{"id":48572,"date":"2019-09-08T22:00:00","date_gmt":"2019-09-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48572"},"modified":"2019-09-08T22:00:00","modified_gmt":"2019-09-08T22:00:00","slug":"keine-konkurrenz-zum-bvte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tax.konradin-online.de\/?p=48572","title":{"rendered":"\u201eKeine Konkurrenz zum BVTE\u201c"},"content":{"rendered":"<p>BONN&#8201;\/&#8201;BERLIN\/\/ Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) will als neuer Dachverband f\u00fcr die Branche im Allgemeinen sprechen. Warum der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) eine Mitgliedschaft ausschlie\u00dft, dar\u00fcber sprechen Bodo Mehrlein und Peter W\u00f6rmann in DTZ. <\/p>\n<p><strong>Angesichts der Anti-Tabakpolitik wollen die Initiatoren des neuen Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) die Kr\u00e4fte b\u00fcndeln und mit einer Stimme gegen\u00fcber Politik und Medien auftreten. Was spricht aus Ihrer Sicht dagegen? <\/strong><br \/>\n<strong>Bodo Mehrlein: <\/strong>Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen wir doch feststellen, dass es sich bei den Initiatoren fast ausschlie\u00dflich um die Mitglieder des bisherigen Zigarettenverbandes DZV handelt. Die Thematik eines Dachverbandes wurde \u00fcber l\u00e4ngere Zeit mit den Verb\u00e4nden der Tabakwirtschaft besprochen, und es war schnell erkennbar, dass es f\u00fcr den neuen Dachverband keine breite R\u00fcckendeckung gibt. Vor diesem Hintergrund kann von einem Dachverband kaum die Rede sein, sondern eher um eine Mandatserweiterung f\u00fcr den bisherigen Zigarettenverband.<\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4ren Sie uns das &#8230;<\/strong><br \/>\n<strong>Mehrlein: <\/strong>Betrachtet man das Interview der Initiatoren in der DTZ, sieht man sofort das Argument f\u00fcr ein Fernbleiben unseres Verbandes vom Dachverband. Es wird mehrfach postuliert, dass es zwischen den Tabakprodukten aktuell und auch in Zukunft keinerlei Regulierungsunterschiede mehr gibt und die Politik alle Produkte gleichbehandelt. Wir als BdZ haben uns \u00fcber Jahrzehnte f\u00fcr branchenspezifische Regelungen eingesetzt, und diese Ergebnisse sieht man deutlich: f\u00fcnf Jahre \u00dcbergangsfrist und l\u00e4ngere Abverkaufsfristen bei Track&#8201;&#038;&#8201;Trace, keine Bildwarnhinweise auf den Packungen, Ausnahmen beim Aromenverbot, in den meisten EU-Staaten kein Plain Packaing, et cetera. Mir f\u00e4llt kein Grund ein von der Politik des BdZ Abstand zu nehmen.<br \/>\n<strong>Peter W\u00f6rmann:<\/strong> Die bisherige Konstellation der Verb\u00e4ndelandschaft war und ist immer noch ideal, denn genau so wird der \u00d6ffentlichkeit deutlich, dass besonders in Deutschland ein sehr vielf\u00e4ltiger Tabakmarkt mit sehr unterschiedlichen Interessen in allen Bereichen existiert. Eine Aufteilung bei den Herstellern in Zigaretten-, Rauchtabak- und Zigarrenverband ist ideal, denn so konnten die verschiedenen Aspekte der Produkte am glaubw\u00fcrdigsten vertreten werden. Mein Eindruck ist auch, dass wir in Deutschland sehr erfolgreich mit diesem Modell waren. Dies hat eine Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Verb\u00e4nden nie ausgeschlossen.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nDer BdZ fordert, das Kulturgut Zigarre von weiteren Regulierungsma\u00dfnahmen auszunehmen. Werden Sie sich in einem immer st\u00e4rker regulierten Umfeld auch weiterhin damit Geh\u00f6r verschaffen k\u00f6nnen?<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>Mehrlein: <\/strong>Auch uns ist klar, dass sich das Umfeld immer negativer entwickelt, aber als BdZ sind wir trotzdem \u00fcberzeugt, dass wir die Argumente, die in den Eigenschaften unseres Produktes liegen, weiter betonen m\u00fcssen. Wir reden hier ganz klar von einem Genuss- und Kulturgut, welches in keiner Weise mit einer Jugendschutzproblematik behaftet ist &#8230;<br \/>\n<strong>W\u00f6rmann:<\/strong> &#8230; und schauen Sie sich einfach die Unterschiede zwischen den Unternehmen an \u2013 hier symbolisch mein eigenes Unternehmen. Zigarren und Zigarillos werden von mittelst\u00e4ndischen, meist familiengef\u00fchrten Unternehmen hergestellt. Die Anforderungen und M\u00f6glichkeiten der Zigarrenhersteller sind hier ganz anders gelagert als bei internationalen, b\u00f6rsennotierten Konzernen.