellungen im Internet. Gemessen an ihren Ausgaben sind die zwischen 1955 und 1964 geborenen f\u00fcr klassische H\u00e4ndler damit so wichtig wie keine andere Altersgruppe. Und doch tr\u00fcgt der Schein: Verbraucher im Alter von 55 bis 64 Jahren wenden sich n\u00e4mlich so stark vom sprichw\u00f6rtlichen \u201eLaden um die Ecke\u201c ab wie keine andere Altersgruppe: Nur knapp jeder zehnte von ihnen (9,8 Prozent) steigerte seine Ausgaben im klassischen Handel im Vergleich zum Vorjahr. Gut jeder vierte (25,6 Prozent) hat seine Ausgaben hingegen reduziert. Profiteur dieser Entwicklung ist der Online-Handel. Im Internet geben heute 26,3 Prozent der 55- bis 64-J\u00e4hrigen nun mehr, nur 13,8 Prozent hingegen weniger Geld aus als noch im Vorjahr.<\/p>\n<p>Vergleicht man nur die Ausgaben, f\u00e4llt es schwer, den Klagen des Einzelhandels zu folgen. Klassische H\u00e4ndler stehen nicht etwa schlechter da als ihre digitalen Konkurrenten, sondern deutlich besser: F\u00fcr 356,61 Euro kaufen wir Deutschen jeden Monat ein; 262,78 Euro (73,7 Prozent) entfallen dabei auf terrestrische Gesch\u00e4fte, aber nur 93,83 Euro (26,3 Prozent) auf Bestellungen im Internet.<\/p>\n<p><strong>Nur jeder vierte Euro im Internet<\/strong><br \/>\nSowohl Frauen und M\u00e4nner als auch die einzelnen Altersgruppen gleichen sich zwar nicht in der H\u00f6he ihrer Ausgaben. Sie gleichen sich aber darin, dass sie ihr Geld vor allem im klassischen Handel lassen und jeweils nur rund jeden vierten Euro im Internet.<\/p>\n<p>Wenig \u00fcberraschend steht Verbrauchern im Alter von 45 bis 54 Jahren (404,33 Euro) und 55 bis 64 Jahren (402,12 Euro) monatlich deutlich mehr Geld f\u00fcr Konsumausgaben zur Verf\u00fcgung als den 16- bis 24-J\u00e4hrigen (212,66 Euro), 25- bis 34-J\u00e4hrigen (328,88 Euro) und Konsumenten im Alter von 65 und mehr Jahren (356,95 Euro). Einzig die 35- bis 44-J\u00e4hrigen verf\u00fcgen mit 388,67 Euro \u00fcber ein \u00e4hnlich hohes Budget.<\/p>\n<p>Je \u00e4lter Verbraucher sind, desto st\u00e4rker bevorzugen sie den klassischen Handel: 78,3 Prozent (279,62 Euro) ihres Budgets f\u00fcr Eink\u00e4ufe von monatlich 356,95 Euro geben die \u00fcber 65-J\u00e4hrigen im Laden aus, aber nur 21,7 Prozent (77,33 Euro) online. Am st\u00e4rksten bevorzugen die ganz jungen Verbraucher den Online-Handel: 31,5 Prozent (67,03 Euro) ihres monatlichen Etats entfallen auf Bestellungen im Internet. Allerdings lassen auch sie mit 145,63 Euro den gr\u00f6\u00dften Teil ihres Budgets (68,5 Prozent) im Laden.<\/p>\n<p><strong>Diffizile Situation f\u00fcr Einzelh\u00e4ndler<\/strong><br \/>\nWie diffizil die Situation f\u00fcr Einzelh\u00e4ndler ist, wird erst deutlich, wenn man sich ansieht, wie stark sich die Konsumausgaben ver\u00e4ndert haben. 1000 Verbraucher hat Statista im Auftrag von mydealz in einer repr\u00e4sentativen Umfrage befragt, ob sie im Vergleich zum Vorjahr f\u00fcr ihre Eink\u00e4ufe nun weniger, mehr oder genauso viel ausgeben. Insgesamt fielen die Antworten positiv aus: Bei 23,3 Prozent der Verbraucher war es mehr Geld als im Vorjahr und nur bei 12,9 Prozent weniger, w\u00e4hrend sich die Ausgaben bei sechs von zehn Konsumenten (63,8 Prozent) nicht ver\u00e4ndert haben. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Online-H\u00e4ndler von dieser Entwicklung profitieren, stehen klassische H\u00e4ndler auf der Verliererseite. Online geben nun 27,5 Prozent der Verbraucher mehr und nur 15,6 Prozent weniger aus als noch vor einem Jahr. Im station\u00e4ren Handel steigerten indes \u201enur\u201c 14,8 Prozent ihre Ausgaben. Vor allem \u00e4ltere Verbraucher sind hier etwas zur\u00fcckhaltender geworden und wenden sich allm\u00e4hlich st\u00e4rker dem Online-Handel zu.<\/p>\n<p><strong>Wichtig: Bequemlichkeit, Verf\u00fcgbarkeit und Auswahl<\/strong><br \/>\nFragt man Verbraucher, wieso sie im Internet bestellen, fallen vor allem drei Worte: Bequemlichkeit, Verf\u00fcgbarkeit und Auswahl. 73,8 Prozent der Befragten erkl\u00e4rten, f\u00fcr sie sei die Bequemlichkeit das gr\u00f6\u00dfte Plus beim Online-Shopping. Knapp sieben von zehn Konsumenten (68,3 Prozent) \u2013 Mehrfachantworten waren bei dieser Frage m\u00f6glich \u2013 finden es vorteilhaft, dass sie keine Laden\u00f6ffnungszeiten beachten m\u00fcssen, und 62,5 Prozent bestellen wegen der \u2013 im Vergleich zum klassischen Handel \u2013 \u201egr\u00f6\u00dferen Auswahl\u201c im Internet. \u00c4hnlich viele Verbraucher, n\u00e4mlich 60,5 Prozent, erkl\u00e4rten, die \u201ebesseren Vergleichsm\u00f6glichkeiten\u201c seien f\u00fcr sie ein Vorteil beim Online-Shopping. Und tats\u00e4chlich sucht knapp jeder zweite Verbraucher (49,2 Prozent) wenigstens einmal die Woche und 8,6 Prozent sogar jeden Tag im Internet nach Angeboten. <\/p>\n<p>Besonders j\u00fcngere Verbraucher nutzen das Internet dabei f\u00fcr die Suche nach Angeboten. Jeder neunte Verbraucher im Alter von 16 bis 24 Jahren (11,1 Prozent) und sogar jeder siebte 25- bis 34-J\u00e4hrige (13,9 Prozent) sucht mindestens einmal pro Tag im Internet nach Angeboten. Weniger intensiv tun dies \u00e4ltere Verbraucher. <\/p>\n<p>Dass die Service-Offensive mancher Einzelh\u00e4ndler ins Leere laufen k\u00f6nnte, macht ein anderer Teil der Umfrage deutlich. Denn an der fehlenden Beratung beim Online-Shopping st\u00f6rten sich nur 43,8 Prozent der Konsumenten. Sechs von zehn Verbrauchern (61,6 Prozent) erkl\u00e4rten, sie \u00e4rgerten sich \u00fcber (hohe) Versandkosten, und 78,6 Prozent beklagten, sie k\u00f6nnten die Ware vor dem Kauf nicht an- beziehungsweise ausprobieren.<\/p>\n<p><i>pnf<\/i><\/p>\n<p>(DTZ 45\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BERLIN \/\/ L\u00e4den sterben, Innenst\u00e4dte ver\u00f6den \u2013 und schuld ist das Internet. Seit Jahren warnen Handelsexperten vor den Folgen unseres digitaler werdenden Konsumverhaltens. Dabei sind klassische Einzelh\u00e4ndler noch klar im Vorteil: F\u00fcr 262,78 Euro kaufen Verbraucher jeden Monat im klassischen Handel ein. Nur 93,83 Euro geben sie online aus. 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