<\/p>\n<p><strong>Die Initiatoren des Bundesverbandes wollen nicht die bestehenden Verb\u00e4nde ausschalten, sondern die Rolle eines Dachverbandes \u00fcbernehmen. Warum lehnen Sie dennoch eine Mitgliedschaft ab?<\/strong><br \/>\n<strong>Mehrlein:<\/strong> Seien wir doch ehrlich: Als kleinster Marktteilnehmer h\u00e4tte der BdZ in einem solchen Konstrukt keine Rolle gespielt. Es gab keinerlei Notwendigkeit, von der bisherigen \u2013 eher lockeren \u2013 Zusammenarbeit Abstand zu nehmen. An dieser Zusammenarbeit hatten und haben wir immer Interesse gezeigt, auch wenn wir bei vielen Dingen eigene Wege gegangen sind. Die zuk\u00fcnftige Ausrichtung des BVTE wird eindeutig von den gro\u00dfen Konzernen dominiert werden, dies hat man schon gesehen, als die neue Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und der Vorstand vorgestellt wurden.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWo sehen Sie die Vorteile f\u00fcr Ihre Mitglieder, wenn der Bundesverband der Zigarrenindustrie sich nicht dem BVTE anschlie\u00dft?<\/strong><br \/>\n<strong>W\u00f6rmann: <\/strong>Der \u00d6ffentlichkeit wird sehr schnell klarwerden, dass der neue Dachverband BVTE gar kein Dachverband ist. Im Endeffekt handelt es sich um einen Zigarettenverband der jetzt auch die Interessen neuartiger Erzeugnisse vertritt. Mir ist nicht bekannt, dass irgendein Hersteller von traditionellen Zigarren beziehungsweise Zigarillos in dem Verband vertreten ist. In dieser Konstellation kann der BdZ sehr gut verdeutlichen, dass er der einzige legitime Ansprechpartner f\u00fcr das Kulturgut Zigarre ist. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nDas hei\u00dft?<\/strong><br \/>\n<strong>W\u00f6rmann: <\/strong>Vielleicht ist es sogar eine Chance f\u00fcr uns, dass wir uns jetzt noch besser differenzieren k\u00f6nnen von den internationalen Gro\u00dfkonzernen und der Fabrikzigarette. Hierbei m\u00f6chte ich aber betonen, dass wir uns nicht als Konkurrent zum Dachverband sehen, so wie es die Initiatoren des Dachverbandes umgekehrt in ihrem Interview in der DTZ ge\u00e4u\u00dfert haben.<\/p>\n<p><strong>Auch Unternehmen aus anderen Bereichen haben sich dem neuen Verband angeschlossen. Was empfehlen Sie Ihren Mitgliedern, wenn sie Sie nach einer Einzelmitgliedschaft im BVTE fragen?<\/strong><br \/>\n<strong>Mehrlein:<\/strong> Auch wenn nach meinem Verst\u00e4ndnis der deutschen Sprache in einem Dachverband nur Verb\u00e4nde Mitglied werden sollten, wurden die Mitgliedsfirmen des BdZ schon immer direkt angeschrieben und zu den Verhandlungen eingeladen. Dies hat uns als BdZ von Anfang an sehr ver\u00e4rgert. Bei unseren Mitgliedern ist man aber einstimmig der Meinung, dass weder der BdZ noch einzelne Zigarrenhersteller Mitglied im BVTE werden sollten. Die Entscheidung einer Einzelmitgliedschaft f\u00e4llt nat\u00fcrlich jedes Unternehmen f\u00fcr sich selbst. Die Mitgliedschaft anderer Firmen und Verb\u00e4nde ist aktuell sehr \u00fcberschaubar, kann aber erst nach einer Gr\u00fcndung abschlie\u00dfend bewertet werden. Nach unserem Kenntnisstand strebt etwa die Messe Dortmund keine Mitgliedschaft im BVTE an, sondern eine Art Kooperationsvereinbarung \u2013 so wie sie auch mit anderen Verb\u00e4nden wie zum Beispiel dem BdZ besteht.<br \/>\n<strong>W\u00f6rmann:<\/strong> Lassen Sie mich nochmals abschlie\u00dfend unser Bedauern \u00fcber diese Entwicklung betonen, die wir als BdZ allerdings zu keinem Zeitpunkt zu verantworten haben. Diese Entwicklungen werden in der \u00d6ffentlichkeit kein gutes Licht auf unsere Branche werfen.<\/p>\n<p><i>vi<\/i><\/p>\n<p>(DTZ 37\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BONN&#8201;\/&#8201;BERLIN\/\/ Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) will als neuer Dachverband f\u00fcr die Branche im Allgemeinen sprechen. Warum der Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) eine Mitgliedschaft ausschlie\u00dft, dar\u00fcber sprechen Bodo Mehrlein und Peter W\u00f6rmann in DTZ. 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